Mehr Kapazität und Sicherheit für die Fernwärme im Wipptal
Das Areal rund um das neue Biomasseheizwerk „Werk 2“ ist funktional gegliedert und ermöglicht einen geordneten Betriebsablauf.
Die Nachfrage nach Fernwärme im Wipptal wächst stetig. Mit Werk 2 setzt die Thermo Wipptal AG einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Energieversorgung.
In den vergangenen Jahren hat sich die Fernwärme im Wipptal zunehmend etabliert. Immer mehr Haushalte, Betriebe und ö entliche Ein-
richtungen setzen auf eine zentrale Wärmeversorgung. Die ermo Wipptal AG hat diese Entwicklung früh erkannt und ihr Netz stetig er-
weitert. Gleichzeitig stieß das bestehende Heizwerk zunehmend an seine Leistungsgrenzen.„DiebestehendeAnlagein Wiesenkonntedensteigenden
Wir danken der Thermo Wipptal AG für das Vertrauen!
Dr. Ing. Ivan Stuflesser
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Foto: Thermo Wipptal AG
Ein Blick in das Innere der Anlage zeigt Rohrleitungen, Wärmerückgewinnung und weitere technische Komponenten, die für die Erzeugung und Verteilung der Wärme sorgen.
Wärmebedarf nicht mehr vollständig abdecken, weshalb Werk 2 notwendig wurde –auch um den Einsatz fossiler Spitzenlastkessel zu reduzie-
ren“, erklärt der Präsident der ermo Wipptal AG, Andreas Leitner.
Nach dem Baustart im Jahr 2024 konnte die Anlage Ende
2025 fertiggestellt werden. Bereits im Herbst wurde die Anheizphase erfolgreich abgeschlossen, bevor ab Dezember die endgültige Einspeisung
der Wärme in das bestehende Fernwärmenetzerfolgte.
Leistungsstarke Technik auf dem neuesten Stand In einem Heizwerk greifen mehrere Prozesse ineinander. „Der Betrieb eines Heizwerks umfasst die Brennsto ogistik, die Steuerung der Feuerungsanlage,dieVerteilungderWärmeimNetzsowiediekontinuierliche Emissionskontrolle undWartung“,erklärtLeitner.
Im Zentrum der neuen Anlage steht ein Biomassekessel mit einer Leistung von 8 Megawatt. Der Kessel wird automatisch mit Hackgut befüllt, das als Brennsto für die Wärmeerzeugung dient. Dadurch isteinkontinuierlicherBetrieb derAnlagemöglich.
„Werk 2 entspricht dem neuesten Stand der Technik und zeichnet sich durch eine höhere E zienz, verbesserte Emissionsreduktion und eine weiterentwickelte Automatisierungaus“,soLeitner.
DerFeuerungsanlageistein Elektro lter zur Staubreduktion nachgeschaltet. Anschließend durchlaufen die Abgase eineAnlagezurWärmerückgewinnung (Economiser) sowie eine Entschwadungsanlage. Dadurch kann ein Teil der im Rauchgas enthaltenen Energie zusätzlichgenutztwerden.
Ergänzt wird die Anlage durch Pu erspeicher, die einen gleichmäßigen Betrieb unterstützen und die erzeugte Wärme zwischenspeichern. Diesträgtdazubei,dieWärme bedarfsgerecht in das Fern-
wärmenetz einzuspeisen. Die anfallende Holzasche wird über eine Austragungsanlage in geschlossene Container befördert.
Ein funktional gegliedertes Areal
Die neue Anlage be ndet sich im Bereich der Jaufenstraße und ist über die bestehende Straße zum Gewerbepark erreichbar. Das Areal ist so gestaltet, dass Anlieferung und Betrieb geordnet abgewickelt werdenkönnen.
Im nördlichen Bereich bendet sich die Lagerhalle, im südlichen Teil das Biomasseheizwerk mit den erforderlichenTechnikräumenundPufferspeichern.Einumlaufender Fahrstreifen ermöglicht den betrieblichen Verkehr. Ergänzt wirddasArealdurcheineElektrokabinesowieAbstell ächen undGrünbereiche.
Die Lagerhalle wurde mit einer schallgedämmten Holzfassade ausgeführt, das Heizwerk überwiegend in Betonbauweise. Zusätzlich wurde ein Regenwassertank mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern zur Bewässerung derGrün ächenerrichtet.
Mehr Sicherheit für das gesamte Netz
Das neue Biomasseheizwerk erweitert nicht nur die Produktionskapazitäten, sondern dient auch als zusätzliche Absicherung für das bestehende Werk 1. „Werk 2 erhöht vor allem die Versorgungssicherheit im Fernwärmenetz.Durchdiezusätzliche Anlage können Ausfälle überbrückt, Wartungsarbeiten durchgeführt und die LastbesserzwischendenWerken verteilt werden“, betont Leitner.
Zusammenarbeit mit dem Milchhof Sterzing Ein besonderer Aspekt des Projekts ist die Zusammen-
arbeit mit dem Milchhof Sterzing. Dieser be ndet sich in unmittelbarer Nähe zur neuen Anlage und wird
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künftig direkt mit Produktionswärme in Form von Heißwasser versorgt. „Durch die Zusammenarbeit mit dem
Bauphase von Werk 2: Beim Errichten der Anlage kamen unter anderem Betonfertigteile und großvolumige Pufferspeicher zum Einsatz.
Im Biomassekessel, dem Herzstück der Anlage, wird aus Hackgut Wärme erzeugt, die anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist wird.
Fotos: Thermo Wipptal AG
MilchhofkanndieEnergieversorgung von Öl auf Biomasse umgestellt werden, was zu einer deutlichen Reduktion der CO₂-Emissionenführt“,erklärt Leitner.
Die direkte Versorgung des Milchhofs zeigt, wie Energieerzeugung und industrielle Nutzung vor Ort e zient miteinander verbunden werden könnenundwieregionaleBiomassesinnvolleingesetztwird – mit kurzen Transportwegen, nachhaltiger Waldwirtschaft und einem Beitrag zur ReduzierungfossilerEnergieträger.
Netzausbau bis in neue Ortsteile
Parallel zur Errichtung der neuenAnlagewurdeauchdas Fernwärmenetz weiter ausgebaut. Ein Schwerpunkt lag auf der Erweiterung in Richtung Stange, wodurch zusätzliche Gebäude an das bestehende Netz angeschlossen werden konnten. Insgesamt wurden rund vier Kilometer neue Fernwärmeleitungen verlegt.
Das Projekt wurde im Zeitraum von 2023 bis 2025 erfolgreich umgesetzt. Die Gesamtinvestition für dieses
Bei der Montage wurden wichtige Anlagenteile präzise eingebracht und in die Gebäudestruktur integriert.
Netzausbauprojekt betrug rund 4,2 Millionen Euro, wovon rund 1,5 Millionen Euro durch EFRE-Mittel (Europäische Union, Staat und Land Südtirol) ko nanziert wurden.
Heute betreibt die ermo Wipptal AG ein Fernwärmenetz mit einer Länge von rund 65 Kilometern und versorgt 1.178 Stationen. Damit zählt dasUnternehmenzudenzentralen Energieversorgern und ist das einzige Fernheizwerk inSüdtirol,dasgleichdreiGemeinden zuverlässig mit Wär-
me beliefert. „Werk 2 scha t die Grundlage für weiteres Wachstum des Fernwärmenetzes und ermöglicht es, zusätzliche Kunden mit erneuerbarer Energie zu versorgen“, soLeitner.
Investition in die Energiezukunft
Insgesamt wurden rund 12,5 Millionen Euro in den Bau der neuen Anlage Werk 2 investiert. Ö entliche Fördermittel, unter anderem vom Land Südtirol, unterstützten die Realisierung, wobei ein Beitrag
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Bei der offiziellen Eröffnung von Werk 2 (v. l. n. r.): Dekan Andreas Seehauser, Direktor Roberto Borri, Bürgermeister Sebastian Helfer, Verwaltungsrat Peter Mader, Landesrat Peter Brunner, Bürgermeister Stefan Gufler, Verwaltungsrat Kurt Tötsch, Präsident Andreas Leitner, Oberstleutnant Angelo Parano (5. Alpini-Regiment), Carabinieri Hauptmann Francesco Lorenzi, Leutnant Stefano Ammanniti und Carabiniere Salvatore Mongiardo.
von rund 1,2 Millionen Euro auf die Kesselanlage gewährt wurde.
„Das Projekt konnte nur durch die enge Zusammenarbeit vieler Partner, Behörden und Mitarbeiter erfolgreich umgesetzt werden“, betont Leitner. Ein besonderer Dank giltderlokalenPolitikundden zuständigen Behörden für die
Unterstützung und Begleitung des Projekts sowie der Autonomen Provinz Bozen für die FörderungbeimKesselankauf. EbensowürdigtdasUnternehmen die Zusammenarbeit mit den beteiligten Planungsbüros, Firmen und Zulieferern sowie das Engagement der eigenenMitarbeiter.
„Werk 2 ist eine Investition
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