Alexander Briske
Ist die Lehre der Zeugen Jehovas biblisch?
Samenkorn 1
Vorwort „Zeugen Jehovas“ ist eine Organisation, die aus Menschen besteht, die sich zu den an Gott Gläubigen zählen. Wir treffen sie auf den Marktplätzen, sie klingeln an unseren Haustüren, sie bieten uns ihre Literatur an und versprechen uns das Paradies auf Erden. Es klingt so viel versprechend, dass viele Menschen gerne ihre Literatur nehmen und ihnen zuhören (sie sprechen doch über Gott!). Darum wollen wir uns darüber Gedanken machen, ob auch alles, was sie sagen, wahr ist. In der Bibel steht geschrieben, dass wir Gott glauben und nicht auf Menschen bauen sollen. Warum? Weil Menschen erstens nicht allwissend sind, dann sind sie fehlerhaft und auch noch Lügner (Röm 3,4). In Jeremia 17,5 steht geschrieben: „So spricht der Herr: verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut“. Weil wir das Gehörte gewöhnlich nicht überprüfen, machen wir Fehler und irren dann im Leben, anstatt den geraden Weg zu gehen. Es ist sehr wichtig, dass wir alles, was wir hören, lesen oder sehen, aufgrund des Wortes Gottes überprüfen, weil das Wort Gottes die absolute Wahrheit ist (Joh 17,17). Deswegen ruft uns der Apostel Paulus zu: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1Thess 5,21). Mit diesem Schreiben wollen wir keinesfalls jemanden beleidigen oder erniedrigen. Wir wollen auch nichts Schlechtes über einfache Menschen, die zu dieser Organisation gehören, sagen. Wir wollen hier die wichtigsten Gedanken, die von der Wachturmgesellschaft (WTG) durch ihre Zeitschriften „Der Wachturm“, „Erwachet“ und andere Literatur verbreitet werden, mit der Bibel, mit dem geschriebenen Wort Gottes vergleichen. Schlussfolgerungen kann jeder für sich selbst ziehen. Lieber Freund, der du dieses Schreiben zur Hand bekommen hast, wenn du wirklich die Wahrheit erfahren willst, dann lese es betend, schlage die angegebenen Bibelstellen nach und lese sie durch. 2
I. Die Bibel lehrt uns, dass Gott sich zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Namen offenbarte Die Wachturmgesellschaft aber lehrt, dass nur die Zeugen Jehovas den Namen Gottes heiligen, indem sie Gott „Jehova“ nennen, und dass nur diejenigen, die Gott mit diesem Namen nennen, zu dem Volk Gottes gehören1. Die Israeliten haben nie „Jehova“ gesagt, sondern wahrscheinlich „Jahwe“. Später wagte man nicht mehr, den heiligen Gottesnamen auszusprechen und sagte stattdessen „Adonai“ (=Herr). Damit man nun beim Vorlesen aus der Bibel daran erinnert wurde, „Adonai“ zu lesen und nicht versehentlich „Jahwe“, setzten die Juden in ihren Bibelhandschriften zu den Konsonanten des Namens „Jahwe“ (JHWH) die Vokale des Wortes „Adonai“ (eoa, wobei das Zeichen für e auch für a stehen kann), so dass Nichteingeweihte daraus „Jehova“ lesen mussten. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass „Jehova“ kein Name ist und man ihn deshalb auch in unserer Sprache nicht so schreiben und aussprechen sollte. Schon in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta (LXX) gab man JHWH mit „Kyrios“ (=Herr) wieder. Und auch im Neuen Testament steht dort, wo Schriftstellen aus dem Alten Testament zitiert werden, „Herr“ anstelle von JHWH. Unser Herr Jesus Christus und seine Apostel haben weder „Jehova“ noch „Jahwe“ gesagt, sondern „Herr“ (aus dem Vorwort zu der revidierten „Elberfelder Bibel“ von 1985). Dass JHWH (Jahwe) der Name Gottes ist, wissen die Menschen, die das Wort Gottes gründlich lesen. Es ist aber nicht der einzige Name Gottes. In 2 Mo 6,2-3 lesen wir: „Und Gott (Elohim) redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HERR (Jahwe); Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als „Gott, der Allmächtige“ (El Schaddai); aber mit Meinem Namen HERR (Jahwe) habe Ich Mich ihnen nicht geoffenbart.“ 1
WTG, „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben“, Selters/Taunus, 1982, S.185, Abs.6
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Also offenbarte Sich Gott den Patriarchen unter dem Namen El Schaddai, Mose und Seinem alttestamentlichen Volk – unter dem Namen JHWH (Jahwe). Dann, im Neuen Testament, offenbarte Er Sich der Gemeinde durch Seinen Sohn Jesus Christus als der himmlische Vater. Allein im Johannesevangelium gibt es mehr als hundert Stellen, wo Jesus Christus über Gott, wie über den Vater spricht. Oft sprach Er: „Euer Vater“ (Mt 6,8.15) oder: „Dein Vater“ (Mt 6,4.6.18). Auch die Jünger haben Gott „Vater“ genannt: „Herr, zeige uns den Vater“ (Joh 14,8). Als Jesus Christus Seine Jünger beten lehrte, sagte Er: „Wenn ihr betet, so sprecht: „Unser Vater, der Du bist im Himmel...“. In Röm 8,15 und in Gal 4,6 lesen wir, dass, wenn wir wiedergeboren sind, haben wir von Gott „den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: „Abba, Vater!“ und nicht „Jehova“, wie die Zeugen Jehovas es lehren. Ich habe auch einen Namen und bin auch ein Vater. Fremde Kinder nennen mich mit Namen, meine aber sagen zu mir „Vater“. So ähnlich ist es auch mit Gott. Für Kinder Gottes ist Gott der Vater, und Gott selbst lehrt uns, dass wir Ihn „Vater“ nennen sollen. Die Menschen aber, für die Gott fremd ist, nennen Ihn mit Namen. Jesus Christus hat doch gelehrt: „Geheiligt werde Dein Name“, (Mt 6,9) – sagen die Zeugen Jehovas dazu. Ja, richtig! Aber heiligen bedeutet doch nicht, Gott einfach „Jehova“ zu nennen! Wir finden in der Bibel keine einzige Stelle, wo Jesus Christus beim Beten Gott mit Namen Jehova genannt hat, oder dass Er gelehrt hat: „Betet also, Gott Jehova!“ Hat Er denn Seinen Namen nicht geheiligt? Sicher hat Er es! Denn heiligen bedeutet, Gott zu lieben, Ihn, Seinen Namen in Ehren halten, so leben, dass Er durch unser Leben verherrlicht wird. Dazu noch ein paar Fragen: • welchen Namen haben die ersten Christen angerufen? (1Kor 1,2) • welchen Namen haben die ersten Christen verkündigt? (1Kor 1,23-24) • wen sollten Christi Jünger bezeugen? (Apg. 1,8) • Um welchen Namens willen hat man sein Leben hingegeben? (Apg 15,26) Die richtige Antwort ist immer: „Jesus Christus“. Nicht weil wir es so wollen, sondern weil Gott, „Jahwe“, es so bestimmt hat (Phil 2,9-11). 4
II. Das Wort Gottes lehrt uns, dass Jesus Christus Gott ist Die WTG lehrt aber, dass Jesus Christus kein Gott, sondern eines der höchsten, von Gott erschaffenen, himmlischen Wesen ist. Deswegen lautet der erste Vers im ersten Kapitel des Johannes Evangeliums in ihrer „Neue Welt“ Bibelübersetzung so: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott“ – einer von vielen. Damit wird Jesus Christus auf eine Ebene mit den Engeln und anderen himmlischen Wesen gestellt. Interessant ist es, dass die Zeugen Jehovas selber schreiben, dass Jesus Christus „…wird auch als Gottes „Erstgeborener“ und als sein „einziggezeugter“ Sohn bezeichnet“, und direkt danach kommt ihre Erklärung: „Das bedeutet, dass er vor allen anderen Geistsöhnen Gottes und als einziger von Gott direkt erschaffen wurde.“2 Merken wir nicht, dass es ein Widerspruch ist, denn wie kann jemand, der von Gott gezeugt und geboren ist, auch noch von Ihm geschaffen sein? Eine von diesen zwei Behauptungen muss falsch sein, oder? Dass Jesus Christus nie zu der Engelswelt gehört hatte, sehen wir auch aus Hebr 1,5, wo geschrieben steht: „Denn zu welchem von den Engeln hat Er (Gott) jemals gesagt: „Du bist Mein Sohn; heute habe Ich Dich gezeugt“? Zu welchem? Die Antwort lautet: zu keinem. Diese Worte gehören Gott selbst. Und ferner: wir finden in der Bibel viele Stellen, wo Jesus Christus konkret mit dem Namen „Sohn Gottes“, oder „Gott“ genannt wird. Zum Beispiel: „Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus, Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1Joh 5,20). Dass Jesus Christus Gott ist, sehen wir im Wort Gottes. Das lehrt uns, dass: • wir keinen außer Gott anbeten sollen Mt 4,10, • Sünden nur Gott vergeben kann Mk 2,10-11; Mt 28,18, • die Anbetung der Engel Sünde ist Offb 19,10. Und in der Heiligen Schrift wird Jesus Christus als Gott verehrt: 2
WTG, „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben“, Selters/Taunus, 1982, S.58, Abs.5
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• ER wird angebetet. In Mt 8,2 lesen wir, dass der Aussätzige (in der NW-Übersetzung – „huldigte“) „betete Ihn an“. Und Jesus verbot es ihm nicht. • ER vergibt Sünden Mk 2,5. • ER wird sogar im Himmel angebetet Offb 5,8-4. Also ist Er nach Seinem Wesen der wahre Gott. Er hat mit Gott die gleiche Natur, und ist nach der Stellung der Sohn und ordnet Sich freiwillig dem Vater unter. Hier gibt es keinen Widerspruch, den Zeugen Jehovas in Seinem Gehorsam und in Seiner Abhängigkeit vom Vater sehen oder sehen wollen.
III. Das Wort Gottes lehrt uns, dass der Heilige Geist eine Person ist Die WTG lehrt aber, dass der Heilige Geist keine Person, sondern nur eine wirksame Kraft Gottes ist.3 Wir alle wissen, welch einen Unterschied es zwischen einer Kraft und einer Person gibt. Irgendeine Kraft hat keinen Verstand, sie kann nichts fühlen, kann sich nicht entscheiden. Das kann nur eine Person. Jetzt schauen wir einmal, was die Bibel über den Heiligen Geist sagt: • Der Heilige Geist spricht – Hebr 3,7 – Er hat den Verstand. • Man kann Ihn betrüben – Eph 4,30 – Er hat Gefühle. • Er trifft Entscheidungen – Apg 13,2 – Er hat einen Willen. Das alles sind Merkmale einer Person. In 1Kor 6,19 lesen wir: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist…“ Kann der Wind oder der Strom irgendwo wohnen? Oder kannst du den Wind betrüben (Eph 4,30) oder betrügen (Apg 5,4)? Warum sagt Jesus Christus: „Wahrlich, Ich sage euch: Alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, 3
WTG, „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben“, Selters/Taunus, 1982, S.40, Abs.17
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