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003_2023

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 3 I 177. Jahrgang I Freitag, 13. Januar 2023

Gute Karten

Zwei Ämtler wurden bei der SRF-Sendung «Samschtig-Jass» fast zu Jasskönigen. > Seite 3

Sonnige Aussichten

Die Solarfirmen Solarify und Adev machen im Säuliamt gemeinsame Sache. > Seite 5

Schule im Fokus

Die Schulpflege Stallikon informiert am 25. Januar über ihre Schulraumplanung. > Seite 7

Chat mit 14-Jähriger

Am Obergericht gab es einen Freispruch für den Angeklagten, dem es um Sex ging. > Seite 9

Politische Aussagen szenisch umgesetzt als neue Perspektive

Sie wollen Stimmen

Weitere Kandidatinnen und Kandidaten für den Kantonsrat stellen sich vor. > Seite 9 und 10

Weiterhin wenig Arbeitslose

Ämtler Kandidierende stellten sich dem Wahlkampf-Theater in der Aula Ennetgraben

Tiefe Arbeitslosigkeit und eine Vielzahl offener Stellen haben den Arbeitsmarkt 2022 geprägt – auch wenn die Arbeitslosenzahlen im Dezember noch leicht anstiegen.

Polit-Theater auf der Bühne der Aula Ennetgraben. Die Darstellerinnen des Playback-Theaters ziehen an einem Strang, die Kantonsrats-Kandidierenden – von links: Daniel Sommer, Hannah Pfalzgraf, Kurt Meister, Ronald Alder, Tamara Fakhreddine und Thomas Schweizer – schauen gebannt zu. (Bild Thomas Stöckli)

Ende Dezember waren 429 Personen aus dem Knonauer Amt bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet, 26 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 1,4 Prozent. Der Anstieg fällt allerdings viel geringer aus, als es zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre, teilt das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) mit. Bereinigt um saisonale Effekte habe die Zahl der Arbeitslosen sogar abgenommen. Der Krieg in der Ukraine, die Energielage und die Covid-Situation in China sorgen weiterhin für Unsicherheit. Dennoch haben sich die Geschäftserwartungen stabilisiert. Zum Jahresende ist die Geschäftslage der Zürcher Unternehmen nach wie vor robust. Das Wachstum der Wirtschaft dürfte in den nächsten Monaten nicht einbrechen, aber sich wohl verlangsamen, prognostiziert das AWA. (tst.)

Ein Polit-Theater anstelle eines stieren Podiums? KantonsratsKandidierende von sechs Parteien haben die ungewöhnliche Herausforderung angenommen und dem Publikum einen vor allem unterhaltenden Abend beschert. von Thomas sTöckli «Wisst ihr nun, wen ihr wählt?», fragte Karin Bettina Gisler, Leiterin des Playback-Theaters Zürich, nach anderthalb Stunden interaktivem Polit-Theater ins Publikum und auf ihre Frage schnellten überall Hände in die Höhe. Bei der nächsten Frage: «Habt ihr es auch vorher schon gewusst?», schienen es allerdings kaum weniger Hände zu sein. Rund anderthalb Stunden zuvor hatten sich bereits rund 150 Interessierte in der Aula Ennetgraben eingefunden. Während im Publikum die Neugierde auf den für ein Wahlpodium ungewohnten Ansatz erkennbar war, hatte die eine oder der andere unter den sechs Kandidierenden sichtlich mit Lampenfieber

zu kämpfen. Schliesslich sollte einiges anders laufen, als man es sich gewohnt war. Der Herausforderung stellten sich die Spitzenkandidierenden der SP, der FDP, der GLP, der Grünen und der EVP, sowie ein Kandidat der Mitte. Auf die Teilnahme verzichtet haben die SVP und die EDU.

Einen unterhaltenden Ansatz bieten «Warum machen wir so ein Theater?», fragte Rolf Vollenweider, Präsident der SP Bezirk Affoltern, welche aktuell den Vorsitz in der Interparteilichen Konferenz (IPK) des Bezirks innehat, rhetorisch in die Runde. Die Antwort gab er gleich selbst: Weil herkömmliche Wahlpodien auf immer weniger Interesse stossen, habe man einen unterhaltenden Ansatz zur Politik bieten wollen. So wünschte er den Anwesenden einen vergnüglichen Abend – «und vielleicht die eine oder andere Erkenntnis, die hilft, den Wahlzettel auszufüllen.» Dass es ein interaktiver Abend werden würde, sich das Publikum also aktiv einbringen durfte, ja sogar sollte,

Dem Spital treu Die Fasnacht in neuer Funktion kehrt zurück

machte das Team des Playback-Theaters von Anfang an klar. «Was ist Politik?», fragte Karin Gisler in den Saal. «Demokratie möglich machen» und «ist immer und überall da», tönte es unter anderem zurück. Daraus formten die drei Schauspielerinnen auf der Bühne dann spontan ihre ersten Szenen. Exakt zwei Minuten hatten die Kandidierenden Zeit, sich selbst und ihre Positionen vorzustellen. Den Anfang machte Mitte-Kandidat Kurt Meister, stellvertretend für Clemens Grötsch, dem das Konzept der Veranstaltung nicht in die Strategie passte: «Ich mache einen Inhalts-Wahlkampf», sagte er auf Nachfrage. Es folgten in ausgeloster Reihenfolge Thomas Schweizer (Grüne), Ronald Alder (GLP), Tamara Fakhreddine (FDP), Hannah Pfalzgraf (SP) und schliesslich Daniel Sommer (EVP), der nicht nur als Kantonsrat zur Wiederwahl steht, sondern auch für den Regierungsrat kandidiert. Dazwischen setzen die Schauspielerinnen mit musikalischer Begleitung immer wieder Teile der Aussagen szenisch um, mal eine Kernbotschaft,

mal eine Nuance, mal eine Reaktion aus dem Publikum. So bekommt das Publikum präsentiert, wie ein «Regierungsrats-Schlupf löchli» aussehen könnte, wie Menschen mit unterschiedlichen Ideen am gleichen Strick ziehen, und darf sich einen «Chancengleichheits-Blues» anhören. Die teils bissigen und liebevoll-entlarvenden aber nie bösartig-blossstellenden Darbietungen wurden mit viel Applaus gefeiert.

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Austausch über Parteigrenzen hinaus Wie die eingangs erwähnte Publikumsbefragung nahelegt, dürfte der Anlass kaum zur Meinungsbildung für Unentschlossene beigetragen haben. Aber immerhin ist es durch die Anreicherung der Informationen mit Unterhaltung gelungen, den so wichtigen Austausch über Parteigrenzen hinaus anzuregen. «Zumindest hattet ihr einen schönen Abend», bilanzierte Karin Bettina Gisler pragmatisch, ehe Rolf Vollenweider in den Apéro entliess.

> Weiterer Bericht auf Seite 3

Bioläden haben zu knabbern

Radquerfahrer suchen die Meister

Während 25 Jahren hat Matthias Wiens das Spital Affoltern mitgeprägt. Nach der Schliessung der Chirurgie musste der Chefarzt seine Wirkungsstätte Mitte Dezember schweren Herzens verlassen. Per Anfang Februar wird er im Spital Zofingen als leitender Arzt Chirurgie anfangen. «Ich bin fürs Leben gerne Chirurg», so Wiens. Und auch fürs Spital Affoltern wird er sich weiterhin einsetzen: Neu ist er im Stiftungsrat der Stiftung Spital Affoltern tätig. (red.)

Noch gut drei Wochen müssen sich die Säuliämtler Fasnachtfans gedulden. Ab Februar finden wieder zahlreiche Maskenbälle im Amt statt. Gestartet wird am 3. Februar in Hedingen. Den Abschluss bildet traditionsgemäss Zwillikon am 4. März. Auch der Uerzliker Fasnachtsumzug durch das Oberamt wird am 26. Februar durchgeführt. Für die Kinder finden in zahlreichen Gemeinden fasnächtliche Anlässe und Umzüge statt. (red.)

Die Biolebensmittel-Branche ist im Umbruch: Letzte Woche musste die Kette Reformhaus Müller Konkurs anmelden, weil die Kunden in den letzten Jahren immer weniger wurden. Auch in Affoltern kämpft der Bioladen Sesam mit Umsatzeinbussen. Trotzdem setzt Besitzer Yves von Niederhäusern weiter mit Herzblut auf seinen Laden. Als Genossenschaft ist der «Tante Emmer»-Laden in Hausen organisiert. Das führe zu einer starken Kundenbindung, so eine Mitinitiantin. (red.)

Am Sonntag finden in Mettmenstetten die Schweizer Meisterschaften der Querfeldfahrerinnen und Querfeldfahrer statt. Der Verein IG Radquer aus Mettmenstetten führt den Grossanlass zum ersten Mal durch. Das Meisterschaftsrennen findet auf der Strecke ausgangs Mettmenstetten statt, wo Anfang Oktober 2022 das Querfeldeinrennen stattfand, das den Auftakt zu dem in dieser Saison neu ins Leben gerufenen «Swiss Cyclocross Cup» bildete. (red.)

> Interview auf Seite 7

> Bericht auf Seite 8

> Bericht auf Seite 13

> Bericht auf Seite 22

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