Skip to main content

Auto & Wirtschaft 12/2017

Page 1

Dezember 2017 Ă–sterreichische Post AG MZ 03Z035333 M A&W Verlag, Inkustr. 16 3400 Klosterneuburg

www.autoundwirtschaft.at

fokus Datenschutz: Rasches Handeln ist gefragt!

Handel Die Ziele von Stefan Kappacher (FCA) MarkenMonitor: Pokale fĂźr die Sieger

wirtschaft Richtige Diagnose wird immer wichtiger

GEWERBE Klein Autoteile: Besuch im neuen Zentrallager Banner will (und muss) in Linz weiter wachsen


KYB wünscht allen einen schönen Advent und fröhliche Weihnachten. Hey Weihnachtsmann: „Du kannst die Dämpfer für Deinen Schlitten bei uns abholen, damit Du immer sicher in der Spur bleibst!“

[käi] [wai] [bi]

Fahrwerkstechnik


EDITORIAL Digital ist nicht egal

Wenn Händler ehrlich sein dürfen!

ie bevorstehende digitale Revolution und deren Einfluss auf Handel, Vertrieb und Service waren neben der Dieseldebatte und der damit einhergehenden Inszenierung der E-Mobilität das zentrale Thema 2017. Das Geschäftsmodell von heute hat dauerhaft keine Zukunft, ist man vielerorts überzeugt, wird sich doch im digitalen Zeitalter die gesamte Wertschöpfungskette im Handel zwangsläufig verändern. • Das Produkt Auto wird bei diesen Entwicklungen immer komplexer und der Beratungsbedarf des Kunden wird steigen. Die Chance für den Handel besteht darin, im Zusammenspiel mit der digitalen Welt vor Ort dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Dann ist man auch für den Importeur ein unverzichtbarer Bestandteil seiner Multi-Channel-Strategie. • Für den Service der Zukunft werden der Datenzugang und dessen Nutzung entscheidend sein. Der freie Zugang zu den Fahrzeugdaten für die Betriebe muss dabei Programm sein. Wer den Kunden hat, macht auch das Geschäft und wer kreativ genug ist, die Kundendaten für gezielte Angebote und neue Pakete zu nutzen, ist der große Gewinner. Dafür werden sich die Prozesse der Zusammenarbeit von Handel und Importeur verändern müssen. Für den gemeinsamen Erfolg werden Vertrauen und gelebte Partnerschaft immer wichtiger. • Übrigens: Digital ist auch für unseren Verlag nicht egal. Lassen Sie sich überraschen, was wir Ihnen ins Geschenkpapier, pardon in den Informationsmix, gepackt haben und öffnen wir gemeinsam 2018 das Packerl. Wir wünschen uns den gemeinsamen Erfolg!

Selten zuvor hat eine unserer zahlreichen Publikationen derartigen Staub aufgewirbelt wie der MarkenMonitor, der unserer NovemberAusgabe beigelegt war: Ich spreche jetzt nicht nur von jenen Importeuren, die von ihren Händlern die größten Zufriedenheitswerte bekamen – und dies natürlich auch liebend gerne mitteilten. Das ist gut so und der Lohn für harte Arbeit. • Ich meine nun vor allem jene Firmen, die weniger gut abgeschnitten haben: Der eine oder andere Importeurs-Geschäftsführer fragte besorgt, wie denn die Auswahl der befragten Händler erfolgt sei – und bekam die Antwort, dass wir vom A&W Verlag darauf keinerlei Einfluss hätten und dies nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten allein durch unsere Partner (also vor allem durch puls Marktforschung in Schwaig bei Nürnberg) erfolgt sei. Und da gab es noch einen, der viel tiefer in die Materie eindringen und die Gründe für das eher schlechte Abschneiden seiner Marke analysieren wollte: „Denn die Händler sagen uns im Gespräch etwas ganz anderes.“ • Das mag stimmen: Und genau deshalb machen wir den MarkenMonitor – und wollen ihn auch 2018 fortsetzen: Weil jeder von uns weiß, dass er (zum Beispiel seinem Chef) auch nicht immer die reine Wahrheit sagt – aber dann, wenn er sich unter dem Deckmantel der Anonymität äußern darf, doch ganz andere Worte findet. • Sehr offen waren auch einige Händler, die uns kontaktierten, weil sie mit dem positiven Ergebnis „ihres“ Importeurs nicht einverstanden waren. Dafür sind wir dankbar, zeigen solche Anrufe doch, wie vielfältig unsere Branche ist. Und das soll sie auch bleiben, meint

D

Stefan Binder, MBA, Geschäftsführer

„Die zahlreichen Reaktionen auf den MarkenMonitor zeigen, wie vielfältig unsere Branche ist: Und das soll sie auch bleiben.“

Mag. Heinz Müller, Chefredakteur

AUTO & Wirtschaft 12/2017

3


INHALT Aspekte Toyota: Importeursvertrag für Frey bis 2023

6

Fokus Daten-Schonzeit ist vorbei: Harte Strafen drohen! Tipps: Am 25. Mai ist es zu spät! Datenschutzbeauftragter: Wie und warum? Händlerdaten: Die digitale Rendite Fahrzeugdaten: Der Kampf um freie Daten Umfrage: „Wie empfindlich sind die Kunden?“

10–19/

Handel

Datenschutz: Harte Strafen drohen!

Zahlen, Daten, Fakten

Statistik: Wie lange noch? Bruckmüller: Doktors Kampf gegen das K. O. Banner will Werk weiter ausbauen

Kommentare

Binder und Müller Diez zum Thema Digitalisierung Schluss mit Lustig

50-55/

40 58 72

28–29 Kongress in Berlin

24–25/Tom Anliker

Alle Neuheiten zum Thema Diagnose

10 12 13 14 16 18

3 30 78

Fiat: „Händlergeschäft profitabler“ Castrol: „Mehr wert als andere“ Interview: Die Zugkraft der Marke Borgward Koinegg: Burgenländische Erfolgsgeschichte Lada: Die hübschen Russinnen Kongress: Virtuelle Zukunft in Schach gehalten Weintritt: 14 Mal Benefizgala = 500.000 Euro! MarkenMonitor: Für jeden Sieger ein Pokal Steir. Kfz-Tag: Mehr Sicherheit f. Kunden und Betriebe SSI Schäfer: Neues Heim für 1.700 Stück Grünzweig: Geduld, Erfolg und Glück Bundesgremium: Branche im Diskurs VAS: Nur zwei sind nicht dabei Wörmann: Platz für die Neuen

22 24 24 26 27 28 31 32 33 34 35 36 37 37

Wirtschaft ARBÖ: Eine Feier mit Forderungen Statistik: Wie lange noch? Pirelli: Die Zeit der Nackten ist vorbei Mewa: Funktionalität im modischen Look AutoScout: Das Beste aus 2 Welten T-Mobile: Vernetztes Auto zum Nachrüsten Garanta: Bike-Kennzeichen einwintern ZBD: Vernetztes Auto zum Nachrüsten ÖVK: Geringer folgt Lenz Porsche Bank: Neue Chancen am Markt Santander: Aufwärtstrend unübersehbar Diagnose: Wo tut’s denn weh, Herr Pkw? Hella Gutmann: Möglichmacher für die Diagnose Texa: Stoßfest & sturzsicher AVL Ditest: Fehler sind selten im Steuergerät VFT: Öffnung und Stärkung für „Freie“ ÖAMTC: Sicherheit: Es geht noch mehr GVA: Konzentration auf die Konzentration Bruckmüller: Doktors Kampf gegen das K. O.

39 40 42 43 44 45 46 46 47 48 48 50 52 53 54 55 56 57 58

Gewerbe Ktn. Kfz-Tag: Diesel und Direktvertrieb Klein: Eine Investition in die Zukunft Mahle: Letzter Kolben, erste E-Achse Tyre Cologne: Erwartungsschwanger in Köln Akzo: Wandel ist Einstellungssache

61 62 63 64 65


INHALT 88 Seiten Sonderheft zu 30 Jahre A&W: Was war? Was ist! Was sein wird! Werkstattkonzepte: Durchblick im Konzepte-Wald Mapo: Im Sinne der Luftqualität Fessl: „Nie Kosten berechnet“ Polysil: Kunststoff effizient lackieren Banner: Banner mag man eben EBV: Rasch umsteigen NTN-SNR: Die Zukunft ist jetzt Neue Produkte Impressum Leserbriefe

66 70 70 71 72 73 73 74 76 77

66–69/

76 77

Die Beilage zum Ertragsbringer Nr.1

Menschen Fiat: Personalia beim Importeur CarGarantie mit neuem Vorstand

Kfz-Tage in Kärnten und der Steiermark: Wir waren dabei! S. 33 und 61

Werkstattkonzepte: Wir bieten den Überblick

ÖL & Wirtschaft

Das bieten nur wir! 20 Seiten Beilage über alle Neuheiten rund um das Thema Öl!


Bitte melden! Der Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik Komm.-Rat Friedrich Nagl appelliert, falsche Vorgabezeiten zu melden, „denn wenn keine Meldung vorliegt, wird es auch keine Korrektur geben“!

Appell an die Politik „Ich hoffe, dass die neue Regierung konkrete Ziele für den Verkehr definiert, um die nötige Planbarkeit herzustellen“, sagt Honda-Austria-Geschäftsführer Roland Berger.

25 %

Weiter Toyota-Importeur

Seit 1971 ist Toyota Frey Importeur der japanischen Automarke in Österreich, mehr als 600.000 Neuwagen wurden in dieser Zeit verkauft. Das im Frühsommer zugelassene Jubiläums-Fahrzeug in Österreich sei in mehrerer Hinsicht ein wichtiges Zeichen, sagte Hiroaki Nanahara, Executive Vice President von Toyota Motor Europe, vor wenigen Monaten: „Es ist eine Freude zu sehen, dass sich unsere innovativen Hybridfahrzeuge einer solchen Beliebtheit erfreuen und Beweis, wie gut die ­Zusammenarbeit mit Toyota Frey funktioniert.“ Jetzt wurde der Importeursvertrag durch Toyota Motor Europe um weitere 5 Jahre verlängert, und zwar bis September 2023. „Wir haben hart dafür gearbeitet, dass wir das schaffen“, sagt Geschäftsführer Dr. Friedrich Frey. Toyota hat in Österreich derzeit 70 Händler mit 95 Outlets. Vorrangiges Ziel ist es laut Frey nun, den Marktanteil weiter zu steigern: Der Schwung, der durch die Einführung des C-HR in den vergangenen Monaten spürbar war, soll weiterhin anhalten. Die Neuzulassungen von Toyota stiegen heuer in den ersten 10 Monaten um 44,3 Prozent auf 7.484 Einheiten. Der Marktanteil (2,51 Prozent) ist aber dennoch weit vom Europaschnitt (4,7 Prozent bis Oktober) entfernt. Erneuert (ebenfalls bis September 2023) wurde auch der Importeursvertrag von Lexus: Hier will Frey das Ergebnis von 2016 (das beste in der Geschichte) heuer weiter toppen: Nach 10 Monaten liegt ­Lexus in Österreich mit 573 Stück um 60,1 Prozent über dem Vorjahr. Mittelfristiges Ziel sind hier 1.000 Stück pro Jahr.

Rabatt beim Laden

Smatrics schnürt, wie das Unternehmen mitteilte, für alle Kunden ein Winter-Paket: Auf die variablen Ladepreise in den Tarifen Single Net, Smart Net und Active Net gibt es 25 Prozent Rabatt auf jeden Ladevorgang für alle Ladungen noch bis zum 31. März 2018. Auf jene, die im Aktionszeitraum auf einen höheren Tarif wechseln, warten ebenso interessante wie attraktive Konditionen: Beim Wechsel auf Single Net vergütet Smatrics die Hälfte der Freischaltgebühr. Wer sich für die Tarife Smart Net oder Active Net entscheidet, dem wird laut Smatrics die gesamte ­Freischaltgebühr erlassen.

6

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Oberfläche umgestellt Das Motornetzwerk von willhaben.at hat die Admin-­ Oberfläche für Händler modernisiert. Die neue „Motornetzwerk Toolbox“ ersetzt den willhaben-Admin-Zugang bzw.

den car4you Extranet-Zugang und passt sich dank „responsive design“ ab sofort auch automatisch an die Darstellung auf Desktop, Tablet oder Smartphone an.


„Wir haben heuer bei den Pkw-Marken zusammengerechnet unseren Marktanteil von 5,9 auf 6,5 Prozent gesteigert.“

Neue Opel-Strategie: Wien-Aspern „gut aufgestellt“ Inwiefern der neue Opel-Businessplan „PACE!“ sich auf das Opel Motoren- und Getriebewerk Wien-Aspern auswirken werde, sei derzeit noch völlig offen, berichten mit der Materie vertraute Personen. „Wir waren unter GM ein Benchmark-Powertrain-Werk, sind also sehr gut aufgestellt“, sagt Franz Fallmann, Vorsitzender des ­Betriebsrats. Eine „gewisse Unsicherheit“ bleibe aber.

Mag. Stefan Kappacher, ­Geschäftsführer FCA Austria

„Bei der Interessenvertretung müssen wir unser Profil in der Öffentlichkeit noch weiter schärfen.“ Komm.-Rat Dr. Heinz Hofer, ARBÖ-Präsident

„Wir haben gut ein Jahr in der Umgebung nach geeigneten Grundstücken gesucht – ­vergeblich.“ Andreas Grünzweig, Volvound KIA-Händler aus Mödling

„Österreich ist ein Markt, wo Neuvorstellungen immer sehr gut ­ankommen.“

5

Neue Dimensionen

Michelin hat die Produktlinie der Classic-Reifen für Old- und Youngtimer, von der pro Jahr rund 100.000 Stück erzeugt werden, um 5 zusätzliche Dimensionen erweitert. Details unter www.oldtimer-reifen.com

VW-Verträge: Entwürfe werden geprüft Die Entwürfe der VW-Verträge würden derzeit von Händlern und Juristen durchgearbeitet, sagt Stefan J. Hutschinski, zugleich Obmann des Verbandes Österreichischer Kfz-Betriebe und des Vereins Österreichischer VW Audi Seat Škoda Betriebe. „Ich weiß aufgrund des gewaltigen Umfangs noch gar nicht, ob sich der Austausch der Verträge, der bis zum Ende des 1. Quartals 2018 erfolgt sein soll, ausgehen wird“, so Hutschinski. Bei VW Nutzfahrzeuge soll es keine neuen Verträge, sondern lediglich eine Anlage zum bestehenden Vertrag geben.

Hochkarätig besetzter Automobilkongress im März

Flotte vergrößert Um 200 Fahrzeuge auf 700 aufgestockt hat DriveNow die Carsharing-Flotte in Wien. „Die um über 30 Prozent auf rund 88.000 gestiegene Mitgliederzahl hat uns zu diesem Schritt bewogen“, so Robert Kahr, Geschäftsführer von DriveNow.

„Automobilvertrieb im Mobilitätszeitalter“ – unter diesem Motto geht am 14. März 2018 in Hersbruck bei Nürnberg der 14. puls Automobilkongress über die Bühne. Moderiert von Autohaus-Herausgeber Prof. Hannes Brachat, werden eine Reihe von Top-Referenten, darunter Alain Favey, Škoda-Vorstand, und Hansjörg Mayr, W. Denzel AG-CDO, eine „Evolution statt Revolution“ der Branche in Fachvorträgen skizzieren.

Gerhard Skrbetz, Autohaus Koinegg, Eisenstadt

Zusatzangebote wichtig Wie eine von Garanta durchgeführte Umfrage ergab, schätzt jeder 3. Kunde Serviceangebote wie etwa die Versicherung im Autohaus. „Letztere bringt zusätzliche Deckungsbeiträge“, so Garanta-Chef Kurt Molterer.

AUTO & Wirtschaft 12/2017

7


Werbung

rung: Durchfüh haftliche Wissensc

ieger. Alle S rken. a Alle M ndler. ä Alle H

rkenbetrieben en Kfz-Ma österreichisch

Ein Spe

cial von

aus einer Auszüge Auftrag von: im Studie

2017 Monitor MARKEN

ge unter enheitsumfra he Zufried Die jährlic

re S p o

rtlichkeit mit Fahrspaß

In Zeiten des Wandels ist es großartig zu sehen, wie die Händlerprofitabilität wächst. Auch wenn es noch eine Zeit dauern wird, die ganze Ernte aus dem Wandel einzufahren, sind wir bei Ford gemeinsam mit dem Handel gut für die Zukunft gerüstet. Es ist vorrangiges Ziel, gemeinsam mit dem Handel eine nachhaltige Leistung zu erbringen und umzusetzen, um die langfristige Händlerprofitabilität sicherzustellen.

Ford-Handelspartner verdienen solides Geld. Daher investieren sie von selbst in die Marke und schaffen die Basis für nachhaltige Erfolge.

Händlerprofitabilität

L

tba s i e


Um werthaltigen Verkauf zu ermöglichen, punktet Ford bei seinen Händlern zunächst mit hoher Begehrlichkeit der Marke und einer attraktiven Modellpalette. Darüber hinaus attestieren die Händler Ford ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis der Fahrzeuge und somit ein wettbewerbsfähiges Pricing. Eine aus Händlersicht wirksame Verkaufsförderung und angemessene Markenstandards für den Neuwagenverkauf sind weitere Profitabilitätszutaten. Auch bei der Intensität des Intrabrand-Wettbewerbs als „Renditekiller Nr. 1“ platziert sich Ford im oberen Drittel.

Am Ende des Tages ist im Markenerfolg die Händlerprofitabilität eine der wichtigsten Messgrößen. Zum nachhaltigen Markterfolg stärken wir ein profitables Verkaufsnetzwerk. Wir bewegen uns im Mittel von 2 Prozent in Richtung 3 Prozent Umsatzrendite. Das Fundament ist geschaffen und bei jenen, die noch nicht so weit sind, sollte die Motivation groß sein, mit zeitgemäßen Investitionen die richtigen Maßnahmen zu setzen.

Ford Motor Company (Austria) GmbH, Hackinger Straße 5c, 1140 Wien, Tel.: +43 (0) 50 6581-0, Fax +43 (0) 50 6581-210, www.ford.at

Konrad Weßner

Danijel Dzihic

Die Ergebnisse des aktuellen MarkenMonitors zeigen, dass die Ford-Händler innerhalb der großen Marken die höchste Gesamtumsatzrendite erzielen.


fOkUs

Datensicherheit

Daten-Schonzeit ist vorbei, harte Strafen drohen! Am Freitag, dem 25. Mai 2018, wird es ernst: Nach diesem Stichtag wird die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU wirksam. Bis dahin müssen Unternehmen noch einige Maßnahmen setzen, sonst drohen harte Strafen. Von Katja Müller-Happe

A IC

HERHEIT

uch wenn dem einen oder anderen von Ihnen diese Zeit kurz erscheinen mag: Kein Unternehmer wird sich darauf berufen können, er habe nicht gewusst, was auf ihn zukomme. Denn den Firmen blieben bis dahin genau zwei Jahre Zeit zur Vorbereitung. Und wer sich nicht konform verhält, dem drohen hohe Strafen: Bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes oder bis zu 20 Millionen Euro können im Extremfall ausgesprochen werden. Und die Konkurrenz wird auch nicht schlafen. Umso wichtiger wird es, möglichst rasch Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten zu ergreifen. In diesem Zusammenhang ist es natürlich

D AT E N S

10

AUTO & Wirtschaft 12/2017

wichtig zu wissen, was eigentlich „personenbezogene Daten“ sind und was man unter „Verarbeitung“ versteht.

Was sind personenbezogene Daten? „Personenbezogene Daten“ sind laut Artikel 4 der DSGVO alle Informationen, die sich auf eine identifizierbare oder identifizierte Person beziehen. Es sind somit nicht nur offensichtliche Daten wie der Name oder die Adresse, sondern auch alle Daten, die zu dieser Person sonst noch erfasst und verarbeitet werden. Das wären zum Beispiel Interessen, Einkäufe, Hobbys, Bewegungsdaten, Teilnahmen an


fokus Veranstaltungen, Gewinnspiele usw. Zusammenfassend bedeutet es, dass jede erfasste Liste von Kunden, Interessenten, Mitarbeitern, die ein Unternehmen führt, als personenbezogene Daten anzusehen und zu schützen sind. Und es ist ganz egal, ob diese analog am Papier im Ordner liegen oder digital am Computer oder Handy gespeichert sind. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ein Kunde kauft bei Ihnen ein Auto und Sie schließen einen Kaufvertrag ab. Für die Abwicklung sind einige Daten des Kunden erforderlich. Bis zur Erfüllung des Vertrages (wohl auch für die Dauer der Gewährleistungs- und Verjährungsfristen, die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten etc.) dürfen die erforderlichen Daten auch ohne Zustimmung des Betroffenen ­gespeichert werden. Nun haben Sie handschriftliche Notizen über die Präferenzen und Hobbys des Kunden und möchten diese Informationen und die Vertragsdaten für Marketingzwecke über neue Automodelle und Aktionen verwenden. Nur: Diese Datenverwendung hat nichts mehr mit der eingangs erwähnten Vertragserfüllung zu tun. Daher müsste eine entsprechende Zustimmungserklärung vom Kunden eingeholt werden, eine Willenserklärung. Das heißt, eine vom Käufer bewusst abgegebene Erklärung, in der er sich mit der Datenspeicherung einverstanden erklärt. Und dabei gilt Schweigen grundsätzlich nicht als Zustimmung. Diese Erklärung muss einen transparenten Inhalt aufweisen. Der Kunde muss genau wissen, welche Datenarten für welche Zwecke gespeichert werden sollen. Denn es gilt das Kopplungsverbot von Zustimmungen: Jede Verarbeitung von Daten muss extra angeführt werden. Sollte die Zustimmungs­erklärung auch eine Übermittlung an Dritte umfassen, so müssen auch der Übermittlungsempfänger und der Übermittlungszweck in der Zustimmungserklärung stehen. Natürlich kann der Kunde die ­Zustimmung ­jederzeit widerrufen.

Und die Daten aus alten Kundendateien?

sind, verpflichten sich dem Datengeheimnis und müssen ausreichend geschult werden. Denn nicht selten ist zu beobachten, dass Räume mit Kundendaten über ­einige Minuten unbeaufsichtigt zugänglich sind. Nicht mehr benötigte Ordner mit Kundendaten sollten weggeschlossen und Computer gesperrt werden.

Unternehmer müssen Meldung machen

Die Mitarbeiter, welche Aufgabe haben sie? Jene Angestellten und Arbeiter, die in die Datenerhebung, -verarbeitung oder -nutzung eingebunden

Ihr Mitarbeiter hat zum Beispiel die Kundendaten auf dem Firmen-Tablet gespeichert. Leider wird ihm das Gerät unterwegs aus dem Auto gestohlen. Es ist nicht nur das Tablet weg ist, sondern damit auch die abgespeicherten personenbexxx zogenen Daten. Kein Problem meinen Sie? In Zukunft muss der Unternehmer dies der Datenschutzbehörde und den betroffenen Personen ­melden, und das ­binnen 72 Stunden.

„Der Kunde muss genau wissen, welche Datenarten für welche Zwecke gespeichert werden sollen.“

„Persönliche Daten sind nur so lange aufzubewahren, wie sie unbedingt benötigt werden.“

Die DSGVO fordert hier die Datenminimierung, das „Recht auf Vergessenwerden“. Persönliche Daten sind nur so lange aufzubewahren, wie sie unbedingt benötigt werden. Und das immer nur mit Zustimmung der betreffenden Person. Falls sie nicht vorliegt, muss diese im Nachhinein eingeholt und dokumentiert werden.

Datensicherheit

Was bis 25. Mai nicht ganz zu vergessen ist Die Übergangsfrist ist jetzt – und derzeit gilt das Datenschutzgesetz 2000. Dieses regelt ebenso den Schutz personenbezogener Daten (etwa E-Mail-Adresse, Geburtsdatum oder Telefonnummer). Für das Verwenden dieser Daten mussten schon bisher (und natürlich auch bis 25. Mai 2018) bestimmte Voraussetzungen erfüllt und Maßnahmen zum Datenschutz getroffen werden. Ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz 2000 kann ebenfalls Verwaltungs­strafen und gerichtliche Folgen nach sich ziehen. Die Unternehmer, egal welcher Größe, sollten das Datenschutzgesetz 2000 und die neue DSGVO als Chance sehen. Eine aufgeräumte Datenbank sorgt für eine bessere Übersicht sowie Kontrolle im eigenen Unternehmen und ist ein Vorteil dem Mitbewerber gegenüber. Firmen, die transparent arbeiten und personenbezogene Daten gewissenhaft behandeln und einsetzen, schaffen Vertrauen und können im Wettbewerb punkten. Gibt das Unternehmen auf Nachfrage eine rechtskonforme Auskunft, fördert das den Kundenkontakt und sorgt infolge für ein ­positives Unternehmensimage. Und das Allerwichtigste: Die Kunden können spezifischer angesprochen werden und Informationen landen genau dort, wo sie erwünscht sind. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017 11/2017

11


Datensicherheit

FOKUS

Am 25. Mai ist es zu spät! Welche Schritte sind noch zu erledigen, wer muss was tun? DSGVO in der Praxis. Es ist ganz egal, ob die Daten analog am Papier im Ordner liegen oder digital am Computer oder Handy gespeichert sind

D

ie Datenschutz-Grundverordnungs-­Checkliste soll dabei helfen, die erforderlichen Schritte rechtzeitig zu setzen: Zuallererst nominieren Sie (falls Sie das nicht ohne­ hin schon getan haben) eine zuständige Person, die das „Projekt DSGVO“ von Anfang an leitet und or­ ganisiert, zeitlich wie budgetär. Zusätzlich benötigen vielen Unternehmen einen eigenen Datenschutz­ beauftragten.

Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten Als nächster Schritt muss ein Überblick über sämt­ liche im Betrieb verwendeten Datenanwendungen und die externen Dienstleister gewonnen werden.

„Zuallererst nominieren Sie (falls Sie das nicht ohnehin schon getan haben) eine zuständige Person, die das „Projekt DSGVO“ von Anfang an leitet und organisiert.“xxx Am besten im Verzeichnis von Verarbeitungstätig­ keiten, hier müssen alle Prozesse und Anwendungen dokumentiert werden, die im Betrieb mit personen­ bezogenen Daten zu tun haben: von der Lohnver­ rechnung und Personalabteilung über den Verkauf sowie das Marketing bis hin zur Werkstatt. Die gegenwärtigen DVR-Meldungen sind in Zukunft nicht mehr notwendig und werden vom Verzeich­ nis von Verarbeitungstätigkeiten abgelöst. Diese Dokumentation muss unter anderem Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen, den Zweck der Datenverarbeitung, die Kategorie der betroffenen Personen und der betroffenen Daten, die Kategorie

12 ??

AUTO & Wirtschaft 12/2017 09/2017

von Empfängern und die Beschreibung der Daten­ sicherheitsmaßnahmen enthalten. Zu den bereits erhobenen Daten sollten Sie sich fol­ gende Fragen stellen und die Checkliste abarbeiten: • Welche personenbezogene Daten werden im Unternehmen verarbeitet? • Sind es sensible Daten (Gesundheit, Glaube, ethnische Herkunft, strafrechtliche Daten, Sozialversicherungsnummer etc.)? • Welche Datenanwendungen bestehen im Be­ trieb und sind derzeit im DVR registriert? • Sind AGB, Datenschutzerklärung, Impressum, laufende Verträge, Website-Einstellungen etc. aktuell? • Was sind die Zwecke meiner Datenverarbei­ tungen und was ist die Rechtsgrundlage? • Liegt eine Einwilligung zur Datenverarbeitung vor? • Erfolgt ein sogenanntes Profiling, zum Beispiel eine automationsgestützte Analyse der Kredit­ würdigkeit von Kunden? • Welche Datensicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Pseudonymisierung sowie Sicherung, Verwahrung oder Firewall sind vorhanden? • Werden Auftragsverarbeiter herangezogen? • Besteht bereits ein Verzeichnis für Verarbei­ tungstätigkeiten? • Brauche ich einen Datenschutzbeauftragten? • Welcher Datenverkehr mit dem EU-Ausland besteht und auf welcher Rechtsgrundlage? • Wurden die Dienstverträge, Betriebsvereinba­ rungen, Dienstordnungen etc. überprüft? Auch hinsichtlich der Nutzung von Kundendaten auf Mobiltelefonen, Datenträgern und Laptops? Diese Maßnahmen ergeben sich aufgrund der Checkliste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Jetzt sollten Sie nur noch rasch umgesetzt werden. Das Unternehmen muss weiters auch in der Lage sein, Auskünfte zu den verarbeiteten Daten zu geben und sie allenfalls zu löschen. Sollten Sie diese Anforderungen nicht allesamt selbst einwandfrei erledigen können, empfiehlt sich die Konsultation eines geprüften Datenschutzexper­ ten, aber auch die Servicestellen der Wirtschafts­ kammern Österreich geben ihren Mitgliedern gerne Auskunft. • (KMH)


fOkUs

Datensicherheit

IC

In vielen Betrieben herrschen grobe Unklarheiten, ob ein Datenschutzbeauftragter notwendig ist und wer diese Position einnehmen darf.

HERHEIT

Datenschutzbeauftragter: Wie und warum?

D AT E N S

Von Katja Müller-Happe

WARUM EINEN EXTERNEN DATENSCHUTZBEAUFTRAGTEN? Ein interner Datenschutzbeauftragter (DSB) verfügt über einen gesetzlich festgeschriebenen erweiterten Kündigungsschutz und sollte fortlaufend ausgebildet werden. Einen externen Datenschutzbeauftragten bestellen Sie hingegen für einen konkreten Zeitraum, er übernimmt die volle Haftung und verfügt in der Regel über eine entsprechende Schadenshaftpflicht für den Notfall. Mit einem externen DSB wird es auch kaum zu Interessenkonflikten WANN IST DER DATENSCHUTZBEAUFkommen. Viele Unternehmensberater und Rechtsanwälte bieten TRAGTE ZWINGEND EINZUSETZEN? diesen Service an, jedoch ganz umsonst ist er natürlich auch nicht. Betroffen sind Betriebe, deren Kerntätigkeit in einer umfangreichen, regelmäßigen und systematischen Verarbeitung besonderer sensibler Daten wie Gesundheits- und Bankdaten sowie Sozialversicherungsnummer oder WER DARF DATENSCHUTZBEAUFTRAGTER Religionsbekenntnis besteht. Diese EinsetSEIN UND WER NICHT? zung des Datenschutzbeauftragten (DSB) hat Grundsätzlich ist jeder ausgeschlossen, der in einen schriftlich zu erfolgen. Interessenkonflikt geraten könnte. Dies gilt sowohl für Personen im Unternehmen als auch außerhalb desselben. Ausgeschlossen sind vor allem: Geschäftsführer, Personalchef und Prokuristen sowie Administratoren, IT-Leiter oder Anwälte des Unternehmens. Der Datenschutzbeauftragte muss mit der Organisation des Betriebes und dessen Funktionen vertraut sein. Dies beinhaltet insbesondere auch einen Überblick und Zugang über sämtliche betrieblichen Aufgaben, zu deren Erfüllung personenbezogene Daten verarbeitet werden.

AUTO AUTO & & Wirtschaft Wirtschaft 09/2017 12/2017 11/2017

?? 13


Datensicherheit

FOKUS

Die digitale Rendite Alle reden von digitalen Daten, Datenverfügbarkeit und Datenhoheit. Doch wem gehören diese Daten? Von Dr. Friedrich Knöbl

D

ie Kfz-Händler haben die begehrten Daten der Kunden – und können mit ihnen kaum etwas anfangen. Die Autohersteller haben sie nicht – und wollen sie per Händlervertrag gratis bekommen. Wie kann dabei eine gerechte Verteilung der damit erzielbaren Rendite aussehen? Dem ist die Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in einer auch für Österreichs Händler ­relevanten Studie auf den Grund gegangen.

Daten sammeln, aktualisieren – und dann? Die ZHAW hat zur rechtlichen Analyse des Datentransfers zwischen Kunden, Händlern und Herstellern acht Schweizer Händler- und Serviceverträge unter die Lupe genommen. In allen werden diese dazu verpflichtet, Daten zu sammeln, zu aktualisieren und dem Hersteller/Importeur zur Verfügung zu stellen. Sie sind aufgrund ihrer Standardisierung mit den österreichischen und deutschen Vertragsmustern

Den Herstellern ist die rechtliche Sensibilität dieses Datentransfers bewusst. Deshalb werden alle Händler in allen Verträgen verpflichtet, von ihren Kunden die Einwilligung zur Datenverwertung einzuholen – da die Daten nur „unter Berücksichtigung des DSG“ übermittelt werden dürfen. Weigert sich der Händler, die geforderten Daten unbeschränkt zur Verfügung zu stellen, wird das in drei Verträgen explizit, in fünf Verträgen implizit als fristloser Kündigungsgrund angeführt. Weiters holen sich die meisten Hersteller bereits im Vertrag die Zustimmung ihrer Händler, dass deren Kunden über ein allfälliges Ausscheiden ihres Händlers und in die Einsetzung eines neuen Händlers informiert werden dürfen. „Der ausgeschiedene Betrieb kann zwar seine Daten auch nach Vertragsende weiter gebrauchen, der neue Markenhändler vor Ort – und damit der unmittelbare und größte Konkurrent – bekommt diese aber auch.“ Daher sieht die Studie wenig Aussichten, dass der Gekündigte seine Kunden mittelfristig halten kann.

„Mit dem Zugang zu Daten geht in aller Regel ein Zuwachs an Kontrolle und Macht über Händler und Kunden einher.“ Studienleiter Dr. Patrick Krauskopf durchaus vergleichbar, auch wenn sie unterschiedliche Begriffe verwenden. So sprechen sie formell von Kundendaten, Interessentendaten, Personendaten oder Kundeninformationen, beziehen sich aber materiell auf die gleichen Informationen: etwa Anrede, Vor- und Nachname mit akademischem Titel, Adresse, Telefon- und E-Mail-Anschrift, Geburtsdatum und Beruf. Neben diesen Kundendaten haben die Händler auch Fahrzeugdaten, Marktdaten und Finanzinformationen abzuliefern. Wobei erfahrungsgemäß die tatsächliche Tiefe und Qualität dieses Datentransfers über diese Vertragsklauseln hinaus geht. Die Begründung dieses Datenhungers ist ziemlich weit gefasst: Da geht es etwa um Kundenbindung, Kundenzufriedenheit, Marktforschung, administrative Vereinfachung oder Vertriebsplanung. Der Austausch der Daten erfolgt über eine zentrale Datenbank des Herstellers, wobei die Händler auf diese jedoch nur einen ­beschränkten Zugriff haben.

14

AUTO & Wirtschaft 12/2017

„Marktbeherrschende Stellung“

Grundsätzlich gibt es keine Vergütung für Daten. Diese Frage wird in den meisten Verträgen überhaupt nicht erwähnt. Nur in seltenen Fällen wird für deren Weiternutzung nach Vertragsende eine Vergütung vereinbart. Doch der Hersteller kann sich dieser Vergütung jedoch durch ­„Inaktivierung“ dieser Daten entziehen. Kartellrechtlich folgt die Studie der Rechtsansicht der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), dass alle Hersteller gegenüber ihren Händlern eine marktbeherrschende Stellung haben, weil diese „ihren Bedarf de facto nur beim Importeur der jeweiligen Marke decken können“. Das gilt auch für den Servicebereich, soweit es sich dabei um Garantiearbeiten handelt. Die Studie kommt dabei zum Ergebnis, dass „mit diesem Zugang zu den Daten in aller Regel ein Zuwachs an Kontrolle und Macht über Händler und Kunden einhergeht, verbunden mit Wettbewerbsvorteilen“ für den Hersteller/­ Importeur“. Daraus folgt, dass diese standardisierten Datenklauseln „Wettbewerbsabreden im Sinne des


IC

HERHEIT

FOKUS D AT E N S

Fast wie am Bazar Um den Wert der Daten wird intensiv gefeilscht. Was sind eigentlich Daten? Im Grunde alle Dateien, die sich digital darstellen lassen: Software, Anwenderdaten, Aufnahmedaten, Messdaten, Parametrisierung, Zeitstempel, Metadaten, Sensordaten, verpixelte Bilder etc. „Da Daten wie Waren produziert, übertragen und gehandelt werden können, sind sie folglich als kommerzielles Gut zu qualifizieren.“ Die Studie verweist auf den wirtschaftlichen Wert dieser Ware, um den daher verständlicherweise intensiv gefeilscht wird.

All diese Daten werden gesammelt und aufbereitet, um sie wirtschaftlich nutzbar zu machen. In der Kfz-Praxis werden Daten den Bereichen der individuellen „Personendaten“, der anonymisierten „Kundendaten“ und den von den Fahrzeugen produzierten „Fahrzeugdaten“ zugeordnet. Allerdings sind diese nach Abschluss eines Kaufvertrages zwischen dem Händler und dem Kunden grundsätzlich als Kundendaten zu betrachten, da sie sich ja stets auf einen Kunden beziehen. All diese Daten werden gesammelt und letztlich in Big Data systematisch aufbereitet, um sie damit wirtschaftlich nutzbar zu machen. Ihr Wertschöpfungspotenzial liegt somit in der damit ermöglichten Effizienz- und Umsatzsteigerung. Wobei nach einem Report der KPMG die Autoindustrie Spitzenreiter bei dieser Datenanalyse zur Optimierung ihrer Wertschöpfung ist.

Differenzierte Angebote an die Kunden Je mehr Daten zur Verfügung stehen – desto besser können Kunden segmentiert werden. Damit lassen sich differenzierte Produktangebote gestalten und persönliche Marketing- und Vertriebsmaßnahmen realisieren. Das Auslesen von Datenspeichern ermöglicht die Fahrzeugwartung und Fehlersuche auf Basis von Echtzeitdaten, reduziert die Durchlaufzeiten in der Werkstätte und kann so zu einer besseren Betriebsauslastung führen. Das Schweizer Bundeskartellamt fasst die Auswirkungen auf das Wettbewerbsrecht zusammen: „Es ist davon auszugehen, dass der Nutzen von gesammelten Kundendaten überproportional steigen kann, je mehr Kundendaten akquiriert werden.“

Datensicherheit

Kartellgesetzes“ darstellen und daher der Kontrolle der Wettbewerbsbehörden – in der Schweiz die Wettbewerbskommission (WEKO) – unterliegen. Das ist vor allem deshalb brisant, da „die lokalen Kundendaten regelmäßig sensible Informationen mit einem strategischen Mehrwert wie Liefer- und Zahlungskonditionen, aktuelle Informationen über Absatzmengen, Umsätze, vorgenommene Reparaturen, Kundenvorlieben etc.“ enthalten.

Vertikale Preisabreden sind unzulässig Damit ist jedoch die Möglichkeit unzulässiger vertikaler Preisabreden verbunden. Vor allem, wenn dem Händler Anreize gesetzt werden, zu den empfohlenen Preisen zu verkaufen – und die Einhaltung der Preisempfehlungen durch die Auswertung der vom Händler gelieferten Kundendaten kontrolliert werden kann. Das ist auch der Grund, warum die Gerichtspraxis davon ausgeht, dass „von Datenklauseln eine erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung“ ausgeht, die zu Gebiets- und Preisabreden führen können. „Diese Klauseln sind daher unzulässig, wenn sie nicht gerechtfertigt werden können.“ Studienleiter Professor Dr. Patrick Krauskopf sieht dabei hohe Anforderungen an diese Rechtfertigung. „Der Hersteller muss nachweisen, dass die Datenklausel notwendig und geeignet ist, die Produktionsoder Vertriebskosten zu senken, Produktionsverfahren zu verbessern oder eine rationelle Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen“. Umfasst eine Datenklausel etwa die Übermittlung von Preisinformationen „ist zweifelhaft, ob eine Wettbewerbsbehörde eine solche Datenklausel erlauben würde“.

„Der Hersteller muss nachweisen, dass die Datenklausel notwendig ist.“ Studienleiter Dr. Patrick Krauskopf Eines ist klar: Die Vereinbarung derartiger Datenklauseln erfolgt nicht freiwillig. Sie führen auch dazu, dass die Wettbewerbsfreiheit beeinträchtigt und die Marktposition des Herstellers weiter verstärkt wird. „Es ist daher zu fragen, ob die Geschäftsbedingungen erforderlich sind, um dem Zweck des Vertrages zu dienen, oder ob nicht eine weniger einschneidende Maßnahme gleich wirksam wäre.“ Daher sieht Krauskopf für die Hersteller in der Koppelung von Kundendaten an Rabatt- und Bonussysteme die aktuelle Gefahr, dass dies als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zu werten ist. Was nach dem Kartellrecht hohe Bußgelder nach sich ziehen kann. „Namentlich dann, wenn der Händler für seine Leistung keine adäquate Gegenleistung erhält.“ •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

15


Datensicherheit

FOKUS

Der Kampf um freie Daten

Gemeinsame Pressekonferenz: Mag. Bernhard Wiesinger (ÖAMTC), Sebastian Obrecht (ARBÖ), Ing. Wolfgang Dytrich (Großhandel mit Kfz-Teilen), Mag. Walter Birner (VFT), Ing. Georg Ringseis (Wiener Innung Fahrzeugtechnik)

Autofahrerclubs, Teilehändler, (freie) Werkstätten wie auch Flotten- und Leasingfirmen kämpfen national und auf EU-Ebene gegen das drohende Datenmonopol der Fahrzeughersteller. Von Gerald Weiss

D

ie Branche ist hochgradig nervös, manche sprechen von der entscheidenden Frage fürs Überleben der freien Dienstleister. Egal ob Kongress des Gesamtverbandes Autoteile-Handel (GVA) und Automobilwoche-Kongress in Deutschland oder Verbandstag des Verbandes freier Kfz-Teilehändler (VFT): Der Datenzugang ist das wichtigste, fast einzige Thema. Von heftigen Lobbyingtätigkeiten in Brüssel und Wien gar nicht zu reden. Österreichischer Höhepunkt war bislang eine Pressekonferenz zu diesem Thema, einberufen von der

„Der freie Zugang zu den Fahrzeugdaten muss erhalten bleiben und Teil der neuen Typgenehmigungsrahmenverordnung werden.“ Ing. Wolfgang Dytrich, Berufsgruppenobman Kfz-Teilefachhandel Berufsgruppe Kfz-Teilefachhandel, die im Wiener Landesgremium des Fahrzeughandels angesiedelt ist und genau dort für Missstimmung gesorgt hatte. Nach einer Änderung des Einladungstitels von „Ist

16

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Autokauf künftig nur noch ein Recht auf Nutzung des Fahrzeuges?“ auf „Nachteile für Autobesitzer durch drohenden Dateninfarkt“ konnte die Pressekonferenz durchgeführt werden. Doch worum gehen bei diesem komplexen Thema die Emotionen hoch?

Freier Zugang über OBD-Schnittstelle Aktuell können alle freien Dienstleister, also Werkstätten, Teilehändler, Pannendienste, Diagnosegerätehersteller, Versicherungen oder Leasingfirmen über die OBD-Schnittstelle direkt bzw. über spezielle Dongles auf die Daten zugreifen und damit ihre Leistungen anbieten. Schon jetzt senden die Autohersteller allerdings die Fahrzeugdaten über Luftschnittstellen, konkret mit SIM-Karten über das Mobilfunknetz, an ihre eigenen Server. Mit der verpflichtenden Einführung des Notrufs eCall hat bald jedes Neufahrzeug eine SIM-Karte verbaut und kann (und wird) die Daten online senden. Die OBD-Schnittstelle könnte dann seitens der Hersteller eingeschränkt werden oder – je nach gesetzlicher Regelung – komplett verschwinden.


HERHEIT

Gerald Weiss

Bei der Diskussion über den zukünftigen Zugang zu den Fahrzeugdaten gibt es gehörige Differenzen in der Branche. Während der freie Teilehandel und die freien Werkstätten von einer existenzbedrohenden Gefahr sprechen, sind Markenwerkstätten und Fahrzeughandel neutral oder eher auf der Seite der Hersteller. Sie fürchten um die Kundenbindung durch die Marke und übersehen, dass die Datenexklusivität ihre Abhängigkeit vom Hersteller nicht nur erhöht, sondern quasi besiegelt. So würde bei einer Vertragskündigung sofort der Zugang zu den Daten und damit zu den Kunden gekappt. Bei mangelnder Kundenzufriedenheit oder fehlender Umsetzung von Standards kann das Auto zum Nachbarhändler geroutet werden. Nimmt man an Werkstattaktionen nicht teil, kriegt man ebenfalls weder Kunden noch Daten. Eine weitere Stärkung der Hersteller ist mit Sicherheit kein Vorteil für den Händler. Und Monopole waren noch nie hilfreich.

IC

Datenmonopol

FOKUS

Datensicherheit

D AT E N S

Und genau diese gesetzliche Regelung hat nun die obersten EU-Entscheidungsgremien erreicht. Denn in der ersten Variante der Typgenehmigungsrahmenrichtlinie wurde der OBD-Stecker „vergessen“. Das EU-Parlament hat nun einen Abänderungsantrag eingebracht, wo sowohl die OBD-Schnittstelle wie auch der freie Datenzugang für Drittanbieter berücksichtigt sind. Wie immer, wenn sich die Institutionen nicht einig sind, kommt der Trilog zwischen EU-Parlament, -Rat und -Kommission zum Einsatz. Die Entscheidung soll bis Ende des Jahres erfolgen. „Der freie Zugang zu den Fahrzeugdaten muss erhalten bleiben und Teil der neuen Typgenehmigungsrahmenverordnung werden“, artikuliert Ing. Wolfgang Dytrich, Berufsgruppenobmann des freien Kfz-Teilefachhandels und VFT-Obmann-Stellvertreter daher die Forderungen.

Österreichs Position unklar

Kämpfen mit verschiedenen Plattformen für die gleiche Sache: Alexander Haid (Caruso, l.) und Mag. Walter Birner (Carmunication, r.) Damit ist die Existenz von freien Werkstätten sowie dem freien Teilehandel gefährdet. „Auch Markenwerkstätten brauchen Zugang zu Daten der Fremdmarken“, weiß Ing. Georg Ringseis, Wiener Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik und Sprecher der freien Werkstätten.

„Auch Markenwerkstätten brauchen Zugang zu Daten der Fremdmarken“. Ing. Georg Ringseis, Wiener Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik

„Wir können allerdings nicht abschätzen, ob Österreich für die Abänderung stimmen wird oder sich der Stimme enthält“, berichtet Mag. Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC, der sowohl ans Verkehrsministerium wie auch an die EU-Abgeordneten Stellungnahmen gesendet hat. „Der Kunde muss sich frei entscheiden können“, fordert Wiesinger. Mag. Walter Birner, großer Teilehändler und Obmann-Stellvertreter des VFT, ergänzt: „Der freie Datenzugang muss auch das Ziel des Autofahrers sein, damit er in Zukunft die Werkstattleistungen frei wählen kann.“ Sollte der freie Datenzugang wirklich verhindert werden, wird es nicht nur für den Konsumenten teurer: Für alle Drittanbieter wird es schwer bis unmöglich, ihre Dienstleistungen aufrecht zu erhalten.

Zwei Datendienstleister gegründet Zwei Lösungen, die zukünftig als Datenmarktplatz in diesem Spannungsfeld agieren möchten, sind auf den Österreicher Mag. Walter Birner zurückzuführen. Caruso wurde zuerst als Teil und nun als Tochter von Datenspezialisten TecAlliance gegründet und hat die Unterstützung der namhaften Teilehersteller. Nachdem Caruso (zumindest in der Anfangsphase) doch auf die Daten der Autohersteller zurückgreift, hat sich Birner von dem Projekt distanziert und mit einigen Partnern Carmunication ins Leben gerufen. Während sich Carmunication noch in der Aufbauphase befindet, ist Caruso unter großer Aufmerksamkeit der Industrie mittlerweile offiziell gestartet. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

17


Die Vorteile überwiegen „Die Vorteile, die dem Kunden mit zusätzlichen Online-Servicedienstleistungen geboten werden, stehen im Vordergrund. Dies wird auch von vielen Kunden so gesehen Dr. Gustav und akzeptiert“, sagt Komm.-Rat Mag. Dr. Oberwallner Gustav Oberwallner, EU-Beauftragter des Bundesgremiums des Fahrzeughandels. Für die Kunden sei – obwohl sie wüssten, dass damit auch Daten generiert würden – die dafür notwendige Unterfertigung und damit ihre Zustimmung eher nur ein Formalerfordernis. Wenn der Kunde Bedenken habe, sei es vermutlich am einfachsten, dies gleich beim Kauf kundzutun. „Er müsste aber im Gegenzug auch auf Funktionen verzichten.“

Vorsichtiger mit Daten umgehen „In den Autohäusern werden wir in Zukunft – was Kundendaten betrifft – wirklich aufpassen und erheblich sensibler agieren müssen, damit auch wir entsprechend autorisiert sind. DieKonrad Steindl se Daten zu speichern, bringt natürlich auch auf verwaltungstechnischer Seite einmal mehr neue Herausforderungen“, wie Komm.-Rat Konrad Steindl, Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer und Inhaber der Steindl-Mayr OHG/Kuchl, der Fissthaler GmbH/Oberndorf und des Autohauses Scheidinger/Salzburg, unterstreicht. Zu klären sei auch, wie man mit den Daten in einer Organisation umgehe – dies betreffe auch Importeure und Hersteller.

„Sehr sensibel agieren!“ Konrad Steindl

Zusätzlicher Aufwand Es gebe sicher Leute, „die schon seit 25 Jahren fantasieren, dass George Orwells Visionen Wirklichkeit werden, aber die Mehrzahl der Kunden habe keine Probleme bei der Nut- Mag. Hubert zung von Dienstleistungen, solange sie nicht Aichlseder an Dritte weitergegeben werden“, meint Komm.-Rat Ing. Mag. Hubert Aichlseder, Landesgremialobmann des Kärntner Fahrzeughandels und Geschäftsführer Autohof/Klagenfurt. „Ich glaube, dass der Kunde, der uns seine Daten gibt, weil er bei uns ein Fahrzeug kauft, servicieren lässt und auch seine Mobilität betreffend auf dem Laufenden gehalten wird, das auch schätzt. Ich erwarte zusätzlichen Verwaltungsaufwand – auch wegen hoher drohender Strafen!“

18

AUTO & Wirtschaft 12/2017

HERHEIT

FOKUS

Daten: Wie empfindlich sind die Kunden?

IC

Datensicherheit

D AT E N S

Am 25. Mai 2018 tritt die neuen EU-DatenschutzGrundverordnung in Kraft. Kundendaten müssen also in Zukunft besser denn je geschützt werden. Wie empfindlich ist eigentlich der Kunde in Sachen persönlicher Schutz der Daten und was kommt mit der Verordnung auf die Betriebe zu? Wir haben nachgefragt. Von Dieter Scheuch

Medialer Wirbel programmiert „Es gibt es immer wieder Kunden, die gleich beim ersten Kontakt darauf hinweisen, dass sie weder per E-Mail noch telefonisch kontaktiert werden wollen“, berichtet Ing. Wolfgang Rötzer, Geschäftsführer Autohaus Dosenberger/Inns- Ing. Wolfgang bruck. Dieser Kundenwunsch werde im Au- Rötzer tohaus hinterlegt und funktioniere bis dato ganz gut. „Allerdings denke ich, dass das ab kommenden Mai geltende neue EU-Datenschutzrecht auch in den Medien entsprechend hochgespielt und von den Konsumenten stärker wahrgenommen wird.“ Wie sich dies auswirke, werde man erst sehen, wenn es greife oder gefinkelte Anwälte ein Betätigungsfeld sähen, in dem sie Händler, die sich nicht genau an die Bestimmungen hielten, klagten.

Verwaltungstechnisch an der Grenze „Grundsätzlich wird uns die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung auch wieder einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand bringen, weil wir bereits an den Grenzen der verwaltungstechnischen Belastungen angelangt sind“, meint Komm.-Rat Manfred El- Manfred Ellensohn lensohn, Landesgremialobmann des Vorarlberger Fahrzeughandels und Geschäftsführer Autohaus Ellensohn/Rankweil. Ellensohn geht davon aus, dass der Kunde in Sachen Datenschutz „auf seinen Partner, der ihn betreut, vertraut und Druck in Sachen Datenschutz seitens der Kunden nur ganz selten zu spüren ist“. Erleichterungen könnte in Zukunft ein einheitlicher Vordruck bringen, der im Rahmen des Kaufvertrages gemeinsam mit den Kunden ausgefüllt werde.


FOKUS

Datensicherheit

„Mir geht es darum, dass unsere Betriebe geschützt sind.“ Josef Schirak

„Es gibt natürlich Leute, die schon seit 25 Jahren fantasieren, dass George Orwells Visionen Wirklichkeit werden.“ Hubert Aichlseder

„Es kommt da etwas ziemlich Massives auf uns zu.“ Klaus Edelsbrunner

Eigenes Formular entwickeln „Mir schwebt vor, dass wir bis zum Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung ein Formular entwickeln und zur Verfügung stellen, das sämtliche datenrelevanten Fragen betrifft. Letzteres könnte das Autohaus beim Kauf Ing. Josef Schirak eines Pkw mit dem Kunden abarbeiten“, schlägt Einzelhandelssprecher Komm.-Rat Ing. Josef Schirak vor. „Im Zuge dieser Abwicklung könnte der Kunde individuell auswählen, welche seiner Daten verwendet werden dürfen. Damit kann der Kunde ausschließen, was er nicht will, und muss sich gleichzeitig mit jeder einzelnen Position auseinandersetzen. Mir geht es als Interessenvertreter des Fahrzeughandels vor allem darum, dass unsere Betriebe geschützt sind!“

Transparenz schafft Vertrauen „Wir gehen davon aus, dass es aufgrund der neuen DatenschutzGrundverordnung zu einer erhöhten Sensibilität auch bei Kunden kommen wird, weil diese von den Medien thematisiert, kommuniziert und in der Hansjörg Mayr Folge auch diskutiert werden wird“, glaubt Hansjörg Mayr, Vorstand Digital und IT bei der Hyundai Import GmbH/Wien. „Insofern ist es wichtig, dass man fundiert und korrekt informiert. Gleichzeitig meine ich, dass bei entsprechender Transparenz gegenüber den Kunden wir in den allermeisten Fällen deren Vertrauen gewinnen können – vor allem dann, wenn wir Lösungen anbieten, die dem Kunden auch Nutzen bringen.“

Auch im Betrieb mehr aufpassen „Manche Kunden wollen nicht angeschrieben werden, manche wollen auch aus der Kartei gelöscht werden. Wir müssen also bereits heute aufpassen, diesen Kundenwünschen zu Ing. Klaus entsprechen“, sagt Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner Edelsbrunner, Geschäftsführer Autohaus Edelsbrunner/Graz und Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels. Was die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt, betreffe, „sind wir bereits in den Vorbereitungen, denn es kommt da etwas Massives auf uns zu“. Es gehe auch darum zu erkennen, „welche Daten wir überhaupt im Betrieb haben“. Das betreffe u. a. sensible Daten der Mitarbeiter wie Geburtsdatum und Religionsbekenntnis ebenso wie Bewerbungen.

„Wir werden lernen, damit umzugehen.“ Gerhard Skrbetz

Kundenwünsche ernst nehmen „Wir merken schon, dass bei einigen Kunden die Sensibilität, was die Weitergabe von Daten betrifft, steigt“, berichtet Gerhard Skrbetz, Vertriebsleiter im Autohaus Koinegg/Eisenstadt. „Ich bekomme laufend Gerald Rückmeldungen unserer Kunden, die uns ersuSkrbetz chen, ihnen nichts mehr zuzuschicken oder sie nur mehr per E-Mail zu verständigen: Diese Kundenwünsche nehmen wie auch sehr ernst.“ Man habe bereits in der Vergangenheit großen Wert auf sorgfältigen Umgang mit Daten gelegt. „Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung kommt eine klarere gesetzliche Regelung, und wir werden lernen, damit umzugehen“.

„Die EU-Datenschutz-Grundverordnung bringt zusätzlichen Verwaltungsaufwand.“ Manfred Ellensohn

AUTO & Wirtschaft 12/2017

19


Schirak zu Franchise „Franchise wäre aus Sicht des Fahrzeug-Einzelhandels nach Abklärung aller Details durchaus eine gangbare Vermarktungsmöglichkeit“, sagt Einzelhandelssprecher Komm.Rat Josef Schirak angesichts der immer kurioser werdenden Vermarktungsformen „am Handel vorbei“. Schiraks Kernthemen: die „Rückführung der Standards auf ein erträgliches Ausmaß und sinnvolles Niveau ohne Margenkürzung“, und gegen die Dieseldiskriminierung raschest die uneingeschränkte Verwendung auch zum Verkauf gelangender Autos zu fordern.

Fortsetzung folgt Mit der Eröffnung von Österreichs 1. Seat-Megastore – der in Wien der einzige bleiben soll – mit Österreichs größtem Seat-Schauraum sowie des neuen „Das WeltAuto“-Standorts und des Kundenparkhauses fehlt nur noch die Fertigstellung des Audi-Schauraums (der soll Mitte Jänner 2018 fertig werden) und des Karosseriezentrums (das soll Mitte bis Ende Februar 2018 fertig sein) zum Abschluss der ersten Bauphase des Komplettumbaus von Porsche Wien-Liesing. Insgesamt wird Porsche Austria bis 2020 in insgesamt drei Neu- bzw. Umbauphasen auf dem 108.000 Quadratmeter großen Gelände rund 50 Millionen Euro investieren; anschließend soll die Mitarbeiterzahl um 40 auf 360 Personen steigen. Im nächsten Schritt werden der Schauraum für die Marke Škoda, dessen Grundstein bereits gelegt ist, und für Porsche die neue Werkstatt, ein neuer Kundendienstbereich sowie der Verkauf auf zwei Ebenen gebaut. Schließlich soll das Projekt mit den Marken VW, VW Nutzfahrzeuge und Exclusive Cars – mit den Marken Bentley, Lamborghini und Bugatti–, einer Prüfhalle sowie einem Reinigungszentrum abgeschlossen werden.

In die Niederlassung Porsche Wien Liesing investiert PIA bis 2020 rund 50 Millionen Euro.

Mehr Konzernmarken Zusätzlich zum bisherigen Angebot an Autos und Motorrädern der Marken Nissan, Honda und Hyundai hat Pesek in Stockerau nun auch einen Renault-Neuwagen- sowie Renault- und Dacia-Werkstattvertrag abgeschlossen. Bis Februar 2018

20

soll der Umbau, mit dem das Shop-Konzept für die Marke Renault umgesetzt wird, fertiggestellt sein, für die Marken Nissan und Hyundai wurden die Umgestaltungen für das aktuelle Erscheinungsbild bereits im vergangenen Jahr umgesetzt.

AUTO & Wirtschaft 12/2017

100

Zoë-Akkus für das Netz Für die Akku-Upgrades von 22 kWh auf 41 kWh beim reinen Elektroauto Zoë wird Renault Österreich ein Kontingent von 100 Akkumulatoren erhalten: 80 Stück werde das Renault-Netz bekommen, 20 Stück seien für Großkunden und Flotten vorgesehen. Mit dem Upgrade, das für 3.500 Euro (1.000 Euro Anzahlung) ausschließlich für die Mietversion angeboten wird, steigt die Batteriemiete um 10 Euro pro Monat, wobei der Maximaltarif weiterhin 119 Euro pro Monat beträgt. Die Händler sollen ihren Bedarf an Tauschakkus bis 15. Dezember bekannt geben. Ob weitere Upgrades möglich seien, hänge von den Zoë-Verkaufszahlen ab, je nachdem, ob Akkus übrig blieben.


Auf ein erfolgreiches 2018!

n e g a Wir s . . . e k n Da ... an unsere Kunden für ihre Treue und Wertschätzung, ... an die Lieferanten für Qualität und Pünktlichkeit, ... an unsere Mitarbeiter für ihr Engagement.

   

059 100 059 100 533 office@klein-autoteile.at www.klein-autoteile.at

Günter Klein Geschäftsführer

Rudolf Bayer Geschäftsführer


HANDEL

Mag. Stefan Kappacher ist seit Anfang November Chef von FCA Austria

„Händlergeschäft profitabler“ Dass Fiat mit Stefan Kappacher einen Österreicher aus eigenem Haus zum Importeurschef macht, sorgt unter der Händlerschaft für Freude. Er will mit allen Marken wachsen.

E

s wäre eine schöne Frage bei der „Millionenshow“: „Nennen Sie mir alle Fiat-Generaldirektoren in Österreich seit 2010.“ Es wird nicht viele geben, die das auf Anhieb schaffen. Hier die Antworten: Auf Josef A. Mayr (bis Mai 2010) folgte Martin Rada (bis Dezember 2011), der durch Ulrich Hörnke abgelöst wurde. Ab März 2013 war noch einmal Martin Rada dran – aber nur kurz: Schon ab März 2014 saß mit Maria Grazia Davino eine Italienerin im Chefsessel in der Schönbrunner Straße. Sie blieb bis Februar 2016, als Luigi Pennella Platz nahm.

„Diese Entscheidungen sind auch eine Anerkennung der Performance.“

Anerkennung für Österreich

Dass Pennella am 2. November Chef für 10 europäische Länder wurde, Mag. Franz Schönthaler, Händlerverband kam für die gesamte Organisation überraschend. Der neue Chef Mag. Stefan Kappacher freut sich, dass jetzt einer aus dem Team an der Spitze steht. „Ich werte das als klare Botschaft an die Händler und an die Mitarbeiter. Und mein Kollege Mag. Markus Wildeis ist nun ebenfalls aufgestiegen zum Operations Manager für Österreich, die Schweiz, Osteuropa und Griechenland.“ Mittlerweile wurde auch die interne Struktur in Österreich geändert (siehe „Menschen“, S. 76). Bei den Händlern hat Kappacher einen großen Vertrauensvorschuss. Urgestein Mag. Franz Schönthaler,

22

AUTO & Wirtschaft 12/2017

seit 23 Jahren Obmann des Händlerverbandes: „Diese Personalentscheidungen sind auch eine Anerkennung des österreichischen Marktes und unserer Performance. Auch wenn es viele Chefwechsel gegeben hat, hat die FCA-Organisation nicht wirklich gelitten. Es ist intern gelungen, eine gewisse Kontinuität aufzubauen und viele Abteilungsleiter sind seit 20 Jahren im Unternehmen.“ Auf diese personelle Stärke und die neuen Modelle bei Fiat, Alfa und Jeep baut Kappacher: „Wir haben heuer bei den Pkw-Marken zusammengerechnet unseren Marktanteil von 5,9 auf 6,5 Prozent gesteigert. Insgesamt wollen wir das Jahr bei 22.000 Neuwagen abschließen.“ Für 2018 ist weiteres Wachstum angesagt. „Wichtig ist aber, dass es nachhaltig erfolgt und nicht von kurzer Dauer ist. Der Bestand steigt, und dadurch wird auch das Händlergeschäft profitabler.“

„Nicht flächendeckend bei allen Marken“ Was bedeutet das für die Händler? „Wir haben 82 Partner mit 159 Points of Sales: Da wir mehrere Marken haben, ist es ein extrem komplexes Netz mit 26 Händlern für Abarth, 41 für Jeep, 31 für Alfa, 110 für Fiat und 102 für Fiat Professional. Doch natürlich gibt es weiße Flecken, etwa in Tulln, im 22. Wiener Bezirk, im nördlichen Niederösterreich und auch im Burgenland. Wir sind also noch nicht flächendeckend für alle unsere Marken in ganz Österreich vertreten. Doch ehe wir neue Händler ansprechen, wollen wir mit unseren Partnern im jeweiligen Gebiet eine Lösung suchen.“ • (MUE)


Advertorial

„Mehr wert als andere“

Konrad Spes (Geschäftsführer), Michael Beder, Bernd Graschi (beide Castrol), Adnan Mulaibisevic (Serviceberater), Mag. Roland Spes (Geschäftsführer), Günter Baumann (Werkstattleiter)

Mit 4 Standorten für Nissan, Suzuki, Volvo und Infiniti ist die Firma Spes in den vergangenen Jahren stark gewachsen – und vertraut auf Castrol.

E

s war Ende der 1950er-Jahre, als erstmals Motoröl von Castrol in die Werkstätte der Firma Spes am Eggenberger Gürtel in Graz geliefert wurde: Wie viele Autos seit damals durch die Werkstätte gingen, weiß heute niemand mehr so genau – vor allem nicht, weil das Unternehmen seither von einem auf vier Standorte (darunter einer in Brunn am Gebirge) und von 30 auf 80 Mitarbeiter gewachsen ist. Rund 1.000 Neu- und 600 Gebrauchtwagen werden im Jahresverlauf bei Spes verkauft und kommen natürlich auch wieder zum Service in die Werkstätte. Trotz dieser Größe ist für die beiden Geschäftsführer Konrad und Roland Spes eines klar: „Wir können uns an keinen einzigen Motorschaden erinnern, der durch Öl ausgelöst wurde.“

„Mit wenigen Produkten alles abdecken“ Eine langfristige Partnerschaft (mit der vierten Generation an Castrol-Außendienstmitarbeitern) steht für die Spes-Brüder also im Vordergrund: „Und wir wissen auch, dass die Marke Castrol für die Kunden mehr wert ist als andere“, sagen die beiden unisono. „Der Vorteil ist, dass wir mit wenigen Produkten alle

Spezifikationen dieser doch so unterschiedlichen Marken in den Autohäusern der Firma Spes abdecken können“, freut sich Michael Beder, Distributor Business Manager. 80 Prozent der Produkte werden mit Tankwagen geliefert: „Der Kunde kann einen Mindestlagerstand definieren, dann wird der Zählerstand automatisch an uns übermittelt“, erklärt Bernd Graschi, Key Account Manager Südösterreich: „Der Kunde erhält dann von uns einen Terminvorschlag, wann wir liefern.“ Das sei ideal gelöst, bestätigt das Autohaus Spes: „Denn wir wissen bei der Inventur auch immer ganz genau, wie viel Öl in den Tanks ist.“ Gute Dienste in den Spes-Werkstätten leisten auch die Bremsflüssigkeits-Testgeräte, die eigens für jene Betriebe entwickelt wurden, die auf Castrol vertrauen. „Wir machen uns Gedanken, wie wir den Werkstätten helfen können und liefern auch solche Geräte“, sagt Graschi: „Ein Tropfen genügt und man weiß, wie die Flüssigkeit beschaffen ist.“ Ein Grund mehr, warum die beiden Spes-Brüder auch in den kommenden Jahr(zehnt)en auf Castrol vertrauen werden. • (MUE)

Spes verwendet an allen vier Standorten ausschließlich Castrol-Produkte


HANDEL

„A.T.U-Betriebe werden nicht in Borgward-Werkstätten umgestaltet werden.“

Digitaler Vertrieb über das Neuwagen-Portal von Sixt, Service bei A.T.U – so soll der Neustart von Borgward in Deutschland aussehen. Tom Anliker, Senior Vice President Global Marketing, Sales and Services, über die Aussichten der Traditionsmarke in Österreich. Von Dr. Nikolaus Engel

Die Zugkraft der Marke Borgward A

&W: Sie haben den Beginn des Verkaufs neuer Borgward-Modelle über Sixt-Neuwagen.de bekannt gegeben. Wie weit ist das eine Lösung für den ganzen deutschsprachigen Raum? Tom Anliker: Wir prüfen derzeit mehrere Optionen, um unseren Kunden zeitgemäße Vertriebslösungen anzubieten. Ob die Lösung mit Sixt-Neuwagen.de daher auch eine Option für den gesamten deutschsprachigen Raum ist, ist noch offen. Also kommt da noch etwas – das ist noch nicht alles, oder? Könnte man das so sagen? Anliker: Lassen Sie uns zunächst in Deutschland starten – dann sehen wir weiter. Also zunächst einmal nur in Deutschland, nicht in Österreich? Was wird die Aufgabe von Herrn Lautenschläger als Executive Director Europe Operations sein, der ja an Sie berichtet? Anliker: Die Aufgabe von Gerald Lautenschläger wird es sein, das Vertriebssystem in Europa aufzubauen: beginnend mit Deutschland. Weiter geht es dann in der D-A-CH-Region, und in der Folge werden wir dann weitere Märkte ins Auge fassen.

24

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Wann werden die neuen Borgward in Österreich, wann in der Schweiz erhältlich sein? Anliker: Wir sind zurzeit in Gesprächen mit potenziellen Partnern. Wie rasch Borgward auch in Österreich und in der Schweiz sein wird, kommt darauf an, wie schnell und erfolgreich wir da vorankommen. Wären auch „normale“ Händler und ein „normaler“ Importeur denkbar – oder ist die Lösung generell, mit Portalen wie Sixt-Neuwagen zusammenzuarbeiten? Anliker: Wenn wir mit einem Importeur oder Partner zusammenarbeiten wollen, dann müsste das einer sein, der digital-affin ist und in die gleiche Richtung denkt wie wir. Wann soll Borgward offiziell in das Angebot von Sixt-Neuwagen aufgenommen werden? Anliker: Das wird dann so weit sein, wenn die Preise bekannt sind und die Produkte aufgeschaltet werden. Gibt es dafür eine Zeitidee? Anliker: Voraussichtlich Ende des Jahres. Woher sollen sich mögliche BorgwardKunden rekrutieren bzw. wie werden die im Sixt-Neuwagenportal mit vielen Marken zu Borgward hingeführt? Wie wird das gerankt? Anliker: Diese Details klären wir derzeit mit unserem Partner. Welche Funktionen wird das A.T.U-Netz für die Marke Borgward erfüllen? Service, Garantie oder wird A.T.U auch die Autos ausliefern? Wie kommt


ExklusivInterview! das Auto von Sixt zum Kunden? Wird das Auto nur in Form der Miete oder auch zum Kauf oder Leasing angeboten werden? Anliker: Sixt hat ein komplettes Konzept von der Bestellung bis zur Auslieferung. Wir werden die Möglichkeit haben, mit Sixt sowohl Kauf als auch Finanzierung und Leasing anzubieten.

Lesen Sie in jeder Ausgabe von „AUTO & Wirtschaft“ eines der hochkarätigen Interviews aus der wöchentlichen „AUTO-Information“.

Was wird also die Funktion von A.T.U sein? Anliker: Wir sind noch daran, mit A.T.U das Servicekonzept auszuarbeiten. Da muss ich um Geduld bitten. Werden die – derzeit markenfreien – A.T.U-Betriebe als Borgward-Werkstätten autorisiert und signalisiert werden? Wie wird man sehen, dass bei A.T.U eine Borgward-Werkstatt ist? Anliker: Wir haben mit A.T.U vereinbart, dass beide Marken eigenständig bleiben und Borgward sehr dezent signalisiert sein wird. A.T.U-Betriebe werden also nicht in Borgward-Werkstätten umgestaltet werden. Wird es über die A.T.U-Betriebe hinaus Borgward-Werkstätten geben oder sind die mehr als ausreichend? Anliker: Wir sind, wie gesagt, derzeit dabei, mit A.T.U das ganze Konzept zu entwickeln.

HANDEL

den Markt starten werden, und für den Rest möchte ich noch nicht die Katze aus dem Sack lassen. Der auf der IAA in Frankfurt vorgestellte rein elektrisch angetriebene BXi7 war die Premierenversion für die Produktion in Bremen – der dürfte daher nicht vor 2019 kommen. Der BX5 wird in China bereits hergestellt und verkauft. Und wie unser CEO Ulrich Walker gesagt hat, werden BX5 und BX6 voraussichtlich vor 2019 auf dem europäischen Markt erhältlich sein. Wo wird der Borgward-Vertrieb künftig seinen Sitz haben – wird der nach Bremen verlegt oder wird der in Stuttgart bleiben? Anliker: Zurzeit ist nichts anderes angedacht als sowohl die Borgward-Weltzentrale als auch die Europazentrale weiterhin in Stuttgart zu belassen: Im Moment bestehen jedenfalls keine Pläne der Verlegung nach Bremen.

„Sixt und A.T.U sind die Partner für den Marktstart in Deutschland. Weitere Schritte werden dann mit der Zeit kommen – mit wem auch immer.“ Tom Anliker, Senior Vice President Global Marketing, Sales & Services bei Borgward

Wird der A.T.U-Vertrag dann auch für Österreich gültig sein? Anliker: Wie gesagt: Sixt und A.T.U sind die Partner für den Marktstart in Deutschland. Weitere Schritte werden dann mit der Zeit kommen – mit wem auch immer. Begonnen wird mit dem BX7, dann kommen BX5 und BX6 – wird das Stufenheck überhaupt nach Europa kommen? Dann folgt die Isabella – wann auch immer. Begonnen werden sollte ja ursprünglich mit der Elektroversion des BX7. Wann kommt der BX5, der ja in China schon in Produktion ist? Welche sind die Europa-Launchdaten? Anliker: Wir haben angekündigt, dass wir mit dem BX7 in

Welche Regionen erschließen Sie derzeit gerade für Borgward im Export? Sie sind ja bereits in China, in Laos und im Nahen Osten vertreten … Anliker: Laos war überraschenderweise letztes Jahr der erste Exportmarkt – überraschenderweise, denn dort konnte Borgward an der ersten internationalen Automobilausstellung teilnehmen, die in Laos stattfand: Es war ein großes Erlebnis für mich, schließlich war ich dort der einzige Europäer. Der Verkauf dort ist weit, weit über unseren Erwartungen und Schätzungen für das Land. Das zeigt die Zugkraft der Marke Borgward. Im März dieses Jahres haben wir die Verträge für 5 Länder im Mittleren Osten unterschrieben. Die Markteinführung von Borgward wird dort Ende dieses Jahres mit der Dubai Motor Show erfolgen. Nun bereiten wir als nächstes den Export in Länder Südamerikas – Chile, Argentinien und Peru – vor. •

DIE „AUTO-INFORMATION“ MIT TOP-MELDUNGEN AUS DER BRANCHE

Jede Woche mit Exklusivinterview Jean-Chr. Kugler: „Die Renault-Werke laufen an der Kapazitätsgrenze. Wir schauen, was noch möglich ist.“

Stefan Kappacher: „Mit dem neuen Fiat Tipo Kombi können wir das Fuhrpark-Segment stärker forcieren.“

Roelant de Waard: „Für Ford ist wichtig, dass der neue Ecosport nun in Europa gebaut wird, weil wir flexibler sind.“

Abonnieren Sie Ihren Informationsvorsprung! Uschi Ernst: Telefon: +43 664 822 22 24; E-Mail: ernst.uschi@lederers-medienwelt.at

AUTO & Wirtschaft 12/2017

25


handel

Bei der Neugestaltung des Badener Standorts wurde die neue Renault-CI berücksichtigt

Burgenländische Erfolgsgeschichte Mit viel Herzblut baute Josef Koinegg sein Autohaus zu einer regionalen Größe auf. Zwischen dem südlichen Niederösterreich und dem Burgenland stellt man sich den Herausforderungen der heutigen Zeit.

I

m Jahr 1975 als Gebrauchtwagenplatz bei einer Tankstelle gegründet, wuchs das noch immer als Familienbetrieb geführte Autohaus Koinegg auf 3 Standorte mit 6 angeschlossenen Händlern (4 im Burgenland, 2 in Niederösterreich) und 2 angeschlossenen Werkstätten. Aktiv ist man vor allem

„Österreich ist ein Markt, wo Neuvorstellungen immer sehr gut ankommen.“ Vertriebsleiter Gerhard Skrbetz, MBA in der Region zwischen Eisenstadt–Neusiedl–Mattersburg–Oberpullendorf–Baden. Aktuell soll Expansion nicht über zusätzliche Marken oder Standorte passieren. Der Schwerpunkt für die Zukunft liegt auf der Steigerung des Koinegg-Marktanteils mit allen Marken in den zweistelligen Bereich, so Vertriebsleiter Gerhard Skrbetz, MBA: „Da haben wir noch einiges an Arbeit vor uns.“

Josef Koinegg GmbH & Co KG Gegründet: Standorte: Absatz: Marken: Mitarbeiter: www.koinegg.at

26

1975 Eisenstadt, Weiden, Baden rund 900 Neu- und Gebrauchtwagen Renault, Dacia, Nissan und Lada 45

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Dacia im Jahr 2017 stärkste Marke Bei Lada hat man einen Händlervertrag abgeschlossen, da „die Marke zum Konzern gehört.“ Die meisten Absätze werden aktuell mit der Marke Dacia erzielt: rund 400 Einheiten. Ob Renault oder Dacia an der Verkaufsspitze liegt, sei auch immer von Modellneuheiten abhängig, so Skrbetz: „Österreich ist ein Markt, wo Neuvorstellungen immer sehr gut ankommen.“ Davon habe Dacia als neue Marke in den vergangenen Jahren profitiert. Bei der Elektromobilität verteilen sich die Verkaufszahlen auf die einzelnen Standorten ­annähernd gleichmäßig und auch in der Werkstatt ­findet sich so manches Elektroauto zum Service.

Standort Baden in neuem Glanz Bei der Neugestaltung des Standorts Baden wurden die neue Renault- und Dacia-CI berücksichtigt. Wegen der Arbeiten an den weiteren Standorten laufen noch die Gespräche mit dem Hersteller. Es müsse sich aber auch für den Händler rechnen, ist Skrbetz überzeugt: „Es ist überhaupt keine Frage, dass der Hersteller etwas verdienen will, aber auch der Händler. Hier gilt es, ein Gleichgewicht zu finden, das für beide akzeptabel ist.“ Als wichtig erachtet er, dass „jeder das macht, wofür er da ist. Das heißt, wenn der Hersteller Autos zu konkurrenzfähigen Preisen baut, mit tollen Aktionen, und wir schauen, dass wir diese verkaufen, reparieren und zufriedene Kunden haben, leben wir alle gut und glücklich.“ • (MPI)


HANDEL

Die hübschen Russinnen Lada Automobile gibt seit dem Launch des neuen Modells Vesta beim Marketing für die Pkw-Palette Gas: 2018 auf der VAS.

D

er Auftritt bei der Vienna Autoshow in der Messe Wien ist eigentlich die Rückkehr von Lada zur Wiener Autoausstellung, an der die Marke seit ihrem Beginn traditionell teilgenommen hatte.

Finanzierung unterstützt Kombi- und Cross-Launch Um den Marktstart des Vesta Kombimodells und der daraus abgeleiteten Cross-Version für den Handel zum Erfolg werden zu lassen, tritt die Marke nicht nur auf der Essen Motor Show, sondern auch bei den in großen deutschen Städten – Berlin, München, Hannover, Stuttgart und Dortmund – veranstalteten Autotagen mit den neuen Modellen auf, die jeweils in Verbindung mit den besucherstärksten Messen abgehalten werden und bei denen die Probefahrt und der Vergleich mit anderen Modellen Teil der Veranstaltung ist.

Die Markteinführung des Vesta Kombi und Vesta Cross wird jetzt bereits vorbereitet: Dazu gehört auch die Kooperation „Lada powered by Denzelbank“. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde der (vormals für McLaren genutzte) Schauraum bei Megadenzel Erdberg nun mit Lada-Modellen bestückt. „Dieser Schauraum wird Lada-Interessenten den perfekten Rahmen für Gespräche über die Finanzierung bieten“, ist Max Schmidt, bei Lada Automobile für die Region zuständig, überzeugt. Beim Auftritt auf der Vienna ­Autoshow werden auch 1/3- und 1/4-Finanzierungen für die Lada-­Modelle vorgestellt werden. • (ENG)

Lada powered by Denzel Bank: ­Schauraum bei Mega­denzel Erdberg


handel

Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental, sieht der Disruption im Autobusiness gelassen entgegen

Virtuelle Zukunft in Schach gehalten

Seat-Chef Luca de Meo ist besorgt, weil sich viele Menschen, vor allem junge Menschen in großen Städten, vom Auto abwenden. Er ist aber überzeugt davon, diese zurückgewinnen zu können, indem er ihnen die passenden Angebote macht. Die Autobranche dürfte sich nicht auf die Car Guys fokussieren, sondern müsse auch auf die Autohasser eingehen. Alles möglich, fix ist wenig: PSA-Chef Carlos Tavares möchte seine jüngste Neuerwerbung Opel bis 2020 wieder in die Gewinnzone zurückführen. Seine Mobilitätsszenarien sind von Disziplin bei der Unternehmensrettung („Leistung schützt das Unternehmen und die Arbeitsplätze“) geprägt. Profan spricht er im Tempo der Veränderungen von Kostenreduzierung auf allen Ebenen. Dennoch sollen bis 2024 alle ­europäischen Baureihen entweder einen E- oder ­Hybrid-Antrieb haben. Ein Highlight war die Diskussion zur „Zukunft der Autobranche“ mit den Vorstandsvorsitzenden Tom Enders (Airbus), Tim Höttges (Deutsche Telekom) und Harald Krüger (BMW), denen in Fortschreibung ihres wirtschaftlichen Erfolges ein vereintes Europa unabdingbar erscheint. Für Enders überschneiden sich zunehmend die Technologien von Auto-, Luftfahrt- und Telekommunikationsbranche. Telekom arbeitet daran, WLAN mit LTE-Geschwindigkeit (Long Term Evolution: Mobilfunkstandard der 3. Generation) auch in Flugzeugen nutzbar zu machen. Enders hält Volocopter, also Kleinflugzeuge zum Personentransport, für denkbar, wenn auch nicht in naher Zukunft. Die Amerikaner hätten eine andere Mentalität, sie würden mehr ausprobieren und nicht zuerst einmal

Die Autobauer auf der Suche nach der Mobilität von morgen werden zunehmend von neuen Marktteilnehmern bedrängt. Der Bedarf an IT in der Branche wächst ebenso rasant wie der Zwang, die Mobilität neu definieren zu müssen. Wie sich Strategie und Realität duellieren, zeigte das illustre Teilnehmerfeld auf dem diesjährigen Automobilwoche Kongress in Berlin.

G

roße, mit Weitblick gesetzte Worte in die Zukunfts(be)deutung der Automobilität bestimmten den 11. Automobilwoche Kongress 2017 in Berlin. Bei aller geäußerten Meinungsvielfalt erschöpft sich die digital beschleunigte Denkwelt am realen wirtschaftlichen Zustand. Dieser Zustand ist holprig und voller Gefahren. Dennoch warnen die Supermänner – Superfrauen

„E-Mobilität ist nicht die allein selig machende Antriebslösung der Zukunft. Ein Mix mit dem Diesel führt auch zum Ziel. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental AG waren leider keine am Podium – vor zu großem Pessimismus, denn auch moderne Gesellschaften sind auf das Auto und individuelle Mobilität angewiesen. Nahezu alle Statements und Spitzen der Crème de la Crème der europäischen Mobilitätsmanager zielten auf die derzeitige politische Einschätzung in der ­Europäischen Union ab.

28

AUTO & Wirtschaft 12/2017


Handel

Herausgeber Helmut Kluger navigierte die elitäre Talkrunde mit Tom Enders, Tim Höttges und Harald Krüger durch ihre künftige Mobilitätswelt

ein Gesamt­konzept entwickeln, stichelt er in Richtung europä­ische ­Entwicklungskultur.

„Rekombinationen“ bestehender Techniken Die Deutschen seien oft zu zögerlich und durch Regularien gebremst. Deshalb gingen Ingenieure heutzutage oft ins Ausland, beklagt Krüger, der eine eigene Batteriezellenfertigung in Deutschland wirtschaftlich momentan für nicht sinnvoll erachtet. Höttges warnt davor, darauf zu warten, dass etwas Neues vom Himmel fällt. Viele neue Ideen seien „Rekombinationen“ bereits bestehender Techniken. Uber z. B. sei eine Kombination aus iPhone, SAP Cloud und Taxifahrern. Laut Krüger sind schon heute 8,5 Millionen voll vernetzter BMW-Fahrzeuge auf dem Markt. 2021 soll der elektrisch angetriebene, hoch autonome und voll vernetzte „iNext“ im Markt einschlagen. Trotzdem sollen BMW-Kunden auch weiterhin entscheiden können, ob sie selbst fahren wollen oder nicht. Volkswagen-Pkw-Markenvorstand Herbert Diess sieht für das konventionelle Automobil noch lange Zeit eine goldene Zukunft: „Neue multimodale Mobilitätskonzepte werden die Attraktivität des Autos auf absehbare Zeit nicht schmälern können.“ Für ihn geht die diesbezügliche öffentliche Diskussion an der wirtschaftlichen Realität vorbei. Hohe Stückzahlen seien weiterhin die Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg, entzog er allzu forschen Autonomiefahr-Denkern den Boden der Realität. Allerdings werde die chinesische Mobilitätsindustrie das globale Gesicht der Autowelt, öffnet er der Öffentlichkeit seine Gedankenwelt. Dadurch werde auch der ­Vertrieb sich verändern: modern, dezentral.

Für Herbert Diess von Volkswagen wird das E-Auto zum fahrenden Tablet

Wohin der Handel und das Servicegeschäft transformieren, artikulierten Thomas Hausch (Geschäftsführer Nissan Center Europe), Roman Still (AVAG-Vorstandssprecher) und Autohaus-Eigentümer Peter Reisacher. Hausch misst dem klassischen

„Die Chinesen übernehmen die Systemführerschaft und werden zum globalen Gesicht der Autowelt.“ Herbert Diess, Markenvorstand Volkswagen Pkw Servicegeschäft mittelfristig schwindende, hingegen Finanz- und anderen Dienstleistungen steigende und Verlusten im Handelsgeschäft kompensationsfähige Bedeutung zu. Für Still ist der Internet-Verkauf „ein süßes Gift“, das insbesondere dann problematisch werde, wenn der Hersteller dem Handel dafür niedrigere Margen zubillige. Reisacher wiederum fordert vom Hersteller mehr vertikale Integration, um dem Kunden ein einheitliches Bild zu bieten. Er und Still beklagten, der Blick der Hersteller ginge vom Werktor zum Kunden und damit über den Handel hinweg. Als Beispiele verwies er auf Probleme bei der Garantieabwicklung und auf nicht geteilte Daten zwischen Hersteller und Handel. „Der Kunde erwartet, dass wir Zeit für ihn haben und über seine Bedürfnisse Bescheid wissen.“ • (LUS)

„Opel braucht PSA-Synergien“

Schnelligkeit und Digitalisierung Automobilwoche-Herausgeber Helmut Kluger entzog unter der Überschrift „Erfolg in unwägbaren Zeiten“ beim 11. Kongress angesichts der Probleme mit der Bahn, den Autobahnen und dem ­Breitband-Ausbau den „Regierenden in Deutschland“ kurzerhand den Champions-League-Status. Seine Appell: „Schnelligkeit wird in einer digitalisierten Welt zunehmend zum entscheidenden ­Wettbewerbsvorteil.“

Der Autohandel wurde von Rebecca Eisert auf dem Podium moderiert

Eloquent und dennoch zielorientiert referierte Carlos Tavares durchs künftige PSA-Opel-Szenario

PSA-Chef Carlos Tavares versprüht mit seinem Charme Aufbruchstimmung, obwohl sein dafür vorgesehenes Maßnahmenpaket für Opel sehr schmerzhaft sein wird. Zunächst auf betriebsbedingte Entlassungen verzichtend, tritt der ,Sanierungsheld von morgen“ ordentlich in die Kostenbremsen, zumal die Marktanteile und der Fahrzeugbestand (nicht zuletzt wegen des BREXIT) schrumpfen. Das Zauberwort heißt Synergie, also der Schwenk von Opel auf die Plattformen, Motoren und Vertriebsmodule von PSA. Von den angepeilten Milliardensynergien wird jedes Land betroffen sein.

AUTO & Wirtschaft 12/2017

29


Prof. Dr. Willi Diez

ANSICHT

Digitales Beziehungsmanagement V

erfolgt man die Veränderungen der aktuellen CI-Richtlinien bei vielen Automobilherstellern und -importeuren, dann bekommt man fast den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben: Noch immer scheint sich ein großer Teil der Aktivitäten der Hersteller in Richtung Handel darauf zu konzentrieren, wie man die Fußböden, die Möblierung der Showrooms und die Farben der Fahnen und Pylone gestaltet – als ob man durch eine schwarze Signalisation am Händlerbetrieb mehr Autos verkauft, als wenn die Fahnen in Blau wehen. • Um nicht den Beifall von der falschen Seite zu bekommen. Ja, natürlich muss die CI im Handel stimmen, denn immerhin verkaufen wir dort teure und wertige Produkte und dazu muss das Verkaufsambiente passen. Tolle Produkte verkauft man nicht im Hinterhof und auch wenn der Kunde nicht unbedingt die Marmorfußböden braucht, wenn er einen Kleinwagen kauft: Der Händlerbetrieb sollte modern, aufgeräumt und durchaus ein wenig „stylish“ sein. Angesichts der gravierenden Veränderungen im Kundenverhalten kann und darf das aber nicht die Hauptbaustelle in der Hersteller-Händler-Beziehung sein. Notwendig ist vielmehr, den Handel digital aufzurüsten, um den künftigen Herausforderungen gerecht zu werden. • Dabei geht es aber nicht allein darum, jedem Händlerbetrieb einen Touchscreen, eine Powerwall und den Einsatz von Tablets vorzuschreiben. Vielmehr müssen die Abläufe an das digitale Zeitalter angepasst werden. Beispiel: Live Chats. Wer heute ein Auto im Internet konfiguriert, hat möglicherweise Fragen dazu, und die möchte er nicht irgendwann, sondern sofort beant-

„Was der Handel heute braucht, ist eine Digitalberatung, und zwar auf professionellem Niveau!“

Prof. Dr. Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen (D)

30

AUTO & Wirtschaft 12/2017

wortet haben. Dazu muss es eine Live-Chat-Funktion geben, bei der der Kunde direkt mit einem Verkaufsberater sprechen kann. Dazu müssen Prozesse, aber auch Qualifikationen verändert werden und hier ist der Handel zwingend auf die Unterstützung des Herstellers angewiesen. • Gleichzeitig gilt es, die Aufwendungen, denen der Händler im Rahmen seines Vertrages nachkommen muss, neu auszubalancieren. Kommen zu den anspruchsvollen baulichen Standards, die jeder Händler erfüllen muss, jetzt auch noch hohe digitale Standards, dann könnte manchem Händler die Luft zum Atmen genommen werden. Im Klartext: Jeder Händler kann sein Geld nur einmal ausgeben, und zwar am besten dort, wo es die höchste Wirkung zeigt. Wenn es denn so ist, dass die Kunden immer seltener ins Autohaus kommen, dann müssen alle – Hersteller und Händler – mehr in die Online-Kanäle und weniger in „Bau, Steine, Erden“ investieren. • All das muss schließlich auch Konsequenzen für die Margensysteme, insbesondere die Leistungsboni, haben. Wenn die digitale Erreichbarkeit und Kompetenz des Handels immer wichtiger werden, dann müssen solche Angebote und Leistungen auch bonifiziert werden – und nicht nur die Größe und Einrichtung des Showrooms. Hier sind konstruktive Gespräche notwendig, wenn die Digitalisierung nicht in einer finanziellen Sackgasse für den Handel enden soll. Andererseits werden die Hersteller ihre Digitalstrategien nur umsetzen können, wenn der Handel wirklich mitzieht. Mit der Digitalisierung wird die Systempartnerschaft zwischen Hersteller und Handel nicht gesprengt, wie immer wieder behauptet wird, sondern noch verstärkt: Da die Schnittstelle zum Kunden immer direkter wird, sind Hersteller und Handel darauf angewiesen, dass kein Kundenkontakt in den Weiten des Internets verloren geht. • Die Digitalisierung verändert also nicht nur die Beziehung zum Kunden. Sie hat auch Konsequenzen für die Hersteller-Händler-Beziehung. Die althergebrachte „Bauberatung“ in Ehren – was der Handel heute braucht, ist eine „Digitalberatung“, und zwar auf professionellem Niveau!


Handel

(V. l.) 2. Landtags-­Präsident Ing. Rudolf Strommer, Ex-­ Mörbisch-Intendant Harald Serafin, Landeshauptmann Hans Niessl und Gala-Initiator „Willi“ Weintritt

Bela Koreny, Lilian Klebow und Daniel Serafin begeisterten Gastgeber Werner Weintritt (2. v. r.) und Gäste mit Broadway-­ Ohrwürmern

14 Mal Benefizgala = 500.000 Euro! Wilhelm und Sohn Werner Weintritt treiben Spendenfreude mit Autohausmarketing zur Perfektion. Kunst, Politik, Sport und 13 Sponsoren bilden den Rahmen. Von Gerhard Lustig

W

enn Ford-Händler Wilhelm Weintritt (71) mit seinem Sohn Mag. Werner (41) zum alljährlichen Benefiz-Konzert in den Haydn-Saal nach Eisenstadt bittet, lassen sich das seine zahlreichen Hauptlieferanten und Musikfreunde nicht entgehen und stellen jährlich eine Gala vom Feinsten auf die Beine. Burgenlands Landeshauptmann und Fußballfreund aus jungen Tagen Hans Niessl, Mörbisch-Operetten-­ Ikone Harald Serafin genossen gemeinsam mit Ford-Austria-Generaldirektor Danijel Dzihic den Abend. Ebenso wie hunderte Besucher, die ihren Obolus zugunsten der ORF-Spendenaktion „Licht ins Dunkel“ leisteten. Ein Ford Fiesta fand per Losglück seinen Besitzer und beim Dinner spielte die Neusiedler Musikerfamilie Janoska auf. Ebenso wie vorher auf der Bühne sie die Sopranistin Daniela

Fally hochklassig durch ihre Koloraturen begleiteten. Daniel Serafin jun., Schauspielerin Lilian Klebow, das 7-jährige Ausnahmetalent Heidi Schuszter am Klavier und mit Werner Weintritts Tochter im Chor vom Theresianum Eisenstadt gestalteten den ­musikalischen Abend zum Erfolgserlebnis.

Spendenmeister Familie Weintritt konnte in bislang 14 Veranstaltungen sage und schreibe über 500.000 Euro sammeln. Eine unglaubliche Summe, die im stürmischen Applaus des begeisterten Publikums ihren sozial anerkannten Widerhall fand. Die beiden Weintritt nahmen es mit Stolz zur Kenntnis und avisierten für 2018 dann die bereits 15. Benefizgala. Man darf davon ausgehen, dass Castrol, Förch, Autoplus, FCA Bank, carplus, Berner, Standox, Santander, Garanta, Autobank, Bawag, Vredestein, Würth, AEZ, Zurich usw. dem Autohaus Weintritt mit Ford Austria wieder ihre Reverenz erweisen werden. Helfen und ­Geschäfte machen: Weintritt macht das wirklich gut. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

??


HANDEL

MARKENMonit or 2017

Die jährliche Zufriedenhei tsumfrage unter

österreichischen Kfz-Markenbetrieben

Auszüge aus einer Studie im Auftrag von:

Alle Sieger. Alle Marken. Alle Händler.

Für jeden Sieger ein Pokal Wissenschaftliche Durchführung:

Ein Special von

Die Händlerzufriedenheits-Umfrage sorgte im November für viel Gesprächsstoff.

S

ätze wie „Na, was sagst?“ oder „Hast du das schon gesehen?“ waren in den vergangenen Wochen die wohl häufigsten unter Österreichs Markenhändlern. Sie alle kamen zu ein- und demselben Thema, nämlich zum MarkenMonitor – also der Händlerzufriedenheits-Umfrage, die wir gemeinsam mit der November-Ausgabe von „AUTO & Wirtschaft“ verschickt haben. Viel Freude gab es auch bei den Siegern (siehe Fotos). Und einige Geschäftsführer von Marken, die nicht auf den vordersten Plätzen zu liegen kamen, sind – wie wir hören – mit der Analyse der detaillierten Antworten beschäftigt. Sie hoffen auf Besserung. Und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe, die im Herbst 2018 durchgeführt wird! • (MUE)

Aufsteiger des Jahres: Mag. Stefan Kappacher kann für Jeep mit der Auszeichnung punkten Große Marken: Porsche-AustriaGeschäftsführer Mag. Wilfried Weitgasser mit der Ehrung für Volkswagen

32

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Gewinner bei den mittelgroßen Marken und Gesamtsieger: Bei Mazda fanden sich zur Übergabe Hermann Hechtl (Kundendienst), David Griessnig (Händlernetzentwicklung), Geschäftsführer Heimo Egger, Jo Deimel (Kommunikation) und Robert Böck (Ersatzteillager und Logistik) ein Premiummarken: Geschäftsführer Loic Claude nahm den Pokal für Volvo entgegen

Kleine Marken: Roland Pfeifenberger (Sales Manager) und Helmut Pletzer (Managing Director) freuen sich über den 1. Platz für Suzuki


Prominente Teilnehmer im bestens besuchten Auditorium: Kärntens Landesinnungsmeister Walter Aichwalder, Bundesinnungsmeister Friedrich Nagl, Ing. Josef Puntinger (Fahrzeugtechnik) und Ing. Josef Schirak (Fahrzeughandel) Die Veranstalter: Josef Niegelhell (Karosseriebautechniker), Josef Harb (Fahrzeugtechnik), Ing. Klaus Edelsbrunner (Fahrzeughandel) und Vizepräsident Andreas Herz (Wirtschaftskammer Steiermark)

Mehr Sicherheit für Kunden und Betriebe Die steirische Kfz-Branche fordert ein klares Bekenntnis der Politik zur Planungssicherheit für Händler und Autokäufer.

D

as generelle Schlechtmachen des Diesels durch Presse und Politik hat der Branche geschadet“, berichtet der Bundes- und steirische Landesgremial­ obmann des Fahrzeughandels, Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, im Rahmen des Tages der steirischen Kfz-Wirtschaft. „Wir konnten in weiterer Folge beruhigend einwirken, die Politik hat uns gut verstanden“, berichtet er weiter. Die Position sei dabei ganz klar: „Der Bestand an Fahrzeugen darf nicht angegriffen, darf nicht bestraft werden“, so Edelsbrunner. Unterstützt wird diese Forderung von Andreas Herz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark. „Für den Kunden, der heute ein Auto kauft, muss sichergestellt sein, dass er damit überall fahren kann“, so Herz. Um dafür ein Bekenntnis der Politik zu erreichen, „wird man Druck machen müssen“, ist er überzeugt. Nur damit könne Sicherheit für die ­Betriebe und deren Kunden erreicht werden.

Gute Mitarbeiter für neue Herausforderungen Neue Antriebstechnologien und wachsende, technische und elektronische Herausforderungen beschäftigen nicht nur den Handel, sondern sehr massiv auch die Werkstätten: „Entscheidend für die neuen Technologien sind gut ausgebildete Mitarbeiter“, weiß Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik Komm.-Rat Josef Harb. Die Ausbildungsstätten sind darauf bereits

vorbereitet. Laut Harb hat die Berufsschule schon einen Elektro-Arbeitsbereich und auch das Wifi hat ein Elektrofahrzeug zur Simulation von entsprechenden Reparaturen angeschafft. In einer ähnlichen Situation befinden sich die Karosseriebautechniker: „Die Reparatur von Elektrofahrzeugen ist für die Karosseriebetriebe eine große Herausforderung“, erklärt Josef

„Der Bestand an Fahrzeugen darf nicht angegriffen und nicht bestraft werden.“ Bundesgremialobmann Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner gegen Fahrverbote Niegelhell, Landesinnungsmeister-Stv. der Fahrzeugtechnik und ­Berufsgruppensprecher der Karosseriebautechniker in der Steiermark. Auch für Niegelhell ist Aus- und Weiterbildung entscheidend: „Entscheidend ist, die Mitarbeiter zu Schulungen zu schicken sowie Herstellervorgaben zu beachten.“ Das einmal mehr komplett gefüllte Auditorium in der Wirtschaftskammer Graz wurde darüber hinaus mit Vorträgen von Dipl.-Ing. Wolfgang Vlasaty, Geschäftsführer des AC Styria Autocluster, Rechtsanwalt Dr. Martin Brenner zum Thema Händlerverträge, Kurzpräsentationen der Garanta-Versicherung (Sicherheit im Schadensfall) sowie Obereder (Adblue als Potenzial für mehr Kundenkontakt) informiert. • (GEW)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

33


handel

Effiziente Lagerung von Spezialwerkzeug ist wichtig, damit es schnell gefunden wird

Neues Heim für 1.700 Stück SSI Schäfer hat vor Kurzem bei einem BMW- und Mini-Händler ein neues Lager für Spezialwerkzeuge errichtet: Das System überzeugt auf den ersten Blick.

Ü

blicherweise sind es ja vor allem österreichische Kfz-Werkstätten, denen wir unseren Besuch abstatten: Doch dieses Mal machen wir einen Blick über Österreichs Grenzen hinaus, nämlich nach Viechtach. Das liegt in Bayern, etwas nördlich von Deggendorf, also rund eine Stunde von Passau entfernt. Bekannt ist der Ort im Bayerischen Wald nicht zuletzt durch das Autohaus Hübner, das für BMW und Mini tätig ist.

„Lediglich 25 Quadratmeter waren notwendig, um die 1.700 Spezialwerkzeuge unterzubringen.“ Sascha Lichtenthäler, Produktmanager bei SSI Schäfer

Wer Stefan Hübner, den Chef des Autohauses, kennt, weiß, dass es in seinem Unternehmen sehr genau zugeht. Das schätzen auch die Kunden; nicht zuletzt deshalb wurde das Autohaus von einem deutschen Magazin als beste BMW-Werkstatt ausgezeichnet. Wie jeder vergleichbare Betrieb stieß aber auch das Autohaus Hübner an seine Grenzen, wenn es um das Thema Spezialwerkzeug ging: Immer mehr davon wurde benötigt und bald war jede verfügbare Wand mit einer Lochbrettwand belegt. Die von BMW gelieferten Schattenfolien halfen zwar einigermaßen bei der Organisation, doch auch diese Folien waren bald veraltet. Vor allem konnte dadurch nicht verhindert werden, dass das Werkzeug durch Feuchtigkeit und Staub Schaden erlitt.

34

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Speziallager auf nur 25 Quadratmetern Dazu kamen noch die Haken, die nicht immer schwerlasttauglich waren. Kurzum: Niemand war zufrieden, vor allem weil das Suchen des jeweiligen Spezialwerkzeugs zeitaufwendig war – das Zurückbringen ebenso. Hübner erkundigte sich also nach einer besseren Lösung und kam – nicht zuletzt durch den Tipp eines Markenkollegen – auf SSI Schäfer. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Neunkirchen (Deutschland) ist weltweit führender Anbieter von modularen Lager- und Logistiksystemen. Die richtige Lösung war relativ rasch gefunden, nämlich ein Teilelager, das nach dem Locatorensystem funktioniert. Gemeinsam mit Produktmanager Sascha Lichtenthäler wurde das neue Lager gestaltet; lediglich 25 Quadratmeter waren für die 1.700 Spezialwerkzeuge notwendig.

Deutliche Zeitersparnis Im Fachbodenregalsystem R3000 gibt es ein modular aufgebautes Einsatzbehältersystem mit Schubladen (in 2 verschiedenen Höhen). SSI Schäfer beziffert die Raum- und Flächeneinsparungen bis zu 50 Prozent. Was wohl noch wichtiger ist: Der Zeitaufwand reduziert sich um maximal 75 Prozent. Der Mechaniker definiert, welches Spezialwerkzeug er für die Reparatur benötigt, erstellt einen Ausdruck und gibt diesen dem Lagerarbeiter. Dieser findet das Werkzeug an den exakt definierten Stellen, gibt es aus und nimmt es später wieder zurück. Ähnliche Lösungen wurden auch in Österreich bereits mit den Spezialisten von SSI Schäfer aus Wels realisiert. • (MUE)


HANDEL

Geduld, Erfolg und Glück Mehr als ein Jahr hatte Andreas Grünzweig gesucht, bis er eine Lösung für sein zu klein werdendes Autohaus in Mödling fand: ein Vorbild für andere?

So soll das Autohaus in Wiener Neudorf aussehen; es liegt verkehrsgünstig an der stark frequentierten B 11 im ecoplus Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd

Von Mag. Heinz Müller

Auch die Nachfolge ist gesichert: Philipp Grünzweig (l.) wird das Autohaus später von seinen Eltern Renate und Andreas übernehmen

V

olvo und Kia: Zwei Marken mit deutlichem Wachstumspotenzial – vor allem in einem Autohaus, das so engagiert geführt wird wie die Firma Grünzweig in Mödling. Seit Grünzweig das Unternehmen vor sieben Jahren übernommen hat, gab es starke Zuwächse: „Heuer wollen wir mit 150 ausgelieferten Neuwagen bei Volvo und 200 Einheiten für Kia abschließen, dazu kommen noch 230 bis 250 Gebrauchtwagen“, sagt Andreas Grünzweig. Doch wer das Autohaus an der Adresse Im Felberbrunn 10 besucht, wird sofort mit dem Dilemma der Grünzweigs konfrontiert: Die stark gewachsene Modellpalette der schwedischen Marke ist im Schauraum nicht mehr wirklich repräsentativ unterzubringen; außerdem hätte Grünzweig ohnedies wegen der

neuen CI-Vorstellungen umbauen müssen. Doch das wäre in Mödling nicht zu verwirklichen gewesen. Weil auch Kia anderswo (etwa bei Stahl in WienFloridsdorf) in neuem Glanz erstrahlt, kam Grünzweig auf die Idee mit dem Neubau. Allein: „Wir haben gut ein Jahr in der Umgebung nach geeigneten Grundstücken gesucht – vergeblich.“ Da fragte er bei ecoplus nach: Die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ betreibt in der Nachbargemeinde Wiener Neudorf den Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd. Und siehe da: ecoplus errichtet etwa 500 Meter vom bisherigen Firmenstandort entfernt, direkt an der B 11 in Wiener Neudorf (neben dem Kärcher-Center), ein maßgeschneidertes Mietobjekt für das Autohaus mit der neuesten CI von Volvo und Kia und einer deutlich vergrößerten Werkstätte.

„Wir haben gut ein Jahr in der Umgebung nach geeigneten Grundstücken gesucht – vergeblich.“ Andreas Grünzweig, Autohausbesitzer in Mödling Der neue Betrieb liegt auf einem bisher unbebauten ca. 8.300 m2 großen Grundstück und wird langfristig an Grünzweig vermietet. Mit dem Bau wird demnächst begonnen, zum Jahreswechsel 2018/19 ist die Übersiedlung geplant. Branchenintern gilt die Lösung, die dem Betreiber die millionenteuren Errichtungskosten (und damit auch ein gewisses Risiko) erspart, als durchaus nachahmenswert. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

35


HANDEL

Marianne Sturm, MA, und Dr. Christian Pesau (beide Arbeitskreis der Automobilimporteure) mit Stefan Hutschinski, VÖK- und VASS-Obmann (Mitte)

Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann

Porsche Austria Geschäftsführer Mag. Wolfgang Wurm, A&W-Herausgeber Gerhard Lustig und Günther Kerle, Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilimporteure

… Mag. Petra Maria Ibounig (Wien) fungieren nun als Gremialgeschäftsführer der Sparte Handel

Mag. David Jochimstal (Salzburg) und …

Branche im Diskurs Zwei Mal im Jahr tagen die höchsten Gremien des Fahrzeughandels. Genutzt wurde die Sitzung im November auch zur Vorbereitung auf die Datenschutz-Grundverordnung.

Z

ufrieden zeigte sich Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels, mit der kürzlich abgehaltenen HerbstSitzung. Die Ausschüsse diskutierten unter anderem Serviceangebote wie ein 4-Stufenprogramm zur Datenschutz-Grundverordnung. Parallel dazu bieten einzelne Landesgremien Schulungen für die KfzBetriebe an. „Welche Daten werden wie weitergegeben? Wie wird das dokumentiert? Damit sollen wir

„Ich erwarte mir jetzt, wenn die Regierung von Schwarz bzw. Türkis und Blau zustande kommt, dass die beiden Herren auch zu ihrem Wort stehen.“ Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst, Wiener Landesgremialobmann Fahrzeughandel Händler nicht übrig bleiben“, betont Edelsbrunner. Ein kontroversielles Thema war die Integration des derzeit für ganz Österreich aktiven, aber vor allem vom Wiener Gremium finanzierten Teilehandels in das Bundesgremium des Fahrzeughandels.

Dialog mit den Importeuren Auf Initiative des Einzelhandels gab es eine Diskussionsrunde mit den Importeuren, an der Mag. Wolfgang Wurm, Geschäftsführer bei Porsche Austria, sowie vom Arbeitskreis der Automobilimporteure der Vorsitzende Günther Kerle, Geschäftsführer Dr. Christian Pesau und Marianne Sturm, MA, teilnahmen. Thematisiert wurden unter anderem die Standards und die Entwicklung der Elektromobilität. In einer

36

AUTO & Wirtschaft 12/2017

wertfreien, offenen Diskussion, wie betont wird, wurde abgestimmt, wo Gemeinsamkeiten liegen.

Zwei neue Gesichter Von der finanzpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Wien in die Gremialgeschäftsführung Sparte Handel wechselte Mag. Petra Maria Ibounig. In gleicher Funktion in Salzburg übernahm der studierte Jurist Mag. David Jochimstal von Mag. Isabella Eisel, die in Karenz ging. Zuvor absolvierte er sein Gerichtsjahr am Landesgericht Wels.

Warten auf die Ansprechpartner Während in deutschen Städten mögliche Fahrverbote weiterhin ein Thema sei, warte man im Bundesgremium aktuell auf das Ende der Regierungsverhandlungen, um dann bei den handelnden Personen die Themen des Gremiums zu hinterlegen und mit den Entscheidungsträgern deren Positionen abzuklären, so Edelsbrunner. Sein Stellvertreter und Wiener Landesgremialobmann Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst verweist auf eine Veranstaltung von „Mein Auto“, bei der sich die fünf Verkehrssprecher der Parlamentsparteien zu einer Ökoprämie bekannten: „Ich erwarte mir jetzt, wenn die Regierung von Schwarz bzw. Türkis und Blau zustande kommt, dass die beiden Herren auch zu ihrem Wort stehen!“ Durch das Ausscheiden der Grünen aus dem Nationalrat ist Ernst vorsichtig optimistisch, dass die Automobilbranche einer besseren Zukunft entgegenblicken kann. • (MPI/ENG)


Handel

Nur zwei sind nicht dabei Die Vorbereitungen für die Vienna Autoshow 2018 laufen auf Hochtouren: Bis auf Mazda und Volvo sind dieses Mal alle Hersteller mit dabei. Der eine oder andere Importeur hat wieder den Weg in den Wiener Prater gefunden oder stellt überhaupt zum ersten Mal aus.

E

s sind wie jedes Jahr hektische Tage und Wochen rund um den Jahreswechsel – bei den Autoimporteuren ebenso wie bei den Veranstaltern: Denn am Mittwoch, dem 10. Jänner, in der Früh muss alles fertig sein, da führt kein Weg vorbei. Das ist der traditionelle Tag für Fachbesucher und Medien, ehe die Hallen C und D am Donnerstag (9 Uhr) auch für das Publikum ihre Tore öffnen. Zugänglich ist die Messe bis Sonntag, 14. Jänner, 18 Uhr. Das bewährte Doppel – also Ferienmesse (Hallen A und B) und Autoshow (Hallen C und D) – wird auch dieses Mal beibehalten. „Der Plan steht“, sagt Dr. Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung. Das Wichtigste: „Im Gegensatz zu anderen Ausstellungen wie

zum Beispiel der IAA in Frankfurt, wo zahlreiche große Autohersteller gefehlt haben, leidet die Vienna Autoshow nicht am Schwund der Aussteller“, sagt Pesau. Die einzigen Abwesenden sind Volvo (konzentriert sich ausschließlich auf Genf und ist wieder am Wiener Eistraum vertreten) und Mazda (war schon in früheren Jahren nicht immer dabei).

Bis zu 150.000 Besucher erwartet Zugesagt haben hingegen wieder Subaru und – nach langer Abwesenheit – SsangYong: Auch Lada ist wieder mit von der Partie, und Iveco stellt erstmals seine leichten Nutzfahrzeuge aus. „Es ist kein Platz mehr frei, das ist für uns sehr positiv“, freut sich Pesau. Er rechnet wie in den vergangenen Jahren mit rund 150.000 ­Besuchern. • (MUE)

Platz für die Neuen Der Anhängerspezialist Wörmann in Hebertshausen schafft Platz für neue Kollektionen und räumt die Lagerbestände.

I

n den vergangenen Jahren haben wir immer wieder über den Anhängerspezialisten aus Hebertshausen (Bayern) berichtet – vor allem im Westen Österreichs ist die Firma Wörmann gut bekannt. Jetzt ist die ideale Zeit, um einen Lager-, Vorführ- oder Gebraucht­ anhänger zu kaufen. Denn die Lagerbestände werden derzeit geräumt, um Platz für die Neuheiten des Jahres 2018 zu schaffen. Auf dem 50.000 m2 großen Firmengelände in der Nähe von Dachau stehen Pkw-, Lkw-, Verkaufs- und Pferdeanhänger bereit. Das Sortiment umfasst rund

2.000 neue sowie etwa 500 gebrauchte Anhänger, die nach dem Kauf sofort mitgenommen werden können. Kunden können ihren derzeitigen Anhänger natürlich auch im Rahmen der Aktion „Alt gegen Neu“ auf die reduzierten Preise anrechnen lassen; dafür hat Wörmann eine eigene Fahrzeug-Taxierungs­ software entwickelt. • (MUE)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Günstige Gelegenheit für Anhänger-­ Käufer

37


Mehr junge Gebrauchte Der Eurotax-Marktindex für dreijährige Gebrauchtwagen ist im Oktober auf 104,1 (-0,5 Prozent) gesunken. Ein BenzinGebrauchtwagen ist im Schnitt um 13.700 Euro, ein Diesel um 21.100 Euro (150 weniger als noch im September) verkauft worden. Auffällig ist laut Eurotax die steigende Zahl junger Gebrauchter am Markt – die Rede ist hier von Tageszulassungen bis hin zu 1,5 Jahre alten Kfz. Man führt dies auf die Zurückhaltung beim Dieselkauf zurück. Allgemein sind die Durchschnittspreise bei „Gebrauchten“ leicht rückläufig, eine Ausnahme bilden Stadt-Autos mit Benzinmotoren: Deren Preis stieg im Vergleich zum Vormonat leicht.

Abo stößt auf Interesse Eine puls-Studie sieht großes Interesse am Markt für „Care by Volvo“ (24 Monate Rundum-Sorglos-Paket), 41 Prozent fühlen sich angesprochen. Österreich muss auf das Angebot allerdings noch warten.

Maserati-Vertrieb neu Seine Vertriebsorganisation stellt Maserati mit dem Jahreswechsel neu auf: Achim Saurer wird Geschäftsführer der Maserati Deutschland GmbH. Österreich und die Schweiz werden künftig von Piergiorgio Cecco geführt.

Rosenbauer stagniert Bei nahezu gleichbleibendem Auftragsvolumen (803,4 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr (803,5) bilanziert der österreichische Feuerwehrtechnikkonzern Rosenbauer für die ersten 3 Quartale 2017 mit einem leichten Umsatzplus von 0,26 Prozent auf 604,5 Millionen Euro. Der Personalstand wuchs auf 3.374 (+154). Man setze weiterhin auf Effizienzsteigerung und Kostenreduktion, um die angestrebten Wachstumsziele zu erreichen, hieß es. Ebenfalls im Quartalsbericht Erwähnung finden gerichtliche Entwicklungen: Ein Verfahren wegen eines vermeintlichen Produktfehlers in Kanada sei eingestellt worden, während eine zivilrechtliche Klage gegen den Konzern eingereicht worden sei.

38

AUTO & Wirtschaft 12/2017

„Wir wollen auch weiterhin auf unsere Stärke setzen: die sehr persönliche Betreuung der Kunden.“ Markus Dejmek, Country Manager von AutoScout24 und gebrauchtwagen.at

„Uns geht es darum zu zeigen, dass Berufskleidung mehr sein kann als der Blaumann!“ Bernd Feketeföldi, kaufmännischer Geschäftsführer der Mewa Textilservice GmbH

„Wir wollen durch die Übernahme weiter wachsen.“ Mag. Hannes Maurer, Vorstand der Porsche Bank

„Für freie Werkstätten ist und bleibt das MultimarkenDiagnosegerät unverzichtbar.“ Helmut Straberger, Hella Gutmann Österreich

Mag. Bernhard Katzinger

Warnung vor dem Zielstrich

Eine der genialsten Erfindungen, die ich kenne, ist das „verschobene Geschäftsjahr“. Denn, Hand aufs Herz: Die letzten Wochen des Jahres zwischen „Black Friday“ und Geschenke-Umtausch vor Dreikönig verfliegen im hektischen Stroboskop-Flackern der Bilder von Punschhütte, Shopping-Center und festlichem Kreditkartenglühen wie der Schlusssprint eines unsinnigen Wettrennens. Der willkürlich festgesetzte Zielstrich muss völlig erschöpft passiert werden, sonst droht Disqualifikation als Mindermotivierter im Beruflichen wie im Privaten. Mein Gegenvorschlag: Lernen wir von der börsennotierten Wirtschaft und legen den Zeitpunkt nicht nur der geschäftlichen, sondern auch der emotionellen Jahresbilanzen in ruhigeres Fahrwasser. Wie wäre denn der 1. September als „Jahresbeginn“ – mit frischen Kräften nach dem Sommer? Überhaupt scheint mir das Antizyklische ausbaufähig: Man stelle sich vor, ein ruhiges Thermen-„Wochenende“ von Dienstag auf Mittwoch, Aufbruch ins Büro um halb zehn, und um dem abendlichen Stau zu entgehen, müsste man dann auch früher wieder weg. Bloße Utopie? Geruhsame Feiertage!


wirtschaft

Gruppenbild mit Dame: Alle Sieger mit ARBÖProminenz, Sponsoren und der Moderatorin

Premium: Edgard Häuser (ARBÖ), Georg Puz (Luk­ oil) und Chris Collet (damals noch BMW Austria)

Start: Mario Ehrnhofer (ARBÖ), Wolfgang Wurm (Seat) und Walter Stauder (Datacol)

Medium: Thomas Beran (Audi), Alfred Wurmbrand (Würth) und Gerald Kumnig (ARBÖ)

Eine Feier mit Forderungen Die ARBÖ-Chefs nutzten die Verleihung des „Großen Österreichischen Automobilpreises“ für einige Forderungen an die Politik – vor allem in Sachen Umwelt und Diesel.

S

o wie in den Vorjahren versuchten die Hauptredner dieser wichtigsten ARBÖ-Veranstaltung im Jahresverlauf, ihre Standpunkte einem größeren Kreis an Zuhörern nahezubringen – wobei das Ergebnis der Jury-Wahl nicht untergehen sollte. In der Kategorie „Start“ (bis 20.000 Euro) wurde der Seat Ibiza ausgezeichnet (2. VW Polo, 3. Seat Arona), in der Kategorie „Medium“ (bis zu 50.000 Euro) war der Audi Q5 siegreich (2. Skoda Kodiaq, 3. VW Arteon). Die Kategorie „Premium“ (über 50.000 Euro) entschied der 5er-BMW für sich (2. Range Rover Velar, 3. Lexus LC4500). Beim „Umweltpreis“ ­wurde Kreisel Electric ausgewählt.

„Prügelknabe der Umweltverschmutzung“ Dem ARBÖ ist es wieder gelungen, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten: Erst beim Öffnen der Kuverts gab es Freude bei den einen und enttäuschte Gesichter bei den anderen. Während der Preisverleihung sagte ARBÖ-Präsident Komm.-Rat Dr. Heinz Hofer, dass die 800 engagierten Mitarbeiter das größte Kapital des Klubs seien. Laut einer Umfrage sei die Pannenhilfe für 98 Prozent der Mitglieder am wichtigsten, gefolgt

von der Möglichkeit der „Pickerl“-Überprüfung. „Hingegen geschieht die Interessenvertretung weitgehend hinter den Kulissen. Da müssen wir unser Profil in der Öffentlichkeit noch weiter schärfen.“ Hofer wandte sich gegen die Verteufelung des Diesels: „Jahrelang hat man uns eingeredet, wie toll der Diesel ist. Es ist unzumutbar, dass der Diesel jetzt zum Prügelknaben der ­Umweltverschmutzung wird.“ Laut Generalsekretär Komm.-Rat Mag. Gerald Kumnig wird der ARBÖ versuchen, die VerunsiUmweltpreis: Heinz Hofer (ARBÖ), Marcherung der Autofahrer endlich kus Kreisel, Georg Friedhuber (beide zu beenden. „Die Politik der Öko-­ Kreisel) und Moderatorin Olivia Peter Aktivisten trifft die Familien, die ­Älteren und die Behinderten sowie hunderttausende Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind. Da vermisse ich den gesunden Menschenverstand.“ In Sachen Klimapolitik werde zu wenig auf die Konsumenten geachtet: „Abstrakte Klimaziele ­werden der realen Lebenswelt der Menschen ­vorgezogen.“ • (MUE)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

39


WIRTSCHAFT

Wie lange noch? Positive Vorzeichen bei fast allen Marken in Österreich, Zuwächse auch in den meisten Ländern Europas. Die Autobranche blickt auf erfolgreiche Monate zurück und rätselt gleichzeitig: Wie lange geht es noch in dieser Tonart weiter?

Marktanteil Jän.–Okt. 2017

* Daten für Malta nicht erhältlich ** Mitgliedsstaaten vor der EU-Erweiterung von 2004 *** Mitgliedsstaaten, die seit 2004 der EU beigetreten sind

Abweichung 2016/2017 in %

+2,7 +20,5 +0,9 +2,3 +11,1 -1,0 +4,8 +11,7 -4,6 -10,3 +8,9 +21,7 +1,3 +23,7 +4,3 +15,1 +7,1 +18,1 +7,8 +16,9 +2,9 +10,3 +11,6 +7,3 +6,6 +20,2 +6,4 +3,9 +3,0 +14,4 +15,3 +0,8 +0,2 +1,1 +3,8 +3,0

Abweichung 2016/2017

478.841 25.098 187.243 2.884.676 21.422 100.842 1.737.371 76.164 2.224.603 130.504 1.692.047 44.880 14.115 21.473 45.542 361.834 298.122 395.968 187.450 88.805 311.951 79.781 60.561 1.027.818 228.703 93.025 11.377 12.830.216 11.745.008 1.085.208 19.346 128.830 256.207 404.383 13.234.599 12.149.391

Abweichung 2016/2017 in %

Jän.–Okt. 2017

+3,6 +41,3 +8,8 +3,9 +10,8 -4,6 +13,7 +26,2 -12,2 -13,8 +7,1 +26,0 +9,7 +33,0 +9,2 +27,2 +7,5 +25,6 +6,5 +26,2 +0,9 +12,4 +23,0 +13,7 +5,9 +30,4 +12,4 +5,9 +4,6 +20,1 +24,2 +4,5 +5,7 +5,8 +5,9 +4,6

1 VW 2 Skoda 3 Opel 4 Ford 5 Renault 6 Hyundai 7 BMW 8 Seat 9 Mercedes-Benz 10 Audi 11 Fiat 12 Peugeot 13 Mazda 14 KIA 15 Dacia 16 Toyota 17 Suzuki 18 Nissan 19 Citroën 20 Mitsubishi 21 Volvo 22 Jeep 23 Mini 24 Alfa Romeo 25 Honda 26 Land Rover 27 smart 28 Porsche 29 Jaguar 30 Tesla 31 Lexus 32 Subaru 33 Abarth 34 DS Automobiles 35 Lada 36 Maserati 37 SsangYong 38 Bentley 39 Infiniti 40 Lamborghini Sonstige Gesamt

Jän.–Okt. 2017

43.500 3.000 18.562 272.855 2.076 8.747 176.492 6.306 158.192 1.946 157.900 3.600 1.413 2.316 4.670 37.130 28.244 40.507 15.898 10.036 32.112 8.446 6.446 94.676 23.192 10.366 1.044 1.169.672 1.057.230 112.442 1.114 12.472 24.724 38.310 1.207.982 1.095.540

Neuwagenzulassungen Österreich 10/2017 Abweichung zu Okt. 2016

Belgien Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Großbritannien Irland Italien Kroatien Lettland Litauen Luxemburg* Niederlande Österreich Polen Portugal Rumänien Schweden Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Ungarn Zypern Europäische Union EU15** EU12*** Island Norwegen Schweiz EFTA EU + EFTA EU15 + EFTA

Abweichung 2016/2017 in %

Oktober 2017

*

Oktober 2017

Neuwagenzulassungen Europa 10/2017

4.431 1.965 1.578 1.647 1.685 1.394 1.354 1.578 1.600 1.324 1.123 1.071 908 854 510 875 819 555 608 329 332 365 290 218 208 195 71 60 76 45 32 40 30 10 19 12 15 7 2 0 9 28.244

-57 139 -36 351 227 -354 -296 290 404 -176 -252 258 61 184 72 374 340 72 117 62 -13 114 87 29 44 39 -41 -20 -23 4 -11 4 -18 -12 8 -9 4 3 0 -1 3 1.971

49.339 21.291 18.486 17.330 16.697 16.472 15.404 14.864 14.759 14.356 12.539 9.686 8.899 8.219 7.697 7.484 6.920 6.556 6.523 3.415 3.155 2.794 2.403 2.264 2.067 2.007 1.437 1.108 838 774 573 449 427 224 171 132 108 62 47 31 115 298.122

1.663 2.983 -1.048 905 617 2.351 -917 1.716 2.129 -1.846 1.399 1.091 439 -96 990 2.294 1.960 443 297 490 129 210 -123 640 56 236 277 -21 13 153 215 26 87 -224 69 25 8 15 0 16 4 19.671

3,49 16,29 -5,37 5,51 3,84 16,65 -5,62 13,05 16,86 -11,39 12,56 12,69 5,19 -1,15 14,76 44,20 39,52 7,25 4,77 16,75 4,26 8,13 -4,87 39,41 2,78 13,33 23,88 -1,86 1,58 24,64 60,06 6,15 25,59 -50,00 67,65 23,36 8.00 31,91 0 106,67 3,6 7,06

16,55 7,14 6,20 5,81 5,60 5,53 5,17 4,99 4,95 4,82 4,21 3,25 2,99 2,76 2,58 2,51 2,32 2,20 2,19 1,15 1,06 0,94 0,81 0,76 0,69 0,67 0,48 0,37 0,28 0,26 0,19 0,15 0,14 0,08 0,06 0,04 0,04 0,02 0,02 0,01 0,04 100

Quelle: European Automobile Manufacturers Associations (ACEA), Brüssel

8000

7000

6000

5000

4000

3000

2000

1000

0

Neuzulassungen Bundesländer

Oktober 2017 Oktober 2016

Burgenland

911

-10,56 %

Kärnten

1.440

+1,05 %

Niederösterreich

4.878

+7,71 %

Oberösterreich

4.523

+5,55 %

Top 5 D-Segment Mittelklasse Oktober 2017 Oktober 2016

2.792 +29,68 %

Salzburg Steiermark

3.611

+3,50 %

Tirol

2.636

+6,08 %

731 450

Vorarlberg

1.278

+4,67 %

Skoda Octavia

Wien

6.175

+5,34 %

40

AUTO & Wirtschaft 12/2017

301 322

297 307

287 213

VW Passat Audi A4

Opel Insignia Mercedes C

160

88

Alle Daten zum Fahrzeugmarkt finden Sie auch im MarketAnalyser von Eurotax


WIRTSCHAFT

- 5,62 %

BMW liegt bei NeuwagenZulassungen heuer hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück.

EINTAUSENDSECHSHUNDERT neue Mercedes wurden heuer im Oktober in Österreich zugelassen: Auch kumuliert läuft es für die Marke mit dem Stern heuer deutlich besser als im Vorjahr: Mit 14.759 Einheiten wurde das Neuwagenergebnis von 2016 heuer um 16,86 Prozent überboten, der Marktanteil stieg auf 4,95 Prozent.

mar k des e mon ats

33 117 266 -265 440 125 139 206 104 205 34 -8 93 7 299 62 122 103 50 -53 -28 -6 141 48 13 44 19 39 22 0 -22 -5 -27 9 3 -11 4 -1 19 -5 -21 2314

152.167 69.282 55.438 45.350 41.167 40.146 32.840 32.706 29.363 27.378 22.060 21.620 17.642 17.383 15.127 12.312 12.007 11.060 8.322 7.012 6.472 5.543 5.173 4.807 4.173 3.872 3.703 3.325 3.023 2.647 2.128 1.845 1.421 731 680 660 451 443 432 407 4275 726593

20,94 9,54 7,63 6,24 5,67 5,53 4,52 4,50 4,04 3,77 3,04 2,98 2,43 2,39 2,08 1,69 1,65 1,52 1,15 0,97 0,89 0,76 0,71 0,66 0,57 0,53 0,51 0,46 0,42 0,36 0,29 0,25 0,20 0,10 0,09 0,09 0,06 0,06 0,06 0,06 0,59 100,00

774 Audi musste ein Minus von 11,39 Prozent hinnehmen und ist in der Markenstatistik auf Rang 10 abgerutscht.

Differenz in % Jän.–Okt. 2016/2017

Anteile in % Jän.–Okt. 2017

14.918 6.882 5.341 4.333 4.110 3.923 3.275 3.234 2.820 2.740 2.090 2.154 1.808 1.668 1.636 1.206 1.196 1.187 820 639 617 520 556 475 412 434 299 371 315 258 250 163 122 88 84 51 43 47 45 44 325 71499

Jän.–Okt. 2017

1 VW 2 Audi 3 BMW 4 Opel 5 Mercedes-Benz 6 Ford 7 Skoda 8 Renault 9 Peugeot 10 Seat 11 Mazda 12 Fiat 13 Toyota 14 Citroën 15 Hyundai 16 Nissan 17 KIA 18 Suzuki 19 Volvo 20 Mitsubishi 21 Alfa Romeo 22 Honda 23 Dacia 24 Mini 25 Chevrolet 26 Jeep 27 Porsche 28 Smart 29 Land Rover 30 Chrysler 31 Subaru 32 Jaguar 33 Lancia 34 Daihatsu 35 Lexus 36 Saab 37 Abarth 38 SsangYong 39 Tesla 40 Daewoo Sonstige Gesamt

Abweichung zu Oktober 2016

Oktober 2017

Gebrauchtwagenumschreibungen per 10/2017

2,85 2,40 4,55 -3,31 3,79 -0,16 5,05 0,56 -0,42 6,61 -2,74 -1,46 2,30 0,60 -1,26 3,25 3,46 7,48 1,09 2,44 -5,63 -7,37 23,08 5,26 -3,63 3,75 0,46 5,99 8,23 -8,25 -3,45 8,21 -10,69 -1,22 -1,59 0,30 15,35 3,26 112,81 -14,32 -4,87 1,84

Tesla liegt bei den NeuwagenVerkäufen heuer um fast 25 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres.

me pt er e s b 17 20

Bei Suzuki läuft es heuer richtig gut – vor allem weil die Dauerbrenner Vitara und SX4 S-Cross mit dem Ignis ein drittes Volumenfahrzeug zur Seite gestellt bekamen.

D

ass Suzuki heuer mit 6.920 Neuzulassungen nach 10 Monaten um 1.960 Einheiten bzw. 39,52 Prozent besser liegen würde als im Vorjahr, war nicht von vornherein klar. Denn immerhin ist ein Jahr mit einem Modellwechsel bei einem Leistungsträger (in diesem Fall dem Swift) immer ein gewisses Risiko. Und dennoch: Mit einem Marktanteil von 2,32 Prozent ist Suzuki heuer auf dem „JapanerStockerl“: Man liegt zwar relativ deutlich hinter Mazda (2,99 Prozent Marktanteil), aber nicht allzu weit von Toyota (2,52 Prozent) entfernt. Auch der Abstand zu Nissan (2,20 Prozent) ist durchaus groß, jener zu Mitsubishi (1,15 Prozent) und Honda (0,69 Prozent) erst recht.

Der alte Jimny verkauft sich noch immer gut Stärkstes Suzuki-Modell ist heuer der SX-4 S-Cross mit 1.783 Neuzulassungen (+74,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), knapp gefolgt vom Vitara (1.667, -4,91 Prozent) und dem neuen Ignis (1.282). Vom neuen Swift wurden heuer 683 Einheiten abgesetzt, um exakt ein Stück mehr als vom Dauerbrenner Jimny. Baleno (556) und Celerio (176) vervollständigen die Palette. Und vom alten Swift wurden vor dem Modellwechsel in Österreich noch 91 Einheiten zugelassen. • (MUE)

Mit 1.437 Neuzulassungen liegt smart heuer um 277 Stück (oder 23,88 Prozent) besser als im Vorjahr.

Achtungserfolg für Lada: Immerhin 171 Neuzulassungen in den ersten 10 Monaten (+67,65 Prozent).

AUTO & Wirtschaft 12/2017

41


WIRTSCHAFT

Christian Mielacher betonte in New York die Wichtigkeit des Kalenders als Imageträger

Die Zeit der Nackten ist vorbei Für die 45. Ausgabe des Pirelli-Kalenders ließ sich der britische Fotograf Tim Walker von „Alice im Wunderland“ inspirieren. Wir waren bei der Präsentation in New York mit dabei.

D

Sie wurden (neben vielen anderen) fotografiert: RuPaul und Djimon Hounsou (l.), Duckie Thot (M.) sowie Thando Hopa und Whoopi Goldberg (r.) © Pirelli-Kalender 2018, Tim Walker

a können sich andere Unternehmen (und nicht nur solche aus der Autobranche) noch so bemühen: Pirelli bleibt das Maß aller Dinge, wenn es um Kalender geht. Diesen Eindruck gewinnt man auch, wenn man das Glück – oder vielmehr die Ehre – hat, bei der Präsentation des Kalenders in New York live dabei zu sein. Um kaum einen Kalender gibt es so einen Hype wie um den Pirelli-Kalender: Fotografen weltweit reißen sich um den Auftrag, Models um das Engagement und die Kunden um ein Exemplar. Lachten bis vor wenigen Jahren mehr oder minder bekleidete Damen von den Seiten, geht Pirelli mittlerweile einen anderen Weg. In diesem Jahr hatte der britische Fotograf Tim Walker das Zepter in der Hand und führt die glücklichen Kalender-Empfänger ins Wunderland von Alice – ausschließlich mit dunkelhäutigen Prominenten. „Es reizt mich schon seit 2 oder 3 Jahren, die Geschichte von Alice mit einem komplett dunkelhäutigen Cast zu erzählen. Ich war davon fasziniert, weil das noch nie gemacht wurde.

Und dann kam Pirelli und sagte ‚Wir wollen, dass du du bist‘ und sie haben mir erlaubt, die Story genauso darzustellen, wie ich wollte“, erzählt Walker.

Blitzlichtgewitter im Manhattan Center Präsentiert wurde der Kalender am 10. November im Manhattan Center in New York: Blitzlichtgewitter, ein Mega-Event mit ausschließlich geladenen Gästen, darunter eine handverlesene Gruppe aus Österreich. Sie bekamen den neuen Kalender als Erste zu Gesicht. Das Ergebnis ist nicht nur eine faszinierende Interpretation des Klassikers von Lewis Carroll, sondern auch 28 Fotos, von denen jedes für sich ein Kunstwerk ist. Für seine Version von „Alice im Wunderland“ hat Walker insgesamt 18 Models in sein Studio gebeten: Bekannte und frische Gesichter, Musiker und Schauspieler, Models und Aktivisten. Unter anderem Naomi Campbell, Sean „Diddy“ Combs (der sich mittlerweile Love a.k.a. Brother Love nennt), Whoopi Goldberg, Lil Yachty und RuPaul.

„Sehr hohe Wertigkeit“ für Mielacher Aus Österreich war Christian Mielacher, Geschäftsführer von Pirelli in Österreich, dabei. Er unterstreicht die Bedeutung des Kalenders: „Für uns hat der Kalender eine sehr hohe Wertigkeit. Neben unserem Engagement im Motorsport mit der Speerspitze Formel 1, dem Sponsoring bei der Eishockey- und Ski-WM, zählt der Kalender zu unserem wichtigsten Imageträger.“ • (SBI)

42

AUTO & Wirtschaft 12/2017


wirtschaft

Dynamic Berufs­ kleidung für Damen und Business-Out­ fits von Daniel Hechter (r.) und Hugo Boss ergän­ zen das Mewa Mietsortiment

Funktionalität im modischen Look Ausschließlich funktional war gestern: Mewa hat sein Sortiment um topmodische Kleidungsstücke erweitert, die im Mietservice angeboten werden. Von Dr. Nikolaus Engel

Bernd Feketeföldi und Stefan Janzen führen Mewa Textilservice in Österreich

A

uch im Geschäft mit hochmodischer Arbeitskleidung mitmischen will Mewa durch die aktuellen Kollektionserweiterungen. „Uns geht es darum zu zeigen, dass Berufskleidung mehr sein kann als der Blaumann!“, kommentiert Bernd Feketeföldi, kaufmännischer Geschäftsführer der Mewa Textilservice GmbH in Rannersdorf bei Schwechat. Neu sind die Mewa Outdoorjacken: Damit erweitert das Unterneh-

„Uns geht es darum zu zeigen, dass Berufskleidung mehr sein kann als der Blaumann!“ Bernd Feketeföldi, Geschäftsführer Mewa Textilservice Rannersdorf

men, dessen Mietservice zum Markenzeichen geworden ist, seine Arbeitskleidungslinie Dynamic um wetterfeste Outdoorartikel.

Das Sortiment, das den Mitarbeitern durch den Hol- und Bringservice zu den vereinbarten Intervallen stets frisch gereinigt zur Verfügung steht, umfasst sowohl Softshell- als auch Fleece- und Winterjacken. Die neue Linie Dynamic Allround, mit der Mewa auf den modischen Anspruch bei der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) reagiert, bietet den Mitarbeitern Bewegungsfreiheit bei praktischer Arbeit im Werkstattbereich. Da immer mehr Frauen in handwerklichen Berufen tätig seien, reagiere Mewa mit Dynamic-Arbeitskleidung, deren Schnittführung dem weiblichen Körperbau angepasst sei, auf die Nachfrage von Mewa-­Kunden wie auch auf eine Marktanalyse, sagt Feketeföldi. Zunächst sind funktionale Bund­jacken und Bund­hosen in einem Design, das optisch ­Outdoorkleidung ähnelt, für Damen verfügbar.

Daniel Hechter und Hugo Boss fürs Business Stefan Janzen, technischer Geschäftsführer des Unternehmens, freut sich persönlich über die Kollektionserweiterungen bei den Business-Outfits im Mietservice, wo nun zusätzlich auch Anzüge der Marken Daniel Hechter und Hugo Boss für Damen und Herren mit ganz modernen Schnitten zur Wahl stehen. Dies eröffne ganz neue Möglichkeiten, die Teams nicht nur mit Arbeits- und Schutzkleidung, sondern auch die Management-Ränge mit aktuellen Jeans und Pullovern sowie korrekter Businesskleidung im modischen Schnitt perfekt einzukleiden.

Feinere Putztuchqualität immer stärker gefragt Mewa, 2017 unter die Business Superbrands in Österreich gewählt, wäscht im Mietsystem monatlich auch 5,9 Millionen Putztücher, bei denen aktuell die feineren Qualitäten zunehmend gefragter sind. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

43


WIRTSCHAFT

Das Beste aus 2 Welten Was tut man, wenn man plötzlich zwei Gebrauchtwagen-Plattformen managen muss? Markus Dejmek hat die Antworten darauf bereits gefunden. Von Mag. Heinz Müller

W

er mit Markus Dejmek, Country Manager von AutoScout24, über den ehemaligen Mitbewerber gebrauchtwagen.at spricht, hört viele Worte des Lobes: „Sie haben einen extrem guten Job gemacht: Und weil sie sich auf kleinere Kunden mit durchschnittlich 10 inserierten Autos konzentriert haben, ist es eine ideale Ergänzung.“ Denn der Fokus von AutoScout24 sei schon immer bei eher größeren

„Wir bieten den Gebrauchtwagenhändlern nun doppelte Leistung, halb so kompliziert, mit einem Betreuer und einer Rechnung.“ Markus Dejmek, Country Manager von AutoScout24 und gebrauchtwagen.at Gebrauchtwagenhändlern gelegen: „Von 15 Stück aufwärts“, sagt Dejmek. Seit wenigen Monaten gehören die beiden Unternehmen zusammen: „Wir sind ein starker österreichischer Player“, sagt Dejmek: „Und wir wollen auch weiterhin auf unsere Stärke setzen: die sehr persönliche Betreuung der Kunden.“ Dazu gehört eine gewisse personelle Kontinuität, denn zwei der fünf Teammitglieder von gebrauchtwagen.at finden sich auch im deutlich angewachsenen Team von AutoScout24 wieder.

Gebrauchtwagen werden „sichtbarer“ gemacht Alle zusammen profitieren nun von der Technologie, die ein internationaler Konzern wie AutoScout24

44

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Markus Dejmek ist für AutoScout24 und gebrauchtwagen.at verantwortlich

bietet: „Denn da hatte gebrauchtwagen.at schon einen gewissen Nachholbedarf und hätte massiv investieren müssen“, erklärt Dejmek. Monat für Monat investiert AutoScout24 rund 60.000 Euro in Google, um die angebotenen Gebrauchtwagen „sichtbarer“ zu machen – sprich vorzureihen. „Der erste Aufschlag ist für uns sehr wichtig“, meint der Manager. Dies gelte vor allem für ein Land wie Österreich, wo die mobile Nutzung mittlerweile sehr stark verbreitet sei: „75 Prozent unserer Gebrauchtwagenkäufer nutzen bereits das Handy. Und die Hälfte macht dies mit unserer App.“ Ziel sei es, den potenziellen Käufern möglichst viel bereits möglichst früh zu zeigen: „Dann bleibt er auch und konvertiert in die Apps.“ Fix ist auch, dass beide Marken weitergeführt werden: „Wir glauben, dass gebrauchtwagen.at ein etwas schlichteres Portal bleiben wird und vor allem jene anspricht, die eine klare Seite bevorzugen und denen das Internet oft zu kompliziert ist.“ Hingegen wird AutoScout24 im Laufe des Jahres 2018 einige Neuheiten einführen, die es in Deutschland bereits gibt wie die 360-Grad-Drehung von Autos und entsprechende Aufnahmen aus dem Innenraum. Was der Zusammenschluss für die Autohändler (2.650 buchten zuvor bei gebrauchtwagen.at, 1.780 bei AutoScout24) bedeutet? „Doppelte Leistung, halb so kompliziert, mit einem Betreuer und einer Rechnung“, so die klare Antwort. „Unser Leistungspaket ist auf jeden Fall größer geworden.“ •


wirtschaft

Der von ZTE gefertigte Dongle

Vernetztes Auto zum Nachrüsten Mobilfunker T-Mobile startet „Car Connect“, das auch ältere Pkws per Dongle smart machen kann.

Z

wei Millionen potenzielle Kunden sieht T-Mobile für sein neues Produkt „Car Connect“. Dies besteht aus einem Dongle für die OBD-2-Schnittstelle, hergestellt vom chinesischen Smartphone-­ Bauer ZTE, plus Vertrag für die mobile Datenverbindung. Sinn und Zweck: Fahrer und Passagiere genießen im Auto nicht nur die Segnungen eines WLAN-Netzes für maximal 5 gleichzeitig surfende Endgeräte, sondern der Fahrer bekommt auch Rückmeldungen über den Fahrzeugzustand via Smartphone-App – etwa wo das Auto steht, ob es gerade bewegt oder gar abgeschleppt wird. Auch Fehlercodes werden ausgelesen und an die App weitergeleitet. Die häufigsten wurden in Alltagssprache übersetzt, damit sie der Laie am Smartphone interpretieren kann. ­Google Maps liefert dann die zum Schaden passende Werkstattempfehlung.

T-Mobile-Austria-­ CCO Mag. Maria Zesch

das per Dongle Diagnose-Daten an Reparaturwerkstätten übermitteln sollte. Wenig begeistert vom Vorstoß des Mobilfunkers ist die Bundesinnung der Fahrzeugtechnik in der Wirtschaftskammer: Man lehne Geräte, die temporär oder dauerhaft an die eigentlich für die Fahrzeug­ diagnose ­bestimmte ­OBD-Schnittstelle angesteckt werden, prinzipiell ab. Es sei auch unklar, welche Auswirkungen solch ein Dongle auf das Auto habe. • (ENG/KAT)

Gescheiterter Vorläufer, ablehnende Innung Ganz neu ist die Idee allerdings nicht, mit der T-Mobile laut CCO Mag. Maria Zesch neben Privatpersonen auch kommerzielle Anbieter als Kooperationspartner – etwa Versicherungsgesellschaften – im Visier hat. Erst im Sommer hat das willhaben-Motornetzwerk sein Kundenbindungs-Tool Motorcoach eingestellt,

AUTO & Wirtschaft 12/2017

45


WIRTSCHAFT

Bike-Kennzeichen einwintern eration mit G

N GS

ara

stattung, falls er das Kennzeichen dennoch einmal hinterlegen möchte. Die Kraftfahrzeugsteuer wird aliquot rückerstattet, wenn der Zeitraum zwischen Hinterlegung und Wiederausfolgung zumindest 45 Tage beträgt. Versicherungsschutz besteht das ganze Jahr – auch während einer allfälligen Hinterlegung.

HOW

U ER

icherung Vers

KNO

W

VERSICH

o op

nta

K In

Auf die Hinterlegung verzichten? Von Christian Zettl, Leiter des Garanta Competence Centers

Was bei der Hinterlegung von Motorradkennzeichen im Winter zu beachten ist.

I

n der kalten Jahreszeit ist es bei vielen Motorradfahrern üblich, ihr Fahrzeug einzuwintern und die Zweiradversicherung stillzulegen. Zu diesem Zweck wird das Kennzeichen hinterlegt. Was viele nicht wissen: Es gibt auch Tarife mit Hinterlegungsverzicht. Bei diesen gewährt der Versicherer dem Kunden einen Nachlass auf die Prämie und der Kunde verzichtet dafür auf eine Prämienrücker-

„Viele Kunden – vor allem Lenker von Motorrädern mit kleinem Hubraum und folglich geringer Steuerbelastung – verzichten lieber auf die Hinterlegung im Winter und haben so die Möglichkeit, die Fahrzeuge an warmen Wintertagen zu nutzen. Für solche Kunden sind Tarife mit Rabatt für Hinterlegungsverzicht ideal“, erläutert Christian Zettl, Leiter des Garanta Competence Centers. Bei Tarifen ohne Hinterlegungsverzicht wird in der Regel die Versicherung bei Hinterlegung stillgelegt und keine Prämie fällig. In der Kaskoversicherung muss der Kunde dann aber entscheiden, ob er während der Hinterlegung nicht zumindest das Garagenrisiko versichert haben möchte, um sich so gegen Kaskoschäden wie zum Beispiel Diebstahl, Brand etc. auch im Winter abzusichern. • (GEW)

Vorbereitet auf alle Herausforderungen Mit Vecos sind die Betriebe auf alle aktuellen und zukünftigen Anforderungen im Bereich § 57a gerüstet.

V

Vecos-Projektleiter Dieter Köllner-Gürsch

ecos ist seit dem Start online basierend. Die Anwender verfügen damit immer über die aktuellste Version, ohne ein Update durchführen zu müssen“, erklärt Dieter Köllner-Gürsch, Betriebsleiter ZBD GmbH. Vecos ist ein Produkt der Firma ZBD, die auch die im Gesetz vorgeschriebene Zentrale Begutachtungsplakettendatenbank entwickelt hat und betreibt. „Durch die gemeinsame Basis ist für die Betriebe gewährleistet, dass alle gesetzlichen Änderungen schnell und komplett umgesetzte werden“, erklärt Köllner-Gürsch. „Das bedeutet Sicherheit für die Anwender.“

Datensicherheit und Datenspeicherung Das gilt auch für das Thema Datensicherheit und Datenspeicherung, das bei Vecos einen besonders

46

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Moderne §-57a-Software Vecos, einsetzbar auf allen mobilen Geräten hohen Stellenwert genießt. Ein weiterer Vorteil von Vecos liegt in der Übernahme der Daten vom österreichischen Zulassungsserver, die dann direkt in die notwendigen Felder eingefügt werden. Der zur §-57a-Überprüfung berechtigte Mitarbeiter kann sofort weiterarbeiten, zudem sinkt die Fehlerhäufigkeit deutlich. Das ist deshalb wichtig, weil Fehler, die nicht sofort bemerkt werden, in weiterer Folge bei einer eventuellen Revision zu Schwierigkeiten führen können. • (GEW)


WIRTSCHAFT

ÖVK: Geringer folgt Lenz Zu einem Wechsel ist es an der Spitze des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) gekommen, wie AVL-CEO Dipl.- Ing. Helmut List im Rahmen einer ÖVK-Veranstaltung bekannt gab.

Univ.-Prof. Dr. techn. Dipl.-Ing. Bernhard Geringer

A

uf Vorschlag des bisherigen ÖVK-Vorsitzenden Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz ist der Vorsitz des Vereins auf Univ.-Prof. Dr. techn. Dipl.Ing. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik an der TU Wien, übertragen worden. „Dies ist ein Vorgang, der nach fast 30 Jahren stattfindet und einerseits den Übergang des Vorsitzes regelt – im Sinne der Kontinuität, die wir alle gewünscht haben – und andererseits Prof. Lenz zum Ehrenvorsitzenden und gleichzeitig auch zum Stellvertreter des Vorsitzenden macht“, wie List in seiner Laudatio sagte.

Aushängeschild Wiener Motorensymposium „Es ist Prof. Lenz für sein großartiges Lebenswerk und seine Leistungen zu danken: als außergewöhnlichem Hochschulprofessor, als hochgeschätztem

Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz Partner der Industrie, als liebevollem Familienmenschen und passioniertem Sportler und nicht zuletzt als Gründer des ÖVK und des damit verbundenen Wiener Motorensymposiums.“ Gerade dieses sei nicht nur das Aushängeschild der österreichischen Automobiltechnik, sondern „ist es vor allem zum hochrangigsten Treffen der internationalen Automobilindustrie geworden“. Nirgends auf der Welt finde man diese Dichte aus dem automobilen Top-Management, nirgends gebe es eine vergleichbare Aktualität der neuen Ideen und Trends unterschiedlicher Antriebe. • (DSC)

Spuren im Schnee! Doch wohin führen sie? Keiner weiß es: Mögen sie uns allen den Weg in ein erfolgreiches Jahr 2018 weisen! Ihr Team vom A&W Verlag AUTO & Wirtschaft 12/2017

47


wirtschaft

Neue Chancen am Markt Durch die Übernahme von 85 Prozent der Volkswagen Versicherungsdienst GmbH will die Porsche Bank weiter wachsen.

S

eit 1953 gibt es die Volkswagen Versicherungsdienst GmbH; seither ist das Unternehmen mit 140 Mitarbeitern in der Kfz-Versicherung und Schadensabwicklung tätig – natürlich in erster Linie für Kunden der VW-Konzernmarken. Hingegen hat die Porsche Bank, die zur Porsche Holding gehört und seit 1966 am Markt ist, ihre Stärke vorwiegend im Bereich Finanzdienstleistungen.

Managementverantwortung ab 1. Jänner 2018 Dass die beiden Unternehmen ihre Kompetenzen irgendwann bündeln würden, ist also durchaus verständlich – auch wenn die Meldung von Mitte November dann doch irgendwie überraschend kam. Die Porsche Bank übernimmt 85 Prozent der Anteile der VVD Versicherungsdienst GmbH und die Managementverantwortung ab 1. Jänner 2018. Laut Mag. Hannes Maurer, Vorstand der Porsche Bank,

Mag. Hannes Maurer, Vorstand der Porsche Bank werden die Produkte beider Unternehmen nun unter einem Dach gebündelt. Aufgrund der ausgezeichneten Branchenkenntnisse des VVD würden sich neue Chancen ergeben, so Maurer. Die enge Kooperation des VVD mit ­Generali und Uniqa soll weiter ausgebaut werden. • (MUE)

­ sterreich, konnte ebenso gut lachen wie Dr. ChrisÖ toph ­Boschan, der neue Chef der Wiener Börse. Bei Santander freut man sich, dass man längst der größte markenunabhängige Finanzierer im Autound ­Motorradbereich ist und dass das Geschäft mit Teilzahlungsfinanzierungen im Handel sehr gut läuft – auch hier ist Santander mit 430.000 Verträgen die Nummer 1 am heimischen Markt.

Forderung an neue Regierung

Aufwärtstrend unübersehbar Die Santander Consumer Bank lud zu einem spannenden Diskussionsabend an die Wiener Börse.

A

n diesem Abend trafen sich viele, die über ein erfolgreiches Geschäftsjahr berichten konnten: Olaf Peter Poenisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Santander Consumer Bank in

48

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Oberes Bild v. l.: Mag. Robert Hofer (Santander), Gerhard Hofer („Die Presse“), Börse-­ Chef Dr. Christoph Boschan und Olaf Peter Poenisch (CEO Santander)

Doch was erwartet sich die Finanzbranche von der neuen Bundesregierung (deren Zusammensetzung am Abend der Diskussion noch in Schwebe war, Anm.)? Darüber sprach Gerhard Hofer („Die Presse“) in der Säulenhalle der Wiener Börse mit dem neuen Hausherrn Dr. Christoph Boschan. Dieser forderte beim „Santander Aperitif“ die Reduzierung der Kapitalertragssteuer von 27,5 auf 25 Prozent, um eine steuerliche Gleichbehandlung der Kapitalanlage und des Sparbuchs zu erreichen und die Wiedereinführung der Behaltefrist, die zur KESt-Befreiung für Kapitalerträge nach einer ­gewissen ­Halteperiode führen soll. • (MUE)


W o r k s h o p

S o l u t i o n s

Macht die Not zur Tugend: mega macs PC x-Change

Die PassThru-Lösung von Hella Gutmann ist Ihr direkter Draht zu allen benötigten Diagnose-, Service- und Wartungsdaten für Fahrzeuge nach Euro 5/6, die von den OE-Herstellern zur Verfügung gestellt werden müssen – ideal für den schnellen und unkomplizierten Zugriff auf OEM-Daten und die perfekte Ergänzung zu bestehenden Diagnosesystemen, um jederzeit handlungsfähig zu bleiben. So einfach und effizient war das Abrufen von Herstellerdaten für Sie noch nie. Höchste Zeit, davon zu profitieren. Mehr Informationen zu mega macs PC x-Change und den PassThru-Möglichkeiten unserer Diagnoselösungen erhalten Sie im Internet und natürlich bei Ihrem Hella Gutmann-Vertriebspartner.

www.hella-gutmann.com


WIRTSCHAFT

DIA

G

NO

SE

✓ ✓ ✓ ✓ ✓

Wo tut’s denn weh, Herr Pkw? Wer (Zugriff auf) die Daten hat, macht das Geschäft: Was für die Kfz-Reparatur der Zukunft allgemein gilt, wird auch das Motto bei der Diagnose sein. Wir haben nachgefragt, wie sich die freie Werkstatt diesen Zugang sichern und dabei rentabel arbeiten kann.

M

Thomas Posch, Derendinger

Wernfried Horn, Kastner

Komm.-Rat Ing. Christian Brachmann, Siems & Klein

50

oderne Fahrzeuge erfordern moderne Diagnose und für immer mehr Arbeitsschritte sogar Zugang zu Herstellerdaten. Nur ein Grund, wieso die Fehlersuche permanent Investitionen in Hardware, Software und Wissen erfordert. „Die Diagnose steht nie“, sagt Thomas Posch von Derendinger, wo Bosch und Hella-Gutmann-Geräte verkauft werden. Insgesamt sieht Posch die Entwicklung vor allem durch den Trend zum „connected car“ beeinflusst. Der automatisierte Datenaustausch zwischen Auto und Hersteller schließt die freie Werkstatt potenziell aus. Auch PassThru sieht Posch nicht als Allheilmittel, denn um Steuergeräte zu programmieren, „muss man schon sehr tief im Thema drin sein“. Da sei es mit dem Kauf von Hard- und Softwarelösungen nicht getan.

Konzentration auf „Hausmarken“ Das Modulare Diagnose System (MDS) des europäischen Netzwerks unabhängiger Kfz-Betriebe IAMNET soll unabhängigen Kfz-Betrieben helfen, sich „für die Zukunft richtig aufzustellen“, erklärt Ralf Galow, Initiator und Geschäftsführer. Mit „Aufstellung“ meint Galow die notwendige Konzentration auf eine passende Anzahl von Marken, denn: „Seine Hausmarken muss man vollumfänglich betreuen können.“ MDS kann nicht nur Diagnose oder Flashen, sondern bietet darüber hinaus geführte Fehlersuche, Zugriff auf vernetzte Reparaturleitfäden

AUTO & Wirtschaft 12/2017

und technische Produktinformationen. Vorteile gegenüber anderen Lösungen: „Mehrere Steuergeräte eines Fahrzeugs können gleichzeitig gelesen und beschrieben werden, auch an Fahrzeugen vor Euro 5 kann vollumfänglich gearbeitet werden, die Diagnoseergebnisse sind fehlerfrei und verlässlich, es stehen alle Funktionen der Diagnosesoftware zur Verfügung und die Datenübertragungsrate ist deutlich höher.“

Steirische Lösung Bei Kastner stehen Diagnosetester von Bosch und AVL Ditest im Sortiment, wobei laut Prokurist Wernfried Horn kleinere Betriebe, die stärker auf die Kosten achten müssen und eventuell nicht jedes Jahr ein Software-Update kaufen wollen, eher auf die österreichische Marke gehen. „Es ist auch eine Herzensangelegenheit für manche, das in der Steiermark gefertigte Gerät zu nehmen“, so Horn. Dass Hochvolt immer wichtiger wird, wissen die Grazer natürlich auch: Sie haben den AVL HV-Safety Schulungskoffer aufgelegt, mit dem in Betrieben, Berufsschulen und bei Schulungsanbietern Wissen um Hochspannung sicher und praxisnah vermittelt werden kann. Bosch bringt Anfang 2018 die Software Esitronic 2.0 Off Highway, die aus dem KDS Truck ein Diagnosegerät für Land- und Baumaschinen macht. „Bisher war das kaum Thema, mittlerweile gehen mehr freie Werkstätten in diesen Kundenkreis hinein“, so Horn.


Im Landmaschinenbereich besonders stark ist Texa, wie Komm.-Rat Christian Brachmann von Siems & Klein betont. „Mit Texa sind wir seit Jahren gut unterwegs, seit Anfang des Jahres haben wir auch Sun im Angebot.“ Wie auch die AVL-Tester schalten Geräte der Sun-Baureihe sich nach Software Lizenz­ ende nicht ab und können weiter benutzt werden. Ein späteres Update ist durch Lizenz-Erwerb jederzeit wieder möglich. Der Trend zu mehreren Testern in der Werkstatt halte an, da jeder Hersteller seine Schwerpunkte habe und es vor allem darauf ankomme, wie gut man „in der Tiefe“ sei. „Da stellt sich vor der Anschaffung die Frage: Was brauche ich, und wie oft brauche ich es?,“ so Brachmann.

Markenübergreifende Herstellerdiagnose Gernot Riegler von WM-Trost bestätigt die Entwicklung. Mit Bosch und Hella Gutmann hat man die Platzhirsche im Sortiment. Sowohl Brachmann als auch Riegler setzen als Geschäftsfeld der Zukunft stark auf das Thema Scheinwerfereinstellung, wo Matrix-LED und Laser Investitionen nötig machen. Eine Diagnose-Alternative, die sozusagen auf Veranlassung europäischer Branchenverbände entwickelt wurde, kommt in Form des von Adis-Technology entwickelten EuroDFT. Diese Software bringt laut Andreas Westermeyer von der Bundesinnung für Fahrzeugtechnik über ­einen Laptop die Original-Software von 10 Pkw-Marken (Volkswagen-Konzern, Mercedes-Benz etc.) auf eine vereinheitlichte, einfache Benutzeroberfläche. EuroDFT meistert einige Hürden der Datenkommunikation mit den Herstellern und kommt im Paket mit einem handelsüblichen PC und VCI-­ Adapter. „EuroDFT rechnet sich für den Betrieb schon ab 2 Fremdmarkenfahrzeugen pro Monat“, ist Westermeyer überzeugt. • (KAT)

Ralf Galow, IAMNET GmbH

Gernot Riegler, WM-Trost

Andreas Westermeyer, BA, MLS


WIRTSCHAFT

DIA

G

NO

SE

✓ ✓ ✓ ✓ ✓

Ralf Gutekunst, Hella Gutmann

Möglichmacher für die Diagnose

So läuft die Kommunikation zwischen Fahrzeug, Diagnosesystem und OEM (Grafik: Hella Gutmann)

Markenübergreifend oder Hersteller-Diagnose? Natürlich beides, sagt Hella Gutmann und zeigt Möglichkeiten für die freie Werkstatt auf.

F

ür freie Werkstätten ist und bleibt das Multimarken-Diagnosegerät unverzichtbar“, ist man bei Hella Gutmann überzeugt. Aber wie umgehen mit der zunehmenden Notwendigkeit, auch Steuergeräte programmieren zu können? Das „Flashen“ funktioniert nur mit der Genehmigung und den Daten des entsprechenden Autoherstellers – mit den bekannten Hürden, vor denen nach wie vor viele Werkstätten zurückschrecken.

„Mit unseren PassThru-tauglichen Diagnosegeräten können Werkstätten bei überschaubaren Kosten probieren, ob und wo Flashen sich auszahlt.“ Helmut Straberger, Hella Gutmann Österreich

Leichter Einstieg in PassThru „Das Anmeldeprozedere variiert je nach Hersteller. Außerdem kostet es mitunter viel Zeit, sich in den Datenstrukturen zurechtzufinden“, berichtet Ralf Gutekunst, Leiter Produktmanagement für Diagnoseprodukte bei Hella Gutmann. Anwender eines aktuellen Diagnosegeräts aus der mega-macs-Reihe benötigen zumindest keine separate PassThru-Hardware. Die Hella-Gutmann-Geräte mega macs PC, mega macs 42 SE, mega macs 56 und mega macs 66 mit aktueller Software fungieren in

52 ??

AUTO & Wirtschaft 12/2017

der Kommunikationskette zwischen Hersteller und Fahrzeug als PassThru-Tool. „So können freie Werkstätten ohne finanzielles Risiko für sich ausprobieren, wie man grundsätzlich mit dem Flashen zurechtkommt und auf welche OEM-Portale man sich konzentrieren möchte“, findet Helmut Straberger von Hella Gutmann Österreich. Es fallen nach der Anmeldung bei den jeweiligen Herstellern nur die Kosten für die DatenNutzung an. „In Sachen Flashen empfiehlt sich dieses Austesten und in weiterer Folge die Konzentration auf einige wenige Hersteller,“ rät er.

Flashen können, wo es sich rechnet Wo es sich rentiert, bietet Hella Gutmann für PassThru ein eigenständiges Paket. „Dieses auf PassThru sowie das Lesen und Löschen von Fehlercodes spezialisierte Produkt funktioniert mit jedem beliebigen Windows-Notebook oder Tablet und hält dem regulär genutzten mega macs den Rücken für andere Diagnosearbeiten frei“, so Gutekunst. Denn das Multimarken-Diagnosegerät werde auch in Zukunft das hauptsächliche Diagnosetool für freie Werkstätten sein, meint Straberger – zumal, wenn es wie ein mega macs ohnehin sehr viele Grundeinstellungen und Codierungen von Systemen und Bauteilen erlaubt. • (RED)


WIRTSCHAFT

Stoßfest & sturzsicher Die neue Anzeigeeinheit Axone 5 von Texa erleichtert Diagnosearbeiten an Pkws und leichten Nutzfahrzeugen sowie Motorrädern, Scootern, Motorschlitten und Quads.

W

ie der Hersteller unterstreicht, handelt es sich um ein sehr einfach zu bedienendes Gerät mit Komponenten der neuesten Generation, um sicherzustellen, dass Reparaturprofis die Arbeiten pünktlich und fachgerecht durchführen können. Axone 5 bietet sich für Werkstätten zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis kombiniert mit Zuverlässigkeit, Erfahrung und leichter Bedienung an.

Einsatz in schwieriger Arbeitsumgebung

Grafik und Präzision bei der Berührung. Axone 5 ist stoßfest und sturzsicher und mit einer rutschfesten Oberfläche für eine sichere Handhabung ausgestattet. Er stellt daher einen verlässlichen Begleiter für den professionellen Einsatz in schwierigen Umgebungen – sei es im Außen- oder Innenbereich – dar. • (DSC)

NO

G

Axone 5: ideal für erfahrene und anspruchsvolle Anwender, aber auch für Anfänger

DIA

Dank der Software IDC5a Plus und dem AndroidBetriebssystem ist der Axone 5 laut Texa schnell, intuitiv und sehr leistungsstark. Die Mechaniker können zur Unterstützung der Reparaturen ein internes Archiv mit elektrischen Schaltplänen, mechanischen Daten und technischen Datenblättern hinzuziehen. Außerdem gewährleistet ein ARM Cortex A9 Prozessor mit Grafikbeschleuniger dem Gerät eine entsprechende Rechenleistung. Ein großer kapazitiver Bildschirm (9,7 Zoll mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixel) sorgt für

✓ ✓ ✓ ✓ ✓

SE


WIRTSCHAFT

Mag. Gerhard Illek, Director Sales and Marketing bei AVL Ditest

Fehler sind selten im Steuergerät Mag. Gerhard Illek ist Ingo Glatter als Director Sales and Marketing nachgefolgt und erzählt im Gespräch mit AUTO & Wirtschaft über Geschäftsentwicklung, effiziente Fehler✓ suche und die Zukunft der Diagnose. DIA

G

NO

SE

✓ ✓ ✓ ✓

A

&W: Wie hat sich das Geschäft in den einzelnen Bereichen für AVL Ditest entwickelt? Mag. Gerhard Illek: Insgesamt sind wir sehr erfolgreich, speziell im Geschäft mit den Automobilherstellern und in der Elektromobilität – sowohl bei den bestehenden Kunden als auch bei einigen Neukunden. Die Fahrzeugdaten werden zukünftig über die Server der Automobilhersteller laufen. Was bedeutet das für die Werkstätten? Illek: Zukünftig wird die Fahrzeugdiagnose im-

„Ich glaube nicht, dass die Autohersteller zukünftig alle Fahrzeuge im Feld selber betreuen.“ mer mehr direkt ins Fahrzeug integriert bzw. über den Hersteller laufen. Die Frage ist nicht, wie und wo der Fehler angezeigt wird, sondern wie die freie Werkstatt Zugang zur Fahrzeugdiagnose bekommt. Ein Zugang für freie Werkstätten muss auch in Zukunft gewährleistet werden. Ich glaube nicht, dass die Autohersteller zukünftig alle Fahrzeuge im Feld selber betreuen wollen und können. Als freie Werkstatt muss man sich also keine Sorgen machen, dass man zukünftig Fahrzeuge nicht mehr diagnostizieren kann. Hat die klassische Diagnose noch Zukunft? Illek: Auf jeden Fall, denn mit der Anzeige der Fehlermeldung oder der Fehlercodes ist es ja noch

54

AUTO & Wirtschaft 12/2017

nicht getan. Dass es noch immer Werkstätten gibt, die bei einer Fehlermeldung als erste Lösung das Steuergerät oder Bauteile tauschen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Fehler liegt selten im Steuergerät, sondern meistens in den Sensoren oder in der Verkabelung. Die Messtechnik, in der wir mit unserem Oszilloskop sehr gut aufgestellt sind, wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Besonders in der Elektromobilität gibt es viele neue Anforderungen und Entwicklungen. In diesem Bereich sind wir sicher führend. Zur Zeit arbeiten wir an verschiedenen modularen Tools für die Elektromobilität, welche für unterschiedliche Anwendungsfälle kombiniert werden können. Wie würden Sie die Stärken von AVL Ditest zusammenfassen? Illek: Wir können auf alle Anforderungen der Automobilhersteller flexibel und individuell reagieren und gewinnen damit viele Ausschreibungen für neue Entwicklungen. Wir haben das Knowhow und die Kompetenz im eigenen Haus. So werden wir auch von den Fahrzeugherstellern wahrgenommen und das bringt uns einen großen Wettbewerbsvorteil. Sowohl die freien Werkstätten als auch die Markenbetriebe profitieren sehr stark von unserer Innovationskraft. Früher oder später hat die freie Werkstatt die selben Bedürfnisse wie die markengebundene Werkstatt. • (GEW)


WIRTSCHAFT

Öffnung und Stärkung für „Freie“ Der Verband der freien Kfz-Teilehändler will sich öffnen und mit Partnern eine starke Interessenvertretung für „Freie“ bilden. Das Hauptthema sind dabei die Fahrzeugdaten.

S

Gleichzeitig will Birner eine gemeinsame Interessenvertretung für Dienstleister entwickeln, die nicht mit einer Automarke zusammenarbeiten, also in diesem Sinne „markenfrei“ sind. Dazu zählt Birner natürlich den freien Ersatzteilhandel, die freien Werkstätten, einen eigenen Status der Industrie innerhalb der Zusammenarbeit sowie die Erweiterung der Interessengruppen um Versicherungen, Leasinganbieter von Diagnosegeräten und Werkstattausrüstung sowie die Pannendienste. Diese Gruppierungen arbeiten auf europäischer Ebene im Rahmen der

„Wir stehen im Dienst aller KfzBetriebe, der Autofahrer und des freien Kfz-Folgemarktes.“ Ing. Mag. Bernhard Dworak, VFT-Obmann AFCAR „Alliance for the Freedom of Car Repair in Europe“ bereits zusammen. Birner möchte diese Art der Kooperation auch in Österreich stärken. Ein erster Erfolg ist Ing. Wolfgang Dytrich, Berufsgruppensprecher der Kfz-Teilefachhändler im Landesgremium Wien und VFT-Obmann-Stellvertreter, bereits mit einer Pressekonferenz zum Thema „Freier Datenzugang gelungen“. Dort sind neben diesen beiden Vertretungen auch die Fahrzeugtechniker sowie ÖAMTC und ARBÖ gemeinsam aufgetreten. (Lesen Sie dazu den Artikel in unserem SchwerpunktThema „Fokus Daten“ auf Seite 16.) • (GEW)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

NO

G

Gemeinsame Interessen vertreten

VFT-Vorstand: Obmann-Stellvertreter Ing. Wolfgang Dytrich, Obmann Ing. Mag. Bernhard Dworak, Stellvertreter Mag. Walter Birner und Generalsekretär Erhard Zagler

DIA

o wurde nun bereits der zweite Verbandstag „offen“ durchgeführt: Der Verband der freien Kraftfahrzeug-Teilehändler (VFT) will sich breiter aufstellen und auch mit anderen Interessenvertretern stärker zusammenarbeiten. „Der VFT ist Österreichs einzige freiwillige und unabhängige Branchenvertretung für den Kfz-Teile-Fachhandel mit 59 Unternehmen. Wir stehen im Dienst aller Kfz-Betriebe, der Autofahrer und des freien Kfz-Folgemarktes“, erklärt Obmann Ing. Mag. Bernhard Dworak. Obmann-Stellvertreter Mag. Walter Birner will nun diese Basis verstärken und jeden Kfz-Ersatzteilhändler zur Teilnahme einladen.

55

SE

✓ ✓ ✓ ✓ ✓


wirtschaft

Dipl.-Ing. (FH) Karl-Heinz Baumann

Prof. Dipl.-Ing. Klaus Kompass

Sicherheit: Es geht noch mehr „Fahrsicherheit ausgereizt oder Verbesserung noch möglich?“ – Dieses Themas nahmen sich der ÖAMTC und das Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien im Rahmen eines Expertenforums an.

Prof. Dr. Stefan Gies

D

er ÖAMTC stehe für die Hebung und Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr, „weshalb wir uns gemeinsam mit unserem Co-Veranstalter entschlossen haben, im Rahmen des heurigen Expertenforums Antworten auf diese Frage zu finden“, betonte ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold. Sechs internationale Experten referierten zum Thema.

Herausforderungen werden größer

Dr. Stefan Benz

56

Dr. Stefan Benz von der Robert Bosch GmbH sprach über die Herausforderungen, die auf dem Weg zum automatisierten Fahren in puncto Sicherheit zu lösen sind. Im Hinblick auf das automatisierte Fahren würden, so Benz, die Herausforderungen noch einmal größer: hochrobuste Sensorik, Zuverlässigkeit und Sicherheit, Abwehr von „Cyber-Angriffen“, stets aktuelle Kartendaten, die Gesetzgebung – das wären nur einige der Punkte, die noch zu klären seien. Frank Laakmann von der ZF Friedrichshafen AG ging in seinem Vortrag auf die Möglichkeiten aktiver Gurtsysteme, die über Sensoren auf die jeweils angeschnallte Person abgestimmt sind, ein. Diese Gurte könnten speziell beim automatisierten Fahren ein Sicherheitsplus bringen, weil damit auch andere Sitzpositionen als die „klassische“ möglich wären. Mit neuen Assistenzsystemen werde man die Unfallrate weiter senken können, dies werde auch „mehr Sicherheit im Straßenverkehr bringen“, wie Dipl.-Ing. Klaus Kompass, BMW AG, in seinem Vortrag im Rahmen des ÖAMTC-Expertenforums berichtete. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir – etwa durch einen Ausweichassistenten – auch

AUTO & Wirtschaft 12/2017

neue ­Situationen kreieren werden“, erklärte Kompass. „Wir brauchen also die Gesamtheit aller Effekte und müssen diese gegeneinander abwägen, um uns letzten Endes fragen zu können, ob diese ­Systeme ­wirklich helfen oder auch nicht.“ Dipl.-Ing. Karl-Heinz Baumann von der Daimler AG thematisierte aktuelle Veränderungen im Verkehrsund Unfallgeschehen. So war in den vergangenen Jahrzehnten in Europa zwar ein Rückgang der Zahl der Verkehrstoten zu beobachten, seit 2010 stagnierten die Zahlen jedoch. Automatisierung hätte das Potenzial, an dieser Stelle für mehr Sicherheit zu sorgen: So wären beispielsweise Auffahr- und Abkommensunfälle sowie Kollisionen an Kreuzungen durch Assistenzsysteme reduzierbar.

Informationen von außen Man müsse den Schritt „von Informationen, die nur im Auto erfasst werden, hin zu Informationen, die von außen ins Auto gespielt werden, schaffen, dies stellt eine Herausforderung der Zukunft dar“, sagte Dr. Stefan Gies, Volkswagen AG: „Dies ist der entscheidende Schritt, um in Sachen Sicherheit weitere ­Effekte zu erreichen.“ Aled Williams von Euro NCAP präsentierte zum Abschluss des ÖAMTC-Expertenforums die „Roadmap 2025“, also die nächsten Schritte im europäischen Crashtest-Programm. Ziel dieser Roadmap ist die „Vision Zero“, also null Verkehrstote. So sollen etwa ab 2018 Kriterien wie Fußgängererkennung bei Nacht und Radfahrererkennung in das Programm aufgenommen werden. • (DSC)


WIRTSCHAFT

Die wachsenden Probleme der Branche sorgten für sehr guten Besuch beim GVA-Kongress

Konzentration auf die Konzentration Die Konsolidierung der Branche und das Datenthema beschäftigen Teilehändler und Industrie beim Kongress des Gesamtverbandes AutoteileHandel (GVA) in Hannover. Von Gerald Weiss

I

nsgesamt beklagt der GVA eine leichte Stimmungseintrübung: „Auch in diesem Jahr lassen sich im freien Markt ausgeprägte individuelle Unternehmenskonjunkturen beobachten, die auf eine intensive Wettbewerbssituation zwischen den freien Teilehändlern schließen lassen und des Weiteren auf generell viel Bewegung in der Branche hindeuten“, so GVAPräsident Hartmut Röhl. Dieser Konzentrationsprozess beschäftigt sowohl die Teileindustrie wie auch die Teilehändler selbst. Beide befürchten durch die aktuellen Zusammenschlüsse noch mehr Marktmacht und noch weiter verschärfte Wettbewerbsbedingungen, der Industrie fehlen die Listungen und die kleineren Teilehändler zweifeln an ihrer Existenzchance, ganz nach dem Motto: „Wenn sogar Stahlgruber verkauft, habe ich dann als kleiner Marktteilnehmer überhaupt noch Zukunftschancen?“

Das Karussell dreht sich weiter So berichtet Präsident Röhl: „Das Karussell mit Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüssen dreht sich weiter.“ Ausländische Investoren haben das Potenzial des bislang von kleinen und mittel-

Mag. Walter Birner mit GVA-Präsident Hartmut Röhl

ständischen Unternehmen geprägten Kfz-Teilehandels entdeckt und damit den Prozess noch einmal beschleunigt. „Diese Entwicklung ist bestimmt noch nicht abgeschlossen“, so Röhl, da viele Marktteilnehmer ihre Zukunftschancen in der Größe sehen. Die Gründe dafür sind offensichtlich: die rasante Digitalisierung und das zunehmende Engagement der Autohersteller im Ersatzteilmarkt.

Existenzbedrohende Wettbewerbsnachteile Einig ist sich die Branche damit, dass man direkten Zugang zu den Fahrzeugdaten benötigt (lesen Sie dazu auch unseren Artikel im Schwerpunkt-Thema „Fokus Daten“ auf Seite 16 dieser Ausgabe). „Wenn Unternehmen von den Daten und Ressourcen im Fahrzeug oder von digitalen Plattformen und Marktplätzen ausgeschlossen werden, erleiden sie schwerwiegende, existenzbedrohende Wettbewerbsnachteile“, ist Röhl überzeugt. „Nur wenn die unabhängigen Marktteilnehmer einen den Herstellern gleichgestellten Zugang zur Telematik- und Kundenschnittstelle im Fahrzeuge erhalten, können sie dem Autofahrer eigene Dienstleistungen und Produkte in wettbewerbsfähiger Form anbieten.“ Lösungen, wie das von der Autoindustrie unterstützte „Extended Vehicle“ bringen hingegen die freien Unternehmer in eine Abhängigkeit von den Automobilherstellern. Der GVA hatte mit Caruso und Carmunication gleich zwei Anbieter von Datenbanklösungen zur Präsentation im Rahmen des Kongresses eingeladen, die nun beide unterstützt werden. Das Präsidium des GVA wurde im Rahmen der Ordentlichen Jahresmitgliederversammlung bei der turnusmäßigen Wahl wiedergewählt. Röhl wurde für drei weitere Jahre als GVA-Präsident bestätigt. •

AUTO & Wirtschaft 12/2017

57


wirtschaft

Doktors Kampf gegen das K. O. Das seit 80 Jahren existierende Sierninger Reifen(groß)handelshaus Bruckmüller kämpft in schwer durchschaubarer Finanzlage ums Überleben. Ganz Europa schaut dabei zu.

N

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Gattin Michaela, Dr. Othmar Bruckmüller und Tochter Mag. Johanna (v. l.)

ähern wir uns dem Thema Dr. Othmar Bruckmüller, Reifengroß- und Einzelhändler, Sachverständiger und sonstiger Tausendsassa aus Oberösterreich, sind wir sogleich mit unterschiedlichen Wertungen und Qualifizierungen konfrontiert. Die Insolvenzen aus seinem Firmengeflecht sind bekannt und die bis Redaktionsschluss nicht zahlungsunfähigen, jedoch organisch stark darin verflochtenen Standorte unterliegen nun den Entscheidungen durch Insolvenzgericht, Masseverwalter und Gläubiger. Die Gläubiger – sprich Reifen- und Zubehörlieferanten – stecken in der Bredouille – im Deutschen wie im Französischen speziell bedeutsam bis zum Fäkalbegriff. Bruckmüller indes kämpft unverdrossen weiter.

„Alle mit eigener Firmenbuchnummer ausgewiesenen Niederlassungen sind organisch mit der insolventen Hans Bruckmüller GmbH verbunden.“ Aus der Insolvenzbeschreibung des KSV 1870

Produkt seiner Umgebung Bruckmüller, von vielen als arroganter Hardliner eingeschätzt, wird vom gleichen Betrachterkreis als patenter Geschäftspartner qualifiziert. Nun am Boden liegend, schwappen die Meinungen, bei vermuteten bis zu 18 Millionen Euro reinen Lieferantenschulden naheliegend, vielfach ins Negative über. Natürlich trägt auch sein Ruf dazu bei.

58

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Bruckmüller tut immer noch, als ginge die Insolvenz für ihn irgendwie gut über die Bühne. Dabei zittern mit ihm einzelne Landesvertreter der Reifenindustrie selbst um ihren Job, haben sie doch – wie schon bei der Ruhdorfer-Pleite – 2017 ein hohes Ausfallsrisiko genommen. Jetzt geht bei vielen die blanke Angst um, denn vermutete 60 Prozent der heimischen Warenmenge sind de facto nicht mehr versicherbar, knirscht es aus der Lieferantenszene. Zwar undeutlich verstärken sich weitere negative Einschätzungen im elitären Kreis der heimischen Reifenhandelsgrößen.

Kein Zusammenhang mit FC-Tirol-Desaster Heftig wehrt sich Bruckmüller, dessen drei Kinder Johanna, Christina und Benjamin um eine Fortsetzung von Teilen des Traditionsunternehmens kämpfen, gegen den Vorwurf fehlgeleiteter Finanzmittel zur Tilgung allfälliger persönlicher Verbindlichkeiten rund um die Pleite des Fußballclubs FC Tirol. „Von 2013 bis jetzt habe ich 47 Millionen Rückzahlungen an Bankverbindlichkeiten und Zinsen geleistet und gleichzeitig rund 12 Millionen Euro investiert.“ Bei allem Scheitern, das dem „Herrn Doktor“ nachgesagt wird, ist er aber auch an der Margenvernichtungsstrategie der Industrie gescheitert. Das hat bei einem zunehmend fehlenden organischen Marktwachstum obendrein den Ertrag geschmälert. Selbst das Beratungsunternehmen Deloitte konnte bei der Suche nach Investoren bisweilen nicht helfen. ­Spätestens am 9. Jänner 2018 fallen die Würfel. • (LUS)


Empfohlene Kaufverträge und Zustandsprüfberichte des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und des Bundesgremiums des Fahrzeughandels

Kaufvertrag für Neufahrzeuge PKW und Zweirad: € 74,- *

Kaufvertrag für gebrauchte Motorräder/ Motorfahrräder: € 49,- *

Format A3, zu 100 Stück verpackt ÖNORM V5051

Format A3, zu 50 Stück verpackt

Kaufvertrag für Gebrauchtfahrzeuge PKW: € 74,- * Format A3, zu 100 Stück verpackt ÖNORM V5080

Zustandsprüfbericht für Landmaschinen: € 39,- * Format A4, zu 25 Stück verpackt

Zustandsprüfbericht für gebrauchte PKW: € 74,- * Format A3, zu 100 Stück verpackt ÖNORM V5051

* + 20 % MwSt. + € 5,50 Versand Preise gültig bis 31.12.2017

Bestellungen unter: www.formulare.autoundwirtschaft.at oder kontaktieren Sie Annemarie Lust T: +43 2243 36840-597 • F: +43 2243 36840-593 • E: lust.annemarie@autoundwirtschaft.at


SW-Stahl: Neue Kataloge SW-Stahl hat seine Hauptkataloge mit insgesamt 900 Seiten neu aufgelegt. Sie sind ab sofort – jetzt auch in englischer Sprache – per Mail an order@swstahl.de bestellbar.

Porsche Holding wehrt sich Stopp den Marder! In 2 Video-Tutorials erläutert Marderabwehr-Spezialist Stop&Go, wie man sein Auto wirksam gegen die Nager schützt. Die Videos sind am POS einsetzbar und können auf www.marderabwehr.de/medien heruntergeladen werden.

Eine klare Absage erteilt die Porsche Holding Berichten, denen zufolge sich Kundenbeschwerden nach den Software-Updates häufen. „Die technische Maßnahme funktioniert, die Rückfragen der Kunden im Nachhinein halten sich im Promillebereich“, so Sprecher Richard Mieling. Weltweit wurde bereits bei 6,4 Millionen Fahrzeugen die technische Maßnahme erfolgreich umgesetzt. Mit Stand 20. November 2017 sind in Österreich bereits 317.911 Fahrzeuge, das sind 85 Prozent der betroffenen Kfz, umgerüstet. Ebenfalls richtiggestellt wird ein in den Medien kolportierter Fall eines Händlers, der einem Kunden angeblich ein mehr als doppelt so teures Fahrzeug zum Umtausch angeboten hat, um ein Sachverständigengutachten zu verhindern. Richtig sei vielmehr, dass der Händler das mit 44.000 Euro bewertete Kundenfahrzeug gegen ein Fahrzeug mit Listenpreis 48.000 Euro auszutauschen angeboten habe. Dabei habe es sich um eine Einzelfallentscheidung des Händlers gehandelt. „Im Einzelfall wurden Fahrzeugeintausche auf Kundenwunsch durchgeführt, sofern dies aus wirtschaftlicher und prozessökonomischer Sicht der beklagten Partei sinnvoll und zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit erforderlich war. Das ist das übliche Geschäft von Fahrzeughändlern, unabhängig von der Abgasthematik“, so die Porsche Holding.

2,5 Mio. Ladestationen in Planung

Eine Investition bis zu 2,5 Millionen Euro in Ladestationen für Elektroautos plant die oberösterreichische Doppler Mineralöle GmbH bis 2020. Anfang November startete man mit 3 Stationen an Tankstellen in Linz, Klaus und Wels, installiert wurden jeweils ABB-Schnelllader mit 50 kWh Ladeleistung. Beabsichtigt ist laut geschäftsführendem Gesellschafter Franz Joseph Doppler, mit steigenden Zulassungszahlen für elektrifizierte Pkws das Netz sukzessive um maximal 30 Schnelllader auszubauen. Derzeit betreibt Doppler in Österreich 250 Tankstellen, davon etwa 150 unter der Marke Turmöl.

60

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Die App fürs Fahrwerk Dämpfer-Riese KYB hat mit der Suspension Solutions App eine mobile Anwendung zur Kommunikation zwischen Werkstatt und Kunden vorgestellt. Sie unterstützt den Techniker dabei, dem Kunden Auswirkungen von

Schäden zu erläutern und/oder die durchgeführten Arbeiten zu erklären. Die kostenlose App, die auf Basis umfassender Marktforschung entwickelt wurde, ist für Apple und Android erhältlich.


gewerbe

Diesel und Direktvertrieb Ende November luden der Kärntner Fahrzeughandel und die Fahrzeugtechniker zum Tag der Kfz-Wirtschaft nach Villach. Rund 180 Mitglieder kamen.

K

omm.-Rat Ing. Mag. Hubert Aichlseder, Landesgremialobmann des Kärntner Fahrzeughandels, hatte gemeinsam mit Landesinnungsmeister Komm.Rat Walter Aichwalder zum Tag der Kfz-Wirtschaft geladen, und zog danach eine positive Bilanz: „Das Kongresszentrum Villach hat sich als gute Location für diese Veranstaltung bewährt.“

Großes Interesse für Experten-Vortrag Erörtert wurden die Themen autonomes Fahren, Dieselfahrzeuge und deren technischer Fortschritt, Direktvertrieb via Hersteller und der vom A&W-Verlag herausgegebene MarkenMonitor 2017; für die Zufriedenheitsanalyse der Markenhändler mit ihren Importeuren gab es viel Lob. Weiters thematisiert wurde die §-57a-Begutachtung und deren wirtschaftliche Bedeutung für die ­Betriebe

sowie Schul-Konzepte für Nachwuchs-Techniker. Unter dem Motto „Antriebskonzepte Gestern – Heute – Morgen“ referierte Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Eichlseder, Vorstand des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der TU Graz. Präsentiert wurde auch der Prototyp des in Österreich von Vater und Sohn konstruierten GTP-13 von Dr.-Ing. Alex Fillafer und Rudolf Fillafer. Dieser orientiert sich in Design und Stil an den legendären „Supersportscars“ der späten 1960er-Jahre. Chassis, Antrieb und Radaufhängungen sind Neuentwicklungen und Resultat moderner Berechnungs- und ­Optimierungsverfahren. Unterstützt wurde die Veranstaltung u. a. von carplus, willhaben, Obereder, Michelin, Siems & Klein und DAT. • (RED)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Univ.-Prof. Helmut Eichlseder (o.) referierte in Villach; als Gastgeber fungierten Landesinnungs-Geschäftsführer Dr. Walter Preisig, Landesinnungsmeister Walter Aichwalder, Landesgremialobmann Mag. Hubert Aichlseder und Landesgeschäftsführer Dr. Günther Schmidauer

61


gewerbe Bis zu fünf Sattelzüge verlassen das neue Lager täglich und versorgen die Filialen: Im Lager werden die Waren großteils vollautomatisch aus den Regalen geholt

Eine Investition in die Zukunft In Lengau (Innviertel) hat Klein Autoteile sein vollautomatisiertes Zentrallager eröffnet – ein Meilenstein in der Geschichte des Familienunternehmens. Wir durften uns das Lager, das alle österreichischen Filialen versorgt, kurz nach Inbetriebnahme anschauen. Von Mag. Heinz Müller

G

rödig bei Salzburg: Das war seit 2008 ein bekannter Ort für all jene, die sich für Autoteile interessierten. Jetzt heißt es umdenken, denn dort, wo bisher Klein Autoteile beheimatet war, wird nun Bionahrung gelagert. Den Geschäftsführern Günter Klein und Rudolf Bayer war schon längere Zeit klar, dass man in der 2.000 m2 großen Halle in Grödig an die Grenzen des Wachstums stieß. Doch wohin wenden? „Im Umland von Salzburg ist ein solches Lager nicht finanzierbar“, sagt Günter Klein – und spart auch nicht mit Kritik an den Politikern: „Sie tun viel zu wenig für ­Unternehmer.“

5.400 m2 Grundfläche ­empor, 1.800 m2 davon sind vollautomatisiert. Damit ist Klein ein Vorreiter in der Branche: Kernstück der Anlage sind die vier AKL-Gassen (die Abkürzung bedeutet Automatisiertes Kleinteile-Lager). Jede ist 100 Meter lang und 9 Meter hoch. Hier ist Platz für 32.800 Plastikkisten, in denen alle Artikel gelagert sind, die kleiner als 80 Zentimeter und nicht höher als 35 Zentimeter sind. Der Bestellauftrag wird von der Filiale elektronisch ans Lager übermittelt und an die meterhohen Roboter übergeben, die die Ware ausfolgen. Bis zu fünf große Sattelzüge werden täglich an der Rampe befüllt und machen die Runde zu den 13 Filialen.

Mehr als 50.000 verschiedene Artikel gelagert Grundstückssuche war schwierig Fündig wurden man schließlich in Lengau – einer Gemeinde im Innviertel, wenige Kilometer von Straßwalchen (und dem branchenbeGeschäftsführer Günter Klein und Rudolf Bayer kannten „Lagermax“) entfernt. Dort sei man „mit offenen Armen“ empfangen worden, freuen sich die Klein-Chefs. Auf einem 12.750 m2 großen Grundstück wuchs eine 11 Meter hohe Halle mit

„Die Anlaufphase ist geschafft, bis Jahresende ist alles fertig.“

62

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Dahinter steht ein Hochregal, das ebenfalls 100 Meter lang ist und Platz für 1.700 Paletten bietet. Nur Windschutzscheiben, Auspuffe oder Karosserieteile werden händisch verschickt. „Aber da liegen maximal 10 Prozent des Volumens“, sagt Klein. Insgesamt umfasst das Lager mehr als 50.000 Artikel: „Ausschließlich Verschleiß, wobei die Bremse am vielfältigsten und eindeutig Nummer 1 ist.“ Für zumindest 5 Jahre sollte das Lager reichen, dahinter gibt es noch Platz für eine Erweiterung. Übrigens: Ein Teil der Mitarbeiter wurde übernommen – sie werden in der Früh per Bus von der Zentrale in Wals nach Lengau gebracht und am Abend wieder zurück. •


GEWERBE

Letzter Kolben, erste E-Achse Wer den Wandel als Zukunftsszenario ansieht, hat ihn eventuell schon verschlafen. Bei Mahle Aftermarket stehen herkömmliche und neue Themen gleichermaßen im Fokus.

W

ir arbeiten an neuen Lösungen, um Verbrennungsmotoren effizienter und emissionsärmer zu machen. Gleichzeitig treiben wir die Nutzung alternativer Kraftstoffe voran und legen das Fundament für die flächendeckende Einführung der Elektromobilität.“ So umreißt Olaf Henning, Geschäftsführer der Mahle Aftermarket GmbH, die duale Strategie, mit der sich der weltweit tätige Zulieferer für den Wandel in der Mobilität aufstellt. Mit dem auf der IAA vorgestellten Plattformkonzept Meet (Mahle Efficient Electric Transport) will Mahle seine Kompetenz im Bereich der E-Mobility für die Stadt von morgen schon heute unter Beweis stellen. Mit 48-Volt-Technologie, thermoelektrischer Wärmepumpe und einer Antriebseinheit, die sich auch modular als E-Achse für 48-V-Hybride nutzen lässt, sollen bis zu 7 Tage urbane Mobilität erreicht werden können, bis der Meet wieder an die Steckdose muss.

Technologien für viele Varianten der Zukunft Manche Themen werden bleiben, auch wenn der Wandel zur E-Mobility vollständiger vollzogen wird als heute absehbar ist – etwa das Thema Klimatisierung und Innenraumluft. „Bei den Elektroautos ist das Thermomanagement noch wichtiger, wenn man etwa an die Konditionierung der Batterie denkt, was die Temperatur betrifft“, so Henning. Beim Innenraumklima stehen Änderungen an, wenn auch keineswegs so tiefgreifende wie im Motorensektor. Demnächst wird Mahle Klimakompressoren

für elektrifizierte Autos lancieren. Und bei den Innenraumfiltern hat man gerade mit der Premium-Serie CareMetix im Programm, das sogar störende Gerüche eliminiert und der Luft über 90 Prozent der NO2-Belastung (Stickstoffdioxid) entzieht. Auch gegen Allergene, Bakterien oder Schimmelpilze schützt CareMetix nicht nur die Insassen, sondern auch empfindliche Komponenten in der Klimaanlage selbst.

Diagnosetester per Kooperation

„Mahle ist nicht mehr bloß Teilelieferant, sondern Anbieter von Gesamtlösungen.“

Die im September unter Dach und Fach gebrachte strategische MinderOlaf Henning, heitsbeteiligung an der italienischen Mahle Aftermarket GmbH Brain Bee AG stärkt die Möglichkeiten beim Thema Werkstattausrüstung – unter anderem ist für 2018 ein Mahle-gebrandeter Diagnosetester für Europa in der Pipeline. „Mehr zeigen wir auf einer großen Messe 2018“, so Henning. Als Teilelieferant und Werkstattausrüster nimmt Mahle sich auch des Themas Schulung und Fortbildung an und will so zu einem Anbieter von Gesamtlösungen werden: „Die Werkstatt ist unser Endkunde und für sie sind aktuelle Informationen rund um die Produkte, die wir anbieten, das Um und Auf.“ Das Angebot umfasst Seminare vor Ort ebenso wie die Online-Plattform mit „How To“-Videos und das zweimal jährlich erscheinende Werkstattmagazin „Mpulse“. • (RED)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

63


gewerbe

BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler, VRÖ-Generalsekretärin Renate Okermüller, BRV-Geschäftsführer Yorick Lowin

Erwartungsschwanger in Köln Bislang in Essen, findet unter der Patronanz des BRV – unter wirtschaftlich schwierigen Voraussetzungen – 2018 die neu positionierte Reifenmesse „The Tire Cologne“ in Köln statt.

D

Verändertes Reifenmarktszenario

ie Kölnmesse lässt gemeinsam mit dem Bundesverband Reifen und Vulkanisierhandwerk e.V. (BRV) nichts unversucht, den modernen Standort am Rheinufer für die globale Reifenwirtschaft attraktiv zu etablieren. Der Großteil der Industrie hat sich bereits für den neuen Messestandort entschieden. Die Messe Essen, deren Erneuerungsprozess mit einem negativen Volksentscheid endete, entschloss sich, mit der Messe Frankfurt unter das Dach der ­Automechanika zu schlüpfen. Behaftet mit dem Problem, im September 2018 im falschen Reifensaisonabschnitt zu sein. Die Kölnmesse hält sich mit dem vertrauten Mai-Termin hingegen alle Optionen offen.

Für CEO Gerald Böse geht Ausstellerqualität vor Quantität

Köln verspricht neue Ausstellerkultur Yorik Lowin, der seit Kurzem von Langzeit-Chef ­Peter Hülzer das Zepter beim BRV übernommen hat, findet die Neuausrichtung in Köln ideal, was sich auch in den Buchungszusagen der Weltmarktführer auf dem Reifensektor widerspiegelt. Einige mit Erstausrüster-Hintergrund haben allerdings auch ihre Anmeldung in Frankfurt deponiert. Sie wollen den Autohaus- und Werkstattinteressen nicht zu fern sein. Gemeinsam mit dem ideellen Träger der „The Tire

64

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Cologne“ BRV konnten laut Gerald Böse, CEO der Kölnmesse, bereits 90 Prozent der in vier Hallen ­veranschlagten Ausstellungsfläche vermarktet werden: „Darunter sind die globalen Top 20 der Reifenwelt.“ Prof. Stefan Bratzel skizzierte vor der internationalen Fachpresse die neue Ausstellerkonstellation in allen ihren digitalen, konnektiven, autonomen und elektrifizierbaren Mobilitywelten. „Solcherart wird das Rad der Autoindustrie neu erfunden“, spannte er bedeutungsvoll den Bogen in eine neue Welt, in der sich die aftermarketorientierte Messestammkundschaft selbst erst neu orientieren muss.

Mehrwert für jeden Besucher Die Erstausrüsterindustrie ist längst auf die Daten­ autobahn eingebogen, um sich ihren Teil vom Markt zu sichern. Dementsprechend hören sich auch die Werbeaussagen der Kölnmesse an, das Fachpublikum an den Rhein zu lotsen. Mit Konferenzen und Meetings soll die „alte“ mit der „neuen“ Reifenwelt verknüpft werden, die Industrie ebenso ihren Nutzen daraus ziehen können wie der Handel und das Servicegewerbe, die immer noch auf der Suche nach Konsens sind, mehr Margendisziplin in einen organisch lange nicht mehr wachsenden Markt zu bringen. VRÖ-Generalsekretärin Renate Okermüller will Angebot und Nachfrage neuen Stils mit den nötigen Impulsen beseelen, um vom 29. Mai bis 1. Juni 2018 dem heimischen Reifenfachhandel Ausblick in die Branchenzukunft zu geben. Jetzt bleiben noch gut 5 Monate Zeit, das Ausstellungsprogramm analog den neuen Mobilitätsentwicklungen zu gestalten. • (LUS)


gewerbe

Benjamin Burkard

Kai Gräper

Armin Dürr

Michael Kaiser

Christoph Schietzelt Martin von Poschinger

Wandel ist Einstellungssache Statt die Gefahren der Zukunft zu beschwören, konzentrierte man sich bei der Acoat S ­ elected Management-Konferenz in Stuttgart darauf, wie man die „Chance im Change“ nutzt.

E

twa 630 geladene Gäste waren am 10. und 11. November im Stuttgarter SI-Center zur Management-Konferenz des Acoat-Selected-Netzwerks zusammengekommen. Die mittlerweile 385 Mitgliedsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen sich vielen Herausforderungen durch den technologischen Wandel gegenüber. „Die im Jahr 2016 neu vorgestellten Autos verfügen zu 37 Prozent serienmäßig über AEB-Notbremssysteme“, sagte Benjamin Burkard, für die D/A/CH-Region verantwortlicher Vertriebsleiter. „Durch diese Assistenzsysteme sinkt die Frequenz an schweren Schäden. Das Verhältnis der Schadensarten wird sich in den kommenden 10 bis 15 Jahren zugunsten ­kleinerer Schäden verschieben.“

Chancen sehen – und nützen Die Antwort auf die zunehmende Komplexität: Permanente Investitionen in Schulungen und Werkstatt­ ausrüstung, gleichzeitig die Notwendigkeit, die Effizienz in allen Bereichen zu steigern. Ein Werkzeug dazu ist die Workflow-Software Carbeat, die AkzoNobel ab 2018 anbietet. Herzstück ist ein großer Touchscreen, auf dem die einzelnen Arbeitsschritte überwacht, aktualisiert und Mitarbeitern zugeordnet werden können. Auch im Bereich der Farbtonfindung könne man mit den digitalen Möglichkeiten in die Gewinnzone kommen. Umsetzbare Anreize für Verbesserungen waren bestimmend in den Vorträgen, die den Themenbogen von Mitarbeiterführung und Marketing über

I­ nvestitionen bis hin zu Betriebseffizienz und Profitabilität spannten. Die Betriebe ließen zu viele Chancen liegen, so der Tenor. Im Gespräch mit AUTO & Wirtschaft bestätigte Österreich-Vertriebsleiter Daniel Kapeller für die Alpenrepublik, was auf der großen Bühne für den D/A/CH-Raum konstatiert wurde. „Entscheidend ist, Aufträge innerhalb des Betriebs effizienter zu steuern. Reparaturen sollten bei der Schadensannahme nach Größe und Schadensart unterschieden werden. Aufträge, die hauptsächlich einen Lackschaden mit geringen Karosserie- sowie Montage- oder Demontagearbeiten aufweisen, können auf flexiblen oder Multifunktions-Arbeitsplätzen erledigt werden. Dadurch werden Fahrzeugbewegungen und Laufwege vermieden.“ Man müsse wieder dazu kommen, dass Geld mit der Arbeitsstunde und nicht nur mit der Spanne auf Lack und Teile verdient werde.

Österreich-Vertriebsleiter Daniel Kapeller

Galadinner mit Show-Einlagen

Neue Regeln für Intense In Österreich hält Acoat Selected nach wie vor bei 34 Partnern, davon sollen bis Jahresende 12 den höheren „Intense“-Standard erfüllen. Ab 2018 werden Audit-Zyklen auf 2 Jahre verlängert. Wie in Deutschland will man künftig auch in Österreich einen unabhängigen Technikpartner mit den Zertifizierungen beauftragen und sucht derzeit nach einem Partner. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundete die Management-Konferenz ab, deren nächste Auflage im November 2018 in Berlin über die Bühne gehen wird. • (KAT)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Fachlicher Input zum Carbeat-System

65


Werkstattkonzepte

gewerbe

Durchblick im Konzepte-Wald Im Dickicht der Werkstattkonzepte soll sich so mancher schon verirrt haben. Wir versuchen eine Bestandsaufnahme mit den wichtigsten Anbietern, Neuigkeiten und Zahlen.

A

&W: Wie viele Partner umfasst Ihr Konzept/umfassen Ihre Konzepte momentan in Österreich? Roland Hausstätter, Stahlgruber, Meisterhaft und BTS TurboExperten: Derzeit haben wir 204 Meisterhaft-Partner. Davon sind 17 Partner heuer dazugekommen. Das BTS TurboExperten-Konzept wurde von Stahlgruber im 1. Halbjahr 2014 in Österreich eingeführt. Derzeit gibt es 133 zertifizierte BTS TurboExperten in Österreich.

Michael Holzer, ZF, [pro]Tech und [pro]Tech plus: Derzeit betreut ZF Aftermarket 119 Betriebe im Bereich [pro]Tech und 108 Betriebe im Bereich [pro] Tech plus. Andreas Schopf, ATP e.G., Profiservice: Derzeit haben wir 62 Konzeptpartner, bis Ende des Jahres kommen noch 2 dazu. Mathias Gneist, Birner, adAutodienst, Auto Mobil Meisterwerkstatt, Auto Profi Werkstatt: Die Birner-Werkstattkonzepte verfügen derzeit insgesamt über etwa 300 Partner.

„Wir legen beim Gewinnen neuer Partner starken Augenmerk auf Qualität. Aber natürlich wollen wir auch die Zahl unserer Partner erhöhen.“ Jörg Dölicke, Automeister Jörg Dölicke, point-s, Automeister: Derzeit sind es 5 Partner. Andreas Stangl, Bosch Car Service: Derzeit umfasst das Bosch Car Service Konzept 92 Partner. Darunter befinden sich auch 4 Bosch Diesel-Center und 2 Bosch Diesel Service-Betriebe, welche zusätzlich Dieselreparatur anbieten. Sandra Schober, Derendinger, plusService, Unicar: 190 Partner für plusService, 6 für Unicar. Hannes Neff, ATEV E.G., Autoexperte: Wir haben das Konzept gerade auf neue Beine gestellt und ab Mitte dieses Jahres ausgerollt. Bei unseren österreichischen Partnern wird die Akquise in der ersten Jahreshälfte 2018 anlaufen.

66

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Wie lautet das Ziel bis Ende 2018? Dölicke: Wir legen beim Gewinnen neuer Partner sehr starkes Augenmerk auf Qualität, daher legen wir uns nicht auf eine Zahl fest. Aber natürlich verfolgen wir das Ziel, die Zahl unserer Partner in Österreich zu erhöhen. Schober: 250 Partner insgesamt. Schopf: Wir wollen auf 80 Partner wachsen. Neff: Realistisch wird sein, dass wir bis Ende des Jahres 2018 Partnerwerkstätten im unteren 2-stelligen Bereich in der Autoexperten-Familie haben. Unser mittelfristiges Ziel ist ein gesundes Wachstum an Konzeptpartnern, mit ein bis zwei Autoexperten pro österreichischem ATEV-Mitgliedsbetrieb per anno. Hausstätter: Wir haben weniger quantitative als vielmehr qualitative langfristige Ausbaupläne.


gewerbe

Welche Kriterien und Vorteile kennzeichnen Ihr Konzept/Ihre Konzepte? Dölicke: Im Gegensatz zu allen anderen Werkstattkonzepten ist Automeister weder von der Industrie noch vom Großhandel abhängig. Unsere Partner entscheiden als freie Unternehmer vollkommen unabhängig über alle Fragen ihrer Unternehmensführung und Einkaufspolitik. Dabei unterstützt Automeister als freie Servicemarke die Partner, insbesondere im Bereich Marketing/Werbung. Markenhändler

ER

K

nutzen das Konzept verstärkt als Zweitmarke, um sich gezielt einen neuen Markt aufzubauen. Neff: Ein wesentlicher Vorteil ist sicherlich das modulare System des Autoexperten. Interessierte Werkstätten haben die Möglichkeit, mit dem kostenlosen „Lite“-Paket einzusteigen und sich je nach

W

Wir haben mit 204 Partnern bereits eine sehr gute Flächenabdeckung in Österreich. Holzer: Insgesamt geht es um den kontinuierlichen Ausbau der Werkstattkonzepte [pro]Tech und [pro]Tech plus. Für 2018 sieht die Planung für Österreich 10 neue Partnerbetriebe für [pro]Tech plus und 50 Partnerbetriebe für [pro]Tech vor.

ON

ZEPT

E

Werkstattkonzepte

K S TAT

T

„In unser modulares System können Betriebe in der Lite-Variante kostenlos einsteigen.“ Hannes Neff, Autoexperte Bedarf einzelne Module dazu zu buchen. Bereits die kostenlose Variante bietet viele Vorteile, z. B. die Mobilitätsgarantie oder den Zugriff auf ein umfangreiches Marketingpaket. Das beste Argument ist jedoch, dass der Autoexperte an keine Umsatzvereinbarungen zwischen Händler und Werkstatt geknüpft ist.

AUTO & Wirtschaft 12/2017

??


K

W

ER

ON

ZEPT

E

Werkstattkonzepte

K S TAT

T

gewerbe

Hausstätter: Stahlgruber bietet das BTS TurboExperten Konzept vorrangig den Meisterhaft-Partnern an, da die Standards die gleichen sind. Holzer: Schon das ZF Aftermarket [pro]Tech-Basisprogramm stellt ein umfassendes Leistungspaket für freie Werkstätten dar: Der Betrieb erhält Zugang auf fahrzeugspezifische Montagehinweise zu Produkten von ZF sowie zum Online-Teilekatalog WebCat. Das Angebot wird komplettiert durch eine telefonische Einbauund Produkthotline, eine Helpline via E-Mail und eine Bestellmöglichkeit für Werbemittel. Die Trainingsmodule sowie der Datenbank-Zugang zu den Serviceaktionen der Fahrzeughersteller lassen sich gegen Gebühr

„Regelmäßige Überprüfung der Qualitätsstandards unterstützt die Betriebe in ihrer Weiterentwicklung. “ Andreas Stangl, Bosch Car Service gesondert buchen. In ZF Aftermarket [pro]Tech plus sind diese Leistungspakete bereits enthalten. Zusätzlicher Pluspunkt ist die persönliche Vor-Ort-Betreuung durch einen regionalen Außendienstmitarbeiter. Schopf: Durch den regionalen Ansprechpartner (ATP-Gesellschafter) bieten wir persönlichen Kontakt. Unsere Partner sind stets mit qualitativ hochwertigen Informationen versorgt. Dazu gehören Zugang zum Digitalen Servicenachweis, modulare Diagnose, tagesaktuelle Inspektionspläne, IAMNET usw. Wir bieten Versorgung mit regionaler Werbung und diversen Merchandise-Artikeln im gewünschten Layout des Konzeptpartners. Darüber hinaus können die Betriebe Schulungen in Technik und Betriebsorganisation in Anspruch nehmen, zu Themen von Hochvolt über Klima bis Can-Bus usw. Durch die kurzen Wege können wir sehr rasch und zielgerichtet mit unseren Partnern arbeiten.

68

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Stangl: Als eines der weltweit führenden und ältesten Werkstattkonzepte bietet Bosch Car Service Reparatur und Service für alle Marken an und stellt für den Endkunden eine preiswerte Alternative unter Verwendung von Bosch-Originalersatzteilen dar. Durch regelmäßige Überprüfung der Qualitätsstandards, hohe Ausrüstungsstandards in der Werkstatt und Schulungsprogramme erhalten die Betriebe aktive Unterstützung in ihrer Weiterentwicklung. Zukunftsthemen wie Elektrifizierung, neue Assistenzsysteme und vernetzte Fahrzeuge stellen Herausforderungen dar, bieten aber auch neue Chancen, auf die unsere Partner rechtzeitig vorbereitet werden. Sie profitieren nicht zuletzt vom Bosch-Engagement im Erstausrüstungsgeschäft. Sämtliche Maßnahmen tragen dazu bei, dass zunehmend Flotten – Gewerbekunden, Leasingunternehmen, Banken, Fahrzeuggarantieanbieter, Versicherungen und Behörden – das Bosch Car Service-Netz für sich als Alternative zur Markenwerkstatt entdecken. Schober: Wir bieten einen innovativen, einheitlichen und starken Mehrmarkenauftritt, unterstützt durch modernste Marketing und Werbemaßnahmen. Technische Unterstützung und Erweiterung des Knowhow bieten wir durch die kostenlose technische Hotline und zwei kostenlose Schulungen. Abgerundet wird das Angebot durch die exklusive Partnerschaft mit Derendinger. Zudem gibt es Spezialkonditionen bei Autodata, TechPool und somit einen klaren Wettbewerbsvorteil. Über welche Neuheiten (Auftritt, Dienstleistung, Schulung, Marketing, …) können Sie berichten? Dölicke: Unter anderem gibt es ab 2018 einen neuen Internetauftritt sowie umfangreiche Werbepakete für jeden Partner. Zusätzlich wird ein Werkstattersatzfahrzeug finanziell bezuschusst. Neff: Anfang Juli ging die neue Onlinepräsenz


gewerbe

www.der-autoexperte.de live. Die Seite richtet sich zwar in erster Linie an Autofahrer, doch auch geneigte Interessenten können sich umfangreich informieren. Hausstätter: Wir konzentrieren uns auf unser Premium-Werkstattkonzept, damit sich der Endverbraucher auch auf Qualitätsstandards verlassen kann, und planen keine Einführung eines neuen Werkstattkonzeptes. Die Fahrzeughalter sind bereits jetzt mit der Vielzahl an Werkstattkonzepten überfordert, die sich darüber hinaus noch qualitativ sehr stark unterscheiden. Holzer: Seit August 2017 ist das neue ZF Services [pro]Tech-Kundenportal für die DACH-Region online. Dank des Onlinezugangs können die Partner direkt und unkompliziert auf das umfangreiche Knowhow eines der führenden Automobilzulieferunternehmen zugreifen. Mit zunehmenden digitalen Angeboten und unseren praxisorientierten Trainings bieten wir unseren Partnern das bestmögliche technische Knowhow, um sie noch konkurrenzfähiger zu machen. 2018 wird ZF Aftermarket den Partnerbetrieben zwei neue Trainingsmodule anbieten. Das erste macht die Pkw-Werkstätten fit rund um die Komponenten 6-Gang-Schaltgetriebe, automatisiertes Schaltgetriebe und elektrohydraulische Lenkung. Das zweite ist ein Training rund um das vollautomatisierte Getriebesystem „TraXon“ für Nfz-Partner. Schober: Neu ist die Kooperation mit Europas einzigem Garantie-Komplettanbieter, mobile Garantie. Schopf: Das Thema Schulungen wird bei der ATP im Jahr 2018 für unsere Konzeptpartner und die Gesellschafter ganz groß geschrieben, da diese im Bereich Euro 5/6 und Hochvolt für die Zukunft fit gemacht werden müssen. Der Werbeauftritt für unsere freien Werkstätten wird im Jahr 2018 verstärkt, um das Ansehen bei den Endverbrauchern zu verbessern, da wir doch eine gute Alternative zur bereits sehr ­kostenintensiven Hersteller-Werkstätte sind. Gneist: Ich bin seit September dieses Jahres mit der

Werkstattkonzepte

Betreuung und Weiterentwicklung aller Birner-Werkstattkonzepte betraut und unterstütze die Partner in allen Marketingfragen.

„Fahrzeughalter sind schon jetzt überfordert mit der Vielzahl an Werkstattkonzepten, die sich noch dazu qualitativ sehr stark unterscheiden.“ Roland Hausstätter, Meisterhaft und BTS TurboExperten Stangl: Um auf zukünftige technische Entwicklungen vorbereitet zu sein und flächendeckende, kompetente Dienstleistungen anbieten zu können, werden die technischen Informationen, aber auch das Schulungsprogramm ständig an neue Marktentwicklungen angepasst. So werden sämtliche Bosch Car Service-Betriebe innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahre einen ausgebildeten Hochvolt-Techniker in ihrem Unternehmen haben. Damit werden sie der zunehmenden Elektrifizierung von Fahrzeugen gerecht und entsprechen sowohl den technischen als auch den gesetzlichen Anforderungen. So können sie ihren Kunden weiterhin gewohnt kompetent die umfangreichen Dienstleistungen anbieten. • (KAT)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

69


GEWERBE

Im Sinne der Luftqualität Mit den neuen Gebindegrößen erfüllt mapo AdBlue Universal Wünsche von Werkstätten ebenso wie von Großverbrauchern.

D

ie Anforderungen und Normen aller namhaften Motorenhersteller hält mapo AdBlue schon ein. Nun erweitern Kanister mit 5 und 10 Litern sowie mitgeliefertem Ausgießer das Angebot. Der ist besonders wichtig, damit die Urea-Substanz nicht im Wageninneren verschüttet wird.

OBD ist nicht „auszutricksen“ AdBlue wird nach dem Verbrennungsvorgang in das SCR-Katalysatorsystem der Abgasanlage eingespritzt, um eine chemische Reaktion auszulösen: Sie spaltet Stickoxide in Stickstoff und Wasserdampf auf. Üblicherweise senkt dieser Prozess die Stickoxidemissionen um über 80 Prozent, wobei der Kraftstoffverbrauch, abhängig vom Fahrzeug,

Zukunft der Werkstatt

FOKUS

FOKUS

Der Weg zur eigenen Kfz-Werkstätte war bisher steinig. Lehre, Gesellenprüfung, Meisterkurse kosteten Zeit und Geld. Dafür konnten diese „Start-ups“ ihren Kunden entsprechende Qualität bieten. Gefahr droht nun durch „Serviceboxen“, deren Zahl immer mehr steigt.

? Pfusch in Serviceboxen Von Dr. Friedrich Knöbl

ZUKU NF T

W

ERKSTATT RW DE

enn es nach der Arbeitsmarktpolitik geht, soll alles künftig viel einfacher werden. Das AMS hilft jungen Interessenten, sich mit Kfz-Servicestationen selbstständig zu machen. Die Versuchung, dieses Geschäft – illegal – auch auf Kfz-Reparaturen auszuweiten, ist groß. Es waren vor allem die Mineralölfirmen, die bereits in der Vergangenheit zwecks Ölwechsels an der Etablierung zusätzlicher Kfz-Servicestationen interessiert waren. Ende 2016 wurden von den 3.378 von der zuständigen Fachgruppe erfassten Servicestationen 1.574 von Tankstellen betrieben. Dieses Geschäft konnte schon bisher ohne eigene Gewerbeanmeldung als Nebenrecht einer Tankstelle betrieben werden. Allerdings mit allen Einschränkungen, die mit dieser Servicefunktion verbunden sind. Mit einer Ausweitung dieses „Kfz-Service“ in Richtung „KfzReparatur“ gingen die Mineralölfirmen die Gefahr ein, sich ein Pfuscher-Image einzuhandeln und in Haftungsfallen hineinzutappen. Deshalb haben sie

Als Alternative zur Schließung einer unrentablen Tankstelle bietet sich die Verpachtung als Kfz-Servicestation an. Doch was darf diese? darauf geschaut, dass sich ihre Tankstellenpächter nicht zu weit in diese Grauzone hinein bewegen. Die Tankstellenbetreiber stehen im Zuge des Strukturwandels vor dem Problem, für die Erneuerung alter Tankstellen viel Geld in die Hand nehmen zu

12

Franz Mauerhofer, Chef von mapo in Himberg, hat praktische neue AdBlue-Gebinde im Verkaufsprogramm

müssen oder weniger frequentierte und daher unrentable Tankstellen einfach zu schließen. Vor allem da es immer weniger Interessenten gibt, die bereit sind, das Joch eines schlecht verdienenden Pächters auf sich zu nehmen. So hat sich das Tankstellennetz in den letzten Jahren von 2.800 auf 2.500 Standorte reduziert. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Automatentankstellen von 200 auf 600 verdreifacht.

Schließung alter Tankstellen wäre zu teuer Was macht man mit den überflüssigen Standorten? Eine Möglichkeit ist die Entsorgung. Die kostet Geld. Als Alternative bietet sich die Verpachtung der Immobilie als Kfz-Servicestation. Das bringt Pachteinnahmen. Und trotz Schließung der Tankstellen bleibt den Verpächtern das Schmiermittelgeschäft erhalten – bekannterweise ein wesentlicher Ertragsbringer des Kfz-Geschäftes. Ein Weg, der offenbar immer beliebter wird. Bundesinnungssekretär Dipl.oec. Andreas Westermeyer erinnert sich an eine Kärntner Gewerbebehörde, die einen Werkstattaspiranten fragte, was er zu seiner Befähigung nachzuweisen habe. „Nichts? Dann melden S’ halt das kleine Gewerbe an“, lautete daraufhin der einschlägige Ratschlag zum Start mit einer Servicebox – der dankend akzeptiert wurde. Für seinen Kollegen Dr. Thomas Sauer aus Niederösterreich ist es unter diesen Umständen kaum verwunderlich, dass bei diesen neuen „Betrieben“ die Gewerbevorschriften kaum überprüft werden. „Das politische Interesse dieser Behörden, im Vollzug einzuschreiten, geht gegen null. Denen ist das alles

AUTO & Wirtschaft 11/2017

?

?

Das AMS-Service 2015 gab es 1.545 Gewerbeberechtigungen für Kfz-Service, die nichts mit dem Treibstoffverkauf zu tun hatten. Trotz sinkender Tankstellendichte ist diese Zahl 2016 auf 1.804 gestiegen. Das wären somit 259 Neugründungen. Einen Teil dieses übrigen „Nachwuchses“ für diese „neue Selbstständigkeit“ liefert das Arbeitsmarktservice. Das bietet Arbeitslosen als Service ein Unternehmensgründungsprogramm. „Als Unterstützung auf dem Weg von der Arbeitslosigkeit zur Selbstständigkeit“ wird dieser Service vom AMS propagiert. Man nehme etwa einen älteren Arbeiter eines Kfz-Betriebes, der bisher mit Autowaschen und der Autoaufbereitung beschäftigt war. Eine Arbeit, die zur Senkung fixer Personalkosten extern ausgelagert wurde. Der dadurch Gekündigte landet beim AMS. Mangels entsprechender Fachkenntnisse ist er bei anderen Kfz-Betrieben schwer vermittelbar. Dank entsprechender Beratung erkennt der Frustrierte, dass es auch eine Alternative zur Arbeitslosigkeit gibt. Unternehmensberatung für den Neustart Das AMS liefert ihm dafür in der ersten Phase des Neustarts eine Unternehmensberatung, um die Chancen seiner Selbstständigkeit auszuloten. Überdies kann er noch die kostenlosen AMS-Angebote einer Weiterqualifizierung in Anspruch nehmen. Nach Abklärung der Realisierbarkeit – etwa als Servicestation – kommt der Einstieg ins Gründungsprogramm. Mit der Realisierungsphase und der Aufnahme der Selbstständigkeit ist das AMS den Schwervermittelbaren dann los. Wobei es „unter gewissen Voraussetzungen für die Dauer der Teilnahme am Programm die finanzielle Absicherung gewährleistet.“ Das heißt, dem Jungunternehmer wird für einige Monate das Arbeitslosengeld weiter bezahlt. Nach 6 Monaten bekommt er in der Nachbetreuung nochmals einen Unternehmensberater, der ihm rät, seine Dienste seinem früheren Betrieb anzubieten. Schließlich muss der ja weiterhin Autos waschen und aufbereiten lassen. Dort hat einer jedoch zwischenzeitig erkannt, dass sich mit dem ausgelagerten Service – wenn man es nicht verschenkt – doch Geld verdienen lässt. Dieses Geschäftsfeld wurde daher bereits wieder eingegliedert, dem Jungunternehmer ist daher seine potenzielle Kundschaft abhanden gekommen. Auch für diesen Fall ist gesorgt: Sollte er mit anderweitigen Arbeiten – etwa kleineren Kfz-Reparaturen – nicht doch noch zu einer ausreichenden Beschäftigung kommen, garantiert ihm das AMS am Ende seiner Selbstständigkeit die Möglichkeit, in die Arbeitslose zurückzukehren.

Dr. Thomas Sauer, LandesinnungsGeschäftsführer Niederösterreich

Zukunft der Werkstatt

mehr oder minder wurscht.“ Das liegt möglicherweise auch daran, dass die bei Verstößen verhängten Verwaltungsstrafen „nicht gerade üppig sind“ – und daher kaum abschreckend wirken.

Kammermitglieder genießen Kammerschutz Anderseits sieht er auch für seine eigene Standesvertretung kaum Handlungsspielraum. „Die Kfz-Servicestationen sind ebenso Kammermitglieder wie die Kfz-Reparaturbetriebe.“ Sie genießen also „Kammerschutz“ und daher können Verstöße gegen die Einhaltung des ausgeübten Gewerbeumfanges nur abgemahnt werden. Ein wirksamer Hebel gegen diesen Pfusch wäre allenfalls das Wettbewerbsrecht. „Die erwecken den Anschein, Kfz-Werkstätten zu sein“, ortet Bundesinnungsmeister Komm.-Rat Fritz Nagl darin eine Täuschung der Konsumenten. „Wir schicken viel an den Schutzverband. Für den ist aber der Fall mit der Abgabe der eingeforderten Unterlassungserklärung erledigt.“ Daher muss laut Sauer der Gewerbesünder als Kammermitglied in solchen Fällen dem Schutzverband nicht einmal die Kosten ersetzen. Was dessen Elan zur Pfuscherbekämpfung verständlicherweise ebenfalls in Grenzen hält. Die wirksamsten Möglichkeiten gegen das bei den Servicestationen ausufernde Reparaturgeschäft hätten die Steuerbehörden. „Die könnten das über die Kundenlisten der Teilehändler leicht aufrollen“, rät Sauer zu Schwerpunktkontrollen, wie dies bei Baustellen immer wieder der Fall ist. Für wirksame Kontrollen sieht er derzeit aber wenig Realisierungschancen: „Die Finanzpolizei hat nicht genügend Ressourcen, wenn sie politisch andere Schwerpunkte vorgeschrieben bekommt.“ •

AUTO & Wirtschaft 11/2017

13

Nie Kosten berechnet Auf den Bericht „Pfusch in Serviceboxen“ in der NovemberAusgabe gab es einige Reaktionen – unter anderem von Komm.-Rat Ing. Werner Fessl aus Wien.

G

rundsätzlich ist Ihrem Artikel in A&W 11/2017 nichts hinzuzufügen und sinngemäß bin ich vorbehaltslos damit einverstanden. Meine Kritik richtet sich auf eine von Ihnen mangelhaft recherchierte Passage über Kosten für Gutachten und deren Personen, die die Gutachten angeblich

70

AUTO & Wirtschaft 12/2017

um etwa 5 Prozent vermindert wird, ohne die Leistung des Motors zu verringern. Motoren, die über ein SCR-Katalysatorsystem verfügen, müssen mit AdBlue betrieben werden. Erst wenn der AdBlue-Tank leer ist, begrenzt das OBD-System des Fahrzeugs die Motorleistung. mapo AdBlue Universal wird nach streng kontrollierten industriellen Verfahren hergestellt und außer in den neuen Gebinden mit 5 und 10 Litern auch in 220-Liter-Fässern und 1.000-Liter-IBSLeihcontainern angeboten. Das mapo-Programm umfasst darüber hinaus AdBlue-Pumpen für den händischen wie elektrischen Betrieb. • (ENG)

erstellt haben und namentlich genannt wurden. Aus meiner Sicht wäre es korrekt gewesen, die genannten Personen zu kontaktieren und deren Standpunkte festzustellen. Zu meiner Person kann ich nur festhalten: Komm.-Rat Ing. Werner Fessl • Ich habe nie ein Gutachten zur „Feststellung der individuellen Befähigung“ erstellt und dementsprechend naturgemäß nie Kosten berechnet. • Meine Tätigkeit im Gremialausschuss des Autohandels ist auch mit keinerlei Honorar oder anderen Abgeltungen verbunden. • Der Ärger von Innungsmeister Stv. Strobl ist auch unbegründet, da dieses System gesetzlich geregelt ist und deren Änderung, siehe Beginn des Artikels, schwierig bis unmöglich erscheint, weil hier offensichtlich andere Interessen bestehen. Mit freundlichen Grüßen Komm.-Rat Ing. Werner Fessl, Sachverständigenbüro, Allgemein beeideter gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Kfz-Technik, 1020 Wien


Lackiererei-Leiter Matthias Pernetstätter, Chefin Edeltraud Janiba, Jakob Vogl, Peter Osterer (beide MTS, v. l.)

Kunststoff effizient lackieren Zeit ist im Lackierbetrieb nicht nur Geld, sondern auch Kundenzufriedenheit. Bei Karl Janiba überzeugten wir uns von den Vorzügen von Polysil bei der Lackierung von Kunststoffteilen.

S

eit 1997 betreibt Karl Janiba mit seinem Team am Haunsberg in Obertrum seine Lackiererei, die mittlerweile um eine Spenglerei erweitert wurde. Als Sikkens-Lackierer ist er auch Mitglied im AkzoNobel-Reparaturnetzwerk Acoat Selected und seit 2017 auch Intense-Partner. „Seit 2007 sind wir darüber hinaus TÜV-zertifiziertes Mitglied des Dellenteams“, erklärt Matthias Pernetstätter, Leiter der Lackiererei. Da Hagelschäden im Salzburger Seenland keine Seltenheit sind, geht das Geschäft gut. „Während des Sommers waren wir mit den Schäden des Frühjahrs gut ausgelastet“, erzählt Pernetstätter. Der Betrieb bildet laufend Lehrlinge aus, einige der 13 ­Mitarbeiter sind sozusagen „Marke Eigenbau“.

Schneller Kunststoffteile lackieren Bei Janiba treffen wir Peter Osterer von MTS (Multi Technology Services GmbH), um uns von den Vorzügen eines neuen Primers zu überzeugen. „Mit Polysil können Kunststoffteile, etwa Stoßstangen, mit deutlich weniger Arbeitsschritten lackiert werden als bisher“, erklärt der Vertriebsleiter. Polysil ist ein Produkt der deutschen Advanced Adhesive Coatings Technology GmbH aus Wiesbaden und bei Janiba seit kurzer Zeit im Einsatz. „Die Zeitersparnis ist signifikant“, sagt der Lackierer. Das zeitaufwendige Tempern entfällt völlig, die vorbereitende Reinigung erfolgt mit dem Polysil-Kunststoffreiniger, dann wird die Polysil-Grundierung aufgetragen. Nach 10 Minuten Ablüften kann der

MTS-Produkte sind bei Janiba in der Aufbereitung im Einsatz

Basislack aufgetragen werden. Die Zeitersparnis pro Teil kann 50 Prozent betragen. Auch ein Polysil-Füller, der ebenfalls ohne Tempern direkt verwendet werden kann, sowie ein Verdünner für die Spezialgrundierungen sind als Teil des Systems erhältlich. „Mit dem Polysil-System sind sowohl kleine Spot-­ Repair-Vorgänge als auch das Lackieren von Neuteilen deutlich schneller zu bewerkstelligen als mit konventionellem Vorgehen“, sagt Osterer, der betont, dass die Produkte für alle Farben eingesetzt werden können. Das Verfahren funktioniert mit den meisten Kunststoffen, nur von der Verwendung mit PE wird abgeraten. „Derzeit haben wir in Österreich 5 Kunden, die mit Polysil arbeiten“, ergänzt Jakob

„Polysil spart bei der Kunststofflackierung Zeit und Geld – sowohl bei kleineren Lackreparaturen als auch bei ganzen Ersatzteilen wie Stoßstangen.“ Peter Osterer, MTS Vogl, Oberflächen-Techniker von MTS. „Das Feedback ist durch die Bank äußerst positiv.“

Aufbereitung stetiges Geschäft MTS vertreibt in Österreich auch Produkte für die professionelle und DIY-Autoaufbereitung, unter anderem die bei Profis ausgesprochen beliebte Marke Meguiar’s. Auch in diesem Bereich ist Janiba Kunde von MTS. • (KAT)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

71


gewerbe

Banner mag man eben 4,5 Millionen Starterbatterien pro Jahr, über 95 Prozent Exportanteil: Banner hat sich zu einem der größten europäischen Hersteller entwickelt und will das auch bleiben. Von Mag. Heinz Müller

W

issen Sie, wann das Blei in den heute produzierten Starterbatterien aus dem Bergwerk gefördert wurde? „In den Fünfzigerjahren“, betont Vertriebs- und Marketingleiter Franz Märzinger bei einem Besuch im Werk in Linz-Leonding. Die Batterie-Industrie ist stolz auf den vorbildlichen Recycling-Kreislauf: 99 Prozent sind es, mehr als bei Papier oder Glas. Noch eine Zahl, die aufhorchen lässt: Die fünf größten europäischen Hersteller decken 90 bis 92 Prozent des europäischen Banner-Geschäftsführer Mag. Thomas & Andreas Bawart Marktes ab: Banner pendelte in den vergangenen Jahren stets zwischen den Plätzen 3 und 5. Vor allem für die kleineren Batterie-Hersteller (etwa 2 Dutzend) sieht die Zukunft alles andere als gut aus, schätzt man bei Banner.

„Wir befürchten auch durch die zunehmende Zahl an Elektroautos kein Ende der Bleibatterie.“

Ziel sind 6 Millionen Batterien pro Jahr Seit 60 Jahren ist Banner (ursprünglich in Rankweil gegründet) am derzeitigen Firmensitz. Durch Umund Zubauten schafft man es derzeit, pro Jahr 4,5

72

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Millionen Starterbatterien zu produzieren. Eine beachtliche Zahl, denn in Europa werden jährlich rund 65 Millionen Stück benötigt, 48 Millionen davon für das Nachrüstgeschäft (700.000 in Österreich). Dennoch hat Banner noch nicht jene Größe erreicht, die das Überleben langfristig absichert: In den vergangenen Jahren wurden mehr als 50 Millionen Euro investiert, weitere 15 bis 20 Millionen Euro sind für den nächsten Schritt bereitgestellt. „Das Ziel sind 6 Millionen Stück in 5 Jahren“, sagt Märzinger: „Und wir glauben, dass wir das schaffen können.“ Gedanken über eine Teilverlagerung der Produktion müsse man sich erst in etwa sieben Jahren machen.

„Batterien nie zu billig verkaufen“ Dass das Geschäft mit Blei-Säure-Batterien durch Elektroautos gefährdet ist, glaubt man bei Banner nicht. „Jedes Fahrzeug braucht eine Bord-Batterie, die in den meisten Fällen Blei-Säure sein wird – wenn auch etwas kleiner als bisher“, sagt Christian Zenger, Leiter für Technische Schulungen bei Banner, und zeigt auch gleich jenes Exemplar, das beim BMW i3 verbaut wird. Natürlich hilft es im Nachrüstgeschäft, wenn Banner Hersteller wie VW, Audi, BMW, Seat, Skoda, Suzuki, Mercedes oder Porsche beliefert. Die drei wichtigsten Banner-Tipps für Werkstätten: „Bei energieintensiven Arbeiten nicht auf die Ladeerhaltung vergessen. Batterien nie zu billig verkaufen. Und niemals Batterien unter 12,5 Volt einbauen.“ •


GEWERBE

Rasch umsteigen Mit Ende des Jahres läuft die lokale Version der Elektronischen Begutachtungsverwaltung (EBV) aus, die Zukunft ist webbasierend.

M

it Erscheinen dieser Ausgabe sind rund zwei Drittel der knapp 6.000 §-57a-Betriebe bereits auf EBV 7.1, besser bekannt als EBV2017, umgestiegen“, erklärt Harald Habacher, Leiter Automotive Projekte beim Österreichischen Wirtschaftsverlag. Die restlichen Anwender sollen in Kürze von der neuen Version überzeugt werden. „Ab 2.1.2018 können mit der alten Version keine Gutachten mehr erstellt werden“, so Habacher. Dafür habe man die Betriebe bereits mehrmals per Mail informiert und zumindest einmal angerufen. „Das wurde zuletzt noch intensiviert.“ Das Team der Hotline wurde für die heiße Phase verdreifacht. „Wir stehen bei Bedarf zur Verfügung, obwohl bislang über 90 Prozent der Anwender problemlos selbstständig auf die neue Version umgestiegen sind.“

Bekannte Bedienung im modernen Kleid: EBV2017

Weitere Lösungen im Werkzeugkasten

Harald Habacher, Leiter Automotive Projekte beim Österreichischen Wirtschaftsverlag

biti

Die Zukunft ist jetzt Ein hochauflösender Winkelsensor kommt als zentraler Bestandteil des Lidar-Systems Valeo Scala im neuen Audi A8 zum Einsatz.

E

rstmals sei damit ein Fahrzeug mit Funktionen der Autonomiestufe 3 ausgerüstet, das selbstständig und ohne ständige fahrerseitige Überwachung mit 60 km/h auf einer zweispurigen Straße fahren könne, die durch einen Mittelstreifen getrennt ist, teilt der Hersteller NTN-SNR mit. Die rotierenden

Bei Autonomiestufe 3 braucht der Fahrer das System nicht dauernd zu überwachen; der Fahrer muss allerdings bereit sein, jederzeit wieder die Führung über das Fahrzeug zu übernehmen

Die neue EBV bietet neben dem Vorteil der webbasierenden Variante mit automatischen Updates und automatischer Speicherung auch den Zugang zu weiteren Softwarelösungen. „Mit dem Werkzeugkasten bieten wir den EBV-Anwendern interessante Lösungen für den Kfz-Bereich“, so Habacher. Dazu zählen mit easyKFZ eine einfache Werkstattsoftware, das Serviceprogramm FixDrive sowie asanetwork-Lösungen. • (GEW)

Spiegel des Lidar-Systems erfassen das von Objekten reflektierte Licht und erzeugen somit ein Abbild der Fahrzeugumgebung. Dabei misst der von NTNSNR entwickelte Winkelsensor die Bewegung der Objekte, wie der Hersteller verspricht „mit großer Genauigkeit“. Valeo Scala sei das erste Lidar-System, das eine derartige Funktionalität und Leistung zu einem für die Serienproduktion erschwinglichen Preis biete. Als Entwicklungspartner positioniere sich NTNSNR damit als Mechatronik-Unternehmen mit einer Lösung, die in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle spielen dürfte. Weitere Autohersteller hätten bereits ihr Interesse an diesem System bekundet und testen die Lösung von Valeo.

Bedeutender Wachstumstreiber Mit Beginn der Serienproduktion im Jahr 2017 und bei einer ab 2019 geplanten Stückzahl von mehr als 150.000 Einheiten wird die von NTN-SNR für das Lidar-System von Valeo entwickelte Technologie zu einem bedeutenden Wachstumstreiber, zumal weitere Abnehmer ihr Interesse bekundet haben. • (DSC)

AUTO & Wirtschaft 12/2017

73


NEUE PRODUKTE

Vollautomatisch Für ein einfacheres und effizienteres Klimaservice hat Bosch unter der Marke Robinair neue Geräte auf den Markt gebracht, die vollautomatische Serviceabläufe an Klimaanlagen mit den Kältemitteln R134a und R1234yf ermöglichen. Die neuen Klimaservicegeräte arbeiten vollautomatisch. Der Werkstattmitarbeiter wird bei Bedienung und Überwachung über das 7-Zoll-Farbdisplay unterstützt und erhält Anweisungen für die Vorbereitung der Servicearbeiten und zum Wartungsprozess. Robert Bosch AG; www.bosch.at

Neue Schleifmittel Mit dem neuen Schleifmittel 3M Flexible Feinschleifscheiben und 2 neuen Sets zur Karosseriebearbeitung hat 3M sein Angebot für Autoreparatur-Werkstätten erweitert. Die Feinschleifscheiben eignen sich sowohl für den Trocken- als auch Nassschliff und können händisch oder maschinell eingesetzt werden. Überzeugen sollen ihre enorme Standzeit und ihre hohe Abtragsleistung. Durch ihren äußerst flexiblen Schaumstoffrücken, der ein Durchschleifen vermeidet, ist hohe Prozesssicherheit gewährleistet. Verfügbar sind die Durch-

Ölfilter für beliebte LCV Für die meistverkauften Leichtnutzfahrzeuge Europas – den Ford Transit, inkl. Ford Transit 2.2 TDCi (2014) 260 2.2. TDCI, Custom Transit und Tourneo 2.2. TDCi – hat die Sogefi Group einen Ölfilter, entsprechend den modernen OEM-Bedürfnissen, entwickelt. Zum Einsatz kommt der Ölfilter auch im Peugeot Boxter III 2.2. HDi und Citroën Jumper 2.2. HDi. Sogefi Group; www.sogefigroup.com

74

AUTO & Wirtschaft 12/2017

messer 77, 125 und 150 mm – jeweils in unterschiedlichen Körnungen. Bei den neuen Sets zur Karosseriebearbeitung handelt es sich um das 3M Roloc Pistolenschleifer-Set sowie das 3M Feilenbandmaschinen-Set. Werkstätten erhalten hiermit leistungsstarke Maschinen für die Karosseriebearbeitung inklusive hochwertiger Schleifmittel der Marken Cubitron II und Scotch-Brite. Geliefert wird im praktischen Aufbewahrungskoffer zu attraktiven Aktionspreisen. 3M Österreich GmbH; www.3m.com/at

Nachfolger präsentiert Einen einfacheren, schnelleren und präziseren Service für Automatikgetriebe an Pkws und Transporter verspricht Mahle Service Solutions den Werkstätten – nach der erfolgreichen 1. Generation an Servicegeräten für Automatikgetriebe – mit seinem neuen ATX 180, dem ersten Modell der neuen Generation. Über den ATX-Guide wird der Mechaniker durch den Service geführt. Für ein Schnellservice können auch einzelne Schritte wie Reinigung oder Spülung manuell angewählt werden. Mahle International GmbH; www.mahle.com

Lichtstreifen zum Selberkleben Seine LEDambient-Familie hat Osram um selbstklebende LED-Streifen (Osram LEDambient Interior Strip Kit) erweitert. Diese werden am Wunschort wie Kofferraum, Kabine eines Wohnmobiles oder an der Ladefläche eines Nutzfahrzeuges angebracht und sorgen mit einem hellen Weiß für optimale Sichtverhältnisse. Die Lichtstreifen mit 90 LEDs – mit 12 W und 4500 Kelvin Farbtemperatur – sind 1,5 m lang und können auf die erforderliche Länge gekürzt werden. Ein Kit besteht aus jeweils 2 Lichtstreifen. Osram GmbH; www.osram.at


Marktanteil steigt

Leichter laufen

Seine Stellung als Zulieferer der Renault-Nissan-Group festigt UFI Filters. Nun wird auch der neue Nissan Qashqai 1.6 dCi mit Dieselfilter mit DFM-Technologie ausgestattet, aber auch für den Nissan X-Trail und Renault Kadjar werden Filter mit DFM-System geliefert. Mit dem steigenden Einsatz in der Erstausrüstung erhalten die Filter auch für den Aftermarket immer mehr an Bedeutung. UFI Filters spa; www.ufifilters.com

Speziell für Fahrzeuge asiatischer und amerikanischer Marken hat Liqui Moly sein „Special Tec AA 5W-30“ auf den Markt gebracht. Da es vor allem den Anforderungen asiatischer Hybridfahrzeuge entspricht, wurde auf dem Öletikett der 1- und 5-Liter-­ Kanister ein eigenes, neu geschaffenes Piktogramm angebracht. Erhältlich ist das Öl in 1-, 5- und 20-Liter-Kanistern sowie im 205-Liter-Fass. Liqui Moly GmbH; www.liqui-moly.at

Retter in der Not Um defekte Torx-Schrauben einfach und sicher lösen zu können, bietet KS Tools einen Spezial-TX-Schrauben-Ausdreher-Satz an. Dadurch soll den Werkstätten der Alltag erleichtert und effizientes Arbeiten ermöglicht werden. Dabei wird mit einem speziellen linksdrehenden Schneidgewinde mit konisch zulaufenden Schneiden ein kleineres Gewinde in die kaputte Schraube gefräst. Durch Weiterdrehen – Werk-

zeug und Schraube haben sich verbunden – lässt sich die Schraube nun einfach entfernen. Das 18-teilige Set enthält weiters Bits für TX-Schrauben, einen magnetischen Schnellwechsel-Bithalter sowie den 1/2"-Stecknussadapter und wird in einer stabilen Kunststoffbox geliefert. KS Tools Werkzeug-­ Maschinen GmbH; www.ks-tools.at

Nun für Opel Insignia Seit Kurzem bietet Schrader seine OE-Sensoren für den Opel Insignia MY2017 nun auch für den Aftermarket an. Die Snap-in-Faraday-Sensoren sind bereits über den Großhandel erhältlich. Schrader, ein Unternehmen von Sensata Technologies, fertigt für namhafte Automobilhersteller Originalteile und kann damit auch dem Aftermarket ein Höchstmaß an Originalqualität garantieren. Schrader International GmbH; www.sensata.com

Intelligent gesteuert Mit seinem Innenraumluftfiltersystem „FreciousSmart“ verspricht Mann+Hummel in Elektroautos optimale Luftqualität für die Fahrzeuginsassen und eine Erhöhung der Reichweite. Dabei wird etwa die Klimaanlage hauptsächlich im Rezirkulationsmodus betrieben, um Energie zu sparen. Über Sensoren wird die Qualität der Innen- und Außenraumluft analysiert. So etwa im Innenraum die CO2-Konzentration, die relative Feuchtigkeit und die Partikelkonzentration. Steigt der CO2-Anteil über eine kritische Schwelle, wird die Außenluftzufuhr erhöht. Auf Basis der Außenwerte wird die erforderliche Filtration festgelegt. Mann+Hummel International GmbH & Co. KG; www.mann-hummel.com

AUTO & Wirtschaft 12/2017

75


Heißes Eisen Unternehmensnachfolge

Wetzer verlässt Messe Ing. Andreas Wetzer, seit 1996 Messeleiter von Reed Exhibitions Messe Salzburg, verlässt mit Ende Februar 2018 den Messeveranstalter mit unbekanntem Ziel. Über seine weitere berufliche Zukunft gibt er keine Auskunft. Seine Nachfolge als Messeleiter soll kurzfristig geklärt werden.

Neubesetzungen bei Fiat Nach der Übernahme der Geschäftsführung von FCA Austria durch Mag. Stefan Kappacher (siehe Interview Seite 22) und dem Wechsel von Mag. Markus Wildeis in die Zentrale nach Turin wurden nun weitere Personalentscheidungen getroffen: Daniel Jäger (l.) wurde Sales Director bei Fiat und Abarth, Mag. Oliver Mandl (M.) ist Marketing Director dieser beiden Marken. Bei Jeep und Alfa Romeo ist Rudolf Vogelsberger (r.) interimistischer Sales Manager; die Position wird 2018 nachbesetzt.

„Die Business School der Fachhochschule Kufstein bietet ihren LehrgangsteilnehmerInnen und Studierenden eine praxisorientierte Ausbildung“, sagt die Leiterin Programm-Management der Automotive Management-­ Mag. Diane Freiberger, MBA Lehrgänge Diane Freiberger. „Ganz besonders legen wir Wert darauf, Trendthemen zu behandeln, die relevant für die Branche sind.“ Zweifelsohne ist die Unternehmensübergabe ein solches Thema: Oft unterschätzt und gern auf die lange Bank geschoben, kommt es dann überraschender, als es eigentlich nötig wäre. Fachreferent zum Thema Nachfolge ist Prof. (FH) DDr. Mario Situm, ein ausgewiesener Experte, wenn es um die Regelung der Übergabe der Geschäftsführung in KMUs und Familienunternehmen geht. Situm leitet den Studiengang Unternehmensführung an der FH und referiert im Automotive-Manager-Lehrgang. Er steht auch Teilnehmern des Executive-MBA-Lehrgangs zur Verfügung, die das Thema Prof. (FH) DDr. Mario Situm ­vertiefen wollen. •

Foto: Mag. Michael Holub

Aufstieg für Pletzer Seit 1. November ist Helmut Pletzer (B.) neuer Präsident von Suzuki Austria; mit 1. Jänner wird der bisherige Deputy Managing Director (stv. Geschäftsführer) auch Geschäftsführer, da Teruo Katakawa in die Zentrale nach Hamamatsu (Japan) zurückkehrt.

carplus verstärkte Team Andreas A. Vancura (50) ist seit November neu im Team von carplus: Er ist als Landesleiter für die Betreuung der Händlerpartner in Niederösterreich Nord zuständig und berichtet an Vertriebsleiter Olaf Helfer.

Ausgabe: 12/2017, 30. Jahrgang; Cover-Werbung: carplus; Medieninhaber, Anzeigenverwaltung: A&W Verlag GmbH (FN 238011 t), 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16, T: +43 2243 36840-0, F: +43 2243 36840-593, E: redaktion@autoundwirtschaft.at, I: www.autoundwirtschaft.at; Verleger: Helmuth H. Lederer (1937–2014); Herausgeber: Gerhard Lustig, DW 527, M: +43 664 8229485, E: lustig.gerhard@autoundwirtschaft.at; Geschäftsführung: Stefan Binder, MBA, DW 522, M: +43 664 5285661, E: binder.stefan@autoundwirtschaft.at; redaktioneller Verlagsleiter B2B: Prok. Gerald Weiss, DW 593, M: +43 6642359044, E: weiss.gerald@autoundwirtschaft.at; Chefredaktion: Mag. Heinz Müller, DW 523, M: +43 664 8221660, E: mueller.heinz@autoundwirtschaft.at; Redaktion: Dr. Nikolaus Engel, DW 525, M: +43 664 8493231, E: engel.nikolaus@autoundwirtschaft.at; Mag. Bernhard Katzinger, DW 591, M: +43 664 1244870, E: katzinger.bernhard@autoundwirtschaft.at; Matthias Pilter, DW 579, M: +43 664 88368584, E: pilter.matthias@autoundwirtschaft.at; Dieter Scheuch, DW 575, M: +43 664 2359052, E: scheuch.dieter@autoundwirtschaft.at; redaktionelle Mitarbeit: Prof. Dr. Willi Diez, Dr. Friedrich Knöbl, Katja Müller-Happe; Anzeigenmarketing: Uschi Ernst, DW 529, M: +43 664 8222224, E: ernst.uschi@autoundwirtschaft.at; Alexander Keiler, DW 521, M: +43 664 8229487, E: keiler.alexander@autoundwirtschaft.at; Werner Ecker, DW 520, M: +43 664 88368591, E: ecker.werner@autoundwirtschaft.at; Hbv. und Leitung Administration: Annemarie Lust, DW 597, M: +43 664 8229479, E: lust.annemarie@autoundwirtschaft.at; Grafik: graphics – A. Jonas KG, 3400 Klosterneuburg, Inkustraße 16, T: +43 2243 36840-594, E: jonas.alexander@autoundwirtschaft.at; Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, 3580 Horn, Wiener Straße 80; Bezugspreis: Jahresabonnement (11 Ausgaben) Inland: ¤ 68,– exkl. 10 % MwSt, (Einzelpreis Inland: ¤ 8,– inkl. 10 % MwSt); Ausland: ¤ 85,–; Bankverbindung: Bank Austria, UniCredit Group, BLZ 12000, Konto-Nr. 51844 097 901, IBAN = AT63 1200 0518 4409 7901, BIC = BKAUATWW, UID = ATU57361312; Gerichtsstand: LG Korneuburg; verbreitete Auflage: 12.500 Stück; Erscheinungsweise: monatlich (Juli/­August Doppelnummer) mit Supplements laut Mediadaten 2017; grundlegende Richtung: unabhängige Fachzeitschrift für alle, die vom Kraftfahrzeug leben; Manuskripte: Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Sie werden nur retourniert, wenn Rückporto beiliegt. Schwesterpublikationen Österreich: AUTO BILD Österreich, AUTO-Information, AUTO-info4you, FLOTTE & Wirtschaft, 4wd + ALLRADKATALOG, FAMILIENAUTOS, automotive GUIDE; Schwesterpublikationen Schweiz: AUTO&Wirtschaft Schweiz, AUTO BILD Schweiz, aboutFLEET www.4wd.co.at

Der elektronische Informationsdienst für die österreichische Automobilbranche

ALLRAD LIFESTYLE ABENTEUER


menschen

Oldtimer um Mit ihrer Studie „Oldtimer in Österreich – Einstellung zu histo-

rischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung“ erhob Telemark Marketing im Auftrag von Mag. Christian Schamburek,

dass rund 96.000 Österreicher einen Oldtimer besitzen und diese einen Bestandswert von 3,7 Milliarden Euro haben. Die wirtschaft-

liche Bedeutung der Oldtimerbranche wird mit 690 Millionen Euro beziffert – einbezogen werden direkte und indirekte Ausgaben. 50 Prozent der Fachbetriebe rechnen mit steigenden Umsätzen.

Kfz-Bestand in Wien gestiegen

Der ARBÖ wies darauf hin, dass der Fahrzeugbestand in Wien steige und „sinkende Kfz- Zulassungszahlen der Wunschtraum so mancher Öko-Aktivisten“ seien. So habe der Pkw-Bestand in Wien seit dem

Jahr 2012 von 679.492 bis zum Jahr 2016 auf 692.847 Stück zugelegt. Auch der Gesamt-Kfz-Bestand sei gestiegen.

Opel Wien feierte 35-jähriges Firmenjubiläum

Unter dem Motto „Drehmomente – von Menschen, Getrieben und Motoren“ feierten rund 3.500 Gäste das 35-jährige Bestehen des Werks in Wien-Aspern. Sie nutzten

Aufgrund der guten Auftragslage am Fahrzeug-Auftragsfertigungs-

standort von Magna in Graz errichtet der Automobilzulieferer eine zweite Lackiererei im 75 km entfernten Maribor in Slowenien. Der Start zum Bau des neuen Standorts, in den Magna über 86 Millionen Euro investiert, ist bereits erfolgt. Bis Ende 2018 soll

der Bau des Werkes beendet sein. Die Aufnahme des Betriebs der Anlage ist für Anfang 2019 geplant. Auch das Recruiting der etwa

400 neuen Mitarbeiter hat bereits begonnen. Die große Nachfrage nach Entwicklung und Auftrags-

fertigung durch BMW, Mercedes-Benz und Jaguar Land Rover

Neu bei Lucky Car

Kia mit neuem Europa-Chef Yong Kew Park (l.) ist neuer Präsident von Kia Motors Europe in Frankfurt: Er hat zuvor das Russland-Geschäft von Kia verantwortet. Park folgt auf Ho Sung Song, der zum Executive Vice President der neu gegründeten Global Operations Division am Kia-Hauptsitz in Seoul ernannt wurde.

CarGarantie-Vorstand Seit 1. November ist Wolfgang Bach neues Vorstandsmitglied der CG Car-Garantie Versicherungs-AG in Freiburg: Er ist im Vorstand für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktcontrolling, IT und Human Resources verantwortlich.

ischen Herstellervereinigung ACEA

„Die Grundfunktionen, die täglich gebraucht werden, müssen nach der Einweisung sitzen.“ Vertriebsleiter Gregor Pülzl, Loco-Soft

„Für uns sind die entscheidendsten Vorteile der direkte Einkauf bei der Industrie und das praktische ATP-Lager in Amstetten.“ Schmutzer/Baden

Werks zu werfen.

Ing. Christian A. Rotter ist neuer Marketingleiter von Lucky Car: Ziel ist es, gemeinsam mit Gründer und Geschäftsführer Ostoja „Ossi“ Matic die geplante Expansionspolitik des Lack- und Karosseriespezialisten in den kommenden Jahren in Österreich weiterzuführen.

Aus einer Studie der europä-

Alexandra Schmutzer, Autoteile

die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des

Mit Anfang November wurde die Konzernkommunikation bei Reed Exhibitions Österreich neu geregelt: Oliver John Perry (l.) ist als Director Public Affairs für die PR-Agenden in Wien, Salzburg und Düsseldorf zuständig; Paul Hammerl (r.) verantwortet als Director Brand PR unter anderem die PR-Arbeit der 30 Messethemen in Österreich und des Gastveranstaltungsgeschäfts in Wien.

Mag. Bernhard Katzinger

Ich wär’ so weit, und ihr? Die Sache mit der Zeitumstellung ist für uns von der schreibenden Zunft eine Art Volksfest. Zuverlässig zweimal jährlich lassen wir wortreich die armen Stalltiere zu Wort kommen, die plötzlich zur Unzeit gemolken/gefüttert werden, dazu jet-gelaggte Schulkinder, gestresste Uhrensammler, Ökonomen, Ökologen und auch sonst allerhand Wissende, immer in möglichst katastrophenschwangeren O-Tönen. Hier der meine: Zweimal im Jahr sickern in mein sonst recht fortschrittsgläubiges Weltbild gewaltige Zweifel an der angeblich schon ums nächste Eck hervorlugenden Technologie, die uns autonomes Fahren ermöglicht. Dann nämlich, wenn sich der hochgezüchtete Rechner in so manch nagelneuem Testfahrzeug weigert, selbstständig auf Sommer- bzw. Normalzeit umzustellen. Wie dieser Tage das Elektronengehirn des neuen Opel Crossland-X. Ist das Absicht, liebe Ingenieure, passiver Widerstand gegen die vermeintliche Unsitte der „Daylight Savings Time“? Gut und schön, aber wie kann von mir erwartet werden, mein Leben einem System anzuvertrauen, das an der simplen Aufgabe scheitert, zweimal im Jahr die Uhr vor- bzw. zurückzustellen?

Betrifft: „Oldtimer um 3,7 Mrd.“ in „AUTO & Wirtschaft“ 11/2017, S. 36

Lieber Herr Dr. Engel, vorab besten Dank für die positive Erwähnung der aktuellen Oldtimer-Studie. Aus meiner Sicht war diese Studie eine längst überfällige Aktion, um die wahre wirtschaftliche Bedeutung des gesamten Oldtimer-Business in Österreich zu Magna: 2. Lackiererei ­erheben. Der Ordnung halber wäre aber schon festzuhalten, dass Herr Mag. Schambu2019 rek zwar in überaus engagierter Weise die Umfrage begleitet hat, aber der wahre Auftraggeber der im heurigen Jahr neu installierte Dachverband „KHMÖ“ (Kuratorium Historische Mobilität in Österreich) war. Und dieser Dachverband wurde für die Erstellung dieser Studie von einer Reihe namhaften österr. Institutionen, wie z. B. ÖAMTC, ARBÖ, WKÖ, Bundesinnung KFZ-Techniker, Bundesgremium Fahrzeughandel und und und, auch in finanzieller Richtung tatkräftig unterstützt. Mit den besten Grüßen Komm.-Rat Franz R. Steinbacher SV für das Kraftfahrwesen 2120 Wolkersdorf

3,7 Mrd.

Kommunikation bei der Reed Messe

Die ältesten Autos fahren im Schnitt auf den polnischen Straßen (17,2 Jahre), aber auch die baltischen Länder und Rumänien liegen bei 15+.

Leserbriefe

„Automobilhändler mit Zukunft sollten ihren Kunden die Autoanschaffung so einfach wie möglich machen und alles beseitigen, was den Kauf verkompliziert.“ Dr. Konrad Weßner, puls Marktforschung

hat für eine gute Auslastung des Werkes in Graz gesorgt.

36

AUTO & Wirtschaft 11/2017

Sehr geehrter Herr Komm.-Rat Steinbacher, vielen Dank für Ihr Feedback auf A&W 11/2017, wobei ich klar zum Ausdruck bringen möchte, dass ich mir das Federl dieses Artikels nicht an den Hut heften kann, da ich daran nicht beteiligt war! Hiermit darf ich Sie aber auf den von mir verfassten Beitrag in der AUTO-Information 2391/Seite 10 hinweisen, in dem alle Beteiligten vorkommen, da ich weiß, dass dies bei dieser Umfrage eine besondere Rolle gespielt hat. In diesem Zusammenhang darf ich aber erwähnen und damit alle, die sich diese Aufzählung ersparen, in Schutz nehmen, dass bereits die Erwähnung aller – unbestritten alle wichtigen – Beteiligten bereits 6 Zeilen des Artikels benötigt: Eigentlich aber sollte doch das erfreuliche Resultat der Umfrage den Hauptinhalt bilden. So bitte ich – auch für den Kollegen, der den Artikel in A&W geschrieben hat – um Ihr Verständnis! Unser aller Dilemma in diesem Zusammenhang ist, dass man nun natürlich die ursprünglichen Protagonisten, die Oldtimer-Dachverbände AMV und ÖMVV eigentlich, da haben Sie vollkommen Recht, zusätzlich erwähnen müsste, dass diese nun in der gemeinsamen Plattform (ich glaube, das war der ursprünglich für die AMV/ÖMVV-Kooperation verwendete Ausdruck?) KHMÖ als gemeinsamer Auftraggeber auftreten. Leichter ist es also dadurch nicht geworden, denn – Sie kennen die Verbände, nachdem Sie jetzt Funktionär des KHMÖ sind, viel besser als ich – erwähnt man deren Identitäten nicht, werden sie auch nicht so recht zufrieden sein. Insofern ist es schwierig, allen gerecht zu werden! Bitte um Ihr Verständnis für uns „Schreiberlinge“, aber beim nächsten Mal (wenn hoffentlich nicht so viele Beteiligte zu berücksichtigen sind!) wird alles besser! Mit herzlichem Gruß Dr. Nikolaus Engel Chefredakteur AUTO-Information A&W Verlag GmbH, Klosterneuburg

AUTO & Wirtschaft 12/2017

77


SCHLUSS mit Lustig Vorsicht, Sackgasse! D

as Autoabsatzjahr 2017 stand im Fadenkreuz der Mobilitätsveränderer, dynamisiert durch den von Volkswagen heraufbeschworenen „Dieselskandal“. Trotzdem und bei allen ideologisch motivierten Einschränkungen und Teuerungen wird der Autohandel über 350.000 (!) Pkw-Neuzulassungen bejubeln. Davon über 50.000 großteils unverkaufte Tageszulassungen und auch noch welche aus dem Jahr zuvor. Sie lesen richtig! Damit verknüpft sich eine unvereinbare Argumentationslogik, mit der der Autohandel weiter politisch wenig ausrichten kann.

Die „Datenschutz-Grundverordnung“ ab 25. Mai 2018 erfordert aufwendige organisatorische Vorarbeiten zur Abklärung der Kundenwünsche im Hinblick auf Datenverwendung! Das BG Fahrzeughandel erarbeitet ein entsprechendes Datenschutzblatt! Auf Kongressen und Messen reden sich inzwischen Autohersteller die digitalisierte Mobilitätswelt herbei, während ihre Händler profan in kostspielige Markenstandards investieren dürfen, nur um ihre Verträge zu behalten. Bedenkt man die zehnjährige Abschreibedauer, kann man sich ausrechnen, was sich in dieser Zeit die Hersteller an neuen Vertriebsstrategien einfallen lassen, um ihre Absatzpartner nicht zu groß werden zu lassen. • 2018 wird sich weisen, wie neue Vermarktungsformen die Gesellschaft zum Besseren verändern können, wie sich propagierte soziale Marktwirtschaft gegen fortgesetzte Globalisierung behaupten kann. Auch diese Transformation wird stattfinden müssen, will unsere Wirtschaft nicht kollabieren. • Indes werden weiter sinkende Margen den Konsolidierungsprozess im Autohandel treiben, gleichzeitig werden die Verkaufsstückzahlen auf dem Papier hoch gehalten. Österreichs Importeure prognostizieren sich 2018 jetzt schon über 320.000 Neuzulassungen. Mit dem Service wird also weiter das Kerngeschäft, der Verkauf von Autos, befeuert. • Im Zusammenwachsen neuer Geschäftsmodelle mit bislang unbekannten Marktgrößen, wo es um den Einfluss auf die Daten geht, kann Österreichs Fahrzeugwirtschaft vorneweg wenig ausrichten.

78

AUTO & Wirtschaft 12/2017

Sie kann sich jedoch in kleinen wendigen Schritten ihren Teil vom Kuchen sichern, denn bei aller unser künftiges Leben beeinflussenden künstlichen Intelligenz bleibt der persönliche vor Ort gelebte Kontakt zum Kunden unverzichtbar. • Schneller, wendiger, cleverer sein. Das ist die Chance, die unseren mittelständisch geprägten Unternehmertyp vor wachsender, unliebsamer, härtester Konkurrenz schützen kann. • Mit unseren Besten der Branche gestalteten Automedien werden wir auch 2018 diesen Prozess medial begleiten. Darin Missstände, aber auch Chancen aufzeigen, damit unsere Kfz-Branche in Österreich nicht zur gefügigen Masse fremder Mächte wird! 2018 kann also kommen, Ihr


Gezielte

POWER im richtigen MOMENT.

NGK GLÜHKERZEN // Extrem belastbar Vom Herausforderer zur Nr. 1 in der Erstausrüstung und im Aftermarket. Dauerleistung für langlebige und saubere Power. w w w.ngkntk.de


www.volkswagen.at

Raumfahrzeug.

Der neue Tiguan Allspace. Mit flexiblem Raumangebot und bis zu 7 Sitzen. Der neue Volkswagen SUV bietet optional mit bis zu 7 Sitzplätzen Raum für alle und alles. Als charismatische Alternative zu einem Van erschließt der Tiguan Allspace das Segment zwischen dem bekannten „klassischen“ Tiguan und dem Oberklasse-Geländewagen Touareg. Besonders für Familien werden dank seines großzügigen Ladevolumens von bis zu 1.920 Litern Räume wahr. Jetzt bei Ihrem Volkswagen Partner.

Wir bringen die Zukunft in Serie. Kraftstoffverbrauch: 4,9 – 8,1 l/100 km. CO2-Emission: 129 – 185 g/km. Symbolfoto.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Auto & Wirtschaft 12/2017 by A&W Verlag GmbH - Issuu