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038_2023

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 38 I 177. Jahrgang I Dienstag, 23. Mai 2023

Unterkunft

Die Gemeinde Bonstetten wird Geflüchtete in der Militärunterkunft unterbringen. > Seite 3

Ortsmuseum

In Zwillikon werden die Werke des Affoltemer Malers Conrad Steinmann ausgestellt. > Seite 3

Über Parteigrenzen

Jungpolitiker haben sich in Mettmenstetten zum Klimagesetz ausgetauscht. > Seite 5

Tixi Säuliamt

60 Personen fahren für Tixi im Säuliamt, es dürften aber noch mehr sein. > Seite 8

Mit allen Wassern gewaschene Industriegeschichte Grosses Interesse am kleinen Kraftwerk in Ottenbach Das historische Kleinkraftwerk Ottenbach wurde am Samstag, dem «Schweizer Mühlentag», geradezu überrannt von Besuchern.

Ottenbachs Museum an der Strandpromenade Renoviert und herausgeputzt präsentierte sich die Anlage an diesem Samstag den vielen Besucherinnen und Besuchern. Die Räume sind neu gestrichen, das stilvolle, altehrwürdige IndustrieGrüngrau wurde beibehalten, die schwarzen Maschinenteile geölt, der grosse Riemen der Königswelle glänzte,

Bereit zur Führung, ausgerüstet mit modernen Kopfhörern. (Bild Christine Häusermann) als wäre er speziell gewienert worden und die mit Messing eingefassten Instrumente auf der alten Schalttafel im Arts-Déco-Stil strahlten wie kleine Sonnen. Aufgerüstet hat man aber auch die moderne Präsentationstechnik. Mittels Beamer können Erklärungen nun auch für alle gut sichtbar an die Wand projiziert werden. Der Hauptakteurin, der Francis Turbine, genügte derweil Wasser und die passende Zuleitung der Schaufeln des Leitapparates, um zuverlässig grollend, wie schon vor 100 Jahren, ihren Dienst zu tun. Der ’Frühlingsputz’ wurde finanziell durch den Lotteriefonds, eigene Fundraising-Anstrengungen und dank weniger, technikbegeisterter Gönner möglich, wie Hans Fässler, langjähriger Kassier des Vereins erklärte. Dank der neuen Steinpflästerung des Areals und der grossen Freitreppe, ist die Anlage stark aufgewertet. Am Samstag hat der Verein eine Festwirtschaft mit Partyzelt und Festbänken errichtet. Kissen auf der Freitreppe luden zum Verweilen bei schönem, aber windigem Wetter ein. Auf Info-Tafeln

konnte man sich einen Einblick in Technik, Turbinentypen und zugehöriges Gewerbe verschaffen. Nach dem Marsch hinauf zum Streichwehr, entlang des Ottenbacher «Canal du Midi» und den fachlich fundierten Ausführungen der «HobbyKraftwerkler», gab es zur Stärkung Getränke und eine Grillwurst. Das historische Kleinkraftwerk liegt an der Strandpromenade gegen die Reuss hinunter. Dass im Sommer eine Gelateria oder eine Cafébar am Wochenende die Fundraising-Kassen des Vereins füllen sollen, davon hat Vereinspräsident Heinz Geiger leider nichts erwähnt, sicher ist aber, dass an den «Tagen des Denkmals», am 10. und 11. September, die nächste öffentliche Besichtigung des Kraftwerkes möglich ist, Gruppen melden sich beim Verein separat.

«Jede erneuerbare und einheimische Kilowattstunde zählt» Der Verein Historisches Kleinkraftwerk Ottenbach hat sich der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde angeschlos-

sen, die jeweils am Samstag nach Auffahrt den «Schweizer Mühlentag» durchführt. Jahresthema 2023 ist «Strom aus Schweizer Mühlenbächen». Die Vereinigung schreibt, dass mit dem Bau von Mühlen vor Jahrzehnten und gar Jahrhunderten, biodiverse Habitate geschaffen wurden. Das Spannungsfeld an Schweizer Gewässern sei aber gross und alte Mühlen würden bei Konzessionen an der Politik scheitern. Die Vereinigung unterstützt deshalb die Initiative «Jede erneuerbare und einheimische Kilowattstunde zählt». Wie erwähnt, wurde das 100-jährige Jubiläum der Francis-Turbine gefeiert, die ab 1920 zuverlässig Strom für die Webstühle der damaligen Weberei in Ottenbach lieferte und noch heute funktioniert. In seinen Memoiren berichtet Jakob Häusermann, dass es sich im riesigen Websaal, voller ratternder Webstühle, wie unter «gereizten, knurrenden Hunden und stampfenden Pferden» anfühlte, als er 1919 die Weberlehre in der Fabrik absolvierte.

Hawa wurde gehackt

Bei einem Sturz ist am Sonntagnachmittag, 21. Mai, in Hausen ein E-Bikefahrer schwer verletzt worden.

Der Mettmenstetter Schiebebeschlaghersteller wurde Opfer eines Cyberangriffs.

Kurz nach 15 Uhr fuhr eine Gruppe von vier Velofahrerinnen und -fahrern mit E-Bikes ausserorts auf dem Radweg der Albisstrasse Richtung Hausen. Aus derzeit nicht geklärten Gründen stürzte ein 73-jähriger Mann beim Kreuzen mit einem entgegenkommenden Radfahrer.

Am letzten Aprilwochenende sei ihre Informatik Opfer eines Cyberangriffs geworden, teilt die Hawa Sliding Solutions AG in Mettmenstetten mit. Der Angriff habe – gemäss aktuellen Erkenntnissen – auf die internen Systeme des Unternehmens abgezielt, welche zur Bestellabwicklung, zur Produktion und

Der Säuliämtler Triathlet Bernhard Schneider bereitet sich nach seiner Herz-OP auf die Ironman-Weltmeisterschaften im September vor.

> Weiterer Bericht auf Seite 17

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> «Fabrik-Memoiren» auf Seite 7

Rettungshelikopter in Hausen Dabei zog er sich schwere Kopf- und Oberkörperverletzungen zu und musste nach der medizinischen Erstversorgung durch ein Rettungsteam mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen werden. Er hatte einen Helm getragen. Am Fahrrad entstand Sachschaden. Die genaue Unfallursache wird gemäss Kantonspolizei noch untersucht. Im Einsatz standen nebst ihr ein Rettungsteam von Schutz & Rettung Zürich, die Kommunalpolizei Affoltern und die Rega. (red.)

Nach OP zurück auf der Strecke

Im vergangenen Oktober brach bei Bernhard Schneider an der «70.3-WM» über die halbe Ironmandistanz gleich nach dem Start Vorhofflimmern aus. Da er das Phänomen kannte, konnte er mit stark reduzierter Leistung dennoch das Ziel erreichen, doch es motivierte ihn zu einer Operation, einer sogenannten Ablation. Danach war ein schrittweiser Aufbau erforderlich. Bernhard Schneider hatte nach seiner ersten Ablation 2015 noch Medikamente genommen, diesmal verzichtete er darauf, da ein optimaler Aufbau keine Nebenwirkungen und langfristig mehr Erfolg zeitige. Nun ist Halbzeit zwischen der Operation und der Ironman-WM, die in diesem Jahr für die Männer von Hawaii nach Nizza verlegt wurde. Am kommenden Sonntag wagt er den ersten Ironman 70.3 im Kraichgau in Baden-Württemberg. Diesen ersten Test stuft er als C-Wettkampf ein, das heisst, er testet nebst seiner aktuellen Fitness diverse Details, während Rang und Zeit sekundär sind. (red.)

Von Christine häusermann Geschichten über und von der «Fabrik» waren ein beliebtes Gesprächsthema, wenn man sich mit älteren Ottenbacherinnen und Ottenbachern unterhielt. Vom Direktor Hürlimann und seiner Familie, dem die Mutter die Milch am Dienstboteneingang anlieferte, von Buben, die den Nachtwächter austricksten, um die reifen Aprikosen von der Südwand der Fabrik zu pflücken und von den Dramen, die sich im täglichen Fabrikleben abspielten, zum Beispiel von ungerechten Vorgesetzten, die ihre Macht gerne demonstrierten. Nachzulesen sind einige im Buch «Ottenbacher Geschichte(-n)», das es auf der Gemeindeverwaltung Ottenbach zu kaufen gibt. Heute lebt nur noch eine Handvoll Menschen, die das «Fabrikleben» aus eigener Erfahrung kennen, die meisten sind bereits selbst Geschichte geworden, so wie auch die Weberei, die in den 70erJahren stillgelegt wurde. Überlebt aber, hat die mechanische Technik, die den Betrieb am Laufen gehalten hat und die ist so faszinierend, wie die alten Geschichten. Das zeigte sich an der Besucherzahl vom vergangenen Samstag, an dem das historische Kleinkraftwerk Ottenbach seine Türen wieder öffnete, um endlich das 100-jährige Jubiläum der alten Lady im Untergrund, der Francis Turbine der Firma Bell in Kriens, zu feiern – notabene mit dreijähriger, coronabedingter Verspätung.

Rotary Classic

68 Oldtimer fuhren 192 Kilometer und sammelten so Geld für einen guten Zweck. > Seite 9

zur Distribution genutzt werden. Nach Bekanntwerden des Angriffs habe man sofort ein umfangreiches Massnahmenpaket aktiviert. Gleichzeitig wurden zur Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Kunden und externen Partnern sämtliche Systeme heruntergefahren und vom Netz getrennt, dies unter Einbezug von externen Spezialisten und eines internen Krisenstabs. (red.)

> Weiterer Bericht auf Seite 11

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