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Radius_Wirtschaft im Wandel_2026

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I.R.

WIRTSCHAFTSMAGAZIN

05

September 2026 mediaradius.it

Olympia 2026 – was bleibt? Wie Südtirol von den Spielen profitiert und was daraus für die Zukunft entsteht

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Foto © Kevin Voigt

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INHALT Info-PR

OLYMPIA 2026 Ein Vermächtnis für Südtirol?

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Raika Ritten, Pillhof/Frangart

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Hofer Group GmbH, St. Christina

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Limendo GmbH, Bozen

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Creatus GmbH, Kaltern

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Anjoka GmbH, Pfalzen

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Happy Saloon, Bozen

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Dasotec GmbH, Tirol

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Konverto AG, Bozen

EDITORIAL Wirtschaft ist ständig in Bewegung. Neue Technologien, Digitalisierung, Fachkräftemangel und veränderte Kundenbedürfnisse fordern Unternehmen heraus und schaffen zugleich neue Mög-

Aktuelles 4

lichkeiten. In dieser Ausgabe von Wirt-

icher durch Olympia – S Auch Dank des Ehrenamtes 5

Größter Sanitätsdienst

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Zwei Jahre Vorbereitung

schaft im Wandel zeigen wir, wie Südtirols Unternehmen mit diesen Veränderungen umgehen. Wir werfen einen

7 Von Bergrettern zu Olympia-Helfern 8

Olympischen Spiele 2026,

Das Allerschlimmste im Fokus

beleuchten Innovationen und

13 Olympia 2026 – Ein Vermächtnis für Südtirol?

EIN HARTER JOB Und ein großer Traum

21 Foto © Josef Plaickner

Blick auf die Folgen der

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digitale Entwicklungen und sprechen mit Menschen, die

„Kann Bindungseffekt verstärken“

den Wandel aktiv gestalten.

24 Ein harter Job – und ein großer Traum

Die Beispiele in diesem Magazin machen deutlich: Wer offen für Veränderungen

Rubriken 32

bleibt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Viel

Portrait: Andrea Vötter

Freude bei der Lektüre! Magdalena Pöder

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ANDREA VÖTTER Portrait

IMPRESSUM Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen, Eintrag LG Bozen Nr. 26/01, am 27.11.2001 Chefredakteur: Elmar Pichler Rolle Projektleiterin: Magdalena Pöder

Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, Recycling und kontrollierten Quellen PEFC/18-31-166

www.pefc.org

produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, Athesia Druck GmbH, UW 1492

Verwaltung: Weinbergweg 7 | 39100 Bozen Tel. 0471 081 561

Produktion: Athesia Druck Bozen www.athesiadruck.com

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Vertrieb: Als „Dolomiten“-Beilage und im Postversand

Fotos: Dolomiten-Archiv, shutterstock, verschiedene Privat-, Firmen- und Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen

Verkaufsleitung: Patrick Zöschg

Grafik/Layout: Melanie Vitroler

Redaktion: Dr. Nicole D. Steiner, Edith Runer, ­Florian Mair, Barbara Oberlechner

Art Director: Elisa Wierer Lektorat: Magdalena Pöder

Werbung/Verkauf: Michael Gartner, Markus Hatzis, Siegfried Rungaldier, Isaak Lechner

Foto Titelseite: Oskar Da Riz Druckauflage: 24.000 Stück

Preis: Einzelpreis 2,30 Euro, A+D: 2,90 Euro Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und der angeführten Webseiten. Athesia Druck GmbH hat gemäß Art. 37 der EU-Verordnung 2016/679 (GDPR) den Datenschutzbeauftragten (Data Protection Officer, DPO) ernannt. Die Kontaktaufnahme für jedes Thema in Bezug auf die Verarbeitung der personenbezogenen Daten ist über dpo@athesia.it möglich


4 Nr. 5/2026

AKTUELL

SICHER DURCH OLYMPIA –

AUCH DANK DES EHRENAMTS Sicherheit stand bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina an oberster Stelle: Polizeikräfte verschiedener Einheiten, Berufsfeuerwehr und andere Organisationen waren rund um die Uhr im Einsatz und auf alles vorbereitet. Weißes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr, Bergrettung im AVS und Rotes Kreuz setzten auf das Ehrenamt – und halfen damit den Organisatoren und der öffentlichen Hand, erhebliche Kosten zu sparen.


AKTUELL

Nr. 5/2026 5

Größter Sanitätsdienst Das Weiße Kreuz stand nicht nur bei den Biathlon-Bewerben in Antholz im Einsatz. Auch in Cortina war der Landesrettungsverein vor Ort. Die Skibewerbe der Damen betreute man allein, und auch bei den Paralympics war der Verein ein gefragter Partner.

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it dem Ende der Paralympics ging dann der größte Sanitätsdienst in der Geschichte des Weißen Kreuzes zu Ende. Dass der Verein diesen Dienst überhaupt übernehmen konnte, ist den Freiwilligen zu verdanken. Mehr als 1.200 von ihnen waren im Einsatz. Sie arbeiteten direkt an den Wettkampfstätten in Antholz und entlang der Rennstrecken in Cortina, in den Zuschauerbereichen, in der Polyklinik, im Rettungs- und Krankentransport sowie im Basecamp. Letzteres hatte der Zivilschutz des Weißen Kreuzes zur Verpflegung und Unterbringung aller Einsatzkräfte eingerichtet. An den 31 Renntagen standen täglich mindestens 25 Sanitäterinnen und Sanitäter im Dienst. An den vier Tagen, an denen Rennen in Cortina und Antholz zeitgleich stattfanden, waren sogar mehr als 50 Einsatzkräfte vor Ort. Aber auch während der Trainingstage und bei Veranstaltungen rund um die Spiele war das Weiße Kreuz mit erfahrenen Mitarbeitenden und modernen Rettungsmitteln präsent – etwa bei der Biathlon-Gaudi in Antholz oder bei den Eröffnungs- und Schlussfeiern in Cortina. Rund um die Uhr lief auch der Sanitätsdienst in der für die Spiele eingerichteten Polyklinik in Antholz. Die dort stationierten Rettungsteams rückten rund 100-mal zu Notfällen aus. 39-mal war dabei auch das Notarzteinsatzfahrzeug mit dabei.

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FRAGEN AN … LUKAS INNERHOFER, Koordinator der Olympia-Dienste

Radius: Das Weiße Kreuz bietet seit Jahrzehnten Sanitätsdienste an. War diese Erfahrung für Olympia hilfreich?

Radius: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal einen Sanitätsdienst für Olympia organisieren müssten?

Lukas Innerhofer: Unsere Erfahrung hat uns viel gebracht. Auch die Wettkampfstätten in Antholz und Cortina kannten wir bereits, schließlich leisten wir dort schon seit langer Zeit bei Wettkämpfen Sanitätsdienste. Olympia war für uns aber trotzdem eine neue Realität.

L. Innerhofer: Insgesamt bin ich mit dem Ablauf sehr zufrieden. Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung bringt immer neue Erkenntnisse mit sich. Die parallele Organisation der Sanitätsdienste an den Wettkampfstätten in Antholz und Cortina war eine besondere Herausforderung. Wenn wir nochmals einen Olympia-Sanitätsdienst organisieren würden, könnten wir einzelne Abläufe noch gezielter aufeinander abstimmen. Es hat sich aber gezeigt, dass unsere Organisation auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen sehr gut funktioniert.

Radius: Auf welche möglichen Katastrophensituationen war das Weiße Kreuz bei der Olympiade vorbereitet? L. Innerhofer: Eigentlich auf alles, was man sich vorstellen kann. Zum Glück kam es aber zu keinem großen Schadensfall.


6 Nr. 5/2026

AKTUELL

Zwei Jahre Vorbereitung Gut zwei Jahre Vorbereitung mit Ortsaugenscheinen, Sicherheitschecks, Besprechungen und Briefings liegen hinter den Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehren. Hinzu kamen die Personalsuche, die Verteilung der Funktionen sowie die Einteilung von Diensten und Positionen.

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ur Vorbereitung wurden Übungen durchgeführt: Im ersten Szenario wurden ein Tribüneneinsturz mit Explosion und Brand in der Südtirol Arena angenommen. Das zweite Szenario umfasste einen Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Personen auf der Straße ins Antholzertal. Und während der Spiele waren rund 1.100 Feuerwehrkräfte aus dem Pustertal sowie aus weiteren Bezirken vor Ort. Insgesamt kamen während der Dauer der Spiele rund 14.000 ehrenamtliche Dienststunden zusammen – zusätzlich zu den unzähligen Stunden im Vorfeld der Wettkämpfe. Die Aufgaben umfassten die Koordination der freiwilligen Feuerwehrkräfte, die Mitarbeit in der Gemeindeleitstelle und in der Gesamteinsatzleitung, Parkplatz- und Verkehrsregelung, die Steuerung der Besucherströme, Besucherinformationen, Ersteinsätze und Nachalarmierungen sowie einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst an den Renntagen. Für den Brandschutz in der sogenannten Venue war ein eigenes Team zuständig. Während der Spiele kam es u. a. zu Verkehrsunfällen, medizinischen Notfällen, Suchaktionen, hängengebliebenen Fahrzeugen, Schneedruck sowie zu Bränden.

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FRAGEN AN … PETER HELLWEGER, Bezirksfeuerwehr­ präsident

Radius: War der große Aufmarsch an Wehrleuten bei den Olympischen Spielen nötig? Peter Hellweger: Bereits der erste Renntag hat gezeigt, wie wichtig der Dienst der Freiwilligen Feuerwehren war. Dank unserer Erfahrung und Ortskenntnis konnten viele Probleme, die am ersten Tag noch aufgetreten waren, an den neun weiteren Renntagen in diesem Ausmaß vermieden werden. Auf unsere Empfehlung wurden die Kontrollen am Taleingang aufgehoben, nachdem diese am ersten Renntag den Verkehrsfluss nahezu zum Erliegen gebracht hatten. Ebenso sind innerhalb weniger Stunden auf unser

Anraten die Parkmöglichkeiten in Antholz verdoppelt worden. Dank unserer strategisch gut positionierten Kräfte konnten Fahrzeuge und Besucher reibungslos geleitet werden – und Einsätze wurden rasch abgearbeitet. Radius: Was haben die Feuerwehren aus diesem Dienst gelernt? P. Hellweger: Wir haben einmal mehr gelernt, dass eine gute Vorbereitung und eine reibungslose Kommunikation zwischen allen Einsatzkräften und den übrigen Beteiligten zwingend erforderlich sind. Und Erfahrung sowie Ortskenntnis haben sich einmal mehr bezahlt gemacht und maßgeblich zum guten Gelingen beigetragen. Radius: Wie viel hätte der Feuerwehrbereitschaftsdienst gekostet, wenn er in Rechnung gestellt worden wäre? P. Hellweger: Würde man die rund 14.000 geleisteten Stunden mit dem niedrigsten gesetzlichen Tarif von 23 Euro pro Stunde multiplizieren, käme man auf rund 322.000 Euro. Darin sind die höheren Tarife sowie sämtliche Stunden für Vorbereitung, Übungen, Besprechungen und Briefings nicht berücksichtigt.


AKTUELL

Nr. 5/2026 7

Von Bergrettern zu Olympia-Helfern Olympia in Antholz war auch für die Freiwilligen des Bergrettungsdienstes im AVS herausfordernd, denn ganze drei Wochen lang stellten sie ihren Mann und ihre Frau – ganz zu schweigen von der Vorbereitungsarbeit.

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ährend der zwölf Trainingstage waren jeweils vier Bergretter für rund viereinhalb Stunden im Dienst. An den zehn Wettkampftagen wurde die Präsenz erhöht: Täglich standen zehn Einsatzkräfte für jeweils achteinhalb Stunden bereit. Insgesamt kamen so 1.024,5 Ein­ satzstunden zusammen. Den Großteil des Dienstes übernahmen die Bergrettungsstellen Antholzertal (65 Prozent) und Olang (30 Prozent). Unterstützt wurden sie vom Landesverband (fünf Prozent). Die enge Zusammenarbeit gewährleistete eine lückenlose Betreuung. Der Arbeitstag begann jeweils mit einem Briefing in der Einsatzzentrale. Anschließend waren die Bergretter in unterschiedlichen Bereichen im Einsatz: Sie unterstützten die Wettkampfärzte, stellten Tragetrupps im Ziel- und Tribünenbereich, sorgten entlang der Strecke

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FRAGEN AN … THOMAS MESSNER, Vizechef der Berg­rettung Antholz

für den Pistendienst und standen jederzeit bereit, um im Bedarfsfall rasch einzugreifen. Die meisten Einsätze fielen im Zielbereich an. Nach den Wettkämpfen mussten immer wieder Athletinnen und Athleten betreut werden, die erschöpft waren. Weiters kam es zu medizinischen Notfällen auf den Tribünen, bei denen die Bergrettung den Transport und die Erstversorgung übernahm.

Radius: War es schwierig, Bergretter für einen Dienst bei Olympia zu motivieren? Wäre es heute – wenn es wieder solche Spiele gäbe – einfacher oder schwieriger? Thomas Messner: Nein, es waren viele leicht zu motivieren. Olympia war auch ein einmaliges Erlebnis. Ich glaube, es würde sicher wieder genauso gut klappen, Leute zu finden, denn wir haben ein motiviertes Team. Radius: Wurden die Erwartungen an die Spiele erfüllt? T. Messner: Ja, alle waren vom Event begeistert. Und die lobenden Worte der Verantwortlichen für unser unkompliziertes, genaues und professionelles Arbeiten taten gut. Radius: Wie viel Vorbereitung haben Sie geleistet, damit die Dienste einwandfrei abgelaufen sind? T. Messner: Mitte Oktober 2025 habe ich mit der Einteilung der Helfer begonnen. Online-Sitzungen hatten wir schon vorher.

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8 Nr. 5/2026

AKTUELL

Das Allerschlimmste im Fokus Im Antholz war das Rote Kreuz Teil eines Sicherheits- und Sanitätskonzepts, bei dem auch die schlimmsten denkbaren Szenarien berücksichtigt und entsprechende Vorkehrungen getroffen wurden.

M

it der Berufsfeuerwehr Bozen hat das Rote Kreuz während des gesamten Veranstaltungszeitraums der Bereich CBRN (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen) betreut. Dabei wurde für den Fall außergewöhnlicher und schwerwiegender Einsatzlagen vorgesorgt. Zudem war die Zivilschutzmannschaft für sanitätsdienstliche Großeinsätze vor Ort. Und während der Trainings und Wettbewerbe standen zusätzlich Sanitätsteams sowie ein 24-Stunden-Krankentransportwagen für die medizinische Versorgung und eine schnelle Einsatzbereitschaft zur Verfügung. Von der intensiven Vorbereitung über die Durchführung der Dienste und Einsätze während der Spiele bis hin zu den Aufräum- und Nachbereitungsarbeiten wurden knapp 10.000 ehrenamtliche Stunden geleistet.

alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein – auch auf das Schlimmste. Das Rote Kreuz übernimmt diesen Dienst bereits seit mehreren Jahren. Unsere Freiwilligen absolvieren viele Fortbildungsstunden sowie Übungen und sind daher ausgezeichnet vorbereitet.

Radius: War es nicht übertrieben, in Antholz an chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen zu denken?

Radius: Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie kontaktiert wurden und erfahren haben, dass das Rote Kreuz bei Olympia mitarbeiten soll?

Manuel Pallua: Nein, weil es sich um einen internationalen Wettbewerb handelte und leider auch bei Olympischen Spielen mit solchen Gefahren gerechnet werden muss. Gerade angesichts der aktuellen weltweiten Situation war es wichtig, auf

M. Pallua: Ich war sehr froh, dass wir bei einer so wichtigen Veranstaltung gebraucht werden. Gleichzeitig war mir bewusst, dass dies eine sehr große Herausforderung für unsere Freiwilligen darstellen würde. Sie ha-

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FRAGEN AN … MANUEL PALLUA, Landespräsident des Roten Kreuzes

ben sich dieser jedoch gestellt, aktiv zusammengearbeitet und dafür gesorgt, dass alle Dienste besetzt werden konnten. Viele mussten dafür ihren Urlaub opfern und viele Stunden auf ihre Familien verzichten. Radius: Hätte dieser Dienst auch ohne Ehrenamtliche gewährleistet werden können? M. Pallua: Weil fast der gesamte Dienst von Freiwilligen abgedeckt wurde, wäre eine solche Leistung ohne ehrenamtliches Engagement undenkbar gewesen. Natürlich könnte man einen Dienst dieser Größenordnung auch ausschließlich mit hauptamtlichen Mitarbeitern organisieren. Dies würde jedoch enorme Kosten verursachen.


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Neue Filiale Pillhof eröffnet Mit einer feierlichen Eröffnung am 11. Juni hat die Raika Ritten ihre neue Filiale Pillhof in Frangart/Eppan offiziell in Betrieb genommen.

I

n seiner Ansprache betonte Direktor Christian Mazzier, dass die Eröffnung der Filiale ursprünglich nicht geplant gewesen sei. Nach der Fertigstellung der Filiale in Gries und des Firmenkundenzentrums in Bozen standen zunächst interne Konsolidierungsmaßnahmen im Vordergrund. Die Möglichkeit, am Pillhof geeignete Räumlichkeiten in einer strategisch günstigen Lage zu beziehen, hat die Raika Ritten jedoch überzeugt, den Schritt zu wagen.

Strategischer Standort mit starkem Kundennutzen

Die neue Filiale befindet sich an einem stark frequentierten Knotenpunkt und bietet damit ideale Voraussetzungen, um Kundinnen und Kunden aus dem Einzugsgebiet noch besser zu betreuen. Es ist ein weiterer Meilenstein in der positiven Entwicklung der Bank. In den vergangenen Jahren konnte die Raika Ritten ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen, ein Erfolg, der laut Obmann Dr. Peter Göller vor allem auf das Vertrauen der Mitglieder und Kunden zurückzuführen ist. Vor Ort wird ein engagiertes Team aus drei Mitarbeitenden tätig sein, bestehend aus dem Filialleiter Lukas Frötscher sowie der Kundenberaterin Katharina Mair und dem Kundenberater

Einweihungsfeier Pillhof

Klaus Tauferer. Gemeinsam decken sie sämtliche zentralen Beratungsfelder ab, von der Kontoeröffnung über Finanzierungsund Kreditgespräche bis hin zur Wertpapierveranlagung. Die Räumlichkeiten wurden bewusst großzügig gestaltet, um auch den Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Finanzen, Versicherung und Firmenkundenberatung regelmäßig Platz für persönliche Beratungsgespräche vor Ort zu bieten. Persönliche Beratung im Mittelpunkt

Der Filialleiter Lukas Frötscher blickt mit Zuversicht auf die neue Aufgabe. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bankwesen setzt er auf persönliche Betreuung, individuelle Beratung und eine enge Beziehung zu den Kundinnen und Kunden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Terminvereinbarungen, die ausreichend Zeit für umfassende und maßgeschneiderte Beratungsgespräche ermöglichen. Die neue Filiale versteht sich als moderner Anlaufpunkt für alle Finanzfragen und verbindet persönliche Nähe mit zeitgemäßen Bankdienstleistungen. Kundennähe, Verlässlichkeit und faire Konditionen bleiben dabei zentrale Werte der Raika Ritten. Mit der Eröffnung am Pillhof setzt die Raika Ritten ein weiteres Zeichen für ihre regionale Verwurzelung und ihr langfristiges Engagement für die Menschen vor Ort. Die Verantwortlichen zeigten sich überzeugt, dass der neue Standort einen wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Bank und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts leisten wird.

Team Pillhof, v.l.: Katharina Mair, Lukas Frötscher, Klaus Tauferer


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Klobenstein | Oberbozen | Unterinn | Bozen | Gries | Pillhof-Eppan

Alle Filialen


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65 Jahre Hofer Group: Qualität mit Herkunft und Zukunft Seit 1961 steht Hofer Group für hochwertige Lösungen im Bereich HSI-Installationen, Schwimmbad, Sauna, Dampfbad und Luftaufbereitung. Zum 65-jährigen Bestehen blickt das Südtiroler Unternehmen auf eine Geschichte zurück, die im Handwerk begann und sich über Jahrzehnte zu einem branchenübergreifenden Leistungsangebot entwickelt hat. Das Ziel ist bis heute klar: Kompetenzen aus einer Hand zu verbinden, vom Heizraum zum Badezimmer über die gesamte SPAAnlage bis hin zur Lüftung.

G

egründet wurde der Betrieb von Paul Hofer als HSIInstallationsbetrieb. Dieser Ursprung ist bis heute ein entscheidender Teil der Unternehmensidentität, denn die Installationsabteilung bildet eine solide Grundlage zahlreicher Projekte. Aus diesem handwerklichen Fundament entwickelte sich ein spezialisiertes Unternehmen, das Planung, Technik, Ausführung und Betreuung miteinander verbindet. Heute leiten mit Lotte, Edgar, Eugen und Georg Hofer die zweite Generation den Betrieb, während die dritte bereits in den Startlöchern steht. Damit wird sichtbar, was die Hofer Group seit 65 Jahren prägt: Kontinuität, Verantwortung und die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben, ohne den Blick für neue Entwicklungen zu verlieren.

aber auch Prozesse, Abläufe und Arbeitsweisen betreffen. Von der Vorfertigung kompletter Heizzentralen über intelligente und aus der Ferne steuerbare Schwimmbad-Anlagentechnik bis hin zu nachhaltigen Lösungen für Sauna und Dampfbäder zeigt sich dieser Anspruch in vielen Bereichen. Innovation entsteht dabei aus Eigeninitiative und Interesse, aber auch aus konkreten Kundenanforderungen, die den Markt kontinuierlich antreiben und verbessern. Verantwortung für die Region

Als lokal verwurzeltes Unternehmen ist die Hofer Group ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Über Jahrzehnte wurden Arbeitsplätze geschaffen, Fachwissen aufgebaut und Kompetenzen weitergegeben. Spezialisierte Betriebe tragen dazu bei, dass technisches Know-how und handwerkliche Qualität vor Ort erhalten bleiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein integraler Teil dieser Geschichte. 65 Jahre Hofer Group sind daher nicht nur ein Jubiläum, sondern auch ein Moment des Dankes: an Kunden, Partner, Planer, Lieferanten sowie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Weg begleitet haben. Zugleich richtet sich der Blick nach vorn. Kunden wünschen Komfort, Betreiber suchen effiziente Systeme und die Gesellschaft erwartet einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Hofer Group GmbH Plan da la Sia, 9 | 39047 St. Christina Tel. 0471 793 445 info@hofergroup.it | www.hofergroup.it

Innovation als Teil der Geschichte

Foto © Alex Moling

Ein wichtiger Faktor für das lange Bestehen am Markt ist der stetige Drang zur Weiterentwicklung und die unermüdliche Suche nach Innovation. Diese kann technischer Natur sein,

Foto © Tom Philippi

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Fotos © Oskar Da Riz

AKTUELL

Nr. 5/2026 13

OLYMPIA 2026 – EIN VERMÄCHTNIS FÜR SÜDTIROL? Als Ressortdirektor von Landeshauptmann Arno Kompatscher steht Ulrich Stofner dem Ressort Bevölkerungsschutz, Bürgerrechte, Gleichstellung und Kommunikation vor. Er leitete in den vergangenen sechs Jahren das Landeskoordinierungskomitee, das sich mit allen Aspekten befasst hat, die diese Großveranstaltung betreffen.

Radius: Die Olympiade 2026 hat Südtirol ein Fenster in die ganze Welt geöffnet. Jetzt ist das Fenster wieder geschlossen. Was bleibt? Ulrich Stofner: Olympische Winterspiele sind das weltumspannendste Sportfest der Welt – und Südtirol hat sich als hervorragender Gastgeber präsentiert. Keine andere Wettkampfstätte hatte so viele Zuschauer wie Antholz. Die Organisation vor Ort hat hervorragend funktioniert, auch die Logistik, die angesichts von täglich rund 20.000 Personen, die ins Tal ge-

bracht werden mussten, eine enorme Herausforderung war. Dafür gebührt allen Verantwortlichen und auch freiwilligen Helfer:innen Anerkennung und Dank. Der Landeshauptmann hat sich für diese Olympischen Spiele beworben, weil dieses Format anders war als frühere Austragungen: verteilt auf mehrere Orte, Nutzung bestehender Anlagen und starker Rückgriff auf lokale Menschen und Organisationen. Deshalb war Südtirol dieses Mal dabei. Das bedeutendste langfristige Vermächtnis der Spiele sind die Investiti-

„DER GROSSE OLYMPISCHE GEDANKE UND DAS KLEINE LAND SÜDTIROL PASSEN GUT ZUSAMMEN.“ UL R I C H STO F N E R


14 Nr. 5/2026

DURCH DIE INVESTITIONEN HINGEGEN IST SICHERGESTELLT, DASS ÜBER VIELE JAHRE DER WELTCUP UND WOHL AUCH WELTMEISTER­ SCHAFTEN IN ANTHOLZ AUSGE­ TRAGEN WERDEN.

Die Südtirol Olympic Arena in Antholz

onen in Sport, Kultur, Mobilität und Energie. Radius: Welche der großen Investitionen werden langfristig bleiben? U. Stofner: In Antholz wurde die Südtirol Olympic Arena umfassend modernisiert: 58 Millionen Euro, davon rund 26 Millionen vom Land und rund 32 Millionen vom Staat, flossen unter anderem in einen neuen unterirdischen Schießstand, 42 Reporterkabinen, Photovoltaik, Beleuchtung und Beschneiungsanlagen. Auch das Kulturhaus in Antholz-Mittertal wurde saniert für rund 4,5 Millionen Euro, davon kamen 3 Millionen dafür vom Staat. Das zeigt deutlich: Das olympische Erbe ist nicht nur eine auf den neuesten Stand gebrachte Sport­ infrastruktur, sondern kommt auch der lokalen Gemeinschaft zugute. Radius: Es waren auch Investitionen in die Verbesserung der Mobilität und Infrastrukturen notwendig … U. Stofner: Genau. Und gerade diese Investitionen sind für ganz Südtirol bedeutsam: Rund 250 Millionen Eu-

ro für die Riggertalschleife mit Tunnel, Brücke und neuen Haltestellen in Schabs und Vahrn kommen den zahlreichen Pendlern zugute. Rund 90 Millionen Euro flossen in eine Stabilisierung und Verstärkung der Strominfrastruktur. Weitere 90 Millionen Euro flossen in eine Stabilisierung und Verstärkung der Strominfrastruktur. Zusätzliche 275 Millionen Euro wurden in weitere Verkehrsinfrastrukturen investiert – etwa die Umfahrung von Percha, die Anbindung von Antholz sowie die Erneuerung von Kreuzungen, Bahnübergängen und Brücken. Von diesen 275 Millionen Euro stammen knapp 92 Millionen vom Land und etwa 184 Millionen vom Staat. Nicht alle diese Projekte lassen sich pauschal als „Olympiakosten“ verbuchen: Die Riggertalschleife wurde nicht aus dem sogenannten Olympiatopf bezahlt, wurde vermutlich aber nur durch Olympia politisch priorisiert und umgesetzt. Insgesamt muss man sagen, dass sich für Südtirol dieses „Fest“ in jeder Hinsicht ausgezahlt hat. Es wurden Investitionen möglich, die sonst in diesem Ausmaß vermut-

lich nie getätigt worden wären. Im Kern haben Staat und IOC in Südtirol rund eine halbe Milliarde Euro investiert – und damit bleibende, nachhaltige Infrastruktur geschaffen. In Antholz werden der Betrieb und die Instandhaltung der neuen Infrastruktur Kosten verursachen. Dafür wurde ein Legacy-Plan beschlossen: Ab August 2026 übernimmt ein Betreiber die Verwaltung und Instandhaltung der Arena. Diese Folgekosten sind durch entsprechende Businesspläne gut kalkuliert, und der Nutzen überwiegt bei Weitem. Radius: Bezogen auf Infrastrukturprojekte, warum waren die Investitionen in Antholz notwendig? U. Stofner: Ohne Olympia gäbe es die jetzige Südtirol Olympic Arena nicht und somit ein großes Fragezeichen für die Zukunft der Weltcup-Austragung in Antholz. Durch die Investitionen hingegen ist sichergestellt, dass über viele Jahre der Weltcup und wohl auch Weltmeisterschaften in Antholz ausgetragen werden können. Auch die Sanierung des Kulturhauses in Antholz-


Mittertal ist ein konkretes Beispiel für ein Projekt, das im Rahmen des olympischen Legacy-Gedankens umgesetzt wurde. Der Staat beteiligte sich mit 3 der insgesamt rund 4,5 Millionen Euro, gerade mit dem Ziel, auch der lokalen Gemeinschaft ein Vermächtnis zu hinterlassen. Der eigentliche Effekt war also häufig: Projekte konnten dank Olympia früher, schneller oder in weitreichender Dimension umgesetzt werden – für ohnehin geplante Vorhaben wurden bedeutende zusätzliche Geldmittel akquiriert, was letztendlich den Landeshaushalt und damit die Steuerzahler entlastet hat. Und andere Projekte konnten überhaupt erst zusätzlich realisiert werden, mit entsprechender Aufwertung und Wertschöpfung für die Gemeinschaft. Radius: Wer profitiert wirklich? U. Stofner: Südtirol insgesamt. Auf den ersten Blick mögen vor allem Antholz und das Pustertal von Olympia profitiert haben, doch die Wirkung reicht weit darüber hinaus. Wir alle, die Bevölkerung, profitieren langfristig von einer effektiveren Infrastruktur und Anbindung. Profitiert hat auch die Wirtschaft – Hotellerie, Gastronomie, Handel, Verkehrsbetriebe und weitere Dienstleistungsbereiche. Natürlich profitieren auch jene Südtiroler Unternehmen und Industrien, die sich schon lange in aller Welt einen Namen durch ihre Anlagen und Technik gemacht haben. Radius: Worin liegt für sie persönlich der nachhaltigste Nutzen?

WIR ALLE, DIE BEVÖLKERUNG, PROFITIEREN LANG­ FRISTIG VON EINER EFFEKTIVEREN INF­ RASTRUKTUR UND ANBINDUNG.

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Fotos © Kevin Voigt

AKTUELL

U. Stofner: Der nachhaltigste Nutzen liegt für mich sowohl in einem unvergesslichen und einmaligen Sportereignis als auch darin, dass Südtirol heute über eine gestärkte Infrastruktur für mehr Lebensqualität verfügt. Und nicht zu vergessen: Die Zukunft von Antholz als Wettkampf- und Trainingsstandort für den Biathlonsport ist gesichert. Und ebenso wichtig: Es bleiben die Emotionen der Tausenden Menschen, die die Spiele in Antholz miterlebt und mitgestaltet haben. Radius: Das Vermächtnis von Olympia 2026? U. Stofner: Südtirol wird für immer ein Gastgeberland von Olympia bleiben. Die olympischen Werte, die mit denen Südtirols übereinstimmen, nämlich Respekt, Verständigung und besonders Eintracht in der Vielfalt, passen gut zusammen mit dem erhabenen olympischen Gedanken und dem kleinen Land Südtirol. Am Ende zeigt sich das Vermächtnis nicht nur an Bauwerken und Infrastrukturen, sondern auch in einem harmonischen Miteinander, in einer Kultur der Verständigung. Und wir sollten bei allen zahlenmäßigen, strategischen und verwaltungstechnischen Überlegungen eines nicht vergessen: Olympia ist zunächst und vor allem ein globales Sportfest. Südtirol ist eine erfolgreiche Wintersportnation und hat auch dieses Mal wieder bewei-

sen können, dass es als kleines Land in der Liga der bedeutenden Staaten mitspielt. Sieben Olympia-Medaillen, zwei Paralympics-Gold-Medaillen! Radius: Haben sie auch Wettkämpfe vor Ort verfolgen und die Emotion von Olympia 2026 live miterleben können? U. Stofner: Im Koordinierungskomitee haben sich die Verantwortlichen der unterschiedlichen Aufgabenbereiche regelmäßig abgestimmt. Dazu gehören unter anderem die Gemeinde Antholz, das dortige Organisationskomitee der Veranstaltung und das Südtiroler CONI. Außerdem gehören die Landesverantwortlichen für Logistik und Transport, Zivilschutz und Gesundheit, Kommunikation, Sponsoring und Rahmenveranstaltungen bis hin zu unserem Sonderauftrag für Nachhaltigkeit dazu. Jeder Einzelne hat mit hoher Motivation seine Aufgaben bearbeitet und hat dann im Komitee optimal mit allen zusammengewirkt. Die meisten von uns haben zumindest am Tag der Eröffnung und am Tag des Abschlusses die Rennen selbst auch mitverfolgt. Ich selbst konnte auch an zwei Renntagen im Stadion die großartige Stimmung und die ungemeine Spannung miterleben. Es war auch schön zu sehen, wie viele Südtirolerinnen und Südtiroler diese einmalige Chance, Olympia zu Hause zu erleben, genutzt haben.


16 Nr. 5/2026

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Endlich eine KI, die einen echten Mehrwert bietet. Limendo mERP ist das Warenwirtschaftssystem von Südtirolern für Südtiroler. Eines, dass die Gegebenheiten vor Ort kennt und abbildet – von der komplexen italienischen Buchhaltung bis hin zu länderübergreifenden Lieferketten. Die ideale Basis für optimierte Geschäftsprozesse, weniger wiederkehrende Aufgaben und einen effizienten Überblick über alle relevanten Daten.

H

inter mERP steht eine weltweit etablierte Plattform, die von mehr als 20.000 Entwicklern kontinuierlich erweitert wird. Alle Unternehmensdaten werden zentral verwaltet, Schnittstellen und Datenaustausch sind selbstverständlich und Ihre Mitarbeiter arbeiten jederzeit mit denselben aktuellen Informationen. Trotz seines großen Funktionsumfangs bleibt mERP einfach bedienbar. Viele Anpassungen können sogar ohne Programmierkenntnisse eigenständig vorgenommen werden. Der nächste Schritt: MAIA

Auf dieser Grundlage entsteht der nächste Meilenstein: MAIA – mERPs Artificial Intelligence Assistant. MAIA ist vollständig in mERP integriert und macht aus einem vernetzten ERP-System einen intelligenten digitalen Assistenten für Ihr gesamtes Unternehmen. Statt Informationen zu suchen oder Berichte anzufordern, stellen Sie MAIA einfach eine Frage – und erhalten innerhalb weniger Sekunden die passende Antwort. Für Geschäftsführer, Vertrieb, Einkauf oder Projektleiter bedeutet das einen völlig neuen Zugang zu Unternehmenswissen. Zum Beispiel: •  Welche Kunden sollte ich diese Woche kontaktieren? •  Welches Produkt passt am besten zu Kunde XY? •  Welche Angebote sind seit mehr als zwei Wochen offen? •  Welche Kunden zeigen ein erhöhtes Abwanderungsrisiko? •  Welche Projekte entwickeln sich wirtschaftlich kritisch? •  Wie wird sich mein Umsatz im nächsten Quartal entwickeln? Da MAIA die Informationen Ihres Unternehmens im Zusammenhang kennt, liefert die KI nicht nur Antworten, sondern fundierte Handlungsempfehlungen und wird damit vom Spielzeug zum echten Werkzeug. Automatisierung statt Dateneingabe

Neben analytischen Aufgaben übernimmt MAIA auch operative Tätigkeiten. Eine ausländische Eingangsrechnung kann zum

Beispiel als PDF hochgeladen werden. MAIA erkennt den Beleg, liest Informationen aus und erstellt weitgehend automatisch einen Buchungsvorschlag. Das gilt ebenso für Spesenbelege, Lebensläufe und viele weitere Dokumente. Wiederkehrende Verwaltungsaufgaben reduzieren sich dadurch erheblich. MAIA unterstützt darüber hinaus bei Angeboten, Aufträgen, E-Mails, Protokollen oder Auswertungen – durchdacht, effizient und immer auf Basis Ihrer Unternehmensdaten. Vordefinierte Aktionen, intelligente Assistenten und praxisorientierte Prompts ermöglichen einen schnellen Einstieg. Gleichzeitig können erfahrene Anwender komplexe Aufgaben per Sprach- oder Textsteuerung frei formulieren. Ob Dokumentenerstellung, Datenmigration, Analysen oder Prognosen – intelligentes Arbeiten findet direkt innerhalb des ERP-Systems statt. MAIA passt sich Ihrem Unternehmen an. Berechtigungen, Budgets, Aktionen und Abläufe lassen sich individuell konfigurieren. Auch bei den KI-Modellen haben Sie die Wahl: Neben Cloud-Diensten wie OpenAI oder Anthropic können auch vollständig lokal betriebene Sprachmodelle integriert werden. So behalten Sie die Kontrolle über Daten, Kosten und Leistungsumfang. MAIA erweitert Ihr Team

Betrachten Sie MAIA nicht als Software, sondern als neues Teammitglied, als Assistenten, der Ihr Unternehmenswissen kennt, Informationen in Sekunden findet, Routineaufgaben übernimmt und Ihre Mitarbeiter täglich unterstützt. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: Entscheidungen treffen, Kunden betreuen und Ihr Unternehmen weiterentwickeln. Für den Einsatz von MAIA wird die mERP Basisversion (mERP Base) benötigt. Das gewünschte Large Language Model (LLM) – beispielsweise OpenAI, Anthropic oder ein lokal betriebenes Modell – kann anschließend über eine API angebunden werden. Gerne berät Limendo Sie bei der Auswahl der passenden Lösung hinsichtlich Datenschutz, Leistungsfähigkeit und laufender Kosten. Sie entscheiden selbst, welche KI-Funktionen Sie nutzen und welches Budget Sie dafür einsetzen möchten. Für mehr Informationen und eine unverbindliche Demo: Limendo GmbH Enrico-Fermi-Straße 20B | 39100 Bozen Tel. 0471 1800 390 mail@limendo.com | www.limendo.com


AKTUELL

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Reimund Brunner, Küchenchef des Michelin-Sterne-Restaurants Anna Stuben im Gardena Grödnerhof Gourmet Hotel & Spa in St. Ulrich

Robotik wird überschätzt, Digitalisierung unterschätzt Die Creatus Group vereint Großküchenplanung, Edelstahlfertigung und digitale Plattformlösungen unter einem Dach.

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EO Paul Schöpfer spricht über die Zukunft der Gastronomie, den Fachkräftemangel, die Rolle von KI und warum die Branche das Potenzial der Digitalisierung noch immer unterschätzt. Radius: Wie ist die heutige Creatus Group entstanden? Paul Schöpfer: 1990 bin ich in den väterlichen Betrieb Niederbacher Gastrotec in Kaltern eingestiegen. Durch Wachstum, Zukäufe und ein Start-up sind wir heute eine Gruppe mit 150 Mitarbeitern in sieben Unternehmen. Den größten Umsatz erzielen wir im Projektgeschäft – Großküche, Kühltechnik und Wäschereitechnik – mit vier spezialisierten Unternehmen. Dazu kommen Prostahl als Edelstahlfertiger, Humida als Hersteller von Bügeltrocknern und

Creatus.Cloud als etabliertes Start-up im IoT-Bereich der Gastrotechnik. Radius: Was verbindet die sieben Unternehmen – und wohin soll sich die Gruppe entwickeln? P. Schöpfer: Mir ist wichtig, dass jedes Unternehmen der Gruppe klare Alleinstellungsmerkmale hat – Größe allein zählt für mich nicht. Auch reines Gewinnstreben ist langfristig keine optimale Strategie. Unser Slogan „Wir leben Zukunft“ bezieht sich deshalb nicht nur auf Produkte, sondern ebenso auf Organisation und Abläufe. Unser Ziel ist, in jedem Bereich Technologieführer zu sein oder zu werden. Radius: Wo steht das Gastgewerbe heute vor dem größten Wandel? P. Schöpfer: Vor allem Standardisierung und Skalierung, besonders in der Küche. Die Systemgastronomie zeigt, wie stark sich Abläufe standardisieren lassen – lassen wir die Produktqualität

einmal beiseite. Das ist Industrie, während der „normale“ Gastrobetrieb organisatorisch oft noch wie ein klassischer Handwerksbetrieb funktioniert. Das ist nicht abwertend gemeint: Ich liebe diese Form, und im High-End-Bereich soll sie hoffentlich bleiben. Dazwischen liegt aber der größte Teil des Marktes: ordentliche Qualität zu ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis. Digitalisierung ist für mich der entscheidende Baustein dafür. Radius: Creatus.Cloud verbindet Geräte unterschiedlicher Hersteller. Welche wirtschaftlichen Vorteile entstehen dadurch für gastronomische Betriebe konkret? P. Schöpfer: Creatus.Cloud wird dabei eine Schlüsselrolle spielen. Die Technologie ist vorhanden – was vielfach noch fehlt, sind Erkenntnis und Verständnis für den konkreten Nutzen. Kurz gesagt: Viele Gastronomen erkennen noch nicht, dass sie unser Produkt und


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andere digitale Tools brauchen. Genau das verständlich zu vermitteln, ist derzeit unsere größte Herausforderung. Mit Creatus.Cloud wollen wir Technologieführer bleiben und Marktführer in Europa werden. Radius: Bei welchen Anwendungen wird der Nutzen der Vernetzung sichtbar? P. Schöpfer: Es gibt mehrere Bereiche. Die Automatisierung von Lüftungsoder Kühlstellen liefert einen unmittelbar sichtbaren, messbaren Nutzen. Auch im Monitoring von Verbräuchen und im Service steckt enormes Einsparpotenzial – nur ist es schwieriger zu messen, weil meist der Vergleich fehlt. Dazu erstellen wir gerade einige Case Studies. Besonders viel verändert sich derzeit im Service: Viele Anlagen stellen wir auf Ticket- und Servicemanagement über Creatus.Cloud um. Das eröffnet neue Möglichkeiten und erhebliche Effizienzgewinne. Radius: Welche Rolle spielt KI künftig im Gastgewerbe? P. Schöpfer: Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt: von Menüerstellung über Step-by-Step-Anleitungen in Echtzeit bis zur virtuellen Rezeption. Ein konkretes Beispiel aus unserem Unternehmen: Wir implementieren KI derzeit im Kundendienst. Radius: Wo wird der Mensch trotz Digitalisierung weiterhin den Unterschied machen?

Messestand auf der HOST Milano 2025

P. Schöpfer: Der Mensch wird weiterhin den Unterschied machen und letztlich die Spreu vom Weizen trennen. Ein Chefkoch wird nicht durch KI und Automatisierung ersetzt – seine Aufgaben werden sich aber verändern. Das gilt ebenso für Service und Rezeption. Der Gast von morgen wird persönliche Betreuung vermutlich noch stärker schätzen als heute – und dafür auch gerne bezahlen.

ZUR PERSON

Radius: Was braucht es, damit Küchenarbeitsplätze wieder attraktiver werden?

Paul Schöpfer ist CEO der

P. Schöpfer: Ein Arbeitsplatz muss so gestaltet sein, dass man sich dort wohlfühlen kann. „Kellerküchen“ und Spülen nach dem Modell „Dampfsauna“ müssen verschwinden. Gute Gerätschaften, klare Organisation mit moderner Technologie, Jahresstellen und Fünf-Tage-Woche – anders wird es nicht funktionieren. Für Vier- und Fünf-Sterne-Hotels ist das zumindest in unserer Region eine überschaubare Challenge. Entscheidend ist, dass auch das klassische Dorfgasthaus mit engen Margen diesen Schritt schafft. Sonst gibt es in kleinen Orten bald nur noch Systemgastronomie oder Pizza und Convenience-Speisen. Darin sehe ich auch unsere Aufgabe: einen Teil der nötigen Technologie bereitzustellen.

spezialisierte Unternehmen aus

Radius: Wie sieht ein typischer Gastronomiebetrieb im Jahr 2036 aus? P. Schöpfer: Meine Einschätzung – aus über 30 Jahren Erfahrung im Sektor und als Mechatroniker: Auf Top-Niveau, also in der Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie und Spitzenrestauration, wird es für den Gast ähnlich aussehen wie heute. Im Hintergrund werden Technologie und Automatisierung die Organisation stärker prägen. Im Dorfgasthaus wird es vermutlich nur noch wenige Servicekräfte geben, vieles läuft über App – in Norwegen heute schon fast Standard. Die Fritteuse fährt automatisch vom Stand-by auf Betriebstemperatur, sobald das entsprechende Gericht bestellt wird. Ein eingelernter Koch bekommt seine Arbeitsschritte strukturiert Step by Step angezeigt. Der Chefkoch bleibt kre-

Creatus Group in Kaltern. Die Unternehmensgruppe vereint den Bereichen Großküchenplanung, Edelstahlfertigung, Wäschereitechnik und digitale Plattformlösungen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit den Auswirkungen von Digitalisierung, Automatisierung und neuen Arbeitsmodellen auf die HoReCa-Branche.

ativ, wird aber zugleich technikaffin und implementiert neue Gerichte ins System. Reserviert wird per App oder im Telefongespräch mit einer KI-Rezeptionistin. Radius: Wo sehen Sie zu viel Hype – und wo zu wenig Aufmerksamkeit? P. Schöpfer: Robotik wird derzeit meiner Meinung nach überschätzt. Sie funktioniert für große Betriebe oder klar definierte Gerichte, etwa Bowls. Eine komplette Speisekarte im Dorfgasthaus automatisch zu kochen – davon sind wir noch weit entfernt. Unterschätzt wird dagegen die Teilautomatisierung, wie wir sie mit Creatus.Cloud umsetzen, weil ihr Nutzen oft erst im Betrieb sichtbar wird. Angelernte Arbeitskräfte effizient einzusetzen und das Ressourcenmanagement zu optimieren – darin liegt für mich der Schlüssel der nächsten Jahre. Creatus GmbH Handwerkerzone 14 | 39052 Kaltern Tel. 0471 968 600 info@creatus.net | www.creatus.net


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Wirtschaft im Wandel: Den Alltag der Menschen im Blick Wirtschaftlicher Wandel zeigt sich nicht nur in Zahlen oder Märkten, sondern vor allem im Alltag der Menschen. Erwartungen verändern sich – gefragt sind heute Tempo, Einfachheit und Verlässlichkeit.

M. Hitthaler: Anjoka ist aus einem Tante-Emma-Laden gewachsen und heute ein Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitenden. Mit Conad, Eurospin und meinBistro decken wir unterschiedliche Bedürfnisse ab – von Nahversorgung bis Gastronomie. Der Kern ist geblieben: Lösungen zu schaffen, die ür Anjoka ist genau das der Maßstab, um Angebote und alltagstauglich sind. Dabei verbindet Anjoka langjährige ErDienstleistungen kontinuierlich weiterzuentwifahrung mit dem Blick nach vorn. Jede unserer Marken erFo t o ©u eb ckeln und den Bedürfnissen der Kundinnen und füllt eine eigene Aufgabe, verfolgt aber dasselbe Ziel: den er Kunden gerecht zu werden. Ein Gespräch mit Menschen verlässliche und unkomplizierte Angebote Martin Hitthaler. für ihren Alltag zu bieten. So entwickeln wir unser Unternehmen Schritt für Schritt weiter, ohne unsere Radius: Was heißt „Wirtschaft im Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Wandel“ für Anjoka? Radius: Und wo kommt Technologie ins Spiel? Martin Hitthaler: Vor allem, dass sich der

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Alltag verändert. Menschen erwarten heute M. Hitthaler: Dort, wo sie einen konkreten Nutzen Martin Hitthaler Tempo, Einfachheit und Verlässlichkeit zuhat. Mit Nanea setzen wir in meinBistro auf digitale gleich. Für uns heißt das: genau hinsehen Bestell- und Bezahlprozesse, die Abläufe vereinfachen. und unser Angebot so weiterentwickeln, dass es im Leben der In einzelnen Filialen unterstützen zudem Roboter im Service. Menschen wirklich funktioniert. Denn wirtschaftlicher WanWir verstehen Technologie nicht als Schauwert, sondern als del bedeutet für uns nicht, jedem Trend zu folgen, sondern Werkzeug: um Wartezeiten zu verkürzen, Mitarbeitende zu Veränderungen dort aufzugreifen, wo sie einen echten Mehrentlasten und Service besser zu machen. wert schaffen. Der Alltag unserer Kundinnen und Kunden steht dabei immer im Mittelpunkt unseres Handelns. Anjoka GmbH Industriezone Bachla 11 A | 39030 Pfalzen Radius: Wie zeigt sich die Entwicklung Tel. 0474 529 500 der Nahversorgung bei Anjoka? info@anjoka.it | www.anjoka.it


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„KANN BINDUNGS­­ EFFEKT VERSTÄRKEN“ Viele Investitionen, viele Interessierte, viel Werbung und hohe Kosten – aber auch ein nachhaltiger Gewinn für das Tourismusland Südtirol? Mit Universitätsprofessor Harald Pechlaner werfen wir einen Blick auf die konkreten touristischen Effekte der Olympischen Spiele und stellen auch die Frage, wie zukunftsfähig der Schneetourismus im Zeichen des Klimawandels überhaupt noch ist.

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eltweit 2,6 Milliarden Fernsehund Streaming-Zuschauer bzw. Zuschauerinnen, 5,4 Millionen Menschen an den Strecken vor Ort und 1,3 Millionen verkaufte Tickets in den Stadien. Auf der Kehrseite: ein Budget von 1,7 Milliarden Euro und ein Loch von rund 310 Millionen Euro in der Kasse. Das sind einige Kennzahlen, die nach dem Ende der Olympischen Spiele von Mailand-Cortina 2026 öffentlich wurden. Doch Zahlen bilden die Realität nur unvollständig ab. Welche wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen das weltgrößte Sportereignis langfristig tatsächlich haben wird, lässt sich nicht einfach in Tabellen pressen. Erst recht nicht bei diesen Spielen der weiten Wege, die sich über mehrere Regionen mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen erstreckten. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf Olympia über das rein Sport-

liche hinaus – nicht zuletzt, weil die Meinung der Bevölkerung, aber auch der Politik, zu Winterspielen weit auseinanderging und von heller Begeisterung bis zu totaler Ablehnung reichte. Für und Wider

Als Antholz im Sommer 2019 den Zuschlag für die Biathlon-Bewerbe erhielt, war der Jubel groß. Doch die Euphorie erfasste nicht alle im Land. Vor allem im Pustertal und im benachbarten Cortina d’Ampezzo formierten sich Protestbewegungen. Sie befürchteten vor allem die Zerstörung von sensibler Landschaft in den Bergen, die neue und ausgebaute Infrastrukturen herbeiführen könnten. Das anfängliche Versprechen der Politik, Olympia werde bewusst nachhaltig und auf bestehenden Anlagen ausgetragen, wurde spätestens mit dem über 120 Millionen Euro teuren Neubau des Eiskanals in Cortina widerlegt. Das trug nicht

unbedingt zur Umstimmung der Gegner bei. In Südtirol waren es die hohen Investitionen in die Biathlonanlage, die bei manchen für Kopfschütteln sorgte. Als der Startschuss dann fiel und „der Schnee fast alle Narben der Vorbereitung überdeckt hatte“, wurden die Olympischen Spiele dann doch zu einem Fest für viele Beteiligte. Auch einige, die sonst mit Sport nichts am Hut haben, nutzten die Gelegenheit, einmal im Leben auf den Zuschauerrängen dabei zu sein. Insofern siegte am Ende die Faszination, die Olympia in sich trägt. Fluch und Segen

Abseits der ökologischen Aspekte ging es bei diesen Winterspielen aber auch darum, ob der organisatorische Kraftakt, der beispielsweise in und um Antholz vollzogen wurde, die aufgebrachte Energie und das Geld wert waren. Und gleichzeitig wurde darüber diskutiert,

Foto © Pierre Teyssot

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„ES SPIELEN DERMASSEN VIELE FAKTOREN MIT, DASS EINE ECHTE BILANZ WOHL ERST LANGFRISTIG GEZOGEN WERDEN KANN“

ob und wie sich die Olympischen Spiele auf den Tourismus des Landes auswirken würden. Fluch oder Segen? Die Frage nach den konkreten Effekten der Spiele 2026 auf Südtirol als Tourismusland will und kann Harald Pechlaner nicht pauschal beantworten. Am Ende legt sich einer der profiliertesten Tourismusexperten des Landes auf ein „Sowohl-als-auch“ fest. Ein solches Mega-Event, das in seiner globalen Faszination mit kaum etwas anderem vergleichbar ist, lässt sich laut Pechlaner schlichtweg nicht im Vorbeigehen bewerten. „Es spielen dermaßen viele Faktoren mit, dass eine echte Bilanz wohl erst langfristig gezogen werden kann“, betont er. Die grundsätzliche Frage sei ohnehin: Welches kann für eine Destination wie Antholz und Südtirol das Ziel einer Beteiligung an den Olympischen Spielen sein? „Wäre es darum gegangen, noch mehr Urlaubsreisende oder noch internationaleres Publikum ins Land zu locken, hätte ich gesagt: Das ist nicht erstrebenswert. Südtirol hat vor allem in den Hauptsaisonen ohnehin genug Gäste, da braucht es schlichtweg nicht noch mehr Frequenz.“ Sportliche Großveranstaltungen seien zudem kein zeitgemäßes Instrument, um den Tourismus anzukurbeln. Wenn es hingegen darum gehen sollte, Antholz als feste Instanz in der weltweiten Biathlon-Community zu etablieren, könnten die Spiele eine emotionale Brü-

cke geschlagen haben, glaubt Harald Pechlaner. „In diesem Fall kann Olympia tatsächlich den Bindungseffekt verstärken.“ Andererseits hat es auch den sogenannten Crowding-Out-Effekt gegeben. Damit ist generell die Verdrängung der klassischen Urlaubsgäste durch ein Großereignis wie Olympia gemeint. Stammgäste und „normale“ Winterurlauber, die zum Skifahren, Langlaufen oder Entspannen kommen wollen, meiden das Gebiet rund um den betreffenden Zeitraum bewusst, weil sie überlastete Straßen, gesperrte Pisten und Chaos vor Ort befürchten. Sie weichen in andere Regionen oder auf andere Zeiten aus. Tatsächlich meldeten einige Wintersportorte, die nicht direkt im Einzugsgebiet der Spiele lagen, heuer Rückgänge bei den Buchungen. Nah und fern

Bei den diesjährigen Winterspielen gab es eine große Neuerung, die sich auf Teilnehmende, auf die Fans, auf die Medien und nicht zuletzt auf die Umwelt auswirkte: eine konsequente Dezentralisierung der Veranstaltungen. Erstmals wurden die Wettbewerbe gewissermaßen in ganz Norditalien ausgetragen, also überall dort, wo Infrastruktur vorhanden war. Damit wurden Besucherströme entzerrt, es gab mehr Schauplätze, aber weniger Kontakt unter den Teilnehmenden. Eine gute Idee? Der Experte sagt ja: „Selbst wenn die Wege während der

Foto © IDM, Hannes Niederkofler

H A RALD PECHL A NER , LEITER DES CENTER FOR ADVANCED STUD I ES VON EURAC RESEARC H I N BOZEN UND PRO FESSOR FÜR TOURISMUS A N DER KATHOLISCHEN U NI VERSI TÄT EICHSTÄT T-INGO LSTA DT.

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ERSTMALS WURDEN DIE WETTBEWERBE GEWISSERMASSEN IN GANZ NORDITALIEN AUSGETRAGEN, ALSO ÜBERALL DORT, WO INFRASTRUKTUR VORHANDEN WAR.


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Foto © IDM, Manuela Tessaro

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DAMIT WERDEN WIR DAS VERKEHRSPROBLEM NICHT LÖSEN. DER KÜNFTIGE WEG MUSS INDESSEN EINDEUTIG IN RICHTUNG BAHN GEHEN

Spiele weiter sind und vielleicht überall nicht dieses typische Flair herrscht, ist es heutzutage nicht mehr zu rechtfertigen, riesige Strukturen allein für die Spiele zu bauen, die danach ungenutzt brachliegen.“ Deshalb werden übrigens auch die Winterspiele 2030 offiziell in den Französischen Alpen – „Alpes 2030“ – ausgetragen, konkret in vier Regionen mit dem Hauptort Nizza. Harald Pechlaner sieht noch einen weiteren positiven Effekt der Verteilung: „Die Beteiligten, in unserem Fall Antholz, müssen nicht mehr die gesamte Last der Spiele tragen, sei es organisatorisch wie finanziell. Trotzdem können sie sich ins Rampenlicht rücken. Und in Antholz ist das mit Sicherheit gelungen.“ Für Cortina bedeuteten die Spiele hingegen die Gelegenheit, das Image des verblassten, primär vom Zweitwohnungstourismus geprägten Ortes abzuschütteln und durch den Bau neuer Hotels und die Erneuerung der Sportstätten wieder zu einer echten Tourismusdestination zu werden. Ob das gelingen wird, wird die Zukunft zeigen. Bahn vs. Straße

Im Zusammenhang mit Olympia wurde auch immer wieder betont, dass es eine einmalige Gelegenheit sei, ohnehin anstehende Investitionen zu beschleunigen. Das galt vor allem für die Mobilität, die Touristen genauso betrifft wie Einheimische. In Südtirol wurde lange Zeit die Riggertalschleife für die Direktverbindung der Pustertalbahn mit der Brennerbahnlinie als Argument ins Spiel gebracht. Es wäre

wohl zu schön gewesen, wenn der Großteil der Fans mit dem Zug nach Olang gereist wäre. Am Ende musste die Politik einsehen, dass sie zu hoch gepokert hatte. Die Direktverbindung wird wohl frühestens Mitte 2027 umgesetzt sein. Die meisten sogenannten „staatlichen Olympiagelder“ – fast 70 Prozent – wurden ohnehin in Straßenprojekte investiert – von denen allerdings ebenfalls kaum eines bis zum Termin fertiggestellt war. Bei einigen war das schon vorher bekannt, bei anderen konnte der Zeitplan schlicht nicht eingehalten werden. Wie bewertet der Tourismusexperte die Investitionen in Umfahrungen, MegaKreuzungen und in die Bahn? Sind sie zeitgemäß? „Dass Mailand-Cortina ein Beschleuniger von infrastrukturellen Entwicklungen war, ist eine Tatsache“, antwortet Harald Pechlaner. Grundsätzlich sei das positiv, vor allem, weil die Riggertalschleife wohl sonst noch später verwirklicht worden wäre. Er räumt aber auch ein, dass Straßenbau den Individualverkehr generell fördere – unabhängig vom Faktor der Lebensqualität vor Ort. „Damit werden wir das Verkehrsproblem nicht lösen.“ Der künftige Weg müsse indessen eindeutig in Richtung Bahn gehen. „Da heißt es, an den ganz großen Schrauben zu drehen, um die Mobilität in den Griff zu bekommen.“ Das ganz große Ziel müsse es sein, dass die Gäste zu einem guten Teil mit der Bahn anreisen und sich im Land vorwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln und auf der Basis alternativer Mobilitäts-

konzepte bewegen. „An diesem Ziel darf kein Weg vorbeiführen.“ Winter vs. Sommer

Nach den Olympischen Spielen 2026 in Antholz ist vor den Skiweltmeisterschaften 2031 in Gröden. Doch angesichts von Hitzesommern, akutem Wassermangel und den düsteren Prognosen für den Wintersport in tieferen Lagen drängt sich eine fundamentale Sinnfrage auf: Warum investiert Südtirol nach wie vor viele Millionen Euro, um sich als klassisches Winterparadies ins Rampenlicht zu rücken, wenn die Temperaturen steigen und der Schnee immer weniger wird? Harald Pechlaner sieht ganz klar die Notwendigkeit klimafreundlicher bzw. klimaneutraler Großveranstaltungen. Das Tourismusland Südtirol habe vor allem in Sachen Mobilität und Bauen aber noch viele klimawandelspezifische Herausforderungen vor sich. Die Bilanz des Tourismusforschers fällt aber nicht negativ aus, weil Südtirol „den Wandel an einigen Punkten bereits eingeleitet hat“. In den vergangenen Jahren sei hinter den Kulissen intensiv daran gearbeitet worden, selbst klassische Wintersportgebiete für den Sommer fit zu machen. Es wurde in Infrastruktur investiert und das Marketing neu ausgerichtet. Die Strategie dahinter sei klar: Je schneller und konsequenter der Sprung zum echten Ganzjahrestourismus gelingt, desto widerstandsfähiger wird die heimische Wirtschaft gegen die unaufhaltsamen Folgen des Klimawandels.


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EIN HARTER JOB – UND EIN GROSSER

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m Sport gilt ein ungeschriebener Glaubenssatz: Wer unter dem olympischen Feuer steht, hat es geschafft. Und wer bei den Spielen nicht nur dabei, sondern auch auf dem Podest ist, schreibt sich zusätzlich in die begehrteste Ahnengalerie des Sports ein. Für die meisten Menschen ist es wohl unvorstellbar, wie jemand jahrelang und unter maximalem Aufwand auf wenige Stunden, Minuten oder gar Sekunden hinarbeiten kann, die über Sieg oder Niederlage, über olympisches Gold oder Blech entscheiden. Für die Profis ist das ganz normal. Die Biathletin Dorothea Wierer machte nie ein Hehl daraus, dass die Spiele im eigenen Land die einzige Motivation für sie waren, ihre Karriere bis 2026 fortzuführen. Prompt hängte sie die Ski nach ihrem letzten OlympiaStart und noch vor dem Saisonende an den Nagel. Auch die Eppaner Tischtennisspielerin Debora Vivarelli möchte das olympische Flair unbedingt zum dritten Mal erleben (siehe Interview), „sonst hätte ich wohl schon aufgehört“. Geschichte mit Höhen und Tiefen

Es ist dieser eine Moment, alle vier Jahre, auf den Spitzensportler und Spitzensportlerinnen hinarbeiten: Bei Olympischen Spielen an den Start zu gehen, ist für sie das ultimative Ziel, dem sie vieles – ja fast alles – in ihrem Leben unterordnen. Doch woher kommt diese ungebrochene Faszination der fünf Ringe?

Schon immer waren die Olympischen Spiele das prestigeträchtigste Sportereignis der Welt. 776 v. Chr. sollen sie zum ersten Mal zu Ehren der griechischen Götter stattgefunden und aus nur einem einzigen Lauf bestanden haben. Nach und nach wuchs das Programm um weitere Disziplinen. Mit der Zeit versanken die antiken Spiele allerdings zusehends in Bestechung und Betrug, wofür Kaiser Nero als trauriger Höhepunkt steht. Schließlich machte der christliche Kaiser Theodosius dem Treiben ein Ende: Er stempelte das Spektakel als heidnisch ab und verbot es im Jahr 394 n.Chr. Erst 1.500 Jahre später hatte der legendäre französische Student Pierre de Coubertin die Idee einer Wiedereinführung der Olympischen Spiele, um junge Menschen aus aller Welt miteinander in Kontakt zu bringen. 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit in Athen statt – mit 240 Athleten aus 14 Nationen. Coubertin hielt eisern am Ideal des reinen Amateursports fest, und tatsächlich wurde der Paragraph, dass die Teilnehmenden kein Geld mit


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Sport verdienen dürfen, erst 1981 gestrichen. Auch glaubte er, Frauen seien für Olympia „uninteressant“, scheiterte damit aber an einer gewissen Alice Milliat. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass 1928 erstmals auch Frauen in einigen Disziplinen starten durften. Bereits vier Jahre zuvor hatten im französischen Chamonix die Olympischen Winterspiele Premiere gefeiert. Olympia als Wirtschaftsimperium

Längst hat sich aus der der romantischen Idee der Zusammenführung von jungen Menschen ein globales Wirtschaftsimperium entwickelt. Bei den jüngsten Sommerspielen in Paris bewegten sich die Teilnehmerzahlen bei weit über 10.000 Menschen aus über 200 Ländern, und auch bei den Winterspielen MailandCortina 2026 kämpften 3.500 Aktive aus 93 Ländern um Medaillen. Aus einem exklusiven Treffen von wenigen Amateuren ist also das größte und professionellste Medienspektakel der Erde geworden, das mehrere Milliarden Euro an Kosten verursacht, aber auch viele Milliarden generiert.

WER BEI DEN SPIELEN NICHT NUR DABEI, SONDERN AUCH AUF DEM PODEST IST, SCHREIBT SICH ZUSÄTZLICH IN DIE BEGEHRTESTE AHNENGALERIE DES SPORTS EIN. Mit diesem gigantischen Wachstum hat sich auch die Realität hinter den Kulissen verändert. Für die heutige Generation Olympia ist sportliche Höchstleistung nicht mehr nur ein persönliches Ziel, sondern auch ein harter Job. Ein einziger Moment entscheidet oft über den Marktwert eines Sportlers oder einer Sportlerin. Er bestimmt Sponsorenverträge, die mediale Präsenz und damit auch die finanzielle Situation. Spitzensportler

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DEBORA VIVARELLI (33) Eppan, Tischtennisspielerin, 2 Olympische Sommerspiele

Sie haben mit Tokio 2021 und Paris 2024 bisher zwei Olympische Spiele miterlebt. Was bleibt …? Debora Vivarelli: Olympia fühlte sich für mich an wie ein eigener Planet. Du lebst für einige Wochen mit tausenden Sportlerinnen und Sportlern quasi in einer WG, sitzt gemeinsam mit den Besten der Welt am Mittagstisch. Alle werden gleich behandelt, egal, wie berühmt oder unbekannt sie sein … Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Mein Mann (der Eishockey-Tormann Gianluca Vallini, Anm. d. Red.) war heuer zum ersten Mal bei den Winterspielen in Mailand-Cortina dabei und hat anschließend gesagt: „Jetzt weiß ich endlich, was dich an Olympia so fasziniert hat.“ Man muss es also erlebt haben, um es zu verstehen. Tischtennis ist eine Rand­sportart. Haben Sie dennoch als Profisportlerin ein gutes Auskommen? D. Vivarelli: Ganz ehrlich? Es ist sehr schwierig. Im Tischtennis können vielleicht die ersten 30 der Weltrangliste von Preisgeldern leben. Der Rest muss schauen, wie er sich finanziert. Wir sind ja verpflichtet, zwei Turniere im Monat im Ausland zu spielen, und ein solches Turnier kostet mich durchschnittlich 1000 Euro. Deshalb spiele ich zusätzlich in vier Ligen in Italien, der Schweiz, Schweden und Frankreich. Dort verdiene ich etwas Geld, mit dem ich die Turniere bezahle. Zwar habe ich wichtige Sponsoren in Südtirol und erhalte außerdem ein wenig Unterstützung vom Verein sowie vom Verband. Aber das alles macht höchstens 20 Prozent der Kosten aus.

Manch einer fragt sich jetzt vielleicht: Warum tut sie sich das an? D. Vivarelli: Weil ich für diesen Sport lebe und es mir immer noch sehr viel Spaß macht, zu trainieren und Wettkämpfe zu bestreiten. Ich reise viel, erlebe viel – das kann mir später niemand mehr nehmen. Natürlich ist man manchmal enttäuscht, wenn bei Turnieren kaum Publikum auf den Rängen sitzt. Und dass wir trotz desselben Trainingsaufwandes und derselben Anstrengung schlechter aufgestellt sind als Athleten und Athletinnen anderer Sportarten, ist auch nicht gerade motivierend. Aber mir ist es die Sache wert. Denken Sie über die Zeit nach der Sportkarriere nach? D. Vivarelli: Ja. Ich habe nebenbei „Lingue e Mercati“ studiert und nun ein Psychologiestudium aufgenommen, um später im Bereich der Sportpsychologie tätig zu sein. Ohne Plan B geht es in unserem Sport nicht. Und wie sieht es mit Olympia 2028 aus? D. Vivarelli: Hätte ich dieses Ziel nicht vor Augen, wäre ich wohl schon ausgestiegen. Aber ich möchte die Spiele unbedingt noch einmal erleben und tue alles dafür. Nach zwei Teilnahmen habe ich jetzt aber keinen Druck mehr. In Paris wollte ich für jene Menschen auftreten, die alles für mich getan haben, damit ich dabei sein kann – insbesondere für meine Familie. Die nächsten Spiele sind jetzt nur noch mein persönliches Ziel, das ich erreichen und dann genießen möchte.


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DOMINIK PARIS (37) Ulten, Skirennläufer, 3 Olympische Winterspiele, 1 Bronzemedaille

D. Paris: Nein. Für mich zählt immer das anstehende Rennen. Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Olympiame-

Besonders in d^er Abfahrt riskieren die Athleten und Athletinnen bei jedem Training oder Rennen die Gesundheit. Was treibt Sie an, dieses Risiko einzugehen? D. Paris: Das Rennen ist für mich nach wie vor pure Freude, sozusagen der Lohn fürs harte Training. Ich bewege mich gern auf dem schmalen Grat, auf dem ich aber trotz hoher Geschwindigkeit noch die Kontrolle über die Fahrt haben muss. Alles andere muss ich ausblenden oder darf ich gar nicht einblenden. In dem Moment, in

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Sie haben 2026 Ihre erste Olympiamedaille gewonnen. Fällt da auch Druck ab – und womöglich Motivation?

D. Paris: Für mich ist es im Moment am schwierigsten, die Balance zwischen Höchstleistung und Überlastung zu halten. Mit 37 Jahren habe ich den Jüngeren etwas voraus, was Routine und Erfahrung anbelangt. Aber der Körper ist nicht mehr imstande, sich so schnell zu erholen wie es bei den Jüngeren der Fall ist. Das heißt, ich muss gut haushalten. Und das gelingt nicht immer, weil der Kopf will, der Körper aber bremst. Hingegen habe ich immer noch Lust zu trainieren. Druck von außen spüre ich eigentlich kaum.

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WIR SPORTLER STECKEN UNS VIELE ZIELE, UND MANCHE ERREICHEN WIR SPÄT, MANCHE AUCH GAR NICHT. DIE ZIELE SIND ES ABER AUCH, DIE UNS MOTIVIEREN.

Welche ist die größte Herausforderung beim Training?

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Dominik Paris: Olympia ist das größte Sport-Event überhaupt. Dabei zu sein, ist deshalb auch für mich das Größte. Im Weltcup oder auch bei Weltmeisterschaften sind wir „unter uns“, auch was das Publikum anbelangt. Das schauen sich nur wirkliche Fans an, und dieser Kreis ist sehr klein im Vergleich zu Sportarten wie Fußball oder Formel 1. Olympische Spiele hingegen erreichen Menschen in der ganzen Welt, und das ist schon ein anderes Gefühl. Wobei die Sommerspiele eine viel größere Dimension haben als die Winterspiele. Trotzdem denke ich, dass jeder Sportler den Olympiatraum hat.

daille gewonnen habe. Aber wenn es bis zu meinem Karriereende nicht geklappt hätte, hätte ich damit leben können. Denn wir Sportler stecken uns viele Ziele, und manche erreichen wir spät, manche auch gar nicht. Die Ziele sind es aber auch, die uns motivieren. Sonst würden wir uns nicht täglich beim Training abschinden. In der nächsten Saison stehen Weltmeisterschaften an. Darauf hinzuarbeiten, um genau im richtigen Moment gut drauf zu sein, das strebe ich aktuell an. An die nächsten Olympischen Spiele denke ich hingegen nicht.

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Welchen Stellenwert haben Olympische Spiele für einen erfolgreichen Profisportler wie Sie im Vergleich zu anderen Veranstaltungen, etwa einer Weltmeisterschaft oder einer gesamten Weltcupsaison?

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dem sich im Kopf die Angst vor einem Sturz oder einer Verletzung bemerkbar macht, hat ein Wettkampf keinen Sinn mehr. Ich weiß genau: Wenn ich 100 Prozent gebe und dennoch weit hinter der Konkurrenz lande, blockiert etwas. Entweder ich schaffe es, das zu überwinden, oder ich beende die Karriere. Inwiefern ist Sport für Sie Arbeit? Wollen Sie also auch gewinnen, um Geld zu verdienen? Oder spielt das im Kopf gar keine Rolle? Sie ernähren schließlich eine Familie. D. Paris: Nein, an den wirtschaftlichen Aspekt denke ich bei einem Rennen nie. Natürlich freut es mich, wenn ich vorn liege, und wenn es dann mehr Preisgeld ist, kann das nicht schaden. Aber ich möchte ein Rennen grundsätzlich nur gewinnen, um mir, den Fans und den Trainern zu zeigen, was möglich ist. Denken Sie als etablierter TopAthlet an den Übergang in die „normale“ Arbeitswelt? D. Paris: Je älter ich werde, desto öfter überlege ich, wie es nach der sportlichen Karriere weitergehen könnte. Ich habe bisher immer das getan, was ich am liebsten tue. Eine Arbeit zu finden, die ich über Jahre mit derselben Leidenschaft ausüben kann wie den Sport, wird eine Herausforderung werden. Ich mache mir aber keinen Druck. Vielleicht braucht es zuerst auch den „Cut“, damit die Entscheidung über die Zukunft nach der Profikarriere wirklich fallen kann. Solange ich mitten im Skizirkus bin, scheint der Rest weit weg.


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CHRISTOPH PIRCHER (23) Terlan, Biathlet, Olympische Winterspiele als Ziel

Socials agieren, Verhandlungen führen, Medienanfragen kanalisieren und gleichzeitig im Training an ihre körperlichen

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und -sportlerinnen müssen außerdem weit mehr sein als nur körperlich fit. Sie müssen ihre Marke pflegen, auf den

Denken Sie jetzt schon daran, wenn Sie trainieren?

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Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Ich denke nie daran. Aber

Das kann ich nicht beurteilen, weil ich keinen anderen Beruf kenne. Aber ein anstrengender Beruf ist es auf jeden Fall. Acht Stunden Arbeit und dann Freizeit – das spielt sich bei uns nicht. Der Tag ist ein ständiger Rhythmus von diszipliniertem Training, richtigem Essen, ausreichendem Schlafen – und im Winter kommen die Wettkämpfe dazu. Hobbys haben da kaum Platz. Selbst im Urlaub tickt die Trainingsuhr im Hintergrund. Man muss den Sport also überaus lieben, wenn man ihn zum Beruf macht.

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Sport als Beruf – erstrebenswert?

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Das Team Milano-Cortina 2026 war praktisch die B-Mannschaft, der ich in den vergangenen Jahren angehört habe. Hauptziel war es aber nicht, an den Olympischen Spielen in Antholz teilzunehmen, sondern eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Konkret in Reichweite war Antholz für mich nicht. Vor den Spielen habe ich beim IBU-Cup zwar tolle Ergebnisse erzielt, aber für eine Nominierung wäre es dann ohnehin zu spät gewesen. Mein großes Ziel ist Frankreich im Jahr 2030.

vier Jahre sind eine lange Zeit. Da kann sehr viel passieren. Deshalb ist es wichtig, den Fokus auf die nächste Saison zu legen und mich in der A-Mannschaft zu etablieren. Alles, was ich mir jetzt aufbaue, kann mir in vier Jahren von Nutzen sein.

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Sie waren Teil des „Teams Milano-Cortina 2026“. Waren die Olympischen Spiele in Antholz für Sie in greifbarer Nähe?

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Wie wichtig sind Sponsoren? Ich bekomme zwar als Mitglied der Sportgruppe der Polizei ein Gehalt. Aber Sponsoren erleichtern vieles. Als Sportler habe ich sehr oft unerwartete Ausgaben, auf die ich nicht verzichten kann oder will. Da hilft es ungemein, wenn es Unterstützung gibt, und es spornt auch an. Man will schließlich für diese Unterstützung eine gute Leistung bringen. Was unterscheidet Olympische Spiele und Weltmeisterschaften in Ihrem persönlichen Denken? Beides ist super, aber Olympia ist halt das Größte. Ein einziges olympisches Rennen kann dein Leben verändern.

Grenzen gehen. Das erfordert ein extremes Maß an Disziplin und Management schon in sehr jungen Jahren.

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28 Nr. 5/2026

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Handwerk braucht Zukunft. Warum Qualität, Ausbildung und Unternehmertum im Grooming bedeutender sind denn je. Ein Gespräch mit Petra Schmieder, Hundefriseurin, Unternehmerin und Ausbilderin. Radius: Frau Schmieder, warum ist der Beruf des Hundefriseurs heute gesellschaftlich und wirtschaftlich relevant? Petra Schmieder: Haustiere haben einen hohen Stellenwert, gleichzeitig steigen die Ansprüche an Gesundheit und Pflege. Professionelle Fellpflege ist längst mehr als Kosmetik. Wir erkennen oft frühzeitig Hautprobleme, Parasiten oder andere Auffälligkeiten und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl. Dafür braucht es qualifizierte Fachkräfte.

Radius: Kann digitale Ausbildung praktische Erfahrung ersetzen? P. Schmieder: Nein. Digitale Inhalte können Theorie vermitteln, etwa Anatomie oder Betriebswirtschaft. Das handwerkliche Arbeiten entsteht jedoch durch Praxis, Erfahrung und direkte Anleitung. Das bleibt der Kern einer hochwertigen Ausbildung. Radius: Was macht erfolgreiche Betriebe aus? P. Schmieder: Langfristig setzt sich Qualität durch. Nachhaltiger Erfolg basiert auf fachlicher Kompetenz, ehrlicher Beratung und Vertrauen. Nicht Rabatte, sondern zufriedene Kunden sichern den Erfolg. Radius: Wie entwickelt sich das Berufsbild? P. Schmieder: Die Bedeutung unseres Berufs wird zunehmend erkannt. Groomer leisten einen Beitrag zur Tiergesundheit und müssen heute neben handwerklichem Können auch Beratungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit mitbringen.

Radius: Es gibt jedoch keinen klassischen Ausbildungsberuf. Wie sehen Sie das? P. Schmieder: Das ist eine große Herausforderung. Die Nachfrage wächst, aber einheitliche Qualitätsstandards fehlen. Ausbildungsangebote unterscheiden sich stark, und für Kunden ist die tatsächliche Qualifikation oft schwer erkennbar. Wer mit lebenden Tieren arbeitet, trägt Verantwortung. Deshalb ist eine fundierte praktische Ausbildung unverzichtbar. Radius: Sie haben den ersten IHK-Zertifikatslehrgang für Hundefriseure mitentwickelt. Welche Bedeutung hatte das?

Radius: Was wünschen Sie sich für die Zukunft? P. Schmieder: Mehr Anerkennung für unser Handwerk und einen stärkeren Fokus auf Qualität. Gute Ausbildung schützt die Tiere und stärkt F o t o : P a ul C r o e s gleichzeitig die Zukunft der gesamten Branche. Vertrauen bleibt dabei der wichtigste Erfolgsfaktor.

ZUR PERSON

P. Schmieder: Das war ein wichtiger Meilenstein. Erstmals wurde deutlich, dass unser Beruf professionelle Standards verdient. Diese Entwicklung hat meinen Anspruch an eine fundierte, praxisnahe Ausbildung bis heute entscheidend geprägt.

Petra Schmieder ist seit bald 20 Jahren als Hun-

Radius: Heute führen Sie die Pet & Luca Groomerschule. Was ist Ihr Ansatz?

sie mit einem weiteren unternehmerischen Projekt

P. Schmieder: Wir verbinden handwerkliche Ausbildung mit modernem Unternehmertum. Gute Groomer brauchen nicht nur fachliches Können, sondern auch Kenntnisse in Kalkulation, Kundenbetreuung und Marketing. Genau diese Kombination möchten wir vermitteln.

defriseurin und Unternehmerin tätig und führt den Happy-Saloon in Bozen. Als Ausbilderin war sie Mitentwicklerin des ersten IHK-Zertifikatslehrgangs für Hundefriseure in Deutschland. Parallel dazu ist in Deutschland aktiv: Als Gründerin der Pet & Luca Groomerschule in Rheinland-Pfalz verbindet sie ihre langjährige Praxiserfahrung mit ihrem Schwerpunkt in der Ausbildung. Ihr Ziel ist die Verbindung von handwerklicher Qualität, Unternehmertum und Verantwortung gegenüber Tier und Mensch.


Südtiroler Wollhandwerk mit Tradition

In St. Leonhard im Passeiertal verarbeiten wir heimische Bergschafwolle zu hochwertigen Produkten mit Charakter: von der originalen Sarner Strickjacke bis zu Wollaccessoires und Heimtextilien. Regionales Handwerk, das man gerne trägt, schenkt und weitergibt.

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DASOTEC-Standort Castelgomberto (VI)

Das unsichtbare Herzstück der Wirtschaft Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und automatisierte Produktionsanlagen erhöhen den Energiebedarf und die Anforderungen an eine stabile Stromversorgung. Eine zentrale Rolle übernehmen dabei Leistungstransformatoren. Meist arbeiten sie unbemerkt im Hintergrund. Doch wenn sie ausfallen, können Produktionslinien, Rechenzentren oder wichtige Infrastruktureinrichtungen zum Stillstand kommen.

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eistungstransformatoren bilden die Schnittstelle zwischen Energieerzeugung, Stromnetz und Verbraucher. Störungen können hohe Folgekosten und Risiken für Menschen und Infrastruktur verursachen. Intelligente Überwachung statt ungeplanter Stillstände

Während Transformatoren früher vor allem in festen Zeitabständen geprüft wurden, setzen Betreiber heute verstärkt auf zustandsorientierte und vorausschauende Instandhaltung. Moderne Monitoring- und Diagnosesysteme ermöglichen einen kontinuierlichen Einblick in den Zustand der Anlagen.

CEO Ing. Diego Pattaro und Firmeninhaber David Somvi

Die Analyse der im Isolieröl gelösten Gase – das sogenannte DGA-Monitoring – liefert frühzeitig Hinweise auf thermische oder elektrische Fehler. Ergänzt wird sie durch die Überwachung von Teilentladungen, faseroptische Temperaturmessungen und relevanten Betriebsparametern. Veränderungen können dadurch erkannt werden, bevor ein schwerwiegender Schaden entsteht. Für Betreiber bedeutet dies mehr Transparenz und Planungssicherheit. Wartungsarbeiten lassen sich gezielt vorbereiten und in geplante Betriebsunterbrechungen integrieren. Das erhöht die Anlagenverfügbarkeit, reduziert Kosten und kann die Lebensdauer eines Transformators verlängern. Technik und Erfahrung aus einer Hand

Monitoring allein reicht jedoch nicht aus. Entscheidend ist, die Daten richtig zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Dafür braucht es moderne Technik, Fachwissen und Erfahrung. Die DASOTEC-Gruppe mit Sitz in Bozen verbindet diese Kompetenzen. DASOTEC liefert ausgewählte Komponenten, Monitoring-Systeme und maßgeschneiderte technische Lösungen für Leistungstransformatoren. Die Tochtergesellschaft DASOTEC Service begleitet Energieversorger, Netzbetreiber, Transformatorenhersteller und Industrieunternehmen direkt vor Ort. Das Leistungsspektrum umfasst Montage und Demontage, Vakuumbehandlung und Befüllung, Ölbehandlung, Trocknung sowie Diagnosemessungen und elektrische Prüfungen. Durch die Verbindung von Komponenten, Zustandsüberwachung, Engineering und europaweitem Vor-Ort-Service erhalten Kunden abgestimmte Lösungen aus einer Hand. Von Südtirol aus ist die DASOTEC-Gruppe bei Projekten in ganz Europa im Einsatz. Sie verbindet regionale Verlässlichkeit mit internationaler Erfahrung und spezialisierter technischer Kompetenz. Transformatoren sorgen für einen sicheren und stabilen Energiefluss. Sie sind das unsichtbare Herzstück unserer Wirtschaft – und eine wesentliche Grundlage für die Energieversorgung von morgen.


KI-Generiert


PORTRAIT

Foto © Josef Plaickner

32 Nr. 5/2026

Andrea (links) mit ihrer Teampartnerin Marion Oberhofer

„ IMMER NOCH DIE ANDREA“ Der 11. Februar 2026 wird Andrea Vötter für immer im Gedächtnis bleiben: An diesem Tag hat sie mit ihrer Rennrodel-Partnerin Marion Oberhofer die erste Goldmedaille im Kunstbahn-Doppelsitzer erworben. Am Tag darauf folgte die Bronzemedaille im Teamlauf. Ergebnisse, auf die sie mit eiserner Disziplin und einer Portion Sturheit hingearbeitet hat. Zwei von insgesamt sieben Südtiroler Wintersport- und zwei Parasportmedaillen. Ein unglaubliches Ergebnis!

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ailand-Cortina 2026 ist bereits die vierte Winterolympiade, an der Andrea Vötter teilgenommen hat. Seit sie neun Jahre alt ist, dreht sich ihr Leben ums Rodeln. Die beiden Medaillen sind das Ergebnis von Disziplin, Ehrgeiz, Talent und, wie sie lachend zugibt, einer gehörigen Portion Sturheit. Die Anfänge ließen zumindest nicht auf Gold schließen. Als Kind und Jugendliche hieß Rodeln für Andrea vor allem, Opfer zu bringen. Jeden Tag nach der Mittelschule schnell im Bus essen und zum Training fahren, abends spät heimkommen. Mit der Oberschule wurde es erfreulicher. Andrea wählte die Sportschule in Mals und wechselte zur Kunstbahn. Mals bedeutete weniger Stress, um zum Training zu kommen, dafür aber fern von der Familie und den Freunden, und sie musste ihr Instrument aufgeben. Zum Klarinette-Spielen ließ das intensive Trainingsprogramm keine Zeit. Ebenso wenig wie für Leichtathletik und Handball, Sportarten, die sie ebenfalls ausübte. Andrea: „Wenn ich etwas mache, dann hundert Prozent.“ Und das ist wohl auch letztlich der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Eine harte Probe

Die ersten Jahre war die Völserin nur mäßig erfolgreich. In der ersten Oberschulklasse fragte sie sich tatsächlich, ob sie am Rodeln festhalten oder einen Job im Büro anvisieren sollte. Aber, so Andrea, „Irgendwann ging der Knopf auf.“ Und nicht zuletzt auch dank ihrer „Sturheit“ hielt sie doch am Rodeln fest. 2014 errang sie den Junioren-Weltmeistertitel in Igls. In der Saison 2015/16 wurde sie nach einer Verletzung auf eine harte Probe gestellt. A ­ ndrea Vötter musste sich an beiden Schultern operieren lassen, die linke sogar zweimal. „Die Schulter ist für den Rodelsportler das, was das Knie für den Skifahrer ist. Ich war lange in Therapie und es war hart, zu warten, um das Training wieder aufzunehmen.“ Nach der Schulter kam ein neuer Chef-Trainer, die Rennlegende Armin Zöggeler, und unter seiner und Klaus Koflers Führung begann der Aufstieg. Nach der Matura stand die heute 31-Jährige vor einem weiteren Problem: einen Job finden, der mit dem Trai-


PORTRAIT

Auch ihr Lebenspartner Kevin Fischnaller, der bis vor drei Jahren ebenfalls im Rodelsport aktiv war und heute die Jugendmannschaft trainiert, ist ihr eine notwendige Stütze.

DIE SCHULTER IST FÜR DEN RODELSPORTLER DAS, WAS DAS KNIE FÜR DEN SKIFAHRER IST. Nie mit jemand anderem in der Rodel

Andrea sitzt oder besser liegt im Schlitten vorn, sozusagen auf ihrer Partnerin. Sie ist die Pilotin, ihre Teampartnerin Marion Oberhofer reagiert auf jede ihrer Bewegungen. Sie sieht und lenkt mit ihrem Gewicht und den Füßen, während ihre Partnerin mit Rücken und Hintern reagiert. Kleinste Nuancen entscheiden über die makellose Bahn und Geschwindigkeit. „Tatsächlich würde ich nie jemanden anderes auf meine Rodel setzen“, unterstreicht Andrea Vötter. „Wir teilen die gleiche Leidenschaft, haben die gleichen Ziele. Wir gewinnen und wir verlieren, lernen aus den Tiefen und freuen uns über die Erfolge.“ Es ist notwendig zu betonen, dass man eine Goldmedaille nicht alleine oder nur mit der Team-Partnerin gewinnt. Man gewinnt sie mit der ganzen Mannschaft, den Trainern, dem Verband, der Sportgruppe und nicht zu vergessen mit der Familie. Nicht nur wegen der Medaillen war die Olympiade 2026 für Andrea Vötter die großartigste. Sie sagt, dass es einmalig ist, vor der Haustür, vor

einem begeisterten Publikum und in einem wunderschönen alpinen Ambiente zu gewinnen. Geschwindigkeit und Präzision

Was Andrea Vötter so an der Rennrodel fasziniert, dass sie auch in den nicht unbedingt von Erfolgen gekennzeichneten ersten Jahren daran festgehalten hat? „Die Geschwindigkeit und die absolute Präzision“, sagt sie. In Cortina für die Goldmedaille waren es ca. 135 km/h auf einer Länge von 1.295 Metern und einer Bestzeit von 1:46,248 in zwei Läufen. Die kleinste Abweichung entscheidet über Erfolg oder Niederlage. Andrea Vötter nennt als ihre positiven Eigenschaften Ehrgeiz, Humor und Ehrlichkeit, während sie Sturheit als negative Eigenschaft betrachtet. Was für sie essenziell ist, ist die Aussage: „Ich bin immer die Andrea, für mich als Person hat sich nichts geändert und die Motivation ist immer noch da.“ Vielleicht sogar das Fernziel einer weiteren Olympiade. Aber Schritt für Schritt. Das nächste konkrete Ziel heißt Weltmeisterschaft. 2027 in Igls. „Wir möchten ja auch bestätigen, warum wir Olympiasiegerinnen sind“, lacht sie. Und wie sieht es mit anderen Zielen aus? Etwa Familie? Andrea Vötter ist eine sehr diskrete Person, die ihr Privatleben gerne aus dem Rampenlicht hält, aber etwas will sie doch dazu sagen. „Irgendwann ist das sicher in Planung.“ Und einen Traum hat sie auch, den sie sich vielleicht schon nächstes Jahr erfüllen wird: ein gemeinsamer Urlaub mit ihrer Schwester und der ganzen Familie. Wohin? Andrea Vötter lacht: Ins Warme natürlich, Meer, Sonne und vielleicht auch Wellness. Foto © FIL Michael Kristen

ning vereinbar ist, oder doch aufhören. Sie verpasste zunächst die Einschreibung in die Sportgruppe des Heeres, trainierte am Vormittag und ging nachmittags arbeiten. Im November 2018 wurde Andrea Vötter schließlich Mitglied der Sportgruppe des italienischen Heeres. Seither kann sie sich voll auf das Training konzentrieren. 2019 errang sie die erste Goldmedaille im Teamlauf beim Europacup. 2022 wagte sie mit Teampartnerin Marion Oberhofer, sich der Herausforderung Doppelsitzer zu stellen. Eine von Erfolg gekrönte Entscheidung: 2023 errangen sie Gold im Doppelsitzer bei den Europameisterschaften in Sigulda, 2024 wurden beide Weltmeister im DoppelsitzSprint bei den Rennrodel-Weltmeisterschaften in Altenberg. Seit 2022 hieß das Fernziel Olympia Mailand-Cortina 2026. Wie sieht ein typischer Tag einer Leistungssportlerin im Kunstbahnrodeln aus? Um 7 Uhr klingelt der Wecker, Frühstück und im Anschluss das erste Training. Krafttraining oder Starttraining am Laufband, auf das eine Rodel montiert ist. Am Nachmittag geht es um Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft. Hinzu kommen regelmäßige Physiotherapieund Regenerierungsprogramme. Von Oktober bis April ist die Olympiasiegerin ständig unterwegs. Der Rennkalender ist dicht und im Winter lebt sie sozusagen aus dem Koffer. Notwendig für Andrea: „Auch wenn ich nicht viel zuhause bin, ich habe den Halt meiner Familie und meiner Freunde, Freunde, die ich schon aus der Kindergarten- und Grundschulzeit habe!“

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Andrea ist die Pilotin und liegt im Schlitten vorn.


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IT als strategischer Erfolgsfaktor Die Rolle der IT hat sich grundlegend verändert. Früher sorgte sie vor allem dafür, dass Systeme funktionierten. Heute hilft sie, Prozesse zu optimieren, Kosten zu reduzieren, datenbasierte Entscheidungen zu unterstützen und Innovationen voranzutreiben. Moderne IT leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Unternehmenserfolg.

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it neuen Anforderungen und Entwicklungen erweitert sich das Aufgabengebiet der internen IT-Abteilung. Cloud-Technologien, Künstliche Intelligenz und Cybersecurity erfordern laufend neues Fachwissen und spezialisierte Kompetenzen. Für viele Unternehmen wird es jedoch immer schwieriger, den sicheren Betrieb der IT und ihre strategische Weiterentwicklung mit eigenen Ressourcen zu bewältigen. Standardaufgaben binden kostbare Zeit, während der Bedarf an spezialisierten Fachkräften wächst. Mehr Zeit für Innovation

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