CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 55 I 177. Jahrgang I Freitag, 21. Juli 2023
Mit dem Velo zu Hausgeburten
Ausgezeichnete Fotografie
Sommerserie «Bauten und Menschen»: das Haus der Hebamme im Obfelder Ortsteil Wolsen. Seite 5
Der Ämtler Beat Gauderon gewinnt mit seinem schwarz-weissen Architekturbild einen internationalen Fotowettbewerb. Seite 6
Eine Lücke im Berufswahlprozess geschlossen Die Ämtler Berufsmesse wird im September zum 10. Mal durchgeführt Thomas sTöckli Das zunehmende Bedürfnis nach Schnuppergelegenheiten, das Betriebe unter Druck setzte, war offenbar ein Grund, die Ämtler Berufsmesse zu lancieren. So formulierte es jedenfalls das Ämtler Lehrstellenforum in seinem Einladungsschreiben vor der ersten Durchführung 2005: «Die Schnupperlehre sollte wieder das werden, wofür sie konzipiert wurde: Die letzte Etappe im Berufswahlprozess, zur Verifikation der ein bis drei Berufs-Prioritäten in der Praxis.» Damit sollte der Nutzen von Schnupperlehren nicht infrage gestellt werden – im Gegenteil: «Was hinter einem Beruf steht, findet man ja schliesslich erst heraus, wenn man einige Tage in einem Betrieb mehr oder weniger aktiv mitwirken kann.»
Mehr Unternehmen und Lehrberufe denn je 18 Jahre ist das jetzt her. Die Berufsmesse ist also volljährig geworden. Und weil der Anlass alle zwei Jahre stattfindet, steht die zehnte Auflage bevor. Und sie wird sämtliche Rekorde brechen. Bei der Premiere in Hedingen zeigten sich 2005 insgesamt 26 Unternehmen mit 42 Lehrberufen. 2011 fand die Messe erstmals im Sportzentrum Schachen in Bonstetten statt. Dort nutzten 37 Unternehmen die Gelegenheit, ihre insgesamt 46 Lehrberufe vorzustellen. In diesem Bereich hatten sich die Zahlen seither eingependelt. Erst die Coronapandemie brachte 2021 einen Knick mit 33 Unternehmen und 41 Lehrberufen. Lernende stellen den Sekundarschülerinnen und -schülern aus dem Bezirk ihren Beruf und ihren Lehrbetrieb vor. Dieses Rezept bewährt sich seit 2005. Im Herbst steigt die Jubiläumsauflage der Ämtler Berufsmesse. Diesmal werden nicht weniger als 64 Unternehmen am 8. und 9. September die Bühne nutzen, die ihnen das Lehrstellenforum in der Schachenhalle bietet. Und auch die Anzahl der verschiedenen Lehrberufe übersteigt mit 61 alles bisher Dagewesene.
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Stunden Wochenarbeitszeit geben im «Forum» zu reden. Seite 7
Superligist zu Gast im Unteramt In der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups wird der FC Wettswil-Bonstetten am 19. August den FC Winterthur empfangen. Dieser spielt zwar erst seit der Saison 2022/23 wieder in der Super League, mit Gründungsjahr 1896 gehört er aber zu den traditionsreichen Fussballclubs. Bereits dreimal wurde der Verein Schweizer Meister. Der letzte Titel liegt allerdings schon 106 Jahre zurück. Damit setzt sich für den FC Wettswil-Bonstetten eine Reihe von «Hochkarätern» fort. In den vergangenen Jahren bescherte das Losglück den Unterämtlern bereits Servette, die Young Boys, Basel und letztes Jahr die Grasshoppers als Gegner. In der Saison 2015/16 wurde der Vorstoss ins Achtelfinale mit dem Gastspiel des FC Thun belohnt. Und beinahe wäre der Traum damals noch weitergegangen: Die Berner Oberländer mussten bis zum Schluss um den knappen 2:1-Sieg bibbern. Das Moos wird für die Partie gegen den FC Winterthur auf eine Kapazität von rund 2000 Stehplätzen ausgebaut. Der Vorverkauf von Tickets beginnt am Montag, 31. Juli. (tst.)
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Seit 2011 ist die Bonstetter Dreifachhalle Schachen fixer Austragungsort der Ämtler Berufsmesse. (Archivbild) «Die Halle wird rappelvoll sein», freut sich Xavier Nietlisbach, Präsident des Lehrstellenforums und OK-Präsident der Berufsmesse. «Wir mussten sogar einigen Betrieben absagen.»
«Die Halle wird rappelvoll sein. Wir mussten sogar einigen Betrieben absagen.» Xavier Nietlisbach, OK-Präsident Berufsmesse und Präsident Lehrstellenforum Was kann die Berufsmesse bieten, was das Berufsinformationszentrum nicht kann? In erster Linie den persönlichen, direkten Kontakt zwischen Lernenden und Lehrstellensuchenden. Über 100 Lernende und ihre Berufsbildnerinnen und -bildner werden ihr Handwerk realitätsnah und unterhaltsam präsen-
tieren. Ein Wettbewerb spornt die jungen Teilnehmenden an, ihren Stand möglichst attraktiv, kreativ und zielgerichtet zu gestalten. Eingeladen sind am Freitag alle Oberstufen-Schulklassen des Bezirks und einige aus dem Limmattal. Am Samstag bietet sich den Jugendlichen noch einmal Gelegenheit, individuell durch die Messe zu gehen, allenfalls auch mit ihren Eltern.
Ehemaliger Leader der «Patrouille Suisse» als Gastreferent «Hier zeigt sich der Berufsstolz», hatte Niklaus Schatzmann, Leiter des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamts im «Anzeiger»-Interview vor seinem Besuch der Berufsmesse 2019 festgehalten: «Hier können sich Jugendliche anstecken am Feuer, mit dem gerade Handwerker ihren Beruf ausüben.» Schatzmann war nicht der einzige Ehrengast an der Messe. Bei der Premiere 2005 überreichte kein Geringerer als
Alain Sutter, ehemaliger Flügel der Schweizer Fussball-Nati und heutiger Sportchef beim FC St. Gallen, die Preise des Lehrlingswettbewerbs um die besten Stände. Diesmal wird im Rahmen eines Netzwerk-Apéros Simon Billeter, ehemaliger Leader der Armee-Kunstflugstaffel Patrouille Suisse zu den Gästen des Lehrstellenforums sprechen. Das grosse Interesse bei den Lehrbetrieben zeigt: Die Berufsmesse ist trotz grossen Aufwands attraktiver denn je. Gerade in Zeiten, in denen es schwierig ist, die Lehrstellen passend zu besetzen, schätzen die Betriebe die Chance, ihr Ausbildungsangebot zeigen und so auch Berufsmarketing betreiben zu können. Weiter dient die Messe dem Austausch zwischen Schule, Berufsberatung und Gewerbe. «Wir sind überzeugt, dass sich diese Investition in unsere zukünftigen Fachkräfte für alle Beteiligten auszahlt», heisst es beim OK Berufsmesse.
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Interview Seite 9
Von «mutig» bis «falsch» Albis Openair reaktiviert Das sagen die Parteien zu Affolterns Plänen
Der Stadtrat plant für 350 seiner 500 Angestellten eine 38-Stunden-Woche. Das hat er vergangene Woche bekannt gegeben. Der formelle Beschluss dazu ist noch nicht gefällt, doch der Stadtrat beabsichtigt, die reduzierten Arbeitszeiten per April 2024 einzuführen. Die Ortsparteien beurteilen den Entscheid erwartetermassen unterschiedlich. Klar hinter die 38-StundenWoche stellen sich die Grünen und die SP. Ihre Vertreter sprechen von einer «innovativen, zukunftsgerichteten Idee»
und von einem «mutigen Entscheid». Auch die EVP äussert sich positiv. Die GLP lobt die Bemühungen des Stadtrats, sich der Problematik des Fachkräftemangels anzunehmen und Ideen zu entwickeln. Aus ihrer Sicht wird mit einer Reduktion der Arbeitszeit allerdings am falschen Hebel angesetzt. Nichts für die Pläne übrig hat dagegen die SVP. Aus ihrer Sicht fusst die Entscheidung des Stadtrats auf einer Fehlbeurteilung. (lhä)
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Hunderte Musikfans genossen die Stimmung Bis 2016 gehörte es ins jährliche Musikprogramm, das Openair auf dem Mittelalbis. Die zehnte Durchführung sollte vorerst die letzte bleiben. Vergangenen Samstag wurde der Kult-Event nun reaktiviert. Das Gastgeber-Paar Eliane und Bruno Heinzer durfte dabei auf die organisatorische Entlastung durch den Verein HAS Club bauen. Und als wäre der siebenjährige Unterbruch nicht gewesen, kamen die Leute zu hunderten. Über die Generationengrenzen erfreute man sich auf dem aufwendig dekorier-
ten Festivalgelände im Grünen an den musikalischen Perlen der vorwiegend einheimischen Bands. Insbesondere die Hausemer Formation «The Lost Keys», unterstützt durch ihre «Friends», vermochte das Publikum mit ihren Coversongs zu begeistern. Die gesanglichen Akzente setzten dabei nebst Frontmann Martin Gaisser auch Lokalmatadorin Miriam Heinzer und Timo Homberger. (tst.)
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