Poste Italiane S.P.A. – Spedizione in abbonamento postale – Aut. N° CN-NE/0058/03.2025 PERIODICO ROC, Tassa Pagata/Taxe Perçue/Economy/Compatto. Italien: Euro 14,- (inkl. MwSt.) • Ausland: Euro 15,50,-
03/2026
ARCHITEKTUR IM ALPENRAUM
HERZBLUAT_ARCHITECTURE
ABSAM STUBE: TRADITION, DIE KNALLT
Foto: Berggasthaus Natz – Daniel Socin
Tischlerei · Bodenleger · Falegnameria · Pavimentista Interior Design · Malerbetrieb · Pittore Gipsarbeiten · Lavori in cartongesso Wärmedämmung · Isolamento termico Tisens · Tesimo, Gewerbegebiet 11A Zona Produttiva Tel. 0473 920 832 · Fax 0473 927 529 mobil 335 10 46 399 · info@lutzteam.it · www.lutzteam.it
INHALT 4
LICHT MACHT ARCHITEKTUR
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MIT DEM ORT BAUEN Arch. Stefan Gamper
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LICHT IST ELEMENTAR FÜR ARCHITEKTUR
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SICHTBAR IST OUT.
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ICH ZEICHNE NICHT. Arch. Felix Pardeller
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HANDWERK AL S CO-AUTOR
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„TURNING THE PAST INTO THE FUTURE ”
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NATURCHALET ALLGÄU Die Kraft des einfachen Bauens
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PENTHOUSE TESSA „Das geht nicht.“
Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen, Eintrag LG Bozen Nr. 26/01, am 27.11.2001 Chefredakteur: Elmar Pichler Rolle Projektleiterin: Magdalena Pöder Verkaufsleitung: Patrick Zöschg Redaktion: Dr. Nicole D. Steiner, Edith Runer, Florian Mair Werbung/Verkauf: Michael Gartner, Markus Hatzis, Siegfried Rungaldier, Isaak Lechner Verwaltung: Weinbergweg 7 | 39100 Bozen Tel. 0471 081 561
Projekte 10
SKY VILL AS ANDREUS
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ABSAM STUBE Alpine Tradition neu interpretiert
info@mediaradius.it | www.mediaradius.it Coverfoto: Jannik Hammes Fotografie Fotos: Dolomiten-Archiv, shutterstock, verschiedene Privat-, Firmen- und Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen Art Director: Elisa Wierer Lektorat: Magdalena Pöder
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HOTEL EDELWEISS Wellness mit Weitblick
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LIVING AHR Wohnanlage in Gais fertiggestellt
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PRODUKTIONSSTÄT TE SWACRIT Zukunft bauen
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HABITAT SA Zwischen Tradition und Gegenwart
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WIESERHOF Ein Haus für Generationen und Gemeinschaft
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MINI & ME Räume, die Marken erlebbar machen
Produktion: Athesia Druck Bozen | www.athesiadruck.com Vertrieb: Als „Dolomiten“-Beilage und im Postversand Druckauflage: 24.000 Stück Preis: Einzelpreis 2,20 Euro, A+D: 2,80 Euro Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und der angeführten Webseiten. Athesia Druck GbmH hat gemäß Art. 37 der EU-Verordnung 2016/679 (GDPR) den Datenschutzbeauftragten (Data Protection Officer, DPO) ernannt. Die Kontaktaufnahme für jedes Thema in Bezug auf die Verarbeitung der personenbezogenen Daten ist über dpo@athesia.it möglich.
produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, Athesia Druck GmbH, UW 1492
PEFC-zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, Recycling und kontrollierten Quellen PEFC/18-31-166
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Wir sind Lichtgeschöpfe. Licht beeinflusst unseren Biorhythmus, unsere Stimmung. Wir brauchen Licht in unterschiedlichster Stärke und Temperatur, um unseren Tagesablauf zu begleiten, uns zu konzentrieren, zu arbeiten, zu entspannen. Zu viel, zu stark, zu weiß, zu schwach – Licht sollte nicht dem Zufall überlassen sein. Und das großartigste Licht ist doch immer noch das Tageslicht.
Foto © Ingo Reumiller
LICHT MACHT RCHI TEKTUR
L
TA K T G E B E R L I C H T
Foto © Bruno Klomfar
icht beeinflusst Atmosphäre, Wohlbefinden und Raumwirkung. Architekt:innen nutzen Tageslicht und künstliche Beleuchtung gezielt, um Lebens- und Arbeitsräume zu schaffen, um Räume zum Leben zu erwecken, zu vergrößern oder zu verkleinern. Licht ist heute nicht mehr nur Gestaltungsmittel, sondern angesichts von Energieeffizienz und Klimawandel eine große architektonische Herausforderung. Ein Raum ist ein Raum und doch kann er völlig unterschiedlich wirken. Ein Raum kann freundlich und offen an einem sonnigen Morgen, effizient und neutral am Nachmittag sowie gemütlich und anheimelnd am Abend wirken, und dies dank ausgesuchter und strategisch platzierter Lichtquellen.
Nicht nur für Pflanzen, auch für uns Menschen ist Licht eine biologische Notwendigkeit. Das Tageslicht steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und beeinflusst Hormonhaushalt, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Besonders das natürliche, sich im Tagesverlauf verändernde Licht gibt Körper und Geist eine zeitliche Orientierung, hat auch eine gesundheitliche Funktion. In Wohnungen, Büros, Schulen oder Krankenhäusern geht es nicht allein um Helligkeit, sondern um Positionierung und Qualität des Lichts. Ein gut belichteter Arbeitsplatz fördert die Konzentration, gedämpftes Licht lässt uns am Abend zur Ruhe kommen. Moderne Beleuchtungssysteme passen sich automatisch den Tageszeiten und Bedürfnissen in Uhrzeiten, Helligkeit und Lichtfarbe an. Dieser neue Aspekt der Architektur nennt sich Human-Centric Lighting. Menschengerechte Lichtplanung.
Um das richtige Tageslicht im Raum vorzufinden, braucht es mehr als nur große Fensterflächen, sondern das Zusammenspiel von Gebäudeorientierung, Raumtiefe, Fensterplatzierung, Oberflächen und Verschattung. Zu viel Glas bedingt nicht eine blendende Helligkeit, es kann auch den Raum aufheizen. Die ausgewogene Balance zwischen Tageslicht und effizientem Erwärmungsschutz wird angesichts des Klimawandels zur planerischen Notwendigkeit. Was im Winter erwünscht ist, stellt im Sommer ein Problem dar. Außenliegender Sonnenschutz, intelligente Verschattung und gut konzipierte Fensterflächen gehören heute in jedes Projekt; eine gute Licht- und Raumklimaplanung geht Hand in Hand.
TA GE S L I C H T: IMMER NOCH DAS BESTE
MEHR ALS NUR HELL: KÜNSTLICHES LICHT
Das beste Licht ist immer noch das Tageslicht. Es steht kostenlos zur Verfügung, ist eine unverzichtbare Ressource für energieeffizientes Bauen. Aber es ist auch unberechenbar, abhängig von den Jahreszeiten und der meteorologischen Situation. In jedem Fall: Je besser ein Gebäude nach natürlichem Licht ausgerichtet ist, desto weniger künstliche Beleuchtung ist während des Tages erforderlich.
Wenn die Sonne untergeht, übernimmt die künstliche Beleuchtung. Und hier geht es nicht einfach nur um Licht. Es gilt, eine stimmige Ausgewogenheit zwischen Helligkeit und Lichtfarbe je nach Raum zu schaffen: Küche, Kinderzimmer, Wohnzimmer, Leseecke, Arbeitszimmer usw. Und es geht um Energie. LED-Leuchten ermöglichen eine immer präzisere, auch digitale Steuerung von L I CH T M ACH T A RCH I T E K T UR
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Helligkeit und Lichtatmosphäre und einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Energie. Moderne Leuchtmittel bringen nicht nur „besseres“ Licht, sie verbrauchen auch wesentlich weniger als alte Lichtsysteme. Eine moderne Lichtplanung empfiehlt sich in jedem Fall, auch wenn keine Grundrenovierung ansteht. Künstliche Beleuchtung heißt nicht mehr, einen Raum in ein uniformes (und ungemütliches) helles Licht zu tauchen, sondern schafft mit verschiedenen Lichtquellen unterschiedliche Lichtzonen. Licht wird zum architektonischen Joker. Kennzeichnet Wege, betont Bereiche, lässt andere in den Hintergrund treten, verschafft Geltung, unterteilt Räume, macht sie größer oder kleiner. Passt sich unseren Lebenssituationen an. Ein Leuchtkörper kann über die Dimmfunktion mehrere Funktionen ausüben. Künstliches Licht passt sich Tageszeit und Nutzung an, ist – programmiert oder spontan durch Sensoren aktiviert – nur dort und in der geforderten Intensität, wo es gebraucht wird. Bedarf, Komfort und Energieersparnis in einem.
KEIN BLICK IN DIE STERNE Doch Licht hat heute auch eine Schattenseite. Stichwort Lichtverschmutzung. Die Nächte sind nicht mehr dunkel. Straßen- und Fassadenbeleuchtung, Schaufenster und Industriebeleuchtung erzeugen über den eigentlichen Nutzungsbereich hinaus eine künstliche Helligkeit. Der Blick in den Sternenhimmel ist ausgeblendet. Und diese Tatsache beeinträchtigt nicht nur romantische Seelen, sondern auch das Ökosystem. Nachtfalter und andere Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angezogen; Fledermäuse verlieren die Orientierung, die gesamte Fauna und Flora wird negativ beeinflusst. Die Diskussion über gute Beleuchtung endet deshalb nicht an der eigenen Hausmauer. Wir müssen uns vielmehr der Frage stellen, wie viel Licht tatsächlich notwendig ist. Eine nur gezielt eingesetzte Beleuchtung und eine Reduktion unnötiger nächtlicher Lichtquellen spart Energie und entlastet Umwelt und letztlich auch Menschen. Immer mehr Gemeinden entscheiden sich für eine Nachtabschaltung zwischen 23 Uhr und 5 Uhr früh. Zum Vorteil aller. Lichtge-
schöpfe brauchen Licht und Dunkel im ausgeglichenen Wechsel.
LICHT IST LEBEN. Lichtplanung geht damit weit über rein technische Aspekte hinaus. Sie verbindet Architektur, Bauphysik, Energieeffizienz, Gesundheit und Wahrnehmungspsychologie. Licht beeinflusst entscheidend, wie wir morgens aufwachen, wie wir arbeiten und wie wir Räume erleben. Architektur setzt nicht nur Raum gemäß unseren Bedürfnissen in Szene, sondern auch Licht. Sie kann es einfangen, lenken, dosieren. Denn es geht nicht darum, ein Maximum an Licht zu ermöglichen, sondern darum, dafür zu sorgen, das richtige Licht zur rechten Zeit am rechten Ort vorzufinden. Und im Prinzip ist das nichts Neues. Schon in der Urzeit wurden Bauwerke nach dem Prinzip des Lichts erbaut. Zu den Bauwerken gehören Tempel, Kultstätten wie Stonehenge und später auch Kathedralen. Denn Licht prägt nicht nur unsere Architektur, sondern seit jeher auch unser Leben.
Licht betont Bereiche und lässt andere in den Hintergrund treten. Es unterteilt Räume, macht sie größer oder kleiner.
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LIC HT MAC HT ARC H IT E K T UR
LICHT IST ELEMENTAR FÜR RCHITEKTUR Interview mit dem Vorarlberger Architekten Ingo Reumiller
Angulus: Sie haben sich auf ökologisches Bauen spezialisiert. Welche Rolle spielt dabei das Licht? Ingo Reumiller: Licht ist elementar für Architektur. Mich beschäftigt zunehmend das Zusammenspiel von Mensch, Raum, Material und Wahrnehmung – und Licht ist ein entscheidender Teil davon. Es ist faszinierend, wie sehr sich eine Oberfläche mit dem Licht verändert. Derselbe Lehmputz kann morgens völlig anders wirken als am Abend. Was den Begriff „ökologisch“ betrifft, bin ich vorsichtiger geworden. Wir verwenden solche Begriffe oft, als wäre völlig klar, was sie bedeuten. Beim Bauen wird Ökologie schnell auf das einzelne Gebäude, seinen Energieverbrauch oder seine Materialien reduziert. Aber ein Haus steht nie für sich allein. Es ist Teil eines Ortes, einer Siedlungsstruktur, einer Gesellschaft und eines umfassenderen Ressourcen- und Energiehaushalts. Deshalb beginnt ökologisches Bauen für mich nicht erst bei der Frage, ob ich Lehm, Holz oder einen anderen Baustoff verwende. Davor steht die Frage: Was brauchen wir tatsächlich – und in welchem umfassenderen Zusammenhang bauen wir überhaupt?
Angulus: Sie sprechen von einer sinnlichen Wahrnehmung von Architektur. Was meinen Sie damit? I. Reumiller: Wir erfahren Architektur nicht nur mit den Augen, sondern mit unserem ganzen Körper. Streiflicht auf einer rauen Lehmoberfläche lässt mich deren Struktur beinahe körperlich wahrnehmen. Das Auge beginnt gewissermaßen zu berühren. Das untersuche ich auch in meinen Lehmbildern und Reliefs. Bei manchen Arbeiten verändert allein die Richtung des Lichts unsere Wahrnehmung der Form – was eben noch als Erhebung erschien, kann plötzlich wie eine Vertiefung wirken. Licht allein „zaubert“ also keine Räume. Licht, Material und Raum wirken zusammen – und erst in unserer Wahrnehmung entsteht daraus Atmosphäre. Mich interessiert auch die umgekehrte Frage: Was macht Licht sichtbar, worauf lenkt es unsere Aufmerksamkeit – und was sehen wir dadurch vielleicht gerade nicht? Angulus: Was wäre der erste Schritt, wenn Sie eine Wohnung oder ein Haus verändern sollen? I. Reumiller: Zuerst wahrnehmen, was schon da ist: die Räume, das Licht, L I CH T M ACH T A RCH I T E K T UR
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„Wir verbringen viel Zeit in I nnenräumen und längst nicht nur bei Tageslicht. Deshalb sollte Kunstlicht von Anfang an mitgedacht werden“ I N GO R EU M I L L ER
die Materialien und Oberflächen, die Beziehung zur Umgebung. Und dann vor allem zuhören: Was brauchen die Menschen tatsächlich? Bei einem Entwurf für ein Haus für eine sechsköpfige Familie sollte ein Raum zugleich Kletterraum für den Vater, Musik- und Proberaum sowie kleiner Kammerkonzertraum für die Mutter, eine Organistin und Pianistin, und Spielraum für die Kinder sein. Die Entwurfsfrage war nicht: Wie schaffe ich einen besonderen Raum? Sondern: Wie bringe ich diese unterschiedlichen Bedürfnisse in ein räumliches Ganzes? Daraus entstand eine gefaltete Holzlandschaft, in der Klettern, Akustik und Licht zusammengeführt werden. Statt eines Fernsehers wollte der Vater ein „Bild“ zur Landschaft – also ein Fenster.
Derselbe Raum kann einem Menschen Geborgenheit vermitteln und auf einen anderen beengend wirken. Architektur kann Wahrnehmung beeinflussen, aber nicht bestimmen.
Angulus: Muss ein Architekt deshalb auch ein bisschen Psychologe sein? I. Reumiller: Psychologe würde ich nicht sagen. Aber eine gewisse Zugewandtheit und ein echtes Interesse an den Menschen, für die man plant, gehören für mich dazu. Es geht darum, ihnen zuzuhören, ohne zu schnell zu glauben, man wisse bereits, was sie brauchen. Menschen betreten einen Raum nicht als leere Tafel.
Angulus: Gute Architektur kostet viel Geld? I. Reumiller: Da fällt mir mein Professor Josef Lackner ein. Bei den Entwurfsbesprechungen hat er uns Studenten schon einmal gesagt: „Jetzt nimm i dir no 1 Million und jetzt moachsch was Gscheids!“ Das ist mir geblieben. Natürlich kosten erstklassige Materialien und qualitativ hochwertige handwerkliche Arbeit Geld.
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LIC HT MAC HT ARC H IT E K T UR
Angulus: Und der individuelle Bedarf entspricht nicht den Wünschen? I. Reumiller: Nicht unbedingt. Ich glaube, wir brauchen oft weniger, als wir denken. Nicht alles, was mir gefällt oder gerade „in“ ist, brauche ich auch oder es entspricht dem vorhandenen Raum und mir. Darin liegt für mich auch eine ökologische Dimension von Architektur. Die Frage liegt für mich bei Material und Technologie: Was ist wirklich notwendig? Manchmal kann eine Beschränkung sogar eine überlegene räumliche Antwort hervorbringen.
Aber mehr Budget bedeutet nicht automatisch hochwertigere Architektur. Eine Beschränkung kann mich zwingen, genauer zu fragen, was wesentlich ist. Angulus: Auch eine gute Beleuchtung ist nicht unbedingt eine Frage des Geldes. I. Reumiller: Nicht unbedingt. Aber gerade heute hat Kunstlicht einen hohen Stellenwert in der Architektur. Wir verbringen viel Zeit in Innenräumen und längst nicht nur bei Tageslicht. Deshalb sollte Kunstlicht von Anfang an mitgedacht werden: Woher kommt es, worauf trifft es und wie wirkt es mit Raum und Material zusammen? Ich erlebe häufig, dass Bauherren bei diesem Thema zu sehr sich selbst überlassen werden. LED-Technik und eine beinahe unbegrenzte Auswahl auch preiswerter Leuchten schaffen viele Möglichkeiten, aber auch Beliebigkeit. Eine teure Leuchte garantiert kein hochwertiges Licht – sorgfältige Lichtplanung ist deshalb aber nicht weniger, sondern eher entscheidender geworden. Dass angenehmes Licht trotzdem mit einfachen Mitteln entstehen kann, zeigt mein eigener umgebauter Stadel. Zehn gewöhnliche
Angulus: Stichwort Tageslicht, künstliches Licht, indirektes Licht … I. Reumiller: Tageslicht verändert sich ständig. Mit Tageszeit, Wetter und Jahreszeit verändert sich auch der Raum. Aber Helligkeit allein genügt mir nicht. Ich habe Räume erlebt, die über Dachöffnungen gut belichtet waren und in denen mir trotzdem etwas fehlte: die Beziehung nach draußen. Ein Fenster bringt nicht nur Licht herein, sondern stellt eine Beziehung zwischen innen und außen her. Es sagt mir gewissermaßen: Du bist hier. Beim erwähnten Musik- und Kletterraum ist das Landschaftsfenster wie ein Bild – nur dass es sich permanent verändert.
„Ein Fenster bringt nicht nur Licht herein, sondern stellt eine Beziehung zwischen innen und außen her.“ IN GO REUM I L L ER
Angulus: Heute arbeiten Architekten auch im Alpenraum mit ausgedehnten Fensterflächen. Früher waren die Fensteröffnungen klein. Sind großzügige Fensterflächen angesichts steigender Temperaturen nicht ein Problem? I. Reumiller: Große Glasflächen können problematisch sein. Moderne Verglasungen und Verschattungssysteme lösen das Problem nicht automatisch. Orientierung, Glasanteil, außenliegender Sonnenschutz, Lüftung, Speichermasse und Nutzung müssen zusammenspielen. Historisch waren Fenster auch aus technischen und wirtschaftlichen Gründen kleiner. Heute können wir signifikante Öffnungen herstellen. Aber nur weil wir etwas können, müssen wir es nicht überall tun. Viel Glas bedeutet nicht automatisch viel gutes Licht. Ein gut gesetztes kleineres Fenster kann für einen Raum manchmal mehr leisten als eine ganze Glaswand. Angulus: Haben Sie ein Vorbild für Ihre persönliche Architektur? I. Reumiller: Nicht im eigentlichen Sinn. Natürlich gibt es Menschen und Arbeiten, an denen ich mich orientiere oder von denen ich mich inspirieren lasse, wie z. B. Peter Zumthor. Seine Aufmerksamkeit für Material, Oberfläche, Licht und Atmosphäre und sein Verständnis von Architektur als sinnlicher Erfahrung haben mich immer wieder beschäftigt. Aber Vorbilder entbinden mich nicht davon, selbst wahrzunehmen. Gute Arbeiten können die eigene Wahrnehmung schärfen, sie sollten sie aber nicht ersetzen. Die eigene Wahrnehmung ist subjektiv und feilbar. Ich muss sie immer wieder hinterfragen: Was nehme ich tatsächlich wahr? Und was glaube ich wahrnehmen zu müssen, weil ich gelernt habe, dass etwas „gute Architektur“, „schönes Licht“ oder das „richtige Material“ sei? Vielleicht interessiert mich genau das heute an Architektur, Handwerk und Kunst: die eigene Wahrnehmung immer wieder neu zu lernen.
INGO REUMILLER Ingo Reumiller ist Architekt und arbeitet unter dem Namen arteluto – Atelier für Lehm, Bau & Kunst an der Schnittstelle von Architektur, Lehmbau, Handwerk und Kunst. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit ökologischem Bauen und Materialien wie Holz, Lehm, Kalk und Stroh. In den vergangenen Jahren sind die unmittelbare Arbeit mit dem Material und die künstlerische Auseinandersetzung stärker in den Vordergrund gerückt. Es entstehen Lehmbilder und Reliefs – vom kleinen Format bis zur wandgroßen Gestaltung. In seinem Wohn- und Atelierhaus, der „Stadelmetamorphose“ in Andelsbuch, verbindet er bestehenden bäuerlichen Baubestand mit neuen räumlichen Eingriffen. Licht interessiert ihn dabei nicht als isoliertes Gestaltungsmittel, sondern im Zusammenspiel von Mensch, Raum, Material und Wahrnehmung.
L I CH T M ACH T A RCH I T E K T UR
Foto © Maya Kleber
Ofenrohre führen dort durch das Unterdach, darüber sitzt jeweils ein gläserner Dachziegel. Die Sonnenflecken wandern mit dem Sonnenstand durch den Raum – im Laufe des Tages und des Jahres. Licht macht dort nicht nur Raum sichtbar, sondern auch Zeit.
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Foto © Hannes Niederkofler
SKY VILL S ANDREUS
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PAG INA
Ein exklusiver Rückzugsort zwischen Luxus und Landschaft. Mit den Sky Villas Andreus im Passeiertal ist ein außergewöhnliches Hospitality-Projekt entstanden, das die Grenzen zwischen Architektur, Landschaft und Wohlbefinden auf elegante Weise auflöst.
D
ie exklusiven Villen erweitern das Angebot des Andreus Resorts um hochwertige Rückzugsorte, die Privatsphäre, Großzügigkeit und einen unverwechselbaren Panoramablick miteinander verbinden. Das Projekt wurde Ende 2025 fertiggestellt und kürzlich für die World Architecture Awards 2026 in Florida nominiert. Bereits Anfang des Jahres war das Projekt zudem bei den renommierten Ahead Awards in London vertreten.
ARCHITEKTUR MIT WEITBLICK Die Sky Villas erstrecken sich über rund 190 Quadratmeter und wurden als luxuriöse Refugien konzipiert, die den Bezug zur umliegenden Berglandschaft konsequent in den Mittelpunkt stellen. Herzstück jeder Einheit ist ein großzügiger Wohnbereich mit Lounge und raumhohen Verglasungen, die den Blick auf die Natur inszenieren und gleichzeitig viel Tageslicht ins Innere holen. Ergänzt wird das Raumprogramm durch private Schlafbereiche, eine voll ausgestattete Küche sowie hochwertige Wellnessangebote. Besonderes Augenmerk legten die Planer auf die Verbindung von Innen- und Außenraum. Die rund 90 Quadratmeter große Terrasse fungiert als Erweiterung des Wohnbereichs und beherbergt einen Infinity-Pool, eine private Sauna sowie einen Whirlpool. Dadurch entsteht ein ganzjährig nutzbarer Rückzugsort, der Erholung und Naturerlebnis auf hohem Niveau vereint.
Architektur für alle Sinne
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SK Y V I L L A S A N D R E US
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1 1 Der großzügige Wohnbereich mit Lounge der Villas und raumhohen Verglasungen, mit Blick auf die Natur. 2 Klare Strukturen mit feiner Linie - verwirklicht in hochwertigen Materialien. 3 Privater Panoramapool und Sauna - die Sky Villas lassen keine Wünsche offen.
WIR BEDANKEN UNS FÜR DAS VERTRAUEN!
LUXUS UND F U N K T I O N A L I TÄT IM EINKL ANG
Trotz des hohen Komfortanspruchs stand nicht allein die Exklusivität im Fokus. Die Planung verfolgte das Ziel, luxuriöses Wohnen mit funktionalen und nachhaltigen Lösungen zu verbinden. Langlebige Materialien, energieeffiziente Systeme sowie die gezielte Nutzung natürlichen Lichts tragen dazu bei, den Energiebedarf zu reduzieren und eine langfristige Qualität sicherzustellen. Eine besondere planerische Herausforderung bestand darin,
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den Gästen maximale Privatsphäre zu bieten und gleichzeitig eine direkte Anbindung an das bestehende Resort zu gewährleisten. Gelöst wurde dies durch einen internen Zugang zum Hauptgebäude des Andreus Resorts, wodurch Service- und Betriebsabläufe effizient organisiert werden können, ohne die Exklusivität der Villen zu beeinträchtigen. Mit ihrer klaren Architektursprache, der hochwertigen Materialisierung und dem
sensiblen Umgang mit dem landschaftlichen Kontext haben die Sky Villas Andreus auch international Aufmerksamkeit erregt.
I N T E R N AT I O N A L E ANERKENNUNG Die Nominierung für die World Architecture Awards 2026 unterstreicht die architektonische Qualität des Projekts ebenso wie die bereits erfolgte Anerkennung bei den Ahead
STUDIO TROI & SCHENK Haustechnik, Energieverteilung & Brandschutzlösungen
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SKY V IL L AS ANDR E US
Alle Fotos © Alex Filz
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Awards in London. Die Sky Villas zeigen beispielhaft, wie zeitgenössische Hotelarchitektur heute aussehen kann: großzügig und luxuriös, zugleich aber zurückhaltend, nachhaltig und eng mit ihrer Umgebung verbunden. Entstanden ist ein Projekt, das den Anspruch des modernen Premium-Tourismus mit einer klaren architektonischen Haltung verbindet und damit weit über die Region hinaus Strahlkraft entwickelt.
Philipp Nösslinger Philipp Nösslinger studierte Architektur in Innsbruck und absolvierte einen MBA an der ESCP Business School. Nach internationalen Stationen in München und London mit Projekten in Großbritannien, Rom und Abu Dhabi gründete er gemeinsam mit zwei Partnern die G22 Projects. Heute verbindet er seine architektonische Expertise mit wirtschaftlichem Denken und entwickelt innovative Architekturund Interior-Konzepte mit höchsten Qualitätsansprüchen. G22 Projects ist nun auch in München vertreten.
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Foto © Gabriel Eisath
Foto © Jannik Hammes Fotografie
ALPINE TRADITION NEU INTERPRETIERT Mit der Absam Stube ist ein Ort entstanden, der die klassische Atmosphäre einer alpinen Skihütte aufgreift und gleichzeitig mutig neu interpretiert. In Obereggen direkt an der Piste gelegen, verbindet das Projekt traditionelle Materialien und vertraute Elemente der Bergwelt mit überraschenden gestalterischen Akzenten. Das Ergebnis ist ein Raum, der Erinnerungen weckt, ohne nostalgisch zu wirken, und der den alpinen Lifestyle mit einem modernen Augenzwinkern inszeniert.
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ie gestalterische Grundlage bildet Holz, wie man es von traditionellen Berghütten kennt. Doch statt der üblichen rustikalen Optik setzt Herzbluat_architecture auf schwarz gebeizte Oberflächen, neu interpretierte Täfelungen und grafische Karomuster. Diese zitieren die klassische Skihüttenästhetik, erscheinen jedoch in einer modernen und reduzierten Formensprache. Besonders markant ist die Fassadengestaltung. Das Karomuster setzt sich bis in den Außenbereich fort und schafft eine starke visuelle Verbindung zwischen Architektur und Umgebung. Ergänzt wird das Konzept durch
ALPINE TRAD IT IO N NE U INT E R P R E T IE RT
kräftige rote Akzente, die sich deutlich vom winterlichen Weiß der Landschaft abheben und der Hütte bereits aus der Ferne eine unverwechselbare Identität verleihen.
ÜBERR ASCHUNGEN IN JEDEM R AUM Im Inneren wird Skiausrüstung aus dem Fundus des Skigebiets weiterverwendet. Gemeinsam mit lokalen Handwerksbetrieben werden daraus neue Gestaltungselemente für die Stube. So bleibt ein Stück Skigeschichte im täglichen Gebrauch. Farbintensive Sanitär-
Herzbluat_ architecture
Foto © Jannik Hammes Fotografie
Herzbluat_architecture wurde 2020 von Felix Pardeller in Terlan gegründet. Das Studio entwickelt Raumkonzepte und Innenarchitektur für Neubauten ebenso wie für bestehende Gebäude. Visualisierung gehört zum Entwurfsprozess. Die Projekte reichen von Terlan bis Milano Marittima. Geplant und gebaut wird im Team.
bereiche in Gelb, Pink oder Türkis setzen bewusste Kontraste zur warmen Holzarchitektur und sorgen für unerwartete Momente. Ergänzt wird das Raumkonzept durch humorvolle Wandgrafiken und typografische Botschaften, die dem Projekt eine besondere Leichtigkeit verleihen. Die Absam Stube versteht sich damit nicht nur als Gastronomiebetrieb, sondern als Erlebnisraum, der Emotionen weckt und zum Verweilen einlädt. Ein besonderes Detail sind die Sticker-Wände, die bewusst als interaktive Gestaltungselemen-
te integriert wurden. Besucher können eigene Aufkleber hinterlassen und damit selbst Teil der Geschichte des Ortes werden. So entwickelt sich die Architektur kontinuierlich weiter und erhält eine zusätzliche persönliche Ebene. Das Materialkonzept unterstützt diesen Ansatz: Dunkle Holzelemente treffen auf kräftige Farben, robuste Naturmaterialien auf industrielle Oberflächen. Nostalgische Anklänge an vergangene Skitage verschmelzen mit zeitgenössischem Design zu einer eigenständigen Identität.
Hier wird nicht nur eingekehrt, sondern erlebt.
ORT MIT CHAR AKTER Die Absam Stube zeigt, wie Architektur regionale Traditionen aufgreifen kann, ohne sie zu kopieren. Stattdessen werden bekannte alpine Motive neu interpretiert und in eine zeitgemäße, überraschende Form übersetzt. Entstanden ist ein Ort mit hohem Wiedererkennungswert, der Authentizität mit Humor verbindet und weit über die klassische Skihütte hinausgeht. Hier wird nicht nur eingekehrt, sondern erlebt – und genau darin liegt der besondere Reiz dieses Projekts.
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GAST
ICH ZEICHNE NICHT. W RUM MEIN ERSTER ENTWURF EIN GESPR CH IST VON FELIX PARDELLER „findi volle cool die idee mit die frogen i glab noch dem Fragebogen “ kennsch mi sehr guat haha konnsch in meine seele schaugen jetzt Diese Nachricht schrieb mir eine Bauherrin, kurz nachdem wir eine Stunde lang zusammengesessen waren. Es gab keinen Plan. Es gab kein Bild. Es gab Fragen. In meinem Büro liegt kein Butterpapier und kein Stapel Entwurfsskizzen. Ich zeichne nicht.
I
ch entwerfe im dreidimensionalen Modell. Was dort entsteht, hat Schatten, Materialien, Tiefenschärfe. Es sieht aus wie fotografiert, obwohl es noch nichts gibt. Das ist ein Vorteil und ein Problem. Eine Handskizze leistet zwei Dinge gleichzeitig: Sie zeigt eine Vorstellung und sie
Eine Skizze behauptet einen Zwischenstand. Mein Bild behauptet ein Haus. 16
G ASTB EITRAG F E L I X PAR DE L L E R
beweist, dass die Idee noch offen ist. Die zittrige Linie sagt: Hier darfst du widersprechen. Mein erstes Bild sagt das nie. Wer es sieht, sieht ein Ergebnis, auch wenn es eine Frage war. Eine Skizze behauptet einen Zwischenstand. Mein Bild behauptet ein Haus. Die Unsicherheit muss also woanders unterkommen. Bei mir liegt sie vor dem Modell, in einem Gespräch, in dem ich nichts zeige.
EINE STUNDE, IN DER ICH NICHTS ZEIGE Ich entwickle dafür für jedes Projekt einen eigenen Fragebogen, und ich verschicke ihn nicht. Ich sitze damit bei den Leuten und stelle jede Frage selbst. Das dauert immer über eine Stunde. Ich schreibe mit, andere reden. Keine Referenzbilder, kein Mo-
WA S I M P R O T O KO L L N I C H T S T E H T Der eigentliche Grund, warum ich die Stunde persönlich mache, steht in keiner meiner Notizen. Es ist der Widerspruch zwischen dem, was einer sagt, und dem, was der Mensch daneben dazu schweigt. Ich frage nie, wie offen eine Küche sein soll. Ich lasse ein Paar von einem normalen Dienstagabend erzählen, vom Nachhausekommen bis zum Aufräumen. Der eine redet von Gästen am Tresen, alles solle „komplett offen“ sein. Der andere sagt nichts und schaut ihn an. In dessen eigener Erzählung steht er dann allein am Herd, während im Wohnraum schon gegessen wird. Gebaut wurde eine Schiebewand. Danach kommt der mühsame Teil. Ich frage nach, bis aus einem Satz ein Maß geworden ist. Ein Schweigen ist noch kein Zentimeter.
WO DAS BILD BLENDET Mein Handwerk sind Rendering und Echtzeitmodell. KI hilft mir beim Ordnen von Gedanken und beim Visualisieren. Die Entscheidungen treffe ich selbst. Diese Bilder haben eine Eigenschaft, die man nicht abschalten kann.
Sie machen alles plausibel. Auch das Falsche. Ein Rendering zeigt nämlich immer die beste Stunde. Aufgeräumt, gutes Licht, niemand im Bild. Keine feuchten Jacken im Eingang, keinen Dienstag im November. Wer ein solches Bild sieht, sagt ja zu einem Raum, der nur an wenigen Tagen im Jahr so aussieht. Dafür kann die Technik nichts. Wenn ich das Bild allein sprechen lasse, ist das mein Fehler und nicht der des Bildes. Deshalb frage ich nach dem Dienstagabend und nicht nach dem Sonntagsfoto.
Ein Rendering zeigt immer die beste Stunde. Deshalb frage ich nach dem Dienstagabend und nicht nach dem Sonntagsfoto.
J E D E R F R A G T. D I E F R A G E I S T, W O Z U Jetzt werden viele einwenden, dass sie auch fragen. Stimmt, und so manche tun es besser als ich. Der Unterschied liegt im Zweck. Ich frage nicht, um Maße, Funktionen und Budget zu erfahren, das steht am Ende ohnehin im Protokoll. Ich frage, um zu erkennen, welcher Wunsch trägt und welcher nur geliehen ist. Ein Bild im Kopf ist nämlich fast immer schon da, bevor ich komme. Es kommt von Pinterest oder Instagram, es ist ansprechend, und mit den Leuten davor hat es oft wenig zu tun. Diese Stunde tauscht das geliehene Bild gegen ein eigenes. Und irgendwann kippt der Ton. Ab einem gewissen Punkt reden die Leute mit mir, als würden sie einem Freund beim Bier erzählen, was sie wirklich wollen. Dass der Hof des Vaters nicht hereinschauen darf, ist kein Grundriss. Der Weg von diesem Satz zur Grundrissorientierung ist meine Arbeit, und die nimmt mir niemand ab. Wer darin Ausführen sieht, verwechselt eine Bedingung mit einem Entwurf. Das Modell kann alles darstellen, nur nicht das Zögern. Dafür brauche ich eine Stunde und einen Menschen.
FELIX PARDELLER Ich bin Felix Pardeller. Den Namen Herzbluat_ architecture habe ich bewusst gewählt, weil ich jedes Projekt so angehe: mit Herz, Hirn und Knall. Ich denke mich rein und tüftle. Eine gute Idee lässt mich selten gleich in Ruhe. Dann will ich wissen, was noch geht. Ob das Ganze im Alltag etwas taugt, gehört genauso dazu. Schließlich sollen Menschen darin leben oder arbeiten.
Foto © Felix Pardeller
dell, nichts von früheren Projekten. Ich bin der, der nichts weiß. Meine Fragen betreffen den Alltag. Wie sieht ein Dienstagabend aus? Wo stellst du die Einkäufe ab, wo sitzt du danach? Was willst du auf keinen Fall vor Augen haben? Wovor hast du Angst? Was dabei herauskommt, könnte ich mir nicht ausdenken. Eine Bauherrin wollte eine Wohnung in einem alten Stadel. Der wichtigste Punkt des ganzen Umbaus war für sie nicht Licht und nicht Material. Es war, dass man vom Hof ihres Vaters nicht in ihre Wohnung schauen kann. Damit war die Orientierung des Grundrisses entschieden, nicht über eine Aussicht, sondern über einen Blick, der nicht stattfinden darf. Was einerseits zuging, wurde andererseits frei. Und ihr Wäscheständer stehe oft eine Woche, sagte sie. Also bekam er einen Ort statt eines schlechten Gewissens.
G A ST BE I T RAG FE L I X PA R D E L L ER
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Alle Fotos © Mirjam Unterfrauner
„TURNING THE PAST INTO THE FUTURE“ Über 100 Architektinnen und Architekten aus Südtirol und dem Trentino folgten am Freitag, 24. Juli 2026, der Einladung der Progress AG zum jährlichen Architektenevent auf Schloss Sigmundskron.
I
n Zusammenarbeit mit der Architekturstiftung Südtirol wurde die historische Kulisse zum Treffpunkt für fachlichen Austausch, neue Impulse und Gespräche rund um das Thema Architektur. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag „Turning the Past into the Future“ von Architekt Michele Rossi, Founding Partner des Mailänder Architekturstudios PARK.
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TUR NING TH E PAST I NTO T H E FUT UR E
EIN ABEND IM ZEICHEN DER ARCHITEKTUR Mit dem jährlichen Architektenevent schafft die Progress AG gemeinsam mit der Architekturstiftung Südtirol seit mehreren Jahren eine Plattform für den Austausch zwischen Architekturschaffenden, Planern und der Bauwirtschaft. Die Veranstaltung bot dabei nicht nur fachliche Einblicke in
Projekte und Ideen, sondern auch Raum für persönliche Begegnungen und Vernetzung innerhalb der regionalen Architekturszene. Die Veranstaltung wurde durch Arch. Katharina Volgger, Vizepräsidentin der Architekturstiftung Südtirol, moderiert und eröffnet. Im Rahmen des offiziellen Programms richtete Magdalena Messner, Hausherrin und Direktorin der Messner Mountain Museen (MMM), ein Grußwort an die Gäste. Dabei gab sie einen kurzen Einblick in die MMM sowie deren kulturelle Bedeutung im alpinen Raum. Darauf folgte die Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer durch Ing. Piero Bernabé, Geschäftsführer der Progress AG, der die Gäste im Namen des Unternehmens willkommen hieß.
ARCHITEKTUR Z WISCHEN T R A D I T I O N U N D I N N O VAT I O N Im Mittelpunkt des Abends stand das Architekturstudio PARK aus Mailand. Das 2000 von Filippo Pagliani und Michele Rossi gegründete Studio arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Architektur, Städtebau, Innenarchitektur und Produktdesign. Unter dem Titel „Turning the Past into the Future“ präsentierte Michele Rossi die Haltung des Studios sowie ausgewählte Projekte, darunter auch das Salewa-Headquarter in Bozen. Im Fokus stand die Frage, wie bestehende Strukturen und städtische Räume weiterentwickelt werden können, um neue Modelle für nachhaltiges und lebenswertes Bauen zu schaffen. „Wir entwerfen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation und lassen uns dabei von Mailand als unserem großen lebendigen Labor inspirieren“, beschreibt PARK seinen architektonischen Ansatz.
Rund 100 Architekten besuchten dem Vortrag von Arch. Michele Rossi im Schloss Sigmundskron.
Beim anschließenden Aperitivo im Schlossgarten nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Eindrücke des Abends weiter zu vertiefen und den fachlichen Austausch in entspannter Atmosphäre fortzusetzen.
T O R R E PA R KO : E I N N E U E S WA H R Z E I C H E N F Ü R S A R O N N O Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags lag auf dem Projekt Torre Parko in Saronno bei Mailand. Der 74 Meter hohe Turm mit 20 Stockwerken wurde als neues städtebauliches Element konzipiert, das die Skyline und die zeitgenössische Identität der Stadt prägt. Dabei versteht sich das Gebäude nicht als isoliertes Hochhaus, sondern als aktiver Bestandteil seines Umfelds, der den umliegenden Raum organisiert und aufwertet. Realisiert wurde der erdbebensichere Turm unter anderem mit Green Code Betonfertigteilen der Progress AG. Die Fertigteilbauweise ermöglichte dabei eine präzise Umsetzung der architektonischen und bauphysikalischen Anforderungen und zeigt, wie innovative Bausysteme zur Realisierung anspruchsvoller Projekte beitragen können.
v.l.: Arch. Michele Rossi (Studio PARK), Katharina Volgger (Architekturstiftung Südtirol), Ing. Piero Bernabé (Progress AG) T U R N I N G T H E PA ST I N TO T H E FU T U RE
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PR -ANZEIG E
Moderne Wohnarchitektur mit Betonfertigteilen Das 20-stöckige Hochhaus Torre Parko in Saronno vereint Architektur und Natur zu einem fließenden Wohnraum und setzt mit dem innovativen Green Code Bausystem neue urbane Maßstäbe, realisiert mit Betonfertigteilen der PROGRESS AG.
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Foto © Nicola Colella
it Torre Parko entsteht in Saronno, unweit von Mailand, ein neues architektonisches Wahrzeichen. Das 74 Meter hohe Wohngebäude mit 20 Stockwerken ist erdbebensicher gebaut und Teil eines umfassenden Masterplans zur städtebaulichen Aufwertung des Quartiers. Der Baukörper erzeugt eine direkte Verbindung zwischen Gebäude und Park, während in den oberen Etagen bepflanzte Bereiche als natürlicher Filter zwischen Innen und Außen wirken. Photovoltaik, Geothermie und der Einsatz umweltfreundlicher, wiederverwertbarer Materialien runden das nachhaltige Gesamtkonzept des Gebäudes ab. Torre Parko interpretiert das Wohnen als offenen, flexibel nutzbaren Lebensraum.
BETONFERTIGTEILE A L S G E S TA LT U N G S ELEMENT Für Fassade und Tragstruktur setzt Torre Parko auf innovative Green Code Betonfertigteile. Die Außenwand besteht aus der 20
Green Code Thermowand Plus® mit einer Wandstärke von 45–50 cm. Der U-Wert von 0,23 W/m²K trägt zu den Anforderungen für die Energieeffizienzklasse A bei. Für die Fassadengestaltung wird die Matrize Naab verwendet, die dem Gebäude seine charakteristische Tiefe verleiht. Die Elemente integrieren bereits Dämmung und feuerfeste Isolierpaneele und sorgen so für ein optimiertes energetisches und bauphysikalisches Gesamtpaket. Die vollständige interne Projektplanung der PROGRESS AG gewährleistet dabei höchste Präzision und eine verbesserte technische Lösung für Fassade und Struktur.
INDUSTRIELLE VOR FERTIGUNG MIT DEM GREEN CODE BAUSYSTEM Die industriell und statisch gefertigten Green Code Betonelemente integrieren Dämmung, Heizung, Kühlung, Lüftung, Akustik und Beleuchtung. Damit übernehmen sie weit mehr als eine tragende Funktion. Die Vorfertigung im Werk ermöglicht zudem verkürzte Bauzeiten um bis zu 40 % und eine saubere, präzise Montage mit bis zu 60 % weniger Personal auf der Baustelle. Mit dem Projekt Torre Parko zeigt die PROGRESS AG eindrucksvoll, wie moderne Fertigteiltechnologie architektonischen Anspruch, Effizienz und Nachhaltigkeit in Einklang bringt.
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WELLNESS MIT WEITBLICK Mit einem neuen Wellnessbereich im vierten Stock erweitert das Hotel Edelweiss in Meransen sein Angebot um einen besonderen Rückzugsort. Hoch über dem Pustertal entstehen neuer Raum für Entspannung, Weitblick und bewusste Auszeiten – ein weiterer Schritt in der kontinuierlichen Entwicklung des familiengeführten Vier-Sterne-Hotels.
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er nach Meransen kommt, sucht meist genau das, was im Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Weite und Zeit zum Durchatmen. Auf rund 1.400 Metern Meereshöhe gelegen, bietet das Hotel Edelweiss seit Jahren einen Rückzugsort für all jene, die Erholung inmitten der Südtiroler Bergwelt schätzen. Nun setzt die Gastgeberfamilie Oberhofer einen weiteren Akzent und erweitert das Wellnessangebot des Hauses um eine neue Dimension – im wahrsten Sinne des Wortes.
Mit Ende Mai 2026 eröffnet im vierten Stock des Hauses ein neuer Wellnessbereich, der den Blick in die Landschaft ebenso in den Mittelpunkt rückt wie das Wohlbefinden der Gäste. Entstanden ist ein Ort, an dem Architektur, Natur und Entspannung harmonisch ineinandergreifen und der das bestehende Angebot des Hotels sinnvoll ergänzt. Die Lage des Edelweiss gehört seit jeher zu seinen größten Stärken. Von der Sonnenterrasse des Hochplateaus schweift der Blick über das Pustertal bis hin zu
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den umliegenden Gipfeln der Dolomiten. Genau diese Verbindung zwischen Landschaft und Wohlbefinden stand auch bei der Planung des neuen Wellnessbereichs im Mittelpunkt. Im vierten Stock wurde ein Rückzugsort geschaffen, der die Grenzen zwischen Innenund Außenraum bewusst verschwimmen lässt. Großzügige Glasflächen holen die Landschaft ins Haus und laden dazu ein, den Blick schweifen zu lassen und den Alltag hinter sich zu lassen. Die Natur dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern wird selbst Teil des Wellnesserlebnisses.
Alle Fotos © Martin Bacher
Die Natur dient nicht nur als Kulisse, sondern wird selbst Teil des Wellness erlebnisses.
NEUE PERSPEKTIVEN FÜR DIE ERHOLUNG Herzstück der Erweiterung ist ein großzügiger Outdoor-Whirlpool auf der neuen Panoramaterrasse. Von dort aus eröffnet sich der Blick über die Südtiroler Berglandschaft, während die Höhenluft für eine wohltuende Erfrischung sorgt. Ergänzt wird das Angebot durch ein Kaltwasser-Tauchbecken, das insbesondere nach dem Saunagang für einen belebenden Temperaturwechsel sorgt. Auch die neue Saunalandschaft orientiert sich konsequent an der besonderen Lage des Hauses. Drei Saunen stehen den Gäs-
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WELLNESS MIT WE I T B L I C K
ten künftig zur Verfügung. Ein besonderes Erlebnis verspricht dabei die Eventsauna. In dieser Umgebung verschmelzen wohltuende Wärme, Ausblick und Atmosphäre zu einem Gesamterlebnis, das die Natur bewusst in den Mittelpunkt stellt. Abgerundet wird der neue Bereich durch mehrere Ruheräume, die bewusst als Orte des Rückzugs gestaltet wurden. Großzügige Liegeflächen, natürliche Materialien und die Nähe zur Landschaft schaffen ideale Voraussetzungen, um zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken. Ein besonderes Highlight bildet außerdem die neue Panorama-
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unmittelbaren Nähe zu Wander- und Skigebieten entsteht ein Urlaubskonzept, das Genuss, Aktivität und Erholung harmonisch verbindet.
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terrasse. Dank ihrer Ausrichtung können Gäste hier die Sonne bis in die Abendstunden genießen. Vor allem am späten Nachmittag, wenn sich warmes Licht über die Berggipfel legt, entsteht eine Atmosphäre, die den Charakter des neuen Wellnessbereichs eindrucksvoll unterstreicht.
GENUSS UND G ASTFREUNDSCHAFT Das Hotel Edelweiss ist seit vielen Jahren ein Ort für Genießer und Erholungssuchende. Geführt wird das Haus von der Familie
Dass das Edelweiss in seine Zukunft investiert, ist kein Zufall. Das Haus hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und dabei immer wieder behutsame Erweiterungen vorgenommen. Im Mittelpunkt standen dabei nie spektakuläre Inszenierungen, sondern die konsequente Verbesserung des Gästeerlebnisses. Wie bereits bei früheren Um- und Ausbauprojekten wurde auch diesmal großer Wert auf eine durchdachte Planung und hochwertige Details gelegt. Ziel war es, einen Bereich zu schaffen, der sich harmonisch in das bestehende Hotel einfügt und gleichzeitig neue Möglichkeiten der Erholung eröffnet.
Oberhofer, die großen Wert auf persönliche Betreuung und eine herzliche, familiäre Atmosphäre legt. Gemeinsam mit ihrem Team sorgen Sonja und Oskar Oberhofer dafür, dass sich Gäste vom ersten Urlaubstag an willkommen und bestens aufgehoben fühlen. Viel Wert wird im Hotel Edelweiss neben dem Wellnesserlebnis auch auf die Kulinarik gelegt. Die Küche des Hauses kombiniert bewusst Südtiroler Spezialitäten mit mediterranen Einflüssen und setzt dabei auf hochwertige Produkte aus der Region. Gemeinsam mit den großzügigen Zimmern und Suiten, dem erweiterten Wellnessbereich sowie der
EIN ORT FÜR DEN MOMENT Der neue Wellnessbereich versteht sich als Einladung, bewusst zur Ruhe zu kommen. Es geht um das Verweilen, um den Blick in die Ferne und um die besondere Verbindung von Natur, Komfort und Entspannung. Im Edelweiss ist man künftig „ein Stockwerk näher am Himmel“.
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Wir haben gesamten Baumeisterarbeiten vorgenommen Wirdie bedanken uns bei der Familie Oberhofer und möchten unsAuftrag herzlich bei die Familie für das für den und gute Egger-Silginer Zusammenarbeit Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit bedanken.
und wünschen weiterhin viel Erfolg.
Wir wünschen weiterhin viel Projektleitung: Sara K. Erfolg! Projektleiterin: Kaser Vorarbeiter am Sara Bau: Martin M. Vorarbeiter: Simon Oberhauser und Urban Rabanser
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GAST
MIT DEM ORT BAUEN VON ARCH. STEFAN GAMPER
Architektur entsteht für uns aus dem Ort, aus seiner Topografie, Atmosphäre und Maßstäblichkeit. Am Projekt „ST. HELENA – NATURE LIVING“ im Ultental zeigt sich, wie aus der genauen Analyse eines Bauplatzes eine klare Entwurfsidee wächst: eigenständig und zeitgemäß, zugleich zurückhaltend genug, um Landschaft und Bautradition in den Mittelpunkt zu stellen.
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ns interessiert Architektur dann, wenn sie nicht bei der Form beginnt. Ein Entwurf sollte zunächst eine Antwort sein: auf einen Ort, eine Landschaft, eine Nutzung und eine Atmosphäre. Erst daraus entwickelt sich die Form. Diese Haltung prägt auch die derzeit im Bau befindliche Erweiterung des Gasthofs „Helener Pichl“ oberhalb von St. Pankraz.
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G ASTB EITRAG ST E FAN GAMP E R
Der Ort liegt auf rund 1.550 Metern Höhe in einer Waldlichtung, geprägt von Ruhe, Abgeschiedenheit und einer starken landschaftlichen Präsenz. Zu Beginn stand deshalb nicht die Frage, wie ein Hotel dort aussehen könnte, sondern: Was verträgt dieser Ort? Ein wuchtiger Baukörper hätte eine neue Dominante geschaffen und damit jene Qualität geschwächt, die den Ort ausmacht. Stattdessen entstand im engen Dialog mit den Bauherren die Idee eines Ensembles: Mehrere zeltartige Baukörper stehen unterschiedlich positioniert in der Waldlichtung und bilden gemeinsam eine kleine, beinahe dörfliche Struktur. Eigenständige Rückzugsorte, die miteinander verbunden sind und dennoch ihre Individualität behalten.
ARCHITEKTUR AUS BEZIEHUNGEN UND L ANDSCHAFT Für unsere Arbeitsweise ist eine tragfähige Grundidee entscheidend, aus der sich möglichst viele weitere Entscheidungen logisch entwickeln lassen. Beim Projekt „ST. HELENA – NATURE LIVING“ übernimmt der gemeinsame Sockel diese verbindende Rolle. Er gräbt sich in die Topografie ein, nimmt Gemeinschaftsbereiche und Gästezimmer auf und verbindet die einzelnen Volumen. Architektonisch tritt er dabei bewusst zurück. Im Vordergrund stehen die acht kleinen Holzzelte, der Wald und die Freiräume dazwischen. Gerade diese Zwischenräume sind ein wesentlicher Teil der Architektur. Entscheidend sind die Beziehungen zwischen den
Ein Projekt braucht eine tragfähige Grundidee, aus der sich möglichst v iele weitere Entscheidungen logisch entwickeln lassen.
Häusern, zwischen Innenraum und Landschaft sowie zwischen Weg und Ausblick. Deshalb wurden die Baukörper nicht einfach auf einem Raster verteilt. Position, Orientierung und Öffnungen reagieren auf die jeweilige Umgebung. Manche Räume öffnen sich weit zur Landschaft, andere bleiben bewusst geschützter. Der Wald soll nicht nur als Bild vor dem Fenster erscheinen, sondern Teil der räumlichen Erfahrung werden.
BAUTR ADITION NEU GEDACHT Auch im Umgang mit Bautradition geht es uns nicht darum, vertraute Formen zu wiederholen. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Prinzipien dahinterstehen und wie sie zeitgemäß weiterentwickelt werden können. Die alpine Architektur kennt klare Volumen, geneigte Dächer, robuste Konstruktionen und natürliche Materialien. Bei „ST. HELENA“ werden diese Elemente abstrahiert und neu interpretiert. So entstehen Baukörper, die zugleich vertraut und eigenständig wirken. Architektur darf eine klare Identität besitzen, ohne ihren Ort zu verleugnen. Auch die Materialwahl folgt diesem Gedanken: Unbehandeltes Lärchenholz, Naturstein, Glas und Cortenstahl bilden ein bewusst reduziertes Vokabular. Der massive Sockel verankert das Gebäude im Gelände, während die holzverkleideten Volumen darüber leicht erscheinen. Uns interessiert eine Architektur, die nicht auf schnelle Wirkung setzt. Wiedererkennbarkeit entsteht durch Konsequenz und eine klare Grundidee, die sich bis ins Detail fortsetzt. Architektur darf
einen Ort verändern, sollte seine Qualitäten jedoch nicht verdrängen, sondern sichtbar machen und stärken. Am Ende entscheidet sich die Qualität eines Projekts auch daran, was es mit den Menschen macht. Beim Helener Pichl wünschen wir uns, dass Gäste ankommen, entschleunigen, den Wald wahrnehmen und Ruhe finden. Wenn das gelingt, hat die Architektur ihre Aufgabe erfüllt. Unsere Haltung lässt sich auf einen einfachen Gedanken bringen: Wir wollen nicht auf einem Ort bauen, sondern mit ihm.
ARCHITEKTURBÜRO S T E FA N G A M P E R Das Architekturbüro Stefan Gamper in Klausen wurde 2000 gegründet und besteht heute aus einem fünfköpfigen Team. Die Entwurfsarbeit verbindet regionale Bautradition mit zeitgemäßer Architektur und dem bewussten Einsatz lokaler Materialien. Das Leistungsspektrum reicht von Wohnbauten, Hotels und Bauernhöfen bis zu öffentlichen Gebäuden und Interiordesign. Im Mittelpunkt jedes Projekts stehen gestalterische Klarheit, funktionale Qualität und die Bedürfnisse der Nutzer.
G A ST BE I T RAG ST E FA N G A M P ER
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ZUKUNFT BAUEN Zukunftsproduktion für Zukunftstechnologien. SWACRIT systems vereint in Nassereith nachhaltige Industriearchitektur Präzision, Innovation und Energieeffizienz.
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ZUKUNF T BAUE N
Alle Fotos © ATP/Bause
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D
ie Industriearchitektur befindet sich im Wandel. Produktionsgebäude sind heute weit mehr als funktionale Hüllen für Maschinen und Prozesse. Sie werden zu komplexen Arbeitswelten, repräsentativen Unternehmensstandorten und Vorbildern nachhaltigen Bauens. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die neue Produktionsstätte von SWACRIT systems in Nassereith, geplant von ATP architekten ingenieure. Der Neubau verbindet hochsensible Fertigungsprozesse mit einem konsequenten Nachhaltigkeitsansatz und macht die technologische Ausrichtung des Unternehmens architektonisch sichtbar. SWACRIT systems entwickelt und fertigt komplexe Baugruppen für die Halbleiter- und Analytikindustrie. Die Produkte kommen unter anderem in Quantencomputern, Photovoltaik-Anlagen und Raumfahrttechnologien zum Einsatz. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Präzision, Sauberkeit und Prozesssicherheit. Auf rund 8.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstand deshalb eine
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Produktionsstätte, die weit mehr ist als ein klassischer Industriebau: Sie ist ein hochentwickeltes technisches Ökosystem, in dem Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik nahtlos ineinandergreifen.
EIN NEUER INDUSTRIEBAUSTEIN FÜR NASSEREITH An der Bundesstraße B189 gelegen, bildet der Neubau den Auftakt für die langfristige Entwicklung des neuen SWACRIT-Standorts in der Industriezone Nassereith. Die erste Bauphase wurde im Sommer 2025 fertiggestellt und bereits so konzipiert, dass zukünftige Erweiterungen problemlos möglich sind. Dabei ging es nicht nur um Wachstumsperspektiven, sondern auch um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Landschaft. Verkehrsflächen wurden bewusst reduziert, Feuerwehrzufahrten wasserdurchlässig ausgeführt und großzügige Grün- sowie Rekultivierungsflächen angelegt. Das Projekt beweist, dass selbst ein
1 Die Hightech-Produktion fügt sich in die Tiroler Berglandschaft ein. 2 Vertikale Fassadenelemente geben dem langgestreckten Baukörper Rhythmus. 3 Reduzierte Materialität und klare Linien prägen die Innenräume.
P ROD U K T I ON SSTÄT T E SWACR IT
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hochspezialisierter Produktionsbetrieb nicht zwangsläufig mit einem hohen Versiegelungsgrad einhergehen muss. Die Architektur schafft darüber hinaus eine sensible Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet und der umliegenden Tiroler Berglandschaft. Der Bau wirkt präsent, ohne dominant zu erscheinen, und fügt sich selbstverständlich in seinen Kontext ein.
Das Gebäude tritt in Dialog mit der Bergkulisse.
Die äußere Erscheinung des Gebäudes erzählt bereits viel über dessen Nutzung. Unterschiedlich hohe Baukörper bilden eine klar strukturierte Komposition, deren Gliederung direkt aus den Produktionsabläufen entwickelt wurde. Besonders prägend ist die markante Dachlandschaft. Die gefalteten Dachflächen interpretieren die umliegenden Gebirgsketten in abstrakter Form und verleihen dem Gebäude eine unverwechselbare Silhouette. Gleichzeitig erfüllen sie eine wichtige energetische Funktion: Die Geometrie der Dächer wurde so gestaltet, dass die Photovoltaikanlage optimale Erträge erzielen kann. Die Fassaden folgen derselben Logik von Präzision und Klarheit. Wechselnde transparente und geschlossene Bereiche strukturieren die langen Gebäudefronten und verleihen dem Bau eine angenehme Maßstäblichkeit. Während die metallischen Fassadenflächen technische Robustheit ausstrahlen, öffnen sich die Büro- und Verwaltungsbereiche großzügig mit Glasflächen zur Landschaft. Vertikale Fensterbänder bringen Tageslicht tief ins Gebäudeinnere und schaffen zugleich gezielte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Offenheit und Schutz stehen dabei in einem sorgfältig austarierten Verhältnis: transparent dort, wo Kommunikation und Arbeitsqualität gefragt sind, geschlossen dort, wo sensible Produktionsprozesse höchste Kontrolle verlangen. 30
ZUKUNF T BAUE N
Alle Fotos © ATP/Bause
DIE ARCHITEKTUR DER PR Ä ZISION
V O N S C H WA R Z N A C H W E I S S Das Herzstück des Neubaus ist eine klar organisierte Produktionslandschaft, die exakt auf die Unternehmensabläufe abgestimmt wurde. Vom Lager über Präzisionsfertigung, Reinigung und Fügetechnik bis zu den Reinräumen folgt die Architektur konsequent dem Produktionsprozess. Im Zentrum befindet sich ein dreigeschossiger Baukörper für Reinigung und Fügetechnik, um-
Die Geometrie der Dächer wurde so gestaltet, dass die Photo voltaikanlage optimale Erträge erzielen kann
geben von Hallen für Fertigung, Reinräume und Lager. Die Struktur gewährleistet kurze Wege und hohe Prozesssicherheit. Ergänzt werden die Produktionsflächen durch Sozial- und Verwaltungsbereiche sowie eine Cafeteria als Treffpunkt für die Mitarbeitenden.
ARCHITEKTUR FÜR REINHEIT Besondere Aufmerksamkeit galt den Reinräumen der Klassen ISO 6 und ISO 8. Architektur und Gebäudetechnik wurden dabei von Beginn an gemeinsam entwickelt. Modulare Reinraumsysteme sowie speziell abgestimmte Materialien gewährleisten höchste Standards bei Dichtheit, Wartungsfreundlichkeit und Flexibilität. Bemerkenswert ist, dass die technische Präzision selbst zum Gestaltungsmerkmal des Projekts wird und die architektonische Qualität unterstreicht.
M AT E R I A L I TÄT Z W I S C H E N T E C H N I K U N D AT M O S P H Ä R E Konstruktiv setzt das Gebäude auf einen intelligenten Materialmix. Stahlbeton-Fertigteile sorgen für Robustheit und
Helle Erschließungsbereiche schaffen Orientierung und Offenheit.
Wirtschaftlichkeit, während weit gespannte Stahl- und Holzkonstruktionen großzügige stützenfreie Produktionsbereiche ermöglichen. Besonders die sichtbaren Holzdachkonstruktionen erzeugen eine überraschend warme Atmosphäre innerhalb des technisch geprägten Gebäudes. In den Verwaltungsbereichen entsteht dadurch ein bewusster Kontrast zwischen industrieller Präzision und menschlicher Aufenthaltsqualität. Auch im Innenausbau zeigt sich dieser Ansatz. Glas-, Holz- und Metallsysteme schaffen flexible Arbeitsumgebungen, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Kommunikation ermöglichen. Die Materialität wirkt zurückhaltend, hochwertig und dauerhaft.
ENERGIEEFFIZIENZ ALS PL ANUNGSGRUNDL AGE Nachhaltigkeit wurde von Beginn an als integraler Bestandteil der Planung verstanden. Das Energiekonzept basiert auf der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, Wärmerückgewinnung und intelligentem Energiemonitoring. Eine Photovoltaikanlage mit 422 kWp deckt einen wesentlichen
Transparenz verbindet die unterschiedlichen Arbeitsbereiche.
Konstruktiv setzt das Gebäude auf einen i ntelligenten Materialmix.
Teil des Strombedarfs. Ergänzt wird sie durch die Nutzung von Grundwasser zur Kühlung und Beheizung über Wärmepumpen. In Kombination mit Wärmerückgewinnungssystemen entsteht ein effizienter Energiekreislauf, der den Ressourcenverbrauch dauerhaft reduziert.
D I G I TA L E P L A N U N G F Ü R M AXIMALES ZUSAMMENSPIEL Die gesamte Planung erfolgte mittels Building Information Modeling (BIM). Der digitale
Zwilling begleitete das Projekt von der Konzeption bis zur Dokumentation und half, Schnittstellen frühzeitig zu erkennen sowie die Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen zu optimieren. Gerade bei der engen Verzahnung von Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik war die integrale Planung ein entscheidender Erfolgsfaktor.
ARCHITEKTUR FÜR DIE INDUSTRIE VON MORGEN Die neue Produktionsstätte von SWACRIT systems zeigt eindrucksvoll, wie zeitgemäße Industriearchitektur aussehen kann. Der Neubau vereint anspruchsvolle Produktionsbedingungen, architektonische Qualität und konsequente Nachhaltigkeit in einem ganzheitlichen Konzept. Entstanden ist kein klassischer Industriebau, sondern ein Gebäude, das die Werte des Unternehmens sichtbar macht: Präzision, Innovationskraft und Zukunftsorientierung. Damit liefert das Projekt einen überzeugenden Beitrag zur Frage, wie Produktionsstandorte im 21. Jahrhundert gestaltet werden können – effizient, ressourcenschonend und architektonisch anspruchsvoll zugleich. P ROD U K T I ON SSTÄT T E SWACR IT
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EIN HAUS FÜR GENER TIONEN UND GEMEINSCH FT
Mitten im historischen Ortskern von Truden im Naturpark entsteht mit dem Wieserhof ein außergewöhnliches Projekt, das Wohnen, Kultur und gesellschaftliches Miteinander vereint.
A
n der Stelle des ehemaligen Wieserhofs wächst ein Mehrgenerationenhaus mit integriertem Kunstraum heran. Entworfen von Architekt Daniel Ellecosta, ver-
steht sich das Gebäude als zeitgemäße Weiterentwicklung der gewachsenen Dorfstruktur und als neuer Treffpunkt für die Gemeinschaft. Die Architektur fügt sich behutsam in das
historische Umfeld ein. Der Neubau orientiert sich an Maßstab und Proportionen des ursprünglichen Hofs und knüpft mit seinen Freiräumen an vertraute Dorfstrukturen an.
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EIN HAUS FÜ R GE NE RAT IO NE N UND GE ME IN SCH A F T
Im Erdgeschoss befinden sich der zweigeschossige Kunstraum Lind.Art, ein Mehrzweck- und Seniorenraum sowie eine Bäckerei mit Bar. Ergänzt
werden diese durch einen geschützten Garten und einen Vorplatz, die Begegnungen und gemeinschaftliche Aktivitäten fördern. In den Obergeschossen entstehen sechs Wohnungen für unterschiedliche Lebenssituationen. Eine Gemeinschaftsküche sowie Pflege- und Dienstzimmer unterstützen das generationenübergreifende Zusammenleben. Die Architektur schafft Raum für Austausch und Unterstützung, ohne die Privatsphäre einzuschränken.
Alle Fotos © Gustav Willeit
Die Gestaltung orientiert sich an der traditionellen Baukultur Trudens. Verputzte Fassaden, ein klassisches Satteldach und Elemente aus unbehandelter Weißtanne verleihen dem Haus eine zeitlose Präsenz. So entsteht eine zeitgemäße Interpretation regionaler Architektur.
E H R L I C H E M AT E R I A L I E N Ein Sichtbetonsockel trägt den darüberliegenden Holzbau aus Fichte und erinnert an die Bauweise des historischen Wieserhofs. Während der Kunstraum bewusst reduziert gestaltet ist, sor-
gen Holzoberflächen in den Gemeinschaftsbereichen und Wohnungen für Wärme und Behaglichkeit. Erhaltene Elemente aus dem Holz der ehemaligen Stube wurden in den Neubau integriert und halten die Geschichte des Ortes lebendig. Beheizt wird das Gebäude über das gemeindeeigene Fernheizwerk, ergänzt durch regionale Materialien und eine langlebige Bauweise. Der Wieserhof verbindet auf beispielhafte Weise Wohnen, Kultur und Gemeinschaft. So entsteht ein Ort, der die Identität des Dorfes bewahrt und gleichzeitig Raum für neue Geschichten schafft.
Arch. Daniel Ellecosta Daniel Ellecosta, geboren 1989 in Brixen, Südtirol, besuchte von 2003 bis 2008 die Oberschule für Geometer in Bozen. Anschließend absolvierte er von 2008 bis 2014 das Architekturstudium an der Universität Innsbruck. Seit 2015 ist er Mitglied der Architektenkammer Bozen. Zwischen 2010 und 2018 sammelte er als Mitarbeiter und externer Mitarbeiter in verschiedenen Architekturbüros wertvolle Berufserfahrung. Seit 2018 ist er im eigenen Architekturbüro Ellecosta Daniel tätig. www.ellecosta.info
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Ausführung von Holzbau- und Tischlerarbeiten sowie die Koordinierung als Generalunternehmer.
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SICHTB R IST OUT. Es gibt Entwicklungen, die leise beginnen und plötzlich sind sie (fast) allgegenwärtig. Die unsichtbare Haustechnik gehört zu ihnen. Sie verändert nicht nur unser Verständnis von Wohnkomfort, sondern auch, wie wir Räume wahrnehmen. Unsichtbare Technik, die uns alles abnimmt – das ist der neue Standard.
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rüher war High-Tech ein wenigen vorbehaltener Luxus. Heute drückt sie ein neues Lebensgefühl aus und erfüllt andere Ansprüche an Raum und Technologie. Exquisite Architektur definiert sich heute nicht mehr allein über Materialien, Raumästhetik oder Quadratmeter, sondern über Atmosphäre und Komfort. Über Licht, Temperatur, Akustik, Luftqualität und die Fähigkeit eines Hauses, sich an die Bedürfnisse seiner Bewohner anzupassen. Innovativ und unauffällig. Ein Architekt ist immer mehr auch „Techniker“. Handwerker werden Meister im „Verstecken“. Früher war Technik sichtbarer Bestandteil des Wohnens: (Design-)Heizkörper, Lichtschalterleisten an den Wänden, strategisch platzierte Mehrfachsteckdosen und Lichtpunkte, Rolladengurte, Thermostate, Lüftungsgitter. Heute gilt all das als ästhetischer Störfaktor.
DER STILLE ABSCHIED VOM SICHTBAREN Die Wohnkultur hat sich verändert. Räume sollen klar, ruhig und reduziert sein. Jede sichtbare technische Komponente bricht diese Ruhe. Lichtquellen sitzen unsichtbar in Schattenfugen, Lautsprecher verwandeln Wände in Resonanzkörper, Sensoren verschwinden in Böden, Wand- oder Holzoberflächen. Steckdosen werden ersetzt durch versteckte Ladeflächen oder unsichtbar versenkt. Miniaturisierung, künstliche Intelligenz und moderne Funktechnologien haben eine neue Ära eingeläutet. Intelligente Wände mit leitfähigen Oberflächen, smarte Fenster, die sich selbst tönen, und unsichtbare Lautsprecher in Decken und Böden. Zudem gibt es Lautsprecher in Decken und Böden, LED-Systeme und Licht als architektonisches, Akzente setzendes Gestaltungselement, ähnlich präzise geplant wie früher Küchen oder Badezimmer. Unsichtbare Präsenzmelder oder vokale Kommandos schalten Licht ein, bevor man den Schalter überhaupt suchen müsste. Lichtzonen, die sich automatisch an Tageszeit, Sonnenstand und Nutzung eines Raumes anpassen, sind Standard in modernen Smart Homes. Nichts bleibt dem
Räume sollen klar, ruhig und reduziert sein. Jede sichtbare technische Komponente bricht diese Ruhe.
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UNSIC HTBARE T EC H NIK
Zufall überlassen. Die Human-Centric-Lighting-Technologie orientiert sich am natürlichen Tageslicht und unterstützt den menschlichen Biorhythmus. Kühles Licht am Morgen aktiviert, warmes am Abend beruhigt. Das Zuhause wird nicht nur funktionaler, sondern beeinflusst aktiv Wohlbefinden, Arbeits- und Schlafqualität. In einer Welt der kontinuierlichen digitalen Reizüberflutung wird vom Lebensraum visuelle Stille gefordert. Weniger ist mehr. Sichtbar ist out. Die totale Automatisierung muss auskommen ohne Geräte, Knöpfe, Kabel oder blinkende Anzeigen.
K L I M A : KO M F O R T, D E R M I T D E N K T Auch das Raumklima wird unsichtbar gesteuert. Temperaturfühler in den Wänden analysieren Sonnenstand, Anwesenheit und Raumfunktion. Die Heizung reagiert selbstständig, Rollläden schließen und öffnen sich automatisch. Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen ersetzen klassische Radiatoren. Die Wärme verteilt sich gleichmäßiger, Räume wirken großzügiger. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch. Unsichtbare Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ersetzen das Fensteröffnen – und filtern Allergene aus der Luft. Die Raumluft ist immer frisch, ohne Straßenlärm und ohne Energieverlust. Was früher als Luxus galt, ist zunehmend ein vom Klimawandel diktierter Standard.
AKUSTIK: DER U N T E R S C H ÄT Z T E L U X U S Ein weiterer Aspekt moderner Architektur ist die Akustik. Ein unerwünschter Nebeneffekt von ausgedehnten Glasflächen, Sichtbeton und offenen Grundrissen kann Hall sein. Unsichtbare Akustiksysteme schaffen hier Abhilfe. Schallabsorbierende Decken, spezielle Wandpaneele oder akustisch wirksame Möbelstoffe reduzieren Geräusche, ohne sichtbar in Erscheinung zu treten. Akustik ist nicht zuletzt auch deshalb von Bedeutung, weil Wohn- und Arbeitsraum im Zeitalter des SmartWorkings verschmelzen. Telefonate, Videokonferenzen, konzentriertes
Arbeiten und gleichzeitiges Familienleben erfordern intelligente akustische Lösungen. Im modernen Alltag spielt zudem Musik eine maßgebliche Rolle. Dank unsichtbarer Multiroom-Audiosysteme ist „music in the air“ – in jedem Raum und für jeden anders. Auch Sicherheitstechnik ist unsichtbar. Bewegungsmelder verstecken sich in Türzargen, Rauchmelder verschwinden flächenbündig in Decken, versteckte Alarmanlagen sind mit dem Smartphone verbunden. Haustürschlüssel sind überholt: Türen öffnen sich über Smartphone-Applikation, Iris-Scan oder Fingerabdruck. Hersteller überbieten sich mit immer kompakteren Modulen. Ein Beispiel ist das System „Invisible“ von Viessmann: ein komplettes Heiz- und Warmwassersystem mit Wärmepumpe, das sich mit nur 27 cm Tiefe zusammen mit Rohren und Kabeln in mehreren Schränken integrieren lässt. Der klassische Heizkeller oder Technikraum nimmt nur noch eine oder zwei Wände in Anspruch und kann als Haushalts- oder Fitnessraum genutzt werden. Auch die Küche verändert sich. Dunstabzüge sind im Kochfeld versenkt, Arbeitsplatten sind auch Ladestationen, hinter glatten Möbelfronten verstecken sich Kühlschrank und Haushaltsgeräte. Fernseher werden unsichtbar – entweder als Spiegel-
Moderne Akustiklösungen reduzieren störenden Hall und sorgen für angenehme Ruhe. Schallabsorbierende Decken, Wandpaneele und Multiroom-Audiosysteme verbinden dabei Wohnkomfort und Technik.
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Technik wird unsichtbar: Türen öffnen sich per Smartphone oder Fingerabdruck.
oberfläche, als Kunstwerk oder komplett in Wände integriert, ebenso wie das Rundum-Home-Kino-System. Ein Problem gibt es allerdings bei all dieser Automatisierung und dienenden Technik: Ohne Strom und Wifi steht das System still und nicht einmal ein Fenster kann geöffnet werden. Notstromlösungen und leistungsfähige Netzwerke gehören deshalb ebenfalls zunehmend zur Grundausstattung moderner Gebäude.
So vereinfacht das Leben dank der unsichtbaren Technik ist, die Planung ist entsprechend aufwändig.
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So vereinfacht das Leben dank der unsichtbaren Technik ist, die Planung ist entsprechend aufwändig. Und beginnt lange vor dem ersten Spatenstich, lange vor dem Niederreißen der ersten Mauer bei einer Wohnungsrenovierung. Architektur muss heute Licht, Akustik, Klima, Sicherheit und Energieeffizienz einbeziehen. Architekt:innen, Elektriker:innen, SHK-Fachleute, Trockenbauer:innen und Energieberater:innen müssen dementsprechend eng zusammenarbeiten. Und immer up-to-
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UNSIC HTBARE T EC H NIK
date sein. Kontinuierliche Fortbildung ist heute ein absolutes Muss. Ebenso wie eine effiziente Kommunikation zwischen allen Beteiligten: Architekt, Handwerker und Bauherr. Eigentümer müssen vor der konkreten (Um-)Bauplanung klare Ideen haben, wie sie jetzt und wie sie in Zukunft leben wollen. Ein Haushalt mit Kleinkindern hat andere Anforderungen als einer mit Teenagern oder pflegebedürftigen Eltern. Szenarien müssen durchgespielt, Lebensphasen vorausgeplant werden. Wer erst nach dem Innenausbau merkt, dass zusätzliche Kabelwege, Sensoren oder Netzwerkanschlüsse fehlen, zahlt später teuer nach. Unsichtbarkeit hat ihren Preis! Deshalb gehört die gesamte Infrastruktur heute von Anfang an mitgedacht – auch dann, wenn bestimmte Systeme z. B. aus Kostengründen erst nach und nach realisiert werden können. Flexibilität ist eine absolute Voraussetzung. Technologien verändern sich schnell. Häuser müssen deshalb anpassbar geplant werden. Leerrohre, modulare Systeme und versteckte, aber zugängliche Installationsschächte sind eine notwendige Investition in die Zukunft. Wohnraum und demnach auch die Planung sind heute nicht mehr statisch, sondern dynamisch. Ein Zuhause wird nicht einfach nur gebaut, es wird auf Jahre hinaus programmiert.
Fester Bestandteil einer modernen Wohnraumplanung ist deshalb auch eine Energieberatung. Es geht nicht nur um Komfort, sondern um Nachhaltigkeit, Effizienz und Zukunftssicherheit. Steigende Energiepreise und strengere Klimavorgaben beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich.
D AT E N S I C H E R H E I T Je smarter ein Haus, desto verletzlicher wird es. Ein System, das Türen, Fenster, Rollläden und Heizungen über Funk steuert, muss vor digitalen Übergriffen geschützt werden. Viele Menschen unterschätzen dieses Risiko. Billige Smart-Home-Produkte aus dem Internet senden Daten unverschlüsselt oder enthalten keine Sicherheitsupdates. Im schlimmsten Fall können Kameras oder Zugangssysteme von außen manipuliert werden. Deshalb gilt: Komplexe Systeme gehören in die Hände zertifizierter Fachleute. Ebenso entscheidend sind regelmäßige Softwareupdates, sichere Passwörter und getrennte Netzwerke für sensible Anwendungen. Je unsichtbarer Technik wird, desto essenzieller wird Vertrauen. Bewohner müssen sich darauf verlassen können, dass die Systeme zuverlässig, sicher, geschützt und dauerhaft funktionieren.
HEUTE LUXUS – M O R G E N S TA N D A R D Unsichtbare Haustechnik ist heute noch teuer – aber sie wird erschwinglicher. Was heute in Premiumprojekten beginnt, wird in wenigen Jahren gängiger (Neubau)Standard sein, wie Fußbodenheizungen, Belüftungs- und Klimasysteme es heute schon sind. Wer heute baut oder renoviert, sollte deshalb zumindest die Infrastruktur vorbereiten: Leerrohre, Paneele, Kabelwege, Platz für Module. Nachrüsten ist fast immer teurer als Vorausdenken. Die Entwicklung in Richtung unsichtbar wirkt sich letztendlich auch auf die Immobilienbranche aus. Der Wert einer Immobilie wird künftig auch bestimmt von der angewendeten technischen Intelligenz, von Energieeffizienz, digitaler Infrastruktur und Automatisierungsgrad. Denn eines ist sicher: Sichtbare Kabel, Rohrleitungen, Radiatoren und Schalter- und Steckdosenleisten werden bald so altmodisch wirken wie Wählscheibentelefone. Die Zukunft gehört Wohnraum, der diskret mitdenkt. Man sieht nichts, aber man fühlt.
Der Wert einer Immobilie wird künftig auch bestimmt von der angewendeten technischen Intelligenz.
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DIE KRAF T DE S E I NFAC H E N BAUE NS
Foto © Frithjof Kjer
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DIE KR FT EINFACHEN BAUENS Naturchalet Allgäu: Ein Naturstamm-Blockhaus zwischen Tradition, Nachhaltigkeit und modernem Komfort
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n einer Zeit, in der Architektur häufig von technischer Perfektion, komplexen Gebäudestrukturen und immer neuen Materialien geprägt ist, erinnert das Naturchalet Allgäu daran, wie zeitlos und überzeugend die Rückkehr zu den Ursprüngen sein kann. Am Waldrand von Kranzegg in Rettenberg gelegen, entstand ein Ferienhaus, das konsequent auf einen der ältesten Baustoffe der Menschheit setzt: Holz. Genauer gesagt auf ganze Stämme von Weißtannen. Das Ergebnis ist ein NaturstammBlockhaus, das traditionelle Bauweisen mit zeitgemäßen Ansprüchen an Komfort, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität verbindet.
ARCHITEKTUR AUS G E WA C H S E N E N S T R U K T U R E N
Die besondere Bauweise folgt einer langen Tradition des Blockhausbaus, bei der ganze Baumstämme die tragende Konstruktion bilden. Anders als bei vielen modernen Holzbauten bleiben Materialität und Herkunft des Baustoffs unmittelbar ablesbar. Jeder Stamm erzählt seine eigene Geschichte und verleiht dem Gebäude einen unverwechselbaren Charakter. Das Haus gewinnt dadurch eine Authentizität, die sich nicht künstlich erzeugen lässt.
Kaum ein anderes Material beeinflusst die Wahrnehmung eines Raumes so stark wie Holz.
Schon von außen vermittelt das Chalet jene Ruhe und Authentizität, die heute vielerorts gesucht wird. Das Gebäude fügt sich selbstverständlich in die Landschaft des Allgäus ein und wirkt weniger wie ein gebautes Objekt als vielmehr wie eine natürliche Fortsetzung seiner Umgebung. Die Verwendung massiver Naturstämme prägt nicht nur die äußere Erscheinung, sondern bestimmt auch das Raumgefühl im Inneren.
D I E AT M O S P H Ä R E DES HOLZES
Kaum ein anderes Material beeinflusst die Wahrnehmung eines Raumes so stark wie Holz. Sein Duft, seine Haptik und seine warme Ausstrahlung schaffen eine Atmosphäre, die von vielen Menschen als besonders beruhigend und wohltuend empfunden wird. Im Naturchalet wird diese Qualität konsequent in Szene gesetzt. Die massiven Holzwände bestimmen nicht nur die Gestaltung, sondern das gesamte Wohnerlebnis. Großzügige Aufenthaltsbereiche, ein Kaminofen und natürliche Materialien schaffen Räume, die gleichermaßen Geborgenheit und Offenheit vermitteln. Dabei verbindet das Chalet rustikale N AT U RCH A L E T A L LG ÄU
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1 Abendstimmung am Naturchalet Allgäu 2 Der großzügige offene Wohnbereich 3 Eines der Schlafzimmer im Ober geschoss
Ursprünglichkeit mit zeitgemäßer Wohnqualität. Bis auf Couchgruppe und Stühle wurden sämtliche Möbel individuell entworfen und in Vollholz gefertigt. Insgesamt kamen dabei zwölf verschiedene heimische Holzarten zum Einsatz. Die Architektur verzichtet auf spektakuläre Gesten und setzt stattdessen auf das Erlebnis von Material, Raum und Natur. Mit rund 180 Quadratmetern Wohnfläche bietet das Haus Platz für bis zu neun Personen. Vier Schlafzimmer, drei Bäder, eine großzügige Wohnküche sowie weitläufige Gemeinschaftsbereiche machen das Chalet sowohl für Familien als auch für Freundesgruppen zu einem idealen Rückzugsort. Gleichzeitig ermöglichen die großzügigen Raumdimensionen individuelle Rückzugsmöglichkeiten.
N A C H H A LT I GK E I T A L S G E L E B T E S KO N Z E P T Besonders bemerkenswert ist der ganzheitliche Nachhaltigkeitsansatz des Projekts. Das verbaute Holz stammt aus regionalen Beständen, wobei großer Wert auf einen verantwor40
Alle Fotos © Frithjof Kjer
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DIE KRAF T DE S E I NFAC H E N BAUE NS
tungsvollen Umgang mit der Ressource gelegt wurde. Die entnommenen Bäume werden durch Neupflanzungen ersetzt, wodurch der natürliche Kreislauf erhalten bleibt. Darüber hinaus ermöglicht die Naturstammbauweise eine äußerst effiziente Holznutzung mit minimalem Verschnitt und entsprechend geringem Materialverlust. Auch die Energieversorgung orientiert sich an ökologischen Prinzipien. Beheizt wird das Gebäude mit Holzhackschnitzeln aus Waldrestholz sowie Schad- und Abfallholz. Dadurch nutzt das Chalet erneuerbare Ressourcen und reduziert gleichzeitig den Bedarf an fossilen Energieträgern. Die Architektur zeigt eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig über komplexe technische Systeme definiert werden muss, sondern ebenso durch eine intelligente Materialwahl und regionale Wertschöpfungsketten erreicht werden kann.
WOHNEN IM R H Y T H M U S D E R N AT U R Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die bewusste Entschleunigung. Das
Naturchalet versteht sich nicht nur als Ferienunterkunft, sondern als Ort, an dem Gäste wieder einen Bezug zur Natur und zu sich selbst finden können. Das Konzept des „Digital Detox“ wird ausdrücklich unterstützt und lädt dazu ein, Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen. Die Lage am Fuße des Grünten, am Rand eines Waldes und mit Blick über das Allgäuer Voralpenland, verstärkt diesen Anspruch. Große Terrassenflächen, ein Hot Tub sowie eine Zirbensauna ermöglichen intensive Naturerlebnisse zu jeder Jahreszeit. Während im Sommer Wanderwege, Seen und Berglandschaften locken, eröffnet sich im Winter eine der vielseitigsten Wintersportregionen Deutschlands mit Hunderten Pistenkilometern in unmittelbarer Umgebung. Das Naturchalet Allgäu zeigt, dass traditionelle Bauweisen nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Im Gegenteil: Angesichts wachsender
Diskussionen über Ressourcenverbrauch, Klimaschutz und gesundes Wohnen gewinnt der Baustoff Holz zunehmend an Bedeutung. Das Projekt verdeutlicht, wie sich handwerkliche Bautraditionen, ökologische Verantwortung und moderner Wohnkomfort zu einer überzeugenden architektonischen Einheit verbinden lassen.
TR ADITION MIT ZUKUNFT Entstanden ist ein Gebäude, das nicht durch spektakuläre Formen Aufmerksamkeit sucht, sondern durch Authentizität, Materialehrlichkeit und eine starke Verbindung zum Ort überzeugt. Gerade darin liegt seine architektonische Qualität. Das Naturchalet Allgäu ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltiges Bauen nicht nur technisch funktionieren, sondern auch emotional berühren kann.
HUBERT MÜLLER ist Unternehmer, Projektentwickler und Dipl. Wirtschaftsjurist (FH). Nach zehn Jahren als erfolgreicher Unternehmer in der Forstwirtschaft wechselte er in die Projektentwicklung und gründete 1999 die heutige Crealpin GmbH. Sein Schwerpunkt liegt auf anspruchsvollen Projekten an außergewöhnlichen Standorten. Dabei verfolgt er einen ganzheitlichen Ansatz und begleitet jedes Projekt persönlich von der Konzeption bis zur Umsetzung.
N AT U RCH A L E T A L LG ÄU
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„DAS GEHT NICHT.“ LSO H BEN WIR ES GEM CHT. S
Eigentlich war das Penthouse Tessa im ursprünglichen Gebäude nicht vorgesehen. Im Zuge der energetischen Sanierung des Kondominiums in der Enrico-Toti-Straße entstand jedoch ein Kubaturbonus. Ein Teil davon wurde für eine Aufstockung genutzt und das bestehende Gebäude kurzerhand weitergedacht.
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DESINFIZIERBAR FUGENLOS PORENGESCHLOSSEN PFLEGELEICHT DIE IDEALE LÖSUNG FÜR MECHANISCHE, HYGIENISCHE UND DEKORATIVE BEREICHE 42
PENTHOUSE T E SS A
o entstand im fünften Stock ein außergewöhnliches Penthouse mit 136 Quadratmetern Nettowohnfläche und drei Balkonen. Um den Bestand möglichst wenig zu belasten, wurde mit einer Holztragstruktur und leichten Trennwänden gearbeitet. Ergänzt wurden ein außenliegender Aufzug aus dunklem Glas, ein zusätzliches Stiegenhausgeschoss und ein begrüntes Flachdach mit Vorrichtung für Photovoltaik. Besonders anspruchsvoll war die durchgängige Spachteloptik. Boden, Türen und Einbauschränke sollten wie aus einem Guss wirken. Zunächst hieß es: technisch nicht machbar. Doch gemeinsam mit den Handwerkerinnen und Handwerkern wurde eine Lösung gefunden. Heute zählen die flächenbündigen Türen und Schrankfronten zu den prägendsten Details des Penthouses. Auch der Grundriss setzt auf Individualität: Auf den Eingangsbereich folgen ein großzügiges Tagesbad sowie ein 18 Quadratmeter großes privates Gym, das später in ein zweites Schlafzimmer umgewandelt werden kann. Der 39,5 Quadratmeter große Rückzugsbereich vereint Schlafzimmer, Ankleide und Bad mit freistehender Badewanne. Herzstück ist die 63 Quadratmeter große Wohnküche mit Weinschrank, Essbereich, Leseecke und Wohnzimmer. Drei Balkone erweitern den Wohnraum ins Freie. Penthouse Tessa zeigt, was entstehen kann, wenn Bestand nicht nur saniert, sondern neu gedacht wird. Vieles galt zunächst als schwierig, manches als unmöglich. Heute wirkt es, als wäre alles von Anfang an genau so geplant gewesen.
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HANDWERK LS COUTOR Ein gelungenes Bauwerk beginnt mit einer Idee, vollendet wird es jedoch erst in der gemeinsamen Umsetzung. Architektur ist deshalb kein Soloprojekt. Planende, Handwerkerinnen und Handwerker, Fachplaner und ausführende Unternehmen bringen unterschiedliche Kompetenzen ein, die sich auf der Baustelle zu einem funktionierenden Ganzen verbinden müssen.
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rchitektinnen und Architekten entwickeln den gestalterischen und räumlichen Rahmen, übersetzen Anforderungen in konkrete Entwürfe und behalten das Gesamtbild im Blick. Mit Beginn der Umsetzung kommt das spezialisierte Wissen der einzelnen Gewerke hinzu. Zimmerei, Maurerarbeiten, Metallbau, Elektro-, Heizungs- und Sanitärtechnik sowie zahlreiche weitere Bereiche greifen ineinander. Genau an diesen Schnittstellen entscheidet sich häufig, wie stimmig ein Gebäude am Ende tatsächlich wird. Das Handwerk übernimmt dabei mehr als die reine Ausführung. Mit seiner praktischen Erfahrung, seinem Materialwissen und seinem Gespür für konstruktive Details wird es zum Co-Autor des gebauten Ergebnisses.
Q U A L I TÄT S T E C K T I M D E TA I L Von der Tragstruktur über die Gebäudehülle bis zum Innenausbau besteht 44
HANDWER K A L S CO -AUTO R
ein Gebäude aus unzähligen Elementen, die präzise aufeinander abgestimmt werden müssen. Anschlüsse, Übergänge, Fugen, Installationen und Oberflächen sind oft unscheinbar, prägen jedoch Funktion, Langlebigkeit und Erscheinungsbild entscheidend. Gerade deshalb ist der frühzeitige Austausch zwischen Planung und Ausführung wertvoll. Während Planerinnen und Planer das Gesamtprojekt und seine gestalterischen, technischen und funktionalen Anforderungen zusammenführen, bringen Fachbetriebe ihre Erfahrung aus der täglichen Praxis ein. Sie wissen, welche Konstruktionen sich bewährt haben, wo besondere Sorgfalt notwendig ist und an welchen Punkten die Abstimmung mit anderen Gewerken entscheidend wird. Denn viele Herausforderungen entstehen nicht innerhalb eines einzelnen Fachbereichs, sondern dort, wo unterschiedliche Leistungen aufeinandertreffen. Je früher diese Schnittstellen gemeinsam betrachtet werden, desto besser lassen sich Lösungen
entwickeln, die gestalterisch überzeugen und technisch funktionieren.
M AT E R I A LW I S S E N A L S W I C H T I GE KO M P E T E N Z Holz, Metall, Glas, Stein oder Lehm besitzen jeweils eigene Eigenschaften und verlangen nach einer fachgerechten Verarbeitung. Selbst innerhalb einer Materialgruppe können Unterschiede entscheidend sein. Welche Lösung sich für einen bestimmten Einsatzbereich eignet, hängt von Konstruktion, Beanspruchung, Umgebung und gewünschter Wirkung ab. Hier zeigt sich eine besondere Stärke des Handwerks: Fachkräfte erleben Materialien täglich in Verarbeitung und Anwendung. Sie wissen, wie sich Werkstoffe verhalten, welche Oberflächen funktionieren und
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wie Details langlebig umgesetzt werden können. Dieses Wissen ergänzt die planerische Perspektive und kann bereits in frühen Projektphasen wertvolle Impulse liefern.
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Gleichzeitig verfügt jedes Gewerk über seine eigene Expertise. Gute Lösungen entstehen deshalb nicht dadurch, dass eine Disziplin die Richtung allein vorgibt, sondern indem Wissen miteinander
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verknüpft wird. Architektur schafft den übergeordneten Rahmen, Fachplanung konkretisiert technische Anforderungen und Handwerk übersetzt vieles davon in gebaute Realität.
HANDWERK ALS K R E AT I V E R PA R T N E R Auf einer Baustelle lässt sich trotz sorgfältiger Planung nicht jede Situation vollständig vorhersehen. Maßtoleranzen, Materialverfügbarkeiten, technische Schnittstellen oder Änderungswünsche können Anpassungen notwendig machen. Dann sind Erfahrung, Flexibilität und gemeinsames Problemlösen gefragt. Gerade hier wird das Handwerk zum Co-Autor. Nicht, indem es die Rolle der Architektur übernimmt, sondern indem es die gemeinsame Idee mit seinem spezifischen Wissen weiterentwickelt. Umgekehrt sorgen Architektur und Fachplanung dafür, dass einzelne Lösungen in das gestalterische und technische Gesamtkonzept integriert werden.
Anspruchsvolle Architektur ist letztlich das Ergebnis vieler Kompetenzen.
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HANDWER K A L S CO -AUTO R
Entscheidend ist dabei die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Zimmerer müssen wissen, was Installateure benötigen, Metallbauer die Anschlüsse anderer Gewerke berücksichtigen und technische Lösungen mit gestalterischen Anforderungen zusammengedacht werden. Je komplexer ein Gebäude wird, desto wichtiger wird dieses Zusammenspiel.
GEMEINSAM BAUEN, GEMEINSAM V E R A N T W O R T U N G T R A GE N Anspruchsvolle Architektur ist letztlich das Ergebnis vieler Kompetenzen. Architektinnen und Architekten entwickeln und koordinieren die übergeordnete Idee, Fachplaner bringen spezialisiertes technisches Wissen ein und Handwerkerinnen und Handwerker ergänzen sie mit Materialkenntnis, Erfahrung und Ausführungskompetenz. „Handwerk als Co-Autor“ bedeutet deshalb nicht, Verantwortlichkeiten gegeneinander auszuspielen. Es beschreibt vielmehr eine Baukultur, in der jede Disziplin ihren Beitrag zum gemeinsamen Werk leistet. Wo Planung, Fachwissen und Ausführung frühzeitig zusammenfinden und auf Augenhöhe kommunizieren, entstehen Gebäude, die gestalterisch überzeugen, technisch funktionieren und langfristig Bestand haben.
P R - A N Z E IGE
Auch gute Architektur braucht gute Werkzeuge Planungssoftware, leistungsstarke Rechner, Netzwerke und künstliche Intelligenz: Im Architekturbüro wächst zusammen, was lange von verschiedenen Anbietern betreut wurde. Die Südtiroler CAADiX GmbH bietet dafür eine durchgängige Arbeitsumgebung aus einer Hand.
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igitale Planung erfordert heute mehr als hervorragende Software. Leistungsfähige Arbeitsplätze, zuverlässige Server, sichere Netzwerke und eine funktionierende Datensicherung bilden die Grundlage für effizientes Arbeiten. Als Autodesk-Partner begleitet CAADiX zudem bei Lizenzen, Einführung und Schulung und steht im Alltag als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IM ENTWURF Visualisierungen entstanden früher oft erst am Ende eines Projekts. Mit dem KI-Renderer von CAADiX werden aus Gebäudemodellen innerhalb weniger Sekunden realistische Bilder mit Licht, Materialien und Umgebung. So können Varianten frühzeitig präsentiert und Entscheidungen schneller getroffen werden. Die KI ersetzt dabei nicht den Entwurf, son-
dern macht ihn in einer frühen Phase sichtbar. Viele Anwendungen von CAADiX entstehen direkt aus den Anforderungen der Planungsbüros. Eigene Softwarelösungen helfen dabei, Projekte zu strukturieren, Gelände realistisch abzubilden sowie Mengen und Kosten auf Basis der geltenden Richtpreisverzeichnisse zu ermitteln. Das Ziel ist stets dasselbe: Routineaufgaben reduzieren und mehr Zeit für das Wesentliche schaffen – anspruchsvolle Architektur.
Moderne Planung. Intelligent. Effizient. ProTools für Autodesk® Revit® GIS Geodaten direkt ins Revit-Modell. Mengenbuch Richtpreisverzeichnis mit Übergabe an die AVA. ProjectManager Alle Projektdaten auf einen Blick AI Render Visualisierung in Minuten Live-Demo vereinbaren: caadix.com Förche 46 I-39040 Natz-Schabs
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WOHN NL GE IN G IS FERTIGGESTELLT Am Dorfeingang von Gais, unweit der Stadt Bruneck, ist das Wohnprojekt „Living Ahr“ fertiggestellt. Das von Smart Living entwickelte Mehrfamilienhaus umfasst 13 Wohneinheiten mit Wohnflächen zwischen 45 und 128 Quadratmetern. Der Baubeginn erfolgte im Herbst 2024, im Frühjahr 2026 wurde das Bauvorhaben abgeschlossen.
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esonders an der Entwicklung der Wohnanlage ist die Ausgangssituation des Baugrundstücks. Wo heute das Mehrfamilienhaus steht, befand sich zuvor ein Einfamilienhaus, das von zwei Personen bewohnt wurde. Durch die Neuentwicklung konnte die bereits bebaute Fläche weiter genutzt und zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. In
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der neuen Wohnanlage leben inzwischen rund 40 Personen. Die 13 Wohnungen sind unterschiedlich groß und verfügen jeweils über eine Terrasse und bzw. oder einen Garten. Zur Anlage gehören außerdem private Kellerabteile, eine Tiefgarage und Fahrradabstellplätze. Die Lage am Dorfeingang von Gais bietet einen Blick auf die umliegende Berg-
WOHNANL AG E IN GAI S F E RT I GGE ST E L LT
landschaft und eine gute Anbindung an das nahegelegene Bruneck sowie das Tauferer Ahrntal.
ENERGIEEFFIZIENTE BAUWEISE Bei der Umsetzung des Projekts wurde auf eine energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweise gesetzt. Das
Gebäude wurde nach dem Klimahaus-Standard A Nature errichtet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach trägt zur Energieversorgung der Anlage bei. Zur technischen Ausstattung gehört außerdem eine automatische Wohnraumlüftung. Bei der Auswahl der Materialien und der Nutzung der vorhandenen Grundstücksfläche spielten ebenfalls Aspekte der
Foto © COMM AG
Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Für die Planung und Ausführung arbeitete Smart Living ausschließlich mit lokalen Planungsbüros und Betrieben zusammen. Damit waren zahlreiche Unternehmen aus der Region an der Realisierung des Projekts beteiligt.
WOHNR AUM AUF BESTEHENDER BAUFL ÄCHE Für Smart Living markiert „Living Ahr“ zugleich einen weiteren Schritt in der Entwicklung von Wohnraum auf bereits genutzten
Flächen. Das Unternehmen ist seit zehn Jahren als Immobilienentwickler tätig und beschäftigt sich neben Neubauprojekten auch mit der Weiterentwicklung bestehender Kubaturen. Ziel ist dabei, vorhandene Flächen neu zu nutzen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne dafür zwangsläufig neues Bauland ausweisen zu müssen. Das Projekt in Gais ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die letzten verfügbaren Einheiten werden über die Immobilienagenturen Immobilien Niederkofler und Engel & Völkers Bruneck angeboten.
Bei der Umsetzung wurde auf eine energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweise gesetzt.
Wir bedanken uns für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit! Ausführung der gesamten Verputz-, Wärmedämmungs-, Trockenbauund Malerarbeiten
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LIVING AHR
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ZWISCHEN TR DITION GEGENWART Eine Zeitgenössische Interpretation eines alpinen Archetyps. Mit HABITAT SA entstand oberhalb von St. Peter im Villnößtal ein Wohnhaus, das die Typologie des traditionellen Stadels neu interpretiert und sich gleichzeitig als eigenständige architektonische Position behauptet.
m sonnigen Hang des Villnößtals fügt sich das Einfamilienhaus HABITAT SA selbstverständlich in die alpine Kulturlandschaft ein. Der Entwurf orientiert sich an den historischen Wirtschaftsgebäuden der Region und übersetzt deren archetypische Formensprache in eine reduzierte, zeitgemäße Architektur. Entstanden ist ein ruhiger Baukörper, der nicht durch gestische Inszenierung, sondern durch Präzi-
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ZWISC HEN T RADI T IO N UND GEGE NWART
sion, Materialauthentizität und eine sensible Einbettung in den Ort überzeugt. Die Gebäudehülle besteht aus einer vertikalen, sägerauen Holzschalung aus heimischem Holz. Durch eine spezielle Beize erhält die Fassade jene warme Patina, die an sonnenverbrannte Stadelbauten erinnert und das Haus optisch mit seiner Umgebung verschmelzen lässt. Bewegliche Schiebeelemente greifen das Fassadenbild konsequent auf. Im geschlossenen Zustand erscheinen sie als integraler Bestandteil der Gebäudehülle und verleihen dem Volumen eine beinahe mono
Foto © Gustav Willeit
Alle Fotos © Gustav Willeit
Andreas Gruber Architekten lithische Wirkung. Erst durch ihr Öffnen entstehen gezielte Ausblicke in die eindrucksvolle Berglandschaft sowie differenzierte Licht- und Schattenverhältnisse. Ein besonderes Merkmal bilden die bewusst offen gestalteten Fugen der Holzschalung. Sie lassen gefiltertes Tageslicht ins Innere eindringen und erzeugen im Verlauf des Tages ein wechselndes Spiel aus Licht und Schatten. Dadurch wird die Fassade nicht nur zur äußeren Hülle, sondern zu einem aktiven Gestaltungselement, das die Atmosphäre der Innenräume wesentlich prägt.
OFFENE R ÄUME UND KL ARE STRUKTUREN Das Haus erstreckt sich über zwei Ebenen und folgt einem räumlichen Konzept, das Offenheit, Orientierung und fließende Übergänge in den Mittelpunkt stellt. Die Wohnbereiche gehen nahezu nahtlos ineinander über und schaffen ein großzügiges Raumgefühl. Geschlossene Räume werden nur dort eingesetzt, wo funktionale Anforderungen dies erfordern. So bleiben Schlafzimmer und Nassbereiche bewusst als eigenständige Rückzugsorte definiert. Im Zentrum des Hauses steht ein Ofen, der weit über seine
Andreas Gruber Architekten wurde 2008 gegründet mit Sitz in Schabs. Die Architekten Andreas Gruber stehen für durchdachte, funktionale und ästhetische Architektur. Sie begleiten Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung mit einem klaren Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und individuelle Lösungen. Andreas Gruber Architekten sind neben der Objektplanung auch Experten für Urbanistik, Durchführungsplanung und Ensembleschutz. Zu den Schwerpunkten in der Objektplanung gehören Wohnbauten, öffentliche Gebäude und Bauten im gastgewerblichen Bereich. Qualität bedeutet für ihn innovative, zeitgemäße Baukultur, die in der Tradition ihre Wurzeln hat.
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lassische Funktion hinausgeht. Als trak gendes Element übernimmt er konstruktive Aufgaben innerhalb des Gebäudes und bildet zugleich den räumlichen Mittelpunkt des Wohnens. Wie eine massive Säule organisiert er die Raumstruktur und wird zum atmosphärischen Herzstück des Hauses.
M AT E R I A L I TÄT A L S A U S D R U C K DER L ANDSCHAFT Während die oberen Gebäudeteile durch die warme Holzoberfläche geprägt sind, treten die erdberührten Bereiche bewusst in gewaschenem Sichtbeton in Erscheinung. Die mineralische Materialität verankert das Gebäude im Hang und schafft einen spannungsvollen Kontrast zum Holz der Fassaden und Innenräume. Tief ins Gebäudeinnere führt ein großzügiger Lichtschacht natürliches Zenitlicht. Dieses betont die Struktur der Betonoberflächen und erzeugt ein lebendiges Wechselspiel aus Licht und Schatten. Die Materialität wird dadurch nicht nur sichtbar, sondern räumlich erlebbar. Auch im Innenraum wird die reduzierte Materialpalette konsequent fortgeführt. Geschliffene Estrichböden im Unterge-
schoss unterstreichen die ruhige, monolithische Wirkung der Betonstrukturen, während Holzböden im Obergeschoss für Wärme und Wohnlichkeit sorgen. Die geschlossenen Raumeinheiten sind als eigenständige Holzkuben ausgebildet und greifen die Gestaltung der äußeren Fassadenschalung auf. Dadurch entstehen klar lesbare Raumkörper innerhalb der offenen Grundrissorganisation. Neben der gestalterischen Qualität erfüllt das Holz auch eine funktionale Aufgabe: Seine strukturierte Oberfläche verbessert die Raumakustik und trägt zu einer angenehm ruhigen Atmosphäre bei.
N A C H H A LT I G K E I T A L S S E L B S T V E R S TÄ N D L I C H E R B E S TA N D T E I L Das Energiekonzept des Hauses basiert auf einer Wärmepumpe, die mit lokal erzeugter Wasserkraft betrieben wird. In Kombination mit der kompakten Bauform, der langlebigen Materialwahl und einer robusten Gebäudehülle entsteht ein ressourcenschonendes Wohnhaus mit hoher Dauerhaftigkeit. HABITAT SA versteht Nachhaltigkeit dabei nicht als technische Zusatzleistung, sondern als integralen Bestandteil der Architektur. Die Reduktion auf wenige, ehrliche Materialien, die Orientierung an regionalen Bautraditionen und die sensible Einbindung in die Landschaft schaffen ein Gebäude, das Beständigkeit ausstrahlt und sich mit großer Selbstverständlichkeit in seinen Kontext einfügt. So entsteht eine Architektur, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet: ein zeitgenössisches Wohnhaus, das die Sprache des alpinen Bauens spricht, ohne sie zu kopieren, und damit eine eigenständige Antwort auf das Wohnen in der Berglandschaft formuliert.
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R UME, DIE M RKEN ERLEBBAR MACHEN Wie lässt sich ein Store schaffen, der Orientierung bietet, zum Verweilen einlädt und die Marke gleichzeitig auf neue Weise erlebbar macht? Mit dem neuen mini & me Store im WaltherPark entwickelte interios Studio gemeinsam mit Bergundtal ein Retail-Konzept, das nicht auf maximale Warenpräsentation, sondern auf Atmosphäre, Klarheit und ein bewusst gestaltetes Einkaufserlebnis setzt.
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it der Eröffnung im Herbst 2025 wurde mini & me erstmals als eigenständiger Store im Herzen von Bozen positioniert. Der Schritt aus dem Einrichtungshaus Jungmann in Neumarkt in das urbane Umfeld des WaltherParks bot zugleich die Möglichkeit, das bestehende Konzept räumlich und gestalterisch neu zu denken.
Im Mittelpunkt der Planung steht die bewusste Gestaltung der rund 300 Quadratmeter Verkaufsfläche. Kuratierte Präsentation, klare Strukturen und gezielte Blickachsen schaffen Übersichtlichkeit und Orientierung. Die Fläche wird dabei zum gestalterischen Werkzeug, um Qualität sichtbar zu machen und den Fokus auf Produkte und Einkaufserlebnis
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zu lenken. Großzügige Blickachsen, klar strukturierte Bereiche und eine sorgfältig abgestimmte Sortimentspräsentation schaffen eine ruhige Atmosphäre, die den hektischen Charakter vieler Handelsflächen bewusst durchbricht. So entsteht ein Umfeld, das zum Verweilen einlädt und den Kunden eine intuitive Orientierung ermöglicht.
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Fotos © Hannes Niederkofler
1 Offen gestaltet: Klare Blickachsen verbinden Store und WaltherPark. 2 Durchdacht bis ins Detail: Warme Materialien und individuelle Einrichtungselemente prägen das Storedesign.
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H O S P I TA L I T Y T R I F F T E I N Z E L H A N D E L Das Storedesign überträgt Prinzipien aus der Hotellerie und dem hochwertigen Wohnbau auf den Einzelhandel. Natürliche Eiche, warme Materialwelten, organische Formen und individuell gefertigte Möbel aus der hauseigenen Tischlerei schaffen eine einladende, wohnliche Atmosphäre. Gleichzeitig treten die Warenträger bewusst in den Hintergrund, sodass Produkte und Raumwirkung gleichermaßen zur Geltung kommen. Diese Herangehensweise entspricht der Philosophie von interios Studio, Räume nicht nach Trends, sondern nach den Menschen, Marken und Konzepten dahinter
zu gestalten. Architektur, Licht und Materialität werden dabei zu einem stimmigen Gesamterlebnis verbunden.
OFFENE GRENZEN Z WISCHEN S TA D T U N D S T O R E Die Offenheit des Konzepts setzt sich an der Schnittstelle zwischen Store und WaltherPark fort. Großzügige Schaufensterflächen und klare Sichtachsen schaffen fließende Übergänge zwischen öffentlichem Raum und Verkaufsfläche. Die hohe Transparenz macht den Store bereits von außen erlebbar und verleiht ihm einen offenen, einladenden Charakter.
EIN MODELL FÜR DIE ZUKUNFT DES HANDELS mini & me zeigt beispielhaft, wie sich stationärer Handel durch die intelligente Verbindung von Architektur, Atmosphäre und Service weiterentwickeln kann. Nicht die Größe einer Verkaufsfläche entscheidet über ihre Qualität, sondern die Art, wie Raum, Marke und Erlebnis zusammenspielen. Das Projekt steht damit für eine Generation von Retail-Konzepten, bei denen Identität, Orientierung und Aufenthaltsqualität in den Mittelpunkt rücken.“ 54
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