Das Begleitbuch zum YOUCAT Firmkurs Eine Fundgrube an Ideen f체r Gruppenleiter, Katecheten, Lehrer und Eltern Theologische Basis
Mit zus채tzlichen Materialien
ISBN: 978-3-945148-02-0
9
7 8 3 9 4 5
1 4 8 0 2 0
www.youcat.org
Firmkurs Begleitbuch
Ausgearbeitete Firmstunden f체r jede Altersstufe
Firmkurs Begleitbuch
Herausgegeben von Nils Baer
YOUCAT Firmkurs Begleitbuch
Firmkurs Begleitbuch
Herausgegeben von Nils Baer in Zusammenarbeit mit dem Team des YOUCAT Zentrums
Inhalt
Vorwort 6 Wie du mit diesem Handbuch arbeiten kannst 6 Aufbau des Handbuchs 7 Warum du für diesen Firmkurs wichtig bist 7 Was in jeder Firmstunde wichtig ist 8
1. Zum Einstieg 9 Firmstunden 10 | 12
Firmstunden 60 | 61
2. Was wir über Gott wissen können 12
9. Die Kirche – Heimat für dich und mich 68
Firmstunden 13 | 15
Firmstunden 69 | 71
3. Warum die Welt einen Knacks hat 26
10. Eucharistie – von der Großzügigkeit Gottes 75
Firmstunde 27 | 29
Firmstunden 76 | 78
4. Jesus – mehr als ein Mensch 33
11. Update! Beichten! 84
Umschlaggestaltung, Layout, Illustrationen und Satz: Alexander von Lengerke, Köln Druck und Bindung: FINIDR, s.r.o. Tschechien Printed in Czech Republic Produktionskoordination: Druckmedien Speyer GmbH, Speyer Papier: FSC Mix credit-GFA-COC-001242 Gesetzt aus der Officina Sans ITC Pro und der Poster Bodoni ISBN: 978-3-945148-02-0 Bitte besuchen Sie uns auf www.youcat.org
5. Warum musste Jesus sterben? 42 Firmstunden 44 | 46
6. Die Geschichte von der Auferstehung 48 Firmstunde 50
Firmstunden 87 | 89 Beichtabend 95
12. Was passiert bei der Firmung? 98 Firmstunde 100
Letzte Seite 104 Bezugsmöglichkeiten für Materialien und Medien | Glaubenskurse | Literatur Textnachweis | Mitarbeiter dieses Firmkurses
INHALT
© 2014 YOUCAT Foundation gemeinnützige GmbH. Alleiniger Gesellschafter der YOUCAT Foundation ist das Internationale Päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit Sitz in Königstein im Taunus. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Marke YOUCAT erfolgt mit Zustimmung der YOUCAT Foundation. YOUCAT® ist eine international geschützte Wort- und Bildmarke. Eingetragen unter GM: 011929131
Firmstunden 53 | 55
8. Beten – auf Tuchfühlung mit dem lebendigen Gott 59
Firmstunden 34 | 38 Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
7. Forschungsreise zum Heiligen Geist 52
4 5
0
be vor es losgeht
Vorwor t
Seitdem der YOUCAT im April 2011 seinen Siegeszug mit inzwischen weltweit 2,5 Millionen gedruckten Exemplaren begann, war die häufigste Frage, die man uns stellte, nicht „Ist der Papst wirklich unfehlbar?“ oder „Was hat die Kirche gegen Kondome?“, sondern „Wann gibt es endlich einen YOUCAT Firmkurs?“ Hier ist er. „Jugendliche sind nicht so oberflächlich“, schreibt der Papst in seinem Vorwort zum YOUCAT. Sie wollen wissen, was sie glauben. Deshalb orientiert sich dieser Kurs an den wesentlichen Inhalten unseres Glaubens. Aber weil das manchmal harter Stoff ist, haben wir Wert darauf gelegt, dass auch Platz für Spaß bleibt.
„Die Kirche lebt und sie ist jung“, hat Papst Benedikt gesagt. Und in YOUCAT klingt auch deutlich das englische YOU an. Deswegen duzen wir unsere Leser in diesem Handbuch einfach ungefragt. Das soll allerdings nicht als Respektlosigkeit oder Anbiederei missverstanden werden.
Der Firmkurs besteht aus dem YOUCAT Firmbuch für die Firmlinge und aus dem Handbuch, in dem du gerade liest. Beide Bücher gehören zusammen und ergänzen sich. Beide Bücher gehen dieselben zwölf Schritte hin zur Firmung. Und beide Bücher beziehen sich dabei auf dieselben Schlüsselstellen in der Bibel und im YOUCAT. Das Firmbuch wendet sich direkt an die Jugendlichen deiner Firmgruppe und erklärt ihnen anschaulich wie in einem Roman mit zwölf Kapiteln, worum es im Firmkurs geht.
Gruppengröße Bei der Vorbereitung der Firmstunden hatten wir eine Gruppe mit ungefähr acht bis zehn Firmlingen im Sinn, die sich regelmäßig in dieser Konstellation trifft. Grundausstattung Zur Grundausstattung für diesen Firmkurs gehören eine Bibel und ein YOUCAT. YOUCAT Firmkurs Material Viel Material im Sinne von Karten, Bildern und Arbeitsblättern haben wir für dich bereits vorbereitet. Du findest ihn im Bereich „Material“ am Ende jedes inhaltlichen Kapitels. Du musst die Seiten dann nur so oft kopieren, wie du sie brauchst, und gegebenenfalls ausschneiden. Medien und weiteres Arbeitsmaterial Für manche Stunden brauchst du noch weiteres Material, das wir aus praktischen oder rechtlichen Gründen nicht einfach beilegen konnten, z.B. wenn wir vorschlagen, einen Film zu sehen oder eine Kerze zu basteln. Vorbereitung Deshalb ist es ziemlich wichtig, dass du die Firmstunde rechtzeitig vorbereitest. Das bedeutet, dass du dir den Ablauf durchliest, die vorgeschlagenen Bibelstellen und YOUCAT Texte ansiehst und natürlich das Material besorgst. Wenn du erst zwanzig Minuten vor Beginn der Stunde feststellst, dass du zehn weiße Kerzen und Wachsplatten in neun verschiedenen Farben brauchst, dann wird es ziemlich eng.
Stundenentwürfe Auf die Einführung folgen meistens zwei Vorschläge, wie du das Thema konkret mit deiner Gruppe umsetzen kannst. Du kannst dann aus den beiden Entwürfen den auswählen, der sich für deine Gruppe am besten eignet. Theologische Informationen, die im Ablauf der Stunde absolut notwendig sind, werden hier auch noch einmal kurz erläutert. Material Am Ende eines jeden Kapitels findest du das Material, das wir für dich vorbereitet haben. Du musst es nur noch kopieren und gegebenenfalls ausschneiden. Firmbuch Dieses Handbuch für dich als Katecheten wird durch das YOUCAT Firmbuch für deine Firmlinge ergänzt. Alle Themen werden dort spannend erklärt und manchmal noch von einer ganz anderen Seite beleuchtet. Für dich als Katecheten ist es daher sinnvoll, in der Vorbereitung jeder Stunde auch einen Blick ins Firmbuch zu werfen. Vielleicht kommst du dadurch auch auf ein paar gute zusätzliche Ideen. Zeichen und Symbole 1 Kor 9,24–27 203
6
Verweise auf die Bibel Verweise auf den YOUCAT
7
Der YOUCAT Firmkurs bietet für die meisten Stunden zwei unterschiedliche Anspruchsgrade an, um den verschiedenen Altersklassen mölichst gerecht zu werden. Hier musst du einschätzen können, welcher für deine Gruppe zutrifft: eher einfach,
eher anspruchsvoll oder
irgendwo dazwischen.
Warum du für diesen Firmkurs wichtig bist Dieses Handbuch stellt für dich einen großen Fundus an Hintergrundwissen, Ideen und Materialien bereit, um dich bei deiner Aufgabe als Leiter einer Firmgruppe zu unterstützen. Wichtiger als all dieses Material bist aber du. Du bist das Gesicht der Kirche Denn für deine Firmlinge bist du das Gesicht des Firmkurses und damit oft genug auch das Gesicht der Kirche. Unterschätze deinen Einfluss dabei nicht. Wenn du in den Firmstunden glaubwürdig und offen deinen Glauben vertrittst, dann wird das deine Jugendlichen beeindrucken. Auch dann, wenn sie möglicherweise von der Lehre der Kirche nicht sofort überzeugt sein werden. Hol’ Jesus mit ins Boot Wenn du jetzt findest, das sei eine große Verantwortung, die man dir da zumutet, hast du natürlich recht. Deswegen solltest du sie auch nicht allein tragen. Hole Jesus mit ins Boot. Schließlich geht es bei dem ganzen um seine Kirche. Und ohne ihn klappt es sowieso nicht. Deshalb ist es sinnvoll, dass du auch regelmäßig für deine Firmgruppe betest. Wenn es gerade nicht so gut läuft und auch dann, wenn alles wunderbar klappt.
BE VOR ES LOSGEHT
Wie du mit diesem Handbuch arbeiten kannst
Theologische Basis Das Handbuch ist so aufgebaut, dass du zu jedem Thema zunächst eine Einführung findest, die dich allgemein über das Thema informiert. Nicht alles, was dort erklärt wird, findest du später auch in den Stundenentwürfen. Es geht im Abschnitt „Theologische Basis“ darum, dass du eine grundsätzliche Idee davon bekommst, worum es inhaltlich bei diesem Thema geht.
VORWORT
Im Handbuch finden sich komplett vorbereitete Firmstunden zu genau den zwölf Kapiteln, die sich im Firmbuch finden. Zu jedem Kapitel gibt es außerdem einen theologischen Basisartikel, der dir als Firmgruppenleiter das nötige Hintergrundwissen vermittelt. Insgesamt entsteht also ein komplexes Netzwerk aus dem YOUCAT, der Bibel, dem Firmbuch, diesem Handbuch und deinen Firmstunden, weil alle immer gegenseitig aufeinander verweisen.
Aufbau des Handbuchs
Erneuere deinen eigenen Glauben Im Firmkurs bist du es, der deine Jugendlichen auf ihrem Weg zu Jesus ein paar Schritte weiterführen soll. Dafür ist es nicht schlecht, wenn du selbst deinen Glauben vorher erneuerst oder stärkst. Eine gute Möglichkeit dafür sind regelmäßig angebotene Glaubenskurse wie etwa der Alphakurs oder der Wochenendkurs Neues Leben aus dem Bereich der Sankt Andreas Kurse. Für ein tieferes Verständnis kann es auch von Vorteil sein, wenn du dich mit anderen Katecheten zusammentust und ihr euch gemeinsam mit dem YOUCAT auf die kommenden Stunden vorbereitet und euch selbst über die anstehenden Themen austauscht.
Was in jeder Firmstunde wichtig ist Bibel session, YOUC AT Session und Austausch kommen in jeder Stunde vor. Was dabei allgemein zu beachten ist, haben wir hier kurz zusammengefasst:
Rückfragen Gib deinen Jugendlichen nach dem Lesen des Textes Gelegenheit, Rückfragen zu Begriffen oder Formulierungen zu stellen, bevor du zum nächsten Punkt weitergehst. YOUC AT Session Die YOUCAT Session funktioniert genauso wie die Bibelsession, nur eben mit der jeweiligen Frage aus dem YOUCAT. Auch hier sollte jeder Jugendliche den YOUCAT vor sich haben. Lest den Text gemeinsam und gib Gelegenheit für Rückfragen. Austausch Offenes Gespräch ermöglichen Dieser Punkt dient dazu, dass die Firmlinge untereinander die jeweiligen Texte besprechen und diskutieren. Um ein echtes Gespräch zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die Jugendlichen hier ihre wirkliche Meinung sagen können. Dafür ist es nötig, dass du dafür sorgst, dass sich die Teilnehmer gegenseitig mit Respekt begegnen, sich ausreden lassen und auch gegensätzliche Meinungen zulassen. Das gilt auch dann, wenn die geäußerten Meinungen und Vorstellungen vom christlichen Glauben völlig abweichen. Christliche Position deutlich machen Dann ist es allerdings wichtig, dass du deutlich klarmachst, welche Position das Christentum in dieser Frage vertritt, damit nicht der Eindruck entsteht, im Grunde wüsste auch die Kirche nicht so recht, wie es eigentlich ist, und alles sei im Grunde irgendwie richtig.
Das YOUCAT Firmbuch vergleicht die Firmung mit einem Marathon und gibt den Jugendlichen mit „Four Steps“ – Kursteilnahme, Sonntagsmesse, regelmäßiges Gebet und Bibellesen – einen Trainingsplan mit an die Hand: Die Jugendlichen sollen verstehen, dass ohne Vorbereitung nichts läuft. Das hatte der hl. Paulus schon verstanden. 1 Kor 9,24–27
Den Firmlingen soll bewusst werden, dass sie in der Firmung „Power“, d.h. Kraft von oben erhalten – den Heiligen Geist. Für dieses Trainingsprogramm gibt es auch ein Trainerteam: die Bibel, den YOUCAT und das Firmbuch. Und 203 dich. Chefcoach ist aber Gott höchstpersönlich. Den Firmlingen wird klar, dass es hier nicht um irgendwelche Theorien geht, sondern dass sie selbst, als ganze Menschen sich intensiver auf Gott einlassen sollen. Sie sollen, wie es das Firmbuch mit Mutter Teresa sagt, ein Draht im Stromkreis Gottes sein, damit Licht auf der Erde scheint. Der Heilige Geist, den wir in der Firmung als Selbstgabe Gottes empfangen, ist der Strom, der uns mit Gott und untereinander als Kirche verbindet, so dass wir Menschen nicht im Dunkeln sind. Kleine Zwischenbemerkung: Der Impuls hierzu kann auch erst mit Verzögerung wirksam werden; die Firmkatechese ist also nicht deshalb schon gescheitert, weil sich kein sofortiger „Erfolg“ einstellt. Es gibt stille Wasser, an denen scheint so ziemlich alles vorüberzuziehen. Was aber eben nicht heißt, in diesen Jugendlichen geschehe nichts im Sinne des Firmkurses, im Gegenteil: Eine Begegnung, ein kurzer Augenblick, ein Satz aus der Bibel oder aus dem YOUCAT kann noch nach Jahren in Erinnerung sein. Plötzlich wird sie wach, diese Erinnerung, und jetzt erst beginnt sie zu wirken. Es ist daher auch Gelassenheit in euren Firmstunden geboten: Mutet euch gegenseitig nicht zuviel zu, der Glaube ist immer auch eine Angelegenheit des Einzelnen mit Gott selbst. Zurück zum Text. Die erste Firmstunde dient dem gegenseitigen Kennenlernen und reißt die „Four Steps“ – Kursteilnahme, Sonntagsmesse, regelmäßiges Gebet und Bibellesen – kurz an, die die Jugendlichen in ihrem Firmkurs nachlesen können und als Trainingsprogramm einüben sollen. Diese „Steps“ sollen dabei helfen, Gott besser kennenzulernen und mit ihm selbst direkt ins Gespräch zu kommen. Wenn dir Zweifel kommen, ob das nicht ein bisschen viel verlangt ist, hier ein paar Gedanken zur Selbstvergewisserung. Jedes Trainingsprogramm beginnt mit einem ersten Laufschritt. Marathon, Laufen, Bewegung … Im Grunde genommen versteht man unter „Religion“ immer einen Weg zu Gott. Keiner der Religionen der Welt kann man absprechen, dass sie sich ernsthaft auf die Suche nach etwas „Höherem“, etwas anderem als bloß Menschlichen macht. Die religiöse Vorstellung ist so alt wie die Menschheit selbst: dass es mehr gibt als dieses Leben hier und jetzt, dass etwas dieses Leben über-schreitet („transzendiert“). Aber gibt es dieses „etwas“ überhaupt? Allerdings setzen wir dieses „etwas“ bereits voraus, wenn wir von der ganzen Welt sprechen oder von unserem Tod. Dasjenige, was da so ganz selbstverständlich über unsere nackte Existenz hinausgreift, das nennen wir den menschlichen Geist. Dieser Geist betrachtet seit Jahrtausenden diese andere Welt. Philosophie und Theologie, Religion und Kirche, aber auch die Dichter und Künstler bewegen sich in dieser Welt, sind von ihr inspiriert und fasziniert. Schon wenn sich zwei verlieben, tut sich diese Welt auf. Auch die Liebe zwischen Eltern und Kindern oder echte Freundschaft führt in diese Welt. Es spricht also einiges für dieses Nicht-Materielle, für eine Welt „hinter den Dingen”, „hinter der Physik” („Meta-Physik“). So weit, so gut, aber Sicherheit gibt das in Bezug auf unser „etwas“ nicht. Im christlichen Verständnis kommt zur Religion als Weg zu Gott etwas Grundlegendes hinzu, etwas, woran wir von ganzem Herzen glauben: Gott hat sich von sich aus zu uns aufgemacht, er hat sich uns in der Geschichte in Wort und Tat mitgeteilt, er hat sich zuletzt in Jesus Christus so gezeigt, wie er wirklich ist, und er geht in Jesus Christus unseren Weg mit uns.
8 9 M AR AT HON V S. F IR MUNG
Gemeinsames Lesen Am besten liest einer der Teilnehmer den entsprechenden Bibeltext vor, während die anderen still mitlesen. Dazu bietet sich jemand an, der sonst eher ruhig ist, um ihn so miteinzubeziehen. Von Lesespielen wie „Jeder liest reihum einen Satz“ oder „Einer liest so lange, bis er einen Fehler macht, dann liest der nächste weiter“, raten wir dringend ab. Die Erfahrung zeigt, dass die Firmlinge sich dabei zwar auf das Lesen an sich konzentrieren, den Inhalt des Textes aber nicht aufnehmen.
Marathon vs. Fir mung
Theologische Basis
EINHEI T 1
Bibel session Alle Firmlinge sollten den Text vor sich haben In der Bibelsession lest ihr gemeinsam den entsprechenden Text aus der Bibel. Alle Teilnehmer sollten eine Bibel dabeihaben, am besten in derselben Übersetzung. Am gebräuchlichsten ist die „Einheitsübersetzung“, wenn du allerdings lieber eine andere Version verwenden möchtest (z.B. die moderne Übersetzung „Hoffung für alle“ oder die „Basis-Bibel“), kannst du das natürlich auch tun. Die „Volxbibel“ bietet mit ihrer Übertragung in die Jugendsprache und ihrer oft überraschenden Wortwahl die Möglichkeit, einen völlig neuen Blick auf die Bibel und den Glauben zu werfen. Um richtig mit ihr arbeiten zu können, muss man aber gleichzeitig immer noch eine normale Bibelübersetzung hinzuziehen, so dass sie für diesen Firmkurs eher ungeeignet ist.
1
z um e i n s t i e g
Die übrigen Mitglieder seiner Mannschaft müssen den Begriff erraten, die gegnerische Mannschaft achtet währenddessen darauf, dass die üblichen Spielregeln eingehalten werden („Pantomime heißt nicht sprechen, nicht murmeln und auch nicht singen“ und „Zeichnen heißt nicht schreiben, auch keine Zahlen und auch nicht in fremden Sprachen“). Für jeden richtig geratenen Begriff erhält die jeweilige Mannschaft einen Punkt. Sind die Karten einer Kategorie verbraucht, kann mit den restlichen beiden Kategorien weitergespielt werden. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft mit den meisten Punkten.
Deswegen also die Bibel (Step 4), denn darin lässt sich das alles nachlesen. Deswegen aber auch die heilige Messe (Step 2), denn dort wird diese Selbsthingabe des Sohnes an den Vater so gefeiert, dass sie Gegenwart wird. Für jetzt genug: Auf das Gebet (Step 3) gehen wir in Kapitel 8 ausführlich ein, es ist auch Thema der Firmstunde.
Film: Die Simpsons, „Der Musterschüler“ Schau nun zur Erholung nach den anstrengenden Runden Firm!tivity mit deiner Gruppe die Simpsonsfolge „Der Musterschüler“.
rm
stun
1
de
fi
Unser Lebensweg ist ein Weg mit Gott, der am Ende wieder in Gott mündet. Dieser Weg hat mit der Taufe begonnen, bei der unsere Eltern und Paten stellvertretend für uns den Glauben bekannt haben. Die Erstkommunion war ein erster feierlicher Höhepunkt: der Empfang Jesu Christi in der konsekrierten Hostie. Nun sollen wir einen Schritt weiterkommen: den Glauben kennenlernen, damit wir zu ihm auch wirklich sagen können: „Ja, das glaube ich.“ Und damit wir ihn auch zu anderen tragen. Dazu ist uns in der Firmung der Heilige Geist zugesagt. Dieses Geschehen ist ein Geschenk Gottes an uns. Wer dieses Geschenk wirklich annimmt, der wird es weitergeben: 197
k ategorie
Einstieg – jetzt geht‘s los Thema und Ziel Die Gruppenmitglieder lernen sich untereinander kennen Die Jugendlichen werden an das persönliche Gebet herangeführt
Grundsätzliche Ansagen Danach kannst du einige grundsätzliche Ansagen zu den äußeren Bedingungen des Firmkurses machen, etwa, wie oft und aus welchen Gründen die Teilnehmer fehlen dürfen und welche Konsequenzen das jeweils nach sich zieht. Das wäre auch der Zeitpunkt, die Regeln im Umgang miteinander kurz zu erläutern. Firm!tivity Als nächstes steht Firm!tivity auf dem Programm. (Wir haben uns übrigens ziemliche Mühe gegeben, dem Spiel einen möglichst albernen Namen zu geben. Ich denke, das ist uns gelungen.) Teile deine Gruppe dafür in zwei Mannschaften auf und leg die Spielkarten in drei separaten Stapeln aus (Pantomime, Zeichnen, Erklären). Die Teilnehmer sind nun nacheinander an der Reihe und würfeln. Je nach Ergebnis zieht der Spieler eine Karte aus dem folgenden Bereich: 1 und 2 „Pantomime“ 3 und 4 „Zeichnen“ 5 und 6 „Erklären“.
er spricht mit Gott wie mit einem Freund („Alter Junge“, „Dein Freund Bart“) er ist völlig ehrlich zu ihm und erfindet keine Ausreden („Ich weiß ja, dass ich nicht immer artig war“) er spricht mit ihm über seine Sorgen er vertraut sich ihm völlig an („aber wenn einer so was kann, dann bist du es“) als er die Möglichkeit hat, tut er alles, was in seiner Macht steht (als der Schneesturm kommt, lernt er tatsächlich).
Damit ihr während des Firmkurses Gott auch ein wenig näherkommt, fordern wir euch zu einer Gebets-Challenge auf: Nehmt euch während des Firmkurses jeden Tag mindestens zehn Minuten für ein echtes Gespräch mit Gott. So wie Bart es gemacht hat. Und es wird etwas passieren in eurer Beziehung zu Gott.“ Anmerkung zu Barts Gebet: Die deutsche Synchronisation ist nicht an allen Stellen gelungen. Die Anrede ist im Deutschen mit „Nun, alter Junge“ besser übersetzt, „My Lord“ heißt eher „Herr“, und der Schluss ist mit „dein Freund Bart“ treffender wiedergegeben.
Abschluss mit Gebet Herr Jesus Christus, wir bereiten uns auf die Firmung vor. Sei bei uns und hilf uns, jeden Tag mehr zu verstehen, was dein Leben und deine Botschaft für uns bedeuten. Komm uns entgegen, wenn wir in den vor uns liegenden Wochen versuchen, dich näher kennenzulernen. Und greif uns unter die Arme, wenn wir uns aus Bequemlichkeit vor der Gemeinschaft mit dir drücken wollen. Amen.
10 11 M AR AT HON V S. F IR MUNG
Einstieg Gib deinen Firmlingen als kurzes Kennenlernspiel folgende Aufgabe: Jeder soll seinen Namen, einen Begriff aus dem kirchlichen Bereich, der mit demselben Buchstaben beginnt wie sein Vorname, sein Lieblingsessen und seinen Lieblingscharakter aus „Die Simpsons“ nennen. Lass deinen Jugendlichen kurz Zeit zu überlegen. Der Einfachheit halber fängst du am besten selber an.
„Die Simpsons-Folge, die wir gerade gesehen haben, zeigt recht deutlich, dass es manchmal ganz nützlich ist, etwas zu wissen. Ein Anliegen des Firmkurses ist es deshalb auch, dass ihr etwas über euren Glauben lernt. Eigentlich viel wichtiger ist aber, dass ihr selber in eine Beziehung mit Gott tretet. Und ausgerechnet Bart macht uns überraschenderweise vor, wie man das machen kann:
EINHEI T 1
Vorbereitung Bereite die Karten für Firm!tivity vor (Download unter firmkurs.youcat.org). Achte darauf, dass du jeweils die richtigen Rückseiten auf die Karten kopierst. Organisiere dir außerdem einen handelsüblichen Würfel, Papier und Stifte. Alternativ kannst du das Spiel „Reli-Tabu“ nutzen, das beim Erzbischöflichen Jugendamt München und Freising erhältlich ist. Besorg dir die Simpsonsfolge „Der Musterschüler“ („Bart gets an F“, Season 2, Folge 1). Vergiss nicht, für ein entsprechendes Abspielgerät zu sorgen.
Input Die Folge „Der Musterschüler“ bietet sich an, um deinen Firmlingen kurz und knapp etwas zum Gebet zu erklären und sie zur „Gebets-Challenge“ aufzufordern. Die Herausforderung besteht darin, dass sie sich zumindest während der kurzen Zeit des Firmkurses jeden Tag mindestens zehn Minuten Zeit nehmen, um mit Gott zu sprechen. Du kannst es ungefähr so formulieren:
Theologische Basis
Was wir über Gott wissen können
Im Firmbuch machen die Jugendlichen Bekanntschaft mit dem Atheismus, der heutzutage besonders aggressiv daherkommt und gläubigen Menschen schlichtweg vernünftiges Denken abspricht. 5 Dabei gibt es einige so gute Argumente für Gott, dass man sie „Gottesbeweise“ genannt hat. Das Firmbuch reißt einen an, in dem der sogenannte „Kosmologische Gottesbeweis“ (Das Universum kann seinen Grund nicht in sich selbst haben) mit dem „Kausalitätsbeweis“ (Alles Existierende hat eine Ursache) zusammenklingen. Sieh’ doch einmal auf Wikipedia nach, was für Gottesbeweise es noch gibt. 41–45
Ein bärenstarkes Argument ist die Existenz des kleinen Sandkorns, das die Frage aufwirft, warum es überhaupt etwas Ps 53,2 gibt, und nicht vielmehr nichts. Dann geht’s aber erst richtig los: Dass es Gott gibt, darauf kann man mit dem eigenen Gehirnschmalz kommen, wenn es jedoch darum geht, wie Gott ist, dann ist Vorsicht geboten, da sollte man sich unbedingt daran halten, was Gott über sich selber sagt. 7
Ob Sehnsucht danach, dass mich Gott direkt anspricht, oder Sehnsucht nach liebender Verschmelzung mit ihm, oder Sehnsucht nach seinem ordnenden Gericht, seiner Gerechtigkeit – das sind zutiefst menschliche Sehnsüchte, die auch in der Theologie und der Lehre der Kirche ihren Ort und Stellenwert haben. Nur eine Sehnsucht wird Gott nicht erfüllen: uns unsere Freiheit abzunehmen. Das entspricht eben nicht dem Plan Gottes. Er hat uns frei geschaffen. Wir selbst sind es, die seine Offenbarung annehmen sollen. Wir selbst sind es, die darauf hinarbeiten sollen, uns mit ihm zu vereinen. Und wir sind es auch, die handeln müssen: Gutes tun unter dem Vorbehalt, dass das Menschenwerk bleiben wird. Um einen weiteren Irrtum zu vermeiden: Gott lässt uns dabei nicht allein. Ohne seine Hilfe können wir weder seine Offenbarung erkennen noch an ihn glauben oder in seinem Sinne wirken. Im Grunde genommen beginnt die Offenbarung mit der Schöpfung. Sie zeugt von Gott – ihre Ordnung, Schönheit und Entwicklung weisen über sich hinaus, auf Gott hin. 4 Der Mensch ist „nach dem Abbild Gottes“ geschaffen. Er hat einen Namen für uns. „Gott ist die Liebe“
1 Joh 4,16, die sich in Jesus Christus offenbart hat.
56
Ex 3
Wir haben bereits darüber gesprochen, dass schon die Natur und der Mensch selbst von Gott zeugen. Am Anfang der Bibel wird der Mensch geschildert als Ebenbild Gottes. Als Wirklichkeit Gottes schließt Jesus Christus die Offenbarung ab. (Wir werden sehen, dass sich diese mit der Kirche noch weiter entfaltet.) Gott hat durch ihn definitiv gesagt: „Seht her, so bin ich.“ 10 Deshalb glauben wir an ihn, der unter uns gelebt hat. Unser Glaube bezieht sich auf ein Ereignis, das Christus-Ereignis. Er ist die Beziehung zu einer Person, zur Person Jesus Christus. Nicht einfach zu einem Buch ... rm
stun
2
de
Könnte es sein, dass diese Reden über das Schweigen Gottes letztlich darauf hinauslaufen, dass man sich vom Sprechen Gottes eine solche Klarheit erhofft, dass man sich nicht mehr entscheiden muss, nicht mehr Stellung beziehen, nicht mehr glauben muss, weil man vollständig überwältigt wird vom Absoluten? Dass einen Gott gewissermaßen plattmacht? Dann könnte er aber eigentlich den Rest auch gleich erledigen, also mal so richtig aufräumen, oder nicht?
Die Evangelien widersprechen nicht dem, was wir aus der Geschichte wissen. Auch werden Einzelheiten von Quellen außerhalb der Bibel bestätigt. Und es sind vier Evangelisten und weitere Autoren des Neuen Testaments, die im Wesentlichen dieselben Ereignisse um Jesus bestätigen. (Die Profangeschichte ist teilweise viel schlechter belegt und wird dennoch kaum angezweifelt.) Viele dieser ersten Christen haben zur Verbreitung dieses Geschehens und ihres Glaubens weite Wege und große Strapazen auf sich genommen. Sie wurden ins Gefängnis gesperrt, gefoltert und getötet. Sie besiegelten also mit ihrem Leben das, was sie geschrieben und weitererzählt haben. Wer will schon für eine frei erfundene Geschichte sterben?
k ategorie
Was wir über Gott wissen können Thema und Ziel: Drei Aspekte: Gott hat uns aus Liebe erschaffen, er will zu uns in Kontakt treten und die Ewigkeit gemeinsam mit uns verbringen. Vorbereitung Kopiere die Illustrationen zu Gottesvorstellungen aus dem Material und erstelle daraus acht Karten. Du kannst die einzelnen Bilder auch öfter kopieren, dann können auch mehrere Teilnehmer dieselbe Darstellung wählen. Kopiere die Bilder zur Erschaffung des Menschen, dem brennenden Dornbusch und zu Jesus je einmal.
Einstieg Leg die Kopien mit den verschiedenen Gottesvorstellungen aus und fordere deine Firmlinge auf, sich diejenige auszusuchen, die ihrer eigenen Vorstellung am nächsten kommt. Wenn alle Teilnehmer ihre Wahl getroffen haben, lass sie reihum ihre Entscheidung begründen. Überleitung Leite ungefähr so zum nächsten Punkt über: „Nachdem wir uns jetzt ein wenig mit unseren Vorstellungen von Gott be-
12 13 WA S W IR ÜBER GOT T W I SSEN KÖNNEN
Wenn Gott sich aber so zeigt, so offenbart, dass wir nur noch sagen können: „Alles klar, Gott, klare Ansage, wird gemacht“, dann hat das die Qualität eines unbedingten Befehls. Wenn Gott so von außen in mich eindringt wie ein Systemadministrator in meinen PC und ausführt, was er für das Richtige hält, egal, was ich gerade auf dem Schirm habe, macht er mich damit zu einem Automaten.
Aber um welche Zeugen geht es bei der Bibel? – In erster Linie um die, die sie geschrieben haben. So schreibt Johannes in seinem ersten Brief: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens“ ( 1 Joh 1,1). Da legt also einer Wert darauf, dass er Erfahrungen wiedergibt, die er selbst gemacht hat, denen also Gesehenes, Gehörtes und Angefasstes zugrunde liegt.
EINHEI T 2
Wie – er spricht? Ist es denn nicht eher so, dass er schweigt? Ist nicht vielleicht das der Grund, warum Menschen nicht glauben? Wieso sagt er in Syrien oder in sonst einem Land, wo Menschen einander massakrieren, nicht machtvoll, was Sache ist und dass sie damit aufhören sollen, aber presto!?
Damit sind wir schon mittendrin im biblischen Text. Was aber macht ihn zum Wort Gottes? Woher wissen wir, dass darin die Offenbarung steckt? Ein Wissen, wie wir es sonst voraussetzen – z.B. dass Berlin die Hauptstadt von Deutschland ist –, kann es hier nicht geben. Aber wenn mir einer erzählt, sein Vater sei verstorben, dann kann ich davon ausgehen, dass es wahr ist. Ich würde anderen sogar sagen, dass ich es weiß. Ich weiß es von seinem Sohn. Das ist der Knackpunkt: Können wir den Zeugen vertrauen? Das ist keine besinnliche Angelegenheit! Denn Zeugen kommen bei Gericht vor, und aufgrund von Zeugenaussagen werden Urteile gefällt, wird Recht gesprochen. Die Glaubwürdigkeit eines Zeugen kann darüber entscheiden, ob ein anderer ins Gefängnis kommt.
fi
2
e s g i b t i hn, e s g i b t i hn n i c h t…
schäftigt haben, wollen wir uns jetzt mal ansehen, was Gott selbst dazu zu sagen hat. Gott hat uns ein paar Hinweise dazu gegeben, wie er ist, und ich vermute, von einigen habt ihr auch schon gehört.“
Austausch Beende die Stunde nach einem kurzen Austausch über Gottes Plan mit einem Gebet.
Gott als Schöpfer Leg das Bild von Adam und Eva im Paradies in die Mitte und lass einen deiner Jugendlichen die Geschichte erzählen. Wenn sich niemand aus deiner Gruppe findet (Firmlinge sind da erfahrungsgemäß recht unterschiedlich), erzähl die Gen 1,26–31 direkt aus der Bibel vor. Frag die Teilnehmer danach, was der Geschichte selber oder lies die Verse Bibeltext über Gott und seine Beziehung zu den Menschen aussagt.
Abschluss mit Gebet Guter Gott, du hast uns alle aus Liebe erschaffen. Du willst uns nahe sein und gemeinsam mit uns leben. Hilf uns, dass wir uns in unserem normalen Leben auch wirklich wie Freunde von dir verhalten, und nimm uns am Ende unseres Lebens in deine ewige Gemeinschaft auf. Amen.
Gott offenbart sich den Menschen Geh mit dem Bild von Mose und dem brennenden Dornbusch (vgl. Ex 3,1–6.13–14) genauso vor. Wichtig ist, dass den Firmlingen deutlich wird, dass Gott von sich aus Kontakt zu den Menschen aufnehmen will.
Wer bin ich für Gott? Schau dir nun mit deiner Gruppe zwei Kernstellen aus der Bibel an, die ziemlich klar Gottes Verhältnis zu uns charakterisieren: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde Joh 15,15) genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ ( „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ ( Joh 3,16) Du kannst die beiden Stellen aus dem Johannesevangelium mit deiner Gruppe direkt in der Bibel lesen oder die beiden Verskarten nacheinander auslegen, so dass alle den Text lesen können. Austausch Sprich mit deinen Firmlingen darüber, was die beiden Stellen über Gottes Beziehung zu uns aussagen. Wichtig ist, dass er uns als seine Freunde ansieht ( Joh 15,15) und seinen Sohn zu unserer Rettung schickt ( Joh 3,16). Du kannst deine Jugendlichen auch darauf hinweisen, dass man im Vers Joh 3,16 „die Welt“ auch mit „dich“ ersetzen kann. Überleitung Den Abschluss der Firmstunde kannst du etwa folgendermaßen einleiten: „Zum Schluss schauen wir uns jetzt noch an, welchen Plan Gott für uns hat.“ Was will Gott für mich? Lies mit deinen Jugendlichen gemeinsam die fett gedruckte Antwort zur YOUCAT-Frage 1 oder leg die entsprechende Karte in die Mitte. Erläutere dazu, dass Gottes Plan für uns vorsieht, dass wir alle eines Tages mit ihm gemeinsam im Himmel leben. Das ist Gottes Plan für uns, weil er uns unendlich liebt. (Du kannst zur Erläuterung dieses Planes auch Joh 17,24 hinzuziehen.) noch
2
k ategorie
Was wir über Gott wissen können Thema und Ziel: Drei Aspekte: Gott hat uns aus Liebe erschaffen, er will zu uns in Kontakt treten und die Ewigkeit gemeinsam mit uns verbringen.
Bonuseinstiege Wir haben uns für dieses Thema weitere Einstiegsmöglichkeiten überlegt, die du entweder anstatt der unten beschriebenen Methode nutzen oder auch zusätzlich davor setzen kannst. Begegnung mit Gott in der „Hütte“ Lies mit deinen Firmlingen aus dem Buch „Die Hütte“ von William P. Young die Stelle, wo der Erzähler Gott zum ersten Mal begegnet.
Begegnung mit Gott in „Bruce allmächtig“ Zeig deiner Gruppe den kurzen Clip aus dem Film „Bruce allmächtig“, wo Bruce Gott zum ersten Mal begegnet. Cartoon Bonus Wenn du viel Zeit hast, kannst du auch mit der Futurama-Folge „Godfellas“ beginnen (dt. „Der göttliche Bender“, Futurama DVD Season 4, Folge 8).
Frag dann deine Firmlinge, ob die Darstellung von Gott in dieser Folge mit ihrer Vorstellung übereinstimmt. Tauscht euch über eure Gottesvorstellungen aus. Vorbereitung Kopiere die Illustrationen zu Gottesvorstellungen aus dem Material und erstelle daraus acht Karten. Du kannst die einzelnen Bilder auch öfter kopieren, dann können auch mehrere Teilnehmer dieselbe Darstellung wählen. Einstieg Leg die Kopien mit den verschiedenen Gottesvorstellungen aus und fordere deine Firmlinge auf, sich die auszusuchen, die ihrer eigenen Vorstellung am nächsten kommt. Wenn alle Teilnehmer ihre Wahl getroffen haben, lass sie reihum ihre Entscheidung begründen. Überleitung Leite ungefähr so zum nächsten Punkt über: „Nachdem wir uns jetzt ein wenig mit unseren Vorstellungen von Gott beschäftigt haben, wollen wir uns jetzt mal ansehen, was Gott selbst dazu zu sagen hat.“ Bibel-Gruppenarbeit Teile deine Firmlinge in drei Gruppen auf. Jede Gruppe erhält einen der drei Texte und ungefähr zehn Minuten Zeit,
14 15 WA S W IR ÜBER GOT T W I SSEN KÖNNEN
Überleitung Leite zum nächsten Punkt über mit dem Hinweis „Wir haben nun gehört, was Gott uns über sich selbst verrät. Wir schauen uns jetzt mal an, wie er uns eigentlich sieht.“
stun
EINHEI T 2
Gott offenbart sich in Jesus Christus Nimm nun das Bild von Jesus und seinen Jüngern und lass sie erzählen, was sie von Jesus wissen. Wichtig ist für unser Thema vor allem, dass Gott sich uns in Jesus offenbart, wir also an Jesus sehen, wie Gott ist. Du kannst dazu auch auf Joh 14,9 („Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“) verweisen.
rm
de
Gott findet den Menschen gut ( Gen 1,31). Gott hat den Menschen erschaffen, ohne ihn für einen bestimmten Zweck einspannen zu wollen (sondern allein aus überfließender Liebe, vgl. dazu auch 59).
fi
Für unser Thema sind folgende Aspekte wichtig:
die Frage zu beantworten: „Was sagt der Bibeltext über Gott aus und was über sein Verhältnis zu uns Menschen?“ Du kannst die entsprechenden Bibelstellen kopieren oder deine Firmlinge die Texte direkt in der Bibel lesen lassen. Gruppe 1: Gen 1,26–31 (Erschaffung des Menschen) Gruppe 2: Ex 3,1–6.13–14 (Gott offenbart sich Mose im brennenden Dornbusch) Joh 14,8–11 (Gott offenbart sich in Jesus Christus) Gruppe 3: Vorstellung der Ergebnisse Jede der drei Gruppen stellt ihr Ergebnis vor. Geh dabei in der chronologischen Reihenfolge vor (Schöpfung, Mose, Jesus). In der Vorstellung und im möglichen Austausch danach sollten folgende Aspekte vorkommen: Gott findet den Menschen gut ( Gen 1,31). Gott hat den Menschen erschaffen, ohne ihn für einen bestimmten Zweck einspannen zu wollen (sondern allein aus überfließender Liebe, vgl. dazu auch YOUCAT 2). Gott nimmt Kontakt zu uns Menschen auf ( Ex 4,14). Gott offenbart sich in Jesus Christus ( Joh 14,9). Überleitung Leite zum nächsten Punkt über mit dem Hinweis „Wir haben nun gehört, was Gott uns über sich selbst verrät. Wir schauen uns jetzt mal an, wie er uns eigentlich sieht.“ Bibel session „Wer bin ich für Got t?“ Lest gemeinsam Joh 15,15: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ Wichtig ist hier, dass Gott uns als seine Freunde sieht.
16 17
Lest danach Joh 3,16 („Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“). In der gemeinsamen Besprechung dieser Stelle kannst du darauf hinweisen, dass man an dieser Stelle „die Welt“ auch mit „dich“ ersetzen könnte. Dadurch wird noch etwas deutlicher, wie immens wichtig jeder Einzelne von uns für Gott ist. Überleitung Leite etwa mit folgendem Hinweis zum letzten Thema der Firmstunde über: „Nachdem wir nun gesehen haben, wie wichtig wir für Gott sind, stellt sich noch die Frage, welchen Plan Gott eigentlich für uns hat.“ Bibel session „Wa s w ill Got t für mich?“ Lest gemeinsam Joh 17,24 („Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt“). Erläutere deinen Jugendlichen, dass hiermit gemeint ist, dass Gott mit uns in der Ewigkeit Gemeinschaft haben will. YOUC AT Session „Wa s w ill Got t für mich?“ Lest zur Vertiefung von Gottes Plan für uns 1 („Wozu sind wir auf der Erde?“) und tauscht euch in der Gruppe darüber aus. Abschluss mit Gebet Guter Gott, du hast uns alle aus Liebe geschaffen. Du willst uns nahe sein und gemeinsam mit uns leben. Hilf uns, dass wir uns in unserem normalen Leben auch wirklich wie Freunde von dir verhalten, und nimm uns am Ende unseres Lebens in deine ewige Gemeinschaft auf. Amen.
© alex ander von lengerke
18 19
Š alex ander von lengerke
Š alex ander von lengerke
20 21
Š alex ander von lengerke
Š alex ander von lengerke
22 23
Š alex ander von lengerke
Š alex ander von lengerke
„Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“
„Wir sind auf der Erde, um Gott zu erkennen und zu lieben, nach seinem Willen Gutes zu tun und eines Tages in den Himmel zu kommen.“ 1
Joh 15,15
24 25
„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Joh 3,16
Jesus spricht: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.“ Joh 17,24
Warum die Welt einen Knacks hat
Die Vorstellung von einem paradiesischen, unverdorbenen Naturzustand der Menschheit ist ziemlich naiv. Da war der hl. Paulus schon realistischer, dem aufgefallen ist, dass er immer wieder genau das Gegenteil von dem tut, was er als gut und richtig erkannt hat. Röm 7,15–25
Wenn es ums Thema Essen und Bewegung geht, sprechen wir gern vom „inneren Schweinehund“. Hat uns der mal wieder besiegt, kommt es zu „kleinen Sünden“. Dieses Modell „innerer Schweinehund / Sünde“ können wir auf Fälle übertragen, die eigentlich bedenklicher sind als Schokolade und Fernsehsessel, denn es zeigt die Schieflage auf: Das Gute und das Schlechte, Gut und Böse stehen einander in unserem Inneren nicht gleichstark gegenüber, unsere Natur verspürt eine deutliche Neigung zum Schlechten. Der „innere Schweinehund“ ist stets gegenwärtig. Nicht nur wir, du und ich, sondern alle, ausnahmslos alle sind von diesem inneren Schweinehund betroffen, der uns geneigt macht zu sündigen. Diese Hinneigung zur Sünde ist die Verwundung, die wir von der Erbsünde (besser: Ursprungssünde) davongetragen haben. 68–70
dass Adam „Mensch“ und Eva „Leben“ heißt. „In ihm haben alle gesündigt“, sagte der hl. Paulus. Wir alle sind Adam; dass die Schlange versprach: „Ihr werdet wie Gott“ ( Gen 3,5); und welcher Art die Sünde Adams war: Es war eine Übertretung – aus (Neu-)Gier, ein Übergriff aus Haben-Wollen. Im Ursprung verdanken wir Gott alles. Er hat uns gemacht und uns in ein Paradies gestellt. Wir hätten in der Haltung der Dankbarkeit und des Vertrauens leben können, aber wir ließen uns darauf ein, ihm zu misstrauen und seinen Willen zu missachten. Wir haben uns dazu verleiten lassen, nicht mehr von ihm abhängig, sondern selbst wie Gott sein zu wollen („ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse“). Auch das ist ein durchaus aktuelles Thema: Wir spielen uns auf als Herren über Leben und Tod (Abtreibung, Euthanasie, Krieg, Mord), wir wollen selbst Schöpfer spielen (Genmanipulation, Nanotechnik, Klonen). Die Gier ist die Mutter aller Laster. Als der Mensch sorglos und in Harmonie in einem Garten lebte, den er bestellte, verführte ihn etwas, das als ungenügend zu empfinden (die Schlange). Jetzt wird sogar Gott selbst, dem der Mensch alles verdankt, ein Vorwurf gemacht: Er behalte etwas vor, er gönne einem etwas nicht. Nur, weil nicht alles geht, nur weil es eine Grenze gibt ... Und was hat das mit uns zu tun? Im Bad der Taufe werden wir von dem angeborenen Makel der Ursprungssünde reingewaschen. Doch mit der Lebenskraft als Geschöpfe Gottes verbleibt in uns eine Grundhaltung der Begierde. Diese Begierde können wir mit der Liebe Gottes zum Guten nutzen, sind aber ihretwegen auch geneigt, Versuchungen nachzugeben und zu sündigen. Das ist die Schieflage in unserem Inneren, das, was wir den „inneren Schweinehund“ nennen. Aber ein „So bin ich halt, das ist meine Natur!“ gilt hier nicht: Für die einzelnen Taten verantwortlich sind immer noch wir selbst, denn unsere Natur ist zwar geschwächt, aber unsere Freiheit nicht aufgehoben.
fi
3
k ategorie
kognitiv
Warum die Welt einen Knacks hat Thema und Ziel: Erbsünde und persönliche Sünde Der Mensch von Gott. Die erste Sünde überhaupt zerstörte die Harmonie zwischen Gott und der Schöpfung und wirkt bis heute nach („Erbsünde“). Vorbereitung Besorg dir ein paar halbwegs aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, außerdem eine Schere für jeden deiner Firmlinge. Kopiere den Cartoon „Sünde sprengt die Verbindung zu Gott“.
Einstieg Gib deinen Firmlingen die Aufgabe, in den Zeitungen und Zeitschriften nach Beispielen für das Böse in der Welt zu suchen. Bitte sie dann, reihum ihre Ergebnisse vorzustellen und auch kurz selbst etwas zu den Ereignissen zu sagen. Weise auch darauf hin, dass für einige Dinge Menschen direkt verantwortlich sind, weil sie anderen Leid zufügen oder in Kauf nehmen, bei anderen Fällen aber niemand direkt verantwortlich zu sein scheint. Austausch Frag deine Firmlinge, ob sie die Welt für überwiegend gut oder für überwiegend schlecht halten. Hinweis: Einige in deiner Gruppe werden vielleicht die Meinung vertreten, das Böse sei notwendig, um das Gute zu erkennen oder wirklich wertschätzen zu können. Ohne Böses gebe es auch nichts Gutes. Möglicherweise kannst du diesem dualistischen Irrtum bereits durch den Hinweis begegnen, dass man etwa ein großes Eis mit Sahne nicht nur dann genießen kann, wenn man vorher etwas wirklich Ekelhaftes gegessen hat. Hinter dem Argument steht die durchaus richtige Erfahrung, dass auch Gutes seinen Reiz verlieren kann, wenn es ständig wiederholt wird. Das eigentliche Problem ist dabei aber die mangelnde Abwechslung und nicht das fehlende Böse. In einer Welt ohne das Böse wäre es keineswegs langweilig und öde. Diese Gefahr besteht nur in einer Welt ohne Abwechslung. Das aber hatte Gott für uns nicht geplant.
Überleitung Zum nächsten Punkt kannst du etwa so überleiten: „Wir werden uns nun mit der Antwort des Christentums auf die Frage beschäftigen, wie das Böse eigentlich in die Welt gekommen ist, die Gott eigentlich sehr gut geplant und geschaffen hatte.“ Bibel session Sündenfall Lest gemeinsam die Erzählung vom Sündenfall (
Gen 2,16–17 3,1–13.17–19.23–24).
Input Erklär deinen Firmlingen, dass der Text von Adam und Eva und der Schlange in Bildern Auskunft darüber gibt, wie das Böse in die Welt gekommen ist. Innerhalb dieser bildhaften Sprache wird Gott z.B. sehr menschenähnlich geschildert, wenn er durch den Garten geht und Adam und Eva sogar seine Schritte hören können. Die Schlange steht für das personifizierte Böse, das versucht, den Menschen von Gott zu entfremden. Geleitetes Bibelgespräch Geh nun anhand der folgenden Fragen den Text mit deinen Jugendlichen durch. Da der Text über den Sündefall recht anspruchsvoll ist, wirst du oft noch zusätzliche Informationen ergänzen müssen, die wir dir zur Erläuterung unter die Fragen abgedruckt haben. Gen 3,1)? Mit welchem Trick versucht die Schlange, Eva zum Essen der Frucht zu bringen ( Die Schlange stellt Gottes Gebot ( Gen 2,16–17) absichtlich falsch dar, um Misstrauen zu säen. Eva wehrt den Gen 3,3). Versuch zunächst ab, stellt dann aber das Gebot selbst strenger dar, als es ist ( Welche Versprechungen macht sie ( Gen 3,4–5)? Wenn die Schlange hier von „Erkennen von Gut und Böse“ spricht, dann meint sie damit nicht das simple Auseinan-
26 27 WARUM DIE WELT E I NEN K N ACK S HAT
Wenn wir uns die Sündenfallgeschichte kurz ansehen, fällt z.B. auf, Gen 2,7–15, Gen 3
stun
EINHEI T 3
Es geht bei ihr also nicht um eine persönliche Schuld, sondern um einen Anreiz zur Sünde, um eine Schwächung des Willens und des Verstandes. Und das haben alle Menschen, von Geburt an. Woher das kommt, beschreibt die Bibel mit der Geschichte vom Sündenfall. Diese Geschichte erzählt, wie das Böse in die Welt kam. Sie beantwortet damit eine uralte Frage.
rm
de
3
a r me e r d e , b i s t d u k r a nk
Theologische Basis