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MARKT20260718

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KARRIERE TROTZ WENIGER STUNDEN?

Blickwechsel: Teilzeit

Strukturelle Herausforderungen wie Braindrain und Überalterung bringen klassische Vollzeitmodelle ins Wanken. Gefragt sind vermehrt flexiblere Konzepte und partizipative Führungsansätze, weshalb das Thema Teilzeit in ein völlig neues Licht gerückt wird. Mehr dazu auf Seite 3

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WORAUF ES BEI DER STELLENSUCHE ANKOMMT

SO ARBEITET SÜDTIROL

Wöchentliche Insidertipps

Für mehr Sein als Schein

Soll es eine Rolle in der Verwaltung sein?

Oder doch lieber im Marketing? Halte ich mich an einen Konzern oder besser an einen Familienbetrieb? Die Möglichkeiten sind vielfältig, ausgerechnet deshalb fällt die Wahl aber häufig schwer.

HR-Expertin Nicole Stampfer weiß, dass viele Menschen ihre Karriereentscheidungen primär an Gehalt, Titel oder Unternehmensimage ausrichten. Die eigenen Werte und Bedürfnisse geraten dabei oft in den Hintergrund. Gestiegene Erwartungen und weniger lineare Karrierewege machen die Orientierung zudem nicht einfacher. Wie gewinnt man also Klarheit?

ERST REFLEKTIEREN, DANN BEWERBEN

Ein großer Teil der Jobsuchenden konzentriert sich darauf, sich möglichst schnell die nächste Beschäftigung bzw. Gehaltsüberweisung zu sichern. Vergessen wird, zu überlegen, was man tatsächlich möchte.

Um spätere Unzufriedenheit zu vermeiden, empfiehlt Stampfer, kurz innezuhalten und sich folgendes vor Augen zu führen:

• Was motiviert mich?

• Welche Rahmenbedingungen brauche ich?

• Welche Werte sind mir wichtig?

• Wie soll sich meine Zukunft entwickeln?

NICOLE STAMPFER

ist seit über 10 Jahren im Recruiting tätig. Heute begleitet sie bei Dr. Schär Fach- und Führungskräfte bei der Besetzung unterschiedlichster Positionen – vom Junior- und Spezialistenprofil bis hin zu leitenden Funktionen. Darüber hinaus ist sie firmeninterne Ansprechpartnerin für weitere HR-Themen und für das Employer Branding zuständig.

AUTHENTIZITÄT IM BEWERBUNGSPROZESS

Wurde eine vielversprechende Stellenausschreibung gesichtet und folgt eine Einladung zum Gespräch, gilt es, ehrlich zu sein. Denn wer sich im Verfahren verstellt, riskiert, in einem Tätigkeitsfeld zu landen, das nicht kompatibel ist. Dasselbe kann passieren, wenn die Aussagen von potenziellen Arbeitgebenden nicht kritisch hinterfragt werden.

Um ein realistisches Bild zu bekommen, hilft es, sich während des Recruitings nach weiteren Einblicken zu erkundigen. „In einem Produktionsumfeld kann die Bitte nach einer Firmenführung sinnvoll sein. Ansonsten interessieren Sie sich für konkrete Beispiele aus dem Projektalltag“, rät Stampfer.

AKTIV FRAGEN UND AUFMERKSAM ZUHÖREN

Um nach der Probezeit nicht erneut nach Perspektiven Ausschau halten zu müssen, ist es ebenso ausschlaggebend, die Kennenlernphase bewusst zu nutzen und gute Fragen vorzubereiten. Dazu gehören:

• Was sind die zentralen Ziele in den ersten sechs bis 12 Monaten?

• Wie wird Erfolg gemessen?

• Wie ist das Team strukturiert und wie wird zusammengearbeitet?

• Was schätzen Mitarbeitende am Unternehmen und was empfinden sie als herausfordernd?

Stampfer warnt: „Stutzig machen sollte, wenn vorab schon widersprüchliche Aussagen, überzogene Vorstellungen oder ein unorganisiertes und wenig wertschätzendes Vorgehen auffallen.“

NICHT JEDE CHANCE IST DIE RICHTIGE

Sagt das eigene Bauchgefühl Nein, stimmen grundlegende Prinzipien nicht überein oder wird man im Austausch zunehmend desillusioniert, sollte ein Jobangebot tendenziell abgelehnt werden. „Gerade langfristig zahlt es sich aus, nicht vorschnell zuzusagen – selbst wenn es bedeutet, eine vermeintlich attraktive Option zu verpassen“, so Stampfer.

Foto
Dr. Schär

KARRIERE TROTZ WENIGER STUNDEN?

Blickwechsel: Teilzeit

Teilzeit genoss lange einen schlechten Ruf, weil sie mit mangelnder Verfügbarkeit und fehlendem Karriereinteresse verbunden wurde. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass diese Sichtweise überholt ist. Entsprechend etabliert sich das reduzierte Modell zunehmend, sodass eine geringere Arbeitszeit selbst bei Führungskräften zu einem immer häufiger auftretenden Phänomen wird.

Wer Teilzeitarbeit verstehen will, muss zunächst die Bedeutung des Begriffs kennen. Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass das Arbeitsverhältnis automatisch einen reinen Halbtagsjob bezeichnet. Irmgard Lantschner von

der Handelskammer Bozen möchte mit diesem Irrtum aufräumen und erklärt: „Sobald Mitarbeitende weniger als 100 Prozent aktiv sind, ist von Teilzeit zu sprechen – selbst dann, wenn das Arbeitspensum bei 95 Prozent liegt.“

Unbezahlte Care- und Pflegearbeit ist nach wie vor ein wesentlicher Grund dafür, dass viele keine Vollzeitbeschäftigung ausüben.

EIN WACHSENDER TREND

Aus den Arbeitsmarktzahlen für das Jahr 2024 geht hervor, dass Teilzeitbeschäftigungen in Südtirol auf dem Vormarsch sind. Mehr als ein Viertel aller erwerbstätigen Personen nehmen diese Möglichkeit wahr, wobei es auffällige Geschlechterunterschiede gibt. Fast jede zweite berufstätige Frau hat verkürzte Stunden, besonders in ihren Mitte 30ern bis Ende 40ern. Im Gegensatz dazu liegt der Anteil bei Männern bei etwas mehr als 10 Prozent. Sie entscheiden sich meist erst gegen Ende ihres Berufslebens für eine Reduzierung.

GRÜNDE FÜR TEILZEIT

IRMGARD LANTSCHNER

leitet die Abteilung Innovation und Unternehmensentwicklung der Handelskammer Bozen. Diese begleitet Unternehmen von der Gründung bis zur Nachfolge und führt zugleich die Servicebereiche Work in Südtirol und audit familieundberuf.

Die Verrichtung unbezahlter Care- und Pflegeaufgaben ist nach wie vor ein wesentlicher Faktor, auf den der Verzicht auf eine Vollzeitanstellung zurückgeführt werden kann. Daneben ist typischerweise der Wunsch, mehr Zeit für sich und das eigene private Umfeld zu haben, ausschlaggebend.

Lantschner weiß allerdings, dass diese Motive nicht alle Fälle abdecken: „Es gibt Menschen, die nicht unbedingt aus freien Stücken Teilzeit wählen. In bestimmten Dienstleistungsbranchen wie etwa der Reinigung ist sie der strukturelle Standard. Insgesamt arbeiten in Südtirol rund 10.000 Menschen sozusagen unfreiwillig unterhalb der Vollzeitbasis.“

WEITREICHENDE AUSWIRKUNGEN

Tatsache ist, dass ein geringeres Arbeitsvolumen die spätere Rente negativ beeinflusst. Zudem war es bis vor einigen Jahrzehnten so, dass Teilzeit unweigerlich mit begrenzten Chancen für einen

„Während einst vor allem physische Präsenz und Kontrolle zählten, kommt es mittlerweile auf messbare Ergebnisse und partizipative Führung an.“

Irmgard Lantschner

beruflichen Aufstieg einherging. „Eine Führungskraft zu sein hieß, als Erstes zu kommen und als Letztes zu gehen“, erzählt Lantschner. Ergänzend dazu galten Eigenschaften wie Autorität und Durchsetzungsvermögen sowie die Fähigkeit, Leistung einzufordern und unter Aufsicht zu halten, als zentrale Voraussetzung.

MODERNE ARBEITSKULTUR ALS KONSEQUENZ

Renteneinbußen sind zwar nach wie vor Thema, jedoch hat sich das Arbeitsverständnis durch den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel zuletzt stark verändert. Jede qualifizierte Fachkraft ist nun Gold wert und muss langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Nach der Expertin gelingt dies nur, wenn agilere Modelle zugelassen werden: „Wenn sich der Beruf nicht nach den Ansprüchen und Bedürfnissen der Arbeitnehmenden richtet, fällt wertvolles Personal weg.“

Aus volkswirtschaftlicher Sicht hilft Teilzeit außerdem dabei, den Arbeitsmarkt inklusiv zu öffnen. Personen mit Einschränkungen können optimal integriert und das schlummernde Erwerbspotenzial des Landes ausgeschöpft werden. „Flexible Beschäftigungsformen sind ein wichtiger Anreiz, um die Erwerbsarbeit interessanter zu machen. Es sollte nicht sein, dass der Bezug von Sozialleistungen eher präferiert wird als eine Teilzeittätigkeit“, so Lantschner.

NEUE

ANFORDERUNGEN AN

LEADERSHIP

Viele einheimische Firmen haben bereits erkannt, dass das Festhalten an alten Mustern ihren Erfolg nachhaltig gefährdet. Vor allem in Bereichen, in denen Kreativität und Service im Mittelpunkt stehen, wird deshalb bereits eine bessere WorkLife-Balance gefördert – auch bei Stellen mit hoher Verantwortung. Damit haben sich mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso Managementphilosophien weiterentwickelt.

Flexible Arbeitsmodelle und eine moderne Führungskultur schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Teilzeit und berufliche Entwicklung zunehmend miteinander vereinbar sind.

„Während einst vor allem physische Präsenz und Kontrolle zählten, kommt es mittlerweile auf messbare Ergebnisse und partizipative Führung an“, stellt Lantschner fest. Konkret heißt das, dass von den Vorgesetzten erwartet wird, dass sie ihren Teammitgliedern Vertrauen entgegenbringen, ihnen Gestaltungsspielraum zusprechen, sie an Meilensteinen und Visionen teilhaben lassen sowie Interesse an ihrem Wohlbefinden und individuellem Wachstum an den Tag legen. Zu den Prioritäten gehört es jetzt, gesunde Arbeits- und Kommunikationsbeziehungen zu pflegen und für gute Arbeitsumstände zu sorgen. Nach Lantschners Einschätzung können diese bei klaren Zuständigkeiten, kurzen Entscheidungswegen und unterstützender Organisation selbst mit einem Beschäftigungsausmaß von mindestens 60 Prozent effizient verfolgt werden.

KANN MAN ALLES HABEN?

Karriere ist damit nicht mehr zwangsläufig an Anwesenheit gebunden. Verlockend erscheint demnach die Kombination von Teilzeit und Homeoffice, um noch mehr Freiheiten zu gewinnen. Lantschner rät aufgrund folgender Gesichtspunkte aber zur Vorsicht:

1. Weniger Sichtbarkeit: Wer weniger anwesend ist, wird seltener in spontane Entscheidungen, die bei informellen Gesprächen im Büro fallen, eingebunden. Persönliche Netzwerkarbeit bleibt daher in jeder Position essenziell.

2. Vollzeiteinsatz bei Teilzeitgehalt: Es entsteht oft sozialer Druck, permanent zu beweisen, dass man sich zurecht in der eigenen Rolle befindet. Wird nicht delegiert, geht das auf Kosten von Erholung und Belastbarkeit.

Als tragfähigere Alternative sieht Lantschner das Jobsharing. Sofern der Partnerschaft ausführliche Absprachen und ein geteiltes Pflichtbewusstsein zugrunde liegen, würde diese Arbeitsplatzteilung eine Zukunftsidee sein, die unvorhergesehenen Ausfällen grundsätzlich vorbeugt.

WENIGER HIERARCHIE, MEHR KNOW-HOW

Parallel zur Offenheit gegenüber dynamischen Arbeitsstrukturen lässt sich nichtsdestotrotz beobachten, dass das klassische Erklimmen der Karriereleiter für viele Talente der jüngeren Generationen an Reiz verloren hat. Es geht ihnen nicht mehr darum, möglichst viele Angestellte zu koordinieren, sondern sich enormes Expertenwissen anzueignen.

Lantschner ergänzt, dass ebenfalls transversale Karrieren gesucht werden. Ziel ist es hierbei, verschiedenste Erfahrungen für einen abwechslungsreichen Alltag zu sammeln und das eigene Kompetenzportfolio zu erweitern. Soft Skills wie Kommunikations- und Anpassungsfähigkeit rücken demzufolge in den Vordergrund.

„Flexible Beschäftigungsformen sind ein wichtiger Anreiz, um die Erwerbsarbeit interessanter zu machen.“

Irmgard Lantschner

2X TIPPS

Argumente für Teilzeit in Betrieben:

• Erweiterter Bewerberkreis

• Gesteigerte Arbeitgeberattraktivität

• Höhere Firmenloyalität

Hinweis für eine Beziehung auf Augenhöhe:

Um die Gleichberechtigung nach der Geburt eines Kindes zu sichern, erweist sich eine temporäre Lösung mit jeweils 80 Prozent Erwerbstätigkeit für beide Elternteile als sinnvoll. Männer wollen ihre Vaterschaft intensiver ausleben und Frauen müssen dadurch weniger beruflich zurückstecken.

Schluss mit Hektik und Unpünktlichkeit

Wer kennt’s? Bevor ein Punkt abgehakt werden kann, landet der nächste Task auf der To-do-Liste. Und noch einer. Und dann noch einer. Um alle Aufgaben fristgerecht erledigen zu können, ist ein gutes Zeitmanagement zentral.

Damit einem die beruflichen Verpflichtungen nicht über den Kopf wachsen, ist es notwendig, den Überblick über die verfügbaren Ressourcen zu behalten und diese so wirkungsvoll wie möglich einzusetzen. Genau das kennzeichnet eine strukturierte Zeitplanung. Doch die Realität sieht oft ganz anders

aus: Ständige Anrufe, gesprächige Arbeitskolleginnen und -kollegen mindern ebenso wie Prokrastination und Perfektionismus den Arbeitsfluss und beeinträchtigen die Produktivität. Um sich von diesen Störfaktoren nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, können die nachfolgenden Tipps ausprobiert werden.

Durchdachten

Tagesplan erstellen

Es lohnt sich, als Erstes im Büro eine konkrete Zeiteinteilung zu verfassen. Diese gibt eine klare Richtung vor, in der sich ein Arbeitstag entwickeln soll. Zu empfehlen ist, realistische Zeitfenster zu setzen, um anfallende Aufträge mit der nötigen Sorgfalt und Konzentration angehen zu können. Nicht zu vergessen ist also, großzügige Puffer einzukalkulieren. Erweist sich eine Tätigkeit als umfangreicher als gedacht, gerät man dadurch nicht in Zeitnot und kann den restlichen Arbeitsablauf flexibel anpassen. Außerdem kann unerwarteten Unterbrechungen noch genügend Spielraum eingeräumt werden.

Multitasking als No-Go

Anders als viele denken, ist es nicht optimal, sich zehn Dingen gleichzeitig zu widmen. Wer ein solches Verhalten an den Tag legt, riskiert, keine der angefangenen Tätigkeiten ordentlich zu bearbeiten: Fehler werden wahrscheinlicher, Prioritäten werden durcheinandergeworfen und das Gedächtnis leidet. Indem das menschliche Gehirn nicht die Chance erhält, Inhalte wirklich zu verarbeiten, wird dessen Leistungsfähigkeit blockiert. Aus diesem Grund sollte man sicherstellen, dass Deep-Focus-Phasen durch feste Erreichbarkeitsregeln geschützt werden, sodass Ablenkungen keine Option sind.

Einfach Nein sagen

Schon mal etwas vom sogenannten „People-Pleasing“ gehört? Es beschreibt das Bestreben, es jedem recht machen zu wollen. Das passiert im Job häufig: Aus Angst vor Ablehnung werden zusätzliche Arbeitsbelastungen, lange Kaffeepausen und unangenehme Aufgaben in Kauf genommen. Und das, obwohl es eigentlich das eigene Timing über den Haufen wirft. In einem solchen Fall gilt es, sich in Erinnerung zu rufen, dass man die Karriereleiter nicht als blinder Ja-Sager erklimmt. Stattdessen wird man als Mitlaufender wahrgenommen, der ausgenutzt werden kann. Das Aufzeigen von Grenzen vermittelt hingegen Stärke sowie Kompetenz und sorgt für Respekt.

Illustrationen © Shutterstock

Sich mit etablierten Methoden auseinandersetzen

Richtige Deadlines setzen

Viele sind es gewohnt, ein Thema erst kurz vor Fristende anzufangen. Manche brauchen den Stress, um fokussierter handeln zu können. Andere sehen den Mehrwert des Vorarbeitens nicht, wenn sie in der Zwischenzeit andere Schwerpunkte verfolgen können. Es mag zwar stimmen, dass Last-Minute-Arbeiten Vorteile hat, allerdings kommt es vor, dass für den Arbeitsabschluss zum Beispiel spontan die Freigabe einer weiteren Person benötigt wird. Ist diese gerade im Urlaub oder krank, wird die knappe Planung zum Problem. Durch das bewusste Notieren von vorgelagerten Abgabeterminen lässt sich ein solcher Engpass verhindern und die Professionalität bleibt gewahrt.

Niemand von uns ist die erste und einzige Person, die mit einem vollen Terminkalender zu kämpfen hat. Es gibt deshalb erprobte Konzepte, die zu einer besseren Zeitorganisation beitragen. Eine sinnvolle Idee ist es, diese zu testen:

• Eat the Frog: Die Methode sieht vor, den Werktag mit der anspruchsvollsten Herausforderung zu beginnen. Ihre Bewältigung fällt durch die frühmorgendliche Frische leichter und man kann sich auf das entspanntere Danach freuen.

• ABC-Analyse: Sie hilft dabei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Dafür wird Bevorstehendes in drei Dringlichkeitsstufen unterteilt, die eine fundierte Einschätzung über den tatsächlichen Aufgabenwert liefern.

• Pareto-Prinzip: Es geht davon aus, dass 80 Prozent der Resultate mit nur 20 Prozent des Einsatzes entstehen. In der Folge sollte der größte Aufwand Hauptprojekten zugutekommen.

Im Klartext

Teamabsprachen sind nützlich, wenn sie ein eindeutiges Ziel verfolgen und zeitlich präzise definiert sind. In der Berufswelt ist aber nicht selten zu beobachten, dass dies nicht der Fall ist. Teilnehmende kommen nicht zum Punkt, Debatten ziehen Treffen unnötig in die Länge und wenn man gründlich darüber reflektiert, hat man selbst vielleicht gar keinen triftigen Grund, um überhaupt anwesend zu sein. Bevor die nächste Teams-Einladung voreilig akzeptiert wird, sollte daher geprüft werden, ob eine Absage nicht lohnenswerter ist. Während sich die anderen austauschen, kann man fleißig weiterarbeiten und die spätere Mitschrift anfordern, damit wesentliche Informationen effizient erfasst werden.

Die besten Kandidaten bewerben sich nicht.

Sie sind erfolgreich, zufrieden und lesen keine Stellenanzeigen. Trotzdem warten viele Unternehmen auf ihre Bewerbung. Die Realität: Die besten Talente werden gefunden und für neue Herausforderungen begeistert. Wer nur auf Bewerbungen wartet, verliert den Wettbewerb um die besten Köpfe. Ist klassisches Recruiting noch zeitgemäß?

HANNES MAIR

studierte Rechts-, Wirtschaftsund Politikwissenschaften an den Universitäten von Trient und Innsbruck. Er hat langjährige Berufserfahrung im Bereich Personalwesen und ist seit 2005 Inhaber und Personalberater der look4U.

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WENN DER WOHNTRAUM MISSBRAUCHT WIRD

Achtung: Betrug!

500 Euro warm für eine moderne Drei-Zimmer-Wohnung im Herzen von Bozen. Eigentlich zu gut, um wahr zu sein, und doch lassen sich viele Wohnungssuchende von solchen vermeintlichen Glückstreffern blenden. Das böse Erwachen folgt, wenn das Geld zusammen mit den „Vermietenden“ spurlos verschwindet. Wie kann man sich davor schützen?

n Südtirol sind bezahlbare Mietwohnungen wie in vielen anderen Regionen Mangelware. Die hohe Nachfrage sorgt dafür, dass Interessierte oft schnell zuschlagen müssen, um überhaupt eine Chance zu haben. Genau diesen Druck machen sich Betrügerinnen und Betrüger zunutze: Sie setzen darauf, dass Warnsignale in der Eile leichtfertig übersehen werden. So kann es passieren, dass Menschen auf Wohnungsjagd gutgläubig mehrere tausend Euro als Kaution oder Vorauszahlung überweisen, ohne dass es jemals zu einer tatsächlichen Wohnungsübergabe kommt.

MASCHEN ALS SOLCHE ERKENNEN

Damit ärgerliche Vorfälle überhaupt nicht erst passieren, ist es wichtig, die gängigsten Tricks der Kriminellen im Blick zu haben. Dazu gehört – wer hätte es gedacht – ein

unrealistisch günstiger Preis bei Top-Lage, -Ausstattung und -Größe.

Um nicht in die Falle von unehrlichen Anbietenden zu tappen, muss neben den zentralen Eckdaten zudem der Text des Wohnungsangebots genau unter die Lupe genommen werden. Dieser sollte seriös, verständlich und frei von auffälligen Rechtschreibfehlern formuliert sein. Außerdem spielt die Wahl der Sprache eine große Rolle. Da die meisten Objekte lokal ansässigen Personen gehören, sind Italienisch und Deutsch in der Regel der Standard. Ergänzend dazu sind die gelieferten Fotos kritisch in den Blick zu nehmen. Wirken sie KI-generiert? Wird die gesamte Wohnfläche gezeigt oder lediglich einige wenige ausgewählte Teile? Erscheinen die Räume bewohnt oder wie aus einem Katalog? Gibt es das Gebäude wirklich auf Google Street View? Geht aus der umgekehrten Bilder-

suchfunktion im Internet hervor, dass die Bilder von anderen Webseiten gestohlen wurden?

AUFFÄLLIGKEITEN BEI DER KONTAKTAUFNAHME

Ein weiterer bedeutender Aspekt betrifft die Verfügbarkeit der Inserierenden. Stutzig machen sollte es immer, wenn Vermietende angeben, sich im Ausland zu befinden und deshalb keine persönliche Wohnungsbesichtigung durchführen können. Verdächtig ist auch, wenn die hinterlegten Kontaktangaben nicht existieren oder per Telefon nie jemand zu sprechen ist. Echte Eigentümerinnen und Eigentümer haben keinen triftigen Grund, mündlichen Gesprächen auszuweichen und sich nicht mit den Personen für etwa Schlüsselübergaben zu treffen, die ihre Immobilie beziehen wer-

den. Ebenso sind sie nicht darauf angewiesen, von etablierten Immobilienplattformen auf andere Kanäle auszuweichen.

PARALLELEN ZU ANDEREN FORMEN VON CYBERKRIMINALITÄT

Ähnlich wie bei Phishing gilt: Sobald ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugt wird, müssen die Alarmglocken schrillen. Wenn darauf bestanden wird, dass Zahlungen geleistet werden müssen, bevor der Vermietungsprozess fortgesetzt werden kann, kann von einem Betrugsversuch ausgegangen werden. Die Devise lautet: Vorkasse für Kaution oder erste Miete ist ein absolutes No-Go! Dasselbe zählt, wenn überstürzt sensible Dokumente wie Ausweiskopien oder Bankdaten verlangt werden. Mit den erbeuteten Informationen versuchen manche, auf Konten unbefugt zuzugreifen oder Identitätsdiebstahl zu begehen. Lieber also riskieren, dass die Wohnung anderweitig vergeben wird, als über den Tisch gezogen zu werden.

IDENTITÄTS-CHECK NICHT VERGESSEN

Selbst wenn Inserat, Kommunikation und Auftreten überzeugen, kann es sich trotzdem lohnen, misstrauisch zu bleiben. Denn eine neue Strategie ist es, Airbnb- oder ähnliche Ferienwohnungen zu buchen, um diese als ihre eigenen Mietobjekte auszugeben. Daher ist es zu empfehlen, bezüglich der Besitzverhältnisse nachzuforschen. Ein kurzer Plausch mit Nachbarinnen und Nachbarn oder Vormietenden kann bereits für Klarheit sorgen.

Bei der Zusammenarbeit mit Maklerinnen und Maklern kann man im Gegensatz dazu die persönliche Kennkarte verlangen. Zu wissen ist allerdings, dass diese nicht an gelegentliche Vermittelnde ausgestellt wer-

Stutzig machen sollte es immer, wenn Vermietende angeben, sich im Ausland zu befinden und deshalb keine persönliche Wohnungsbesichtigung durchführen können.

Ist man der Meinung, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte man umgehend aktiv werden. Vertrauliche Dokumente sind zu sperren, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Dies mag zwar lästig sein, ist jedoch allemal besser, als später die Folgen krimineller Handlungen tragen zu müssen.

den. Voraussetzung ist eine Berufstätigkeit bei einer eingetragenen Einzelfirma oder einer Gesellschaft.

VORSICHT BEI TRANSAKTIONEN

Erst sobald es schließlich zur Unterschreibung des vorab übermittelten Vertrags kommt, sollten Überweisungen in Erwägung gezogen werden. Hierbei hilft es, folgende Punkte zu beachten:

• IBAN ins Visier nehmen: Ausländische Nummern sollten sofort Skepsis auslösen.

• Namen abgleichen: Es ist zu kontrollieren, ob Kontoinhabende und Vertragspartnerschaft übereinstimmen.

• Bankinstitut prüfen: An welche Organisation wird das Geld gesendet? Es sollte verifizierbar sein, dass es sich um eine bekannte Bank handelt.

WAS

TUN IM ERNSTFALL?

Egal, ob der Schaden groß ist oder nicht: Wenn es zum Betrug kommt, ist sofort eine Anzeige bei den zuständigen Behörden zu erstatten. Wurden bereits Beträge überwiesen, sollte man nicht davor zurückschrecken, bei der eigenen Bank nachzufragen, ob der Transfer gestoppt oder rückgängig gemacht werden kann. Ebenfalls sollte der Vorfall bei der eingesetzten Wohnungsbörse gemeldet werden. Auf diese Weise kann man vielleicht verhindern, dass weitere Personen auf denselben Betrug hereinfallen.

Verdächtig ist auch, wenn die hinterlegten Kontaktangaben nicht existieren oder per Telefon nie jemand zu sprechen ist.

ZUSATZ-TIPP: AUGEN AUF BEI DER PLATTFORMWAHL!

Vertrauenswürdige Immobilienportale kennzeichnen ein leicht auffindbares Impressum und transparente Erreichbarkeitsoptionen. Die URL einer echten Website scheint plausibel und ist zusätzlich mit dem HTTPS- Sicherheitsprotokoll verschlüsselt. Daneben sind nachvollziehbare Bewertungen vorhanden.

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Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, 39100 Bozen

Chefredakteur: Elmar Pichler Rolle

Projektleitung/Koordination: Sandra Prossliner

Layout und Druck: Grafische Betriebe Athesia Druck, Bozen

Foto Titelseite: Shutterstock

Versandart: als Beilage in der Samstagsausgabe der „Dolomiten“

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SO BLEIBT DAS AUTO COOLER

Keine Macht dem Hitzestau

Dringt Sonnenlicht durch die Autoscheiben ins geschlossene Innere, wird die Wärme darin gespeichert und es kommt zu einem Treibhauseffekt wie in einem Gewächshaus. Um Mitfahrende und Materialien zu schonen, helfen einige einfache Vorkehrungen.

Der Sommer ist Ausflugszeit. Demnach werden neue Wanderwege entdeckt, idyllische Badeseen getestet und (über-)regionale Sehenswürdigkeiten erkundet. Das wichtigste Transportmittel, das einen dorthin befördert, ist meist das Auto. Nachdem es die Abenteuerlustigen an das gewünschte Ziel gebracht hat, bleibt es oft lange in der prallen Sonne stehen. Ohne entsprechende Maßnahmen können bei der Rückkehr Temperaturen von über 50 Grad Celsius warten. Wie kann das verhindert werden?

SCHATTENPLÄTZE ALS OFFENSICHTLICHE LÖSUNG

Werden die UV-Strahlen durch undurchsichtige Objekte blockiert, wird eine extreme Hitzeentwicklung in Fahrzeugen vermieden. Besonders empfehlenswert ist das Aufsuchen von massiven Parkhäusern und Tiefgaragen, da sie einer Erwärmung sehr effektiv vorbeugen. Falls keine vorhanden sind, kann zur Not unter Bäumen oder Sträuchern geparkt werden. Um maximal von ihrer kleineren und lückenhaften Abschirmung zu profitieren, muss der Sonnenstand im Blick behalten werden. Am besten ist es, den Pkw so zu positionieren, dass der Schatten genau auf das Auto wandert, sobald die Sonne am stärksten ist.

VOLL- ODER HALBGARAGEN

ALS ALTERNATIVE

Sie sehen vielleicht etwas lustig aus, aber schaffen Abhilfe gegen Hitze im Wagen: Die Rede ist von großen Abdeckplanen, die je nach Ausführung über den oberen Teil oder über das ganze Gefährt gespannt werden. Sie werden aus Kunststoffen wie PVC und Aluminiumfasern hergestellt, die den Sonnenschein erst gar nicht an die Karosserie heranlassen. Indem sie durch Klettverschlüsse,

Kommt jede Rettung zu spät, kann die Physik gegen einen Saunawagen eingesetzt werden. Ein paar schwungvolle Türbewegungen auf der Fahrerseite bei offenem Fenster hinten rechts bringen die Heißluft aus dem Fahrzeug nach draußen.

Magnethaken oder Gummizüge befestigt werden, wird ein einfaches Davonfliegen bei Wind ausgeschlossen.

GEFÄRBTES GLAS FÜR MEHR KOMFORT

Viele Kraftwagen haben getönte Scheiben. Ihr Vorteil? Sie bewahren nicht nur vor Blendung und sorgen für Privatsphäre, sondern filtern, absorbieren und reflektieren darüber hinaus Sonnenenergie. Hohe Wirksamkeit erfordert jedoch hohe Qualität. Alle Fenster, die über keine entsprechende Verglasung verfügen, können nachträglich foliert werden. Unbedingt zu wissen ist, dass dies nicht wahllos an jeder Stelle erlaubt ist. In Italien gelten strenge Regeln, so muss man beispielsweise den vorderen Bereich dabei auslassen.

EIN SCHIRM FÜR’S AUTO

Nicht zuletzt greifen manche Autofahrerinnen und Autofahrer zum kompakten Sonnenschutzschirm. Aufgespannt lässt er sich direkt hinter der Windschutzscheibe wie ein Schild platzieren. Optimal ist es, wenn seine Größe ein bündiges Aufliegen garantiert, sodass an den Rändern keine Lücken entstehen. Wie Halbgaragen sorgt ebenfalls diese Option dafür, dass Lenkrad und Sitzflächen nicht schmerzhaft auf der Haut liegen.

Besonders empfehlenswert ist das Aufsuchen von massiven Parkhäusern und Tiefgaragen, da sie einer Erwärmung sehr effektiv vorbeugen.

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