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Das Geheimnis der Offenbarung Eine göttliche Offenbarung über den Zeitpunkt der Entrückung


Das Geheimnis der Offenbarung Eine göttliche Offenbarung über den Zeitpunkt der Entrückung Riccardo Meusel © Verlag für Weltmission ISBN 978-3-942501-69-9 4. Auflage November 2013

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Vervielfältigung in irgendeiner Form (Fotokopie, Microfilm oder andere Verfahren) oder Verarbeitung durch elektronische Systeme ohne schriftliche Einwilligung des Autors und des Verlages sind verboten.

Bibelstellen wurden der Konkordanten Wiedergabe des Neuen Testaments, Auflage 6, entnommen. © Konkordanter Verlag Pforzheim, www.konkordanterverlag.de

Coverbild: Benjamin Haas, shutterstock.com ® Verlag für Weltmission www.verlag-fuer-weltmission.de info@verlag-fuer-weltmission.de www.stiftung-fuer-weltmission.org


INHALTSVERZEICHNIS TEIL I Eine göttliche Offenbarung

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Der „innere Code“ der Offenbarung des Johannes

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Die thematischen Einschübe der Offenbarung

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Die Wiederkunft Jesu mit den Wolken des Himmels

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Die letzte Posaune und die Entrückung

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Die letzte Schlacht von Armageddon aus verschiedenen Perspektiven

29

Chronologie der letzten Ereignisse bis zur Wiederkunft Jesu bei Armageddon

30

Etwaige Zeitlinie der Offenbarung unter Berücksichtigung der Einschübe

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Schematische Zeitlinie der letzten Ereignisse mit Anmerkungen

32

Die 5. Posaune und die 5. Zornesschale

35

Die 6. Posaune und die 6. Zornesschale

36

Die 7. Posaune und die 7. Zornesschale

37

Die Ankündigung der Wiederkunft Jesu zur Zeit der 7. Posaune / 7. Zornesschale 39 Die Kelter des Zornes Gottes in Offb. 14 und 19

40

Die Parallele der Machtergreifung Gottes in Offb. 11, 16 und 19

41

Die Parallele zwischen der unzählbaren Schar und Offenbarung 21

42

TEIL II – Die (Un)richtigkeit der vorgebrachten Indizien für eine Vorentrückung Eine heimliche und eine sichtbare Wiederkunft?

44

Dispensatonalismus – Verschiedene Heilslinien für Israel und die Gemeinde?

46

Nicht zum Zorn gesetzt

48

Wie ein Dieb in der Nacht

50

Die Dauer des „Tages des Herrn“ und die 70. Jahrwoche Daniels

54

Wer ist „der Aufhaltende“ in 2. Thess. 2,6?

56

Wer ausharrt bis zur Vollendung – Muss die Gemeinde durch die Trübsal?

58

Leiden und Ausharren in der großen Drangsal

65

Vergleich der Leiden von Personen mit und ohne Zeichen des Tieres

66

Die „Gegenprobe“ – Übersicht der Aussagen aller Stellen

68

Warum ich glaube, dass wir dennoch jeden Augenblick bereit sein sollten

71

Theologische Einordnung

73

Übersicht aller Stellen über die Wiederkunft Jesu im Neuen Testament

77


Teil 1 Gewidmet dem Geist der Wahrheit, der uns in alle Wahrheit leitet. (Joh. 16,13)


Eine göttliche Offenbarung

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Eine göttliche Offenbarung Gibt es eine heimliche Entrückung vor Beginn der letzten (sieben) Jahre? Werden Christen dem Tier der Offenbarung begegnen? Kann man überhaupt zu sicheren Erkenntnissen gelangen? Wir werden es herausfinden ... Dieses Buch hat eine ungewöhnliche Geschichte. Als Sohn eines evangelisch-charismatischen Pastors las ich bereits als Vierzehnjähriger viel über die Entrückung bzw. das zweite Kommen des Herrn. Seitdem sind 28 Jahre vergangen und ich meine, die wesentlichen Darlegungen der lehrmäßigen „Lager“ über den Zeitpunkt der Entrückung in Bezug auf Vorentrückung, Entrückung in der Mitte der Trübsal und die sogenannte „Entrückung vor dem Zorn“ (also irgendwann innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre, englisch: pre-wrath rapture), zu kennen. Ich habe sowohl das Neue Testament als auch maßgebliche Bücher zum Thema der Entrückung wie „The Sign“ (Robert van Kampen), „Bibel und Zukunft“ (J. D. Pentecost), „Was glauben Sie über die Wiederkunft Jesu“ (Marvin Rosenthal), „Die Entrückung – Wer muss durch die Trübsal“ (Tim LaHaye), „Der Endzeitwahn“ (Steve Wohlberg) und andere zum Teil wiederholt studiert, konnte jedoch zu keinen klaren Erkenntnissen über den Zeitpunkt der Entrückung gelangen. Mein Vater vertrat die Ansicht, dass wir in der Mitte der letzten sieben Jahre entrückt würden, lehrte uns Kinder jedoch gleichzeitig, jeden Tag für dieses Ereignis bereit zu sein. Andere, mir sehr sympathische Bibellehrer gaben mir eine gewisse Hoffnung, Christen könnten das ganze Elend der Endzeit vom Himmel her beobachten, ohne sich selbst zu dieser Zeit noch auf dieser Erde zu befinden (eine Entrückung vor Beginn der letzten sieben Jahre).


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Gleichzeitig blieb beim Lesen der Argumente der Vertreter einer Vorentrückung jedoch immer der fade Beigeschmack, dass keines ihrer Argumente auf einer klaren Exegese, noch auf der chronologischen Aussage eines Bibelverses, sondern immer und ausschließlich auf „logischen Implikationen“ beruhte. Mehr und mehr wunderte mich, wie man zwei verschiedene Wiederkünfte Jesu behaupten konnte, während das Neue Testament doch in jeder einzelnen Stelle immer nur von einem zweiten Kommen Jesu am Ende der Tage spricht. (Anm.: Vertreter der Vorentrückung sagen im Wesentlichen, dass Jesus zunächst im Stillen komme, um Seine Braut zu entrücken, während Er etwa sieben Jahre später noch einmal sichtbar für alle in Herrlichkeit erscheint. Exakt aber dieses erste, stille Kommen findet sich nicht ein einziges Mal im Neuen Testament, sondern ist eine zur Untermauerung einer Lehrmeinung erfundene, behelfsmäßige, wenn auch überaus sympathische Implikation). In Deutschland spielt das Thema der Entrückung in weiten Teilen der Gemeinde eine eher untergeordnete Rolle.Viele „normale“ Christen machen sich über die Entrückung wenig Gedanken, und wenn doch, dann vertrauen sie im Wesentlichen ihrem Pastor darin, was er über dieses Thema sagt. Wenn er zu der Erkenntnis gelangt ist, dass wir – oder dass wir nicht – durch die Trübsal gehen müssten, dann würde dies schon so sein. Theologen und Bibellehrer ihrerseits vertreten – innerhalb meines Erfahrungshorizontes – selten eine Meinung, zu der sie aufgrund eigener, eingehender Studien des Wortes Gottes gelangt zu sein scheinen, sondern haben sich in der Regel einem der drei vorherrschenden Lager angeschlossen, nicht zuletzt maßgeblich beeinflusst von der Lehrmeinung ihrer Denomination oder derjenigen geistlichen Väter, zu denen sie in Bezug auf die Auslegung des Wortes Gottes aufschauen.


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Wiederum innerhalb meines eigenen Erfahrungshorizontes muss ich bekennen, dass ich mich selbst in Bezug auf sonst erfahrene und hervorragende Bibellehrer des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass ein Austausch mit ihnen über den Zeitpunkt der Entrückung nur geringen Nutzen für mich hatte, weil ihre Ansichten vorschnell in die eine oder andere Richtung kamen und von ihnen nicht durch wirkliche exegetische Erkenntnisse, die einer Gegenprüfung standhalten würden, belegt oder verteidigt werden konnten. ******* Einer meiner beiden Brüder, welcher nach Gesichtspunkten des IQ zu den klügsten Menschen dieser Erde gehört, überraschte mich vor einigen Jahren mit einer E-Mail, in der er etwas verkürzt und provokativ den Satz schrieb: „Nach eingehender Analyse aller verfügbaren Stellen bin ich zu der klaren Erkenntnis gelangt, dass es die Entrückung gar nicht gibt.“ Dies meinte er nicht wörtlich. Was er vielmehr meinte, war, dass die Entrückung gemäß der von ihm gewonnenen Erkenntnisse so spät erfolgen würde, dass sie die Gemeinde im Wesentlichen nicht vor der durch das Tier (den Antichristen) verursachten Drangsal schützt. Theologen würden dies als „Entrückung nach der Trübsal“ oder PostTribulationismus bezeichnen. (Anm.: Übrigens sollte man nicht die Qualen und Plagen der Unerretteten in den endzeitlichen Gerichten des Zornes Gottes mit der durch das Tier gegenüber den Getreuen Jesu verursachten Drangsal verwechseln. Würde man dies durcheinanderwerfen so würde man Scheinargumente aufbauen, die zu zerstören hinterher leicht, aber sinnlos ist). Ich selbst gebe unumwunden zu, dass ich als Bürger der westlichen Welt Leiden und Verfolgung nicht im Geringsten mag. Aufgrund dieser Tatsache war ich wieder und wieder bemüht, mich von den besten


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Bibellehrern der Welt des entsprechenden Lagers überzeugen zu lassen, dass eine Entrückung vor Beginn der letzten sieben Jahre biblisch einwandfrei nachzuweisen sei, was jedoch immer nur unvollkommen, kurzzeitig und mit einem seltsamen Beigeschmack gelang. Ich konnte ein ganzes Buch über die Entrückung vor der Trübsal lesen, nur um durch einen einzigen kurzen Blick auf 1.Thess. 4,16-17 erneut festzustellen, dass irgend etwas daran nicht stimmen konnte. „Denn der Herr Selbst wird mit dem Befehlsruf, mit der Stimme des Botenfürsten und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabsteigen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Darauf werden wir Lebenden, die wir übrig bleiben, zugleich mit ihnen zusammen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft und werden so allezeit mit dem Herrn zusammen sein.“ Wie können wir dem, mit einem Befehlsruf, der Stimme des Engelsfürsten und der Posaune Gottes wiederkommenden Herrn vor Beginn der letzten sieben Jahre entgegengerückt werden, wenn Sein Kommen vom Himmel doch dem Zweck dient, das Tier (den Antichristen) am Ende von dessen Herrschaft zu erledigen (2. Thess. 2,8)? Was war mit der dazwischen liegenden Zeit? In 1. Kor. 15,51-52, der zweiten entscheidenden paulinischen Stelle über Entrückung, wird uns gesagt: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenstoß. Denn Er wird posaunen, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich, und wir werden verwandelt werden.“ Wie können Christen vor jeglichen Posaunen (vor den sieben Jahren) entrückt werden, wenn Paulus doch eindeutig sagt, dass die Ent-


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rückung zur Zeit der letzten Posaune erfolgt? Selbst wenn man die „letzte Posaune“ bei Paulus nicht mit der siebenten Posaune der Offenbarung gleichsetzen würde (ich selbst glaube, dass es sich um dieselbe Posaune handelt), bleibt doch die Tatsache, dass die Zeit der letzten Posaune nicht einen Zeitpunkt vor allen Posaunen meinen kann. Für mich blieb die Sache jedoch widersprüchlich.Viele der „logischen Implikationen“ der Vertreter einer Vorentrückung wie Bewahrung vor dem Zorn Gottes, ein Kommen Jesu wie ein Dieb in der Nacht, die Abwesenheit des Wortes „Gemeinde“ in Offenbarung Kapitel 4 bis 19 und andere leuchteten mir auf logischer Basis ein, während ich in den Stellen über Entrückung selbst immer wieder nur den Eindruck hatte, dass die Entrückung der Gemeinde in unmittelbarem Zusammenhang mit dem zweiten, sichtbaren Kommen Jesu stand. Da ich die Entscheidung getroffen habe, niemals zu einem Thema zu lehren, über welches ich keine auf eindeutigen biblischen Fakten beruhende Erkenntnis erlangte, enthielt ich mich bezüglich des Zeitpunkts der Entrückung der Stimme und kam innerlich – nach 28 Jahren als Christ – zu der Ansicht, es sei, wenn es den klügsten Köpfe des Reiches Gottes schon nicht glückte, diese Frage zu lösen, sondern sie sich in drei unterschiedliche Lager aufteilen, für mich erst recht nicht möglich, zu gesicherten, unwiderlegbaren Erkenntnissen zu gelangen. Aufgrund dessen stellte ich meine gezielten Studien ein. Ich hatte die mir bekannten, maßgeblichsten Bücher zum Zeitpunkt der Entrückung gelesen, und sie hatten einander diametral widersprochen. Ich hatte alle Stellen, welche über die Entrückung sprechen, wieder und wieder studiert und war doch zu keinerlei klaren Erkenntnissen gelangt. Deshalb gab ich – wie ich damals meinte – die Suche nach eigenen Erkenntnissen in dieser Sache für den Rest meines Lebens auf. *******


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Ein zweiter Aspekt, den ich an dieser Stelle erwähnen möchte, ist derjenige der Motivation. Kriminologen fragen: „Wem nützt eine Tat?“ Hat ein Verdächtiger kein Motiv, eine bestimmte Handlung auszuführen, so liegt die Wahrscheinlichkeit sehr nahe, dass er auch nicht der Täter war. In gleicher Weise hatte und habe ich selbst weder ein Motiv, noch irgend einen Nutzen davon, zu der Erkenntnis zu gelangen, die Entrückung finde gegen Ende der letzten sieben Jahre und im direkten Zusammenhang mit dem zweiten Kommen Jesu statt. Ich liebe diese Erkenntnis in keiner Weise. Viel würde ich darum geben, wenn die biblische Befundlage anders wäre und eine Entrückung vor der letzten großen Trübsal unterstützte. Doch was für einen Nutzen sollte es bringen, die Augen vor einer Wahrheit zu verschließen, nur weil diese Wahrheit unbequem ist? Wenige Tage bevor ich diese Zeilen schreibe (Februar 2012), ohne dass ich es in irgend einer Weise gesucht hatte, geschah etwas Ungewöhnliches. Ich hatte die Offenbarung des Johannes in Teilen erneut gelesen und einfach nur Stellen mit verschiedenen Farben markiert. In der darauffolgenden Nacht war mir plötzlich, als wenn Gott eine Decke von meinen Augen nahm. Ich sah gleichsam den „inneren Code“, der alle Aussagen zur Entrückung miteinander verband und in eine widerspruchsfreie Beziehung zueinander brachte. Es war, als wäre ich in einem fremden Land und könnte auf übernatürliche Weise verstehen, worüber die Menschen miteinander sprachen. Alles ergab plötzlich einen eindeutigen, klaren Sinn. Ich erkannte, dass die Offenbarung – ebenso wie andere prophetische Bücher der Bibel – keiner direkten Chronologie über all ihre Kapitel hinweg folgte, sondern erstens mit Einschüben arbeitet und zweitens dieselben Ereignisse zum Teil mehrfach und aus unterschiedlichen Blickwinkeln ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rückt.


Der „innere Code“ der Offenbarung des Johannes

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Der „innere Code“ der Offenbarung des Johannes Haben Sie sich nicht auch schon darüber gewundert, wie die unzählbare Schar in Offenbarung 7 bereits aus der großen Drangsal kommen kann, wenn die sieben Posaunen chronologisch noch gar nicht begonnen haben und über das Tier (den Antichristen) erst in Kapitel 13 berichtet wird? (Und wie konnte sie überhaupt aus der großen Drangsal kommen, wenn wir ja angeblich vor der großen Drangsal entrückt würden?) Haben Sie sich nicht auch gefragt, wieso Offenbarung 14,8 bereits über den Fall von Babylon berichtet, wenn dies doch eigentlich „chronologisch“ gesehen erst das Thema von Kapitel 17 und 18 ist? Wie konnte der Menschensohn bereits in Offb. 14,14 auf einer Wolke erscheinen, wenn Seine Wiederkunft „chronologisch“ erst in Kapitel 19 erfolgt? Wie konnten die zwei Zeugen in Kapitel 11 dreieinhalb Jahre wirken und dann getötet werden, wenn das Tier (der Antichrist) „chronologisch“ gesehen erst in Kapitel 13 erscheint? Und wie konnte „der Männliche“, der die Völker mit eiserner Keule regieren wird (Offb. 19,15), in Offenbarung 12 von der Frau (Israel) geboren und später in den Himmel entrückt werden, wenn dies in Geburt und Himmelfahrt Jesu bereits vor 2.000 Jahren geschah? Obwohl die Offenbarung ganz offensichtlich keiner linearen Chronologie über all ihre Kapitel folgt, liegt der vielfach unbewusste Fehler in ihrer Betrachtung und Auslegung genau hier. Nicht wenige glauben, die unzählbare Schar, welche aus der großen Drangsal kommt, befände sich bereits im Himmel, bevor das Tier in Erscheinung tritt bzw. den Schrecken seiner Herrschaft entfaltet.


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Einige glauben, das Tier erscheine nach den sieben Siegeln und den sieben Posaunen, da erst Offbenbarung 13 ausführlich darüber spricht. Und fast alle glauben, die sieben letzten Zornesschalen erfolgten nach den sieben Posaunen und stellten neue und andere, von den Posaunen unabhängige Plagen dar. Ein Schlüssel zum Einstieg in das Verständnis der Offenbarung zeigte sich, als ich den Inhalt der 6. Posaune (Offb. 9,13-16) und der 6. Zornesschale (Offb. 16,12-16) miteinander verglich. Beide sprechen von einer riesigen Armee, welche im Umfeld des Euphrat auftritt und in die Schlacht zieht. Sollte es wirklich wahrscheinlich sein, dass zwei unterschiedliche Armeen solchen Ausmaßes zu zwei differierenden Zeitpunkten entstehen und zu unterschiedlichen Zwecken operieren, jedes Mal jedoch im Zusammenhang mit dem Euphrat? (siehe auch Seite 36) „Und der sechste Bote posaunte: Da hörte ich aus den Hörnern des goldenen Altars, der vor den Augen Gottes ist, eine Stimme zu dem sechsten Boten sagen, der die Posaune hatte: »Löse die vier Boten, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind!« Und gelöst wurden die vier Boten, die auf Stunde und Tag, Monat und Jahr in Bereitschaft waren, damit sie ein Drittel der Menschen töteten. Und die Zahl der berittenen Heere war zweimal Zehntausend mal Zehntausend ich hörte ihre Zahl.“ (Offb. 9,16-17) „Dann goss der sechste Bote seine Schale auf den großen Strom Euphrat aus, und sein Wasser trocknete aus, damit für die Könige vom Anfang der Sonne her der Weg bereitet würde. Da gewahrte ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen wie Frösche; denn es waren Dämonengeister, die Zeichen taten und zu den Königen der ganzen Wohnerde ausgingen, um sie zur Schlacht des großen Tages Gottes, des Allgewaltigen, zu versammeln. (...) Und sie versammelten sie an dem Ort, der hebräisch »Harmaged don« heißt.“ (Offb. 16,12-17)


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War es nicht weiterhin offensichtlich, dass der Inhalt der 5. Posaune und der 5. Zorneschale – wenn auch mit etwas anderen Worten beschrieben – sich erstaunlich glich? (siehe auch Seite 36) „Und der fünfte Bote posaunte: Da gewahrte ich einen aus dem Himmel auf die Erde gefallenen Stern; ihm wurde der Schlüssel des Brunnens des Abgrunds gegeben; er öffnete den Brunnen des Abgrunds, und es stieg Rauch aus dem Brunnen herauf, wie der Rauch eines großen Hochofens, und verfinstert wurde die Sonne und die Luft durch den Rauch des Brunnens. Aus dem Rauch heraus kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Vollmacht gegeben, wie die Skorpione der Erde Vollmacht haben. Und ihnen wurde geboten, dass sie das Gras der Erde nicht beschädigen sollten noch irgendetwas Grünes noch irgendeinen Baum, ausgenommen Menschen, die nicht das Siegel Gottes auf ihren Stirnen haben. Und ihnen wurde Weisung gegeben, dass sie sie nicht töteten, sondern dass sie fünf Monate lang gequält würden; ihre Qual war wie die Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn keinesfalls finden; sie werden zu sterben begehren, doch der Tod flieht von ihnen.“ (Offb. 9,1-6) „Dann goss der fünfte Bote seine Schale auf den Thron des wilden Tieres aus. Da wurde sein Königreich verfinstert, und sie zerbissen sich ihre Zungen vor Pein.“ (Offb. 16,10) Als nächstes fiel mein Blick auf den Inhalt der 7. Posaune. Das Wort Gottes sagt hier: (siehe auch Seite 37/38) „Und der siebente Bote posaunte. Da geschahen lauter Stimmen im Himmel, die sagten: »Die Königsherrschaft über die Welt ist unserem Herrn und Seinem Christus zuteil geworden, und Er wird als König für die Äonen der Äonen herrschen! Amen!«


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„Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor den Augen Gottes auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihr Angesicht und beteten vor Gott an und sagten: »Wir danken Dir, Herr, Gott, Allgewaltiger, der da ist und der da war, dass Du Deine große Macht angenommen hast und herrschst. Und die Nationen sind zornig – und es kam Dein Zorn und die gebührende Zeit: um die Toten zu richten und den Lohn Deinen Sklaven zu geben, den Propheten und den Heiligen und denen, die Deinen Namen fürchten, den Kleinen wie den Großen, und um die zu verderben, die die Erde verderben.«“ (Offb. 11,15-18) Das Königreich wurde hier bereits des Christus! Die Zeit der Toten, gerichtet zu werden, und die Zeit des Lohnes für Gottes Diener kam! Ganz eindeutig beschreibt der Inhalt der 7. Posaune bereits das Ende unseres derzeitigen Zeitalters in Kurzfassung und nicht den Übergang in weitere sieben Zornesschalen. Das Königreich dieser Welt geht in Kapitel 11,15 an Christus, was mit Offb. 20,4 korrespondiert. Die Zeit der Toten, gerichtet zu werden, entspricht den Aussagen von Offb. 20,11-15. Die Zeit des Lohnes für die, die zu Ihm gehören, korreliert mit der Preisrichterbühne des Christus (2. Kor. 2,10), welche nahezu alle Ausleger in die Zeit zwischen der Entrückung und der Hochzeit des Lammes ansiedeln, die ihrerseits erst in Offb. 19,6-8 erfolgt, könnte sich aber auch auf die Mitregentschaft im Tausendjährigen Reich (Offb. 20,4+6) beziehen. *******


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In Offenbarung 12 wird die „Chronologie“ der endzeitlichen Ereignisse von Kapitel 5 bis 11 dann folgerichtig auch nicht weitergeführt. Während Offb. 8,1-2 in eindeutiger Weise zeigt, dass die sieben Posaunen aus der Öffnung des 7. Siegels erwachsen, fehlt der von vielen angenommene Übergang aus der siebenten Posaune in die sieben Zornesschalen (die letzten Plagen) völlig, sowohl chronologisch (die sieben Posaunen enden in Kapitel 11,19, während über die sieben Zornesschalen bzw. Plagen erst in den Kapiteln 15 und 16 berichtet wird), als auch verbal. Nirgends findet sich ein Hinweis darauf, dass die sieben Zornesschalen in Kapitel 16 aus der siebenten Posaune hervorgehen. Im Gegenteil, Kapitel 11,15-19 stellt, wie bereits dargestellt, einen vorläufigen Abschluss der Geschichte dieses Zeitalters in Kurzfassung (oder in Zeitraffer) dar, während die sieben Zornesschalen aus keinem direkten Zusammenhang heraus auftauchen und die Kapitel 12 bis 14 – gewissermaßen als verschiedene themenbezogene Einschübe – über das Folgende berichten: A: Der Drache, die Frau (Israel) und ihr Same B: Die Schlacht im Himmel zwischen Michael und dem Drachen C: Die zwei Tiere (Antichrist und falscher Prophet) D: Drei Engel und ihre Botschaften an die Bewohner der Erde E: Die Auserwählten des Lammes und die zweifache Ernte der Welt Wenn also die 7. Posaune das Ende des Zeitalters in Kurzform beinhaltet, während die sieben Posaunen und die sieben Zornesschalen, insbesondere die letzten, sich erstaunlich gleichen, wäre es dann nicht sinnvoller zu sehen, dass die Posaunen und die Zornesschalen im Prinzip dieselben Ereignisse, wenn auch in unterschiedlichen Wor-


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ten, in unterschiedlichen Bezügen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben? Als nächstes fielen mir erstaunliche Parallelen in Bezug auf die letzte Schlacht dieses Zeitaltes, Armageddon, ins Auge. Offb. 16,12-16 schildert eindeutig und unter ausdrücklicher Erwähnung des Wortes „Armageddon“ diesen Sachverhalt, „Dann goss der sechste Bote seine Schale auf den großen Strom Euphrat aus, und sein Wasser trocknete aus, damit für die Könige vom Anfang der Sonne her der Weg bereitet würde. Da gewahrte ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen wie Frösche; denn es waren Dämonengeister, die Zeichen taten und zu den Königen der ganzen Wohnerde ausgingen, um sie zur Schlacht des großen Tages Gottes, des Allgewaltigen, zu versammeln (...) Und sie versammelten sie an dem Ort, der hebräisch »Harmageddon« heißt.“ (Offb. 16,12-17) während einige weitere Stellen der Offenbarung ganz offensichtlich ebenfalls in verschiedenen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Bezugspunkten über dieselbe Schlacht berichten, ohne zum Teil dieses Wort zu verwenden. Kapitel 17 und 18 der Offenbarung behandeln den gesamten Komplex der großen Hure über die Geschichte bis zu ihrem Ende. Als Offb. 17,14 die zehn endzeitlichen Könige – Verbündete des Tieres – mit der Hure in Beziehung setzt, wird uns gesagt: „Die zehn Hörner, die du gewahrtest, sind zehn Könige, die noch kein Königreich erhielten. Aber Vollmacht wie Könige erhalten sie wie für eine Stunde zugleich mit dem wilden Tier. Diese sind einer Meinung und geben ihre Macht und ihre eigene Vollmacht dem wilden Tier. Diese werden mit dem Lämmlein streiten, aber das


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Lämmlein wird sie überwinden; denn Es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und Seine Berufenen und Auserwählten und Getreuen sind mit Ihm.“ (Offb. 17,12-14) Dies ist – in Kurzform – dieselbe Endschlacht von Armageddon wie zur Zeit der 7. Zornesschale in Offb. 16,12-16. Wiederum dieselbe Schlacht – diesmal aus dem Blickwinkel und in Bezug auf den wiederkommenden Herrn – wird geschildert in Offb. 19,11-21, welches dann auch tatsächlich der chronologische Abschluss dieses Zeitalters mit der Wiederkunft Jesu, der Erledigung des Tieres (Offb. 19,20 / 2. Thess. 2,8) und dem Beginn des tausendjährigen Reiches ist. Auch die 6. Posaune (Offb. 9,13-21) nimmt bei genauer Betrachtung Bezug auf die riesige Armee, welche im Bereich des Euphrat aufzieht und in Armageddon durch das Lamm – den wiederkommenden Jesus – vernichtet werden wird, auch wenn im Zusammenhang der 6. Posaune nur die Entstehung, nicht aber Ziel und Kampfhandlung dieser Armee beschrieben werden. Und zuletzt könnte Offb. 14,17-20 dieselbe Schlacht von Armageddon beschreiben, diesmal unter dem Blickwinkel des starken Engels, der seine scharfe Sichel aussendet, um die Trauben der Erde zu pflücken, welche dann in der Kelter des Zornes Gottes zertreten werden, und deren Blut in Strömen bis an die Gebisse der Pferde fließt (vergl. Offb. 19,15+17+18+21). Haben Sie sich je gefragt, wie Offb. 16,15 „Siehe, Ich komme wie ein Dieb. Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider anbehält, damit er nicht unbekleidet umhergehe und man seine Unschicklichkeit sehe!“ in die Zeit von Armegeddon nur einen Vers später passt?


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Die Mehrzahl der Ausleger wie auch der Bibelübersetzer können mit dem zuvor genannten Vers an dieser Stelle so wenig anfangen, dass Letztere ihn zum Teil sogar in Klammern setzen. Der wiederkommende Jesus wie ein Dieb in der Nacht in der Zeit zwischen der 6. und 7. Zornesschale (Posaune), während die Endschlacht von Armageddon heraufzieht?! ******* In der nächtlichen Offenbarung, die Gott mir – gegen meinen Willen und ohne dass ich sie gesucht hatte – schenkte, passte auch das plötzlich perfekt ins Bild. Wenn Jesus zurückkehrt, um das Tier und die mit ihm verbündeten Könige der Erde in der Endschlacht von Armageddon zu besiegen (Offb. 19,20; 2. Thess. 2,8), und wir, wie Paulus eindeutig sagt, Jesus bei Seiner sichtbaren Wiederkunft in Wolken in die Luft entgegengerückt werden (1.Thess. 4,17), dann könnte der Vers „»Siehe, Ich komme wie ein Dieb. Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider anbehält, damit er nicht unbekleidet umhergehe und man seine Unschicklichkeit sehe!« Und sie versammelten sie an dem Ort, der hebräisch »Harmageddon« heißt.“ (Offb. 16,15-16) an keiner exakteren Stelle der Offenbarung stehen. Die Wahrheit ist: Jede einzelne Stelle, die eindeutig über die Entrückung spricht, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu, welche stattfindet zum Ende der letzten (sieben) Jahre, in Kapitel 19 der Offenbarung, für die Schlacht von Armageddon, vor Beginn des tausendjährigen Reichs. Ausschließlich die Weigerung zu akzeptieren, dass dies gleichzeitig bedeutete, dass Christen durch die Trübsal müssen, hatte mich diese Tatsache über Jahrzehnte hinweg nicht wahrhaben lassen.


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Würde Sie eine weitere eindeutige Passage interessieren, in welcher Jesus selbst exakt dasselbe sagt? „Als Er sich auf dem Ölberg gesetzt hatte, kamen Seine Jünger, als sie für sich allein waren, zu Ihm und fragten: »Sage uns, wann wird dies sein, und welches ist das Zeichen Deiner Anwesenheit und des Abschlusses des Äons?« Da antwortete Jesus ihnen: »Hütet euch, damit niemand euch irreführe! Denn viele werden in Meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! und werden viele irreführen. Wenn ihr aber künftig Schlachtenlärm und Kunde von Schlachten hört, seht zu, seid nicht bestürzt; denn so muss es geschehen, jedoch ist es noch nicht die Vollendung. Denn es wird Nation gegen Nation und Königreich gegen Königreich erweckt werden; auch werden Hungersnöte und stellenweise Erdbeben sein; alles dies ist aber erst der Anfang der Wehen. Dann wird man euch in Drangsal überantworten und euch töten, ja ihr werdet um Meines Namens willen von allen Nationen gehasst werden. Dann werden viele straucheln und einander verraten und einander hassen. Auch viele falsche Propheten werden erweckt werden und viele irreführen. Weil sich die Gesetzlosigkeit mehrt, wird die Liebe bei den meisten erkalten. Wer aber bis zur Vollendung ausharrt, der wird gerettet werden. Dieses Evangelium vom Königreich wird auf der ganzen Wohnerde geheroldet werden, allen Nationen zum Zeugnis, und dann wird die Vollendung eintreffen. Wenn ihr nun den vom Propheten Daniel angesagten Gräuel der Verödung in der heiligen Stätte stehen seht möge der Leser es begreifen, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen! Wer auf dem Flachdach ist, steige nicht erst hinab, um etwas aus seinem Haus mitzunehmen; und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, um noch sein Obergewand aufzunehmen. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Betet jedoch, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschehe! Denn dann wird eine derartig große Drangsal sein, wie sie seit Anfang der


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Welt bis nun noch nicht gewesen ist noch je sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt wären, so würde keinerlei Fleisch gerettet werden; jedoch um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus! oder: Hier ist Er!, so glaubt es nicht! Denn es werden sich falsche Christi und falsche Propheten erheben; die werden große Zeichen geben und Wunder tun, um wenn möglich auch die Auserwählten irrezuführen. Siehe, Ich habe es euch vorher angesagt.Wenn man daher zu euch sagt: Siehe, Er ist in der Wildnis!, so geht nicht hinaus; oder: Siehe, Er ist in den Kammern!, so glaubt es nicht! Denn ebenso wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen scheint, so wird es auch mit der Anwesenheit des Sohnes des Menschen sein, wo der Leichnam ist, dort werden sich die Geier versammeln. Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Mächte der Himmel erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen, und dann werden alle Stämme des Landes wehklagen und den Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen. Alsdann wird Er Seine Boten mit lautem Posaunenton aussenden, und sie werden Seine Auserwählten von den vier Winden her versammeln, vom äußersten Ende der Himmel an bis wieder zu ihrem äußersten Ende.“ (Matth. 24,3-31) Einige Bibellehrer, darunter insbesondere Dispensationalisten (welche zwischen verschiedenen Heilslinien in Bezug auf Israel und die Gemeinde Jesu unterscheiden), versuchen, die eindeutige Chronologie von Matthäus 24 dadurch auszuhebeln, dass sie behaupten, die von Jesus selbst erwähnte, unverkennbar vor der Sammlung der Auserwählten stattfindende große Drangsal betreffe nur das Volk der Juden. Kurz gesagt, Jesus spräche in Matth. 24 gar nicht mit uns, Seinen Jüngern, sondern ausschließlich über Israel.


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Das aber tut dem Wort Gottes absolut unzulässige Gewalt an. Wenn Jünger Jesu nicht mehr die Gemeinde repräsentieren, wer dann? Wenn Jesus die Jünger in Matthäus 24 wiederholt mir „ihr“ anredet, wie kann Er dann nicht an Jesus gläubige Juden meinen? Wie können die „Auserwählten des Menschensohnes“ (Vers 31) bei der (eingebildeten) Entrückung vor sieben Jahren zurückgelassene, nicht an Jesus gläubige Israeliten sein? Das ergibt nicht den geringsten Sinn. Stattdessen sagt Jesus Seinen Jüngern, dass sie durch eine große Drangsal gehen werden, dass viele von ihnen getötet würden, dass erst die kosmischen Zeichen geschehen, dann der Menschensohn am Himmel erscheint, welcher auf den Wolken wiederkommt (Offb. 1,7; Apg. 1,10-11 u.a.) und erst danach Engel Seine Auserwählten aus allen vier Winden versammeln werden, was wiederum exakt mit der Aussage von 1. Thess. 4, 16 + 17, der wichtigsten Stelle über die Entrückung, korrespondiert. Es gibt keine zwei Wiederkünfte. Es existiert kein heimliches Kommen Jesu speziell für die Gemeinde sieben Jahre vor Seiner eigentlichen, sichtbaren Wiederkunft. Wann immer das Neue Testament – ob in Matthäus, den Briefen des Paulus, des Petrus oder der Offenbarung – von der Entrückung spricht, stellt es diese in allen Stellen, die ins Detail gehen, in Zusammenhang mit dem sichtbaren zweiten Kommen des Herrn. Diese Tatsache (eine Entrückung in der Endphase der großen Drangsal, welche für die Auserwählten verkürzt wird) gefällt mir nicht besonders, doch es ist unmöglich, exegetisch zu anderen Erkenntnissen zu gelangen, sobald man bereit ist, auf unbewiesene Erfindungen wie eine nirgends erwähnte „heimliche“ Wiederkunft Jesu, welche sieben Jahre vor der eigentlichen Wiederkunft stattfinden würde, oder die Behauptung, die entrückte Gemeinde würde die letzten sieben


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Der „innere Code“ der Offenbarung des Johannes

Jahre mit Jesus in der Luft verbringen, zu verzichten. (Letzteres wäre für Gott sicher kein Problem, doch würde es voraussetzen, dass Jesus bereits vor Beginn der (sieben) letzten Jahre auf den Wolken kommend am Himmel für alle sichtbar erscheint, was nicht der Fall ist.) *******


Die thematischen Einschübe der Offenbarung

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Die thematischen Einschübe der Offenbarung Einschub 1 (Kapitel 7,9-17) Die unzählbare Schar, welche aus der großen Drangsal kommt, vor dem Thron (Parallele Offb. 7,15-17 zu Offb. 21,3-7)

Einschub 2 (Kapitel 11,1-12): Die zwei Zeugen und ihre gesamte Wirkenszeit von dreieinhalb Jahren

Einschub 3 (Kapitel 12): Die Frau, mit der Sonne bekleidet (Israel), welche Jesus gebiert und später in die Wüste flieht Der Kampf zwischen Michael und dem Drachen Der Drache, auf die Erde geworfen Der Zorn des Drachen und sein Kampf gegen die Heiligen

Einschub 4 (Kapitel 13): Die zwei Tiere (das Tier und sein falscher Prophet) über die gesamte Zeit ihres Wirkens (ausgenommen ihr Ende, welches erst in Kapitel 19,19-20 beschrieben wird)

Einschub 5 (Kapitel 14): Kurzfassung verschiedener Ereignisse:


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Die Getreuen des Lammes mit Jesus auf dem Berg Zion (14,1-5) Ein Engel mit einem äonischen Evangelium (14,6-7) Babylon fällt (14, 8; Kurzfassung von Kapitel 17 und 18) Warnung vor der Anbetung des Tieres und der Annahme seines Zeichens (14,9-12) Der Menschensohn auf einer Wolke, und Seine Ernte (14,14-16) Ein Engel mit einer zweiten Sichel für die Kelter des Zornes Gottes (14,17-20), was exakt mit Offb. 19,15 korreliert.

Einschub 6 (Kapitel 17 und 18): Die große Hure über ihre gesamte Geschichte sowie in ihrer Beziehung zu den Königen der Erde und dem Tier. ******* Darüber hinaus existieren weitere, kleinere Einschübe, doch die genannten stellen die wichtigsten von ihnen dar. Es ist von großer Bedeutung zu sehen, dass die Offenbarung in den Kapiteln vier bis 19 nicht in linearer Chronologie verläuft. Ein erster Ablauf der Ereignisse endet in Kapitel 11,15-19, nachdem auch bereits in Kapitel 11 – zwischen der 6. und 7. Posaune – ein Einschub über die gesamte Wirkenszeit der zwei Zeugen erfolgt. (Es ist offensichtlich, dass zwischen der 6. und 7. Posaune keine dreieinhalb Jahre liegen). Kapitel 12 berichtet dann über die Frau, mit der Sonne bekleidet (Israel).


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Kapitel 13 befasst sich mit einem konzentrierten Blick auf das Tier (Anm.: Es ist erneut offensichtlich, dass das Tier nicht erst erscheint, nachdem die zwei Zeugen umgekommen, wieder auferweckt und zum Himmel aufgefahren sind, sondern sich die dreieinhalb Jahre der Zeugen bis zur Zeit der 7. Posaune (Offb. 11,3) und die Zeit des Tieres (Offb. 13,5) überschneiden). Kapitel 14 wirft einen kurzen, zusammenfassenden Blick auf verschiedene Ereignisse während der letzten sieben Jahre (wobei sogar sehr wahrscheinlich ist, dass der Bericht über die 144.000 Auserwählten des Lammes wiederum – wie auch die Beschreibung der unzählbaren Schar in Kapitel 7,9-17 – ein Fenster öffnet auf die Zeit nach dem Kommen Jesu, denn es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Jesus vor Seiner Wiederkunft in dieser Weise auf dem Berg Zion stehen würde, während gleichzeitig gesagt wird, dass die 144.000 ihr Lied angesichts des Thrones (Vers 3) singen, was weitaus mehr auf das himmlische Jerusalem deutet als auf einen Zeitpunkt innerhalb der Herrschaft des Tieres). Kapitel 15 und 16 zeigen die Vorbereitung und Ausgießung der sieben Zornesschalen, welche sich als mit den sieben Posaunen im Wesentlichen identisch erweisen (insbesondere Schale und Posaune 5 bis 7) in einem erneuten Durchlauf dieser Zeit, aus dem Blickwinkel der Folgen der Schalen des Zorns für das Reich des Tieres und diejenigen Menschen, welche es anbeten. Kapitel 17 und 18 behandeln alle Belange und Aspekte der großen Hure über die Geschichte hinweg bis zu ihrem Ende, sowie ihre Beziehung zu den Königen der Erde und dem Tier. In Kapitel 19 finden wir dann die Hochzeit des Lammes und die sichtbare Wiederkunft Jesu, welche einerseits Bezug nimmt auf die Zeit der 6. und 7. Posaune (Kap. 10,13-21 + Kap. 11,15-18) als auch


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den parallel zur 6. und 7. Posaune verlaufenden 6. und 7. Zornesschalen (Kap. 16,12-18), andererseits jedoch die Chronologie der Offenbarung wiederaufnimmt und in Kapitel 20 zu einem Abschluss dieses Zeitalters bringt. Alle drei Szenarien (6. und 7. Posaune, 6. und 7. Zornesschale sowie Offb. 19,11-21) münden in Armageddon, worauf sie sich aus verschiedenen Blickwinkeln zubewegt haben. Ab Kapitel 19 verläuft die Offenbarung wieder in einer linearen Chronologie: Dem finalen Kampf von Armageddon (Offb. 19,11-21) Dem Sieg Jesu über das Tier (den Antichristen) (Offb. 19,20) Dem Gebundenwerden Satans für 1.000 Jahre (Offb. 20,1-3) Dem tausendjährigen Reich (Offb. 20,4-6) Der Freilassung Satans und letzten Verführung der Menschheit (Offb. 20,7-9) Dem Geworfenwerden Satans in den Feuersee (Offb. 20,10) Der Auferstehung der Ungerechten zum Gericht (Offb. 20,13) Dem jüngsten Gericht (dem großen weißen Thron) (Offb. 20,11-12) Dem Geworfenwerden des Todes und des Totenreiches (Hades) in den Feuersee (Offb. 20,14) Dem Feuersee für die Unerretteten (Offb. 20,15) Dem neuen Himmel, der neuen Erde und dem neuen Jerusalem (Offb. Kapitel 21 und 22)


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