Leseprobe Rick Joyner Die Fackel und das Schwert
Schleife Verlag, CH-Winterthur
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Leseprobe Titel der Originalausgabe: The Torch and the Sword © 2003 Rick Joyner Published by MorningStar Ministries and Publications, P.O.Box 19409, Charlotte, NC 28219-9409 U.S.A. Tel 7045228111 Fax 7045227212 www.morningstarministries.org 1. Auflage Mai 2004 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, Postfach 85, CH-8411 Winterthur, Switzerland. Tel. +41 (0)52 2322424 Fax. +41 (0)52 2336082 Email: publications@schleife.ch www.schleife.ch ISBN 3-907827-39-2 Vertriebspartner Deutschland. Osterreich: Gerth Medien. Asslar Schweiz: Gerth Medien AG, CH-Rothrist Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, der Luther Bibel (Revidierte Fassung) entnommen. Der Text des Buches folgt den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung. Die Bibelzitate sind der neuen Rechtschreibung angepasst. Übersetzung: Jens Uhder Lektorat: Michael Herwig und Judith Petri Umschlaggestaltung: Pia Maurer Satz und Druck: Schönbach-Druck GmbH, Erzhausen Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie.
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Leseprobe INHALTSVERZEICHNIS Einführung
7
Kapitel 1
Die Fackel
35
Kapitel 2
Der Bote
45
Kapitel 3
Das Pferd und das Mädchen
53
Kapitel 4
Der Plan
65
Kapitel 5
Das Schwert
75
Kapitel 6
Die geistliche Autorität
89
Kapitel 7
Die Königin
101
Kapitel 8
Der Baum und seine Frucht
109
Kapitel 9
Die Krieger
119
Kapitel 10 Die Strategie
129
Kapitel 11 Die Schlacht
139
Kapitel 12 Die Bedeckung
145
Kapitel 13 Das Konzil wird einberufen
151
Kapitel 14 Die Schlacht nimmt ihren Lauf
159
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Leseprobe KAPITEL 1 Die Fackel
Ich sass in meinem Hotelzimmer in London und war voller Unruhe. Einen Moment lang dachte ich darüber nach, einen kleinen Spaziergang zum Buckingham Palace zu machen, der nur wenige Strassenzüge von meinem Hotel entfernt lag. Obwohl ich wusste, dass ich gerade jetzt hier sein musste, war dies eine der schwierigsten Reisen als Gastredner, die ich je gemacht hatte. Ich musste an die Prophetie denken, mit der mir diese Reise angekündigt worden war, und lehnte mich in meinem Sessel zurück, um einen Moment lang auszuruhen. Plötzlich befand ich mich in einer anderen Welt. Ich war an einem Strand und spürte, wie das Wasser meine Füsse sanft umspülte. Es kam mir vor wie ein Traum, aber ich wusste genau, dass ich nicht schlief. Ich schaute zum Himmel, der in leuchtenden Farben erstrahlte. Noch niemals hatte ich einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gesehen, bei dem der Himmel so aussah. Ich fragte mich, warum ich nicht ergründen konnte, ob es sich um einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang handelte. Dann fiel meine Aufmerksamkeit auf die Luft, die ich atmete. Sie war nicht nur sauber und frisch; ich hatte das Gefühl, dass jeder Atemzug mich verjüngte und meinen Verstand erhellte, so dass meine Gedanken zunehmend klarer und schärfer wurden. Mein Blick fiel auf einen Gebirgszug in der Ferne, und ich betrachtete die Berge für eine Weile. Sie schienen gut 80 Kilometer entfernt zu sein; vielleicht waren es aber auch viel mehr. Die Luft war so klar, dass es schwer zu schätzen war. Ich liebe Berge, und ich habe schon viele eindrucksvolle Bergkulissen gesehen. Diese Berge übertrafen jedoch alles, was ich bisher erlebt hatte. Sie schienen wie eine gewaltige Festung, die Kraft und Entschlossenheit ausstrahlte. Zugleich hatten sie jedoch etwas sehr Wohltuendes und Einladendes an sich. Ich betrachtete das Wasser und fragte mich, ob es wohl die Möglichkeit gäbe, dieses Meer zu umrunden und irgendwie zu den Bergen hinzukommen. So weit entfernt sie auch waren, übten sie doch eine gewaltige Anziehung auf mich aus, und ich wollte mich am liebsten sofort auf den Weg machen. Da spürte ich den Drang, das Meer ein wenig näher zu betrachten. Das Wasser war kristallklar, und anders als der Himmel war es erstaunlicherweise nur zartblau. Ich fragte mich, ob es irgendwo einen vollkommeneren Ort geben konnte. Irgendwie fühlte ich mich hier spontan zu Hause, so als gehörte ich hierher. Ich spürte, wie ich hier in wunderbarer Weise lebendig wurde. Es war so, als ob ich von einem Traum erwachte und mich ganz unverhofft in einer Wirklichkeit wiederfand, die ungleich herrlicher war als der Traum. Dann bemerkte ich eine Gestalt, die am Strand auf mich zu- kam. Von weitem konnte ich erkennen, dass sie in der Hand eine Fackel trug. Das Licht, das von der Fackel ausging, hatte dieselbe Farbe wie der Himmel. Ich wusste sofort, dass es der Herr war. Ich erkannte ihn an der Art, wie er sich bewegte; sein Schritt war voller Entschlossenheit, doch zugleich ohne jede Hast. Er ist niemals in Eile, weil die Zeit ihm untertan ist. Als er näher kam, sah ich, dass er ein weisses Gewand mit einem goldenen Gurt trug, der vorne geknotet war. Am unteren Ende und an den Armen war das Gewand mit einem goldenen Muster gesäumt. „Es ist Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zugleich“, sagte er. „Ein Sonnenuntergang an einem Ort bedeutet immer zugleich einen Sonnenaufgang an einem anderen. Was du gerade erlebst, ist die Abenddämmerung eines Zeitalters © Schleife Verlag CH-Winterthur
Leseprobe und die Morgendämmerung eines neuen. Darum bist du hier, um etwas über den Ausgang des gegenwärtigen Zeitalters zu erfahren und über das neue Zeitalter, das jetzt anbricht.“ Er kam näher und hielt mir die Fackel entgegen, um anzudeuten, dass ich sie nehmen sollte. „Sie ist für dich“, sagte er. „Ich habe dieses Feuer entfacht, an dir ist es. es am Brennen zu halten.“ Als ich die Fackel entgegennahm, war ich überrascht, dass sie so leicht war. Deshalb dachte ich im ersten Moment, dass sie auch zerbrechlich sein müsste. „Sie ist weder leicht noch zerbrechlich“, erwiderte der Herr als Antwort auf meine Gedanken. „Sie hat weit mehr Substanz und ist ungleich gewichtiger als die Erde selbst. Dies ist das Licht meiner Gegenwart. Wenn ich dir nicht nahe wäre, könntest du es nicht halten. Wenn du dich aus meiner Gegenwart entfernst, wird die Fackel schwer werden. Wenn du dich sehr weit von mir entfernst, dann wirst du sie niederlegen müssen. Dann wird ein anderer sie aufheben und weitertragen. Du darfst sie tragen, solange du mir nahe bleibst.“ Ich betrachtete die Fackel ein wenig näher, und der Herr fuhr fort: „Diese Fackel atmet keine irdische Luft, sondern himmlische. Keine Macht der Erde kann sie auslöschen, solange derjenige, der sie trägt, mit mir in dieser Wirklichkeit wandelt. Die Helligkeit und Kraft der Fackel hängt vom Leben desjenigen ab, der sie trägt, und davon, wie nahe er mir bleibt.“ Ich schaute noch immer die Fackel an, als der Herr begann, den Strand entlangzugehen. Er hatte sich gerade einige wenige Schritte entfernt, als ich merkte, wie die Fackel schwerer wurde. Ich beeilte mich, zu ihm aufzuschliessen. Dann hörte ich hinter mir eine weitere Stimme. „Auch die Fackel selbst kann dich davon ablenken, ihm nachzufolgen.“ Als ich mich umdrehte, erblickte ich einen Mann mittleren Alters, der mit einer einfachen Mönchskutte bekleidet war. Sein Gesicht war ernst und strahlte zugleich eine tiefe Freude aus. Während wir alle miteinander am Strand entlanggingen, sprach er weiter. „In deiner Zeit wird es so viele geben, die diese Fackel tragen, wie in allen vorherigen Zeiten zusammengenommen. Wenn du ihnen begegnest, wirst du sie erkennen. Ihr müsst einander helfen und ermutigen. Kein Fackelträger kann alleine bestehen, deshalb musst du dich mit anderen Fackelträgern verbinden. Dann werdet ihr imstande sein, die Mächte des Bösen zu überwinden, die euch entgegentreten. Es wird euch möglich sein, Menschen, Städte und selbst ganze Nationen durch das Licht dieser Fackel freizusetzen.“ Dann bemerkte ich, dass die Fackel atmete — sie lebte! Ich fasste sie mit beiden Händen, und in diesem Augenblick durchfuhr mich ein Energiestoss. Es war so, als ob ich einen Stromkreis geschlossen hätte. Meine Perspektive erweiterte sich, mein Verstand wurde schärfer, und ich spürte, wie meine Kraft wuchs. Es war mir unbegreiflich, wie man einen solchen Schatz jemals beiseite legen konnte. „Du hast den Schmerz noch nicht erlebt, den diese Fackel mit sich bringt“, warf der Herr an dieser Stelle ein. „Ich erhalte das Universum durch mein Wort, und mein Wort ist es, das dich dazu befähigt, diese Fackel zu tragen. Diese Fackel ist das Licht meiner Gegenwart, und sie ist zugleich das, was man ‚eine Bewegung‘ nennt. Ich bin die lebendige Wahrheit, und eine Wahrheit, die lebendig ist, ist immer in Bewegung. © Schleife Verlag CH-Winterthur
Leseprobe Es begann mit einer Bewegung des Heiligen Geistes, und diese Bewegung des Heiligen Geistes hat nie aufgehört. Leben ist Bewegung.“ Der Mönch, der neben uns herging, fügte hinzu: „In Ihm leben wir und wandeln wir. Der Heilige Geist ist immer in Bewegung. Als er am Anfang der Zeiten über der ungeformten Leere des Raumes, über dem Chaos, schwebte, da brachte er das Leben hervor. Dies ist seine Absicht. Er will aus dem Chaos, welches das Böse in dieser Welt hervorgebracht hat, das Leben der neuen Schöpfung hervorbringen. Wenn du mit dem Geist wandelst, werden sein Leben und seine Kreativität für deinen eigenen Geist wie Luft zum Atmen sein.“ „Wer sind Sie?“, fragte ich. „Ich bin der, den ihr Thomas a Kempis nennt.“
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