Leseprobe Geri Keller ISRAEL UND DIE NATI ONEN Eine neue Partnerschaft Schleife Verlag, CH-Winterthur
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Leseprobe INHALT Teil I: Eine biblische Sicht der Nationen 7 Teil II: Die Berufung Israels im Blick auf die Nationen 19 Vermittler von Gottes Sicht für die Nationen (prophetischer Auftrag) 19 Schlüssel des Segens für die Nationen (Vaterschaft) 21
Offenbarungsträgerin für die Nationen (Mutterschaft) 27
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Leseprobe © 2002 Geri Keller 1. Auflage Oktober 2002 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, Postfach 85, CH-8411 Winterthur, Switzerland Tel +41 (0)52 2322424 Fax +41 (0)52 2336082 Email: publications@schleife.ch www.schleife.ch ISBN 3-907827-20-1 Die Bibelzitate in diesem Buch sind, wenn nicht anders angegeben, der Zürcher Bibel (1993) entnommen. Lektorat: Michael Herwig Umschlaggestaltung: Pia Maurer Satz und Druck: Jordi AG, CH-3 123 Belp Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie
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Leseprobe Teil 1 EINE BIBLISCHE SICHT DER NATIONEN Nationen und Völker können nur im Kontext mit Israel gesehen werden. Israel, das Volk der Juden, ist der Schlüssel für die Tür der anderen Völker. Jesus hat ja einmal von diesen Schlüsseln des Reiches gesprochen, die den Juden gegeben wurden, das Reich Gottes aufzuschliessen oder zuzuschliessen (Lukas 11,52). Und das betrifft nicht nur einzelne Personen, sondern — dem Auftrag der Juden gemäss — immer auch die Nationen. Die Juden sind eine Nation, der Gott per Definition die Schlüssel zu den anderen Nationen gegeben hat. Sie können ihnen das Reich Gottes aufschliessen, und sie können es zuschliessen. Israel wird von Gott der «Erstgeborene» unter den Völkern genannt. In 2. Mose 4,22 heisst es: «Dann sollst du (Mose) zum Pharao sagen: So spricht der Herr: ‚Israel ist mein Sohn, mein Erstgeborner‘ ...» In Sacharja 2,8 spricht Gott dann durch den Mund dieses Propheten von Israel als seinem «Augapfel», und dass, wer Israel antastet, Gottes Augapfel antastet. Aber das bedeutet nicht, dass die Juden historisch das erste Volk gewesen wären. Die Juden stehen geschichtlich in einer langen Kette von Völkern, auch grossen Völkern, bedeutenden Kulturen, die längst vor Israel da waren. Wir denken an China, die Babylonier (Chaldäer), Ägypten usw. Da gab es gewaltige Kulturen, die dem Volk Israel vorausgegangen sind. Israel war also nicht einfach der Prototyp dieser Völker, sondern da wurde Volksgeschichte, Nationengeschichte längst vorher geschrieben. Gott hat in diesem Volk der Juden nicht etwas total Neues geschaffen. Wirklich neu war, dass Israel Gottes «Erstgeborener» war. In diese Neuschöpfung hat Gott jedoch vieles mit hineingenommen. Abraham kam aus Ur in Chaldäa, dem Zweistromland mit seinen Kulturen, deren Wissen und Prägungen er mitgebracht hat. Dann war Abraham Fremdling im Land der Kanaaniter mit wieder anderen Kulturen, die er in sein Leben mit hineingenommen hat. Getrieben von einer Hungersnot finden wir ihn dann ifir eine Zeit in Ägypten, wohin später ebenfalls Jakob mit 70 Seelen übersiedelte, um zu diesem Sklavenvolk zu werden, das 400 Jahre im Schatten der Hochkultur Ägyptens lebte. Auch Israels geistiger Führer, Mose, wurde durch diese ägyptische Kultur am Pharaonenhof mitgeprägt. In dieses Werden seines erstgeborenen Sohnes hat Gott also auch die Geschichte dieser Hochkulturen mit hineingewoben. Israel ist nicht einfach im Reagenzglas entstanden, sondern mitten in diesem Völkergemisch, weil es von Gott berufen war, Schlüssel zu sein für die Nationen. Alle Nationen sollen durch dieses Volk gesegnet werden. Als jetzt die Juden wieder einen Staat bekommen haben — und damit auch wieder eine Identität als Nation mit einem Land, mit einer Selbstbestimmung, mit einer einheitlichen Sprache (dem Neu- Hebräischen) —‚ ist auch dieser Staat wieder aus dem Gemisch von Völkern entstanden. Die Juden kamen aus vielen, vielen Völkern mit ihren Prägungen — es kamen amerikanische Juden, es kamen deutsche Juden, ukrainische Juden, russische Juden, äthiopische Juden, afrikanische Juden. Sie kamen von überall her und haben ihre Prägungen, auch genetische Codes anderer Völker, mit hineingebracht in den Entstehungsprozess dieses zionistischen Israels, während das Volk wieder zurückgefunden hat zu dem Land seiner Väter, das ihm Gott zugeschworen hatte mit einem heiligen Schwur.
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