Skip to main content

697478

Page 1

Samenkorn 1


2


Lothar Gassmann

Die Zehn Gebote Gottes Wie kรถnnen wir danach leben?

Samenkorn 3


Hinweis: Diese Darstellung geht auf Vorträge zurück, die vom VerfasserfreinachStichwortengehaltenwurden.Siewurdenvom EhepaarHansundChristaWidmer,Marienheide,vomBandgetippt und vom Verfasser überarbeitet. Der Stil der freien Rede wurde beibehalten.

1. Auflage 2009  Samenkorn e.V. Christlicher Schriften- und Liederverlag Liebigstr. 8, 33803 Steinhagen, Germany Umschlag Foto: Umschlag Gestaltung: Zeichnungen: Satz: Druck und Bindung:

Lothar Gassmann Werner Fürstenberger Irina Schulz Samenkorn e.V. CPI books, Ulm

ISBN:

978-3-936894-78-3 4


Inhalt EinfĂźhrung in die Zehn Gebote. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Erstes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Zweites Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Drittes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Viertes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 FĂźnftes Gebot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Sechstes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Siebtes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 Achtes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Neuntes Gebot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Zehntes Gebot. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86

5


6


Einführung in die Zehn Gebote Wie sieht es heute aus?

D

as Thema: „Die Zehn Gebote Gottes“ ist ein in der Endzeit sehr unpopuläres Thema. Man will nichts mehr wissen von Gott und Seinen Geboten, weil der Mensch der Sünde (griech. „anomia“, Gesetzlosigkeit) sich immer mehr auf den Thron setzt (2. Thess. 2). Aber um so mehr wollen wir auf Gottes Wort hören. Die Zehn Gebote finden sich in der Bibel in 2. Mo. 20,1-17 sowie in 5. Mo. 5,6-18. Ich möchte zu Beginn eine Gegenüberstellung geben von dem, was ‚man’ heute so sagt – und was stattdessen in den Zehn Geboten steht: • Man sagt heute: Alle Religionen verehren denselben Gott. Spiritualität ist umfassend. Ihr Christen, seid doch tolerant! – Gott spricht: „Ich bin der Herr, dein Gott…; du sollst keine anderen Götter neben Mir haben.“ • Man sagt heute: Es gibt keine absolute Wahrheit, sondern nur die dauernde Diskussion. Wir sind immer am Suchen und Lernen. – Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch Mich“ (Joh. 14,6). • Man sagt heute: Gott ist der Kosmos, die Pflanze, das Tier. Gott, das bin ich selber; alles ist göttlich. – Gottes Wort 7


sagt – bzw. Gott selber spricht –: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen!“ • Man sagt heute: Wir führen die Sonntagsarbeit ein, auch wenn es anders ginge. Hauptsache, die Produktivität wird gesteigert. Und wir öffnen die Läden, egal an welchem Tag. – Gott spricht: „Du sollst den Ruhetag heiligen!“ • Man sagt heute: Antiautoritäre Erziehung ist modern, die Kinder brauchen kritische Mündigkeit; die Eltern sollen sich zurückziehen, sobald die Kinder das wollen. – Gottes Wort sagt: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!“ • Man sagt heute: Lebensschutz ist gut, aber nur, so lange er meiner Selbstverwirklichung nicht im Wege steht. Wer leben darf, bestimme ich; mein Bauch gehört mir. – Gott spricht: „Du sollst nicht töten!“ • Man sagt heute: Ich tue, was mir Spaß macht; wozu heiraten?! Ehe ohne Trauschein, freie Liebe, homosexuelle Liebe, all das ist doch modern! – Gott spricht: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Und der Apostel Paulus schreibt: „Flieht die Unzucht! ...“ (1. Kor. 6,18). • Man sagt heute: Eigentum ist Diebstahl, ist Überbleibsel des Kapitalismus. Deshalb: weg damit! Was dein ist, ist auch mein. – Gott spricht: „Du sollst nicht stehlen!“ • Man sagt heute: Je schlechter der andere dasteht, um so besser stehe ich da. Wenn ich in seinen Akten nichts finde, dann erfinde ich etwas. Die Presse ist dankbar. – Gott spricht: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!“ • Man sagt heute: Wir müssen lustbetont leben; tu was du willst! Das ist das ganze Gesetz. – Gott spricht: „Du sollst nicht begehren…!“ Wie schon erwähnt, ist die Endzeit gekennzeichnet vom Menschen der Sünde. Dieser ist der Antichrist selber in seinen Vorläufern, in seinen „Zuarbeitern“ – in Presse, in Politik, in Wirtschaft, in den Massenmedien, in der Kunst und Kultur usw. Diese propagieren überall die Gesetzlosigkeit, vor der unser Herr Jesus gewarnt hat (Mt. 24). Der Mensch der Sünde, der alle guten Ordnungen über den Haufen wirft, der sich in den 8


Tempel Gottes (dieser kann nach 1. Kor. 3,16-17 und 2. Kor. 3,16 auch die Gemeinde sein) setzt und vorgibt, er sei Gott, wird uns auch prophetisch vorausgesagt in 2. Thess. 2. Kennzeichen der endzeitlichen Verderbnis werden an vielen Stellen der Heiligen Schrift aufgezählt, aber besonders konzentriert in 2. Tim 3. Daraus lesen wir die Verse 1-5: 1. „Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten (kairoi chalepoi, d. h. besessene Zeiten) eintreten werden. 2. Denn die Menschen werden sich selbst lieben (Liebhaber ihres eigenen Selbst sein), geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, 3. lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht (zuchtlos), gewalttätig (wild), dem Guten feind, 4. Verräter, leichtsinnig (unbedacht), aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen (die Wollust) mehr als Gott; 5. dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht (Frömmigkeit), deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab (solche Menschen meide)!“ Mit solchen Menschen sollen wir keine Gemeinschaft haben, auch nicht mit Gemeinden, die auf diesem gottlosen, weltlichen Weg gehen. Wir dürfen aber immer wieder zur Umkehr einladen, dass sie auf den schmalen Weg (Mt. 7,14) zurückkehren. Gott möge auch uns bewahren auf Seinem schmalen Weg! „Wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle!“ (1. Kor. 10,12). Diese Warnungen gelten jedem Einzelnen, gelten Gemeinden und auch den Verantwortlichen in unserem Staat. Der Staat soll zumindest die Zehn Gebote stehen lassen. Die Bergpredigt ist – nach meiner Überzeugung – für die Gläubigen gesagt. Dies wird u.a. darin deutlich, dass der Herr Jesus Seine Augen über Seine Jünger erhob und zu ihnen sprach, und das Volk entsetzte sich (Mt. 5,1 ff.; 7,28 f.). Aber die Zehn Gebote sollten auch Gültigkeit in der Gesellschaft behalten, was heute leider immer weniger der Fall ist. Es gibt nur noch wenige Politiker, die die Zehn Gebote ernst nehmen. Für diese wollen wir beten. Aber die andern wollen wir ermahnen und sie darauf hinweisen, Gottes Wort zu halten. Widersteht dem Menschen der Sünde und bleibt auf dem schmalen Weg! 9


„Und Gott redete alle diese Worte.“ (V. 1)

I

ch möchte nun Vers für Vers die Zehn Gebote betrachten. Die ganze Bibel ist Gottes Wort, irrtumslos in allen Aussagen. Sie ist also nicht nur unfehlbar in den Fragen des Glaubens und Lebens, sondern auch irrtumslos in den Fragen der Schöpfung, der Naturwissenschaft, der Geschichte und Geographie. Diese Tatsache ist heute leider auch unter Evangelikalen nicht mehr selbstverständlich. Da wird den Leuten vorgetäuscht, man würde an die Unfehlbarkeit der Bibel glauben, aber es wird verschwiegen, dass die Irrtumslosigkeit der Schrift umfassender ist, als mit dem Ausdruck ‚Unfehlbarkeit’ nach dieser theologischen Definition gemeint ist. An sich ist es eine Wortklauberei, aber in der Theologensprache besteht da ein Unterschied. Die Irrtumslosigkeit ist nämlich umfassender; dieser Ausdruck umschließt auch das Gebiet der naturwissenschaftlichen und historischen Fragen usw. Die Bibel ist irrtumslos in allen Punkten. Sie wurde durch Apostel und Propheten, durch Könige, Hirten und andere Diener Gottes geschrieben. Auffallend ist, dass die Zehn Gebote mit Gottes eigenem Finger auf den Tafeln eingemeißelt waren, gemäß 2. Mo. 31,18. Allerdings hatte Mose diese Tafeln zerschmettert, nachdem er gesehen hatte – als er vom Berg der Begegnung, vom Berg Sinai zurückkam –, wie sich das Volk schon in diesen kurzen 40 Tagen dem Götzendienst hingegeben hatte, mit Hilfe seines Bruders Aa­ ron. Dieser war schwach geworden und hatte dem Drängen des Volkes nach einer sichtbaren Gottheit nachgegeben. Da hatte Mose diese Tafeln zerbrochen. Dann stellte er allerdings die Tafeln auf Gottes Geheiß neu her und ging wieder zum HERRN, der sie neu beschriftete. Dies wird in 2. Mo. 31 bis 34 ausführlich beschrieben. Der Tanz ums goldene Kalb ist Götzendienst gewesen. Sie wollten 10


sich von Jahwe, dem Gott Israels und Schöpfer der Welt, ein Bildnis machen, Ihn dinglich darstellen – das Ergebnis war ein lächerliches Kalb. Wir werden noch das Gebot betrachten: „Du sollst dir kein Bildnis machen!“ In 2. Mo. 20 und in 5. Mo. 5 sind die Gebote beschrieben, wobei der Ruhetag verschieden begründet wird: in 2. Mo. 20 mit der Sechstageschöpfung und in 5. Mo. 5 mit dem Auszug aus Ägypten, der Befreiung aus dem Frondienst. Es sind zehn ‚Gebote’, im Hebräischen ‚dabar’, d.h. ‚Worte’; es ist das Wort Gottes, zehn ‚Worte’. Gottes Wort ist zunächst das Schöpferwort, durch das Gott die Welt ins Dasein rief. Es ist aber hier auch das Vertragswort. Gott schloss einen Bund mit Seinem Volk Israel am Sinai. Gott spricht diese Zehn Worte (im Griechischen ‚dekalogoi’, daher der Begriff ‚Dekalog’, d.  h. ‚Zehn Worte’). Der Sinaibund wurde mit Israel gestiftet. Deshalb können wir die Gebote jetzt nicht alle 1:1 auf den Neuen Bund übertragen, sondern nur so, wie es der Herr Jesus bestätigt und bekräftigt, indem Er Seine Gebote zu den Wurzeln zurückgeführt hat, etwa in der Bergpredigt; oder wie es der Apostel Paulus in Röm. 13 und anderen Stellen tut. Das erklärt auch, warum wir heute als Christen nicht mehr den Sabbat halten, sondern den Auferstehungstag unseres Herrn Jesus, den ersten Tag der Woche. Wir leben nicht im Alten Bund, im Sinaibund, sondern im Neuen Bund des Blutes des Lammes Jesus Christus von Golgatha, der Sein Blut für uns vergossen hat zur Erlösung von unseren Sünden. Der Sinaibund ist also heilsgeschichtlich zu sehen. Und doch sind die Gebote für uns erhalten geblieben, außer dem Sabbatgebot. Das Sabbatgebot haben wir in erster Linie geistlich zu verstehen: dass wir uns befleißigen sollen, nach Hebr. 4,1-11 in die Ruhe Gottes einzugehen – d.h. ruhen von der eigenen Werkerei, im vollbrachten Erlösungswerk Jesu. Der äußerliche Sabbattag wird ausdrücklich – darauf komme ich noch zurück – im Neuen Bund abgelöst durch den Auferstehungstag Jesu Christi.

11


Drei Arten von Gesetzen

M

an unterscheidet im Alten Testament – gerade im Pentateuch (5 Bücher Mose), in der Thora – politische Gesetze sowie Zeremonial- und Moralgesetze, wozu (zu letzteren) etwa auch die Zehn Gebote besonders zählen. Diese sind für uns erhalten geblieben; sie wurden vom Herrn Jesus etwa in der Bergpredigt bestätigt und ‚radikalisiert’, d. h. zu den ‚Wurzeln’ (= radix) zurückgeführt. Die Zeremonialgesetze – etwa die Tempelanordnungen – werden ausführlich beschrieben, vor allem im 3. Buch Mose (Levitikus). Dazu gehören im Alten Bund Opfergesetze, Speisegebote, Reinheitsgebote u. ä. Diese insbesondere und auch der alttestamentliche Tempel sind überboten worden durch unseren Herrn Jesus Christus, der das vollkommene Opfer gebracht hat, so dass Tieropfer und Speisopfer nicht mehr notwendig sind. Der ganze Hebräerbrief stellt dar, wie der Herr Jesus selber die Erfüllung aller dieser Opfervorschriften im Alten Bund ist. Das Zeremonialgesetz gilt für uns also nicht mehr; es ist erfüllt in Jesus Christus. In Ihm ist es vollendet, zu seiner Vollendung gekommen. Wir opfern also keine Tiere mehr, sondern wir stützen uns dankbar auf das Opfer Jesu Christi, an das wir beim Abendmahl, beim Brotbrechen, immer wieder erinnert werden. Ferner gibt es im Alten Testament die politischen Gesetze, welche die Theokratie, die Gottesherrschaft, begründet haben. Auch diese können wir nicht 1:1 übertragen auf den Neuen Bund, sondern sie haben für Israel gegolten. Aber gültig geblieben sind die moralischen Gesetze, welche sich etwa in den Zehn Geboten finden. Auf der zweiten Tafel lesen wir Gebote, welche sich auf den Mitmenschen beziehen, während die Gebote auf der ersten Tafel – also die Gebote eins bis vier – sich auf die Verehrung Gottes beziehen, denn das ist der Zielpunkt: Gott die Ehre zu geben. Und bei den Geboten fünf bis zehn geht es um den Nächsten, um den Mitmenschen.

12


Ursprüngliche biblische Zählung

G

egenüber weit verbreitetem Gebrauch habe ich die ursprüngliche Zählung der Zehn Gebote beibehalten, nicht die Zählung, wie sie die Römisch-Katholische Kirche eingeführt und Luther übernommen hat. Diese haben nämlich das Bilderverbot nicht als eigenes Gebot gezählt, sondern gleich in das erste Gebot mit hinein genommen. Dies erklärt auch, weshalb wir in lutherischen Kirchen und vor allem auch in katholischen und vielen orthodoxen Kirchen viel mehr Bilder finden als in reformierten Kirchen und den meisten Freikirchen – wobei ich noch differenziert darauf eingehen werde, was das nun bedeutet: Du sollst dir kein Bildnis machen. Damit ist nicht jede Fotografie und jedes Poster verboten, sondern es geht hier um ganz bestimmte Bildnisse und einen entsprechenden Umgang mit diesen.

Die Zehn Gebote im Neuen Testament

I

m Neuen Testament finden sich zentrale Stellen, in denen die Zehn Gebote zusammengefasst werden. Dort wird der Herzschlag, der Kern dieser Gebote, von unserem Herrn Jesus Christus zum Klingen gebracht, etwa in Mt. 22,35-40. Da kamen die Pharisäer zu Jesus: 35. „Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte Ihm eine Frage, um Ihn zu versuchen, und sprach: 36. Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37. Und Jesus sprach zu ihm: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken!’ 38. Das ist das erste und größte Gebot.“ Man kann sagen: Die erste Tafel, die Gebote eins bis vier, beinhaltet die Liebe zu Gott, die sich dann auswirkt in der Heiligung Seines Namens, in der Einhaltung des Ruhetages usw. 39. „Und das zweite ist ihm vergleichbar: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!’“ Konkret: die Eltern ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen usw. 40. „An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“ 13


So sagt es unser Herr Jesus. Und der Apostel Paulus schreibt dazu an einer Stelle, die oft überlesen wird – in Röm. 13: 8. „Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9. Denn die [Gebote]: ‚Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren’ – und welches andere Gebot es noch gibt –, werden zusammengefasst in diesem Wort, nämlich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’“ Und dann kommt die Erklärung: denn die Liebe wird konkret in dem Halten der Gebote. 10. „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ Denn es gab viele in Korinth, auch in Rom und andern Gemeinden – es gibt auch heute sehr viele –, die sagten: „Wir haben die Liebe; wir brauchen keine Gebote mehr. Hauptsache, ich habe alle lieb.“ Aber was ist das für eine Liebe, wenn ich den andern bestehle, wenn ich in seine Ehe einbreche, wenn ich ihn vielleicht sogar umbringe, oder wenn ich ihn hasse – da fängt es ja schon an. Also: Die Liebe wird konkret, indem ich die Gebote aus Liebe und Dankbarkeit für die Erlösung durch unseren Herrn Jesus auf Golgatha halte. Wenn wir sie nicht konkret halten, ist die Liebe gegenstandslos, nicht gefüllt, nur ein leeres Wort. – Nun betrachten wir das erste Gebot.

14


Erstes Gebot 2. „Ich bin der H err , dein Gott, der Ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. 3. Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben!“ „Ich bin der HERR“

„J

HWH“, steht im Urtext. Das ist das ‚Tetragramm’, d. h. der Name Gottes, der von den Juden aus Ehrfurcht nicht ausgesprochen werden durfte. Sie haben ihn dann in ‚Adonai‘ (= der HERR) umgeschrieben; Luther hat JHWH (Aussprache wahrscheinlich ‚Jahwe’ und nicht ´Jehovah`) mit ‚der HERR’ übersetzt, was sehr richtig ist. Wir sagen auch ‚der HERR’: „Ich bin der HERR“, groß geschrieben. Er ist der wirkliche, der einzige Gott und Herr, der einzige lebendige, allmächtige und rettende Gott. Es wird deutlich, dass Jahwe lebendig ist, indem Er handelt in der Geschichte. Er sagt sogleich: „…der Ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe.“

J

ahwe ist nicht irgend ein Philosophengott, ein höheres Prinzip, das machtlos über den Wolken schwebt, wie Plato, Aristoteles und andere Philosophen phantasierten; sondern Er ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Der Philosoph Blaise Pascal schrieb einmal sehr richtig: „Nicht der 15


Philosophengott, sondern der lebendige Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ Und dieser hat gehandelt: Er hat Sein Volk aus der Knechtschaft der Ägypter befreit. Ägypten steht ja für die Knechtschaft Satans. Pharao, der sein Herz immer mehr verstockte, kam dadurch immer mehr unter die Macht Satans. Es war eine Prüfung für das Volk Israel; es bangte um die Frage: Würde Pharao das Volk ziehen lassen? Nur durch die starke Hand Gottes wurde die Macht Pharaos gebrochen. Und so hat auch der Herr Jesus auf Golgatha die Macht Satans gebrochen. Deshalb hat Gott nicht nur Sein Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens geführt, sondern Jesus hat uns, soweit wir wiedergeborene Christen, wiedergeborene Kinder Gottes sind, aus der Knechtschaft Satans, der Sünde und des Todes befreit. Das gilt also auch für uns – aber nur, wenn wir zu Jesus gehören. Satan flieht, wenn er uns unterm Kreuze sieht.

16


„Ich bin“ Diese gewaltigen Worte eröffnen also das erste der Zehn Gebote. Dieses „Ich bin“ ist genau das, was unser Herr Jesus im Neuen Bund zu Recht aufgegriffen und auf Sich bezogen hat. Es gibt im Johannesevangelium sieben Ich-bin-Worte. „Ich bin das Brot des Lebens“ (6,35), „Ich bin das Licht der Welt“ (8,12), „Ich bin die Tür“ (10,9), „Ich bin der Gute Hirte“ (10,11), „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (11,25), „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (14,6), „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (15,5). Jesus sagt damit nichts anderes, als: Ich bin der lebendige Gott, der Sohn Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eins. Die Gottheit Jesu und des Heiligen Geistes wird leider heute auch immer mehr von sog. frommen Kreisen in Frage gestellt. Lasst Euch da nicht betrügen! Jesus ist der lebendige Gott. Allein schon durch die Formulierung „Ich bin“ wird deutlich, dass Er Gott ist. Als die Soldaten Ihn im Garten Gethsemane gefangen nehmen wollten, sagte Er auch: „Ich bin“ oder „Ich bin es“; da fielen sie sofort um. Da wurde noch einmal die Macht Gottes erwiesen. – Wenn übrigens Menschen heute rücklings fallen, so ist das ein Zeichen des Gerichts und kein Zeichen des Segens – auch bei charismatischen Veranstaltungen. Die Söldner, die Jesus gefangen nehmen wollten, fielen rücklings zu Boden. Das Rückwärtsfallen ist genau das, was in Jes. 28,13b beschrieben ist: „… hier ein wenig, da ein wenig – damit sie hingehen und rücklings fallen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.“ „Ich bin der Herr, dein Gott“ (V. 2). Mit diesen Worten weist Gott hin auf die persönliche Beziehung, in die Er sich mit dem Menschen setzt; Er ist kein abstraktes Wesen, über das wir theoretisch diskutieren könnten, sondern Er sucht die persönliche Liebesbeziehung. Das weist hin auf den Bund, den Gott stiftete und den Israel annehmen durfte, und auf den Neuen Bund, in den hinein wir erlöst sind durch das Blut Jesu Christi, durch Sein Opfer am Kreuz. Wie wunderbar: aus Liebe! 17


„Dein Gott“ Das heißt: Ich schließe einen Bund mit euch. „Dein Gott“ heißt: „Ihr seid Mein Eigentum, spricht der HERR.“ Und das geschieht aus Liebe! Wir sehen in den Zehn Geboten, dass vor dem Anspruch Gottes der Zuspruch der Erlösung steht: Ich habe dich befreit aus der Knechtschaft Ägyptens, des Teufels, der Sünde. Vor dem Gebot steht das Heilsangebot. Das Gebot ist dadurch kein knechtendes Gesetz, sondern Gott streckt Seine Hand aus und bietet uns die Erlösung an. Und nur aufgrund dieser Erlösung können wir die Gebote überhaupt halten; aus eigener Kraft ist es nicht möglich. Vor dem Gesetz steht das Evangelium. Nur so können wir das Gesetz halten. Das geht mit dem Evangelium Hand in Hand.

Gesetz und Evangelium – eine Einheit!

E

s gab ja theologische Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Barthianern, ob zuerst Gesetz und dann Evangelium, oder zuerst Evangelium und dann Gesetz kommt. Ich denke, man kann das gar nicht trennen. Wir können die Gebote nur halten aufgrund des Evangeliums, des Opfers Jesu. Auch erkennen wir unsere Sünde nur durchs Gesetz. So geht das also Hand in Hand. Gesetz und Evangelium sind keine Gegensätze; sie sind komplementär, sie ergänzen sich. Wir dürfen nicht auseinander reißen, was zusammengehört. Man kann in einer bibelgemäßen Predigt kein Evangelium verkündigen ohne Gesetz und kein Gesetz ohne Evangelium. Kennen wir beide Einseitigkeiten? Es gibt beide Abweichungen; von manchen Kanzeln her sind sie bekannt. Eine Gemeinde predigt vielleicht sehr gesetzlich, die andere immer nur den ‚lieben Gott’, ohne auf die Ernsthaftigkeit des Gerichts und der Buße, der Strafe und des Zornes Gottes hinzuweisen. Wir dürfen beides nicht verschweigen, weder das eine, noch das andere. Die einen verkündigen immer nur ‚Evangelium’, aber es ist ein falsches Evangelium, eine ‚billige Gnade’; sie fallen dann in die Gesetzlosigkeit. Und die andern – die mit Peitschen auf die 18


Leute einschlagen und sie dabei so klein machen, dass sie gerade nur noch unter dem Teppich aufrecht gehen können, weil sie so fertig sind –, solche Gemeinden fallen in die Gesetzlichkeit. Das ist auch nicht geistlich. In solchen Kreisen sind manche schon so in die Verzweiflung geraten, dass sie sich schließlich das Leben genommen haben. So einseitig sollte Verkündigung nicht sein; sondern man muss immer bedenken: Gesetz und Evangelium gehören zusammen. Was ist das Gesetz und Gebot Gottes? Es ist Riegel gegen die Sünde, Spiegel, um in sich selbst die Sünde zu erkennen, und Regel für die praktische Nachfolge, aufgrund der Erlösung. So kann man das also zusammenfassen: Riegel, Spiegel und Regel. Die Gebote werden radikalisiert in der Bergpredigt unseres Herrn Jesus. Sie zeigen uns die Grenzen unserer Kraft und führen uns zur Gnade Jesu hin. Deshalb führen die Zehn Gebote zwangsläufig vom Berg Sinai zum Hügel Golgatha, zum Evangelium. Das wollte ich hiermit noch betonen. Dann wird nämlich aus dem „Du sollst!“, aus dem zwingenden Gebot, das gnadenvolle „Du wirst“: Du wirst nicht töten, du wirst nicht stehlen, wenn der Geist Gottes in dir wohnt. Welch ein Zuspruch ist das! Wenn wir es unter diesem Aspekt hören, hören wir es ganz anders, als wenn wir es nur unter dem gesetzlichen Aspekt hören. Das wollte ich ganz besonders betonen. – Das war nun also die Einleitung: „Ich bin der Herr, dein Gott.“ Und dann folgt das erste „Du sollst“: „Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben!“ (V. 3)

K

eine andern Götter! – Wie ist denn das heute? Verehren alle Religionen denselben Gott? Heute sagen viele Zeitgenossen: „Alle Religionen sollen gemeinsame Sache machen, denn wir haben doch alle nur einen Herrgott.“ Daran ist nur richtig, dass es tatsächlich – unbestritten! – nur einen Gott gibt. Die Bibel nennt Ihn ‚Jahwe’ (diese Aussprache jener 4 Buchstaben ‚JHWH’ im Hebräischen vermutet man zumindest). Er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, zugleich der Vater Jesu Christi, der Dreieinige Gott. Aber verehren alle Religionen wirklich denselben Gott? Die Moslems beten zu ‚Allah’. ‚Allah’ ist auch im Arabischen eine Bezeichnung für ‚Gott’, aber es ist nicht der Vater Jesu 19


Christi, es ist jemand anders. Moslems bestreiten die biblische Lehre, dass Gott dreieinig ist, und vor allem, dass er einen Sohn hat und dieser uns erlöste. Sie behaupten, es sei nicht „Isa“ (verdrehte Bezeichnung im Koran für „Jesus“), sondern ein anderer am Kreuze gestorben, der ‚Ihm ähnlich’ gewesen sei. Darum ist der Gott der Moslems etwas völlig anderes. Es kann nicht der gleiche Gott sein wie der in der Bibel bezeugte und offenbarte Gott. Hindus verehren 330 Millionen ‚Devas’, also sog. Gottheiten. – Buddhisten glauben mehrheitlich nicht an irgendeinen Gott. Manche von ihnen haben Buddha nachträglich vergöttlicht; aber ursprünglich vertrauten sie nur der Philosophie Buddhas als einem Weg der Befreiung aus der Vergänglichkeit und dem Leiden. – Anhänger afrikanischer und indianischer Stammesreligionen glauben an die Macht von Ahnengeistern, die sie durch Opfer und Rituale günstig zu stimmen versuchen. Alles dies ist etwas völlig anderes als der biblisch-christliche Glaube. Ökumene wird heute, angesichts der Zersplitterung der Menschheit, der sozialen Not, des Hungerproblems, der ökologischen Krise, der Kriegsgefahr, sehr betont. Und doch kann die Übertretung des ersten Gebots nicht der Weg zur Lösung sein. Denn daraus folgt gemäß durchgängiger biblischer Aussage nicht Friede, sondern das Gericht! Es kann kein Friede sein, wenn nicht Friede mit dem lebendigen Gott da ist. Und es kann kein Friede sein, wenn man das erste Gebot übertritt – was wir in der gesamten biblischen Heilsgeschichte deutlich sehen. Immer, wenn Israel mit Vertretern heidnischer Götzen paktiert hatte – ob mit den Ägyptern, Babyloniern, Assyrern oder mit welchen Völkern auch immer –, hatte es nicht Frieden bekommen, sondern Gericht und Untergang. Und so ist es auch heute nicht anders. Es gab schon viele interreligiöse Friedensgebete, 20


und doch brannten immer neue Kriegsherde auf. Es wird allerdings einmal ein Scheinfriedensreich entstehen, das aber sehr kurzlebig ist, nämlich nur 3 ½ Jahre, zur Zeit des Antichristen. Dann wird der Herr wiederkommen und diesem Spuk ein Ende machen (Offb. 13-20). Das erste Gebot haben wir gehört. Es heißt ähnlich in 5. Mo. 6,4ff: „4. Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! 5. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. … 14. Und ihr sollt nicht andern Göttern nachfolgen.“ Ähnlich steht es in 2. Kön. 17,35: „Fürchtet keine anderen Götter, betet sie nicht an, dient ihnen nicht und opfert ihnen nicht.“ Und viele weitere ähnliche Stellen gibt es. In Jes. 44,9-19 wird z. B. gesagt (sinngemäß zusammengefasst): „Die Götzenmacher sind alle nichtig. Der Zimmermann behaut das Holz und zirkelt es ab. Er macht einen Götzen daraus und kniet davor nieder. Die eine Hälfte verbrennt er im Feuer, auf ihr brät er sein Fleisch und isst den Braten und sättigt sich. Aber die andere Hälfte macht er zum Gott, dass es sein Götze sei.“ Es ist unglaublich, wie naiv Leute sich von Satan verführen lassen, der ihnen dieses Stück Holz als eine göttliche Macht vorgaukelt. – Dann heißt es in Jes. 44,20: „Wer der Asche nachgeht, den hat ein betrogenes Herz verführt ...“ Diese Götzen sind nichts weiter als Asche. Die Gefahr der Religionsvermischung, des Synkretismus, ist heute größer denn je, weil es Endzeit ist – weil Satan alle Register zieht, um Jesus, als den einzigen Weg zum Vater, an die Seite zu schieben. Heute heißt es nicht mehr „Jesus allein“, sondern „Jesus und“, nämlich: und Allah, Buddha, Zarathustra, Mohammed, Karl Marx, und was auch immer. Aber die Bibel sagt: Jesus allein! Und dieses allein ist das Schlüsselwort. Wo das reformatorische „allein Christus, allein die Heilige Schrift, allein aus Gnaden und allein aus Glauben“ fehlt, da ist nicht mehr das biblische Evangelium. Da werden andere Götter neben den Gott der Bibel gestellt. Aber „du sollst keine andern Götter neben Mir haben“, spricht der Herr. Wir müssen ja gar nicht so weit gehen bis zu den Religionen; sondern die Frage stellt sich, ob dieser Götzendienst bei dir und 21


bei mir persönlich nicht schon viel früher anfängt bzw. anfangen kann, wenn wir nicht wachsam sind! Martin Luther hat einmal richtig formuliert:

„Alles, woran du dein Herz hängst, ist dein Gott.“

W

oran hängt dein Herz? Hängt es z. B. an irgendwelchen abergläubischen Praktiken? Achtest du noch auf Tage, auf Horoskope? Vertraust du den Sternen mehr als dem Wort Gottes? Es gibt sogar manche, die nennen sich Christen und haben noch ein Maskottchen, einen Talisman im Auto hängen und sagen, das bringe ihnen Glück, damit ihnen kein Unfall passiere. Manchmal ist ja ein längerer Erkenntnisprozess nötig, bis man sich von solchen Dingen löst. Aber wenn man sein Herz an solche Dinge hängt und darauf vertraut und nicht allein auf den Herrn, dann ist das eindeutig Götzendienst, Aberglaube, Esoterik oder Okkultismus. Ein Götze kann auch der Glaube an den eigenen Wohlstand sein. Sicherlich dürfen wir genügend zum Leben haben. Wir sollen nicht so arm sein, dass wir stehlen müssen, aber auch nicht so reich, dass wir Gott vergessen. So wird es in den Sprüchen ausgedrückt; da betet der Autor dementsprechend, und so dürfen auch wir beten (Spr. 30,8 f.). Aber hängen wir unser Herz an den Besitz, an das Häuschen, das Auto, das Geld? „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“, spricht der Herr Jesus (Mt. 6,24). Auch Hobbys können einen so in Beschlag nehmen, dass man zu nichts anderem mehr Zeit hat. Ich fotografiere z. B. gerne, muss aber aufpassen, dass ich mein Herz nicht zu sehr an diese Dinge der geschöpflichen Welt hänge. Man darf als Christ Hobbys haben. Aber sie dürfen uns niemals so viel Zeit rauben, dass wir nicht mehr Gott dienen und beten können. Es kann sogar die eigene Familie zum Götzen werden: die eigenen Kinder, dass man sie idealisiert und verwöhnt und nicht mehr erzieht, sondern sie wie kleine Könige auf den Schild hebt; das tut den Kindern gar nicht gut. (Ich werde noch beim Gebot 22


der Elternehre darauf eingehen.) Auch der Ehepartner kann für uns über Jesus Christus stehen. Wie viele haben schon einen ungläubigen Ehepartner geheiratet und dabei gedacht, er würde sich schon bekehren, haben ihn vergötzt und die Liebe zu ihm über die Liebe zum Herrn gestellt. Aber oft ist man dann miteinander nicht so glücklich, weil der eine in diese Richtung und der andere in jene Richtung zieht. Wir wollen den Ehepartner lieben, auch die Kinder, aber nicht vergötzen. Darum geht es. Der Herr Jesus sagt sogar einmal: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich“, und Er zählt weitere Personen auf, die man normalerweise liebt; sogar die Kinder erwähnt Er und sagt: Wer sie mehr liebt als Ihn, „… der ist Meiner nicht wert“ (Mt. 10,37), und in der Parallelstelle in Luk. 14,26 zählt Er auch noch den Ehepartner und die Verwandten auf. Das soll also heißen, dass die Liebe zum Herrn Jesus über allem stehen muss. Auch über der Liebe zu mir selbst; denn das eigene Ich ist der größte und gefährlichste Götze! Gott hat uns geschaffen; ohne Ihn wäre keiner von uns da, weder wir noch unsere Kinder noch unsere Ehepartner. Gott über alles lieben und ehren, das ist das, wozu das erste Gebot uns auffordern will. Dazu könnte noch vieles gesagt werden; wir wollen es aber dabei bewenden lassen.

23


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
697478 by Fontis-Shop - Issuu