CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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Feuerwerksverbot vors Volk
Neues Präsidium
In Bonstetten wird an der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember über ein ganzjähriges Verbot von lärmendem Feuerwerk entschieden. Seite 8
An der Generalversammlung der Genossenschaft Rössli übergab Markus Tschan das Präsidium nach sieben Jahren an Miro Hegnauer. Seite 8
Vom Versuch der SVP, Junge für die Politik zu gewinnen Podiumsdiskussion zwischen einem Rechtsaussen-Politiker und einem «Klima-Kleber» Daniel Vaia Kann das gut gehen? Um junge Menschen für die Politik zu interessieren, hat die SVP Bonstetten am Samstag einen ungewöhnlichen Versuch gestartet: ein Podiumsgespräch zwischen einem wegen Rassismus verurteilten SVP-Vertreter auf der einen Seite und einem ebenfalls verurteilten «Klima-Kleber» auf der anderen. Man müsse schauen, so Claude Wuillemin, Präsident der SVP-Ortspartei Bonstetten, einleitend, dass aus der Partei «kein Rollator-Club» werde; deshalb dieser Anlass, der sich explizit an junge Wählerinnen und Wähler richtet. Ein Rechtsaussen-Politiker und ein «Klima-Kleber». Was auf dem Papier nach harten politischen Auseinandersetzungen tönt, was bei manchen schon beim Lesen Empörung hervorrufen dürfte, endete am frühen Samstagabend im Bonstetter Gemeindesaal mit einer Reihe von Überraschungen und Erkenntnissen, die nur zum Teil mit rechts oder links zu tun haben. Geladen als Podiumsgäste waren der Aargauer SVP-Politiker Naveen Hofstetter und der Klimaaktivist Max Vögtli. Beide waren schon zig Mal wegen Gerichtsurteilen beziehungsweise politischen Aktionen in den Medien: Hofstetter, weil er wegen Diskriminierung auf Aufruf zu Hass verurteilt wurde, Vögtli, weil er als «Klima-Kleber» wiederholt Strassen blockierte beziehungsweise sich einmal an den Rahmen eines Segantini-Gemäldes im Zürcher Kunsthaus klebte.
415 Briefe, 22 Anmeldungen Im Publikum: Junge Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 21 aus Bonstetten, Wettswil und Stallikon. 415 von ihnen hatte die SVP angeschrieben für diesen Versuch. Der Rücklauf: bescheiden. Nur 22 Anmeldungen gingen bei der Partei ein, dazu zwei Entschuldigungen und zwei Versprechen, bei einem nächsten Anlass teilzunehmen. Die effektive Teilnahme am Samstag war dann sogar noch bescheidener: Gerade mal
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Tore bei zwei Gegentoren reichen FC-Hausen-Frauen für Wiederaufstieg in die 3. Liga. Seite 17
«Vielen fällt es schwer, jemanden anzurufen.» Seite 3 Daniel Frischkopf, Sekundarlehrer Projekt «Lift». (Bild Desirée Ayer)
Kostenpunkt 21 Millionen
Schoggi aus Bonstetten für die beiden Protagonisten des SVP-Podiumsgesprächs: (v. l. n. r.) «Klima-Kleber» Max Vögtli, Ortsparteipräsident Claude Wuillemin und Rechtsaussen-Politiker Naveen Hofstetter. (Bild Daniel Vaia) acht junge Frauen und Männer waren es schliesslich, die sich im Halbkreis vor dem Podium versammelten. Die übrigen Angemeldeten tauchten nicht auf, ohne Entschuldigung. So weit, so unerwartet. Und für die Partei insofern zusätzlich ärgerlich, weil sie für 22 Personen und die aufgebotenen Betreuer bei der örtlichen Bäckerei jede Menge Mini-Sandwiches geordert hatte und dazu Nussstengel. Von der mittlerweile weitverbreiteten Unart, trotz Anmeldung/Reservation unentschuldigt nicht an einem Anlass teilzunehmen, können unter anderem auch die Wirte ein Lied singen. Das unhöfliche Verhalten beschränkt sich nicht allein auf jüngere Generationen. Ebenso unerwartet der Auftritt der beiden Pro-
tagonisten. Obwohl an den entgegengesetzten Polen des politischen Spektrums anzusiedeln, gab es keine wirklich direkte Konfrontation zwischen den beiden. Zu weit entfernt waren ihre politischen Kernthemen. Hofstetter sprach über die Definition von Rassismus und in Zusammenhang mit Afrika und Moslems über kulturelle und religiöse Unterschiede, Vögtli übers Klima und aktivistische Aktionen. Befragt von Claude Wuillemin über ihre Herkunft und ihren Einstieg in die Politik, zeigten sich beide so offen, dass sie zunehmend als Menschen begreifbar wurden – und die Politiker in den Hintergrund traten. Hofstetter wurde in Indien geboren und mit vier Monaten von einem Schweizer Ehepaar adoptiert; er wuchs
in Niederwil (AG) auf, machte eine Ausbildung zum Elektriker und arbeitet in diesem Beruf als selbstständiger Unternehmer in Rothrist. Zur SVP sei er gekommen, weil ihn «linke Lehrer» als Dunkelhäutigen («das ist auch eine Form von Rassismus») immer vor der SVP gewarnt hätten. Als er dann aber mal an einem SVP-Anlass teilgenommen habe, sei er äusserst freundlich aufgenommen worden. Es sei, das müsse er einräumen, letztlich ein (ebenfalls) linksorientierter Lehrer gewesen, der ihn zur aktiven Teilnahme in der Politik ermunterte, trotz seiner schon damals bekannten Sympathie für die SVP.
Der «Anzeiger» überschreitet Grenzen
Diesen Schmetterling sichtete Yvonne Hurter aus Rifferswil auf dem Albispass.
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Fortsetzung Seite 3
Start der Sommerserie In der diesjährigen Sommerserie befassen sich die Journalistinnen und Journalisten des «Anzeigers» mit dem Thema «Grenzen». Wo wurden einst Grenzen gezogen und wo werden Grenzen durchbrochen? Und vielleicht gibt es auch einmal etwas Grenzwertiges. Ein jeder Teil für sich ist eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Grenzbegriff, sei dies in abstrakter Form oder konkret, sodass man sich beim Lesen automatisch die Frage stellen wird, wo die eigenen Grenzen liegen und wann diese bereits einmal überschritten wurden.
Nach der Veröffentlichung der Abstimmungsvorlage zum Schulhausneubau sehen sich die Stallikerinnen und Stalliker vor der Entscheidung zwischen zwei Varianten. Auf eine Verschiebung der Abstimmung und die Einholung von Offerten für den Bau von Schulraum/ Mehrzweckhalle in günstiger, hochwertiger Modulbauweise, wie in einer Petition gefordert, verzichtet der Gemeinderat und weist sie ab. Zur Modulbauweise als günstigerer Alternative äussert er sich folgendermassen: «Sie könne in bestimmten Situationen zwar eine zweckmässige und wirtschaftliche Lösung darstellen. Beim vorliegenden Projekt handle es sich jedoch nicht um einen einfachen Schulraumbau, sondern um ein komplexes Bauvorhaben mit unterschiedlichen Nutzungsanforderungen». Die vier Urheber der Petition wollten noch keine abschliessende Position zur Abstimmungsvorlage beziehen. Derweil konnte der Gemeinderat die erfreuliche Botschaft verkünden, dass der Neubau Schulhaus Pünten ohne Erhöhung des Steuerfusses finanziert werden könne. Dies, obwohl das Projekt zwischen 21.1 und 21.9 Millionen Franken kosten soll. Bei der teureren Variante A würde der Generationenplatz unter anderem mit zusätzlichen Sportanlagen und einem Gebäude mit öffentlicher WC-Anlage ausgestattet, bei der günstigeren Variante B würde vorderhand darauf verzichtet werden. (red)
Den Anfang in dieser Ausgabe macht Angela Bernetta. Sie befasst sich im Beitrag «Mehr Wild im Wald» mit der Tierpopulation im Amt und mit tierischen Grenzgängern wie Wolf, Luchs und Gämsen, die immer häufiger durch die Region wandern. Karin Hindenlang Clerc, Jagdgesellschaft Affoltern am Albis und Geschäftsführerin der Stiftung Wildnispark Zürich, und Isabelle Rüegg von der Medienstelle der kantonalen Baudirektion gaben Auskunft. (red)
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