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Bill Johnson

Was die Welt verändert Heute etwas für die Ewigkeit schaffen


Titel der Originalausgabe: The power that changes the world / creating eternal impact in the here and now © 2015 Bill Johnson Herausgeber: Chosen Books 11400 Hampshire Avenue South, Bloomington, Minnesota 55438 1. Auflage Mai 2016 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17 Postfach 85, CH-8411 Winterthur, Switzerland Tel +41 (0)52 2322424, Fax +41 (0)52 2336082 Email: verlag@schleife.ch www.schleife.ch ISBN 978-3-905991-29-1 Die Bibelzitate aus der Luther Bibel, Revidierte Fassung von 1984, sind mit Luth. gekennzeichnet. © 1984 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Die Bibelzitate aus der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1992, sind mit Elb. gekennzeichnet. © 1985/1992 R. Brockhaus Verlag Wuppertal und Zürich. Die Bibelzitate aus der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen, sind mit NGÜ. gekennzeichnet © 2011 Genfer Bibelgesellschaft, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. Die Bibelzitate aus der Neues Leben Übersetzung der Bibel sind mit NLB. gekennzeichnet. © 2002/2006 SCM Verlag in Witten. Die Bibelzitate aus der Schlachter Bibel, Revidierte Fassung von 2000, sind mit SLT. gekennzeichnet. © 2000 Genfer Bibelgesellschaft. Die mit Passion Translation gekennzeichneten Bibelzitate sind direkte Übersetzungen aus der englischen Übersetzung Proverbs: Wisdom from Above, The Passion Translation®, Copyright © 2014. Lektorat: Michael Herwig, Mario Schaub, Christa Alexander Umschlaggestaltung: Jörg Steinmetz Gemälde (Ausschnitt): Marcus Watta Satz: Nils Großbach Druck: optimal Media, Röbel Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie


Inhaltsverzeichnis Vorwort von Andreas Keller................................................... 7 Dank .......................................................................................... 9   1. Der Treibhaus-Effekt ....................................................... 11   2. Gott hat einen Traum......................................................29   3. Der unverhoffte Prototyp................................................43   4. Der Reformator ...............................................................65   5. Das Wesen der Gabe........................................................85   6. Die grosse Prüfung........................................................ 105   7. Die Macht der Schönheit............................................... 137   8. Was Jesus predigte......................................................... 159   9. Babylon lieben ................................................................ 189 10. Grenzen abschaffen........................................................ 217 11. Kein Teufel, kein Problem?............................................239 12. Eine Theologie des Segens ............................................259 13. Die Kraft der Zerbrochenen .........................................283 14. Ein Leben der Fülle........................................................297 Über den Autor .................................................................... 317 Nachwort von Jack Hayford ............................................... 319


Vorwort von Andreas Keller Bill Johnson ist ein Träumer. Er wagt es, Gottes Traum für diese Erde zu träumen und diesem Traum mit ganzem Herzen nachzujagen. Es ist der Traum einer Reich-Gottes-Kultur auf Erden. Ungeschminkt, durch eigene Erfahrungen und viele Beispiele, legt Bill dar, dass unsere christliche Gemeinde-Kultur nicht mit der Reich-Gottes-Kultur gleichzusetzen ist. Bill Johnsons Gemeinde in Redding hat ihre Kriterien geändert, nach welchen Massstäben sie den Erfolg ihrer Gemeinde messen. Gottes Söhne und Töchter auf Erden sind berufen, einen dienenden und liebenden Einfluss auf die Welt auszuüben. Gottes Ziel mit dieser Erde, die Erlösung alles Geschaffenen, sollte uns anspornen nicht auf die himmlische Exit-Strategie hinzuarbeiten, sondern mit den uns anvertrauten biblischen Werten in allen Bereichen unserer Gesellschaft auf Hoffnung hin zu wuchern. Bill bleibt mit seinem Traum nicht in der Theorie. Als Student der Weisheit Gottes seit Kindheit an, hat ihn die Weisheit in erstaunlich praktische Aspekte der Lebensgestaltung als Beeinflusser und Liebhaber von vielen Menschen geführt. Weisheit in der Tat wird hier als Schlüssel-

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gabe für unsere Beauftragung, den Himmel auf Erden zu bringen, in vielen umsetzbaren Facetten dargestellt. Ich habe die (schlechte) Angewohnheit, mit dem Lesen eines Buches hinten anzufangen. Wohlauf, fangen Sie mal hinten an und entdecken Sie die Verwurzelung der Weisheit im Kreuz Jesu Christi, im Gehorsam, Gottes Stimme über alles zu lieben und Seinen Weisungen zu folgen. Ich wünsche Ihnen beim Lesen dieser Lektüre ein brennendes Herz, welches dazu führt, dass wir in der Nacht dieser Welt aufstehen und zu Zeugen und Verkündigern von Gottes Leben und Hoffnung werden. Andreas Keller Stiftung Schleife CH – 8400 Winterthur

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Der Treibhaus-Effekt Vor einigen Jahren war ich als Sprecher bei einer Konferenz in den Niederlanden eingeladen. Während einer Nachmittagspause lud uns unser Gastgeber zu einem Ausflug ein, um uns einen Einblick in die Schönheit seines Landes zu geben. Wir sahen Windmühlen, Kanäle, Deiche und andere Dinge, die dieses Land so einzigartig und wunderbar machen. Da es November war, windig, kalt und regnerisch, war der Ausflug recht unangenehm. Um unsere Besichtigungstour nicht abbrechen zu müssen, führte er uns in eines der grossen Gewächshäuser, in denen die unglaubliche Tulpenernte des Landes herangezogen wird. Die Tulpenindustrie in Holland bringt etwa 80 % des Weltbestandes dieser wunderschönen Blumen hervor. Sobald wir das Gewächshaus betreten hatten, sahen wir Reihe um Reihe der schönsten Blumen in allen Farben. Die Beete waren sogar farblich angeordnet. Die klimatischen Bedingungen im Treibhaus waren ganz anders als draussen. Man hätte es drinnen nicht als warm bezeichnet, aber angenehm. Ausserdem waren wir schlicht dankbar, der Kälte entkommen zu sein. Bei unserem Spaziergang durch die überwältigende Vielfalt der Blumen bemerkten

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wir einen Fotografen, der Bilder einer prächtig geschmückten Braut machte, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitete. Sie hielt neben einem künstlichen Teich an. Ihr Spiegelbild im Wasser diente als Motiv weiterer überwältigender Fotos. Wenn man sich vorstellt, dass hierzu noch die strahlenden Farben der aussergewöhnlichen Blumenpracht um sie herum dazukamen, kann man sich vorstellen, wie schön ihre Hochzeitsbilder waren – einfach wunderbar. In gewisser Weise aber auch eine andere Welt, weil nichts von dem, was wir in diesem Treibhaus gesehen hatten, draussen existieren könnte. Die Blumen würden nicht überleben, und bei diesem Wetter wäre auch bestimmt keine Braut in ihrem Hochzeitskleid dort unterwegs. Um dem beständigen Nachschub an Tulpen für die weltweite Nachfrage nachkommen zu können, hatten die Züchter einen Weg finden müssen, wie sie vom Wetter unabhängig die Blumen auch in rauem Klima züchten konnten. Die Lösung dieses Problems war das Treibhaus – ein Gebäude, das die Züchter in die Lage versetzte, Temperatur, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit zu kontrollieren, damit die Pflanzen in diesem Gewächshaus gut wachsen können. In gleicher Weise, wie ein Treibhaus über eine kontrollierte Atmosphäre verfügt, die das Wachstum und die Entwicklung bestimmter Pflanzen fördert, ist dies auch das Wesen einer Reich-Gottes-Kultur. Sie verändert in jeder Umgebung alles, was zu verändern ist. Wenn man dieses Prinzip richtig anwendet, ist die Atmosphäre mit der Ge-

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genwart Gottes und den Werten Seines Reiches gesättigt – und das bestimmt, wie das Leben gelebt wird. Es ist deshalb von so zentraler Bedeutung, eine Reich-Gottes-Kultur zu entwickeln, weil die Menschen in den meisten Städten nicht verstehen, wie sehr die dämonischen Mächte, denen erlaubt wurde, ihre jeweilige Stadt zu beeinflussen, auch ihr eigenes Denken beeinflussen. Eine Atmosphäre des Reiches Gottes an diesem Punkt ermöglicht es den Menschen, wieder selbst zu denken. Dann können sie klare Gedanken fassen, was den Kern der Freiheit ausmacht, die allein der Heilige Geist bringen kann. Für jeden, der sie wirklich erkennen kann, ist Gnade unwiderstehlich. Wenn wir an einem beliebigen Ort die Atmosphäre beeinflussen und verändern, helfen wir, den Weg zu bereiten, dass Menschen viel leichter der zentralen Einladung folgen können, die ihnen in der Guten Botschaft des Reiches Gottes gegeben wird. Das ist der Treibhaus-Effekt.

Das Pferd von hinten aufzäumen Im gesamten Verlauf der Geschichte haben Christen immer wieder alles darangesetzt, die Welt mit der Botschaft der Errettung zu verändern. Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Errettung das grösste aller Wunder ist: die Vergebung unserer Sünde und die Veränderung unseres Lebens. Errettung hat die Menschheit auch am dringendsten nötig. In dem darauf folgenden Prozess der Jüngerschaft bemü-

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hen wir uns, die Werte Gottes in allen Bereichen unseres täglichen Lebens umzusetzen. Die Tatsache, ob wir diese Werte in einem gottgefälligen Lebensstil annehmen und praktizieren, zeigt auf vielerlei Weise, ob wir wirklich Jesus nachfolgen oder nur eine Gemeinde besuchen. Das Ziel der meisten Christen ist es nicht nur, andere zu einer Bekehrung zu Jesus Christus zu führen, sondern sie wollen gerne eine Veränderung der Lebensweise in ihrem Zuhause und in ihren Städten bewirken. Es gab Zeiten, zu denen der Einfluss der Gemeinde auf das Wertesystem in unseren Städten sehr stark war, und andere, wo er fast gleich null erschien. Wir müssen den Grund dafür herausfinden und dann die Prinzipien anwenden, die Veränderung und Transformation in der Welt um uns herum begünstigen. Das ist mit ein Grund, weshalb wir hier sind. Wahre Jünger lassen sich von gemeinsamen Werten leiten. So wollen zum Beispiel alle Christen gesunde Familien sehen, in denen die Kinder aufwachsen und einen positiven Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Wir hassen den Missbrauch von Frauen und Kindern und wünschen uns nichts mehr, als diese Gräuel in unserer Mitte auszurotten. Ein weiterer Aspekt, der uns sehr wichtig ist, sind erfolgreiche Unternehmen. Sie haben grossen Einfluss auf Kultur und Identität ihrer Städte, indem sie den Aufstieg wahrer Stadtväter und -mütter möglich machen. In einer Reich-Gottes-Kultur herrscht ein Verlangen nach Erfolg ohne den Stolz und die Arroganz, die so oft die Begleiterscheinung von Reichtum sind. Wahrer Erfolg befähigt

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Menschen, ihrem Umfeld besser zu dienen. Wir sehnen uns danach, dass unsere Kultur von solchen Werten durchdrungen wird. Als Christen wollen wir sehen, dass ehrliche Politiker gewählt werden, die uns gut vertreten, und – was noch wichtiger ist – die ein biblisch fundiertes Wertesystem vertreten. Es wäre wunderbar, wieder in Achtung zu unseren Regierungsvertretern aufschauen zu können, anstatt ständig das Gefühl zu haben, lediglich das geringere Übel wählen zu können. Wir sehnen uns auch nach Vertretern der Medien, die von persönlicher Integrität geprägt sind und der Wahrheit den höchsten Wert beimessen. Der Neigung, den guten Ruf anderer um des Ruhmes oder Geldes willen zu verunglimpfen, muss endlich ein Ende gemacht werden. Wir finden auch eine grosse Sehnsucht in unseren Reihen, eine neue Exzellenz unter den Medizinern aufblühen zu sehen, während gleichzeitig alle im medizinischen Bereich Beschäftigten das Herz eines Dieners behalten. Ein Traum würde wahr werden, wenn wir entdecken könnten, dass dieser wichtige Bestandteil jeder Gesellschaft die Verbindung von Geist, Seele und Körper verstanden hat. Ein Teil dieses Traumes wäre es, zu sehen, sie könnten durch göttliche Weisheit dem ganzen Menschen zur Gesundheit verhelfen. Viele von uns lieben Unterhaltung, aber wir haben es so satt, im Namen der Kunst die verkommenen Ideen anderer Leute auf der Leinwand zu sehen. Gott ist der beste

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Unterhalter; Er erfüllt uns alle mit Staunen über Seine Werke. Er macht Seine Phänomene zur Auferbauung für alle sichtbar, damit wir etwas lernen und uns daran erfreuen. Wir wünschen uns, dass die kreativen Köpfe endlich vom Schöpfer selber lernen und mit der erforderlichen Kraft ausgerüstet werden, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen, so wie es nötig ist. Die Liste der Werte könnte hier endlos fortgesetzt werden, wenn wir zu träumen wagten, wie die höchste Form eines Gemeinwesens und einer Nation aussehen könnte. Die Lösung besteht nicht darin, dass die Gemeinde anfängt, alle diese Bereiche zu kontrollieren. Im Lauf der Geschichte haben wir gesehen, dass es uns noch nie geholfen hat, um die Kontrolle zu kämpfen, noch hat es dazu beigetragen, unseren Einfluss in der Gesellschaft zu stärken. Es ist viel besser, wenn wir eine Beförderung annehmen, wenn sie kommt, aber dabei unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet halten, unseren Einfluss als Diener wahrzunehmen. Es ist der Traum Gottes, eine Reich-Gottes-Kultur hier auf Erden aufzurichten, und es muss auch zum Traum Seines Volkes werden. Abraham, der Vater des Glaubens, ist ein Bild für die Wichtigkeit dieses Traums, da auch er sich nach einer Stadt sehnte, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist (vgl. Hebräer 11,10). Vielleicht ist das der Weg des Glaubens. Als Jesus die religiösen Führer Seiner Zeit konfrontierte, forderte Er sie heraus, ihre Identität dadurch zu beweisen, „Abrahams Werke“ zu tun (vgl. Johannes 8,39). Ist es möglich, dass Abrahams Traum von dieser Stadt ei-

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nen Einfluss darauf hatte, wie er seinen Glauben auslebte? Ich denke schon. Es wäre fast unmöglich, beides zu trennen. Die Geschichte meines Besuches in den Niederlanden ist ein gutes Bild für den Treibhaus-Effekt, der sich darauf auswirkt, wie die Menschen um uns herum ihr Leben führen. Eine Kultur besteht aus den Haltungen, Werten und Prioritäten der jeweiligen Nation, Stadt, sozialen Gruppe oder Organisation. Alle Kulturen ermöglichen die Entwicklung sozialer Normen, sowohl guter wie auch schlechter. Wenn die Kultur stimmt, macht sie es den erwünschten Pflanzen leicht zu wachsen. (Die Pflanzen sind natürlich die Werte, Haltungen und Prioritäten des Reiches Gottes.) Wir haben leider zu oft den Fehler gemacht, die erwünschten Ziele anzugehen, ohne ausreichend Aufmerksamkeit darauf zu verwenden, die Kultur zu formen. Mit anderen Worten: Wir haben versucht, Tulpen in eiskaltem Wetter zu züchten. So versuchen wir zum Beispiel, gesunde Familien hervorzubringen, ohne uns aber um die Atmosphäre in unserem Gemeinwesen zu kümmern, die es erst möglich macht, dass die „Pflanze“ leicht wächst. Das ist keine Frage von Entweder-oder. Es ist vielmehr ein Sowohl-als-auch. Wenn es uns gelingt, unsere Kultur zu formen, können Sie sich bestimmt vorstellen, wie es aussieht, wenn die richtigen „Pflanzen” gut wachsen. Wenn die Kultur richtig geformt ist, werden gesunde Familien zur Norm. Wenn wir aber versuchen, Familienwerte zu beeinflussen, werden wir nur als Menschen mit Hinter-

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gedanken wahrgenommen, als Menschen, die Religion als Grundlage gebrauchen, um eine ganze Gesellschaft zu übernehmen und ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. Aber Diener werden von der Gesellschaft ganz anders wahrgenommen. Sobald wir als Diener erkannt werden, die keine anderen Hintergedanken haben als zu lieben, bekommen wir Zugang zu den Herzen der Menschen.

Geben, was uns entspricht Ich glaube nicht, dass es viele Christen gibt, die nicht die Kultur um sich herum beeinflussen wollen. Aber leider wissen wir viel zu wenig von der Kultur des Himmels, als dass uns eine solche Aufgabe hier und jetzt anvertraut werden könnte. Aus diesem Grund haben wir das Gebot erhalten, zuerst nach Seinem Reich zu trachten. Seine Welt gibt uns die Vorlage für unser Leben und unseren Dienst hier auf der Erde. Zuerst bedeutet, dass etwas die höchste Priorität hat. So können wir grösseren Einfluss auf die Welt um uns herum ausüben. Der Himmel ist Gottes Modell für uns, wie wir das Leben angehen sollen. Ein grosser Teil dessen, was die Menschen im Gemeindeleben sehen, ist christliche Kultur, was aber nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit Reich-Gottes-Kultur. Ich werde an anderer Stelle in diesem Buch noch näher darauf eingehen. Für den Moment soll es ausreichen, dass es Dinge gibt, die in unserer kleinen Ecke der Welt so funktionieren mögen, aber

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ausserhalb unserer christlichen Kreise niemals. Das ist mit ein Grund, weshalb wir zuerst und mehr als alles andere nach dem Reich Gottes trachten müssen. Die wahren Erlebnisse und Werte des Reiches Gottes lassen sich auf jeden Bereich der Gesellschaft übertragen. Wenn Sie das bezweifeln, überlegen Sie nur: Wenn jeder in unseren Städten wiedergeboren wäre, wäre das wunderbar. Aber das alleine würde die Probleme unserer Städte noch nicht lösen. Sehen Sie sich nur jede beliebige Gemeinde Ihrer Stadt an, um einen Beweis dafür zu erhalten. Unsere Gemeinden sind gefüllt mit ungelösten Problemen, die alle damit zu tun haben, wie gut wir darin sind, den „Reich-Gottes-Lebensstil“ zu leben. Die Probleme würden sogar noch zunehmen, weil wir davon ausgehen, dass allein schon die Tatsache, dass wir gerettet sind, uns das Recht gibt, anderen Vorschriften zu machen, wie sie zu leben haben. Und dennoch ist es so: Wenn ein durchschnittlicher Gemeindevorstand plötzlich die Verantwortung für eine grosse Firma übernehmen sollte, würde sie in kürzester Zeit bankrottgehen. Ich sage das nicht, um jemanden schlecht zu machen. Es gibt Systeme, die in einer religiösen Umgebung funktionieren, aber in jeder anderen Umgebung keine Woche lang. Doch wer die Wege des Reiches Gottes entdeckt, kann seinen Einfluss in jeder Umgebung geltend machen – einfach weil die Wege und Prinzipien des Reiches Gottes überall funktionieren. Ohne die Werte des Himmels, die definieren, wer wir sind und wie wir leben, haben wir keine Möglichkeit, die

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Kultur der Welt zu beeinflussen. Wenn das Reich Gottes keinen Einfluss darauf hat, wie wir unser Leben innerhalb der Gemeinde führen, dürfen wir auch nicht erwarten, dass Gott uns ermächtigt, die Kultur der Welt um uns herum zu beeinflussen. Wir können nur das weitergeben, was wir selbst empfangen haben. Wir empfangen durch Erfahrung.

Ein Haupthindernis Viele Christen lehnen die Aufgabe ab, die Kultur zu formen, da sie der Überzeugung sind, dass Sünde und Finsternis noch weiter zunehmen müssen, damit Jesus wiederkehren kann. Wenn die Sünde zunimmt, erhebt sich in den Herzen vieler Christen oft ein verdrehtes Gefühl der Ermutigung, da es ein Zeichen des Endes ist – und natürlich wollen wir alle in den Himmel. In ihrer Vorstellung wird die kulturelle Transformation durch die Werte des Reiches Gottes erst im Tausendjährigen Reich oder im Himmel geschehen; aber sie ist auf jeden Fall nichts für die jetzige Zeit. Diese Dummheit hat uns bisher daran gehindert, wirklich etwas zu bewirken. Unsere Gedanken sind mehr von der Gegenwart des Bösen um uns herum geprägt als von der Verheissung Gottes in uns. Entweder werden wir einen Einfluss auf die Welt haben, oder die Welt auf uns. Der Apostel Paulus offenbarte ein grosses Geheimnis, als er sagte: damit „jetzt kundwerde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel

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durch die Gemeinde“ (Epheser 3,10; Luth.). Wir Christen müssen jetzt eine Weisheit an den Tag legen, die in der Lage ist, unsere Kultur zu verändern. Die Weisheit Gottes hat zunächst Auswirkung auf denjenigen, der sie hat, aber dann auch auf alle, die unter seinem oder ihrem Einfluss stehen. Doch die gewünschte Wirkung ist erst dann erzielt, wenn die geistliche Welt im Himmel erkennt, dass die Weisheit Gottes in uns am Werk ist! Selbst die Engel können an unserem Beispiel göttlicher Weisheit lernen, weil sie noch nie gesehen haben, wie sie im Leben einer erlösten Menschheit sichtbar wurde, die als ein Leib zusammenarbeitet. Oft ziehen wir Schlussfolgerungen, wohin dies alles noch führen soll, die nicht hilfreich sind. Wenn wir das tun, lassen wir unsere eigenen Annahmen bestimmen, wie wir unseren Platz in dieser Welt wahrnehmen. Wir dürfen es niemals zulassen, dass unsere persönlichen Ansichten bezüglich der letzten Tage den Befehl Jesu unterlaufen, dafür zu beten, dass das Leben hier auf Erden so sei wie auch im Himmel. Das geschieht, wenn Sein Reich sichtbar wird – wenn der König die Herrschaft über jeden Bereich des Alltags hat. Er hat uns befohlen, die gute Botschaft Seines Reiches zu jeder Volksgruppe der Erde zu tragen. Wenn unsere Überzeugung im Blick auf die letzten Tage unsere Hingabe und Hoffnung beeinträchtigt, unseren Auftrag zu erfüllen, haben wir dieser Überzeugung den falschen Stellenwert in unserem Herzen eingeräumt. Es ist nicht meine Absicht, Ihnen irgendwelche Vorschriften zu machen, was

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Sie bezüglich der Endzeit zu glauben haben. Vielmehr möchte ich Ihnen helfen, Ihren Auftrag zu verstehen, wie er den Träumen Gottes entspricht. Wenn wir keine klare prophetische Sichtweise haben, kann es leicht vorkommen, dass wir höchst ineffektiv werden. Genau darum ging es auch in dem bekannten Vers: „Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk zügellos“ (Sprüche 29,18; SLT.). In der englischen Amplified Bible wird diese Offenbarung als „Erlösungsoffenbarung Gottes“ beschrieben. Meine Lieblingsübersetzung dieses Verses findet sich in der Passion Translation: „Wenn es keine klare prophetische Vision gibt, gehen die Menschen schnell in die Irre.“ Prophetische Vision und Offenbarung sind immer fest in Hoffnung verwurzelt. Das ist der Sinn und Zweck von Vision. Jemand hat einmal gesagt, Vision verleiht Schmerz einen Sinn. Ohne Hoffnung haben wir gar nicht das Durchhaltevermögen, das wir brauchen, um Seine Träume in Erfüllung gehen zu sehen.

Die Macht des zweiten Mannes Josef, Daniel und Ester hatten alle Einfluss auf ganze Nationen. Aber keiner von ihnen war ein gewählter Regierungsvertreter oder hatte irgendeine Herrschaftsposition in einem Land inne. Und dennoch konnten sie die Kultur und das Wohlergehen mehrerer Nationen prägen. Ihr Geheimnis bestand darin, dem Herrscher, dem sie untergeben

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waren, so zu dienen wie dem Herrn selbst. Jeder von ihnen nahm seine Aufgabe ernst, obwohl sie viele rechtmässige Gründe hätten nennen können, ihren Platz zu verlassen – nicht zuletzt der, dass die Herrscher, denen sie dienten, den Teufel anbeteten. Wenn wir meinen, das Umfeld, in dem wir leben, sei zu finster, als dass wir das Evangelium richtig darstellen könnten, stehen diese drei als Zeugen gegen uns auf. Sie hatten noch nicht einmal Zugang zu dem Mass an Salbung und Taufe im Heiligen Geist, das uns zur Verfügung steht, aber sie haben es trotzdem geschafft. So haben wir also keine Ausrede mehr. Wenn wir unseren Einfluss nun selbst auf Wahlen und Volksabstimmungen begrenzen, machen wir dem Einen Schande, der mit uns einen Bund geschlossen und versprochen hat, uns niemals zu verlassen oder zu verstossen. Dieser politische Geist ist der Sauerteig, vor dem Jesus uns in Markus 8 warnte, als er sagte, wir sollten uns vor dem Sauerteig des Herodes hüten. Das politische System ist real, aber es ist dem Reich Gottes bei Weitem unterlegen. Der Bund, mit dem er uns Seine bleibende Gegenwart versprochen hat, ermöglicht es uns, durch unser Leben grossen, verändernden Einfluss auszuüben. Die Gegenwart Gottes ist der ultimative Wert in Seiner Welt und muss auch die unsere beeinflussen. Viele denken, es sei unsere Aufgabe, unseren Einfluss als Geschäftsführer, politische Parteispitzen, Schulleiter oder Ähnliches geltend zu machen. Ich freue mich, wenn

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Christen an solche Positionen befördert werden. Aber die Vorstellung, das sei die einzige Möglichkeit, unseren Einfluss auszuüben, ist nicht nur ein Irrtum; sie schliesst auch den grössten Teil des Leibes Jesu davon aus, in Seiner Welt nachhaltig etwas zu bewirken. Deshalb müssen wir uns fragen, was wir in der Welt um uns herum bewegen wollen. Letzten Endes geht es darum: Wollen wir Besitz oder Einfluss? Der Bereich, den wir durch Besitz beherrschen, ist wesentlich kleiner als der Bereich, den wir beeinflussen können. Und da in uns das Reich Gottes wie Sauerteig ist, glaube ich, es ist der Wille Gottes, die Welt um uns herum so lange zu durchdringen, bis wir den Einfluss des Reiches Gottes in jedem Gesellschaftsbereich geltend machen. Das höchste Ziel ist Einfluss. Das ist das Zeugnis von Josef, Daniel und Ester, das uns unüberhörbar zuruft, was in unserem Leben noch möglich sein kann.

Was die Geschichte lehrt Die Geschichte zeugt gegen alle, die ohne diese Hoffnung der Veränderung und Transformation leben, da sie erwiesen hat, dass Veränderung ganzer Städte und Nationen möglich ist. Es geschah sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament. Wir müssen mit aller Kraft die „Zeugnisse“ des Herrn von Transformation bewahren (5. Mose 6,17; SLT.) und uns selbst in die richtige Haltung bringen, damit das Gleiche zu unseren Lebzeiten geschehen kann.

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Wenn wir dieses Thema sorgfältig studieren, werden wir feststellen, wie die Werte des Himmels das Leben hier auf Erden beeinflussen können. Dazu braucht man nichts weiter als eine Gruppe von Menschen, die bereit sind, alles zu riskieren, um für Gottes Optimum in ihrer Generation zu glauben, während sie das Wesen Seiner Welt erforschen. Das ist auch das Zeugnis der Great Awakening Bewegung in Amerika. Im Grunde genommen sind die übernatürlichen Durchbrüche der Vergangenheit unsere Herausforderung, für das Gleiche in unseren Tagen zu glauben. Die Geschichte des göttlichen Eingreifens ruft uns in die Zukunft. Das ist unsere Bestimmung und Berufung. Es ist lediglich ein weiteres Beispiel für das Paradoxe des Reiches Gottes, dass uns die Vergangenheit in unsere Zukunft lockt. Nur die Geschichte Gottes kann so etwas tun. Am 17. Juli 1859 predigte Charles Spurgeon, einer der grössten Prediger aller Zeiten, die Botschaft mit dem Titel „Die Geschichte der mächtigen Taten Gottes“. In dieser Botschaft erklärte er, wie die Wunder des göttlichen Eingreifens in der Vergangenheit unsere Gegenwart formen können. Hören Sie seinen Ruf (Hervorhebung durch den Autor): Wenn die Menschen davon hören, was Gott früher getan hat, sagen sie oft: „Oh, das ist schon lange her ...“ Ich dachte, es geht um das, was Gott getan hat. Hat Gott sich etwa verändert? Ist er nicht der unveränderliche Gott, derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit? Stellt das nicht sogar ein Argument

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