CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 13 I 177. Jahrgang I Freitag, 17. Februar 2023
Vollsperrung
Nächste Woche erfolgt ein Holzschlag an der Verbindung zwischen Stallikon und Bonstetten. > Seite 3
Einbrecher aktiv
In diversen Ämtler Gemeinden wurde vor allem Sachschaden angerichtet. > Seite 5
Mehr Bisse
Wie man sich in kritischen Situationen mit Hunden richtig verhält. > Seite 6
Kunterbunt
Schnitzelbänke und Guggenmusik an der Knonauer Dorf-Fasnacht mit Motto «Blüemliwiese». > Seite 7
Wohin mit den Flüchtlingen? Gemeinderat Mettmenstetten will Asylbewerber in Eigentumswohnung einquartieren Die Gemeinde muss Wohnraum für Asylbewerber bereitstellen – nun sorgt ein geplanter Kauf einer 5½-Zimmer-Wohnung für Kritik. von luc müller Über 50 Rekurse sind beim Bezirksrat Affoltern eingegangen – gegen den geplanten Kauf einer 5½-Zimmer-Wohnung in Mettmenstetten, den der Gemeinderat tätigen will. In einer Wohnung an der Grundrebenstrasse 74 sollen künftig Asylbewerber untergebracht werden, wie der Gemeinderat erklärte. Diese bietet rund 130 Quadratmeter Wohnfläche und wurde 2003 gebaut. Den dafür benötigten Kredit von 1,045 Mio. Franken hat der Gemeinderat als gebundene Ausgabe, also ohne Entscheid der Gemeindeversammlung, am 31. Januar beschlossen. Der kantonale Sicherheitsdirektor Mario Fehr erklärte in einem Schreiben vom November 2022 in diesem Zusammenhang, dass es sich angesichts der angespannten Lage im Asylbereich bei der zusätzlichen Bereitstellung von Wohnraum im Asylwesen um gebundene Ausgaben handelt. Die Kreditbewilligung wurde am 3. Februar wie gesetzlich vorgeschrieben im «Anzeiger» publiziert. Dagegen konnte innerhalb von fünf Tagen Rekurs beim Bezirksrat eingereicht werden. «Der Bezirksrat wird uns die eingegangenen Rekurse noch diese Woche zustellen. Unverzüglich danach werden wir unsere Stellungnahme versenden», erklärt Oliver Bär, Geschäftsführer der Gemeinde Mettmenstetten.
50 Asylbewerber in Mettmenstetten Die Gemeinde komme mit dem Kauf der Wohnung ihrer gesetzlichen Pflicht nach, genügend Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, wie Bär betont. Alle Gemeinden im Kanton müssen gemäss einem Verteilschlüssel eine gewisse Anzahl der Asylbewerber, die der Bund dem Kanton Zürich gesamthaft zugewiesen hat, bei sich aufnehmen. Mettmenstetten hat wie die allermeisten Gemeinden im Kanton eine Asylquote von 0,9 Prozent zu erfüllen: Das entspricht 50 Personen. Im April 2022 ist die Quote von 0,5 auf 0,9 Prozent erhöht worden. «Derzeit haben wir alle 50 Asylbewerber in der Gemeinde unterbringen können», sagt Oliver Bär. Darunter sind auch viele Geflüchtete aus der Ukraine mit S-Status, von denen bisher einige bei
In diesem Haus will der Gemeinderat Mettmenstetten die Eigentumswohnung erwerben. (Bild Luc Müller) Privatpersonen wohnen konnten. Da verschiedene temporäre Unterbringungen nicht mehr verlängert werden können, muss die Gemeinde einspringen und für Wohnraum sorgen. Zum Geschäft «Liegenschaftenerwerb Grundrebenstrasse 74» gibt es einen öffentlichen Beschluss des Gemeinderats, den die Bevölkerung einsehen konnte. Darin heisst es, dass die Gemeinde bis Sommer 2023 zusätzlich Wohnraum für 13 Flüchtlinge schaffen muss. Genauso viele Plätze kann die Gemeinde derzeit zur Verfügung stellen – die 5½-ZimmerWohnung, welche der Gemeinderat kaufen will, noch nicht eingerechnet. Es sei aber je nach Familienkonstellation, Geschlecht oder Alter nicht zumutbar, eine Asylunterkunft maximal zu belegen. Es brauche einen Puffer von mindestens 10 Prozent oder fünf Plätzen, heisst es im Gemeinderatsprotokoll. Heisst: bis im Sommer sind zusätzlich fünf Plätze für Asylbewerber in der Gemeinde zu suchen. Die 5½-Zimmer-Wohnung an der Grundrebenstrasse könnte hier Abhilfe schaffen.
«Besser als Container» In der 5½-Zimmer-Wohnung könnten maximal sieben oder acht Personen Platz finden, so Bär. «Die Wohnung hat sicher einen höheren Standard, als er bei Wohnraum für Asylbewerber üblich ist», sagt Oliver Bär. Aber der Markt an günstigen Wohnungen sei auch in Mettmenstetten ausgetrocknet. Die Gemeinde hat mehrmals Aufrufe für Mietwohnungen publiziert und vergangenen September zusätzliche personelle
Ressourcen geschaffen, um die Wohnungssuche zu intensivieren. «Dies hat sich als sehr schwierig herausgestellt, da nur wenige Eigentümer bereit sind, ihre Häuser und Wohnungen für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund ist ein Kauf einer Liegenschaft für die Gemeinde unausweichlich geworden», heisst es dazu im Gemeinderatsprotokoll. Das Aufstellen von Wohncontainern für Schutzsuchende würde aufgrund der Plan- und Lieferzeiten zu lange dauern. Die Gemeinde Mettmenstetten könnte ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachkommen. Zudem schone der Kauf einer Wohnung die Gemeindefinanzen wesentlich besser als der Kauf oder die Miete von Wohncontainern. Container für 30 Personen zu kaufen, zu installieren und zu demontieren würde die Gemeinde ungefähr 600 000 Franken kosten, rechnet Oliver Bär vor. Zusätzlich müssten Werkleitungen und ein Fundament erstellt werden – ein Baugesuch wäre dazu nötig. Eine Wohnung könne hingegen gekauft, und nach der Asylkrise wieder verkauft oder anderweitig verwendet werden. Es gebe zwar Bauland im Gemeindebesitz, auf dem die Container stehen könnten. «Aber der Gemeinderat will kein konzentriertes Container-Dorf erstellen», sagt Bär. «Container könnten wohl erst im Sommer bezogen werden. Wir benötigen aber schon Ende Februar zusätzliche Plätze. Die Container stellen für uns deshalb keine Option dar.» Zusätzlich prüft die Gemeinde derzeit auch, ob im Falle einer weiteren Erhö-
hung der Asylquote Asylbewerber kurzfristig in einer Zivilschutzanlage untergebracht werden könnten. Diese Option sei jedoch nur als Übergangslösung für ein paar Monate gedacht.
Innert weniger Wochen praktisch alle Klimazonen erleben – das ist in Japan möglich. Hedingerin Selina Brodmann hat das Land der aufgehenden Sonne drei Monate bereist. An Okinawas Stränden mit dem türkisblauen Wasser kommt Südsee-Feeling auf, die Präfektur Hokkaido ist für ihren leichten Pulverschnee bekannt. Das ist nur einer von ganz vielen Gegensätzen, die Japan als Reiseland so speziell machen. Eine, die diese ganze Vielfalt erlebt hat, ist Selina Brodmann aus Hedingen. Die 19-Jährige hat die Inselgruppen Japans mit ihrem Freund drei Monate lang bereist. Dabei waren sie meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. «Die Fahrpläne sind äusserst verlässlich», sagt die junge Hedingerin. Und der Hochgeschwindigkeitszug «Shinkansen» kann bis zu 500 km/h erreichen. In ihrem Erlebnisbericht vermittelt Selina Brodmann aber auch ihre Eindrücke aus der Weltmetropole Tokio, der Tempelstadt Kyoto und von atemberaubenden Vulkan-Landschaften. (red.)
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Auch die SVP Mettmenstetten hat Rekurs gegen den geplanten Kauf der 5½-Zimmer-Wohnung eingelegt. «Uns geht es grundsätzlich darum, dass die Volksrechte respektiert werden», erklärt Christoph Niederer, Vizepräsident der SVP Mettmenstetten. «Wir sehen zwar die Herausforderung, dass die Gemeinde Wohnraum für Asylbewerber zur Verfügung stellen muss. Aber das Volk sollte bei diesem Geschäft angesichts dessen Tragweite mitreden können.» Es fehle an der zeitlichen Dringlichkeit der strittigen Investition. Es hätte genügend Zeit bestanden, das Geschäft und insbesondere eine Massnahme dieser Grössenordnung der Gemeindeversammlung vorzulegen. «Derzeit sind noch genügend Plätze für die Asylsuchenden vorhanden», ist im SVP-Rekurs weiter zu lesen. «Anstelle des Kaufs einer Wohnung käme auch eine Miete in Frage, anstelle einer einzigen 5½-Zimmer-Eigentumswohnung wäre die Miete oder der Erwerb kleinerer Wohnungen zu prüfen.» Weitere Alternativen, wie Container oder Umnutzungen müssten ebenfalls unter Einbezug der Öffentlichkeit evaluiert werden. «Demnach handelt es sich, entgegen der Auffassung des Gemeinderats, beim geplanten Erwerb der Eigentumswohnung nicht um eine gebundene Ausgabe.»
Intelligente Krähen bald im Kino
Mehr als die Hälfte der Listen, die an den Kantonsratswahlen vom vergangenen Sonntag eingelegt wurden, waren verändert. Mit 13,28 Panaschierstimmen pro 100 listenfremde Wahlzettel ist Daniel Sommer (EVP) einmal mehr Panaschierkönig – nicht nur im Bezirk Affoltern: Gemessen an der Zahl der listenfremden Wahlzettel im eigenen
Ab dem 2. März läuft in den Kinos ein neuer Schweizer Film (von Martin Schilt) über Krähen. Die schwarzen Vögel sind sehr intelligent. Bekannt ist beispielsweise, dass die Raben Futter-Vorräte anlegen. Sie können vorausschauend planen und Probleme kreativ lösen, wie Forscher entdeckt haben. Neukaledonische Krähen zum Beispiel haben auch
> Bericht auf Seite 3
Von Hightech bis Vulkan-Landschaft
SVP will Bürger miteinbeziehen
Panaschierkönig aus Affoltern Wahlkreis hat im ganzen Kanton keiner besser abgeschnitten als der Affoltemer. Fast zwei Drittel seiner Stimmen stammen von anderen Listen. An zweiter Stelle der Panaschier-Rangliste folgt Thomas Schweizer (Hedingen, Grüne), vor Ronald Alder (Ottenbach, GLP). (red.)
47 Jahre Pöstler
Bonstetter Claude Wuillemin geht als Leiter der Distributionsbasis in Pension. > Seite 11
gelernt, Werkzeuge zu produzieren. Entsprechend war der Kolkrabe, bevor er im Mittelalter zum Untier wurde, für viele Völker ein heiliges Symbol für Weisheit und Gedächtnis. Bei den Germanen hatte er neben dem Wolf die höchste Stellung als Göttertier. (red.)
> Bericht auf Seite 5
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