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056_2026

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Ihr Portemonnaie.UnserAntrieb. ruckstuhlgaragen.ch/affoltern

Verdächtiger Fund

Ein verdächtiger Gegenstand in einer städtischen Liegenschaft in Affoltern löste einen Polizeieinsatz aus. Seite 3

Sommer vor der Haustür

Leserinnen und Leser zeigen mit stimmungsvollen Bildern aus dem Säuliamt, wie reizvoll die Natur direkt vor der eigenen Haustür ist. Seite 13 3

Verantwortlich für die Organisation und die Rede an der 1.-August-Feier in Mettmenstetten: Romaine Rogenmoser, Kantonsratspräsidentin (mit Alphorn), und Peter Junker, Präsident des Verschönerungsvereins. (Bild Daniel Vaia)

Gelebte Tradition zwischen Alphornklängen und Festreden

Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser sorgte mit Alphorn-Einlage für Aufsehen

Mit einer Alphorn-Einlage eröffnete Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser die Bundesfeier in Mettmenstetten und bewies dabei viel Selbstironie. Zum Dank überreichte ihr Peter Junker, Präsident des Verschönerungsvereins,

ein Kistli mit regionalen Spezialitäten. Nicht nur in Mettmenstetten, sondern im ganzen Knonauer Amt kamen am 1. August zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusammen, um den Nationalfeiertag gemeinsam zu feiern. Trotz

Ruhe dank Schafwolle

Affoltemer Unternehmen setzt auf Natur

Was mit der Montage von Akustikelementen begann, ist heute ein innovatives Unternehmen mit fünf Mitarbeitenden: Die Asorys AG in Affoltern entwickelt Lösungen für eine bessere Raumakustik –und setzt dabei auf Schweizer Schafwolle. Firmengründer Philipp Ryser beschäftigt sich seit seinem 17. Lebensjahr mit Raumakustik. Vor acht Jahren machte er sich selbstständig und verbindet seither Akustik, Design und Nachhaltigkeit. Seine Produkte, die er «Woopies» nennt, reduzieren Hall und verbessern die Sprachverständlichkeit, ohne wie klassische Akustikpaneele auszusehen. Statt-

dessen fügen sie sich als Designobjekte in Büros, Restaurants, Pflegeinstitutionen oder Wohnräume ein. Ryser setzt bewusst auf Wolle, einen Rohstoff, der in der Schweiz oft als Abfallprodukt gilt. Das Naturmaterial absorbiert Schall, reguliert die Luftfeuchtigkeit, neutralisiert

Gerüche und kann sogar Schadstoffe abbauen. «Immer mehr Menschen legen Wert auf natürliche Materialien», sagt Ryser. Vor jedem Auftrag analysiert Asorys die Raumsituation und entwickelt ein individuelles Akustikkonzept. (red)

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sommerlicher Hitze und des wegen der anhaltenden Trockenheit geltenden Feuer- und Feuerwerksverbots prägten Musik, Festansprachen und geselliges Beisammensein die Feiern. Auf die traditionellen Höhenfeuer musste in vielen

Gemeinden verzichtet werden. Der «Anzeiger» war im ganzen Säuliamt unterwegs und berichtet von den schönsten Momenten der Bundesfeiern. (red)

Seiten 3 bis 8

Die singende Putzfrau

Bruna Bortoluzzi bringt gute Laune in Badi

Wer frühmorgens die Badi Hünenberg besucht, hört sie oft schon von Weitem: Bruna Bortoluzzi singt italienische Lieder, während sie die Toiletten putzt. Die 85-Jährige übernimmt diese Aufgabe seit zehn Jahren freiwillig – nicht wegen des Geldes, sondern weil sie aktiv bleiben und den Menschen Freude bereiten möchte. Geboren wurde sie im italienischen Dorf Soverzene in den Dolomiten. Mit 16 Jahren kam sie in die Schweiz, arbeitete zunächst in einer Textilfabrik und trat später ins Kloster Menzingen ein. Nach zehn Jahren als Nonne schlug sie einen neuen Weg ein: Sie holte die Sekundarschule

nach, absolvierte eine Service- und Kochausbildung, erwarb das Wirtepatent und führte unter anderem den «Hirschen» in Obfelden. Auch Rückschläge blieben nicht aus. Nach einer gescheiterten Restaurantinvestition verlor sie viel Geld. Aufgegeben hat sie trotzdem nie. «Ich bin immer wieder aufgestanden», sagt sie. Heute lebt Bruna Bortoluzzi in Affoltern. Für viele Stammgäste gehört ihr Gesang längst zum Badibesuch. Die Pächterin der Badi nahm sie aus Dankbarkeit sogar schon mit auf Reisen. (red)

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Lebensphasen hat ein Unternehmen und nach diesen gliedert sich das neue Unternehmensportal des Kantons Zürich. Seite 9

«Wir dürfen stolz sein auf unser magisches Land.»

Ruhiger 1. August

Der Nationalfeiertag stand in diesem Jahr schweizweit unter ruhigen Vorzeichen: Wegen der anhaltenden Trockenheit galten in den allermeisten Kantonen strenge Feuer- oder Feuerwerksverbote. So verlief der 1. August für einmal praktisch ohne Knallerei. Die Polizeien mehrerer Kantone meldeten einen ruhigen Verlauf mit vergleichsweise wenig Einsätzen. Auch in der Stadt Affoltern – die ihrerseits per November 2025 ein Verbot für lautes Feuerwerk eingeführt hat – fällt die Bilanz positiv aus: «Es blieb sehr ruhig», sagte Stadtschreiber Stefan Trottmann auf Anfrage.

Bereits am Silvester 2025/26, als das Feuerwerksverbot auf Stadtgebiet zum ersten Mal galt, war die Bilanz der Stadt Affoltern positiv ausgefallen. Allerdings hatten damals noch vereinzelte Personen unmittelbar hinter der Ortsgrenze Feuerwerk gezündet, was zu einer Handvoll Meldungen an die Polizei geführt hatte. (red)

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Petra Klingler, Weltmeisterin im Bouldern 2016. (Bild Marcus Weiss)

Pilzkontrolle 2026:

Gehen Sie auf Nummer sicher

Aus der Statistik der jährlichen Pilzkontrollen geht hervor, dass sich unter dem Sammelgut jeweils ungeniessbare und in geringem Ausmass auch giftige Pilze befinden. Da Verwechslungen zwischen essbaren und giftigen Pilzen leicht möglich sind und auch immer wieder vorkommen, empfehlen wir Ihnen auch dieses Jahr, die Dienste der amtlichen Pilzkontrolleure in Anspruch zu nehmen.

Die Gemeinden sind dazu verpflichtet, Ihren Einwohner/innen unentgeltlich eine amtliche Pilzkontrollstelle anzubieten.

Für die Gemeinde Bonstetten ist hierfür zuständig:

Bernhard Adamski, Bruggenmattweg 3, 8906 Bonstetten, Tel. 044 700 32 80 (Termine nach vorgängiger telefonischer Vereinbarung immer möglich).

Bitte beachten Sie, dass die Pilze der Kontrolle gereinigt sowie ganz (Pilze mit Hut und Stiel) vorgelegt werden müssen.

Zum Schutz der Pilze ist das Sammeln wie folgt beschränkt:

• In den ersten zehn Tagen des Monats ist es im Kanton Zürich verboten, Pilze zu sammeln.

• Im Kanton Zürich darf täglich pro Person höchstens 1 kg Pilze gesammelt werden.

• Es dürfen nur Pilze gepflückt werden, die man kennt. Bringen Sie im Zweifelsfall ein Muster der Kontrollstelle.

Affoltern am Albis

Am 16. Juli 2026 ist in Zürich ZH gestorben:

Edwin Glättli geboren am 25. Oktober 1941, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH.

Die Beisetzung findet im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Abdankung am Freitag, 14. August 2026, um 14.00 Uhr in der Friedhofskapelle Affoltern am Albis ZH.

Bestattungsamt Affoltern am Albis

Affoltern am Albis

Am 27. Juli 2026 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Albert Leo Schmid geboren am 13. März 1936, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH. Die Beisetzung findet im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Bestattungsamt Affoltern am Albis

Affoltern am Albis

Am 21. Juli 2026 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Hilda Barbara Weingartner geb. Seiler geboren am 28. Dezember 1927, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH. Bestattungsamt Affoltern am Albis

Hedingen

In Hedingen ist am Donnerstag, 30. Juli 2026 gestorben:

Werner Jakob Uhr geboren am 25. November 1946, von Menzingen ZG, ledig, wohnhaft gewesen in Hedingen.

Die Urnenbeisetzung findet am Freitag, 7. August 2026, 13.30 Uhr, am Hedingen Friedhof statt.

Ottenbach

Am 30. Juli 2026 ist in Obfelden ZH gestorben:

Dondiego geb. Liccione, Margherita geboren am 27. Juli 1943, von Italien, wohnhaft gewesen in Ottenbach. Die Friedhofvorsteherin

Reisen war dein grosses Ziel, um vielen Menschen die Schönheiten dieser Welt näher zu bringen Nun lassen wir dich weitergehen auf dem Weg der auf keiner Karte zu finden ist

Edwin Glättli

25 Oktober 1941 – 16 Juli 2026

Wir vermissen dich sehr und sind dankbar für alles, was wir mit dir erleben durften

Arlette Glättli-Jaeggi

Monika Glättli & Manuel Wasserfallen

Adrian & Claudia Glättli

Felix & Sabrina Glättli mit Jasmin und Svenja

Verwandte Freunde und Bekannte

Die Trauerfeier findet am Freitag, 14 August 2026 um 14 15 Uhr in der Friedhofkapelle in Affoltern am Albis statt Die Urne wird im engsten Familienkreis beigesetzt

Traueradresse: Arlette Glättli

Merkurstrasse 5 8910 Affoltern am Albis

Wahlbüromitglieder für die Amtsdauer 2026 – 2030

GestütztaufArt.19Ziff.2derGemeindeordnunghatderGemeinderatalsMitgliederdesWahlbürosfürdieAmtsdauer2026–2030gewählt:

Büchi Christof Duca Andrea

Eisenegger Jana

Eisenegger Tanja

Grenacher Katharina

Gysel Franziska

Hegnauer Peter Huber Edith

Huber Sarina Huser Karin

Kamm Ramon

Lackner Daniela

Läng Olivier

Lussi Evelyn

Meier Barblin

Schacher Marc

Schacher Nico

Radenkovic Tijana

Ruggiero Olivia

Ruggiero Patrizia Villiger AnnaLena

Wey Remo

Zarda Seraina

Zehnder Katja Zwahlen Axel

GegendieseWahlkannwegenVerletzungvonVorschriftenüberdiepolitischen RechteundihreAusübunginnert5Tagen,vonderVeröffentlichungangerechnet, schriftlichStimmrechtsbeschwerdebeimBezirksratAffoltern,ImGrund15,8910 AffolternamAlbis,erhobenwerden.

DieRekursschriftmusseinenAntragunddessenBegründungenthalten. 4.August2026 GemeinderatMettmenstetten

Wirengagieren uns fü re in eb elebteBergwelt. ber ghilf e.ch

Neueröffnung

Ab August 2026

Ab 3 Monaten bis Kindergarteneintritt 12h Betreuung · Waldtag · Gemüsegarten

Halbtags- & Ganztagsbetreuung

Eigener Spielplatz mit Trampolin Familiäre Atmosphäre

Nach einemerfüllten,langenLeben nehmen wirtraurig Abschied von meinem Ehemann, unseremVater,Grossvaterund Schwiegervater

31.07.2026

In stillerTrauer

Gianna Meili

Reto Meiliund Kathrine MeiliBerger mit Livia

SergeMeili undDagmarWeigold Meili mitIoannis

Marcound TanjaMeili mitMatteound Joelle

AufWunschvon Andréfindetkeine Abdankungstatt.

Traueradresse: Gianna Meili, Rütistrasse 14,8906Bonstetten

WirnehmenAbschiedvon unseremVater,Grossvaterund Urgrossvater

Helmut Müller-Gerber

29.Mai 1930 -26. Juli 2026 Biszuletzt haterfür seineMusik gelebt

Wirsinddankbar,dasserruhig einschlafendurfte. VonganzemHerzendankenwir demTeamder Stiftung Mühlehalde für die geduldigeBetreuung,sowie Frau Dr.med.S.Aelligfür ihre empathische Begleitung.

MarliesBolzern ChristianMüller Annadora Müller Roman, Jasmin mitEleaund Andrin Bolzern Sven,Stefanie mitEilís undElijah Bolzern RosmyGerbermit Familie

Urnenbeisetzung am Mittwoch, 12.August2026um13.15 Uhrauf dem Friedhof.Anschliessend Trauergottesdienstum14.00 Uhrinder reformierten Kirche in Ottenbach.

Anstelle vonBlumenspenden gedenkeman derStiftungMühlehalde, 8032 Zürich,Vermerk TodesfallHelmutMüller, PC Konto80-21096-3 IBANCH5909000000800210963

Traueradresse:ChristianMüller, im Rainacker2,8913 Ottenbach

UnserSchöpferhatmichgerufen. SeinemRuffolgeich,soseies.

Nachkurzer,schwererKrankheitdurftest Dufür immereinschlafen. Sehrtraurig,abermitvielenschönenErinnerungennehmen wirAbschied vonmeinemherzensguten geliebten Lebenspartner, unseremväterlichen Freund,Bruder,Schwager,Onkelund Götti

WernerUhr

25.November1946 –30. Juli 2026

Intiefer Trauer RösliSchulthess RolfundCornelia Schulthess ClaudiaSchulthess Verwandte undFreunde

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DieUrnenbeisetzungfindetimengstenFamilienkreisstatt. DieVerabschiedungistamFreitag, 7.August um14UhrinderReformierten KircheHedingen.

Anstellevon Blumengedenkeman derSpitex KnonaueramtObfelden, CH78 0900 0000 87267156 1, oder derPalliativstationVillaSonnenberg Affolterna.A., CH44 09000000853913731; mit Vermerk: Werner Uhr

Traueradresse:RösliSchulthess,Hofackerstrasse11,8908Hedingen

In eigener Sache: Rückkehr in die Redaktion

Neue Stimme an Aeugster Feier

Erste Festrede der neuen Gemeindepräsidentin Gisèle Stoller Laubi

DeviprasaD rao

Seit 1. August ist Livia Häberling nach ihrem Mutterschaftsurlaub wieder als Redaktorin für den «Anzeiger» im Dienst. Wir heissen sie herzlich willkommen zurück und freuen uns auf viele spannende Geschichten aus ihrer Feder. (red)

Gratulationen sind willkommen!

Für die Rubrik «WIR GRATULIEREN» sind wir auf die Einsendungen der Leserinnen und Leser angewiesen.

Bitte schicken Sie uns Gratulationshinweise per Mail an: redaktion@affolteranzeiger.ch

Gratis aufgenommen werden Geburtstage ab dem 90., runde und halbrunde ab dem 80. sowie Hochzeitsjubiläen ab der Goldenen Hochzeit (50 Jahre).

Die Mails müssen jeweils am Mittwochmorgen bis 8 Uhr für die Ausgaben vom folgenden Freitag und Dienstag eintreffen. (red)

An einem warmen Sommerabend versammelte sich das Dorf auf dem Bolet zu Musik und geselligem Beisammensein. Gemeindepräsidentin Gisèle Stoller

Laubi hielt dabei ihre erste Ansprache zum Nationalfeiertag. Auf das traditionelle Höhenfeuer musste wegen der anhaltenden Trockenheit verzichtet werden.

Trotz der sommerlichen Hitze fanden sich am Samstagabend über 150 Einwohnerinnen und Einwohner mit Familien und Freunden auf dem Bolet beim Schützenhaus ein, wo Aeugst den Nationalfeiertag in gewohnt herzlicher Atmosphäre feierte.

Der Musikverein Harmonie Affoltern a.A. gestaltete das Platzkonzert, während Roland Erichsen, der seit 28 Jahren in Aeugst lebt, den Abend mit seinem Alphorn musikalisch begleitete.

Um 20.15 Uhr läuteten die Kirchenglocken, und Gisèle Stoller Laubi trat ans Rednerpult. Statt eines Gastredners hielt die neue Gemeindepräsidentin ihre erste Festansprache selbst. Sie dankte allen Helfenden und stellte ihre Rede unter den Wahlspruch: «Unus pro omnibus – omnes pro uno – einer für alle, alle für einen.» Diese Haltung stecke auch heute noch in der Bevölkerung und dürfe ruhig wieder stärker gelebt werden, sagte sie.

Einziger Wermutstropfen war die Trockenheit. Wegen des Feuer- und Feuerwerksverbots fiel auch das Höhenfeuer aus – eine Enttäuschung vor allem

für die jüngsten Gäste. Stoller Laubi appellierte eindringlich, die Vorschriften einzuhalten.

Im Gespräch mit dem «Anzeiger» blickte die Gemeindepräsidentin auf ihre bevorstehende Amtszeit. Zunächst gelte es, die vier neuen Gemeinderäte gut einzubinden und gemeinsame Legislaturziele zu erarbeiten. Herausforderungen seien unter anderem der Geburtenrückgang mit Folgen für die kleine Schule. Mittelfristig wolle die Gemeinde das Angebot für Wohnen im Alter ausbauen, den Werkhof verlegen und den Jugendraum vergrössern.

Roland Erichsen brachte die Bedeutung des Abends auf den Punkt: «Ich

finde es schön, dass man den 1. August mit der Gemeinde feiert. Dann wird einem wieder bewusst, wie privilegiert wir sind, in einer Demokratie zu leben, in der alles noch funktioniert.» Auch Sandeep Kakkani, der vor drei Jahren nach Aeugst gezogen ist, betonte die Werte der Schweiz und die Chancen, die das Land biete.

Die Feuerwehr Aeugst führte die Festwirtschaft und sorgte neben der Verpflegung auch für die Brandsicherheit. Begleitet von der Harmonie, sangen die Anwesenden gemeinsam den Schweizerpsalm und liessen den Sommerabend anschliessend gemütlich ausklingen.

Verdächtiger Gegenstand in Gebäude der Stadt Affoltern sichergestellt

Herausgeberin:

CH Regionalmedien AG

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Obere Bahnhofstrasse 5 8910 Affoltern a. A.

Leiterin: Barbara Roth

Chefredaktor: Daniel Koch (dko) redaktion@affolteranzeiger.ch

Redaktion: Claudia Eugster (cle), Livia Häberling (lhä)

Korrespondentinnen und Korrespondenten: Angela Bernetta (net), Sandra Isabél Claus (cla), Urs Kneubühl (kb), Nico Ilic (nil), Martin Platter (map), Brigitte Reemts Flum (bre), Bernhard Schneider (bs), Werner Schneiter (-ter.), Daniel Vaia (dv), Marianne Voss (mvo), Marcus Weiss (mwe), Regula Zellweger (rz)

Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Die Redaktion übernimmt keine

Verantwortung für eingesandtes Material

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Beratung und Verkauf Inserate: Evelyn Löhr / Christine von Burg Telefon 0582005700 inserat@affolteranzeiger.ch

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Am vergangenen Donnerstag, 30. Juli, fand am späteren Nachmittag in der Liegenschaft der Stadt Affoltern an der Oberen Bahnhofstrasse 9 ein Polizeieinsatz statt. Vor Ort waren ein Einsatzwagen der Polizei und ein Fahrzeug des Forensischen Instituts Zürich (FOR). Der Einsatz endete zirka um 17.30 Uhr. Auf Anfrage des «Anzeigers» an die Abteilung Präsidiales der Stadt Affoltern, was sich in dem Gebäude ereignet habe, wurde auf die Medienstelle der Kantonspolizei Zürich verwiesen. Auch wurde auf die Frage, ob in dem Haus Sozialhilfeempfänger untergebracht seien, keine Auskunft erteilt. Jonathan Ferraro, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, erklärte auf Anfrage, dass in der genannten Liegenschaft ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden sei. Aufgrund laufender Abklärungen könne er dazu allerdings nicht mehr sagen. Es bestehe jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. (cle)

Bundesfeier im festlich geschmückten Zelt in Aeugst. (Bilder Deviprasad Rao)
Gemeindepräsidentin Gisèle Stoller Laubi.

«Höchste Zürcherin» überrascht mit Alphorn-Einlage

1.-August-Feier in Mettmenstetten mit Kantonsratspräsidentin Rogenmoser

Was die Mettmenstetterinnen und Mettmenstetter schon immer gewusst haben, ist jetzt durch die «höchste Zürcherin» quasi amtlich bestätigt worden: Mettmenstettens Festplatz «Paradis» ist nicht nur der am schönsten gelegene Festplatz im Säuliamt, «sondern im ganzen Kanton Zürich». Das sagte (augenzwinkernd) Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser anlässlich der 1.-August-Feier am Samstag in Mettmenstetten.

Vor ihrer Rede hatte die gebürtige Walliserin Rogenmoser die Festgemeinde mit einer Alphorn-Einlage überrascht – und zwar auf einem selbst hergestellten Alphorn.

Der als «Eisbrecher» gedachte Showteil erreichte sein Ziel, erst recht, als Rogenmoser zu Beginn der Rede ihre auf erst wenigen Übungsstunden basierenden musikalischen Fähigkeiten relativierte: «Ich kann mir lebhaft vorstellen, was Sie gedacht haben: Hoffentlich spricht die Frau dann besser, als sie Alphorn spielt.»

Niemand müsse befürchten, dass sie jetzt eine politische Rede halte, beruhigte Rogenmoser die weit über 100 Gäste weiter. Schliesslich gebe es «kein apolitischeres Amt als das einer Kantonsratspräsidentin». Es gebiete, sich mit seinen politischen Meinungen zurückzuhalten. Was folgte, war – selbstverständlich – eine durchaus politische Ansprache, die sich aber nicht auf einzelne politische Meinungen bezog, sondern auf das politische System der Schweiz. Und dafür hatte die SVP-Politikerin viel Lob übrig.

Überraschte vor ihrer Ansprache in Mettmenstetten mit einer Einlage auf dem selbst hergestellten Alphorn: Romaine Rogenmoser, Kantonsratspräsidentin und «höchste Zürcherin». (Bilder Daniel Vaia)

«Privileg, hier geboren zu sein»

«Es gibt wohl kein anderes Land, in dem das Volk so viel Mitsprecherecht hat», so Rogenmoser. Nirgendwo sonst verfügten die Bürgerinnen und Bürger über so viel Freiheit, Selbstbestimmung, Sicherheit und Wohlstand wie in der Schweiz. Leider sei es aber gerade Mode, sich für sein Land zu schämen. Sie frage sich in diesem Zusammenhang: «Wo sind wir falsch abgebogen? Wieso genieren sich die Leute plötzlich, sich als Pa-

«Der schönste Festplatz im ganzen Kanton»: Das «Paradis» hoch über Mettmenstetten, wo auch dieses Jahr die traditionelle 1.-August-Feier stattfand. Unverzichtbar natürlich auch: das gemeinsame Singen des Schweizerpsalms.

triot zu bekennen?» Sie selber verstehe unter dem Begriff, dass man sich des «unglaublichen Privilegs bewusst» ist, hier geboren zu sein – und «dankbar zu sein für alles, was wir diesem Land und seinen Institutionen zu verdanken haben». Zum Schluss forderte die Kantonsratspräsidentin dazu auf, komplexe, unverständliche Entscheide im Parlament nicht einfach hinzunehmen, sondern bei einzelnen Kantonsrätinnen und Kantonsräten nachzufragen. Wie man als Politikerin/Politiker nahbar wird,

demonstrierte Rogenmoser nach ihrer Rede gleich selber: Sie forderte Alt und Jung auf, sich an ihrem Alphorn zu versuchen – was vor allem bei den Kindern und Jugendlichen (aber nicht nur) auf grosses Echo stiess. Als kleines Dankeschön durfte die «höchste Zürcherin» von Peter Junker, Präsident des Verschönerungsvereins, ein Kistli mit regionalen Spezialitäten in Empfang nehmen. Auf das sonst weitherum sichtbare traditionelle Mettmenstetter Höhenfeuer musste diesmal wegen der anhaltenden

Auch die Kleinsten waren an der 1.-August-Feier in Mettmenstetten begeistert von der Musik Hopfemandli

Trockenheit beziehungsweise wegen des allgemeinen Feuer- und Feuerwerksverbots verzichtet wurden.

Unverändert blieben an der vom Verschönerungs- und dem Turnverein organisierten Feier das kulinarische Angebot (Fleisch vom Gasgrill und Süsses), die musikalische Unterhaltung (Hopfemandli Örgeler aus Cham) und der gemeinsam gesungene Schweizerpsalm. Und auch das ab Tonband gespielte, 13-minütige Glockengeläut der Kirche Mettmenstetten fehlte nicht.

Ein Hoch auf den Mut und die gemeinnützige Tätigkeit

In Hedingen sprachen Beat Schmid und Nicole Doppler zum 1. August

Martin Platter

Die Gemeinde Hedingen verzichtete an ihrer Bundesfeier am Hedinger Weiher auf die Einladung politischer Schwergewichte aus Bern oder Zürich. Stattdessen setzten die Verantwortlichen auf eine bekannte lokale Stimme, um die Bedeutung der Dorfgemeinschaft und des Ehrenamts in den Fokus zu rücken; musikalisch begleitet vom Musikverein Hedingen und bewirtet durch die Mitglieder des Turnvereins. Nach der Eröffnung durch den Musikverein trat Nicole Doppler ans Mikrofon, seit 30 Tagen neue Gemeindepräsidentin. Das sei eine neue, interessante Perspektive, auch wenn sie schon seit acht Jahren im Gemeinderat wirke und mit der Familie seit 16 Jahren im Dorf lebe. In ihrer Ansprache bezeichnete Doppler die gemeinnützige Tätigkeit als das eigentliche Fundament von Gemeinde, Kanton und Staat. Sie nutzte den Moment für einen kurzen Rückblick, um den Mut ihrer Vorgänger im Gemeinderat und der Stimmberechtigten zu würdigen. Ohne deren damalige Entscheide hätten sich prägende Unternehmen und Arbeitgeber wie das Schmiedewerk Stoos, die Ernst Schweizer AG, die Dr. W. Kolb AG oder die Zingg Trans-

porte AG wohl kaum in Hedingen niedergelassen. Auch die vor zehn Jahren realisierte Einheitsgemeinde – der Zusammenschluss von politischer Gemeinde und Schulwesen – sei ein solcher Schritt gewesen. «Gute Entscheidungen brauchen Zeit und Mut», so Doppler. Rhetorisch fragte sie das Publikum, ob die Schweiz nicht genau hier beginne: nicht in den politischen Zentren, sondern dort, wo Menschen im Alltag Verantwortung übernehmen und füreinander einstünden.

Pointierte Vergleiche zum Vereinsleben

Als Hauptredner folgte Beat Schmid, der sich als «Urhedinger» bezeichnete. Mit seiner Familie lebt er im Elternhaus, ist im Dorf bestens vernetzt und arbeitet in der Region in seinem Lehrberuf als Lastwagenmechaniker; der Betrieb hat kürzlich zwei der erfolgreichsten Lehrabgänger im Kanton ausgebildet. Er war acht Jahre Mitglied der Schulpflege, in der Feuerwehr aktiv und präsidierte das OK des Dorffestes, das 2025 nach zehnjährigem Unterbruch wieder stattfand. Obwohl die Reden gemäss Doppler nicht abgesprochen waren, ergänzte Schmid die Worte der Gemeindepräsidentin.

Schmid brach eine Lanze für die Freiwilligenarbeit und betonte die tragende Rolle der Dorfvereine für das soziale Zusammenleben. Er zog dabei Vergleiche zur zunehmend digitalisierten, unpersönlichen Welt, in der jeder nur für sich schaut. Er sagte, kein Spotify könne den Musikverein ersetzen, kein Lieferdienst wie Uber Eats das persönliche Engagement der Mitglieder des Turnvereins bei Anlässen wie diesen und kein Callcenter den Sicherheitsdienst, den die Feuerwehr biete.

Der gemütliche Ausklang der Feier am Weiher war in diesem Jahr von den äusseren Bedingungen geprägt. Wegen der anhaltenden Trockenheit verzichtete die Gemeinde vollständig auf das traditionelle Höhenfeuer und auf jegliches Feuerwerk. Als stimmungsvoller Ersatz fand stattdessen ein Lampionumzug statt, bei dem aus Sicherheitsgründen konsequent auf moderne LED-Leuchten gesetzt wurde.

Neben der Weiherwiese vergnügten sich die Badegäste bei idyllischer Atmosphäre.

Mit Beat Schmid sprach ein «Urhedinger» zur Festgemeinde.
Nicole Doppler erstmals als Gemeindepräsidentin am 1. August in Hedingen. (Bilder Martin Platter)
Traditionell begleitete der Musikverein Hedingen die Feierlichkeiten.

Florist und Festredner Wädi Grimmer brachte Blumen

von denen die Festbesucher eine auswählen und nach Hause mitnehmen durften. Eine nachhaltige Rede!

Blumen als Spiegel der Schweiz

Florist Wädi Grimmer mit poetischer 1.-August-Rede in Knonau

Regula ZellwegeR

Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Wer Blumen liebt, hat auch Fantasie.» Dass dies stimmt, bewies Florist Wädi Grimmer mit seiner Rede zum Nationalfeiertag in Knonau. Er bemühte nicht die Klischees, die am 1. August schweizweit von den Rednerbühnen tönen. Er hielt sich an den Blumenhändlerslogan «Sags mit Blumen». Er verglich die Schweiz, die Geburtstag feierte, mit den Eigen-

schaften der Blumen – die aber in ihrer Schönheit und Vielfältigkeit oft zu wenig positive Aufmerksamkeit bekommen würden. «Gemeinsam feiern hat in Knonau Tradition», betonte Gemeinderätin Brigitta Trinkler in ihrer Begrüssung. Sie dankte der Kulturkommission für die Organisation, dem Feldschützenverein Knonau für die Festwirtschaft, der Alphorngruppe Echo vom Röhrliberg und der Fyrabig Musig für die musikalische

Zur guten Stimmung trugen nicht nur Blumen und Tischdekoration bei, insbesondere die Alphorngruppe Echo vom Röhrliberg und die Fyrabig Musig vermittelten fröhliche Feststimmung.

ÄMTLER KANTONSRÄTE MEINEN

Marc Bochsler, SVP, Wettswil

Umrahmung sowie der Bevölkerung für ihr zahlreiches Erscheinen. Rund 150 Personen sassen an den acht langen Tischen auf dem Stampfiplatz. Die Kinder spielten vergnügt miteinander und kümmerten sich wenig um die Feierlichkeit des Anlasses – wie hoffentlich überall in der Schweiz.

Blumen als Sinnbild für Freiheit und Vielfalt

Wädi Grimmer wurde in diesem Jahr zum Kirchenpflegepräsidenten gewählt. Bekannt ist er vor allem als Inhaber des Knonauer Blumengeschäfts Kraut und Rosen GmbH. Als Bauernsohn wuchs er in dritter Generation in Knonau auf und führt seit 1959 das beliebte Floristikunternehmen.

Zu Beginn seiner Rede machte er deutlich, dass Blumen den Menschen durchs ganze Leben begleiten und besondere Momente bereichern. «Blumen beginnen klein und brauchen Licht, Wasser und den passenden Boden», erklärte er. Daraus entwickelte er eindrückliche Parallelen zur Schweiz: «Blumen brauchen Freiheit, denn niemand kann eine Blume zwingen, schneller zu wachsen.»

Er betonte die Vielfältigkeit der Blumen und deren Einzigartigkeit in Farbe, Form und Raumanspruch. Vielfältigkeit und Einzigartigkeit gelten auch für die Schweiz: Kantone, Sprachregionen, Traditionen. «Niemand muss gleich sein wie

der andere. Es gilt, respektvoll und konstruktiv mit Andersartigkeit umzugehen, denn Vielfalt stärkt.»

Respektvolles, engagiertes Miteinander

Blumen leben auch in einem sinnvollen

Nebeneinander und Miteinander. In der Natur hängt alles zusammen. Und hier zog er die Parallele zu Knonau, wo sich viele Menschen – oft auch in freiwilligem Einsatz – engagieren. Er betont, wie

«Welche Schweiz wollen wir unseren Enkelkindern übergeben?»

Wädi Grimmer, Florist und Kirchenpflegepräsident

dies auch den Zusammenhalt einer Gemeinde festige, beispielsweise durch Vereine, Feuerwehr und sozial engagierte Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen. «Dies bildet das stabile Fundament eines Dorfes.»

Auch die Bescheidenheit der Blumen sei vorbildlich, sagte Grimmer. Ohne sich in den Vordergrund zu drängen, trügen sie zur Schönheit der Welt

Das Feuerwerk verstummt – wir nicht

Am 1. August blieb der Himmel wegen der Trockenheit dunkel. Keine Raketen, kein Knallen, kein Spektakel. Nur Stille. Vielleicht war das ehrlicher als manche Festrede. Denn die Schweiz braucht kein Feuerwerk, um zu glänzen. Ihr hellstes Licht ist seit 735 Jahren die Freiheit. Doch Freiheit ist tückisch: Man bemerkt oft erst, dass sie fehlt, wenn sie bereits verloren ist.

Als Zürcher Kantonsrat erlebe ich, wie dieser Verlust beginnen kann. Nicht dramatisch und nicht über Nacht. Es beginnt harmlos: mit einer neuen Stelle, einer Vorschrift, einem Förderpro-

gramm. Jede Vorlage klingt vernünftig. Doch am Ende wächst die Verwaltung, die Rechnung wird höher und der Spielraum der Bürger kleiner. Freiheit verschwindet selten mit einem grossen Knall. Sie geht leise verloren – Formular um Formular, Verordnung um Verordnung, Steuerfranken um Steuerfranken. Darum ist der 1. August mehr als Bratwurst, Schweizerkreuz und Festrede. Er erinnert uns daran, was unser Land stark gemacht hat: Der Staat ist für die Menschen da – nicht die Menschen für den Staat. Unsere direkte Demokratie zwingt die Politik, den Bürgern zuzuhören. Der Föderalismus hält Entscheidungen nahe bei den Menschen. Die

Gemeinde zuerst, dann der Kanton und erst danach der Bund. Was im Bezirk Affoltern gelöst werden kann, muss weder Zürich noch Bern regeln. Ein Baum wächst von den Wurzeln zur Krone – nicht umgekehrt. Doch an diesen Wurzeln wird gesägt. Aufgaben werden zentralisiert, Verantwortung wird abgeschoben. Die neuen EU-Verträge führen weg von den Schweizer Stimmbürgern, hin zu EU-Institutionen und zum EU-Gerichtshof. Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn ist richtig – aber nur auf Augenhöhe. Wer fremde Regeln übernehmen und fremde Richter akzeptieren muss, ordnet sich unter. Selbstbestimmung kann man

nicht scheibchenweise abgeben. Auch die Neutralität ist kein Ausstellungsstück. Sie schützt die Schweiz davor, in fremde Machtspiele hineingezogen zu werden. Sie erlaubt uns, mit allen zu reden, ohne uns einem Lager zu unterwerfen. Neutralität braucht aber eine Armee, die unser Land verteidigen kann. Sonst ist sie wie eine Haustüre ohne Schloss. Im Kantonsrat kämpfe ich für einen sorgsamen Umgang mit Steuergeldern, starke Gemeinden und mehr Eigenverantwortung statt Bevormundung. Denn jeder Franken, den der Staat verteilt, muss zuerst erarbeitet werden. Was wir nach oben abgeben, fehlt bei den Bürgern.

bei. Damit verband er Werte wie Anstand, Verlässlichkeit und gegenseitige Unterstützung. «Blumen erinnern auch an die Endlichkeit, was uns dankbar sein lässt für das, was aktuell ist.»

Der Florist fragte: «Welche Schweiz wollen wir unseren Enkelkindern übergeben?» Dies sei nicht allein Aufgabe von Politik und Wissenschaft, sondern von jedem Einzelnen. Auch ihm sei die beängstigende geopolitische Lage bewusst. Dennoch schloss er mit einer zuversichtlichen Botschaft: «Auch nach dem härtesten Winter und der verheerendsten Trockenheit, nach Erdrutschen und Überschwemmungen – so wie die Blumen im Frühling erwachen – kommt auch die Natur immer wieder zum Leben.»

Eine Blume als Botschaft für den Heimweg

Zum Abschluss seiner Rede liess Wädi Grimmer seine Worte sichtbar werden. Blumen seien Sinnbilder für Geduld, Vielfalt, Einzigartigkeit und Schönheit. Diese Werte gelte es – wie einen Garten – sorgsam zu pflegen und an kommende Generationen weiterzugeben. Als bleibende Erinnerung lud er die Besucherinnen und Besucher ein, sich aus den bereitgestellten Vasen eine Blume auszusuchen und mit nach Hause zu nehmen – als kleines Symbol für das, was die Schweiz ausmacht.

Patriotismus misst sich nicht an der Lautstärke einer Rakete. Er zeigt sich darin, auch bei Gegenwind für unser Land einzustehen. Freiheit muss an allen 365 Tagen gelebt und verteidigt werden.

Das Feuerwerk ist verstummt – wir tun es nicht. Die SVP wird ihre Stimme erheben: für unsere Gemeinden, für unseren Kanton und vor allem für unsere Lüüt. Mit Mut, Zuversicht und Rückgrat kämpfen wir für eine freie, sichere und selbstbestimmte Schweiz –damit unser Land auch für kommende Generationen eine Heimat mit Zukunft bleibt.

An den acht Tischen verbrachten rund 150 Personen eine gemütliche, traditionelle Nationalfeier. (Bilder Regula Zellweger)
(in Vasen, rechts) mit,

Regierungsrätin als Publikumsmagnet

Natalie Rickli – Festrednerin an der 1.-August-Feier in Ottenbach

Der Verein Kultur Ottenbach hatte richtig spekuliert. Weil als Festrednerin die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli angekündigt war, hatte der für die Organisation der 1.-August-Feier zuständige Kulturverein die Zahl der Bänke und Tische gegenüber früheren Jahren deutlich erhöht, auf 350 Plätze. Und siehe da, trotz des schwülheissen Wetters und der auf den Nachmittag angesetzten Feier waren am Samstag im Festzelt beim Pontonierhaus fast alle Plätze besetzt.

Eine Regierungsrätin oder einen Regierungsrat für eine 1.-August-Rede zu gewinnen, das schaffen nur wenige Gemeinden. Zumindest in jüngerer Geschichte war kein Vertreter der Kantonsregierung für diesen Zweck nach Ottenbach gereist – dafür immerhin 2015 mit Doris Leuthard eine (damals) amtierende Bundesrätin.

Ricklis Besuch in Ottenbach hatte der frühere, langjährige Gemeindeschreiber Hansruedi Böhler eingefädelt, wie Gemeindepräsidentin Gabriela Noser einleitend erzählte. Er habe Rickli zufällig anlässlich des Eidg. Schwing- und Älplerfests (Esaf) 2025 in Mollis getroffen und sie für die Feier gewinnen können. Dabei habe sich herausgestellt, dass Ricklis Mutter und Böhler beide aus Aeugstertal stammen und die beiden einander in jungen Jahren offenbar gut kannten. Natalie Rickli sei somit, obwohl in Ried bei Neftenbach aufgewachsen, «zu 50 Prozent eine Säuliämtlerin», so Noser.

Lobeshymne auf Ottenbach Rickli bedankte sich für die Einladung mit einer augenzwinkernden Lobeshym-

Beliebtes Fotosujet an der 1. -August-Feier in Ottenbach: der Gemeinderat mit Regierungsrätin Natalie Rickli (Vierte von links). (Bild Daniel Vaia)

ne auf das «wunderschöne Ottenbach». So sei das quasi im «Wilden Westen des Kantons Zürich» gelegene Dorf «eine absolute Perle» und «der schönste Puffer zwischen dem Kanton Zürich und dem nahen Aargau». «Sie haben alles, was es braucht: eine intakte Natur, eine einmalige Flusslandschaft, ein aktives Vereinsleben und eine schöne Dorfgemeinschaft», sagte Natalie Rickli.

In ihrer Rede ging Rickli immer wieder auf den Ursprung der Schweiz zurück, den Bundesbrief aus dem Jahr 1291. Dieser stehe symbolisch für einen

entscheidenden Anfang: «Menschen schlossen sich zusammen, weil sie erkannten: Gemeinsam können wir unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unseren Frieden besser schützen, als jeder für sich allein.» Dieser Grundgedanke präge die Schweiz bis heute: «Gegenseitige Unterstützung, Rechtsstaatlichkeit, Selbstbestimmung – und Entscheidungen, die möglichst nahe bei den betroffenen Menschen gefällt werden.»

Aus ihrer Sicht, so die SVP-Politikerin, sei der Bundesbrief aber auch ein Dokument, das Grenzen setzte, zwi-

schen Bundesgenossen und Fremden. Das entspreche nicht dem heutigen Zeitgeist, der Grenzen als einschränkend, störend und kleinkariert empfinde. Aus ihrer Sicht seien Grenzen aber nicht immer einfach schlecht. Sie zeigten, «wo Verantwortung beginnt und wo sie endet. Wo keine Grenzen bestehen, ist jeder für alles und letztlich niemand für etwas zuständig».

Engagement für die Gemeinschaft im Mittelpunkt

Regula ZellwegeR

Nicht eine klassische Festrede, sondern ein persönliches Interview prägte die diesjährige Bundesfeier in Obfelden. Unter dem Motto «Leidenschaft als Lebensmotto» sprach Gemeindepräsident Stephan Hinners mit Rettungssanitäterin Dominique Rupp über Engagement, Zivilcourage und Verantwortung für die Gemeinschaft.

Bereits am 31. Juli fand in der Badi Obfelden die traditionelle 1.-August-Feier statt. Organisiert wurde der Anlass von dem Feuerwehrverein. Erstmals stand die Feier unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Obfelden. Für den musikalischen Rahmen sorgte die zwölfköpfige Gruppe Ohrestüber Musikanten, die während mehr als zwei Stunden ohne Dirigenten mit volkstümlichen Klängen unterhielten. Anschliessend spielte die Band Martens bis zum Ende der Feier. Auch die Kinder kamen mit einem eigenen Programm auf ihre Kosten. Der Feuerwehrverein kümmerte sich um das kulinarische Angebot, während die Badibeiz die Gäste mit Getränken versorgte. Brigitte Baur und Silvia Chow besuchen die Bundesfeier seit Jahren. «Dieses Jahr hatte es eher weniger Besucherinnen und Besucher als letztes Jahr – wahrscheinlich wegen der Hitze», vermuteten sie. Für beide gehört die Feier fest zur Dorftradition. Besonders begeistert zeigten sie sich vom Zauberer Tino Plaz, der die Gäste direkt an den Tischen mit seinen Kunststücken verblüffte.

Was Rettungskräfte brauchen

Gemeindepräsident Stephan Hinners, gekleidet in einem Hemd mit Edelweissmotiv und kleinem Schweizerwappen, stellte seinen Interviewgast vor. Dominique Rupp, gelernte Fachfrau Gesundheit, arbeitet heute als Leiterin

Damit die Schweiz die Herausforderungen der Zukunft bewältigen könne, müssten jene beiden Kräfte bewahrt werden, die schon die Gründungsgeschichte prägten: «Den Mut und die Verantwortung des Einzelnen – und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Oder, um es mit unseren beiden Staatsmythen zu sagen: Es braucht den Mut Wilhelm Tells. Und es braucht den Gemeinsinn des Rütlischwurs.»

Als kleines Dankeschön durfte Rickli von Kantons- und Gemeinderat Ronald Alder ein Säckli mit regionalen Spezialitäten entgegennehmen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Spielgemeinschaft Mettmenstetten-Ottenbach und kulinarisch vom Männerturnverein (u. a. Fisch), dem Pontonierfahrverein (Getränke) und dem Ottenbacher Chor (Kuchen) begleitet.

Für etwas Kühlung hätte die unmittelbar neben dem Festplatz vorbeifliessende Reuss sorgen können, sofern man sich hineingewagt hätte. Dabei hätte es nicht einmal einer Badehose bedurft: Wegen der anhaltenden Trockenheit beziehungsweise wegen des fehlenden Regens ist der Wasserstand so niedrig, dass man von der Ottenbacher Seite her bis zur Flussmitte hätte waten können, ohne dass das Wasser weit über die Knie gereicht hätte.

Dass die Schweiz heute zu den erfolgreichsten und lebenswertesten Ländern der Welt zähle, liege auch an der direkten Demokratie. «Wir müssen nicht immer derselben Meinung sein, um zum selben Land zu gehören. Wir streiten über den richtigen Weg, ohne einander grundsätzlich die Zugehörigkeit abzusprechen. Die Schweiz lebt nicht von der Einigkeit in jeder einzelnen Frage. Sie lebt von der Fähigkeit, mit unterschiedlichen Ansichten friedlich und respektvoll umzugehen.»

Gemeindepräsident Stephan Hinners im Gespräch mit Rettungssanitäterin Dominique Rupp

wird. Idealerweise sind eine Medikamentenliste und eine Patientenverfügung griffbereit», erklärte Dominique Rupp. Noch wichtiger seien ihr jedoch die Reaktionen von Drittpersonen. «Es gilt, nicht einfach herumzustehen und zu filmen, sondern mitzuhelfen – beispielsweise indem man uns beim Eintreffen einweist.» Generell ermutigte sie die Anwesenden, Menschen, die sich offensichtlich nicht wohlfühlen, anzusprechen und Hilfe anzubieten. Gerade bei Herzproblemen könne jede Minute entscheidend sein. Stephan Hinners ergänzte, dass sich derzeit in der Gemeinde 14 Defibrillatoren befinden. «Die nützen aber nichts, wenn man nicht weiss, wo sie stehen», gab Dominique Rupp zu bedenken und verwies auf www.defikarte.ch. Es lohne sich, den nächstgelegenen Standort bereits im Voraus zu kennen. «Die Handhabung ist nicht schwierig», betonte sie.

Appell für mehr Miteinander Zum Schluss bedankte sich Stephan Hinners bei allen Organisatorinnen und Organisatoren, Helferinnen und Helfern sowie bei seiner Interviewpartnerin. «Ich hoffe, wir haben mit diesen Informationen Ängste abbauen können und dass künftig noch mehr Obfelderinnen und Obfelder im Notfall Hilfe leisten», sagte er. Sein abschliessender Appell galt dem Zusammenhalt im Dorf. Mehr Hilfsbereitschaft, mehr Fürsorge und mehr Nächstenliebe seien Werte, die den Alltag prägen sollten. «Wann hast du zuletzt ungefragt Hilfe angeboten oder jemandem eine spontane Freude bereitet?», fragte er die Anwesenden. Er wünsche sich einen Wandel von der Ichzur Wir-Gesellschaft und schloss mit einem Zitat von Albert Einstein: «Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.»

Gemeindepräsident Stephan Hinners im Gespräch mit der Rettungssanitäterin Dominique Rupp. (Bilder Regula Zellweger)
«Wenn man ein solches Daheim hat, kann man über sich hinauswachsen»

Bei der Bundesfeier in Bonstetten berichtete Sportkletterin Petra Klingler in einer äusserst emotionalen Rede darüber, wie viel Rückhalt ihr die Heimat bei ihrer erfolgreichen Karriere gegeben hat

Marcus Weiss

«Es ist eine riesige Ehre für mich, hier zu stehen, an dem Ort, wo ich aufgewachsen bin.» Mit diesen Worten eröffnete Petra Klingler, allseits bekannte Sportkletterin und Weltmeisterin im Bouldern im Jahr 2016, ihre Ansprache an der Bundesfeier in Bonstetten. «An diesem Hang hier habe ich Skifahren gelernt und bin mit meinem Schlitten runtergesaust, ich habe unglaublich viele Erinnerungen, die mit dieser Umgebung zu tun haben», fuhr die 2024 vom Leistungssport zurückgetretene Athletin fort.

Das Publikum, das auch dieses Jahr wieder den Nationalfeiertag in der Scheune auf dem Hof der Familie Weiss an der Dachenmasstrasse feiern durfte, hing förmlich an ihren Lippen, als sie von ihrem Werdegang erzählte und dabei immer wieder den riesigen Rückhalt betonte, den ihr die Menschen an ihrem Wohnort gegeben hätten. Petra Klingler berichtete von den Anfängen ihrer Kletterkarriere, die sie «von der Chilbi in Bonstetten an die grössten Wettkämpfe der Welt» geführt habe. Als erste Schweizerin in ihrem Sport bei Olympischen Spielen starten zu dürfen und im Nationaldress ihr Land zu repräsentieren, sei ein Gefühl, das sie hier am Rednerpult zu beschreiben versuche, das aber im Grunde auch heute noch unbeschreiblich sei. Solche Momente blieben viel mehr im Gedächtnis

Die Ansprache der Sportkletterin Petra Klingler vermittelte auf emotionale Weise, wie viel Rückhalt einem seine Heimat geben kann.

als all die Pokale, die sie gewonnen habe. Als die ehemalige Weltmeisterin darauf zu sprechen kam, wer alles hier in der Scheune anwesend sei von den so wertvollen Menschen, die sie auf ihrem Weg bestärkt hätten – etwa ihre Primarlehrerin –, gab es bei ihren Emotionen kein Halten mehr, und sie brach kurzzeitig in Tränen aus. Diese grossen Gefühle wurden vom Publikum mit einem lang anhaltenden, herzlichen Applaus quittiert. «Bonstetten ist mein Daheim, und ich habe stets gewusst, hier habe ich Menschen, die immer zu mir stehen werden, als Petra, nicht als

Gemeinschaftsgefühl und Heimat in Hausen

Der neue Gemeindepräsident Sven Kammer hielt seine erste Ansprache

Marianne Voss

Sportlerin», diese Gewissheit habe ihr Rückendeckung bei allen Herausforderungen gegeben.

Kleine Zeichen aus der Heimat, die mitten ins Herz trafen

Auch vermeintlich kleine Zeichen hätten eine riesige Wirkung erzielt: «Wenn man auf der anderen Seite der Erde steht und plötzlich ein Brieflein von jemandem aus der Nachbarschaft zu Hause in den Händen hält, den man nicht einmal kennt, dann berührt dies enorm», liess die Spitzensportlerin die Anwesenden

An der diesjährigen Bundesfeier war auch die Alphornbläser-Vereinigung Zürich-Stadt wieder mit einem Trio vertreten.

wissen. Was sie im fernen Ausland von der Schweiz vermisst habe, sei im Übrigen nicht das üblicherweise Meistgenannte gewesen, sondern die Lebensqualität an sich, etwa das Hahnenwasser, das man hier bedenkenlos trinken kann. «Die Schweizer sind immer ein bisschen zurückhaltend, wenn es darum geht, sich selbst zu feiern, aber wir dürfen wirklich stolz sein auf unser magisches Land», resümierte Petra Klingler. «Wenn man etwas im Leben hat, das einem Freude bereitet, kann man hier unglaublich viel erreichen, dies hat mein Weg gezeigt.» Die Ansprache der

prominenten Bonstetterin, die just ab dem ersten August dieses Jahres wieder ihren offiziellen Wohnsitz in der Unteramts-Gemeinde hat, kam auch bei Gemeindepräsidentin Arianne Moser gut an: «Man hat in der Rede die ganze Emotionalität des Sports verspürt und realisiert, wie viele Leute es braucht, die einen unterstützen, damit eine solche Karriere überhaupt möglich wird», meinte die höchste Repräsentantin Bonstettens gegenüber dem «Anzeiger». *Die Namensgleichheit unseres Korrespondenten mit den Hofbesitzern ist zufällig

«Nur das Beste für unser Land»

Ein Plädoyer für die demokratische Kultur

Bernhard schneider

Er habe oft mit seiner politischen Kontrahentin Jacqueline Badran im Bundeshaus gejasst, sagte Hans Egloff, Nationalrat der SVP von 2011 bis 2019 und Präsident des Hauseigentümerverbands Schweiz von 2012 bis 2024: «Das kann sie wirklich.»

Die Welt draussen drehe sich rasant. «Es passiert so viel und in grossem Tempo.» Er meinte damit die Konflikte und Unsicherheiten sowie auch die Digitalisierung mit ihren Vorteilen und Gefahren. Zum Schluss betonte er nochmals das Dorfleben. «Wenn ich auf diese vollen Tische schaue, sehe ich, wie wir das Dorfleben pflegen und die Gemeinschaft geniessen.» Es sei wichtig, dieses Miteinander zu bewahren. «Schauen wir aufeinander, hören wir einander zu und gestalten wir unsere Gemeinde gemeinsam.»

Darauf lud er die Gäste zum Singen einer Strophe der Nationalhymne ein und anschliessend zu Wurst, Kartoffelsalat und Risotto. Die Warteschlange vor dem Verpflegungsstand war lang, doch das störte kaum. Die Zeit beim Anstehen wurde genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

In Hausen wurde die Feier zum 1. August wieder auf dem Löwenplatz durchgeführt, wo sich die zahlreichen Festtische bis auf den letzten Platz füllten. Genau seit einem Monat ist Sven Kammer der neue – und im Bezirk der jüngste – Gemeindepräsident im Amt. Er freute sich über die zahlreichen Gäste, schüttelte Hände und unterhielt sich mit den Hausemerinnen und Hausemern an den Tischen. Seine Ansprache begann er mit einem Dank für das Vertrauen und seine Wahl, was mit Applaus quittiert wurde. Er ging dem Gedanken nach, was Hausen eigentlich ausmacht. Aus seiner persönlichen Perspektive berichtete er, wie seine Familienmitglieder in Hausen Gemeinschaft und Heimat erleben. «Hausen ist kein Ort, an dem man nur wohnt. Hausen ist ein Ort, an dem man Wurzeln schlagen kann.» Hier gebe es viele Vereine. Hier könne man, ob in einem Verein oder ganz allgemein im Dorf, in eine Gemeinschaft hineinwachsen. «Dadurch entsteht das Gefühl von Heimat. Dieses Miteinander ist das Fundament der Schweiz, die wir heute feiern.»

Gegenseitige Achtung

In seiner mit humorvollen Details gespickten Ansprache in Stallikon stellte er die schweizerische Demokratie ins Zentrum. Ein bedeutsamer Bestandteil unseres Systems sei die gegenseitige Achtung: «Wir wollen alle nur das Beste für unser Land, auch unsere politischen Gegner.» Auf dieser Basis werde in den politischen Gremien darum gerungen, was denn das Beste sei – und am Schluss entscheide die Mehrheit.

Zentrale Werte, um die sich letztlich alle Debatten drehten, seien Freiheit, Eigenverantwortung, Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger, Solidarität, Toleranz, Unabhängigkeit, gesunde Staatsfinanzen und ein Milizsystem, das die politische Verantwortung in der Gesellschaft verankere. Wohlstand, Stabilität und Sicherheit in der Schweiz beruhten auf diesem gemeinsamen Bestreben der politischen Kräfte.

Niemand müsse sich in der Schweiz über politische Entscheide beschweren, da die Bevölkerung selbst dafür verantwortlich sei, wen sie wähle, zu welchen

Themen sie Initiativen und Referenden ergreife und wie sie darüber abstimme. Der Takt der wegweisenden Abstimmungen sei in diesem Jahr besonders hoch. Voraussichtlich im nächsten Jahr werde über das Paket «Bilaterale III» abgestimmt. Besonders umstritten werde im Abstimmungskampf die dynamische Rechtsübernahme von neuem EU-Recht sein, was Hans Egloff als demokratiepolitisch fragwürdig bezeichnete. Er

Hans Egloff (Mitte) hielt die Ansprache in Stallikon. Auf dem Bild wird er flankiert von den Gemeinderatsmitgliedern Andreas Zbinden, Eva Kramer, Gemeindepräsident Reto Bernhard und Carmen Müller (von links).

Das Konzert der Musikgesellschaft Stallikon und der Harmonie Adliswil trug zusammen mit dem Catering des Teams um den ehemaligen Gemeinderat Röbi Sidler zum üblichen grossen Publikumsaufmarsch bei. (Bilder Bernhard Schneider)

vertrat die Ansicht, die EU werde die Verträge von Schengen und Dublin auch im Fall eines Neins der Schweiz nicht kündigen, da sie mindestens so sehr wie die Schweiz davon profitiere.

Ein historischer Deal

Positiver beurteilte er den neuen Vertrag zwischen der Schweiz und Grossbritannien: «Die eigentliche Sensation dieses historischen Deals liegt darin, dass die beiden Vertragspartner auf Augenhöhe miteinander verhandelten.» Kritisch äusserte er sich zum Umgang mit dem Fachkräftemangel, den er als unsolidarisch

bezeichnete. Es sei nicht fair, wenn die Schweiz mit hohen Löhnen gut ausgebildete Leute aus anderen Ländern anziehe, die dann in ihrem Herkunftsland fehlten. «Engagieren Sie sich für unsere Werte und unsere Demokratie», forderte er die Anwesenden zum Schluss auf. Umrahmt wurde die Feier vom Konzert der Musikgesellschaft Stallikon, traditionsgemäss von der Harmonie Adliswil verstärkt, mit einem musikalisch vielseitigen Programm. Einzig das Höhenfeuer auf dem Weidhoger fehlte diesmal aufgrund des Feuerund Feuerwerksverbots auf dem ganzen Gemeindegebiet.

(Bilder Marcus Weiss)
«Wir haben gelernt, dass wir nur gemeinsam stark sind»

Regierungsrat Mario Fehr sprach an der gut besuchten 1.-August-Feier in Affoltern

Die Harmonie Affoltern brachte mit schwungvollen Klängen und beliebten Melodien eine fröhliche Feststimmung in den angenehm temperierten Kasinosaal Affoltern. Stadtpräsidentin Eveline Fenner begrüsste die gut 250 Gäste zur 1.-August-Feier und führte aus: «Wenn wir heute unsere Schweiz feiern, könnte man sagen: Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.» Es sei schon erstaunlich, wie ein kleines Land es schaffe, eine direkte Demokratie zu pflegen, die weltweit einzigartig ist, keineswegs perfekt, aber funktioniert. «Diese Demokratie ermöglicht Wohlstand und Stabilität.» Sie zeigte auf, wie selbstverständlich und ohne Massenproteste unsere regelmässigen Wahlen ablaufen, und sagte: «Ich glaube, wir dürfen mit Recht stolz sein auf unsere Demokratie, jeder und jede Einzelne ist gefordert, ihr auch Sorge zu tragen.»

Einander vertrauen können

Für Festredner, Regierungsrat Mario Fehr, war der Besuch in Affoltern schon sein zweiter Auftritt an diesem Bundesfeiertag. Zwei weitere standen ihm abends noch bevor. Ob er viermal dieselbe Rede hält? Wohl kaum. Mario Fehr ist bekannt für seine humorvollen Ansprachen, in welchen er jeweils spontan Bezug auf die lokalen Begebenheiten nimmt und sein schriftliches Manuskript wenig berücksichtigt. Er berichtete von den verschiedenen Sportereignissen in den vergangenen Monaten, an denen er zum Teil selber anwesend war. «Als ich schliesslich etwas gefrustet war, da die Schweiz nie siegte, ging ich ans Rigi-Schwinget. Dort gewann ein Schweizer.»

Er werde oft gefragt, was das Wesensmerkmal der Schweiz sei. «Es geht

um Gemeinsinn und Grundwerte und auch darum, aktiv und positiv zusammen etwas zu gestalten.» Er wisse, dass das Säuliamt eine besondere Region ist. «Ihr organisiert viele Anlässe zusammen, die heutige Feier ist ein Ausdruck davon.» Die Schweiz, viersprachig und vielkulturell, sei eine Willensnation. «Der 1. August ist der Feiertag dieser Willensnation. Es gibt sie nur noch, weil wir gemeinsame Werte haben.»

Hinter diesen Werten stehe die wichtige Erfahrung, dass es nur miteinander möglich ist, Lösungen zu finden. «Wir haben gelernt, dass wir nur gemeinsam stark sind, und dazu gehört, dass wir einander vertrauen. Und einander vertrauen können.» Das Vertrauen sei ihm

einen Ämtlerchorb.

extrem wichtig. «Nur das Vertrauen ermöglicht, dass wir erfolgreich unterwegs sind.» Zum Schluss forderte er auf: «Geniessen Sie das Zusammensein und das gemeinsame Fest. Ich bin gerne bei Ihnen und freue mich jetzt auf die Wurst.»

Die Gäste waren begeistert von der Rede und drückten dies mit kaum endendem Applaus aus. Danach sangen sie mit kräftigen Stimmen alle vier Strophen der Landeshymne und genossen – wie vom Regierungsrat aufgefordert – das Zusammensein. Er seinerseits entschied sich dann aber für ein Schnitzelbrot statt für eine Wurst. «Die gibt es heute Abend an der nächsten Feier.»

«Die Schweiz ist zur Freiheit innerhalb klar gesteckter
berufen»

Festredner Thomas Aeschi, SVP-Nationalrat, sprach an der Bundesfeier in Wettswil

Urs

Draussen, vor der Mehrzweckhalle des Schulhauses Ägerten, startete die Gemeinde Wettswil die offiziellen Bundesfeiern im Bezirk Affoltern mit einem 1.-August-Brunch. Die Festbänke, seit halb acht Uhr am Morgen von den munter anpackenden Helfenden der Gemeindeverwaltung aufgestellt, waren kurz nach zehn Uhr schon voll besetzt und am von der Crew um den in Wettswil wohnhaften Giovanni Annoscia von der Trattoria Pizzeria Dal Buongustaio, Kilchberg, dargebotenen Brunchbuffet bildete sich eine ansehnliche Menschenschlange. Die Stimmung war entsprechend der angenehmen Temperaturen locker und wurde von den Ohrestüber Musikanten aus Obfelden musikalisch unterstützt.

Festredner Thomas Aeschi bot Rückblick und Einsichten

Mit launigen Worten hiess dann Gemeindepräsidentin Katrin Röthlisberger alle Anwesenden herzlich willkommen und lobte den tatkräftigen Einsatz aller Helferinnen und Helfer. Schliesslich, nach einer kurzen Vorstellung des nachfolgenden Festredners, übergab sie das Mikrofon an eben diesen, den Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi.

Dieser bedankte sich für die Einladung und legte in einem knappen Abriss zur Geschichte von Wettswil offen, dass

er sich mit dem Geschehen hier vorab auseinandergesetzt hatte.

In der Folge blickte Aeschi auch auf die Geschichte der Eidgenossenschaft, der Schweiz, zurück. Bereits im Bundesbrief von 1291, liess der Festredner wissen, sei das Fundament der Schweiz klar zu erkennen: «Die Eidgenossen handeln eigenständig und unabhängig. Sie wollen über ihr Schicksal und das ihrer Landsleute selbst bestimmen. Sie legen fest, dass nur Männer aus den eigenen Reihen als Richter in Betracht kommen,

dass Rechtsstreitigkeiten nicht vor einen fremden Fürsten getragen werden sollen.»

Dem noch jungen und kleinen Staatenbund von damals sei es in der Folge gelungen, sich über die Jahrhunderte zu vergrössern und zu verfestigen. Massgeblich mitentscheidend dabei seien die bewaffnete Neutralität sowie die Wahrung der staatlichen Unabhängigkeit der Schweiz gewesen. Dazu verwies der Zuger SVP-Nationalrat auf das Stanser Verkommnis, das 1481 dank Bruder Klaus

Grenzen

Bei angenehmen Temperaturen feierte Wettswil draussen, vor der Mehrzweckhalle des Schulhauses Ägerten, die Bundesfeier am 1. August mit einem Brunch.

zustande gekommen war und mit welchem der damalige innere Konflikt untereinander beigelegt wurde. Aeschi zitierte dazu Nikolaus von der Flühe oder eben Bruder Klaus. Seine Losung, die zum Schicksal der Eidgenossenschaft wurde, lautete: «Stecket den Zun nid zu wit!» Will heissen: «Ihr seid nicht zur Grösse äusserer Macht berufen, sondern zur Freiheit innerhalb klar gesteckter Grenzen.»

Der Freiheits- und Unabhängigkeitskampf der Schweiz sei seit jeher beispiel-

haft. «Solches kann kein anderes Land so erfolgreich vorweisen wie die Schweiz», hielt Thomas Aeschi fest, womit er die heutige geopolitische Lage und die Ende September anstehenden Abstimmungsvorlagen zur Neutralitätsund zur Ernährungsinitiative ansprach. Für seine interessanten wie gewohnt markigen Worte erhielt der Festredner regen Beifall, nicht zuletzt auch, weil er festhielt: «Wir sind gemeinsam hier, weil uns die Liebe zur Schweiz verbindet.»

Regierungsrat Mario Fehr genoss das Zusammensein mit der Bevölkerung von Affoltern. (Bilder Marianne Voss)
Regierungsrat Mario Fehr erhielt von der Stadtpräsidentin Eveline Fenner
Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi gab als Festredner interessante Einblicke in die Schweizer Geschichte. (Bilder Urs Kneubühl)

Telefon0582005700 inserat@affolteranzeiger.ch www.affolteranzeiger.ch

Genuss garantiert

Am nächsten Wochenende findet in Wettswil zum zweiten Mal ein Streetfood-Festival statt. Seite 11

Unihockey in Violett

Aus einer einfachen Idee entstand innerhalb eines Jahres eine ganze Unihockeyschule. Seite 14

Neu in digitaler Form

Seit diesem Jahr kann der Jahresbericht des Sportamts neu online abgerufen werden. Seite 14

Wenn Schafe für Ruhe sorgen

«Asorys» steht für nachhaltige Raumakustik durch Schweizer Wolle

Regula ZellwegeR

«Asorys» setzt sich aus «Acoustic Solutions» sowie den ersten drei Buchstaben des Nachnamens des Firmengründers und Inhabers der Asorys AG in Affoltern, Philipp Ryser, zusammen. Seit seinem 17. Lebensjahr befasst er sich beruflich mit Raumakustiklösungen. Was mit dem Montieren von Akustikelementen begann, führte vor acht Jahren zur Gründung der eigenen Firma. Heute beschäftigt das Unternehmen fünf Mitarbeitende. Sie teilen sich die Aufgaben in den Bereichen Beratung, Entwicklung, Administration und Öffentlichkeitsarbeit. Die Produkte vereinen Akustik, Ästhetik und Natur. Grundlagen dafür bilden Physik, Technik und Materialwissenschaften.

Schallwellenverteilung in Räumen Raumakustik beschreibt, wie sich Schall in einem geschlossenen Raum ausbreitet, reflektiert und wahrgenommen wird. Sie bestimmt, ob ein Raum akustisch angenehm wirkt, ob Sprache klar verständlich ist oder Musik präzise und differenziert klingt.

Schall gelangt nicht nur direkt zum Ohr. Ein Teil wird von Wänden, Decken, Böden und Möbeln zurückgeworfen –

Paneele als Kunst- oder Designobjekte gestaltet werden.

man nennt dies Reflexion. Weiche Materialien nehmen Schallenergie auf und verringern Reflexionen. Unregelmässige Oberflächen streuen den Schall und sorgen für einen gleichmässigeren Klang. Die Nachhallzeit gibt an, wie lange Schall im Raum hörbar bleibt, nachdem die Schallquelle verstummt ist. Ist sie zu lang, klingt der Raum hallig und Sprache wird schwer verständlich. Ist sie zu kurz, wirkt der Raum akustisch «tot»

Die Woopies bestehen aus mehreren Schichten Wolle, die in Lodentechnik gewoben und verbunden wurden. (Bilder Regula Zellweger)

Kanton

und unnatürlich. Die optimale Nachhallzeit hängt von der Nutzung des Raumes ab. Schulzimmer, Grossraumbüros, Restaurants, Kirchen oder Konzertsäle erfordern individuelle Lösungen. Philipp Ryser will mehr als akustisch optimale Lösungen: Sein Anspruch sind ästhetisch überzeugende Konzepte für Wand- oder Deckenelemente, hängende Paneele, Raumteiler oder Lichtobjekte. Deshalb entwickeln er und sein Team laufend neue Produkte.

Schweizer Wolle

In der Schweiz werden rund 400000 Schafe gehalten, vorwiegend zur Fleischund Milchproduktion sowie zur Landschaftspflege. Wolle gilt hierzulande oft als Nebenprodukt, das kompostiert oder verbrannt wird. Die Organisation Swisswool setzt sich dafür ein, dass der natürliche Rohstoff Wolle in Zusammenarbeit mit Schafhaltern gesammelt und vermarktet werden kann. Die Bauern erhalten ein bescheidenes Entgelt für abgegebene Wolle. Philipp Ryser erkannte das Potenzial von Wolle für die Raumakustik. Aus seinem Fachwissen über Akustik und seiner Affinität zum natürlichen Rohstoff entwickelte er wirksame und zugleich ästhetische Produkte. «PET-Lö-

Zürich lanciert neues Unternehmensportal

Der Kanton Zürich hat ein neues digitales Informations- und Orientierungsangebot geschaffen. Es bietet detaillierte Informationen zur Gründung, Weiterentwicklung, Übergabe und Auflösung eines Unternehmens und gibt einen kompakten Überblick über die kantonalen Leistungsangebote für verschiedene Unternehmensphasen. Es soll die Unternehmen vor allem rasch, verständlich und zielgerichtet zu relevanten Informationen und Behördenleistungen, zuständigen Stellen und bestehenden Angeboten führen. Die Informationen werden ergänzt durch Merkblätter, Muster und entsprechende Formulare.

Struktur orientiert sich an den drei Lebensphasen eines Unternehmens

Das neue Unternehmensportal des Kantons Zürich richtet sich an Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

sowie etablierte Betriebe. Es zeigt, an welche Anlaufstelle Unternehmer sich wenden können. Unternehmen sind im Alltag im Umgang mit kantonalen Behörden mit unterschiedlichen Fragestellungen konfrontiert. Je nach Situation werden verschiedene Themen, Fachstellen, Vorgaben und digitale Angebote relevant. Das neue Unternehmensportal des Kantons Zürich gibt einen kompakten Überblick über die kantonalen Leistungsangebote und die jeweiligen Anlaufstellen. Zudem bündelt und strukturiert es Themen rund um die Gründung, Entwicklung oder Auflösung eines Unternehmens und stellt diese aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer in einen verständlichen Zusammenhang. Unternehmerinnen und Unternehmer sollen dadurch einfach Antworten auf ihre konkreten Fragestellungen im Kontakt mit den kantonalen Behörden finden. «Mit dem neuen Unternehmens-

portal leistet der Kanton Zürich einen Beitrag zu mehr Transparenz, besserer Auffindbarkeit von Informationen und einer zeitgemässen Begleitung unternehmerischer Anliegen», sagt Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. Die inhaltliche Struktur des Portals orientiert sich an den Lebensphasen eines Unternehmens. Übergeordnete Informationsebenen zeigen Abhängigkeiten zwischen Themen auf, verweisen auf relevante Inhalte und berücksichtigen auch verwaltungsexterne Stellen, wenn diese für Unternehmen wichtig sind.

Informationen zur Gründung über die Führung bis zur Auflösung Wer eine Geschäftsidee umsetzen und ein Unternehmen gründen möchte, findet ein grosses Beratungsangebot für Neugründungen. So bietet beispielswei-

sungen sind zwar kostengünstiger, doch immer mehr Menschen legen Wert auf natürliche Materialien», sagt er. In der Schweiz gibt es nur wenige kleine Wollreinigungsunternehmen. Grössere Mengen werden deshalb zur Reinigung ins Ausland transportiert. Das bedauert Philipp Ryser. Aus wirtschaftlichen Gründen arbeitet er jedoch meist mit Wolle, die in Belgien gewaschen wurde. Wolle kann weit mehr als Schall absorbieren und Nachhall reduzieren. Sie neutralisiert Gerüche, reguliert die Luftfeuchtigkeit, baut Schadstoffe ab und wirkt nicht allergen. Deshalb setzen Restaurants, Pflegeinstitutionen und weitere Unternehmen auf Akustikelemente aus Wolle. Denn Lärm erschwert die Konzentration, erhöht die Fehlerhäufigkeit, senkt die Produktivität, beeinträchtigt die Kommunikation und verursacht Stress.

Optimierung der Raumakustik Philipp Ryser begleitet den gesamten Prozess. Zuerst wird definiert, wozu der Raum genutzt werden soll. Anschliessend erfolgt eine Bestandesaufnahme. Die erhobenen Werte werden analysiert und mit empfohlenen Richtwerten verglichen. Daraus ergeben sich die notwendigen Massnahmen. Je nach Bedarf kommen Absorber, Diffusoren, Bassfallen, Deckensegel oder frei hängende schallabsorbierende Elemente zum Einsatz. Auch Textilien und die Möblierung können die Raumakustik verbessern.

Anschliessend entwickelt Philipp Ryser ein Akustikkonzept und wählt gemeinsam mit dem Auftraggeber die Materialien aus. Nach der Montage wird die Raumakustik erneut gemessen und bei Bedarf optimiert.

Kreativität und sprudelnde Ideen Philipp Ryser nennt seine Akustikprodukte «Woopies». Im Gegensatz zu klassischen Akustikpaneelen wirken sie nicht wie technische Bauteile, sondern eher wie Designobjekte. Sie eignen sich überall dort, wo eine akustische Ver-

se das Gründungszentrum «Ahead», welches vom Kanton, der Stadt Zürich und der Zürcher Kantonalbank getragen wird, kostenlose Beratung, digitale Leitfäden und Mikrokredite als Startfinanzierung. Des Weiteren finden sich Informationen über die Rechtsformen oder wie man sich selbstständig macht und welche Gewerbe- und Betriebsbewilligungen nötig sind. Zudem können die Gründerprogramme Kontakt zu Mentoren herstellen und weiterführende Hilfestellungen anbieten, für eine zusätzliche individuelle Unterstützung. Für bereits etablierte Unternehmen gibt es Informationen über die Beschäftigung von Mitarbeitenden, wie die Steuern und Finanzen geregelt werden müssen, wie der Standort entwickelt werden kann, welche Auflagen eingehalten werden müssen und welche Datenquellen genutzt werden können. Und falls das Unternehmen übergeben werden

besserung gewünscht wird, ohne den technischen Charakter der Elemente zu betonen.

Die Elemente bestehen aus mehreren Schichten, die in einer Lodentechnik verarbeitet sind – anders als Filz. Im Ladengeschäft an der Oberen Bahnhofstrasse in Affoltern meint man auf den ersten Blick, einen Verkaufsraum für Innendekoration zu betreten. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass es sich um Akustikelemente aus Wolle handelt. Elegante Raumteiler trennen den Administrationsbereich ab, dekorative Wand- und Deckenelemente, Bilder und spielerisch gestaltete Lichtobjekte ergänzen das Sortiment.

Philipp Ryser hält sich stets auf dem neuesten Stand der Forschung rund um Wollprodukte. Die Empa erzielte beispielsweise hervorragende Ergebnisse beim Brandschutz. Besonders beeindruckt ist er von Stefan Zuber, der an der Hochschule Luzern im Bereich «Work+Health» am Institut für Gebäudetechnik und Energie im Labor «Luft–Wasser–Schall–Komfort» tätig ist. Philipp Ryser möchte Emotionen für den Rohstoff Schweizer Wolle wecken und dazu beitragen, dass Schafwolle genutzt statt vernichtet sowie die Arbeit der Schafhalter fair entschädigt wird. Schafe sind die Gärtner unserer Berglandschaften. Gleichzeitig will er erreichen, dass eine gute Raumakustik zum Wohlbefinden der Menschen beiträgt – mit hochwirksamen und ästhetischen Lösungen. Philipp Ryser verbindet Nachhaltigkeit, Innovation und Design. Und nicht zuletzt ist er ein erfolgreicher Unternehmer mit viel Herzblut für seine Produkte.

Mit der Serie Unternehmerinnen und Unternehmer stellt der Anzeiger in lockerer Folge Unternehmerpersönlichkeiten vor und würdigt damit deren Engagement für den Wirtschaftsstandort Knonauer Amt. (red)

soll oder es zu einer Auflösung kommt, so finden sich auch zu diesen Themen auf dem neuen Unternehmensportal nützliche Informationen. Wie regle ich meine Nachfolge und was ist das passende Nachfolgemodell? Was sind die Voraussetzungen und Vorgaben für eine Übergabe? Je nach Rechtsform und Nachfolgemodell bedarf es hier unterschiedlicher Entscheide und Verträge. Bei Kapitalgesellschaften können Änderungen im Verwaltungsrat, in der Geschäftsführung oder bei den Beteiligungsverhältnissen nötig werden. Bei Personengesellschaften und Einzelfirmen ist besonders auf die persönliche Haftung, Verträge und steuerliche Übergänge zu achten. Wird die Nachfolge mit Sitz, Firma oder Zweckänderungen kombiniert, sind zusätzliche Handelsregisteranpassungen notwendig. Zu all diesen und weiteren Fragen liefert das neue Unternehmensportal Antworten. (red)

Philipp Ryser vor einem Wandpaneel, dessen Oberfläche ein Bild zeigt. Auf Wunsch können

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Die singende Putzfrau der Badi

Mit 85 putzt Bruna Bortoluzzi in der Badi Hünenberg die Toiletten und erfreut Gäste mit Liedern aus ihrer Heimat

Nathalie ReichliN

Jeden Morgen beglückt die Putzfrau Bruna Bortoluzzi die Gäste mit italienischem Gesang. Hinter der fröhlichen Stimme steckt jedoch ein Leben voller Rückschläge und Neuanfänge.

Italienischer Gesang aus Toilette

Die Morgensonne glitzert auf dem Zugersee. In der Badi Hünenberg wagen sich frühmorgendliche Badegäste ins kühle Nass. Und aus der Toilette neben den Umkleidekabinen erklingt italienischer Gesang: «Son tutte belle le mamme del mondo.» Es ist die Stimme der 85-jährigen Bruna Bortoluzzi. Sie reinigt die Toiletten, füllt Papier nach –und zaubert den Gästen ein Lächeln aufs Gesicht. «Es freut mich, wenn ich weiss, dass ich anderen Menschen mit meinem Singen Freude bereite», erzählt sie.

Jeden Morgen um 7 Uhr beginnt sie mit der Arbeit, am Sonntag bereits um 6 Uhr. Für viele Gäste gehört ihr Gesang zum Badibesuch: «Das gibt mir Leichtigkeit. Wenn ich ihre Lieder höre, dann fühle ich mich wie in Italien», sagt Gästin Brigitte.

Von Italien ins Kloster Menzingen Die Leidenschaft für das Singen hat ihre Mutter in ihr geweckt: «Sie hat immer gesagt: Wenn du traurig bist, musst du singen.» Diesen Rat musste sie in ihrem Leben wohl oft befolgen, denn die heutige Putzfrau hatte es nicht immer leicht. Aufgewachsen ist sie im italienischen Dorf Soverzene in den Dolomiten als eines von sechs Kindern. Die Bauernfamilie lebte in Armut. Weil sie zu Hause keine Perspektive hatte, kam Bruna

Die singende Putzfrau Bruna Bortoluzzi beginnt in der Badi gerne früh und mag ihre Routine. (Bild Jakob Ineichen / Hünenberg 7.7.26)

Bortoluzzi mit 16 in die Schweiz. Drei Jahre lang arbeitete sie schwarz in einer Textilfabrik im Linthal und schickte den Verdienst nach Hause. Doch eigentlich wollte sie immer die Welt sehen. Über die Kirche plante sie, nach Afrika zu gelangen. Stattdessen fand sie den Weg nach Menzingen zu den «Schwestern vom Heiligen Kreuz».

Während dieser Zeit, als sie Anfang zwanzig war, starb ihr Vater an Krebs. Bortoluzzi erzählt, dass die Oberin ihr geringes Erbe von rund 1000 Lire für den Orden eingesackt habe. «Das hat mir sehr wehgetan», erinnert sie sich. Trotzdem blieb sie insgesamt zehn Jahre lang als Nonne in Menzingen. Doch irgendwann hatte sie genug vom Beten, Putzen und Kochen und trat aus. «Ich sagte Ciao, ich gehe in die Welt hinaus», erzählt sie.

«Bin immer wieder aufgestanden»

In den 1970er-Jahren hütete sie die Kinder verschiedener Familien. Mit 40 holte sie die Sekundarschule nach, machte neben der Servicelehre auch die Kochausbildung und erwarb das Wirtepatent.

In den 1980er- und 1990er-Jahren betrieb sie ihre eigenen Restaurants in den umliegenden Kantonen. Den «Hirschen» in Obfelden führte sie 15 Jahre lang. Die Pächterin der Badi Hünenberg, Ella Vogt, kannte sie bereits damals: «Sie machte die besten Gnocchi der Welt», erinnert sich Vogt. Doch zu Beginn der 2000erJahre wollte die Eigentümerin des «Hirschen» das Lokal verkaufen. 2016 zog Bortoluzzi schliesslich weiter und traf eine folgenschwere Entscheidung. Sie investierte in das Restaurant Bünzbrücke in Waltenschwil AG. Doch nach nur sechs Monaten habe der Pächter Konkurs anmelden müssen. Nach eigenen Anga-

ben verlor Bortoluzzi viel Geld und habe sogar auf der Couch einer Bekannten schlafen müssen. Trotz dieser Rückschläge blickte sie stets nach vorn. «Ich bin immer wieder aufgestanden. Und zum Glück hatte ich auch immer gute Menschen, die mir halfen», sagt sie. Heute lebt Bortoluzzi allein in Affoltern. Geheiratet hat sie nie, obwohl sie in den 1990er-Jahren sogar einen Heiratsantrag erhielt. Einsam fühlt sie sich

«Sie hat immer gesagt: Wenn du traurig bist, musst du singen.»

Bruna Bortoluzzi

deshalb nicht. Mit einem Lachen sagt sie: «Ich wollte immer frei sein. Und meine Kinder wären viel zu verwöhnt gewesen.»

Zu ruhen, ist nicht ihre Art Längst wäre die 85-Jährige eigentlich im Ruhestand, doch sie will in Bewegung bleiben. Vor zehn Jahren fragte sie deshalb die Badi-Pächterin Ella Vogt: «Kann ich bei dir die Toiletten putzen, damit mir nicht langweilig wird?» Für ihre Arbeit verlangt sie keinen Rappen. «Ich bin zufrieden, ich brauche nicht viel», sagt Bortoluzzi. Zum Dank nimmt Vogt sie manchmal in die Ferien mit. Gemeinsam waren sie bereits in Ägypten und auf Madeira, nächstes Jahr soll es nach Budapest gehen. Damit erfüllt sich für Bruna Bortoluzzi der lang ersehnte Wunsch: die Welt zu bereisen.

Typischer Food-Genuss aus verschiedenen Ländern und viele

Genussmomente

Drei Tage Streetfood, Musik und Sommerglück vom 7. bis 9. August am 2. Wettswiler Streetfood-Festival

Ein tolles und vielseitiges Streetfood-Angebot sowie eine grosse Auswahl an Drinks an den beiden Bars werden den Ägerten-Platz wie bereits im letzten Jahr in ein wahres Paradies für Genussmenschen verwandeln. Das 2. Streetfood-Festival von Kultur8907.ch steht auf dem Programm, und zwar beim Schulhaus Ägerten in Wettswil. Das dreitägige Streetfood- und Musikfestival verwandelt das Kulturareal in eine offene Sommerplattform für alle, die gutes Essen, feine Drinks und geselliges Beisammensein lieben. Bei schönem Wetter draussen, ansonsten drinnen. Bei schlechtem Wetter freuen sich die Organisatoren erst recht auf viele Gäste.

Kulinarische Momente aus vielen Ländern

Beim Streetfood-Festival werden Geschmackserlebnisse kuratiert. Von pikant bis süss, vegan bis fleischig, Fingerfood bis Slow-Cooked-Klassiker – hier findet jeder einen neuen Lieblingsbissen. Alle sind eingeladen, hungrig und neugierig zu kommen und sich vom grossen Angebot verzaubern zu lassen – quer durch Kontinente und Küchenphilosophien. Die Gastgeberinnen und Gastgeber aus nah und fern freuen sich darauf, ihre Spezialitäten persönlich vorzustellen.

Musik, die verbindet – ProgrammHighlights

Freitagabend: Round of Sound live –statt Schweizer Volksmusik spielen sich die Musiker jedoch von England nach Italien, machen kurz Halt in Lateinamerika und landen dann wieder in Wettswil bei einem Jam. Sie bringen garan-

tiert Sommerfeeling auf den Festplatz und ja, Tanzen ausdrücklich erwünscht. Sie haben bereits vor einigen Jahren in Wettswil Halt gemacht und überzeugten Jung und Alt.

Samstagnachmittag: Das OK ist richtig stolz, ein Stück Schweizer Geschichte ans Streetfood-Festival zu bringen. Es ist gelungen, den bekannten und sehr beliebten Jodlerklub Affoltern zu engagieren. Seit 1944 garantieren sie für wundervolle Unterhaltung auf gut schweizerische Art. Die Vorfreude ist riesengross und die Auftrittszeiten sind um 14, 15 und 16 Uhr. Aber auch der bestens bekannte Musikverein Bonstetten wird um zirka 17 Uhr das StreetfoodFestival musikalisch umrahmen.

Samstagabend: DJ Ueli – auch wenn der Name ziemlich einfach tönt, ist er genau das Gegenteil und weiss mit seiner langjährigen Erfahrung genau, was sich die Gäste wünschen. Und wünschen ist ausdrücklich erlaubt, denn alle sollen auf ihre Kosten kommen. Wenn hoffentlich die Sommersonne noch lacht, übernimmt der bekannte DJ das Zepter und lässt die Musikherzen höherschlagen. DanceSound aus allen Zeitepochen garantiert für gute Stimmung. Ab etwa 18 Uhr beginnt er langsam und kommt dann sicherlich zur richtigen Zeit enorm in Form, und alle Generationen werden groovige Beats, Sommer-Vibes und die Sommer-Stimmung geniessen dürfen.

Sonntag: Der Sonntag wird für ganz besondere Momente mit dem äusserst beliebten Pfarrer Ruff genutzt. Für einmal tauscht er seine Kirche mit einem gut verdaulichen Mittagsimpuls gegen den Ägerten-Festplatz. Das Publikum darf gespannt sein, wie er mit seiner gekonnten Art eine andere Unterhal-

tung «rüberbringt». Eines ist klar: Er hat sehr viele Facetten und weiss genau, wie man Menschen bewegen und begeistern kann. Sein Thema: «Dem Leben Würze verleihen – fad wär schad!»

Attraktionen für Jung und Alt

Dank Kinderspielen, Chinderzügli und Kinderschminken kommen auch die jüngsten Besucher nicht zu kurz. Am Samstag und Sonntag wird zudem die Möglichkeit geboten, durch den Entdecker-Markt zu schlendern und dabei besondere Produkte, kreative Ideen und kleine Schätze zu finden –

vorbeischauen an den gegen 15 Ständen lohnt sich auf jeden Fall.

Im Austausch mehr über das Thema Genuss erfahren

Was heisst Genuss? Austausch mit FoodCrews, Pairing-Tipps zu Getränken, Genuss-Gespräche mit Produzentinnen und Produzenten – das Festival lädt dazu ein, bewusst zu schmecken, zu entdecken und gemeinsam zu feiern. Gemeinsam den Sommer auskosten. «Den Sommer in vollen Zügen geniessen und es sich gut gehen lassen» – das ist das Motto des 2. Wettswiler Streetfood-Festivals. Ob mit Freundinnen und Freun-

den, mit der Familie, als Vereinstruppe oder ganz allein zum Kennenlernen: Am Streetfood-Festival in Wettswil hat es offene Tische, frische Ideen und Menschen, die das Leben feiern. kultur8907

Freitag, 7. August, 17 bis 22 Uhr: Foodstände, Kultur-Bar, Live-Band Round of Sound | Samstag, 8. August, 12 bis 22 Uhr: Foodstände, EntdeckerMarkt, nachmittags Jodlerklub Affoltern, Musikverein Bonstetten und gegen Abend ab etwa 18 Uhr (bis vor Mitternacht) DJ Ueli, Kultur-Bar und weitere Unterhaltungen | Sonntag, 9. August, 12 bis 17 Uhr: Foodstände, Pfarrer Ruff um zirka 13 Uhr, Unterhaltung, Kultur-Bar, Entdecker-Markt

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Sommer im Säuliamt

Zu Hause ist es doch am schönsten

Dieses stimmungsvolle Foto vom Friedgrabenweiher bei Bonstetten und Wettswil sandte uns Leserin

Astrid Diener aus Wettswil zu.
Leserin Daniela Leuenberger aus Bonstetten hat der Redaktion Sommerfreuden aus dem Knonauer Amt zukommen lassen. Getreu nach Goethe: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
Ein Stoppelfeld nach der Ernte in der goldenen Abendsonne fotografierte Irma Schmid aus Hedingen
An einem heissen Tag ist es im Park Seleger Moor am Seerosenteich wunderbar, findet Leserin Daniela Leuenberger aus Bonstetten und nimmt uns mit ihren Fotos mit auf ihren Spaziergang.
Ob beim Waldspaziergang, auf dem Selbstpflückfeld in Bonstetten oder gar im Gartencenter Guggenbühl – überall sieht man es kreuchen, fleuchen und gedeihen. (Bilder Daniela Leuenberger, Bonstetten)

Mit Blitzidee zum Nachwuchsteam

Die Entstehung der Unihockeyschule Violett von Floorball Albis

Manchmal braucht es keine langen Sitzungen, sondern einfach ein gutes Bier und zwei Gleichgesinnte. Genau so begann die Geschichte von Felix und Marco. Zwei ehemalige Unihockeyspieler, Familienväter mit je zwei Kindern und einer gemeinsamen Vision: Unihockey für Kinder. Nah, spielerisch und mit Herz. Felix brachte neben seiner aktiven Kleinfeldzeit auch viel Trainer-Know-how aus dem Juniorinnen/ Junioren-B-Bereich mit. Marco sammelte über viele Jahre wertvolle Erfahrung in der NLA bei den UHC Alligator Malans und den Kloten-Bülach Jets. Die Erkenntnis kam schnell: Wenn es kein passendes Angebot für die jüngeren Kinder gibt, dann muss eins selbst erschaffen werden. Der entscheidende Schritt folgte vor rund einem Jahr. Kaum war klar, dass genügend Kinder interessiert waren, wurde Floorball Albis ins Spiel genommen. Was als Idee begann, wurde dank der unkomplizierten und unterstützenden Haltung des Vereins in kürzester Zeit Realität: Trainingsmöglichkeiten wurden gesucht und ein Zeitfenster in der Turnhalle Loomatt in Stallikon gefunden. Material und Organisation wurden umgehend vom Verein zur Verfügung gestellt.

5Unterschiede

Am 16. September 2025 war es so weit: Das erste Schnuppertraining fand mit zehn Kindern statt. Trotz aller Erfahrung klopfte bei den Trainern das Herz merklich schneller. Vorfreude, Spannung und ein Hauch von Stolz lagen in der Luft – hier entstand gerade etwas Besonderes! Spätestens nach den ersten lachenden Gesichtern war aber klar: Das hier wollten Felix und Marco weiterziehen. Weitere Schnuppertrai-

Der begeisterte Nachwuchs des neuen Teams Violett von Floorball Albis. (Bild Felix Stucki)

nings folgten, und nach den Herbstferien startete der reguläre Trainingsbetrieb mit 13 Kindern, und danach stieg es auf 16 Kinder. Heute, nur eine Saison später, stehen bereits 18 Kinder regelmässig in der Turnhalle und bringen jede Woche viel Leben, Energie und Begeisterung ins Training. Die Entwicklung der Gruppe zeigt eindrücklich, wie gross die Freude am Unihockey geworden ist.

Die Arbeit mit den Kindern der Jahrgänge 2017 bis 2021 ist lebendig, laut, aufregend und natürlich auch herausfordernd. Aber vor allem unglaublich erfüllend.

Leuchtende Augen zu Trainingsbeginn, sichtbare Fortschritte über die Saison hinweg und jede Menge Begeisterung für Bewegung und Ball: Genau dafür lohnt sich jeder Einsatz. Leistungsdruck? Fehlanzeige. Der Spass am Unihockey und an der Gemeinschaft steht immer im Vordergrund. Für die Trainer sind es vor allem die strahlenden Augen, die pure Energie und die spürbare Freude, wenn die Kinder mit Begeisterung in die Halle kommen, die jeden Trainingsabend besonders machen.

Ein Wunsch bleibt offen: Um den Familien den Alltag zu erleichtern, würde die UHS Violett künftig gerne in Bonstetten oder Wettswil trainieren. Wer ein freies Hallenfenster kennt (Mo bis Mi, 17 bis 18.30 Uhr), darf sich gerne beim Verein Floorball Albis melden. Trainer, Kinder und Eltern würden sich sehr freuen.

Destina Meier, Floorball Albis

Weitere Infos auf www.floorball-albis.ch

Jahresbericht des Sportamts online

Den Jahresbericht des Sportamts des Kantons Zürich gibt es dieses Jahr neu in digitaler Form: https://www.zh.ch/de/sicherheitsdirektion/sportamt.html, mit Video-Interviews, Spannendem über Projekte wie 18plus, Active City oder Pumptrack. Das Sportamt des Kantons Zürich setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Menschen regelmässig Sport treiben –vom Kinder- und Jugendsport bis zum Breiten- und Leistungssport. Dafür arbeitet es eng mit Bund, Gemeinden, Städten, Sportvereinen, Verbänden und regionalen Sportnetzwerken zusammen.

Zu den Aufgaben des Sportamts gehören die Erarbeitung sportpolitischer Grundlagen und Förderkonzepte sowie die finanzielle Unterstützung des Sports. Über den kantonalen Sportfonds fliessen jährlich mehr als 20 Millionen Franken in den Jugend- und Breitensport. Zudem koordiniert das Amt den Nachwuchsleistungssport und unterstützt Leistungszentren.

Darüber hinaus fördert das Sportamt den Austausch zwischen den verschiedenen Sportorganisationen und setzt sich für gute Rahmenbedingungen ein, damit Sportvereine und weitere Akteure ihre Angebote weiterentwickeln können. Ziel ist es, die Bevölkerung langfristig zu mehr Bewegung und Sport zu motivieren. (red)

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