CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 50 I 179. Jahrgang I Dienstag, 14. Juli 2026
Vielfalt erleben
Doppelerfolg aus dem Säuliamt
Mit geschlechtersensiblen Angeboten schafft die Jugendarbeit Räume, in denen sich alle Jugendlichen willkommen fühlen. Seite 3
Zwei junge Berufsleute aus dem Knonauer Amt wurden an der Zürcher Diplomfeier der Automobilbranche ausgezeichnet. Seite 9
3,5
Rekordsaison blieb ungekrönt
«Covid war wie ein völlig neues Kapitel in einem Buch.»
FC Wettswil-Bonstetten blickt auf fantastische Rückrunde zurück
Seite 7 Matteo Grossi, Pächter «Osteria dei Poeti».(Bild Brigitte Reemts Flum)
Kaspar Köchli Ende Februar 2026 startete der Fussballclub Wettswil-Bonstetten (1. Liga) in die Rückrunde. Von dem zum FC Basel wechselnden Stephan Lichtsteiner übernahm der 31-jährige Hesam Mirzai das Traineramt – und dem FCWB gelang der Auftakt bei seinem 3:2-Heimsieg gegen Collina d’Oro. Eine Woche später unterstrich er seine Frühform, deklassierte Widnau auf dessen Rasen 4:0 und kletterte in der Tabelle auf Rang drei. Mitte März gastierte WB auf dem Zürcher Juchhof beim unangefochtenen Leader YF Juventus. Dieser, nach einer roten Karte kurz vor der Pause auf zehn Spieler dezimiert, erzielte bei einem sehenswert vorgetragenen Konter überraschend das 1:0-Siegestor. Die Ämtler steckten die Enttäuschung weg und bezwangen in der nächsten Runde Mendrisio durch zwei Tore ihrer Verteidiger Yannick Waser und David Brunner souverän mit 2:0. WB blieb auf Kurs und überfuhr eine Woche später in Liechtenstein die USV Eschen/Mauren brillant mit 4:1.
Raser verurteilt Ein 31-jähriger Schweizer aus dem Freiamt ist vom Bezirksgericht Affoltern wegen einer Reihe schwerer Verkehrsdelikte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Der Mann raste im August 2025 mit 103 km/h durch den Obfelder Ortsteil Bickwil – erlaubt waren 50 km/h. Zudem war er ohne Führerausweis und Haftpflichtversicherung sowie mit einem gefälschten Kontrollschild unterwegs. Später verursachte er bei einem riskanten Überholmanöver einen Unfall. Zusätzlich zur bedingten Strafe muss er eine Busse bezahlen und ein Lernprogramm für risikobereite Verkehrsteilnehmende absolvieren. (red)
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5:0 gegen Tuggen als Höhepunkt Am 11. April empfing WB den FC Tuggen zum Prestigeduell der Aufstiegskandidaten. Die Heimischen zeigten ein furioses Offensivspektakel und deklassierten die Märchler 5:0, wobei alle Tore zwischen der 28. und 75. Minute fielen. «Jeder Einzelne von uns lieferte grossartig ab», jubilierte Hattrick-Schütze Flavio Peter, während Trainer Mirzai
«Wir schafften es leider nicht, den Druck in eine positive Leistung umzuwandeln.» Hesam Mirzai, Trainer FCWB
gedanklich bereits beim nächsten Spiel war: «Jetzt gehts gegen Taverne, das wird ein harter Brocken, dennoch streben wir den nächsten Dreier an.» In der Tat erwies sich die Partie im Tessin als Knacknuss. Immerhin vermochte WB
Meter reichen nicht aus, damit auf einer Strasse seitlich parkiert werden darf. Seite 9
Flavio Peter und Veljko Vukasinovic (rechts) erzielten zusammen 36 Treffer für die Rotschwarzen. (Bild Kaspar Köchli) zweimal einen Rückstand wettzumachen und ein 2:2 zu erkämpfen. Auf die Siegerstrasse kehrten die Ämtler darauf beim 1:0 gegen den St. Galler Nachwuchs zurück, ehe sie später bei Winterthurs U21 eine unfassbare 0:5-Klatsche einfingen. Es folgte ein 2:2-Heimremis gegen Kosova und eine Woche später wurden beim 2:1-Sieg gegen Baden, in dessen edlem Stadion Esp, die Weichen wieder Richtung Aufstiegsspiele gestellt. Historisches passierte am 23. Mai, als WB die bereits als Absteiger feststehende Spielvereinigung Schaffhausen mit 8:0 demütigte.
Dietikon stoppt WB Alle fieberten dem letzten Spiel entgegen, bei dem sich WB mit einem Sieg in die Aufstiegsrunde hieven würde. Dietikon erwies sich allerdings als unbequemer Gegner, spielte mutig nach vorne und vermochte verdient 3:2 zu gewinnen. Nachdem in der Parallelpartie Taverne gegen Mendrisio remisierte, fehl-
te den Ämtlern schliesslich ein einziger Zähler für die Aufstiegsspiele. WB-Trainer Mirzai gab Auskunft: «Die Enttäuschung ist riesig. Der Match war für unsere Verhältnisse schlecht. Unbedingt wollten wir die sensationelle 32-PunkteRückrunde mit Aufstiegsspielen krönen. Wir schafften es leider nicht, den Druck in eine positive Leistung umzuwandeln. Unser Gegner spielte aber auch wirklich gut.» Und er fügte hinzu: «Das ist bitter, 59 Punkte haben historisch immer gereicht für Aufstiegsspiele. Es überwiegt nun aber der Dank an die Mannschaft, auf die ich stolz bin.» Dem FC WettswilBonstetten gelang eine traumhafte, ja, die beste Saison der Vereinsgeschichte. Das Erfolgsrezept lag im Funktionieren als Kollektiv. Aus 30 Spielen resultierten 59 Punkte (18 Siege, 5 Remis, 7 Niederlagen) bei einem Torverhältnis von 74 zu 36. Treffsicherste Schützen waren Janick Hager mit 9, Veljko Vukasinovic mit 14 und mit sagenhaften 22 Toren Flavio Peter. Er wurde von den Trainern und Captains der drei 1.-Liga-Gruppen
zum besten Spieler der Saison 2025/26 gewählt.
WB bleibt ambitioniert Der FC Wettswil-Bonstetten und sein neuer Trainer Etienne Scholz haben am 22. Juni den Betrieb wieder aufgenommen und streben auch diese Saison eine Spitzenklassierung an. Das Kader bleibt nahezu unverändert. Allerdings zieht Offensivvirtuose Marc Figueiredo zu YF Juventus (Promotion League), auch Veljko Vukasinovic verlässt den Klub, während Nicolas Schneebeli zurücktritt. Als Zuzüge stehen fest: Julius Holder und Levin Castagna von Winterthurs U21, Nemanja Petrovic (FC Bülach) und Gionata Centoducato (FC Uster). WBTestspiele sind am 18. Juli in Zug (11.00 Uhr, Stadion Herti), am 22. Juli in Cham (19.30 Uhr, Stadion Eizmoos) und am 31. Juli in Langenthal (20.00 Uhr, Stadion Rankmatte). Der Anpfiff in die neue Saison erfolgt am 8. August mit dem Auswärtsspiel in Dietikon.
Knonau plant Der neu konstituierte Gemeinderat hat die Weichen für die Legislatur 2026– 2030 gestellt und gleichzeitig zahlreiche Projekte für Infrastruktur, Natur, Energie und den Dorf kern auf den Weg gebracht. Geplant sind unter anderem die Aufwertung des Haselbachs und des Wattbachs, die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung, die Aktualisierung der Energieplanung sowie verschiedene Investitionen in Strassen, Brücken und den Werkdienst. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde. (red)
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Wo das Säuliamt vermessen wird Geomatiker sorgen dafür, dass Grundstücksgrenzen dort liegen, wo sie hingehören Was auf der Landkarte wie eine einfache Linie aussieht, ist das Ergebnis präziser Vermessungsarbeit. Im dritten Teil der Sommerserie «Grenzen» begleiten wir die Fachleute der Firma gpw aus Affoltern am Albis, die im Knonauer Amt für die amtliche Vermessung in zwölf Gemeinden zuständig sind. Ihre Aufgabe: Grundstücksgrenzen exakt bestimmen, dokumentieren und bei Bedarf wieder sichtbar machen. Nach der Sanierung einer Gemeindestrasse oberhalb von Mettmenstetten
müssen mehrere verschwundene Grenzzeichen neu gesetzt werden. Mithilfe modernster Satellitentechnik suchen Geomatiktechniker Abdulla Yalin und Lernender Alexander Berglas die ursprünglichen Grenzpunkte zentimetergenau. Grundlage dafür bilden sogenannte Lagefixpunkte – dauerhaft markierte Referenzpunkte, die sich über die ganze Schweiz erstrecken und das Fundament jeder Vermessung bilden. Die Reportage zeigt, wie eng Feldarbeit und Büroarbeit im Beruf des Geo-
matikers miteinander verbunden sind und weshalb die amtliche Vermessung in der Schweiz strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt. Gleichzeitig wird sichtbar, dass die Realität vor Ort nicht immer mit den Plänen übereinstimmt: Nach dem Strassenumbau verläuft die neue Fahrbahn stellenweise nicht mehr entlang der eigentlichen Grundstücksgrenzen. Solche Fälle machen deutlich, wie wichtig exakte Vermessung für Eigentum, Rechtssicherheit und das Zusammenleben ist – auch wenn die eigentliche
Lösung später Juristen, Behörden und Grundeigentümern überlassen bleibt. Hinter jedem Grenzstein steckt ein aufwendiges Zusammenspiel aus moderner Messtechnik, gesetzlicher Verantwortung und sorgfältiger Kontrolle. Die Reportage zeigt, wie Geomatiker dafür sorgen, dass Eigentumsgrenzen auch nach Strassenbauten oder anderen Veränderungen eindeutig nachvollziehbar bleiben. (red)
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