„Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen ... Ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn ...“ (1. Korinther 9:25+27; Luther)
Copyright © 2009 by ReformaZion Media Braasstraße 30 D – 31737 Rinteln Fon 05751 / 97 17 0 Fax 05751 / 97 17 17 info@reformazion.de www.reformazion.de Alle Rechte vorbehalten. ISBN 978-3-938972-09-0 1. Auflage, Oktober 2009 Printed in Germany Bibelzitate wurden, wenn nicht anders vermerkt, der revidierten Lutherbibel, © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart entnommen. Bibelzitate mit der Angabe (EB) entstammen der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags.
II
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Fürchtet keinen Teufel
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ftmals erscheinen die Dämonen in der Gestalt, wie der Herr dem Hiob das Untier beschrieb, als er sagte: „Sein Niesen strahlt Licht aus, und seine Augen sind wie das Strahlen der Morgenröte. Aus seinem Rachen schießen brennende Fackeln, sprühen Funken hervor. Aus seinen Nüstern strömt Rauch wie von den glühenden Kohlen eines flammenden Herdes. Sein Atem entzündet Kohlen, und eine Flamme fährt aus seinem Rachen.“ (vgl. Hiob 41:10-13) In der von Hiob beschriebenen Weise erscheint der Fürst der Dämonen und will Furcht und Schrecken verbreiten. Dabei spricht er listig gewaltige Worte, wie der Herr sagt: „Denn er hält das Eisen für Spreu und das Erz für morsches Holz. Das Meer ist ihm wie ein Salbentopf, der Schlund des Abgrundes wie ein Gefangener. Der Abgrund ist ihm wie ein Platz zum Lustwandeln.“ (vgl. Hiob 41:19+23+24) Doch der Höchste hat dem Hiob gezeigt, dass er auch mächtiger als dieses geschaffene Wesen ist. Durch Mose heißt es vom Feind, dass er spricht: „Ich verfolge und werde ergreifen.“ (vgl. 2. Mose 15:9) Und Jesaja zitiert den Bösen: „Die ganze Erde habe ich ergriffen mit meiner Hand wie ein Nest, und ich hebe sie empor wie verlassene Eier.“ (vgl. Jesaja 10:14) 12
Mit solchen Prahlereien hexen sie, um die Gottesfürchtigen zu verführen. Aber wir Gläubigen brauchen des Teufels Phantastereien nicht zu fürchten und auf seine Worte nicht zu achten; denn er lügt und sagt kein wahres Wort. Garnichts von dem, was er sagt, entspricht der Wirklichkeit. Trotz seiner kühnen Reden und seines Übermutes wurde er vom Heiland wie der Drache am Angelhaken gezogen, wie ein Stück Vieh erhielt er ein Halfter durch die Nüstern, wie ein entlaufener Sklave wurde er mit einem Ring durch die Nase gebunden, und seine Lippen mit einer Kette durchbohrt (vgl. Hiob 40:24+25). Wie einen Spatz hat der Herr ihn gefangen, damit wir ihn verspotteten (vgl. Hiob 40:29). Er und seine Mitteufel wurden wie Skorpione und Schlangen hingeworfen, um von uns Christen zertreten zu werden (vgl. Lukas 10:19). Der Beweis dafür ist die Tatsache, dass wir jetzt auf eine Weise leben, die ihm zuwider ist. Wir trotzen dem, der vermessen sprach. Er kündigte an, das Meer auszutrocknen und den Erdkreis in seine Hand zu nehmen; seht, er kann jetzt noch nicht einmal eure Enthaltsamkeit hindern, noch mich, der ich gegen ihn rede. Lasst uns also nicht auf das achten, was er sagt, denn er lügt; noch seine Blendwerke fürchten, auch sie sind Trug. Das Licht, das in den Dämonen leuchtet, ist nicht wahrhaftig. Es ist die Ankündigung und das Abbild des ihnen bereiteten ewigen Feuers, worin sie selbst brennen werden müssen. Mit diesem Feuer suchen sie die Menschen zu erschrecken; freilich, sie erscheinen, aber augenblicklich verschwinden sie wieder, ohne dass sie einen der Gläubigen verletzen konnten. Sie tragen nur das Abbild des Feuers, das sie dereinst aufnehmen wird. Niemand, der ihnen widersteht, kann von diesem Feuer erfasst werden. Man braucht sie also nicht zu fürchten; alle ihre Anstrengungen sind umsonst, wenn wir Christi Gnade annehmen. 13
Dämonen geben sich fromm
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ämonen sind listig und fähig, sich in alle möglichen Gestalten zu verwandeln. Häufig stellen sie sich, als sängen sie unsichtbar Psalmen und gebrauchen die Worte der Schrift. Wenn wir vorlesen, sagen sie bisweilen wie ein Echo dasselbe, was vorgelesen wurde; wenn wir ruhen, wecken sie uns auf zum Gebet; das tun sie immer wieder, sie wollen uns einfach nicht erlauben zu schlafen. Manchmal kommen sie auch in Mönchsgestalt und geben sich den Anschein, als seien sie fromm. Sie versuchen uns durch ihr Aussehen zu verführen. Schaffen sie es aber, schleppen sie die von ihnen Getäuschten, wohin sie wollen. Achtet nicht auf die Dämonen, auch wenn sie euch zum Gebet wecken oder raten zu fasten. Gebt ihnen auch keine Aufmerksamkeit, wenn sie euch anklagen und schmähen wegen dem, was ihr vormals getan habt und worin sie eure Mitwisser wurden. Denn nicht aus Frömmigkeit oder Wahrheitsliebe versuchen sie euch zu frommen Handeln zu bewegen. Sie wollen die einfachen Herzen in Verzweiflung stürzen, und das Leben im Verzicht als nutzlos hinzustellen. Sie streben danach, uns krank zu machen, um zu zeigen, das Einsiedlerleben sei mühevoll und schwer. Letztlich gehen sie so vor, um uns daran zu hindern, ihnen zum Trotz zu leben.
Hört niemals auf den Teufel
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ls der vom Herrn gesandte Prophet sprach: „Weh über den, der seinen Nächsten tränkt mit schmutziger Vernichtung“ (vgl. Habakuk 2:15), meinte er die Dämonen. Deren Trank bewegt zu Handlungen und Gedanken, die den Weg zur Tugend verschließen. Der Herr selbst verbot den Dämonen den Mund, auch wenn sie die Wahrheit sagten – und sie sprachen die Wahrheit, als sie verkündeten: „Du bist der Sohn Gottes.“ (vgl. Lukas 4:41) Er hinderte sie zu sprechen, damit sie nicht etwa mit der Wahrheit ihre eigene Sünde ausstreuten, und 14
damit er auch uns daran gewöhne, niemals auf sie zu hören, auch wenn sie die Wahrheit zu sagen scheinen. Denn es ziemt sich nicht, dass wir, die wir die Heilige Schrift und die Erlösung durch den Heiland besitzen, vom Teufel belehrt werden, der seine eigene Ordnung nicht einhält, sondern bald dies, bald jenes sinnt. Daher hindert der Herr ihn auch, wenn er die Worte der Schrift verwenden will und sagt sowohl ihm als auch dem Sünder: „Warum verkündest du meine Gerechtigkeit und nimmst mein Gesetz in deinen Mund?“ (vgl. Psalm 50:16) Die Dämonen sprechen und lärmen, verstellen sich und verwirren, um die Reinen zu verführen. Auch bringen sie ein Getöse hervor und lachen töricht und pfeifen; wenn man aber nicht auf sie achtet, so weinen sie und jammern wie Besiegte.
Stellt euch taub
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er Herr Jesus ließ in seiner göttlichen Macht die Dämonen verstummen. Von ihm und den Heiligen müssen wir lernen, wie sie zu handeln, und ihren Mut nachahmen. Angesichts der bösen Geister sprachen sie: „Als der Sünder mir gegenüber trat, verstummte ich, und ich demütigte mich und schwieg vom Guten“ (vgl. Psalm 39:2+3), und: „Wie ein Tauber hörte ich nicht, und wie ein Stummer öffnete ich nicht den Mund. Und ich wurde wie ein Mensch, der nicht hört.“ (vgl. Psalm 38:14+15) So wie jene wollen auch wir den Dämonen kein Gehör schenken, da sie nicht zu unserem Herrn gehören und uns fremd sind. Wir dürfen nicht hinhören und ihnen nicht gehorchen. Vielmehr wollen wir unsere Askese mit Vorsatz betreiben und uns nicht von den Dämonen täuschen lassen. Sie trachten danach, uns mit List aus unserer Gemeinschaft mit Christus zu führen. Habt keine Angst vor ihnen, auch wenn sie auf uns einzustürzen scheinen und mit dem Tode drohen; sie sind schwach und können nichts als eben nur drohen. 15