Bernhard Koch (Hrsg.)
ReformaZion
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Antonius
Copyright © 2012 ReformaZion Media Alle Rechte vorbehalten. Redaktionelle Mitarbeit: Conny Wenski Druck und Bindung: GGP Pößneck 1. Auflage, Dezember 2012 ISBN 978-3-938972-14-4 Bibelzitate mit der Angabe (EB) wurden der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, entnommen. Bibelzitate mit der Angabe (LU) entstammen der revidierten Lutherbibel, © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart. Gerne senden wir Ihnen unser Verlagsverzeichnis: ReformaZion Media Braasstraße 30 D-31737 Rinteln Email: info@reformazion.de Tel.: (05751) 97 17-0 Fax: (05751) 97 17-17 Unser Buchprogramm finden Sie auch im Internet unter: www.reformazion.de
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Inhalt
Vorwort
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Einleitung 11 - Antonius in seiner Zeit - Zeitgeistliche Einflüsse auf die junge Kirche - Asketisches Leben nach dem Vorbild des Antonius - Das Maß der Askese Das Leben des Antonius 1. Kindheit und Jugend 2. Antonius wird Asket 3. Anfechtungen – erste Angriffe der Dämonen 4. Extreme asketische Lebensführung 5. In den Gräbern – erneuter Kampf mit Dämonen 6. Antonius geht in die Wüste 7. Die verlassene Festung – des Eremiten neue Heimat 8. Zeit der Klostergründungen 9. Häuser des Gebets 10. Leben in der Verborgenheit 11. Verlangen nach dem Martyrium 12. Befreiung von einem Dämon 13. Erneute Suche nach Einsamkeit 14. Der Antoniusberg 15. Ägypter und Jerusalemer 16. Kämpfe mit Dämonen auf dem Berg Kolzim
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17. Das Wunder auf der Reise zu den Brüdern 18. Mahnworte an die Besucher 19. Heilung des Fronto 20. Heilung eines jungen Mädchens 21. Rettung eines Verdurstenden 22. Himmelfahrt einer Seele 23. Heilung des Polykratia 24. Paul der Einfältige 25. Hilarion von Gaza 26. Demut und prophetische Begabung 27. Übler Gestank auf dem Schiff 28. Ein vornehmer Mann wird von einem Dämon befreit 29. Vision vom Schicksal der Seele nach dem Tod 30. Vision von der Himmelfahrt der Seelen 31. Der blinde Didymus 32. Wesen und äußere Erscheinung des Antonius 33. Antonius und die Häretiker 34. Antonius widerlegt die Arianer 35. Heilung eines besessenen Mädchens 36. Disputationen mit heidnischen Philosophen 37. Brief des Kaisers Konstantin an Antonius 38. Verwüstung der Kirchen durch die Arianer 39. Wunder durch Gebet im Namen Jesu 40. Antwort an einen General 41. Prophetie für General Balakius 42. Ermahnungen an Bedrängte 43. Paulus von Theben 44. Lebensende des Antonius – letzte Rede an die Mönche 45. Sorge um die Bestattung 46. Krankheit und letzte Worte des Antonius 47. Antonius‘ Tod 48. Nachruf zum Leben des Antonius
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Inhalt
Anhang 1 Weisung des Antonius an seine Schüler: Fürchtet den Teufel nicht!
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Anhang 2 Auswahl vorzüglicher Reden 1. Aus den Sprüchen der Väter 2. Aus den Briefen des Antonius
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Anhang 3 Antonius‘ Einfluss auf die Geschichte
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Anhang 4 War Antonius von der Lehre der Gnosis beeinflusst?
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Anhang 5 Athanasius von Alexandria
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Endnoten
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Literaturhinweis
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s kommt eine Zeit, E in der die Menschen närrisch werden und in Wahn geraten, und wenn sie einen sehen, der kein Narr und nicht wahnsinnig ist, stehen sie gegen ihn auf und sagen: ,Du bist von Sinnen!’ – deswegen, weil er ihnen nicht ähnlich ist. Antonius 1
kämpft, enthält sich aller Dinge; Jederjeneaber,nun,derdamit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. ... Ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn. 2
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5 In den Gräbern – erneuter Kampf mit Dämonen
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ach einer gewissen Zeit hatte Antonius das Empfinden, geistlich nicht mehr zu wachsen. Er wollte tiefer in die Geheimnisse Gottes eindringen. Doch an dem Ort, an dem er sich befand, war das nicht möglich. Mit seiner asketischen Lebensführung hatte er ein bestimmtes Niveau im Geist erreicht. In diesem Zustand empfand er vermehrt, eine noch größere Einsamkeit aufzusuchen, um in die Kräfte seines Vorbildes des Propheten Elia zu gelangen. So machte er sich eines Tages auf, um sich von seinem Heimatort Kome noch weiter zu entfernen.
Auf der Suche nach einem geeignetem Ort gelangte Antonius zu den Gräbern in der Gegend von Memphis. 88 Dort fand er eine alte Höhle, eine burgähnliche Grabkammer, die voll Gewürm und Skorpionen war, aber auch eine Wasserquelle in sich barg. Diese gefiel ihm sehr und erschien ihm für seine Absichten gut geeignet. Queffélec merkt an: ,,Reich der Toten, Reich der bösen Geister. Antonius kommt nur der Gräber wegen. Stärker als der Wüstenwind weht hier der Flügelschlag dämonischer Wesen; Myriaden, zahlreicher als all die Mumien in den Grüften, als alle in den Massengräbern aufgeschichteten, zerstäubten Skelette. Die Erde hat hier Generation um Generation eingeschlürft, wie sie das Regenwasser trinkt, und über diesen Marktplatz der Jahrhunderte schweben die Engel des Bösen. Das Evangelium spricht ausdrücklich von unreinen Geistern, die in den Gräbern hausen. Der christliche Asket steht hier auf einem Schlachtfeld erster Ordnung.“ 89 Noch wagte es Antonius nicht, ganz in die Wüste zu ziehen. Dort, am Anfang der Einöde, wollte er in der Erkenntnis des Herrn erst noch wachsen, um später in der Kraft des Glaubens mitten in der 53
Antonius Wüste bestehen zu können. Andere Einsiedler rieten ihm allerdings davon ab, dort zu wohnen, denn solche Orte waren verrufen und nicht geheuer. Diese Gegenden waren von den Dämonen in Besitz genommen worden. Denn: ,,Das Reich des Bösen ist dort, wo der Tod triumphiert.“ 90 Bisher hatte es niemand gewagt, hier zu leben. Antonius jedoch folgte seinem Herzen. Und so führte er sein Dasein fortan in dieser Grabhöhle. Mit Brot ließ sich Antonius durch einen befreundeten Asketen versorgen. Das Brot war lange haltbar, sodass ihm nur alle sechs Monate etwas gebracht werden musste. Es handelte sich um eine Art Zwieback, wie ihn die Kopten noch heute rösten – so hart, dass man ihn mit einem harten Gegenstand in Stücke hauen muss.
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Von Dämonen geschlagen
er Böse ließ nicht lange auf sich warten. Kurz nachdem Antonius sich in die Grabkammer eingesperrt hatte, begann dieser mit den Belästigungen. Er war derart gereizt von der Anwesenheit des Asketen, dass er ihn schon nach kurzer Zeit nicht mehr ertragen konnte. Das Reich der Finsternis setzte nun alles daran, Antonius zu vertreiben. Die Mächte ahnten und fürchteten, er könnte demnächst auch in die Wüste ziehen. Füllte er diese mit seiner Askese und veränderte er ihre Atmosphäre durch seine Gebete, würde ihnen auch noch die letzte irdische Bleibe vermiest. Die Wüste ist der Ort, an dem der Teufel und seine Dämonen fliehen, nachdem sie aus Menschen ausgetrieben wurden. ,,Ist der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren, so durchstreift er wüste Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht.“ 91 Zur Vermeidung dieser möglichen Absicht des Asketen kam der örtliche Dämonenfürst eines Nachts mit einer Schar böser Geister. Sie schlugen Antonius derart heftig, dass er vor Qualen
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In den Gräbern – erneuter Kampf mit den Dämonen verstummte und besinnungslos zu Boden sank. Später berichtete der Geprügelte, die von den Dämonen verursachten Schmerzen seien sehr grausam gewesen. Von Menschen zugefügte Schläge hätten solch eine Pein nicht verursachen können. 92 – Das mag wohl so sein, denn auch der Apostel Paulus, dem hohe Offenbarungen zuteil wurden und der sogar bis in den dritten Himmel entrückt wurde und dort Dinge sah und hörte, die uns auf Erden nicht zu vermitteln sind, wurde von einem Satansengel geschlagen, damit er sich aufgrund seiner tiefen Einblicke in geheime Dinge nicht überhebe. Die dämonischen Schläge machten Paulus deutlich, Gott vermag es, den Schwachen mit Kraft zu füllen und neu zur Gnade zu leiten: ,, ... denn Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ 93
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Rechtzeitige Hilfe
er Herr verlässt nicht, die auf ihn hoffen. Durch Gottes Vorsorge kam am Tag nach dem Überfall sein Freund, um dem Einsiedler Brot zu bringen. Als dieser die Tür öffnete, fand er zu seinem Leid Antonius wie tot am Boden liegen. Er hob ihn auf, lud ihn auf seine Schultern, trug ihn zur Kirche des nächsten Dorfes und legte ihn dort auf die Erde. Einige der Verwandten des Antonius und etliche Dorfbewohner kamen, setzten sich neben den Bewusstlosen und klagten, denn sie glaubten, er sei tot. Sie alle hatten Antonius herzlich lieb gehabt. So weinten sie um ihn und verbrachten den Abend bei der vermeintlichen Leiche. Nachdem schon einige nach Hause gegangen und alle anderen, außer seinem Freund, eingeschlafen waren, kam neues Leben in Antonius’ Körper. Als er erwachte und sich aufrichtete, sah er, wie er zwischen all den Schlafenden lag. Dann erblickte er seinen Freund, winkte ihn zu sich und bat ihn, ihm behilflich zu sein und ihn wieder zu den Gräbern zu bringen, ohne jemanden aufzuwecken, damit niemand etwas merke. 94 55
Antonius
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Zurück auf dem Kampfplatz
ntonius wollte keine weitere Hilfe und auch keinen Beistand von seinem Freund. Er wusste, die Dämonen hatten seine Herausforderung angenommen. Nun hatte er weiterzukämpfen. Zunächst noch matt, lag er wieder in seiner Grabkammer, hinter verschlossener Tür. Neue Kraft strömte in seine Glieder und schon bald sprach er ein feuriges Gebet. Dann forderte er den Fürsten der Finsternis heraus und sprach: ,,Wage dich doch ein wenig hervor, wenn du der Teufel bist!“ 95 Und mit lauter Stimme rief er den Dämonen zu: ,,Seht, ihr Widersacher Gottes, euer Feind Antonius ist wieder da! Er scheut sich nicht, mit euch zu streiten! Greift mich nur immerzu mit all eurer Gewalt an, ich fürchte eure Schläge nicht; wenn ihr mich auch noch mehr quält. Ich weiß, nichts kann mich von Gottes Liebe scheiden, die in Christus Jesus ist. 96 Solltet ihr auch ein Heerlager gegen mich aufstellen, mein Herz wird sich nicht fürchten.“ 97 ...
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aus Kapitel:
43 Paulus von Theben
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Auf dem Weg zu Paulus
ntonius wurde der Existenz des Paulus in einem Traumgesicht gewahr. Gott zeigte ihm, dieser lebe ganz in seiner Nähe für Christus. Das geschah, als Antonius gerade in der Gefahr stand, sich selbst als den herausragendsten Asketen zu sehen. Sicher, er hatte sich in den vielen Kämpfen mit Dämonen, vor denen er nicht zurückgewichen war, bewährt. Allerdings befand er sich noch immer nicht in solch einer Ruhe, in der ihm eine solche Versuchung zum Hochmut nicht mehr vor Augen gekommen wäre. Paulus von Theben jedoch hatte dies alles hinter sich gebracht und lebte im völligen Frieden. So zeigte Gott Antonius, es gab jemanden, der fortgeschrittener war als er, und dass er diesen Heiligen aufsuchen sollte. Durch die Rede Gottes beschämt, war Antonius sofort gehorsam und machte sich auf, diesem Eremiten zu begegnen. Ohne den Aufenthaltsort des von Gott bezeichneten Mannes zu kennen, ging er aufs Geratewohl los, mit der inneren Überzeugung, durch den Heiligen Geist den richtigen Weg gewiesen zu bekommen. Als Antonius so in der Wüste scheinbar ziellos daher ging, belästigten ihn satanische Erscheinungen. Ungetüme stellten sich ihm in den Weg und versuchten, ihn zur Umkehr zu bewegen. ,,Doch 185
Antonius er durchschaute die List des bösen Feindes, der ihn von heilsamer Demütigung zurückhalten wollte und deshalb schreckte.“ 365 Eine dieser Kreaturen, welche Antonius auf seiner Wüstenwanderung entgegentrat, war ein Zentaur – ein Mischwesen mit Pferdekörper und Menschenkopf. Bei dessen Anblick machte Antonius das Kreuzzeichen und rief: ,,Nun gut, wer du auch sein magst, sage mir, wo wohnt in dieser Gegend der Diener Gottes?“ Worauf jenes Wesen, mit einem borstigen, starrenden Antlitz eine unverständliche Antwort brummte und dabei mit ausgestreckter Rechten den gewünschten Weg wies. Dann machte sich der Zentaur mit der Geschwindigkeit eines Vogels davon und entschwand den Blicken des überraschten Mannes Gottes schnell. Noch über diese Begegnung staunend, zog Antonius weiter. Er war noch nicht weit gekommen, da sah er in einem felsigen, rings von Bergen umgebenen Tal eine kleine, menschliche Gestalt, mit gekrümmter Nase und Hörnern an der Stirn; und der untere Teil des Körpers lief in Bocksfüße aus. Als er nun dieses Wesen sah, ergriff der Streiter Christi, der sich schon in vielen Kämpfen mit den Mächten der Finsternis bewährt hatte, im Geist den Schild des Glaubens und den Panzer der Gerechtigkeit. 366 Das Wesen aber bot ihm Datteln als Wegzehrung an, wie einen Unterpfand des Friedens. Daraufhin blieb Antonius stehen und erhielt auf die Frage, wer dieser denn wäre, die Antwort: ,,Ich bin ein Sterblicher, einer von den Bewohnern der Wüste, welche vom Heidentum, durch mannigfache Irrtümer getäuscht, mit den Namen Faunen, Satyrn und Inkuben verehrt werden. 367 Ich bin von meinen Genossen gesandt. Wir ersuchen dich, für uns bei dem gemeinsamen Herrn, der wie wir wissen, einst zur Erlösung der Welt kam, Fürsprache einzulegen. Über die ganze Welt hat sich die Kunde von ihm ausgebreitet.“ Während er dieses sagte, flossen Tränen aus seinen Augen. Voller Erstaunen darüber, dass er die Sprache dieses Wesens verstehen konnte, stieß Antonius mit seinem Stab auf den Boden und sprach: ,,Weh dir Alexandria, weil du anstatt Gott Götzenbilder verehrst! Weh dir, buhlerische Stadt, in 186
Paulus von Theben welcher die bösen Geister des ganzen Erdballs zusammengeströmt sind! Was wirst du nun sagen? Sogar diese Kreaturen bekennen Christus, und du verehrst an Gottes Stelle Götzen.“ Noch als er so sprach, schoss das gehörnte Wesen in schnellem Lauf, wie ein Pfeil, davon. 368 Nach diesem Erlebnis ging Antonius weiter in die von ihm eingeschlagene Richtung, fand aber nichts in der weiten Wüste als die Spuren wilder Tiere. Der Abend brach an und dann die Nacht. Ohne zu wissen, ob er sich auf dem rechten Weg befände, verging auch der zweite Tag. Die Strapazen des Marsches machten Antonius wenig aus. Er war trainiert; sein asketisches Leben hatte ihn daran gewöhnt, Entbehrungen zu ertragen. Ihn sorgte vielmehr, womöglich nicht würdig zu sein, zu dem ihn übertreffenden Eremiten zu gelangen. So verbrachte er, nach dem zweiten Tag seines Marsches, die ganze Nacht im Gebet. Und als der dritte Tag anbrach, erblickte er eine durstige Wölfin, die dahergerannt kam und lechzend und atemlos in einer Felsenhöhle verschwand. Nach einer gewissen Zeit kam sie wieder heraus und lief davon. Antonius schloss daraus, dass es in dieser Höhle eine Wasserquelle geben musste; daher machte er sich auf, um sich an ihr zu erfrischen. Doch in der Höhle war keine Quelle; sie war leer. Aber als sich seinen Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte er im Hintergrund einen schmalen Spalt, durch den Tageslicht schimmerte. Auf diesen ging er nun zu und fand eine Öffnung – wie die einer verschlossenen Tür.
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Die Begegnung
aulus, in seinem Paradies, hörte Schritte nahen. Doch anstatt die Tür zu seinem Palmensaal zu öffnen, schloss er sie fester zu, indem er einen großen Stein vor sie wälzte und mit einem Querbalken verriegelte. Dies tat er, um die Geduld und Demut des sich Nahenden zu prüfen. 187
Antonius Antonius, der unbedingt hereingelassen werden wollte, erging es so, wie den Vielen, die im Laufe der Jahre in seine eigene Bleibe eindringen wollten, um von ihm gesegnet zu werden. Er bat um Einlass und sprach: ,,Du weißt, wer ich bin; du weißt, weshalb ich komme. Ich bin’s nicht würdig, dein Angesicht zu sehen; aber es ist mein fester Entschluss, nicht von hier zu weichen, bis mir dies Glück gewährt wurde. Die wilden Tiere lässt du ein und nimmst sie freundlich auf und tränkest sie, aber die Menschen willst du verstoßen? Nein, das kann ich nicht glauben! Sieh, gesucht hab ich dich und habe dich gefunden; jetzt klopfe ich an, damit mir aufgetan werde. Kann ich das nicht erlangen, so bleibe ich hier, um vor deiner Tür zu sterben. 369 Dann musst du immerhin meinen Leichnam begraben.“ 370 Auf diese Weise sprach und flehte der neunzigjährige Antonius von Tagesanbruch an, bis die Sonne hoch am Himmel stand. Dann endlich meldete sich Paulus und sagte: ,,Bittet man denn mit solchen Drohungen? Du sprichst, dass du hier sterben willst und wunderst dich, dass man dich nicht einlässt?“ 371, und räumte den Eingang lachend frei. ...
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