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Reinhold Ruthe

Du bist die Antwort 365-mal Kraft f端r den Tag

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet 端ber http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-501-05119-1 Bestell-Nr. 05119 息 2009 by ERF Verlag S端dtirol, Meran Umschlagbild: AVTG (istockphoto) Umschlaggestaltung: ERF Studio S端dtirol Bildbearbeitung: Micha Burkhardt Lektorat: Viola Oberrauch, Micha Burkhardt Gesamtherstellung: St.-Johannis-Druckerei, Lahr/Schwarzwald Printed in Germany www.johannis-verlag.de

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Du bist die Antwort! Ein neues Jahr beginnt, und ein neuer Lebensabschnitt liegt vor uns. Neue Wege tun sich auf, neue Möglichkeiten fordern uns heraus, neue Hoffnungen können beflügeln, neue Sorgen können uns belasten. DU bist die Antwort, wenn wir nach Lösungen suchen, DU bist die Antwort, wenn die Wege verworren sind, DU bist die Antwort, wenn wir uns verrannt haben, DU bist die Antwort, wenn uns das Wasser bis zum Halse steht. Du erfüllst nicht alle unsere Wünsche, aber du bist in Christus unser Lebenssinn. Du erfüllst nicht alle unsere Bitten, aber du lässt keinen Menschen im Regen stehen. Du lieferst uns nicht immer perfekte Antworten, aber du bist in Christus die Antwort auf alle Fragen. Wenn du die Antwort bist, leben wir verantwortlich. Denn du bist unser Maßstab, denn du bist unser Halt, denn du steckst unsere Grenzen ab, denn du bist die Richtschnur in allem Tun und Lassen. Herr, gib, dass unser Glaube deinem Wort vertraut, dass wir uns mit unseren Lebensproblemen auf dich verlassen, dass deine Antworten uns Frieden und Zufriedenheit schenken. 5

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25. April Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben! Dein Wort ist die Wahrheit! Johannes 17, 17 Die Wahrheit will nicht analysiert, sie will gelebt werden. Theologieprofessor Schlatter, der auf eine ganze Theologengeneration einen nachhaltigen Eindruck machte, war für seine Schlagfertigkeit und Originalität bekannt. Einer seiner Schüler berichtete über eine Bibelstunde, in der heftig über die Bibel als Gottes Wort oder Menschenwort diskutiert wurde. Ein Student setzte sich emphatisch dafür ein, die Bibel als Menschenwort zu sehen. Schlatter fragte den angehenden Theologen, ob er sich vorstellen könnte, dass einige Sätze der Bibel, einige Gedanken und Aussprüche letzte Verbindlichkeit für den Menschen haben könnten und ob er bereit sei, bedingungslos diesen Worten zu gehorchen. Als der Student nickte, gab ihm Professor Schlatter den Rat, sich etwa zehn Aussprüche Jesu auf einen Zettel zu schreiben, von denen er überzeugt sei, dass sie zutiefst wahr und für ihn verpflichtend sein könnten. Diese Worte sollte er nicht exegetisch und philosophisch in ihre Bestandteile zerlegen, er sollte sie auch nicht allein verstandesmäßig bedenken, sondern mit seiner ganzen Existenz befolgen. Schlatter gab ihm die Versicherung, dass sein ganzes Leben sich radikal ändern würde, denn hier rede die Wahrheit in Person. Auf alle Fälle kommt man der Wahrheit nicht durch Grübeln und Diskutieren näher. Die Wahrheit will nicht zerlegt und analysiert, sie will ausprobiert und gelebt werden. Jesus spricht nicht über die Wahrheit, er ist die Wahrheit. 121

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9. Juli Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! 2. Korinther 5, 17 Wir denken über den Menschen nach. In welchem Verhältnis steht bei einem Kind Gottes der neue Mensch zum alten Adam? Auf diese Frage hat der pommersche Missionsfreund Pastor Görcke eine kurze, aber treffende Antwort gegeben. Er beschrieb, wie er einen Bauern traf, der ihm von früher her bekannt war. Diesen fragte er nach seinem Vater, der Adam hieß: „Wie ist es, lebt Ihr alter Vater noch?“ – „Ja“, war die Antwort des Bauern, „leben tut der alte Adam noch, aber die Wirtschaft hat er abgegeben. Er hat abgedankt.“ Menschen in Jesus Christus sind neue Kreaturen, neue Schöpfungen. Allerdings, der „alte Adam“ lebt noch. Er hat zwar abgedankt, aber er redet hier und da noch ein Wörtchen mit. Er hat zwar die Wirtschaft aus der Hand gegeben, aber es fällt ihm schwer, sich ganz zur Ruhe zu setzen. Er steckt seine Nase überall hinein. An jeder Ecke hat er seine Hand im Spiel. Er redet mit, aber er hat eigentlich kein Recht mehr und auch keine Macht, um das Heft nochmals selbst in die Hand zu nehmen. Christen sind Menschen, die in Christus Jesus sind. Christen sind keine Idealisten, denn sie wissen um die Sünde. Christen sind keine Optimisten, denn sie wissen vom Teufel. Christen sind keine Pessimisten, denn sie wissen von Gott. Christen sind Realisten, die mit Jesus rechnen und darum mit dem alten Adam täglich abrechnen.

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8. September Er ging wie gewohnt zum Ölberg und seine Jünger folgten ihm. Lukas 22, 39 Es geht um die Gewohnheit. Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten, erworbene und eintrainierte. Es gibt versklavende und süchtig machende. „Gewohnheiten sind zunächst Spinngewebe, später Kabel“, sagt ein spanisches Sprichwort. Eine Gewohnheit entwickelt sich, wenn wir auf irgendetwas mehrfach körperlich, geistig oder gefühlsmäßig reagieren. Immer wenn wir reagieren, beginnt sich ein Schema zu entwickeln. Es bilden sich Nervenbahnen und Nervenleitungen im hervorragend ausgelegten menschlichen Gehirn und im Nervensystem. Eine Gewohnheit ist das erlernte Schema eines Handelns, Denkens und Fühlens. Wir dürfen sie nicht verwechseln mit angeborenen, unwillkürlichen Reaktionen wie Verdauen, Atmen, Schwitzen oder Frieren. Gewohnheiten lassen sich nur schwer verlernen. Das Gehirn vergisst offensichtlich schlechte Gewohnheiten nie ganz. Schlechte Gewohnheiten, die wir versucht haben, uns abzugewöhnen, sind eine ständige Quelle für Versuchungen. Wir kommen nicht umhin, jeder neuen Versuchung zu widerstehen, dem nächsten Schnaps, der nächsten Zigarette, dem nächsten Leckerbissen, dem nächsten Klatsch, dem nächsten Bild, das uns reizt. Gute Gewohnheiten hingegen sind gut eintrainierte Verhaltensmuster, die sich im Gedächtnis eingeschliffen haben. Jesus ging – wie er es gewohnt war – auf den Ölberg, um zu beten. Seine Jünger folgten ihm. Stille Zeit, feste Gebetszeiten und der Gottesdienstbesuch sind positive Gewohnheiten, die unser Leben und unseren Alltag prägen. 257

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19. November Da beschwerten sie sich beim Weinbauern: „Diese Leute haben nur eine Stunde gearbeitet, und du zahlst ihnen dasselbe wie uns. Dabei haben wir uns den ganzen Tag in der brennenden Sonne abgerackert!“ Matthäus 20, 11-12 Die Arbeiter im Weinberg waren von Neid erfüllt. Neid gehört zu den Grundbefindlichkeiten der Menschen. Neid ist Missvergnügen und Missgunst. Paulo Coelho schreibt in einer Kolumne in der Zeitung „Welt“ über einen alten Samurai, der in der Nähe von Tokio lebte. Trotz seines hohen Alters war der Samurai noch immer unbesiegt. Dann besuchte ihn ein junger, ungeduldiger und skrupelloser Krieger, der ebenfalls noch keinen Kampf verloren hatte. Sie trafen sich auf dem Hauptplatz der Stadt und der junge begann, den alten Meister zu beschimpfen. Er bewarf ihn mit Steinen und spuckte ihm ins Gesicht. Er überschüttete den Meister mit Beleidigungen. Der Alte benutzte nicht sein Schwert. Da zog sich der junge Krieger völlig erschöpft und erniedrigt zurück. Die Schüler des Meisters waren entsetzt, dass sich ihr Lehrer nicht gewehrt hatte. Der Meister aber sagte: „Wenn jemand mit einem Geschenk zu mir kommt und ich nehme es nicht an, wem gehört dann das Geschenk?“ Die Schüler antworteten: „Demjenigen, der versucht hat, das Geschenk zu machen.“ „Dies gilt auch für Neid, Wut und Beleidigung,“ sagte der Meister, „wenn sie nicht angenommen werden, bleiben sie im Besitz dessen, der sie in sich trägt.“ Ein kluges Wort. Die Arbeiter im Weinberg waren zu Unrecht neidisch, denn der Besitzer zahlte ihnen genau den Betrag aus, den sie mit ihm abgemacht hatten. Doch es ist schwer, den Neid zu besiegen. Der Samurai überwand den Neid des anderen; mit dem Neid in sich selbst fertig zu werden, ist eine ebenso große Kunst. 329

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