Lilo Keller
Beautiful Surrender Prophetische Impulse, die Hoffnung wecken
© 2018 Lilo Keller Beautiful Surrender – Prophetische Impulse, die Hoffnung wecken 1. Auflage Februar 2019 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, CH-8400 Winterthur, Switzerland Tel. +41 (0)52 2322424, Fax +41 (0)52 2336082 E-Mail: verlag@schleife.ch www.schleife.ch ISBN 978-3-905991-43-7 Bestellnummer 120.132 Die Bibelstellen sind, wenn nicht anders angegeben, der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart entnommen. Die Bibelstellen aus der Übersetzung Hoffnung für Alle 1993, 1996, 2002 by Biblica Inc. sind mit HFA gekennzeichnet. Die Bibelstellen aus der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen 2011 Genfer Bibelgesellschaft sind mit NGÜ gekennzeichnet. Lektorat: Judith Petri, Thomas und Katharina Bänziger Umschlaggestaltung: Atelier Pia Maurer-Petri Satz: Nils Großbach Druck: Optimal Media, DE-Röbel Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie.
INHALTSVERZEICHNIS Geleitwort........................................................................................................... 5 Einleitung........................................................................................................... 6 Kapitel 1
«Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich»............................................................ 9
Kapitel 2
Die doppelte Portion................................................................. 17
Kapitel 3
Der Gott der Hoffnung............................................................. 19
Kapitel 4
Anbetung, die das Herz Gottes berührt................................. 23
Kapitel 5
«Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen!»................................ 27
Kapitel 6
Die Aussteiger-Bewegung......................................................... 29
Kapitel 7
Das Auge Gottes........................................................................ 31
Kapitel 8
Eine Armee von mutigen, unbestechlichen Frauen.............. 35
Kapitel 9
Die Gewalttätigen und Kühnen im Glauben......................... 37
Kapitel 10 Ich stille ein fremdes Baby........................................................ 39 Kapitel 11 Die geistliche Nabelschnur....................................................... 43
Kapitel 12 «Lebe heute!».............................................................................. 45 Kapitel 13 Gott gedenkt der «Josephs»...................................................... 49 Kapitel 14 Ein Wort für die Schweiz.......................................................... 51 Kapitel 15 Die Kraft dienender Leiterschaft............................................. 55 Kapitel 16 «Beautiful Surrender» – Herrliche Unterordnung................ 65 Coda.................................................................................................................. 71
Geleitwort Weshalb sollten Sie das vorliegende Büchlein unbedingt lesen? Es wird Sie nicht unberührt lassen! Um Ihnen ein persönliches Beispiel zu nennen: Das Wort von Lilo Keller, es sei jetzt eine Zeit, in der Dinge, die liegen geblieben sind, neu aufgegriffen werden können (im Kapitel «Der Gott der Hoffnung»), hat mich enorm ermutigt. Zu hören, dass Gott mir eine neue Chance eröffnet, Verpasstes nachzuholen, inspiriert mich weitaus mehr, als mir mit sinnlosen Hätte-und-wäre-Fragen über in der Vergangenheit Versäumtes den Kopf zu zerbrechen. Motiviert verfolge ich nun eine lange aufgeschobene Aufgabe. Sprich: Die kurzen, knackigen Kapitel haben das Potenzial, in uns Hoffnung zu wecken. Ich würde die prophetischen Worte von Lilo Keller als «Hoffnungs-Pastillen» bezeichnen. Man sollte sie nicht runterschlucken, sondern sie sich langsam auf der Zunge zergehen lassen, damit sie ihre Wirkung entfalten. Wenn Sie die folgenden Kapitel in Ihrem Herzen bewegen, wird in Ihnen die Hoffnung wachsen. Risiken? Keine! Nebenwirkungen? Ausschliesslich positive … Die Texte locken uns dazu, uns Gott fröhlich und ganz zur Verfügung zu stellen – «Beautiful Surrender» –, denn dadurch werden wir mit dem lebendigen Gott verbunden, dem nichts unmöglich ist. Ich kann Ihnen die Lektüre wärmstens empfehlen. Thomas Bänziger, Pfr. Dr. theol. 5
Einleitung Der Prophet Habakuk begab sich mit der Last, die er auf seinem Herzen trug, in «Warteposition», um Ausschau zu halten und zu hören, was Gott ihm antworten würde. Gott forderte ihn daraufhin auf, alles aufzuschreiben und öffentlich zu machen, was er ihm zeigen würde. Gott sagte dem Propheten aber auch: «Was ich dir jetzt offenbare, wird nicht sofort eintreffen, sondern erst zur festgesetzten Zeit. Aber es wird sich ganz bestimmt erfüllen, darauf kannst du dich verlassen. Warte geduldig, selbst wenn es noch eine Weile dauert!» (Habakuk 2,3; HFA). So habe ich ebenfalls treu aufgeschrieben, was ich gesehen, gehört und erlebt habe, und möchte über all diese Ausführungen das Jesus-Wort stellen: «Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich» (Lukas 18,27). Die meisten Eindrücke, Träume und Offenbarungen in diesem Büchlein habe ich während der Jom-Kippur-Tage im Herbst 2017 und 2018 empfangen und sie beziehen sich auf die folgenden Jahre, speziell auf das Jahr 2019 (5779 nach dem jüdischen Kalender). Das Ziel dieser Impulse ist es, Gottes wunderbare Absichten, seine Treue und sein Herz zu offenbaren, himmlische Perspektiven zu vermitteln und auf Stolpersteine auf dem Weg hinzuweisen. Durch diese Einsichten soll das Volk Gottes auch ermutigt werden, dass wir alle mit der 6
Fähigkeit ausgestattet sind, Gott zu hören, und das Vorrecht haben, Gottesfreunde zu werden, denen er seine Geheimnisse anvertrauen kann. Ich nehme von Gottes Seite ein intensives Werben wahr, uns auf unser Sein in ihm zu konzentrieren und zuzulassen, dass alte Wege abgeschlossen werden, selbst wenn sie für einen Zeitabschnitt gut waren. Die Frage ist, ob wir ihm als seine Kinder, als Gemeinden und christliche Gruppierungen vertrauen und unser ganzes Sein und Tun von seinem Reden abhängig machen? In der prophetischen Bewegung findet offensichtlich ein Zusammenrücken statt. Bei vielen prophetisch veranlagten Menschen ist bildlich gesprochen die Zeit der Mauser in Kürze abgeschlossen; die Krallen und Schnäbel wachsen nach, das Federkleid wird erneuert und die Käfigzeit im Nest – das Warten auf die neue Ausrüstung, Schärfe und Stärke – kommt zu einem Ende. Eine neue Sendung an die Königshöfe dieser Welt (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft) findet statt und die Bereitschaft für ein Miteinander von «Königen und Propheten» ist in unserer Zeit am Wachsen. Gott gedenkt der prophetischen Salbung auf den «Josephs in den Gefängnissen» und setzt sie frei. Ich wünsche mir, dass der Geist Gottes Sie beim Lesen und Meditieren dieser Einsichten beschenkt, ermutigt und dahin führt, dass Ihre eigene «Warte», das Suchen seiner Gegenwart, an Tiefe und Kostbarkeit gewinnt und vieles, was Ihnen wichtig geworden ist, seinen Niederschlag in Ihrem täglichen Leben findet. Lilo Keller, November 2018
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Kapitel 1
«Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich» Gottes Liebe ist wie ein gewaltiger Strom, der sich ausgiesst in die Nationen und Leben spendet, Neues schafft und Hoffnung verbreitet. Wer Teil dieses Stromes sein will, muss sich wie Abraham, Sara, Maria und die Jünger Jesu mit der Frage auseinandersetzen: Sollte für Gott etwas unmöglich sein? (1. Mose 18,14; Lukas 1,37; Lukas 18,27). Gottes Werben um unser kompromissloses Vertrauen in seine schöpferische Kraft und seine Möglichkeiten hat nie aufgehört. Der Geist Gottes klopft an die Türen der Menschenherzen. Wie eine frische Brise macht sich ein neues Suchen nach Intimität und Freundschaft mit Gott innerhalb und ausserhalb der Kirche breit. Dieser frische Wind macht Menschen hungrig nach wahrem Leben und Antworten, die sie nicht in eine Institution führen, sondern in eine aktive, lebendige Beziehung zu Gott und einer Gemeinde, die sich als Familie versteht.
«Fürchte dich nicht!» Eine grosse Ernte wartet darauf, eingebracht zu werden, und Gott sucht nach Söhnen und Töchtern, die ausgerüstet mit Kraft, Freude und Gewissheit aus dem Thronraum direkt an die Arbeit gehen. Ich empfinde, 9
dass vieles, was im letzten Jahr im Verborgenen begonnen hat, zur Reife kommt und ins Sichtbare gerückt wird. Manches wird weitreichende Konsequenzen haben, anderes wird von Menschen kaum wahrgenommen werden, wohl aber von Gott. Wir können im Grossen wie im Kleinen Durchbrüche erwarten und werden in allen Herausforderungen überrascht sein, wie Gottes unbegrenzte Kreativität unseren begrenzten Möglichkeiten «Flügel verleiht». Der Weckruf des Herrn hat nicht aufgehört! Gerade jetzt, in den tiefen Verunsicherungen, Umbrüchen und Veränderungen unserer Zeit leuchtet die Hoffnung, die uns nicht zuschanden werden lässt, wie ein heller Stern im Jesus-Wort auf: «Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohl gefallen, euch das Reich zu geben» (Lukas 12,32).
Die Zahl Neun Zahlen haben in der Bibel eine ordnende Bedeutung und liefern uns oft Hinweise, damit wir Gottes Reden besser verstehen. Im Zusammenhang mit der Zahl Neun möchte ich zwei Punkte erwähnen, die eine Ergänzung zu dem darstellen, was ich von Gott gehört habe. Im hebräischen Alphabet ist jedem Buchstaben auch ein Zahlenwert zugeordnet. Der Zahl Neun entspricht der neunte Buchstabe des Alphabets, der Buchstabe Tet. Seine runde Form, die nach oben geöffnet ist, kann eine Gebärmutter assoziieren. Wie schon erwähnt, wird neues Leben in dieser Zeit hervorkommen. Ich habe auch gesehen, wie göttliche Samen von Glauben, Hoffnung, Liebe, Visionen, Träumen bis hin zu technischen Errungenschaften und wissenschaftlichen Erkenntnissen in 10
unseren Geist gepflanzt wurden. Das Neue, das Gott wirken will, beginnt oft ganz klein – wie bei einer Schwangerschaft, die ja neun Monate dauert. Was mich am meisten bewegt, ist, dass Jesus in der neunten Stunde des Tages gestorben ist. Das Kreuz wurde zum Epizentrum der ganzen Menschheit! Ich glaube, dass Jesus uns eine neue, tiefe Offenbarung darüber geben will, was in dieser neunten Stunde Gewaltiges geschehen ist.
Das Mysterium des Kreuzes ist das Tor zum Leben Als das Blut Jesu in die Erde von Golgatha tropfte und er im Sterben ausrief: «Es ist vollbracht!», wurde wie beim Schöpfungsakt übernatürliche Kraft und göttliches Leben freigesetzt. Sein Blut, in dem das Leben ist (3. Mose 17,11), und der Sound seiner Stimme (1. Mose 1,3; Kolosser 1,16) haben eine unvorstellbare Erschütterung im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ausgelöst. Gleichzeitig wurde allen Engeln, kosmischen Mächten und Kräften sowie der gesamten Schöpfung unsere Erlösung, Heilung und Befreiung kundgetan. Jesus wurde unsere Gerechtigkeit! Als sichtbares Zeichen dafür hat dieselbe Kraft, die den Himmel bei der Taufe von Jesus aufgerissen hat, den dicken Tempelvorhang von oben nach unten zerrissen. Die Erde bebte, mitten am Tag brach die Nacht herein und der Weg wurde frei, damit Jesus ins Totenreich hinabsteigen und dem Teufel die Schlüssel des Todes und der Hölle aus der Hand nehmen konnte. Jesus hat mir einmal in einer Zeitreise erlaubt, Zeuge zu sein von diesem bewegenden, überwältigenden Moment, als der Feind und Dieb 11
allen Lebens ihm die Schlüssel übergeben musste. Die Hölle hat gezittert, die Dämonen haben geschrien, doch das Licht und die Gegenwart des Auferstandenen haben triumphiert. Darum müssen sich alle Mächte und Kräfte bis in alle Ewigkeit vor dem Sohn Gottes beugen. Gewaltig! Der Heilige Geist will uns tiefer in die Bedeutung des Todes Jesu hineinführen und uns die gewaltige Macht, die in seinen letzten drei Worten und seinem Blut liegen, erkennen und verstehen lassen. Denn wir können nur mit Jesus auferstehen und das Bewusstsein verinnerlichen, als Auferstandene zu leben und mit ihm zu herrschen, wenn wir auch mit Jesus gestorben sind und in unserem Geist die Gewissheit haben, dass er die Macht des Todes selbst in den tiefsten Tiefen unseres Seins besiegt hat. Als ich in der Nacht auf Jom Kippur um 2.22 Uhr erwachte, kam mir das Wort aus Galater 2,20 in den Sinn: «Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben» (Verse 20–21).
Die Herausforderung von Übergangszeiten Dort, wo neues Leben hervorbricht, muss Altes sterben, denn es hat ausgedient – wie bei der Frau die Plazenta, die das Kind im Mutterleib geschützt und versorgt hat. Jede Geburt ist mit Schmerzen, Blut und Tränen verbunden. Gerade wenn der Herr Neues schafft, sieht es oft so aus, als 12
wäre alles verloren. Und doch sind diese Momente oder Zeitperioden so kostbar, wenn wir sie dazu nutzen, dass die Gegenwart Jesu mit uns in unsere Tiefen hinabsteigen kann und Leben und Licht freigesetzt wird, wo Unheil, Tod und Zerstörung geherrscht haben. Meinem Empfinden nach stellen Übergangszeiten, in denen das Alte noch nicht ganz abgeschlossen ist und das Neue noch nicht recht sichtbar ist, in denen vielleicht auch Unrecht und Verrat ausgehalten werden müssen, eine grosse Zerreisprobe dar. Aber um Gottes Güte und seinen unausforschlichen Verstand kennenlernen zu können, müssen wir solche extremen Erfahrungen, in denen wir mit unserem Latein und unserer Kraft am Ende sind, offenbar durchmachen. In Jesaja 40,27–31 fragt Gott: «Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: ‹Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber›? Weisst du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.»
Trost auf dem Weg Kürzlich befand ich mich wieder einmal in einer solchen Situation der Schwäche und der Überforderung, in der ich selbst nicht fähig war, ir13
gendetwas zu verändern. Da hörte ich in meiner Not diese feine Stimme, die zu mir sagte: «Fürchte dich nicht, ich mache dich stark wie einen Wildstier und salbe dich mit frischen Öl!» Die Vorstellung, mich mit einem Wildstier zu identifizieren, fiel mir zwar nicht leicht, aber sie brachte mich zum Schmunzeln über den Humor Gottes und half mir, meinen Glauben auf die Zusage zu setzen, dass eine frische Salbung auf mich wartet, auch wenn nichts davon in Sichtweite war (Psalm 92,11). Dieser eine kleine Satz brachte eine innere Wende. Viele Zusagen Gottes über meinem Leben kamen mir wieder in den Sinn und anstelle von Angst und Hoffnungslosigkeit füllte sich mein Herz erneut mit dem Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft und alle Umstände. «Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion» (Psalm 84,6–8).
«Campieren verboten!» Täler, Übergangszeiten, Wüsten, Umbrüche, Schwierigkeiten sind nicht dazu da, dass wir darin campieren. Wir sollen dort keine Zelte aufschlagen, sondern sie mit Gott durchwandern, sie mit ihm zusammen ausloten, neue Erkenntnisse währenddessen gewinnen und Erfahrungen seiner Güte machen. Gott liebt es, wenn wir ihn gerade in den widrigen Umständen suchen, und er wird sich uns als Belohner erweisen (Hebräer 11,6). Wir dürfen ihm vertrauen, dass seine Wahrheit grösser und gewichtiger ist als die vorliegenden Fakten. 14
Teresa von Avila sagt: «Wahrheit ist ewig! Fakten und Umstände sind vorübergehend! Darum: Nimm dein Herz und das Wort Gottes, pflanze es in deine täglichen Umstände hinein und du wirst überwinden, in neue Dimensionen deines Glaubens vorstossen und erleben, wie die Gunst Gottes dir folgen wird» (siehe Psalm 23,6). Und in Psalm 91,14–16 heisst es: «Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreissen und zu Ehren bringen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.»
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Kapitel 2
Die doppelte Portion Das Erwachen um 2.22 Uhr war für mich kein Zufall, sondern durch die Häufung der Zahl auch ein Hinweis auf das «Zweifache». Ich glaube, dass eine doppelte Portion an Gnade, Gunst und Offenbarung auf diejenigen wartet, die sich im Vertrauen «in Bewegung setzen» und Orte der Verzweiflung und Hungersnot hinter sich lassen. So wie Rut es tat. Sie machte sich auf und kehrte mit ihrer Schwiegermutter Noomi zurück nach Bethlehem. Bethlehem bedeutet «Brothaus» und ist die Geburtsstadt Jesu. Manchmal müssen wir uns in Bewegung setzen und zurückkehren zu den Worten, die Jesus einmal zu uns gesprochen hat und durch die er uns zum Brot und zur ersten Liebe geworden ist. Rut erlebte, wie sie durch die Weisung von Noomi (ein Bild für den Heiligen Geist) zu ihrem Erlöser geführt wurde. In der Nacht legte sie sich zu den Füssen von Boas nieder (ein Bild für Jesus), der auf dem Dreschboden schlief. Als er erwachte und Rut sah, verhiess er ihr seine Hilfe und gab ihr eine doppelte Portion Weizen mit auf den Weg. Ich nenne dies «den Weizen der Nacht»! Es ist das Korn, die Nahrung, die Jesus uns so gerne als Belohnung gibt, wenn wir dem Ziehen des Heiligen Geistes nachgehen und uns in seine Gegenwart begeben und auf ihn warten. «Sei stille dem HERRN und warte auf ihn» (Psalm 37,7). 17
«Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stille sein und Hoffen würdet ihr stark sein. Darum harrt der Herr darauf, dass er euch gnädig sei, und er macht sich auf, dass er sich euer erbarme; denn der Herr ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren!» (Jesaja 30,15.18). «Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein» (2. Mose 14,14). Für Rut wurde der Dreschboden in einem fremden Land, wo sie zu den Füssen eines ihr noch fremden Mannes lag, zum Tor der Hoffnung! Boas wurde ihr Löser. Dieser eine Akt des Gehorsams von Rut führte sie vom Dreschboden in die Ehebeziehung, zur Schwangerschaft und zur Fruchtbarkeit. Ihr Sohn Obed – der Name bedeutet «Diener des Allerhöchsten» – wurde der Vater Isais, der wiederum der Vater Davids wurde (Rut 4).
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Kapitel 3
Der Gott der Hoffnung Jede Phase unseres Lebens hat ihre eigene Dynamik mit ihren eigenen Freuden, Herausforderungen und Veränderungen. Jede Phase führt zudem in die «nächste Herrlichkeit», und in den Übergangszeiten schenkt Gott uns Gelegenheiten, uns in dem zu bewähren, was wir als Wahrheit erkannt haben, und zu demonstrieren, auf wen wir unsere Hoffnung gesetzt haben. Jetzt ist eine Zeit, in der Dinge, die liegen geblieben sind oder verhindert wurden, wieder aufgegriffen werden können. Gott gibt eine besondere Gunst, Unvollendetes neu anzupacken und fertigzustellen. Insbesondere sah ich diese Gnade im Bereich des Schreibens, für künstlerische Projekte und ganz praktische Pläne wie Bauvorhaben. Für lang gehegte Träume, die man nie angegangen ist (wie z. B. der Vorsatz «Ich mache einmal eine Missionsreise») ist nun eine Tür offen. Es ist der «Gott der Hoffnung», der in uns die Freude auf ein neues Aufbrechen weckt: «Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes» (Römer 15,13). Es ist Gott auch nicht verborgen, dass viele in seinem Leib die Hoffnung auf Veränderung, auf sein Eingreifen, auf Gerechtigkeit und auf die Erfüllung seiner Verheissungen verloren haben. Sie sind müde geworden. 19
Aber Gott lässt sein Wort der Hoffnung mit einem hellen Klang in aller Hoffnungslosigkeit erschallen! «Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus» (1. Petrus 1,3–7). Bei dem Propheten Hosea lesen wir, dass der Herr die ungetreue Braut aus lauter Liebe in die Wüste lockt, um mit ihr freundlich zu reden. Genauso lockt Jesus seine Geliebten, die ja seine Braut sind, aus allem heraus, was ihnen wichtiger ist als die Gemeinschaft mit ihm. Oftmals erhöhen wir Dinge oder Menschen in unserem Leben, betrachten unsere (frommen) Leistungen oder unseren Erfolg als einen Beweis von Gottes Gegenwart und merken gar nicht, dass die Herrlichkeit Gottes, sich von uns entfernt hat. Doch wenn wir uns herauslocken lassen von diesem Gott, der nicht nur Hoffnung gibt, sondern unsere Hoffnung ist, dann wird sich unser «Getriebensein» seinen Liebeserweisen ergeben müssen. Wir werden erkennen, dass unsere Hoffnungslosigkeit und unser Ärger unserer Unzufriedenheit entstammen – mit uns selbst und mit Gott. Doch Gottes Liebe und sein freundliches Reden werden bewirken, dass wir unsere Sünde 20
bekennen, umkehren und dabei merken, dass das, was uns so schwer zu sein schien, nämlich still zu sein, zum grössten Segen wird. Hoffnung wird aufkeimen und wir werden auf eine neue Art sehend werden. Dann entdecken wir die Weinberge, die er für uns bereitet hat, und hören seine Ermutigungen. Wir werden nicht allein «in den Dienst ziehen», sondern mit ihm zusammen. Und wir werden erleben, wie das Siegel seiner Liebe stärker ist als der Tod und die Kostbarkeit seiner Gegenwart das ist, wofür wir leben (Hohelied 8,6). «Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste führen und freundlich mit ihr reden. Dann will ich ihr von dorther ihre Weinberge geben und das Tal Achor zum Tor der Hoffnung machen. Und dorthin wird sie willig folgen wie zur Zeit ihrer Jugend, als sie aus Ägyptenland zog. Alsdann, spricht der HERR, wirst du mich nennen ‹Mein Mann› und nicht mehr ‹Mein Baal›» (Hosea 2,16–18).
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Kapitel 4
Anbetung, die das Herz Gottes berührt In einer Vision habe ich gesehen, was geschieht, wenn wir anbeten. Ich sah mich an meinem Flügel sitzen und Jesus anbeten. Plötzlich wurden meine Augen geöffnet. Ich wurde gewahr, wie sich Reihen von Engeln um mich herum platziert hatten und zuhörten. Ich befand mich nicht mehr in einem Raum, sondern im Freien; es sah aus wie in einem Amphitheater. Ein Engel nach dem anderen nahm sein Instrument hervor und begann mit anzubeten. Der Klang von Streichern, Bläsern, Trompeten, Pauken, Trommeln, Stimmen und Instrumenten, die ich noch nie zuvor gehört hatte, brachte den ganzen Luftraum zum Vibrieren. Alles war voller Freude und gleichzeitig breitete sich ein Glanz von Herrlichkeit in atemberaubenden Farben aus. Pfeile von Licht flogen durch die Luft, Blitze schossen durch den Himmel. Ich empfand, wie die Schöpfung von diesen wundersamen Klängen ergriffen wurde und sich mit dem Lobpreis des Himmels verband. Dann hörte ich den Herrn sagen: «Du hast keine Ahnung, wie die Anbetung meiner Kinder, die mich um meinetwillen anbeten, mein Herz berührt. Ich habe dir einen kleinen Ausschnitt gezeigt, damit du davon redest und verkündigst, dass ich ein Gott bin, der ins Verborgene sieht. Die Kraft dieser Anbetung setzt den 23