WER NICHT WAGT, DER NICHT GEWINNT
Handeln statt zögern


Hatten Sie schon einmal eine vielversprechende Chance vor sich? Haben Sie sie genutzt oder vorbeiziehen lassen und später bereut? Dann sollten Sie beim nächsten Mal die Gelegenheit beim Schopf packen und entschlossen vorgehen. Mehr dazu auf Seite 3





SO ARBEITET SÜDTIROL
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UmdieLeistungsfähigkeiteinesUnternehmens sicherzustellen, braucht es ausreichend Fachpersonal. Für dessen Gewinnung gestalten Recruiterinnen und Recruiter ansprechende Stellenanzeigen, die sie in ausgewählten Print- und Online-Medien schalten. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist diese Maßnahme jedoch oft nicht ausreichend. Personalverantwortliche werden daher kreativer und greifen auf die aktive Mitarbeitersuche zurück. Doch welche Vorteile bringt dieser Ansatz?

ZUGANG ZU NEUER ZIELGRUPPE
Auf öffentliche Stelleninserate reagieren meist nur Personen, die gezielt nach einem neuen Job Ausschau halten. Viele Fachkräfte wären zwar ebenfalls für die ausgeschriebenen Jobangebote offen, werden allerdings nicht erreicht. Genau hier setzen diskrete Jobprofile an. Unternehmen erhalten
ALEXANDER JUNGMANN
ist seit 2025 als Vizedirektor der Medien-Division für die Athesia AG tätig. In seiner Funktion setzt er sich für die Einführung moderner Personalstrategien ein und unterstützt in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit der diskreten Jobsuche. „Man muss mit der Zeit gehen. Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden zu kennen und MIT IHNEN frühzeitig ins Gespräch zu kommen, damit eine langfristige Zusammenarbeit entstehen kann“, so der Südtiroler.
Zugang zu einer besonders interessanten Zielgruppe, die sich für berufliche Weiterentwicklung interessiert und neue Perspektiven entdecken möchte. Über entsprechende Plattformen können die jeweiligen Arbeitnehmenden unverbindlich und ohne öffentlichen Bewerbungsprozess kontaktiert werden, ohne ihre aktuelle Position zu gefährden.
PASSGENAUE KANDIDATINNEN UND KANDIDATEN
Bei der Anlegung eines diskreten Jobprofils werden einige grundlegende Hintergrundinformationen abgefragt. Dazu zählen unter anderem der Jobtitel und die Ausbildung, die bei Bedarf in anonymisierter Form zu hinterlegen sind. Zudem können häufig Voraussetzungen für einen möglichen Neustart angegeben werden. Beim dolomitenmarkt.it können beispielsweise individuelle Gehaltsvorstellungen, bevorzugte Arbeitszeitmodelle und gewünschte Arbeitsorte angeführt werden. Die Auskünfte erleichtern es HR-Angestellten, selbstständig passende Talente aufzuspüren. Im Unterschied zu klassischen Bewerbungsverfahren kann dabei bereits im Vorfeld eingeschätzt werden, ob die Erwartungen beider Parteien miteinander kompatibel sind. So können Zeit und Ressourcen gespart werden, die an anderer Stelle zum Einsatz kommen können.
EINZIGARTIGER WETTBEWERBSVORTEIL
Die Menschen hinter den diskreten Jobprofilen sind vielfach nicht offiziell in den Jobmarkt eingetreten. Mit ihrem Account signalisieren sie, dass sie dennoch keine vielversprechenden Karrierechancen verpassen möchten. Diese Offenheit können Firmen für sich nutzen und die Beschäftigten durch attraktive Rahmenbedingungen zu einem Neubeginn bewegen. Gelingt die Rekrutierung, werden wertvolle Talente von der Konkurrenz abgeworben und die eigene Position gestärkt. Da der Kontakt bereits aufgebaut wird, noch bevor die aktive Jobsuche überhaupt beginnt, müssen Betriebe außerdem nicht um die ungeteilte Aufmerksamkeit der Arbeitskräfte kämpfen.
WER NICHT WAGT, DER NICHT GEWINNT
Handeln statt zögern


„Fake it till you make it“ ist heute für viele ein Credo, nach dem sie ihren Arbeitstag ausrichten. Es führt dazu, dass sie sich nach außen kompetent und selbstsicher präsentieren, obwohl sie im Inneren das Gegenteil verspüren. Der Vorteil dieser Strategie ist, dass sie nach den gewünschten Zielen und nicht nach den aktuellen Gefühlen agieren können, sodass Schritt für Schritt echte Souveränität erarbeitet wird.
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Augen zu und durch: Trotz Bedenken sollte man über seinen Schatten springen und eine sich bietende Chance beim Schopf packen. Es gilt: Von nichts kommt auch nichts.
Montagmorgen, Punkt 9 Uhr: In einem Südtiroler Marketing-Unternehmen kommen die Angestellten zum wöchentlichen Teammeeting zusammen, um laufende Projekte zu bewerten, neue Ideen zu sammeln und zukünftige Anliegen zu besprechen. Ebenso dabei ist Michel L. – ein engagierter Social-Media-Manager, der schon seit einiger Zeit im Betrieb beschäftigt ist.
Egal, was genau die innere Zurückhaltung auslöst, Tatsache ist, dass das Meiden von Risiken die Weiterentwicklung hemmt.
Michel hört zu, wie seine Vorgesetzten berichten, dass demnächst eine wichtige Präsentation bevorsteht, die einen potenziellen Großkunden von einer gemeinsamen Zusammenarbeit überzeugen soll. Obwohl er sich gerne der Herausforderung stellen und zum Erfolg der eigenen Firma beitragen möchte, bleibt Michel still. Er kennt zwar alle wichtigen Kennzahlen, allerdings hat er noch wenig Rhetorik-Übung.

Während der junge Mitarbeiter noch mit sich hadert, meldet sich seine Kollegin Hannah K. für die Vorstellung. Als Michel sie später fragt, warum sie sich gemeldet hat, wenn es ihr doch ebenfalls an Vortragspraxis fehlt, sagt Hannah: „Irgendwo muss man doch anfangen!“
WOHER KOMMT UNSICHERHEIT?
Ähnlich wie Michel geht es weltweit vielen Arbeitnehmenden. Sie scheuen sich davor, sich auf eine Situation einzulassen, wenn sie nicht zu 100 Prozent wissen, dass sie dieser gewachsen sind. Aber wodurch kann dieses Verhalten eigentlich erklärt werden?
Natürliche Ursachen
Aus historischer Sicht ist Vorsicht nachvollziehbar: Als der Mensch noch um sein tägliches Überleben kämpfen musste, konnte ein einzelner Fehler schwerwiegende Folgen haben. Zwar haben sich die Lebensumstände mittlerweile verändert, doch dieses Sicherheitsbedürfnis ist nach wie vor in uns verankert. Daneben beeinflussen individuelle Persönlichkeitsmerkmale die eigene Offenheit. Während beispielsweise ein gesundes Maß an Ehrgeiz für ambitionierte Vorhaben gut ist, fühlen sich manche von zu hohen Ansprüchen an sich selbst wie gelähmt. Sie besitzen einen ausgeprägten
Perfektionismus, der sie durch Versagensangst blockiert.
Soziale Ursachen Hinzu kommt, dass wir uns heute in einer sogenannten Leistungsgesellschaft befinden. Wir lernen von klein auf, dass Fehler grundsätzlich zu vermeiden sind. So wird von Erziehenden oder Lehrenden vermittelt, dass vor allem richtige Lösungen zählen. Dadurch kann der Glaube verinnerlicht werden, dass Fehlleistungen eine Schwäche sind und auf persönliche Unfähigkeit hinweisen.
Einen zusätzlichen Einfluss hat die ständige Präsenz von Social Media. Dort werden meist nur idealisierte Alltagsmomente, lineare Karrieren und scheinbar lückenloses Fachwissen gezeigt. Der Blick hinter die Kulissen – also Unsicherheiten, Misserfolge oder Umwege – bleibt häufig verborgen. Dies lässt bei den Zuschauenden schnell den Eindruck entstehen, dass man erst den gleichen Weg wie die online dargestellten Personen gehen muss, um vergleichbare Ergebnisse erzielen zu können.
CHANCENVERLUST ALS FOLGE
Egal, was genau die innere Zurückhaltung auslöst, Tatsache ist, dass das Meiden von Risiken die Weiterentwicklung hemmt. Bleibt man in der bekannten Komfortzone,
Manchmal hilft nur Ausprobieren. Auf diese Weise erfährt man aus erster Hand, worauf es ankommt, und kann entsprechende Fähigkeiten aufbauen und schärfen. Außerdem gewinnt man Gewissheit darüber, ob einem eine Tätigkeit wirklich liegt oder nicht.

kann nichts Neues erlebt werden, das einen wertvollen Lernprozess anstößt. Dies kann langfristig zur Folge haben, dass die wahrgenommene Selbstwirksamkeit sinkt und man sich noch weniger zutraut.
Durch das Ausweichen von unbekannten Aufgaben bleibt jedoch nicht nur der Horizont beschränkt. Führungskräfte sehen in der Regel, welche Mitarbeitende trotz eventueller Wissenslücken Initiative ergreifen und bereit sind, ihre Gedanken mit dem Team und den Vorgesetzten zu teilen. Solche Soft Skills werden besonders in dynamischen Arbeitsumfeldern zunehmend wichtiger und nehmen neben Fachkenntnis einen mindestens ebenso zentralen Stellenwert ein. Am Ende können sie sogar darüber entscheiden, ob man im Unternehmen weiterkommt oder stehen bleibt.
GEGENIDEE: „LEARNING BY DOING“
Kein Meister ist bekanntlich vom Himmel gefallen. Es braucht Mut, Neugier und Engagement, um praktische Kompetenzen aufzubauen – gerade im Berufsleben. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass sich nicht alles im Voraus planen lässt. Häufig ergeben sich spontan Gelegenheiten, in denen man sich ausprobieren kann. Wer auf vollständige Fachexpertise wartet, wird viele unerwartete Türöffner verpassen. Niemand kann jemals alles wissen, denn in einer immer komplexer werdenden Welt hört das Lernen nie auf: Ständig gibt es neue Verände-
rungen: von technischen und fachlichen bis zu gesellschaftlichen.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich Hürden zu stellen und aktiv Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn aller Anfang schwer sein mag, entwickeln sich mit der Zeit Routine und Handlungssicherheit. Diese Fortschritte lassen sich nicht nur als Meilensteine feiern, sondern stärken zudem das Selbstvertrauen. Dadurch fällt es leichter, künftig selbstbewusst aufzutreten und ungewohnte Problemstellungen gelassen anzugehen.
TIPPS ZUM DIREKTEN LOSLEGEN
Um Zweifel und hohe Erwartungen zu relativieren, kann ein kurzer Realitätscheck Wunder wirken. Er beinhaltet, zunächst durch Selbstreflexion die persönliche Ausgangslage zu erfassen. Was spricht dagegen, einen ersten Versuch zu wagen? Welche Konsequenzen drohen tatsächlich, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt? Was ist das Beste, das passieren kann? Kann man sich bei Schwierigkeiten von anderen helfen lassen? Wenn ja, wie? Ergänzend dazu hilft es, die Perspektive zu wechseln. Anstatt fehlende Erfahrung bzw. Unsicherheit als Hindernis aufzufassen, kann man sie als Einstieg in ein neues Kapitel betrachten. Es lohnt sich daher, gezielt nach Gelegenheiten Ausschau zu halten, um sich in ungewohnten Bereichen beweisen zu können. Hierbei sollte man für sich selbst eine konstruktive Fehlerkultur etablieren, die Patzer zulässt und als Lernmöglichkeit begreift.
Auch wenn aller Anfang schwer sein mag, entwickeln sich mit der Zeit Routine und Handlungssicherheit.
Herausforderung Kündigung

Es gehört zum Arbeitsleben dazu, mutig neue Wege auszutesten. Berufliche Veränderungen setzen es daher oftmals voraus, den bisherigen Arbeitsplatz zu verlassen. Dieser Schritt sollte aber sorgfältig geplant werden, um vorab Unsicherheiten zu reduzieren und unprofessionelle Situationen vorzubeugen.
Wer mit dem aktuellen Arbeitsverhältnis nicht zufrieden ist, wird auf Dauer Ausschau nach besseren Alternativen halten. Kann nach strategischen Recherchen und einigen Gesprächen schließlich eine neue Stelle gefunden werden, kommt es vielfach zum unbeliebtesten Teil des Wech-
selprozesses: der Kündigung. In Italien reicht es nicht aus, einfach nur einen Tag vor Arbeitsende die Absicht des eigenen Unternehmensausscheidens zu verkünden. Stattdessen gibt es gesetzlichfestgelegteFristenund Verfahren,andiesichArbeitnehmende halten müssen. Was gibt es also, genau zu beachten?
Kündigungsfrist feststellen
Wer einen Betrieb verlassen möchte, muss sich an die sogenannte Kündigungsfrist halten. Sie legt fest, wie viel Zeit zwischen dem Ausspruch einer rechtsgültigen Kündigung und dem tatsächlichen Austritt liegen muss. So soll Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden genügend Raum für einen reibungslosen Wechsel gegeben werden. Je nach Kollektivvertrag ist dabei eine unterschiedlich lange Kündigungsfrist vorgesehen. Neben der Branche sind es Faktoren wie die Betriebszugehörigkeit und Stelleneinstufung, die sich auf ihre Dauer auswirken. Dementsprechend kann sie von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen.
Möglichkeiten prüfen
Soll ein Vertrag terminiert werden, ist zunächst zu klären, wie die Kündigung korrekt einzureichen ist. Früher musste bei einer freiwilligen Selbstkündigung immer ein ordentliches Schreiben verfasst werden. Seit 2016 ist dieses Vorgehen in vielen Fällen jedoch nicht mehr zulässig. Heute wurde für die Mehrheit ein elektronisches Verfahren eingeführt, das den Kündigungsvorgang standardisiert und nachvollziehbar dokumentiert. Ein digitaler Zeitstempel stellt sicher, dass es bei der Datierung zu keinen Manipulationen kommt. Personen im öffentlichen Dienst oder im Bereich der Hausarbeit sind allerdings von der Regelung ausgenommen.
Digitalen Ablauf verstehen
BisaufeinigeAusnahmenisteswieerwähnt Pflicht, über das Internet zu kündigen. DamitdiesogenanntetelematischeKündigung gelingt, ist als Erstes ein SPID- oder CIEAusweis essenziell. Er gestattet den Zugang zum Online-Formular, über das die arbeitgebende Firma über die gewünschte Vertragsauflösung informiert wird. Sobald das Dokument erfolgreich übermittelt wurde, gilt die Kündigung als rechtswirksam und der Countdown der Frist startet. Bei Fragen oderProblemenistesempfehlenswert,eine zugelassene Stelle wie eine Gewerkschaft, ein Patronat aufzusuchen. Diese sind befugt, Arbeitnehmende bei der richtigen Abwicklung der Kündigung zu unterstützen, indem sie die erforderlichen Daten sammeln und deren Weiterleitung an das Arbeitsministerium übernehmen.
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Restzeit arbeiten
Bis zum Ablauf der Frist läuft die bestehende Anstellung normal weiter. Angestellte sind demnach dazu verpflichtet, ihre festgelegten Arbeitszeiten weiterhin zu respektieren und die zugewiesenen Arbeitsaufgaben zu erledigen. Urlaub ist in dieser Phase nicht vorgesehen, sofern er nicht ausdrücklich vorab genehmigt wurde. Aber Achtung: Ferienbedingte Abwesenheiten können ebenso wie Krankenstände die Kündigungsfrist verlängern. Diese Bestimmung ist insofern nachvollziehbar, als dass Unternehmen bis zum letzten Arbeitstag auf die Mitarbeit der ausscheidenden Fachkraft angewiesen sind.
Auszahlungen erhalten
Rückt der Kündigungstermin näher, muss geklärt werden, wie mit dem verbleibenden Resturlaub umgegangen wird. Ist es organisatorisch nicht machbar, diesen zu genießen, darf er nicht einfach verloren gehen. Stattdessen muss er mit dem Abschluss des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt werden. Unabhängig davon steht allen Beschäftigten bei Dienstende die Abfertigung zu. Sie ist ein zurückgelegter Teil des Lohns und beläuft sich jährlich auf etwa einen Monatsverdienst. Je nach Vereinbarung ist es möglich, den Betrag in einen Zusatzrentenfonds einfließen zu lassen.
TIPP
Vor dem offiziellen Einreichen der Kündigung kann es hilfreich sein, ein Gespräch mit der Leitung zu suchen und offen über die Beweggründe für einen Jobwechsel zu sprechen. Vielleicht lässt sich eine konstruktive Lösung finden, durch die ein Austritt doch nicht notwendig wird. Andernfalls trifft die Entscheidung zum Gehen vielleicht eher auf Verständnis, was eine gute Beziehung aufrechterhalten kann.

Im Klartext
Weiterbildung wird in vielen Unternehmen überschätzt
Das eigentliche Problem ist oft nicht fehlendes Wissen –sondern die mangelnde Umsetzung im Alltag. Mitarbeitende besuchen Seminare, Workshops und Trainings, sammeln Zertifikate und neue Inputs. Doch echte Veränderung entsteht nicht durch Theorie oder Präsentationen, sondern erst dann, wenn das Gelernte konsequent angewendet wird. Seminare allein verändern keine Unternehmenskultur. Entscheidend ist, was danach passiert.
HANNES MAIR
studierte Rechts-, Wirtschaftsund Politikwissenschaften an den Universitäten von Trient und Innsbruck. Er hat langjährige Berufserfahrung im Bereich Personalwesen und ist seit 2005 Geschäftsführer und Personalberater der look4U.
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Details, die zählen

Flexible Arbeitsmodelle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Um unter den häuslichen Rahmenbedingungen produktiv arbeiten zu können, reicht ein Laptop auf der Couch oder am Küchentisch allein nicht aus. Vielmehr braucht es ein wohlüberlegtes Setup, das langfristig überzeugt – insbesondere bei täglicher Homeoffice-Nutzung.
Optimal ist, wenn für die Einrichtung des Homeoffice ein eigener Raum zur Verfügung steht. So kann der Arbeitsplatz vom Wohnbereich klar getrennt werden, was die mentale Differenzierung zwischen Beruflichem und Privaten erleichtert.
Ist dies aufgrund von Platzmangel nicht möglich, lassen sich ungenutzte Wohnungsecken in funktionale Arbeitsnischen verwandeln. Regale, Vorhänge und Paravents sind Innenausstattungen, die sich als effektive Trennwände bewährt haben. Aber woran ist sonst noch alles zu denken?
AUSREICHEND HELLIGKEIT
Es ist darauf zu achten, dass der Arbeitsort mit natürlichem Tageslicht durchflutet wird. Dieses entlastet die Augen und fördert die Konzentration. Die Vorteile können je-
doch nicht ausgeschöpft werden, wenn der Schreibtisch falsch ausgerichtet ist. Wird er nicht in einem 90°-Winkel, sondern parallel zum Fenster positioniert, werden störende Blendungen riskiert. Ergänzend dazu ist ein sinnvolles Beleuchtungskonzept essenziell. Dementsprechend sollten Lichtquellen installiert werden, die Reflexionen auf dem Computerbildschirm verhindern. Eine Kombination von zentralen Deckenlampen und indirekten Leuchten mit etwa 4000 Kelvin gewährleistet, dass sogar bei schlechtem Wetter beste Lichtverhältnisse herrschen.
Ästhetische Gestaltungselemente beeinflussen, welche Wirkung ein Raum hat.
WENIG LÄRMPOTENZIAL
Klapperndes Geschirr, rumpelnde Waschmaschine oder laute Stimmen: Wer ständig von Geräuschen umgeben ist, kommt mit seinen beruflichen Aufgaben schwer voran. Muss das Heimbüro in die Wohnzone integriert werden, sollte es in einem eher
ruhigeren Zimmer untergebracht werden. Neben der Raumwahl können weitere Maßnahmen gegen Lärmbelästigung ergriffen werden. Dazu gehören die Abdichtung von Türen und Fenstern, der Einsatz von Teppichen und Zimmerpflanzen sowie die Montage von Akustikpaneelen. Ebenso können gepolsterte Möbel die Geräuschkulisse verringern. Ansonsten sorgen schallisolierte Telefonboxen für ein ungestörtes Ambiente.
WOHLTUENDE FARB- UND FORMPSYCHOLOGIE
Ästhetische Gestaltungselemente beeinflussen, welche Wirkung ein Raum hat. Werden sie planlos eingesetzt, können die Leistung und das Wohlbefinden beeinträchtigt werden. Für geeignete Arbeitsbedingungen ist es also wichtig, diese gezielt und bewusst auszuwählen. Grundsätzlich wird empfohlen, bei der Arbeitsplatzgestaltung minimalistisch zu bleiben, um Ablenkungen zu vermeiden. In Bezug auf Farben bedeutet das, die Farbpalette auf wenige und harmonisch abgestimmte Töne zu beschränken. Dadurch, dass Blau, Grün oder Grau strukturiertes Denken anregen, sind sie besonders beliebt. Zudem sollte die Formenspra-

Muss das Heimbüro in die Wohnzone integriert werden, sollte es in einem eher ruhigeren Zimmer untergebracht werden.
che berücksichtigt werden. Gerade schlichte Strukturen und reduzierte Linien vermitteln Klarheit. Organische Konturen stärken hingegen die Kreativität und beugen Stress vor, was die Arbeitsatmosphäre ebenfalls verbessert.
ZUVERLÄSSIGE TECHNIK
Zu den technischen Basics eines modernen Homeoffice gehören eine schnelle und stabile Internetverbindung sowie leistungsfähige Computer. Diese sollten durch Tastatur, Maus und mehrere Monitore erweitert werden, denn sie erleichtern die Bildschirmarbeit. Abgerundet wird die IT-Ausrüstung durch professionelle Headsets und Webcams, die eine reibungslose Kommunikation in Meetings ermöglichen. Damit die
Geräte einwandfrei betrieben werden können, sind genügend Strom- und Netzwerkanschlüsse erforderlich. Steckdosenleisten, Docking-Stationen und Netzwerk-Switches helfen, Engpässe vorzubeugen.
ERGONOMISCHE MÖBEL
Aus der Arbeitssicherheit ist bekannt: Fehlt es am Arbeitsplatz an ergonomischen Bedingungen, kann das gesundheitliche Folgen haben. Zwar stellen Arbeitgebende in der Regel eine grundlegende Standardausstattung bereit, doch oft reicht diese nicht für einen komfortablen Aufenthalt aus. Deshalb kann sich eine eigene Investition in gesundheitsfördernde Lösungen lohnen.
Ein höhenverstellbarer Schreibtisch schafft beispielsweise einen Ausgleich zum langen Sitzen im Büro. Daneben sichern ein flexibel anpassbarer Stuhl und benutzerfreundliches Computerzubehör eine gesunde Haltung, da sie sich an der natürlichen Körperform orientieren.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche optionale Nice-to-haves, die ein praktisches Arbeitszimmer aufwerten. An dieser Stelle lässt sich auf Walking-Pads, Fußstützen, Laptop-Ständer oder bewegliche Hocker hinweisen. Sie
Es ist schlau, vor der aufwendigen Einrichtung des Homeoffice zunächst einen konkreten Plan zu erstellen. So wird dafür gesorgt, dass alles von Anfang an reibungslos funktioniert und keine größeren Anpassungen im Nachhinein notwendig sind. Dennoch zeigt sich oft erst im täglichen Gebrauch, an welchen Stellen noch Optimierungsbedarf besteht.
Nicht zuletzt ist ein sorgfältiges Kabelmanagement ein bedeutender Bestandteil einer aufgeräumten Arbeitsumgebung.
schaffen mehr Abwechslung und beugen Rückenschäden vor.
ÜBERSICHTLICHE ORDNUNG
Chaos führt zu Unruhe und Anspannung. Außerdem kostet es wertvolle Zeit, benötigte Unterlagen wiederzufinden. Um zu einer effizienten Telearbeit beizutragen, sind Stauraumlösungen entscheidend. Diese beinhalten offensichtliche Möbelstücke wie Rollcontainer, Hänge-Boards, können allerdings auch aus smart designten Einrichtungsgegenständen bestehen, die versteckte Ablageflächen bieten. Nicht zuletzt ist ein sorgfältiges Kabelmanagement ein bedeutender Bestandteil einer aufgeräumten Arbeitsumgebung. Lose Kabel werden dafür zu logischen Bündeln zusammengefasst und sauber an Oberflächenrändern fixiert.
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WeitereReisen
ZWEIRÄDRIGE SHARING-MOBILITÄT IN SÜDTIROL
Freiheit statt Verantwortung?
Die geteilte Fahrzeugnutzung wird in Europa immer beliebter. Gilt das aber auch für Südtirol? Und inwiefern sind solche Sharing-Angebote sinnvoll?

Besonders in städtischen Zentren begünstigen Stadträder und Elektroroller ein unkompliziertes Vorwärtskommen. Preiswerte Sharing-Dienste von privaten oder öffentlichen Mobilitätsanbietern stellen sicher, dass der Besitz eigener Geräte keine Notwendigkeit mehr darstellt. Im Unterschied zu klassischen Verleihsystemen ist ihr Konzept dabei primär für kurze und spontane Ortswechsel ausgelegt.
Anders als in Innsbruck, München oder Zürich ist die Bereitstellung von E-Rollern in Südtirols Städten nicht etabliert.
SÜDTIROL SETZT AUF FAHRRADSERVICE
Anders als in Innsbruck, München oder Zürich ist die Bereitstellung von E-Rollern in Südtirols Städten nicht etabliert. Grund dafür sind wahrscheinlich die strengen rechtlichen Rahmenbedingungen. Es gelten unter anderem Nutzungsvorgaben und Helmpflicht, die einen uneingeschränkten Gebrauch verhindern.
Was es in der Provinz jedoch gibt, sind Sharing-Räder. Diese gehen auf das Projekt „Fahrrad Bozen“ zurück, für das 16 Fahrradstationen eingerichtet wurden. Sie befinden sich entlang des Radwegs und erlauben es,
Bikes abzuholen und abzustellen. Die Kosten belaufen sich auf einen Euro die Stunde und können über den Südtirolpass beglichen werden. Aber was spricht überhaupt für kurzzeitiges Sharing?
DIE VORTEILE
Im Vergleich zum permanenten Besitz eines Verkehrsmittels bietet Sharing einige Vorteile:
Wenig Aufwand: Durch den Rückgriff auf fremde Fahrzeuge brauchen sich Privatpersonen nicht mit deren Auswahl und Kauf zu beschäftigen. Sie sparen sich zudem Pflege und Wartung und müssen sich nicht um deren Sicherheit kümmern.
Hohe Flexibilität: Wird ein Spaziergang zu lang und die Lust zum Weitergehen fehlt, lässt sich einfach ein Leihgefährt mieten. Da es nicht im Voraus reserviert werden muss, kann es bei Terminengpässen die Rettung sein.
Mehr Bewegung: Regnet es am Morgen, fahren viele Beschäftigte mit den Öffis zur Arbeit. Bessert sich das Wetter, kann nach Feierabend spontan auf eine Fahrt an der frischen Luft umgestiegen werden. In Südtirol bedeutet dies ein kräftiges In-die-Pedale-Treten.
DIE NACHTEILE
Wie bei allen Dingen auf der Welt gibt es auch bei der Sharing-Mobilität negative

Aspekte. Durch die gemeinsame Verwendung entstehen unter anderem folgende Nachteile:
Keine Personalisierung: Wer sich ein Zweirad ausleiht, hat keinen Einfluss auf dessen Ausstattung. Dementsprechend kann die Sattelpolsterung als unbequem, die Gangauswahl als unpassend und die Farbgebung als unattraktiv empfunden werden.
Unrentable Dauerlösung: City-Bikes aus zweiter Hand können auf lokalen OnlineMärkten schon für unter 100 Euro erstanden werden. Wenn also jeden Tag mindestens einmal die Bozner Drahtesel zum Einsatz kommen, könnte man sich von diesem Geld bald ein eigenes Fahrrad finanzieren. Begrenzte Verfügbarkeit: Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Verkehrsmitteln an den Sharing-Stellen. Bei Stoßzeiten oder hohem Touristenaufkommen kann es daher sein, dass der gewünschte Verleihpunkt leer ist. Alles in allem zeigt sich, dass hauptsächlich Gelegenheitsnutzende von der SharingIdee profitieren können. Aus Kosten- und Komfortgründen lohnen sich für die tägliche Routine eher Privatfahrzeuge.


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