Bereits zum zweiten Mal innert zwei Jahren ist die Strecke zwischen Bonstetten und Altstetten während der Sommerferien gesperrt. Seite 7
Trotz zwischenzeitlicher Abkühlung
Auch der Gemeinderat Hedingen hat ein allgemeines Feuer- und Feuerwerksverbot beschlossen, welches bis auf Widerruf gilt. Seite 11
Knonauer Amt war schon zur Zeit der Römer recht dicht besiedelt
Eine gross angelegte Untersuchung dokumentiert zahlreiche alte Gutshöfe und Siedlungen
Florian HoFer
Seit 26 Jahren spürt der Archäologe Daniel Käch als Projektleiter der Kantonsarchäologie römischen Siedlungen nach. Vor zwölf Jahren hat er angefangen, alle Informationen über Funde in der Region Affoltern systematisch zu sammeln. Nun ist ein umfangreiches wissenschaftliches Buch erschienen, das dieses Wissen aus insgesamt 90 Fundstellen strukturiert präsentiert. Es heisst «Das Umland des Vicus von Obfelden-Lunnern – Der Südwesten des Kantons Zürich in römischer Zeit».
Der Spezialist für ländliche römische Siedlungen ist dabei zu einer ganzen Reihe von wichtigen Erkenntnissen gekommen: «Das heutige Knonauer Amt war damals von einem dichten Netz von Gutshöfen überzogen.» Der Südwesten des Kantons Zürich gehörte zum Umland der kleinstädtischen römischen Siedlung von Obfelden-Lunnern, die als regionales Zentrum fungierte. Bislang war man in der Forschung davon ausgegangen, dass der Südwesten des Kantons Zürich zur römischen Zeit ein eher dünn besiedeltes Gebiet war. «Diese Auffassung muss revidiert werden», so Käch.
Zudem legen die archäologischen Auswertungen nahe, dass das Gebiet rund um Obfelden-Lunnern von den Römern wohl bereits früher besiedelt wurde als bislang vermutet. Auch die in Fachkreisen kontrovers diskutierte Frage, ob
«Das heutige Knonauer Amt war damals von einem dichten Netz von Gutshöfen überzogen.»
Daniel Käch, Kantonsarchäologie Zürich
das Untersuchungsgebiet zum Hinterland des Legionslagers von Vindonissa gehörte, wird in der Publikation diskutiert. Der Autor kommt dabei zum Schluss, dass das erweiterte Umland von Obfelden-Lunnern zur Versorgung des
Wo heute eine Wiese ist, stand an der Oberholzerstrasse im Bereich zwischen Affoltern und Mettmenstetten in römischer Zeit ein Gutshof – es war wohl einer der grössten Gutshöfe im ganzen Kanton. Daniel Käch von der Kantonsarchäologie Zürich hat in seinem neuen Buch alles Wissen über Funde im Knonauer Amt zusammengetragen. (Bild Florian Hofer)
Lagers in Vindonissa herangezogen worden sein dürfte.
Was ist ein Gutshof?
Von insgesamt 90 Inventareinträgen stehen 20 Einträge für sicher als römisch erkannte Siedlungen. Bei 23 weiteren Einträgen sind Siedlungsstellen wahrscheinlich. Bei Letzteren handelt es sich meist um Fundstellen, die wahrnehmbare Fundhäufungen aufweisen, vereinzelt um pauschale Erwähnungen von «römischen Überresten» oder um Flurnamen, die auf Gebäude schliessen lassen. Insgesamt kommt man im Untersuchungsgebiet somit auf die stattliche
Anzahl von 43 gesicherten oder vermuteten Siedlungsstellen. Erwartungsgemäss handelt es sich dabei meist um Gutshofanlagen (zum Beispiel in Bon-
Fundstellen aus römischer Zeit gibt es im Knonauer Amt.
stetten, Mettmenstetten, Ottenbach, Rifferswil oder Wettswil). Neben dieser häufigsten Befundgattung sind vereinzelt Kultplätze, Gräber oder Strassenbefunde nachgewiesen. Ein römischer Gutshof ist nicht vergleichbar mit einem heutigen Bauernhof. «Ein Gutshof ist eher wie ein
kleines Dorf mit Arbeitern, Heiligtümern, Töpfereien, gelegentlich auch einem Schmid und mit Handel», erklärt Käch. Es wurden Überschüsse erzielt, die in die städtischen Zentren verkauft wurden. Ein solcher Gutshof, man könnte es auch Landgut nennen, besteht aus einem Hauptgebäude, Nebengebäuden und ist oft umfriedet von einer Hofmauer. Die charakteristischen Ausstattungselemente der Hauptgebäude sind Mörtelböden, Wandmalereien, heizbare Räume und Badetrakte oder separat liegende Badegebäude. Sie konnten im Knonauer Amt um die 700 Hektar Land umfassen.
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Positive Seiten der Hitzewelle
Hohe Erträge und Qualität bei Getreideernte
Für die Landwirtschaft hat die Hitzewelle im Juni auch Vorteile mit sich gebracht. Das heisse Wetter kam dem Getreide zugute und sorgte für hohe Erträge und gute Qualität. Ungefähr zwei Wochen früher als üblich mussten die Mähdrescher ausrücken, um die erste Gerste zu ernten. «Die Erträge lagen bei durchschnittlich sechs bis acht Tonnen pro Hektare», erklärt Xaver Am-
gwerd, Bereichsleiter der Sammelstellen Landi Albis. Nach der Gerste folgte nahtlos die Ernte der Weizenfelder, deren Ertrag mit durchschnittlich sieben Tonnen pro Hektare ebenfalls gut war. Der Raps wurde so lange wie möglich stehen gelassen. Statt acht dauerte die gesamte Getreideernte nur vier Wochen. (red)
Im fünften Teil der Sommerserie wirft Bernhard Schneider einen historischen Rückblick auf die Reuss. Mit einer Länge von 164 Kilometern und einem Einzugsgebiet von 3426 Quadratkilometern ist sie der viertgrösste Fluss der Schweiz. Sie führt vom Gotthardmassiv zum Wasserschloss bei Windisch, wo sie in die Aare fliesst. Auf einer Länge von gut fünf Kilometern bildet sie die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Aargau, von der Lorzenmündung am südlichen Ende von Obfelden bis zur Mündung des Bonbächlis unterhalb der alten ARA Jonen-Ottenbach nahe dem nördlichsten Punkt von Ottenbach. Sie war lange Zeit von grosser militärischer Bedeutung, denn mit der Territorialbildung der Städte Zürich und Luzern wurde die Reuss im Spätmittelalter zum Grenzfluss zwischen dem luzernischen Amt Merenschwand und der Kirchgemeinde Ottenbach am westlichen Rand der Zürcher Herrschaft, der die heutigen Gemeinden Obfelden und Ottenbach angehörten. Allerdings suchten Zürich und Luzern tendenziell eher die Verständigung und akzeptierten im Wesentlichen die Reuss als Herrschaftsgrenze. Luzern kämpfte in den Kriegen gegen Zürich zwar meist auf der Seite von Schwyz, nahm dabei aber keine Führungsrolle ein. Keine der beiden Städte nutzte einen der zahlreichen Kriege zwischen Zürich und Schwyz zur Eroberung von Land auf der anderen Seite der Reuss. Dies änderte sich auch nicht mit der Reformation 1525, als die Reuss zur Konfessionsgrenze wurde. Wichtiger als eine Ausdehnung des Territoriums war den beiden Städten, eine interkonfessionelle Vermischung ihrer Bevölkerung mit derjenigen des anderen Herrschafts- und Konfessionsgebiets zu verhindern.
Obwohl die Reuss 1848 zum Binnengewässer wurde, behielt sie eine militärische Bedeutung, da sie zu den wichtigen Übungsplätzen der Pontoniere der Schweizer Armee zählt. Der 1888 gegründete Pontonierfahrverein Ottenbach verbindet seither Militär und Sport und zählt rund 60 Aktivmitglieder. (red) Seite 6
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AUS
Swiss Karate League Zürich hochkarätig besetzt mit starken Karateka aus ganzer Schweiz. Seite 12
Gemeindeversammlung
Weil weder von der Politischen Gemeinde noch von der Sekundarschulgemeinde Affoltern am Albis/Aeugst am Albis behandlungsreife Geschäfte vorliegen, wird die Gemeindeversammlung vom 21. September 2026 abgesetzt. Die nächste Gemeindeversammlung findet am Montag, 30. November, statt.
21. Juli 2026
Stadtrat Affoltern am Albis
Konkurseröffnung/
Schuldenruf
Schuldnerin: Santalucia Manuela, geb. 24. April 1977, von Affoltern am Albis ZH, Zürichstrasse 51, 8910 Affoltern am Albis
Datum der Konkurseröffnung: 11. Juni 2026
Summarisches Verfahren, Art. 231 SchKG
Eingabefrist: 1 Monat
Im Übrigen wird auf die Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 21. Juli 2026 verwiesen.
Affoltern am Albis, 21. Juli 2026
Konkursamt Affoltern
Sagistrasse 8b 8910 Affoltern am Albis
Schluss des Konkursverfahrens
Das Verfahren über Nigro Salvatore Roberto, geb.19.Oktober 1964,von Italien, Müllistrasse 3, 8915 Hausen am Albis, gest. 3. April 2025, ist mit Urteil des zuständigen Gerichts vom 16. Juli 2026 als geschlossen erklärt worden.
Affoltern am Albis, 21. Juli 2026
Konkursamt Affoltern
Sagistrasse 8b 8910 Affoltern am Albis
Bauprojekte
Planauflage:
Die Pläne liegen auf den betreffenden Gemeindekanzleien zur Einsicht auf.
Dauer der Planauflage:
20 Tage vom Datum der Ausschreibung an. Erfolgt die Ausschreibung im Amtsblatt des Kantons Zürich später, gilt das Datum der letzten Ausschreibung.
Rechtsbehelfe:
Begehren um die Zustellung von baurechtlichen Entscheiden sind innert 20 Tagen seit der Ausschreibung bei der Baubehörde schriftlich einzureichen; elektronische Zuschriften (EMails) erfüllen die Anforderungen der Schriftlichkeit in der Regel nicht. Wer das Begehren nicht innert dieser Frist stellt, hat das Rekursrecht verwirkt. Die Rekursfrist läuft ab Zustellung des Entscheides (§§ 314–316 PBG).
Für die Zustellung baurechtlicher Entscheide wird eine geringfügige Kanzleigebühr erhoben.
Kappel am Albis
Bauherrschaft: Ulrich Wüest, Waldhof 1, 8926 Kappel am Albis
Pia Holenstein Weidmann geboren am 24. Januar 1955, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH. Die Gedenkfeier findet am Dienstag, 11. August 2026, um 14.00 Uhr in der katholischen Kirche Affoltern am Albis ZH statt.
Bestattungsamt Affoltern am Albis
Affoltern am Albis
Am 15. Juli 2026 ist in Affoltern am Albis gestorben:
Johann Anton Henggeler geboren am 9. August 1931, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH. Beisetzung am Donnerstag, 23. Juli 2026, um 14.00 Uhr auf dem Friedhof Affoltern am Albis ZH, anschliessend Abdankung in der katholischen Kirche Affoltern am Albis ZH.
Bestattungsamt Affoltern am Albis
Hedingen
Am 13.Juli 2026 ist in Hedingen gestorben: Werner Gäumann geboren am 26. September 1974, von Häutligen BE, ledig, wohnhaft gewesen in Hedingen.
Knonau
Am 10. Juli 2026 ist in Affoltern am Albis gestorben:
Füglistaler Monika geboren am 28. Januar 1952, von Oberwil-Lieli AG, wohnhaft gewesen in Knonau.
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Wennichnachts wach bin, muss ich an Gazadenken.- Warumsind allesostill? (piaholenstein.ch)
PiaHolenstein Weidmann
24.Januar 1955 –12. Juli 2026
Wir sind traurig und vermissen sie In Liebe
Heiner Weidmann-Holenstein
Laura Weidmann und Samuel Moor mit Ramiro und Nael Cédric Weidmann und Julia Hofstetter
Die Geschwister: August, Hedi, Remy, Ernst, Leo - und ihreFamilien
Die Gedenkfeier findet am Dienstag, 11 August 2026, um14.00Uhr in der katholischen Kirche an der Seewadelstrasse 13 in Affoltern am Albis statt
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Am Donnerstag, 23. Juli, darf Jakob Weiss in Affoltern seinen 95. Geburtstag feiern. Dass er noch mit so viel Freude und Energie aktiv am Leben und der Gemeinschaft teilnimmt, ist beeindruckend und ein riesiges Geschenk. Fürs neue Lebensjahr alles Gute und Gottessegen, möge jeder Tag Zufriedenheit und liebevolle Begegnungen mit Freunden und Familie bringen.
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Gratulationen sind willkommen!
Bitte schicken Sie uns Gratulationshinweise per Mail an: redaktion@affolteranzeiger.ch
Gratis aufgenommen werden Geburtstage ab dem 90., runde und halbrunde ab dem 80. sowie Hochzeitsjubiläen ab der goldenen Hochzeit (50 Jahre).
Die Mails müssen jeweils am Mittwochmorgen bis 8 Uhr für die Ausgaben vom folgenden Freitag und Dienstag eintreffen. (red)
«Diese Arbeit ist meine grosse Leidenschaft»
Fortsetzung des Artikels über die römische Besiedelung des Knonauer Amtes
von Seite 1
Herausgeberin:
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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Obere Bahnhofstrasse 5 8910 Affoltern a. A.
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Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 27810
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Florian HoFer
«Der Kern des Buches ist der Inventarteil», sagt Daniel Käch. Dieses Inventar enthält sämtliche belegte Fundstellen und ist als Nachschlagewerk in die Publikation eingebunden. Darin werden die 90 ausgewerteten Fundstellen aufgeführt – mitsamt Informationen zur Forschungsgeschichte, einer Besprechung der Funde und Befunde, Angaben zur vorhandenen Literatur sowie einer zusammenfassenden Beurteilung der Fundstelle. So erhalten die Leserinnen und Leser einen schnellen Überblick über die Fakten, die den im Buch dargelegten synthetischen Auswertungen und Schlussfolgerungen zugrunde liegen. Zum einen dient diese Zusammenstellung der Nachvollziehbarkeit der im Buch dargelegten Erkenntnisse, zum anderen bildet sie ein wertvolles Arbeitsinstrument für Fachpersonen, die sich für das Thema interessieren.
Ein zweites Kapitel beschäftigt sich mit der detaillierten Auswertung zweier wichtiger Fundstellen in Wettswil. Die Ausgrabung Wettswil-Heidenkirche von 2013 erbrachte erstmals den Nachweis eines Nebengebäudes zu der seit dem 19. Jahrhundert bekannten Villa Wettswil-Heidenkirche. Ebenso konnte dort erstmals Fundmaterial geborgen werden, welches für die Datierung des Gutshofes einen essenziellen Beitrag leisten kann. Die zweite im Buch behandelte Fundstelle, der bereits 1992 ausgegrabene Ziegelbrennofen von Wettswil-Josenmatten, wurde bislang nur mit einer knappen Fundmeldung erwähnt und
war daher in der Forschung weitgehend unbekannt. «Beide Fundstellen liefern entscheidende Ergänzungen für das Gesamtverständnis des Gutshofes Wettswil-Heidenkirche. Aus dem Ziegelbrennofen stammt ein Dachziegel mit einer Ritzinschrift, welche vermutlich den Besitzer der Ziegelei nennt: Victor. Das Buch enthält auch Beiträge von anderen Autoren. So über das frühe Mittelalter, zu den Münzen aus dem Unter-
suchungsgebiet, zu sehr spannenden Analyseresultaten von römischen Dachziegeln und zur Flurbezeichnung «Betmur/Betbur», welche in der Schweiz eine Zürcherische Spezialität zu sein scheint.
Ein weiteres Buch zum Thema Eigentlich gehört zur Darstellung der römischen Siedlungsgeschichte im Knonauer Amt auch ein Buch über den Vi-
cus Obfelden, der eine grössere Bedeutung hat als bisher vermutet. Der Archäologe Beat Horisberger ist derzeit noch daran, das Buch fertigzustellen. Kächs Buch war einfach schon etwas früher fertig. «Die beiden Bücher sind dann als eine Einheit zu sehen», sagt der Spezialist für römische Siedlungen, der sich selbst als «Archäologe mit Leib und Seele» bezeichnet. «Diese Arbeit ist meine grosse Leidenschaft.»
Das Umland des Vicus von Obfelden-Lunnern – Der Südwesten des Kantons Zürich in römischer Zeit. Monografien der Kantonsarchäologie Zürich 60 (Zürich/Basel 2026) von Daniel Käch. Schwabe Verlag Basel, 256 Seiten, 70 Abbildungen, 10 Tafeln, 70 Franken
Luftaufnahme der Fundstelle Heidenkirche bei Wettswil. In der Bildmitte das Ausgrabungsgelände auf dem Heidenchilen-Plateau. Im Bereich des Einfamilienhausquartiers liegen bereits im 19. Jahrhundert erwähnte römische Gebäude.
(Bild S. Vogt, Kantonsarchäologie Zürich)
Dieses
Daniel Käch im Feld. (Bild Rachel D’Angelone, Kantonsarchäologie Zürich)
Beschwerden im höheren Alter -Altersschwerhörigkeit -Aphasien -Schlaganfälle
.bedient von ThaliaKull
Plausch und Körperpflege: «Ab in die Reuss!»
Sommerserie «Grenzen» (5): Historischer Rückblick auf den Grenzfluss Reuss
Bernhard Schneider
Die Reuss führt vom Gotthardmassiv zum Wasserschloss bei Windisch, wo sie in die Aare fliesst. Mit einer Länge von 164 Kilometern und einem Einzugsgebiet von 3426 Quadratkilometern ist sie der viertgrösste Fluss der Schweiz. Auf einer Länge von gut fünf Kilometern bildet sie die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Aargau, von der Lorzenmündung am südlichen Ende von Obfelden bis zur Mündung des Bonbächlis unterhalb der alten ARA Jonen-Ottenbach nahe dem nördlichsten Punkt von Ottenbach.
Jahrtausendelang mäandrierte die Reuss zwischen den Seitenmoränen des einstigen Reussgletschers, im Gebiet von Obfelden, Ottenbach und Merenschwand zwischen dem Isenberg und den tiefsten Ausläufern des Lindenbergs. Häufige Überschwemmungen sorgten für Riedland und verhinderten lange Zeit, dass sich die Siedlungen zu nahe zum Fluss hin ausdehnten.
Luzern und Zürich rücken zur Reuss vor Mit der Territorialbildung der Städte Zürich und Luzern wurde die Reuss im Spätmittelalter zum Grenzfluss zwischen dem luzernischen Amt Merenschwand und der Kirchgemeinde Ottenbach am westlichen Rand der Zürcher Herrschaft, der die heutigen Gemeinden Obfelden und Ottenbach angehörten.
Damit ergänzte eine neue Komponente die zwischenörtlichen Konflikte: Die rivalisierenden Städte beteiligten sich an den Streitereien zwischen den Anwohnern der beiden Reussufer. Dabei verfochten sie zwei Interessen, die teilweise widersprüchlich waren: einerseits die Sicherung ihres Territoriums, anderseits die Sicherung der Reuss als Transportweg.
Da die Stände des eidgenössischen Bündnisgeflechts keine übergeordnete Gerichtsbarkeit anerkannten, galt faktisch das Recht des Stärkeren, falls keine Einigung zustande kam. Luzern hatte im Sempacher Krieg (1386–1389) den Grundstein zur Ausdehnung seiner Herrschaft zulasten von Habsburg gelegt und gründete unter anderem das Amt Merenschwand im Jahr 1394. Auf der anderen Flussseite hatte Habsburg seine Rechte zu dieser Zeit bereits verpfändet, worauf die Stadt Zürich 1406 faktisch die Landeshoheit übernahm.
Beidseits akzeptierte Grenze Als eidgenössische Stände 1415 die Restbestände der habsburgischen Herrschaft im aargauischen Stammland des Grafen-
geschlechts annektierten, war Habsburg als Machtfaktor im Raum zwischen dem Rhein und den Voralpen definitiv ausgeschaltet. Zürich und Luzern suchten tendenziell eher die Verständigung und akzeptierten im Wesentlichen die Reuss als Herrschaftsgrenze. Luzern kämpfte in den Kriegen gegen Zürich zwar meist auf der Seite von Schwyz, nahm dabei aber keine Führungsrolle ein.
So nutzte auch keine der beiden Städte einen der zahlreichen Kriege zwischen Zürich und Schwyz zur Eroberung von Land auf der anderen Seite der Reuss. Dies änderte sich auch nicht mit der Reformation 1525, als die Reuss zur Konfessionsgrenze wurde. Wichtiger als eine Ausdehnung des Territoriums war den beiden Städten, eine interkonfessionelle Vermischung ihrer Bevölkerung mit derjenigen des anderen Herrschaftsund Konfessionsgebiets zu verhindern.
Einerseits war die – militärisch ohnehin schwierig zu bewerkstelligende –Ausdehnung des Herrschaftsgebiets auf die andere Flussseite strategisch für beide Städte nicht von grosser Bedeutung. Anderseits hatten beide ein Interesse an der Reuss als Transportweg, denn Flüsse waren wichtig für den Transport schwerer Güter wie Holz oder Getreide angesichts der bescheidenen Qualität der Landwege.
Kampf um Land
Doch gerade diese Qualität der Reuss wurde im Kampf der Anwohner um Land beeinträchtigt. Auf beiden Seiten wur-
den sogenannte Schupfwuhren gebaut, um den Lauf der Reuss zulasten der Nachbarn auf der anderen Seite zu beeinflussen. Wann diese Versuche begannen, ist nicht bekannt, da schriftliche Dokumente zu gerichtlichen Auseinandersetzungen erst im späteren Verlauf des 16. Jahrhunderts angefertigt wurden. Der erste Prozess, der archiviert wurde, stammt von 1594: Das aargauische Dorf Rickenbach warf den Lunnernern vor, ihnen durch den Bau von Schupfwuhren Land entzogen zu haben. Sie verlangten die Entfernung dieser Verbauungen sowie Land zur Kompensation ihrer Verluste auf der Ottenbacher Seite. Selbstredend plädierte Ottenbach für eine Rückweisung dieser Klagen.
Die Obrigkeiten von Zürich und Luzern verständigten sich auf ein paritätisches Schiedsgericht, das aus je zwei Ratsherren der beiden Städte sowie dem Landvogt von Knonau und dem Obervogt von Merenschwand bestand. Am Landbesitz und an den Verbauungen wurde nicht gerüttelt, doch künftige Wehre dürften nur noch im gegenseitigen Einverständnis gebaut werden, und zwar mit Holz aus Lunnern. Die Merenschwander waren mit der Umsetzung des Entscheids nicht einverstanden und klagten bereits 1599 erneut. Diesmal konnten sich die beiden Obrigkeitlichen nicht einigen, weshalb der Schiedsspruch von 1594 weiterhin Bestand hatte.
Der Kleinkrieg um Flussverbauungen ging ohne beidseits akzeptierte Regelungen weiter, bis die Situation 1667
eskalierte, als Merenschwander 29 Eichen auf Ottenbacher Land links der Reuss fällten mit der Begründung, sie hätten selbst zu wenig Holz, um ihre Verbauungen zu unterhalten. Erneut setzten die beiden Städte ein Schiedsgericht ein, das sich nicht auf Sanktionen einigen konnte. Vielmehr wurden die Ottenbacher angewiesen, Streichwuhren zum Schutz ihrer Güter zu bauen anstelle von Schupfwuhren. Die Merenschwander wurden nicht verpflichtet, sondern lediglich ermuntert, sie dabei zu unterstützen.
Güter auf der linken Flussseite
Die bei diesen Streitigkeiten relevanten Ottenbacher Güter im Umfang von 90 Juchart (knapp 30 Hektaren) wurden erstmals 1415 erwähnt. Der Luzerner Rat bestätigte diese Ottenbacher Besitzungen, obwohl niemand wisse, wie es dazugekommen sei. Ein für die Ottenbacher wichtiges Detail: Die Grösse der Güter galt als fix. Wenn die Reuss der linken Seite Land entzog, ging dies vollumfänglich zulasten der Merenschwander, die Ottenbacher behielten die ihnen zustehende Fläche. So blieben diese Güter Gegenstand von Streitigkeiten zwischen Merenschwand und Ottenbach. Obwohl in den Akten nie von einer Ausweitung die Rede war, wurden sie in einem Zürcher Dokument von 1830 auf 200 Jucharten (rund 60 Hektaren) geschätzt. Dabei blieb es bis zur Gegenwart. Das ehemalige Streueland befindet sich zu etwa 60 Prozent im Besitz der Holzkorporation Ottenbach, die übrigen Parzellen sind in Privatbesitz. Das Land ist heute hochwertiger nutzbar dank der 1966 beschlossenen Ottenbacher Gütermelioration und der 1969 von den Aargauer Stimmberechtigten knapp gutgeheissenen Reusstalsanierung. Das Reusstal wurde entsumpft, wodurch Ackerland gewonnen wurde.
Von der Fähre zur Brücke Erreicht wurden die linksufrigen Güter mit der Fähre. Diese durfte gemäss einem Urteil von 1725, das sich auf einschlägige Bestimmungen aus früheren Jahrhunderten abstützte, nur dem Eigenbedarf dienen, um Heu, Streue und Vieh zwischen den linksufrigen Gütern und Ottenbach hin und her zu transportieren. Nur bei Bremgarten und Mühlau standen Zollhäuser als Voraussetzung für die Überfahrt von Menschen und zollpflichtigen Waren. Dass sich die Ottenbacher nicht peinlich an diese Einschränkung hielten, geht aus diversen Akten hervor. Erstmals beantragten die
Ottenbacher 1726 den Bau einer Brücke, da die Fähre sehr gefährlich sei und immer wieder Menschen bei Unfällen ums Leben kämen. Zudem müsse jährlich eine neue Fähre aus teurem Importholz gebaut werden. Der Plan wurde von der Stadt Luzern kategorisch abgelehnt und der Zürcher Rat mochte keine Auseinandersetzung wegen dieser für ihn wenig bedeutenden Frage riskieren. Den nächsten Versuch, eine Brücke zu bauen, unternahmen die Ottenbacher 1845. Der Zürcher Regierungsrat verlangte vertiefte Abklärungen, die allerdings 1847 vom Sonderbundskrieg unterbrochen wurden, den die katholischen Stände auslösten, um die von den liberalen Protestanten angestrebte Gründung des Schweizer Bundesstaates zu verhindern. Die Niederlage der katholischen Stände führte dann zur Aufhebung der Binnenzölle und zur Freizügigkeit von Personen und Waren. Damit kam auch dem Brückenbau eine höhere Priorität zu, allerdings stellte sich die Frage der Finanzierung. Entscheidend war der Bau der Eisenbahn auf der Linie Zürich–Affoltern–Zug, die 1864 eröffnet wurde. Weil alle Gemeinden den Verkehr durch ihre Siedlungen lenken wollten, entstand nun ein Wettstreit zwischen Ottenbach und Muri auf der einen, Obfelden und Merenschwand auf der anderen Seite. Obfelden entschied sich für eine Holzkonstruktion, um früher als die Ottenbacher mit dem Bau fertig zu sein, was tatsächlich mit einem Monat Vorsprung gelang. Beim Hochwasser von 1874 wurde diese aber weggeschwemmt, im Gegensatz zur Ottenbacher Eisenkonstruktion. Es dauerte zwei Jahre, bis auch Merenschwand und Obfelden eine massive Brücke eröffnen konnten.
Militär, Sport und Hygiene Obwohl die Reuss 1848 zum Binnengewässer wurde, behielt sie eine militärische Bedeutung, da sie zu den wichtigen Übungsplätzen der Pontoniere der Schweizer Armee zählt. Der 1888 gegründete Pontonierfahrverein Ottenbach verbindet seither Militär und Sport und zählt mit rund 60 Aktivmitgliedern zu den wichtigen Ottenbacher Vereinen. Baden in der Reuss hatte bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts neben der Freizeitbeschäftigung auch eine hygienische Bedeutung. Erst mit dem Bau der Turnhalle im Jahr 1949 wurde in Ottenbach die Möglichkeit geschaffen, sich gelegentlich zu duschen, was damals in den wenigsten Wohnhäusern möglich war. An der Primarschule wurde noch in den 1960er-Jahren jeden Winter zwei- oder dreimal nach dem Turnen geduscht, im Sommer hiess es: «Ab in die Reuss!»
SOMMERSERIE
«Grenzen» – abstrakt und konkret
In der diesjährigen Sommerserie rücken die «Anzeiger»-Journalistinnen und -Journalisten Grenzen in den Fokus. Wo wurden einst Grenzen gezogen, wo werden Grenzen durchbrochen oder vielleicht auch mal etwas Grenzwertiges?
Jeder Teil ist eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Grenzbegriff – ob abstrakt oder konkret. Lassen Sie sich überraschen und stellen Sie sich die Frage, wo Ihre eigenen Grenzen liegen und weshalb. (red)
Bereits erschienen: Mehr Wild im Wald (net), «Anzeiger» vom 7. Juli; Wer braucht schon eine Hüft-OP, wenn er den Klausenpass hat? (map), 10. Juli; Grenzen auf der Spur (cla), 14. Juli; Wo das Rüebli steckt, muss der Granitblock in die Erde (mvoss), 17. Juli
Regelmässig führt die Reuss Hochwasser. Auf dem Bild, das Hochwasser vom 17. Juli 2021, aufgenommen von der Aargauer Seite. In der Bildmitte das besonders gefährdete Pontonierhaus Ottenbach. (Archivbild)
Ottenbacher Pontoniere nehmen am 1. August 2004 Gäste mit zu einer Plauschfahrt auf der Reuss. (Bild Bernhard Schneider)
Hohe Erträge und gute Qualität
Die Getreideernte dauerte nur vier Wochen und ist bereits abgeschlossen
Marianne Voss
Die Hitzewelle im Juni kam dem Getreide zugute. Es bestand kaum Krankheitsbefall durch zu viel Feuchtigkeit, die Ähren und Körner konnten in der beständigen Sonne perfekt ausreifen. Zudem blieb das Säuliamt von Hagel verschont. Die goldgelben Gersten- oder Weizenfelder präsentierten sich prächtig in der Landschaft, wenn die reifen Ähren sanft im warmen Sommerwind wogten. Bereits Mitte Juni – also ungefähr zwei Wochen früher als üblich –rückten die Mähdrescher aus, um die erste Gerste zu ernten. Die Landwirte konnten sich über die Erträge freuen. Xaver Amgwerd, Bereichsleiter der Sammelstellen Landi Albis, erklärt: «Sowohl die Menge wie auch die Qualität durften sich sehen lassen. Die Erträge lagen bei durchschnittlich sechs bis acht Tonnen pro Hektare. Es gab aber auch Spitzenerträge von bis zu zehn Tonnen.»
Nach der Gerste folgte nahtlos die Ernte der Weizenfelder, deren Ertrag mit durchschnittlich sieben Tonnen pro Hektare ebenfalls gut war. «Der Weizen
Schon wieder drei Wochen keine Züge
Wegen Bauarbeiten in Birmensdorf
Desirée ayer
Zum zweiten Mal innert zwei Jahren ist die Strecke zwischen Bonstetten und Altstetten während der Sommerferien gesperrt. Müssen Pendlerinnen und Pendler künftig jeden Sommer mit einer Totalsperre rechnen?
Ein leerer Bahnsteig, ein wartender Ersatzbus und Pendlerinnen und Pendler mit fragenden Blicken auf die Anzeigetafel: Für Reisende aus Birmensdorf und Urdorf ist die Sommerferienzeit mit einer ersten Geduldsprobe gestartet. Statt direkt mit der S-Bahn nach Zürich fahren zu können, geht es zunächst auf die Strasse nach Schlieren. Seit 13. Juli und noch bis 3. August ist die Bahnstrecke zwischen Bonstetten-Wettswil und Zürich Altstetten gesperrt. Die S5 verkehrt nur bis Bonstetten-Wettswil, anschliessend bringen Ersatzbusse die Fahrgäste nach Schlieren, wo sie wieder auf den Zug umsteigen müssen. Die S14 fällt während der Bauarbeiten komplett aus. Grund für die Sperre: die Sanierung des Bahnübergangs an der Zürcherstrasse in Birmensdorf sowie umfangreiche Unterhaltsarbeiten am Gleis. Für viele Pendlerinnen und Pendler weckt die Totalsperre Erinnerungen: Bereits im Sommer 2024 war die Strecke während dreier Wochen unterbrochen. Damit drängt sich die Frage auf: Wird die Sommer-Totalsperre zur neuen Regel?
ÄMTLER KANTONSRÄTE MEINEN
Wegen des Unterbruchs zwischen Bonstetten-Wettswil und Zürich Altstetten müssen Pendlerinnen und Pendler auf Ersatzbusse nach Schlieren umsteigen. (Bild Desirée Ayer)
Nur in der Nacht bauen wäre teurer
Die SBB winken jedoch ab. Wann genau weitere grössere Baustellen auf der Strecke durchgeführt werden, ist gemäss Moritz Weisskopf, Mediensprecher der SBB, noch nicht klar. «Das hängt von den Projekten sowie von der Finanzierung durch den Bund ab», schreibt er auf Anfrage der «Limmattaler Zeitung». Auch ob ein zweites Gleis zwischen Birmensdorf und Bonstetten solche Totalsperren künftig verhindern könnte, lassen die SBB derzeit offen. Klar sei aber: Der Unterhalt der stark befahrenen Strecke
Daniel Sommer, EVP,
Affoltern
werde auch künftig regelmässig nötig sein.
Warum also nicht nur nachts oder an Wochenenden bauen? Laut Weisskopf würde sich dadurch die Bauzeit massiv verlängern. Allein das Einrichten und Räumen der Baustelle beanspruche jeweils rund zwei Stunden. Ausschliesslich Nacht- und Wochenendarbeit würde also nicht nur die Kosten erhöhen, sondern auch den Baulärm für Anwohnende verlängern.
Rund um die Uhr auf der Baustelle Neben dem Bahnübergang erneuern die SBB zwischen Bonstetten-Wettswil und Birmensdorf auch die Gleise. In Birmensdorf wird auf dem Abschnitt zwischen Rebacher und Ristet gearbeitet und in Wettswil wird ein kürzerer Abschnitt zwischen dem Lenggenweg und der Wühretalstrasse saniert. Es werden Schienen ersetzt, eine neue Gleisentwässerung erstellt und das Gleisbett mit sogenannten Stopfarbeiten stabilisiert. Während der Totalsperre wird rund um die Uhr im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet. Zwischen 3. und 17.August folgen dann noch nächtliche Abschlussarbeiten zwischen 21.30 und 6Uhr.
Auch der Busverkehr ist von den Bauarbeiten betroffen. Die Postauto-Linien 215, 245 und 350 bedienen den Bahnhof Birmensdorf während der Sper-
wies dieses Jahr zudem ein hohes Hektolitergewicht aus», so Xaver Amgwerd. «Die Körner waren zwar nicht ungewöhnlich gross, aber schwer.» Das dritte Getreide im Bunde war der Raps, der so lange wie möglich stehen gelassen wurde. Starkregen könne jedoch dazu führen, dass die Schoten aufplatzen und die winzigen Rapskörner verloren gehen. «Daher wurde der Raps vor der ersten Regenperiode gedroschen.» Um Trocknungskosten mussten sich die Landwirte diese Saison keine Sorgen machen. Das Getreide war ab Feld lagerfähig, eher zu trocken als zu feucht. Statt acht dauerte die gesamte Getreideernte nur vier Wochen, von Mitte Juni bis Mitte Juli, was für die Mitarbeiter der Getreide-Sammelstellen Mettmenstetten und Birmensdorf herausfordernd war. Oftmals arbeiteten sie auch an den Wochenenden oder nachts, damit die Landwirte mit ihren voll beladenen Wagen vorfahren und die wertvolle Fracht abladen konnten. Jetzt sind die Felder abgeerntet, und die Landi Albis hat gesamthaft gegen 6000 Tonnen Getreide angenommen.
Hier finden die Gleisarbeiten in Wettswil und Birmensdorf statt. (Grafik zvg/ Quelle: StepMap, 123map - Daten: Openstreetmap. Lizenz Odbi 1.0/Karte: mlu)
rung nicht. Stattdessen verkehren sie über Landikon und die Haltestelle Obere Risi. An der Haltestelle Birmensdorf Zentrum bestehen Anschlüsse an die Bahnersatzbusse nach Schlieren und Bonstetten-Wettswil.
2024 wurde die Fahrbahn in Urdorf erneuert
Vor zwei Jahren hatte die dreiwöchige Totalsperre einen anderen Grund: Damals wurde die Fahrbahn im Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Urdorf und Urdorf Weihermatt erneuert. Dabei wurden unter anderem der Schotter im Gleisbett gereinigt sowie Schwellen und Schienen ersetzt. Während der damaligen Streckensperrung zwischen Birmensdorf und Zürich Altstetten verkehrten ebenfalls Ersatzbusse, und die S5 wurde – wie auch bei der aktuellen Sperrung – über Schlieren umgeleitet. Ob und wo im nächsten Sommer weitere Fahrbahnerneuerungen geplant sind, ist derzeit noch offen.
Wenn der Lärm die Tradition übertönt
Die 1.-August-Feiern auf dem elterlichen Bauernhof waren legendär. Am Nachmittag gings mit meinem Vater in den Wald, Holz sammeln für das Höhenfeuer. Am Abend brutzelte dann Raclettekäse über der Glut. Und die blockierten Feuerwerkssonnen mit schräg eingeschlagenen Nägeln erinnerten uns jedes Jahr daran, dass sich die Erde um die Sonne dreht – und nicht umgekehrt. Gespräche, Gelächter und Gesellschaft – das war die Lärmkulisse. Explosionen und Kracher vermisste niemand. Solche Erinnerungen wecken nostalgische Gefühle. Denn vielerorts ist der 1. August zum
privaten Lärmfestival geworden. Haustiere und ihre Besitzer flüchten in den Schwarzwald, Hörgeräte überschreiten ihre Dezibelgrenzen, in Spitälern und Kinderzimmern herrscht Ausnahmezustand. Manche Menschen mögen im Lärm eine Möglichkeit sehen, ihren Alltag zu betäuben oder unangenehme Gedanken auszublenden. Doch für viele andere wird genau dieser Krach zur Belastung. Und was am Morgen danach auf Strassen, Wiesen und Feldern liegen bleibt, macht ebenfalls keine Freude. Dabei ist der Geburtstag unserer Schweiz reich an schönen Traditionen. Seit über
hundert Jahren läuten am Abend vom 1. August die Kirchenglocken. Höhenfeuer erinnern an die Anfänge der Eidgenossenschaft, Lampionumzüge lassen Kinderaugen leuchten. Und selbst wer nicht zum Entertainer berufen ist, darf mit seiner 1.-AugustRede Applaus einheimsen. Diese Bräuche verbinden – sie müssen nicht übertönt werden.
Gegen einen Freipass für ein fragliches Vergnügen sprechen auch die Verletzungen, Brände und Umweltbelastungen. Allerdings führten frisch eingeführte Verbote von lärmigem
Feuerwerk in etlichen Zürcher Gemeinden zum «Feuerwerkstourismus». Wer es nicht lassen kann, böllert einfach im Nachbardorf. Um das zu verhindern, braucht es eine einheitliche Regelung. Ich habe deshalb zusammen mit Ratskolleginnen und Ratskollegen verschiedener Parteien einen entsprechenden Vorstoss im Kantonsrat eingereicht. Auch national bietet sich nun die Chance, einen vernünftigen, zeitgemässen Weg einzuschlagen. Am 29. November stimmen wir über die Feuerwerksinitiative ab. Und allfälligen Gegnern sei gleich gesagt: Weder der 1. August
soll abgeschafft noch öffentliche Feuerwerke sollen verboten werden. Die Initiative setzt lediglich dort an, wo der grösste Lärm entsteht: beim unkontrollierten Abbrennen durch Private. Traditionen müssen nicht möglichst laut sein, um in Erinnerung zu bleiben. Leuchtende Höhenfeuer, läutende Kirchenglocken oder Lampions in Kinderhänden erzählen mehr über unser Land als jeder Knallkörper aus fernen Ländern. Vielleicht ist es an der Zeit, den Nationalfeiertag wieder zu einem Fest zu machen, das man einfach wegen des Zusammenseins mit anderen Menschen liebt.
Dieses Gerstenfeld bei Kappel war Mitte Juni schon fast erntereif. (Bild Marianne Voss)
Reiche Ernte aus biologischem Anbau –Biodiversität als Schlüssel zum Erfolg
Stiftung Rotenbirben in Bonstetten – jetzt Sommerernte
In den Sommermonaten zeigt sich der Hof Rotenbirben von seiner besonders fruchtbaren Seite. Zahlreiche Bio-Gemüsesorten und Früchte (wie verschiedene Apfelsorten, Birnen und Beeren) gedeihen unter optimalen Bedingungen und machen den Betrieb zu einem eindrücklichen Beispiel für nachhaltige Landwirtschaft in unmittelbarer Siedlungsnähe.
Die diesjährige Erntesaison präsentiert sich besonders vielfältig: Bereits im Juni konnten erste Kulturen wie knackige Salate, Radieschen und Spinat geerntet werden, während im Juli und August nun weitere Gemüse und Früchte folgen.
Eine wunderbare Vielfalt von Salaten und Schnittsalaten, Radieschen, Bundzwiebeln, Kohlrabi, Fenchel, Mangold, Zucchetti, Patisson, Tomaten, Gurken, Brokkoli, Blumenkohl, Bundranden, Bundrüebli, Kefen, Erbsen, Bohnen, Stangensellerie und diverse Kräuter... Der Hof setzt konsequent auf biologischen Anbau ohne synthetische Pflanzenschutzmittel oder Kunstdünger und arbeitet stattdessen mit durchdachten Fruchtfolgen, nährstoffreichem Kompost und natürlicher Schädlingsregulierung. Ein zentrales Element des Erfolgs ist die ausgeprägte Biodiversität auf den Flächen der Rotenbirben. Zwischen den Gemüsebeeten sorgen «Blühstreifen», Hecken und naturnahe Rückzugsräume für eine lebendige Vielfalt an Insekten und Kleintieren. Diese ökologische Balance stärkt nicht nur das gesamte Anbausystem, sondern unterstützt auch stabile Erträge, indem Bienen und andere Bestäuber gefördert und Schädlinge auf natürliche Weise reguliert werden. Das frisch geerntete Gemüse und Honig vom Hof gelangen auf kurzen Wegen
Ihre Meinung ist willkommen!
Gerne können Sie der Redaktion des «Anzeigers» einen Leserinnen- oder Leserbrief schicken. Ihre Meinungsäusserung muss mit Namen sowie Adresse und Telefonnummer des Verfassers oder der Verfasserin versehen sein und soll in maximal 2000 Zeichen ein Thema aus der Region aufgreifen oder einen Beitrag im «Anzeiger» kommentieren. Wir achten darauf, dass nur Briefe in einem freundlichen Tonfall sowie ohne Verletzung von Persönlichkeitsrechten Dritter publiziert werden. Beiträge, die Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Verleumdungen, persönliche Diffamierungen, drastisch überzogene Kritik an Personen enthalten oder das Andenken Verstorbener verunglimpfen, werden nicht veröffentlicht. Der Inhalt des Leserbriefes muss zudem die eigene Meinung abbilden und bei Zitaten eine Quelle nennen. Auch wichtig: Der Verfasser des Leserbriefes muss mit dem Absender identisch sein. Leserbriefe geben die Meinung der Leser wieder, nicht die der Redaktion. Aufgeben können Sie Ihre Äusserung unter www.affolteranzeiger.ch/ mitmachen/leserbrief-einreichen. Für eine Veröffentlichung am Dienstag sollte die Zuschrift am vorangehenden Freitagmittag auf der Redaktion eintreffen. Für eine Publikation am Freitag schicken Sie uns Ihre Meinungsäusserung bitte bis am Mittwochmittag. Über eine Nichtpublikation wird keine Korrespondenz geführt. (red)
direkt zu den Konsumentinnen und Konsumenten – sei es über den Hofladen «s’Lädeli im Rank» in Bonstetten, Dorfstrasse 60, oder über das RotenbirbenGemüseabonnement (auf dem Hof aktuell genannt: «Ernte-Anteil»). Diese Nähe garantiert Frische, reduziert Transportemissionen und stärkt gleichzeitig das Bewusstsein für saisonale und lokale Produkte.
Immer mehr Menschen in der Region legen Wert auf transparente Produktionsbedingungen und nachhaltig erzeugte Lebensmittel. Der Hof Rotenbirben greift dieses Bedürfnis auf und zeigt, wie zukunftsfähige Landwirtschaft im Einklang mit der Natur funktionieren kann. Die Ernte im Sommer 2026 unterstreicht damit eindrücklich die Bedeutung regionaler Bio-Produktion – für Umwelt, Gesellschaft und nicht zuletzt für den Genuss auf dem Teller. Auch der Rotenbirben-Blütenhonig von Imker Rosario Manco ist sehr beliebt. Rund 20 Bienen-Völker, somit zirka 800000 Bienen, wohnen im neuzeitlichen Bienenhaus auf dem Hof Rotenbirben. Viele Schulklassen der Primarschule Bonstetten sind gern gesehene Gäste und erhalten den Einblick in die Bienenhaltung und Honigproduktion auf dem Hof. Dieser Bienenhonig ist übrigens auch erhältlich im «Lädeli im Rank» in Bonstetten in den Sorten Blütenhonig fest und Sommerhonig flüssiger/dunkler.
Die Stiftung Rotenbirben feiert im Jahr 2026 ihr 10-Jahre-Jubiläum
Der letzte Besitzer des Hofs Rotenbirben in Bonstetten an der Rütistrasse 5, Ernst Albert Suter, hatte ein grosses Anliegen, weshalb die Stiftung Rotenbirben gegründet wurde. Zur Bewahrung der
und Gabriela zeigen, wie
landwirtschaftlichen Grundstücke als wichtigem Teil der Kulturlandschaft im Knonauer Amt, darf das Land der Rotenbirben seither weder zerstückelt noch verkauft oder überbaut werden. Der Baumgarten muss stets mindestens 150 Hochstamm-Bäume aufweisen (aktuell sind es über 200 Hochstamm-Bäume!).
Die Baumpatenschaft vom Hof Rotenbirben kann jederzeit übernommen werden. Wie auch Spenden für die laufenden Fassadenrenovationsprojekte sind herzlich willkommen.
Keine Antwort erhalten
Replik auf den Artikel von Brigitte Reemts Flum mit dem Titel «Aufbruch in Maschwandens Traditionsrestaurant» im «Anzeiger» vom 14. Juli.
Der breit gefächerte Bericht über das ehemalige Restaurant Kreuz in Maschwanden, die heutige «Osteria dei Poeti», ist sehr interessant. Auch wir freuen uns, dass wir in unserem Dorf wieder ein schönes Restaurant haben. In einem Punkt ist die Darstellung allerdings nicht korrekt. Es steht, es sei schwierig gewesen, einen neuen Pächter zu finden, deshalb sei das Restaurant länger geschlossen geblieben. Wir selbst sind in Maschwanden
wohnhaft und haben uns persönlich ernsthaft und auch schriftlich als Pächter für das Restaurant beworben. Wir haben jedoch nicht einmal eine Antwort erhalten. Das haben wir sehr bedauert. Aus diesem Grund haben wir dann zusammen mit unserem langjährigen Team das Restaurant Storchen in Mühlau übernommen. Wir wünschen dem Pächter Matteo Grossi, dass er mit seinem freundlichen Team, erfolgreich wirten kann. Gerne unterstützen wir ihn mit unseren regelmässigen Besuchen.
Prof. Dr. René Müller und Thérèse Klimscha, Maschwanden
Heute ist der Hof Rotenbirben für viele Bonstetterinnen und Bonstetter ein Treffpunkt für kulturelle Anlässe wie Sommer-Klein-Konzerte, Poetry-Slam, Muttererde-Fest und im Spätherbst das Kerzenziehen am Lagerfeuer. Der Hof Rotenbirben ist für die Primarschulen Bonstetten der Ort, um das bäuerliche Handwerk zu erfahren, und für die reformierte Kirche, um das «Erntedankfest» jeweils beim schönen Wetter im Hofgarten zu erleben. Jeremy Notz und sein Team, Vera Gautschi und Lea Stirni-
mann, führen in einem Kollektiv die bäuerliche Bewirtschaftung mit viel Freude und grossem Engagement.
Thomas Frehner, Mitglied Stiftungsrat Rotenbirben Rotenbirben-Hofladen «s’Lädeli im Rank», Dorfstrasse 60, 8906 Bonstetten Freitag, 16 bis 18.30 Uhr, Samstag, 9 bis 12 Uhr Stiftung Rotenbirben und Hof Rotenbirben, Rütistrasse 5, Bonstetten www.rotenbirben.ch
Wer hat etwas Sehenswertes geknipst?
Sie fotografieren gern? Und Sie würden Ihre Aufnahmen noch lieber der Öffentlichkeit zugänglich machen? Der «Anzeiger» freut sich über Leserfotos mit Bezug zur Region, unbearbeitet und hochaufgelöst in JPG-Format an redaktion@affolteranzeiger.ch.
Vergessen Sie nicht, kurz auszuführen, wo und wann Sie das Bild aufgenommen haben und was darauf zu sehen ist.
Gefragt sind insbesondere Fotos zu aktuellen sowie nicht alltäglichen Ereignissen und Situationen. (red)
«CO2 ist eher Folge als Ursache der Erwärmung»
Replik auf den Beitrag von Kantonsrat Thomas Schweizer (Grüne) mit dem Titel «Mehr Eier beim Klimaschutz» im «Anzeiger» vom 14. Juli.
Der zentrale Glaube, dass menschliches CO2 das Klima «antreibt», hält wissenschaftlich nicht stand. Paläoklimatologische Daten aus den Vostok-Eiskernen zeigen über 420000 Jahre klar: Die Temperatur steigt zuerst – oft um mehrere hundert Jahre –, bevor das CO2 folgt. Wärmere Ozeane geben gelöstes CO2 frei. Die Sonne und natürliche Zyklen waren die historischen Haupttreiber. Der menschliche Anteil am globalen CO2-Kreislauf beträgt nur etwa 4 bis 5 Prozent. CO2 ist eher Folge als Ursache der Erwärmung. Der IPCC musste in der Vergangenheit mehrfach alarmistische Prognosen zurücknehmen oder deutlich nach unten korrigieren, weil sie mit der Realität nicht übereinstimmten. Immer mehr Wissenschaftler distanzieren sich von den apokalyptischen Szenarien. Die USA unter Präsident Trump haben konsequent gehandelt: Sie bezeichnen den Klimawandel als «grössten Betrug» und
ziehen sich aus internationalen Klimagremien wie dem IPCC zurück. Man setzt dort auf Energieunabhängigkeit und Anpassung statt ideologischer CO2Vermeidung.
Die in der Schweiz und EU geforderten «Klimaschutz»-Massnahmen (CO2Steuern, Wind- und Solarzwang etc.) sind bei realistischer Betrachtung weitgehend sinnlos. Selbst eine komplette Dekarbonisierung der Schweiz würde den globalen CO2-Gehalt kaum messbar beeinflussen, während sie enorme Kosten, Landschaftsverbau und Versorgungsrisiken verursacht. Es geht nicht um «Rettung des Planeten», sondern um teure Symbolpolitik, die von massiven Geldflüssen (Subventionen, Forschungsgelder, CO2-Märkte) angetrieben wird. Statt ideologischer Fixierung auf CO2 brauchen wir pragmatische Anpassung an natürliche Klimaschwankungen, Technologieoffenheit und ehrliche Debatte. Mehr kühler Kopf statt weiterer Panik wäre der bessere Dienst an Gesellschaft und Wirtschaft.
Philipp Kessler, Bonstetten
Vera
vielfältig die diesjährige Ernte ist. (Bild zvg)
Diese Blitzimpressionen vom vergangenen Mittwochabend hielt Sylvia Limacher aus Affoltern fest.
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AngelA BernettA
«Meine Grosseltern starben früh, mein Vater, als ich 33 Jahre alt war», erzählt Rolf Frei. «Gerne hätte ich ihn noch viel mehr über sein Handwerk ausgefragt.»
Die Familie Frei lebte und arbeitete unter einem Dach. Im Erdgeschoss befand sich die Wagnerei. Über Generationen entstanden dort Holzwagen und Gebrauchsgegenstände für die Landwirtschaft. Heute ist dieses Handwerk verschwunden. Rolf Frei, der als Kind in der Werkstatt seines Vaters mithalf, erinnert sich an eine Zeit, in der das Wissen um die verschiedenen Holzarten, Präzisionsarbeit und handwerkliches Können zum Alltag in Maschwanden gehörten.
Eine Werkstatt für das ganze Dorf
Die Arbeitstage begannen früh. Im Winter heizte Vater Rudolf Frei zuerst den Ofen mit Holzspänen ein, bevor überhaupt gearbeitet werden konnte. «In der Werkstatt war es sehr kalt», sagt Rolf Frei. Ein Auto besass der Handwerker lange nicht. Holz und andere Materialien transportierte er mit einem alten Militärvelo und einem schweren Anhänger. Musste besonders sperriges Gut verfrachtet werden, kam ein Traktor zum Einsatz. «Unsere Mutter packte überall mit an, wo mein Vater allein nicht weiterkam», erinnert sich der 79-Jährige. Der Beruf des Wagners war auch über Maschwanden hinaus eng mit der Landwirtschaft verbunden. «Wagner leitet sich von Wagenbau ab», ergänzt Frei. Die Handwerker fertigten etwa Holzräder, Holzwagen, Pflüge, Schubkarren oder Werkzeugstiele. Gleichzeitig gehörte auch das Küferhandwerk zu ihren Aufgaben. Fässer, Bottiche, Milcheimer und andere Gefässe entstanden in sorgfältiger Handarbeit.
Der Geruch von Hobelspänen
Die wichtigsten Kunden waren Bauern und Landwirte aus der Region. «Mein Vater musste oft schnell eine Kurbelstange oder einen Werkzeugstiel ersetzen, damit der Bauer weiterarbeiten
Neuer Name
Der Ottenbacher Chor heisst jetzt Cantiamo-Chor Ottenbach und hat sich neue Statuten gegeben. Seite 11
Panorama genossen
Die Wandergruppe Birmensdorf wanderte durch Hügellandschaften mit Panoramablick. Seite 11
Als Holz das Dorf bewegte
Ein Blick in die letzte Wagnerei von Maschwanden
Rolf Frei zeigt die kunstvoll gefertigten Lehrlingsabschlussarbeit seines Vaters –ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller Handwerkskunst. (Bilder Angela Bernetta)
konnte», berichtet Frei. Auch Melchteren (Milcheimer) und Stalltüren gehörten zur täglichen Arbeit. Präzision war selbstverständlich. «Er arbeitete immer sehr genau, damit jeder Gegenstand seine Funktion erfüllen konnte.» Die Werkstatt war gut ausgerüstet. Bandsäge, verschiedene Hobel, Drehbank und spezielle Maschinen für den Radbau erleichterten die Arbeit. Dennoch blieb vieles Handarbeit. «Der Wagner wurde manchmal spöttisch Chrumhölzler genannt. Gerade Werkstücke waren in seiner Werkstatt selten. Und wenn einmal etwas gerade war, wurde es verziert. Wagner waren eben auch Ästheten.»
Das Geheimnis der Güllenfässer
Schon als kleiner Bub arbeitete Rolf Frei in der Werkstatt mit. Auf den Heuwagen nagelte er Bretter fest oder half seinem Vater beim Bau der grossen Güllenfässer. «Die Fässer entstanden aus sorgfältig ausgewähltem Fichtenholz. Zusammengehalten wurden sie von Eisenreifen, die wir ebenfalls passgenau anfertigten.»
Besonders eindrücklich blieb ihm das Konservieren der Güllenfässer in Erinnerung. Nachdem sie fertig gehobelt waren, wurden sie mit Hobelspänen gefüllt, die man anschliessend anzündete. Das Fass wurde rundum kontrolliert angebrannt. «Das war jedes Mal ein Erlebnis. Meine Mutter und ich standen auf der einen Seite, mein Vater auf der anderen. Es gab riesige Stichflammen.»
Der richtige Zeitpunkt zum Löschen entschied über den Erfolg oder Misserfolg. «Man durfte weder zu früh noch zu spät löschen.» Durch das Anbrennen wurde das Holz widerstandsfähiger gegen Fäulnis. Bei guter Pflege hielten die Fässer zwischen 30 und 50 Jahre. Das grösste Güllenfass, das sein Vater herstellte, hatte ein Fassungsvermögen von rund 2000 Litern. Die Arbeit in der Werkstatt weckte Rolf Freis Begeisterung für Holz. «Ich arbeitete gern mit dem Material.» Später entschied er sich deshalb für eine Schreinerlehre.
Als Eisen das Holz verdrängte
Mit der Industrialisierung begann der schleichende Niedergang des Berufs. Wagen mit Eisenkonstruktionen ersetzten die Holzwagen, später kamen Gummibereifung und industriell gefertigte Werkzeuge hinzu. «Plötzlich konnte man die Fahrzeuge im Freien stehen lassen. Holzwagen verfaulten dagegen
Pilzkontrolle startet
Ab 12. August können gesammelte Pilze in der Kontrollstelle in Affoltern geprüft werden. Seite 12
Ein Blick in das Auftragsbuch des Wagners – ein Zeitdokument des Handwerks.
Der Wagner und Küfer Rudolf Frei vor seiner neu erbauten Werkstatt, nach 1920. (Archivbild)
«Der Wagner wurde manchmal spöttisch Chrumhölzler genannt.»
Rolf Frei, gelernter Schreiner
im Regen», ergänzt Frei. Immer weniger Bauern und Landwirte brauchten einen Wagner. Sein Vater reagierte auf die Veränderungen und übernahm zunehmend Holzarbeiten in Häusern. Täferdecken, Innenausbauten oder Stalltüren gehörten zum Alltag. Als die ersten Spanplatten aufkamen, musste er erneut umdenken. «Als er seine erste Stichsäge kaufte, waren wir alle begeistert.» Ganz verschwand die Wagnerei dennoch nicht. Als kaum noch landwirtschaftliche Aufträge eingingen, brachte ein Oldtimerrestaurator historische Wagen zur Reparatur. «Die alten Fahrzeuge faszinierten uns Kinder natürlich.» Rudolf Frei ersetzte verfaulte Holzteile und reparierte, wenn auch mit mässiger Begeisterung, die aufwendigen Holzspeichenräder.
Ein Handwerk lebt im Museum weiter Bis heute finden sich Spuren des familiären Schaffens in Maschwanden. Holzbrücken über den Haselbach und die
Lorze tragen ebenso ihre Handschrift wie zahlreiche Stalltüren und -fenster. Vieles davon erfüllt seinen Zweck bis heute.
Für Rolf Frei liegt eine Botschaft des alten Handwerks im bewussten Umgang mit den Werkstoffen und Materialien. «Man muss die verschiedenen Holzarten kennen und wissen, welche sich für welchen Einsatz eignen.» Ebenso wichtig sei der Sinn für Gestaltung. «Wenn man einen alten Holzwagen anschaut, sieht man sofort, wie präzise und kunstvoll die Arbeiten ausgeführt wurden.» Im Ortsmuseum Maschwanden wird dieses Wissen bewahrt. Dort sind Werkzeuge, Buchhaltung, Lehrbrief und eine von Rudolf Frei gefertigte Lehrlingsabschlussarbeit – ein kunstvoll gefertigtes Holzrad – erhalten geblieben. Sie erinnern an ein Handwerk, das einst für jedes Bauerndorf unverzichtbar war und heute fast vollständig verschwunden ist.
VERGANGENE ARBEITSWELTEN
Viele Berufe, die einst den Bezirk prägten – vom Bahnhofvorstand über den Weber bis zum Schmied –sind heute verschwunden. In dieser Serie werden ihre Geschichten wieder lebendig. Die Beiträge basieren auf historischen Quellen (Archivmaterial und Fachliteratur) und lokalen Überlieferungen. (red)
Rolf Frei vor den historischen Werkzeugen der Wagnerei seiner Familie.
Auf dem Rastplatz Eitenberg an der A4 zwischen Obfelden und Affoltern sind der Imbisswagen und die Lastwagen, die dort oft Pause machten, verschwunden. Der Grund: Dort baut die EKZ zurzeit eine Trafostation, teilt das Astra mit. Diese Trafostation soll künftig den neuen Schnellladestationen an diesem Standort dienen und am 11. August in Betrieb gehen. (fh)
Sanfte Hügel, prächtiges Panorama
Im Kanton Luzern von Schwarzenberg nach Obernau
Der Cantiamo-Chor Ottenbach
Ein neuer Chor im Säuliamt?
Nein, nein, natürlich ist das kein wirklich neuer Chor. Der vor 14 Jahren aus dem Frauen- und Männerchor hervorgegangene Ottenbacher Chor hat sich neue Statuten gegeben und heisst jetzt Cantiamo-Chor Ottenbach. Unter der seit Januar tätigen Chorleiterin Urszula Cahumba aus Zürich wird Literatur verschiedenster Stilrichtungen aufgeführt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf Schlager – die Vorbereitungen auf das Jahreskonzert «Schlager-Hits» im November laufen bereits auf Hochtouren. Nächstes Jahr soll der Schwerpunkt «Italianità» heissen und für 2028 sind vor allem geistliche Werke geplant. Natürlich ist es gewissermassen doch ein neuer Chor! – «Cantiamo» heisst bekanntlich «wir singen». Unter «wir» versteht der Chor nicht nur Einwohner von Ottenbach. Vielmehr sind alle singfreudigen Menschen willkommen. Der Cantiamo-Chor versteht sich vermehrt als regionaler Akteur, auch wenn er in Ottenbach seinen Standort und seine Wurzeln hat. Schon heute sind viele Mitglieder aus der Region. Er möchte die Lücke auffüllen, die durch das Verschwinden vieler lokaler Gesangsvereine entstanden ist. Deshalb wird das Jahreskonzert im November nicht nur in Ottenbach (21.11.), sondern auch in Obfel-
den (22.11.) durchgeführt. Die Neuausrichtung wurde von langer Hand vorbereitet. Mit Urszula Cahumba als fester Chorleiterin konnte der vor 2 ½ Jahren erneuerte Vorstand die Ideen nun umsetzen. Mit den revidierten Statuten hat der Vorstand auch mehr Handlungsfreiheit erhalten; alte Strukturen und Prozesse wurden durch zeitgemässere ersetzt. Trotz aller Neuerungen und frischen Elans hält der Verein aber an einem wichtigen Punkt fest: Kameradschaft und Geselligkeit sind und bleiben ein ganz zentraler Bestandteil; alle werden mit offenen Armen empfangen. Gesanglich steht der Gesamtklang im Mittelpunkt, nicht das Individuum. Und last, but not least: Der Chor ist etwas stolz darauf, dass auch die Männerstimmen gut besetzt sind, auch wenn es durchaus noch einige mehr sein dürfen. Wer Freude an bekannten und populären deutschen Schlagern aus den 70erund 80er-Jahren hat, kann nach den Sommerferien als Gastsängerin oder Gastsänger noch in die Proben einsteigen. Jeweils dienstags um 20 Uhr im Singsaal Chappelistein in Ottenbach. Beat Bitzer, Cantiamo-Chor Ottenbach Kontakt und Infos unter www.cantiamo-chor.ch
Vom Zentrum in Birmensdorf ging es mit dem Bus nach Bonstetten-Wettswil, der Bahn via Zug und Luzern bis Malters. Nach einem Kaffee im Restaurant Bahnhof erreichte man mit dem Postauto die Station Schwarzenberg Ennenmatt. Während die meisten Fahrgäste bis nach Eigenthal weiterfuhren, startete diese Route via Sonnenrain und Scharmoos auf den Blatterberg. In diesem Gebiet hat sich der Gletscher vor mehreren Tausend Jahren zurückgezogen und die ehemaligen grauen Geröllhügel haben sich im Laufe der Zeit in grüne, lieblich anmutende «Drumlins» verwandelt. Weniger grün war das gegenüberliegende Pilatusmassiv mit dem Mittagsgüpfi, das im Sommer und Herbst ein beliebtes Wanderziel ist. Auf angenehmen Wiesenpfaden und Naturwegen wanderte man nun entlang von Kuhweiden und Bauernhöfen.
Im Frühling sind die Wanderwege teilweise noch vom hohen Gras umgeben. Bald erreichte man den Aussichtspunkt Chrüzhubel, der mit einer einladenden Feuerstelle, Sitzbänken und einem Holztisch zum Picknick einlud. Nun führte der Weg entlang eines Mischwaldes weiter Richtung Luzern, mit einem wunderschönen Panoramablick auf den Vierwaldstättersee und in die Berge, vom Bürgenstock und der Rigi bis hin zum weit entfernten Tödi.
Der Abstieg erfolgte via Holderchäppeli nach Obernau. Auf dem historischen Prügelweg ging es über 800 Holzstufen durch den romantischen Hergiswald, der als Besinnungsweg mit zwanzig Stelen künstlerisch gestaltet wurde. Am Talboden querte man den Ränggbach auf einer gedeckten Holzbrücke und erreichte in wenigen Minuten entlang des Chrienbaches die Bushaltestelle im Dorf, wo es via Luzern und Zug zurück nach Bonstetten-Wettswil und Birmensdorf ging.
Dölf Gabriel, Wandergruppe Birmensdorf
wandergruppe-birmensdorf@bluewin.ch
Allgemeines Feuer- und Feuerwerksverbot in Hedingen
Das Gemeindepräsidium Hedingen hat aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der erhöhten Waldbrandgefahr für das gesamte Gemeindegebiet ein allgemeines Feuer- und Feuerwerksverbot beschlossen. Dieses gilt seit Mittwoch, 15. Juli. Das Verbot gilt bis auf Widerruf und umfasst sämtliche Feuer im Freien sowie das Abbrennen von Feuerwerk. Gas-, Elektro- und Holzkohlegrills sind in Siedlungsgebieten nur mit grösster Vorsicht und unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften erlaubt.
Das Gemeindepräsidium und der Gemeinderat danken der Bevölkerung für ihr Verständnis und bitten darum, die geltenden Massnahmen konsequent einzuhalten.
Der Gemeinderat von Hedingen hat ein allgemeines Feuer- und Feuerwehrksverbot beschlossen. (Symbolbild ChatGPT)
Gemeinderat Hedingen
Freizeitspass für alle ab 60 Jahren
Der ZVV-ActionPass ist ab sofort zum Preis von 110 Franken für Personen ab 60 Jahren erhältlich. Unter dem Motto «Endlich frei!» bietet der ZVV-ActionPass zwischen September und November für einen Monat lang freie Fahrt im ganzen ZVV-Gebiet sowie Gratiseintritte und Vergünstigungen für vielfältige Freizeitaktivitäten. Besitzerinnen und Besitzer des ZVV-ActionPasses können jeweils einen Monat lang von Montag bis Freitag ab 9 Uhr morgens und am Wochenende ganztags in der 2. Klasse mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln im ZVV-Gebiet reisen. Dazu gibt es einen freien Eintritt in den Zoo Zürich und in 24 Museen – vom Landesmuseum Zürich bis hin zum Ritterhaus Bubikon. Auch der Besuch in Naturzentren, die Greifensee-Schiffsrundfahrt und der Eintritt in die Umwelt-Arena Schweiz sind mit dem ActionPass inbegriffen. Auf weitere Aktivitäten wie Stadtführungen und kulinarische Angebote gibt es bis zu 50 Prozent Rabatt. Für mehr Komfort auf einem längeren Ausflug ist zudem ein einmaliger Klassenwechsel inbegriffen und dank einer kostenlosen Mitfahrtageskarte kann auch eine Begleitperson mitkommen.
Der ZVV-ActionPass ist ab sofort an allen bedienten Bahnhöfen und ZVVVerkaufsstellen, unter zvv.ch/ticketshop sowie unter 0800 988 988 (nur mit Kreditkarte bezahlbar) für 110 Franken erhältlich. (red)
Bild Claudia Eugster
Der Cantiamo-Chor Ottenbach richtet sich neu aus. (Bild zvg)
Sich mit starken Gegnerinnen gemessen
Alina Zehnder und Zofia Gzyl sammelten wertvolle Erfahrungen
An der hochkarätig besetzten 3. Swiss Karate League Zürich 2026 vertraten Alina Zehnder und Zofia Gzyl das Karate-Center Albis. Für die beiden Nachwuchsathletinnen bot das Turnier eine
wertvolle Gelegenheit, sich mit starken Gegnerinnen aus der ganzen Schweiz zu messen. Obwohl sich beide noch in der Aufbauphase befinden, konnten sie an der
Alina Zehnder und Zofia Gzyl sammelten an der Swiss Karate League in Zürich wertvolle Wettkampferfahrung und blicken motiviert auf die nächsten Herausforderungen nach den Sommerferien. Ein grosser Dank an Günther Aumiller, der als Coach hervorragend unterstützt hat. (Bild zvg)
hervorragend organisierten Veranstaltung wichtige Wettkampferfahrungen sammeln und zahlreiche wertvolle Eindrücke für ihre sportliche Entwicklung mitnehmen. Mit grossem Einsatz, viel Motivation und Freude zeigten sie ihr Können auf der Wettkampffläche und entwickelten sich sowohl sportlich als auch persönlich weiter.
Die Vorfreude auf den nächsten Wettkampf ist bereits gross: Schon kurz nach den Sommerferien steht das nächste Turnier auf dem Programm. Bis dahin nutzen Alina und Zofia die Ferienzeit, um im Karate-Center Albis fleissig weiter zu trainieren und sich gezielt auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Das Karate-Center Albis ist stolz auf den Einsatz und die positive Entwicklung seiner beiden jungen Athletinnen und wünscht ihnen weiterhin viel Freude am Karate, erfolgreiche Wettkämpfe und viele bereichernde Erfahrungen. Herzliche Gratulation!
Andy Müller, Karate- und Gesundheit-Center Albis
Bald beginnt die Saison für die «Pilzler». (Bild Claudia Eugster) Pilzkontrolle startet
Die öffentliche Pilzkontrolle in Affoltern findet vom 12. August bis 31. Oktober statt. Zuständig ist die offizielle Kontrollstelle für die Gemeinden Aeugst, Affoltern, Hausen, Hedingen, Kappel, Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten, Obfelden, Rifferswil, Stallikon und Wettswil.
Die Kontrolle erfolgt im Haus Bachweg 7 in Affoltern, jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 18.30 bis 19 Uhr. Während der gesetzlichen Schonzeit vom 1. bis 10. Tag jedes Monats bleibt die Kontrollstelle geschlossen. Ausserhalb der regulären Öffnungszeiten ist eine Kontrolle nach telefonischer Vereinba-
Mitte August
rung unter 044 762 56 00 möglich. Für die amtliche Pilzkontrolle sind Dieter Mayer, Christian Klee, Hansjörg Birrer und Pamela Rösch zuständig. Die Gemeinde weist darauf hin, dass während der Schonzeit vom 1. bis 10. Tag des Monats das Pilzsammeln verboten ist. Pro Person darf zudem höchstens ein Kilogramm Pilze pro Tag gesammelt werden. Zur Kontrolle müssen die Pilze gereinigt und vollständig mit Hut und Stiel vorgelegt werden. Empfohlen wird ausserdem, nur bekannte Pilzarten zu sammeln und bei Unsicherheiten ein Exemplar zur Bestimmung bei der Kontrollstelle vorzulegen. (red)
TM MU ED IG KE IT EL HA NH GR NE FP EU LH CS HA CK EI HE EC GTHOL REER PS IE M KE BIR OT TWE IL ER IKI M AS RU NS TT OL FA RT LL SL LT JZ NE TI II MK EM AA RI ZR UN EDZ GK EM TT IM PE S IA NA MN ES EF TET PI SI C US TR AU GN NP EUER NRHH MS FA ERBE NI AR LF AX EN VE RKAB EL NN ED KAS OR P