Scott MacLeod DER LÖWE DES LICHTS
Scott MacLeod
DER LÖWE DES LICHTS Ein Wort für die Schweiz
Schleife Verlag, CH-Winterthur
© 2001, Scott MacLeod, Zadok Publications, 296 Granger View Cr. Franklin, TN 37064, USA Sonderauflage, Juni 2010 © Schleife Verlag, Pflanzschulstrasse 17, Postfach 85, CH-8411 Winterthur, Switzerland Tel +41 (0)52 2322424 Fax +41 (0)52 2336082 Email: publications@schleife.ch www.schleife.ch ISBN 978-3-907827-14-7 Die Bibelzitate sind in der Regel, wenn nicht anders angegeben, der Luther-Bibel entnommen. Übersetzung: Tina Pompe Lektorat: Michael Herwig Umschlaggestaltung: Pia Maurer Satz und Druck: Schönbach-Druck GmbH, D-Erzhausen Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie. Beschränkte Sonderausgabe Christustag 2010 mit einem Vorwort des Programmverantwortlichen, Hanspeter Nüesch.
In Zusammenarbeit mit ChristNet, Forum von ChristInnen für Soziales, Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Entwicklung (www.ChristNet.ch).
Seit 2001 setzt sich ChristNet im Gebet, mit Informationen und Aktionen für mehr Nächstenliebe in Gesellschaft und Politik ein. In diesem Sinn lud es 2007 Scott MacLeod und Hanspeter Nüesch als Referenten an die ChristNetKonferenz „Die Schweiz – bekannt für ihre Barmherzigkeit?“ ein. Die Konferenzunterlagen können auf www.ChristNet.ch eingesehen werden.
Limitierte Sonderauflage mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Schleife Verlages.
Dieses Buch ist der «Treue und Tapferkeit der Schweizer» gewidmet; darüber hinaus allen, die ihr Leben in Anbetung und geistlichem Kampf dem König und seinen hohen Zielen auf Erden geweiht haben. Mögen Sie alle von ganzem Herzen dem einen wahren König, Jesus Christus, dienen – mit aller Liebe, Mut und Treue.
«...der Gerechte ist furchtlos wie ein junger Löwe.» (Sprüche 28,1) «Viele Menschen rühmen ihre Güte; aber wer findet einen, der treu ist?» (Sprüche 20,6)
Vorwort Gottes Turbo: Missionare der Barmherzigkeit Hanspeter Nüesch, Programmverantwortlicher Christustag 2010
Ich wurde gebeten, zur vorliegenden Christustag-Sonderausgabe des Büchleins „Löwe des Lichts“ ein einleitendes Wort zu schreiben. Ich mache das gerne, insbesondere nachdem ich den Autor als integren Christen persönlich kennen lernen konnte.
Gottes Bestimmung für die Schweiz Ende der Siebziger Jahre – wir nahmen gerade die „Aktion Neues“ Leben in Angriff, die in den folgenden zehn Jahren in grossen Teilen der Schweiz durchgeführt werden sollte – empfanden wir Gottes starkes Reden, dass ebenso wichtig wie die Evangelisierung unseres eigenen Landes das Teilen unserer Schweizer Gaben mit der Welt ist. Vor unserem geistigen Auge sahen wir, wie Ströme von Gottes Liebe in Form von Menschen, Know-how, Gebet und Finanzen von der Schweiz aus in alle vier Himmelsrichtungen in die Welt hinaus fliessen und überall, wo sie hingelangen, Leben bringen. Personen ausserhalb unseres Landes bestätigten diesen Eindruck in der Folge. Wir gewannen die Überzeugung, dass eine Erneuerung unseres Landes eng damit verknüpft ist, dass die Schweiz, und insbesondere die Schweizer Kirche, ihre reichen, von Gott erhaltenen Gaben mit der Welt teilt. Jemand drückte es so aus: „Reaching Switzerland by reaching the world“ 6
(„Die Schweiz erreichen, indem wir die Welt erreichen“). Ja noch mehr: Wir empfanden, dass es für uns Schweizer mindestens so wichtig ist, zu geben, wie für die ärmeren Länder zu empfangen. In die Tat umgesetzte Barmherzigkeit und Grosszügigkeit würde uns vom Fluch des Götzen Mammon befreien, sodass wir als Schweizer in unsere gottgegebene Bestimmung hineingelangen könnten.
Echte Freunde, glaubwürdige Christen In den folgenden Jahren habe ich auf meinen Projektreisen im Ausland gesehen, wie viel bleibender Segen durch einen relativ kleinen Schweizer Beitrag ausgelöst werden kann. Immer wieder erlebte ich, dass uns Schweizern im Ausland wegen unserer politischen Neutralität und unserem Qualitätsbewusstsein viel Goodwill entgegengebracht wird, gerade auch in ehemals kommunistischen Ländern und im Nahen Osten. Ich spürte etwas von Gottes grosser Liebe für die Menschen, in Russland, Nepal, Ruanda, Kuba, China und Nordkorea. Ja, Nordkorea. Nachdem wir die Bibel, eine Kuhglocke mit Schweizer Kreuz und ein auf Christus hinweisendes prophetisches Wort an die Verantwortlichen weitergeben hatten, gab ein Vertreter der Regierung in seiner Ansprache seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass wir Schweizer ihnen als erstes Land in ihrer Not beigestanden hätten. Die Schweizer hätten sich als echte Freunde und glaubwürdige Christen erwiesen. Echte Freunde, glaubwürdige Christen – ich denke, darum geht es. Das muss immer neu bei uns zu Hause beginnen. Die Vision hinter dem Christustag ist ein schweizweites Netz von offenen Häusern, in denen unsere Mitmenschen echte Freundschaft und Zuneigung erleben. „Häuser der Hoffnung – Orte der Freundschaft“ sollen Gottes Liebe erfahrbar machen und Menschen auf den Einzigen hinweisen, der nachhaltig helfen kann: Jesus Christus. 7
Ich stimme mit dem Autor des vorliegenden Büchleins überein, dass wir Schweizer uns zu diesem Zweck der Knechtschaft des Geldes entledigen müssen. Wir tun dies am besten, indem wir gegenteilig handeln und unseren Reichtum mit den Bedürftigen teilen, den Nahen und den Fernen. So werden wir aus Knechten des Mammon Missionare der Barmherzigkeit. Aus Söldnern und Hehlern (Stichwort Bankgeheimnis) werden Friedensstifter und Brückenbauer. Wir Schweizer haben die Gabe des Verwaltens von uns anvertrauten Gütern. Nutzen wir diese Gabe, um Schätze im Himmel anzuhäufen! Wenn wir nur erkennen könnten, welch grosser Segen durch einen einzigen Fünfliber in der Welt ausgelöst werden kann! Ein kubanischer Evangelist und Gemeindegründer verdient durchschnittlich fünf Fünfliber im Monat, ein nepalesischer 15 Fünfliber, ein russischer 25 Fünfliber.
Als Gottes Verwalter zum Segen für die Welt Auf dem Rand unseres Fünflibers ist ein starkes christliches Bekenntnis eingeprägt: „Dominus providebit“ („Der Herr wird versorgen“). Gott ist der Eigentümer des Besitzes, wir sind nur dessen Verwalter. Wir verwalten die uns anvertrauten Güter nur dann gut, wenn wir uns immer neu bewusst werden, dass letztlich Gott unser Versorger ist. Aber wir haben die Aufgabe, als Haushalter der Gaben Gottes diese zum Wohl der Menschen einzusetzen. Wir Schweizer haben besonders viel anvertraut bekommen. Das bedeutet Verantwortung, aber auch die Chance, ein grosser Segen für die Welt zu sein. Es ist aber nicht damit getan, dass wir nur etwas von uns mit den Bedürftigen dieser Welt teilen. Es geht darum, dass wir unser ganzes Leben mit ihnen teilen: „… so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teil zu geben, sondern auch an unserem Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen.“ (1. Thessalonicher 2,8) Die meisten von uns werden diesen Auftrag in der Schweiz leben. Mehr und 8
mehr von uns werden aber als Botschafter von Gottes Barmherzigkeit in die Welt hinaus gesandt werden, um den Menschen dort in Tat und Wort Gottes Liebe zu bezeugen. Der Gründer des Roten Kreuzes, der Genfer Henry Dunant, dessen Todestag sich 2010 zum 100. Mal jährt, hat als Banker den Fluch des Mammon erlebt: Seine Grossinvestition in ein Kornmühlenprojekt in Algerien ging verloren und mit ihr sein Hab und Gut. Er hat aber auch erlebt, was für ein Segen es bringt, wenn wir zuerst an andere denken und ihnen gegenüber Gottes Mitgefühl zeigen und leben. Das Rote Kreuz ist zu einem weltweiten Synonym für gelebte Barmherzigkeit geworden. Kürzlich hat das kommunistische Nordkorea Henry Dunant mit einer Sondermarke geehrt. Dabei ging es Henry Dunant in seinen eigenen Worten nur darum, „ein Jünger Jesu wie im ersten Jahrhundert zu sein und sonst nichts“.
Aus der Jesusbegegnung Barmherzigkeit leben Ich glaube zutiefst, dass von der Schweiz aus bald Erweckungsströme in alle Teile der Welt hinausfliessen werden. Im zunehmenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chaos werden wir gleichzeitig eine wachsende geistliche Ernte einbringen helfen. Je dunkler es in der Welt wird, desto heller wird das Licht Christi scheinen. Verstecken wir dieses Licht nicht! Legen wir den Turbo ein; und zwar nicht, indem wir noch mehr als schon bisher in rein menschlicher Kraft rotieren, sondern indem wir täglich die Begegnung mit Jesus Christus und seinem Wort suchen. Täglich, mit weniger geht es nicht. „Kneel to God: Stand up to Life“ („Knie nieder vor Gott; erhebe dich zum Leben“), so lautet ein bekannter Buchtitel von Don Summers. In der Begegnung mit Christus werden wir immer neu vom Heiligen Geist zum Dienst ausgerüstet werden. Unser göttlicher Auftraggeber wird uns leiten und uns zeigen, wie wir wann welchen Menschen Gottes Liebe zeigen können. 9
Dieses Büchlein ist eine grosse Ermutigung, um angetan mit der göttlichen Waffenrüstung Botschafter der Liebe und Barmherzigkeit zu sein. Ich habe diese prophetischen Worte von Scott MacLeod mehrmals gelesen und wurde dabei immer neu ermutigt, im geistlichen Kampf um wertvolle Menschenleben nicht nachzulassen, sondern mit Gottes Hilfe neu den Turbo einzulegen. Wenn Sie durch die Lektüre dieses Büchleins gesegnet wurden, dann geben Sie es an andere weiter, sodass bald eine wachsende Bewegung von Missionaren der Barmherzigkeit einen heilenden Gegentrend in vielen Teilen der Welt setzt. Das wird nicht zuletzt auch zum Segen für unser Land werden und uns von der Knechtschaft der Gier und des Materialismus’ befreien. Abschliessend ein weiteres Wort von Henry Dunant, den die Schweizer Familie kürzlich als „grössten Schweizer“ bezeichnet hat: „Wacht aus Eurer Trägheit auf, aus Eurer schuldhaften Gleichgültigkeit, aus Euren nichtigen, provinziellen Streitereien, die häufig absolut spitzfindig sind. Es gibt erhebende Stunden auf dem Zifferblatt der Geschichte. Verpasst nicht die Gunst des Augenblicks und dieses günstige Jahr! Denkt daran! Die Utopie von heute wird häufig morgen zur Realität!“ Hanspeter Nüesch, Mai 2010
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Einführung Im Juli 1999 war ich zusammen mit meiner Frau und einigen guten Freunden zu Besuch in der Schweiz. Damals machten wir eine überwältigende, tiefgreifende prophetische Erfahrung, die wir niemals vergessen werden. Das vorliegende Wort berichtet von dieser prophetischen Erfahrung und auch von der Auslegung, die wir dafür empfingen. Der Herr gab uns eine weitreichende Offenbarung über das Volk und die Kirche in der Schweiz – über ihre Vergangenheit und auch darüber, was meiner Meinung nach ein Hinweis auf ihre geistliche Zukunft und Bestimmung ist. Als wir in der Schweiz waren, hatten wir die Gelegenheit, dieses prophetische Wort einer kleinen Gruppe von Schweizer Freunden und einigen strategischen Leitern weiterzugeben, und es schien sie tief zu treffen. Ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass ich dieses Wort aufschreiben sollte, aber erst jetzt habe ich vom Herrn die Gnade und Freiheit dazu empfangen. Jetzt ist die richtige Zeit! Ich möchte jeden Leser ermutigen, dieses Wort zuerst anhand der Schrift und im Heiligen Geist zu prüfen, um zu sehen, welche Wahrheit darin enthalten ist. Am 29. September 2000 erwachte ich um 6.11 Uhr morgens aus einem Traum. Ich empfing diesen Traum zu einer Zeit, in der ich den Herrn wegen dieses Wortes suchte, das er uns über die Schweiz gegeben hatte. Ich glaube, dass die Uhrzeit dieses Traumes von grosser Bedeutung ist, da mir der Herr die folgende Schriftstelle dazu gab... Epheser 6,11: «Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Feindes.» Wir stehen kurz vor einem gewaltigen Kampf mit dem Reich der Finsternis; und die Gemeinde Gottes muss gut ausgerüstet und vorbereitet sein, um gegen diese bösen Mächte standhalten zu können, die schon sehr bald auf der Erde losgelassen werden. Wir können nur dann erfolgreich gegen all das bestehen, was auf uns zukommt, wenn wir vollständig mit der 11
ganzen Waffenrüstung Gottes gerüstet sind. Ich glaube, dass dieses Wort, das den Titel «Der Löwe des Lichts» trägt, sehr eng mit der Vorbereitung für diesen grossen Kampf verbunden ist. Aber es spricht auch in ganz besonderer Weise über die strategische Rolle der Schweizer in diesen letzten Kapiteln der Kirchengeschichte. Hier ist also der Traum, den ich in jener Nacht empfing: Ich sah die Gangschaltung eines Fahrzeugs; und ich wusste, dass es sich dabei um die Schweiz handelte, da sie sich im «Leerlauf» (wörtlich aus dem Englischen: «im neutralen Gang») befand. Das Fahrzeug stand still und steckte in einem Strassengraben fest. Dann erschien eine Hand – ich wusste, dass es die Hand Gottes war – und ergriff den Schaltknüppel mit grosser Kraft und begann, ihn zu bewegen. Sogleich heulte der Motor des Fahrzeuges auf; und ich wusste wiederum, dass dieses Auto, das die Kirche in der Schweiz symbolisierte, allmählich bereit war, wieder in Fahrt zu kommen. Dann war ich aber sehr überrascht, als der Herr nicht etwa den ersten, zweiten oder dritten Gang einlegte, sondern den Rückwärtsgang! Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, weil ich so sehr davon überzeugt war, dass es nun endlich an der Zeit ist, dass etwas passiert und die Gemeinde Gottes in der Schweiz in die Fülle ihrer Berufung und ihrer Bestimmung im Herrn kommt. Aber dann offenbarte mir der Herr, dass das «R» in diesem Fall nicht nur für «Rück wärtsgang» stand – sondern für «Reformation». Mir war sofort klar, dass Gott kurz davor steht, einen grossen Wandel in seiner Gemeinde hervorzurufen. Viele Dinge werden sich verändern und in die Gänge kommen! Der Rückwärtsgang bedeutet aber auch, dass die Schweizer zunächst zurückblicken und ihre Geschichte erfassen müssen, um anschliessend in angemessener Weise in ihrer Bestimmung vorangehen zu können. In meinem Traum musste das Fahrzeug zunächst rückwärts aus dem Strassengraben fahren, ehe es weiterfahren konnte. Bisweilen müssen wir erst zurückblicken, um nach vorne sehen zu können. Es gibt einige Punkte in der Schweizer Geschichte, die noch nicht ganz gelöst sind; und es gibt auch einige Wahrheiten über die Schweizer Identität, die in der letzten Zeit verlo12
ren gegangen sind, die wir wieder neu entdecken müssen. Gott möchte die Flüche umkehren, welche die Gemeinde Gottes in der Schweiz noch zurückhalten; und er möchte sie zu einem grossartigen Sieg und Segen führen. Die einzig gültige Perspektive ist die des Herrn; und der Vater sehnt sich danach, dass die Schweizer Gläubigen beginnen, sich in dem gleichen Licht zu sehen, wie er es tut. Das vorliegende Wort handelt zu einem grossen Teil genau davon. Noch eine letzte wichtige Anmerkung, ehe Sie weiterlesen: Sie müssen verstehen, dass ein prophetisches Wort nicht unbedingt eine abgeschlossene Sache ist. Viele prophetischen Worte sind eine Einladung an das Volk Gottes, sich an dem zu beteiligen, was Gott durch sie tun möchte. Wenn sich Naaman nicht sieben Mal im Jordan untergetaucht hätte, nachdem er das prophetische Wort Elisas empfangen hatte, dann wäre er nicht von seinem Aussatz geheilt worden. Wenn wir ein prophetisches Wort Gottes empfangen, dann ist es von äusserster Wichtigkeit, dass wir es mit Gehorsam aufnehmen. Wenn ein prophetisches Wort wirklich von Gott ist, dann empfangen wir gleichzeitig auch immer die Gnade, die wir benötigen, um es zu erfüllen. Ich glaube, dass dieses Wort nicht nur eine Offenbarung oder Inspiration ist, sondern an erster Stelle eine Einladung an das Volk Gottes in der Schweiz, aufzustehen und in seine hohe Berufung in Christus Jesus zu kommen! Die Schweizer sind berufen, in der bevorstehenden grossen Reformation der Kirche eine führende Position einzunehmen. Diese Reformation wird zu einer weltweiten Jesus-Revolution führen (wobei Revolution eine plötzliche oder gewaltige Veränderung bedeutet), die wiederum die Voraussetzung für eine Seelenernte von noch nie dagewesenem Ausmass ist, die in allen Völkern eingebracht werden wird. Im Moment ist Gott gerade dabei, die Schweizer Gemeinde auf «R» zu schalten. Von dort aus wird er in die folgenden drei höheren Gänge schalten... Reformation... Revolution... und Rettung! Das Endergebnis dieser göttlichen Schaltung wird eine unzählbare Menge an Seelen sein, die für Jesus Christus gewonnen werden! 13
Das Feuer der grossen europäischen Ernte muss schliesslich irgendwo anfangen! Es ist mein Gebet und sehnlichster Wunsch, dass das folgende Wort dazu beiträgt, diese Art von Feuer in der Schweiz anzuzünden!
Der Anfang Als ich im Jahr 1999 zusammen mit meiner Frau und einigen Freunden in der Schweiz ankam, da wusste ich nur eines – dass der Herr selbst uns in dieses Land gesandt hatte. Als Musiker hatte ich schon viele Länder bereist; aber am Ende dieser Zeit, die uns so sehr die Augen geöffnet hat und dennoch gleichzeitig sehr anstrengend war, hatte ich dem Herrn und mir selbst gesagt: «Herr, ich will erst dann wieder auf Reisen gehen, wenn ich ganz genau weiss, dass der Heilige Geist mich sendet.» So war es jetzt meine erste internationale Reise nach sieben Jahren; und ich wusste, dass der Herr uns geschickt hatte. Es war uns eine grosse Freude, in eines der schönsten Länder der Erde gesandt zu werden. Wir waren einerseits gekommen, um unseren Urlaub zu geniessen und uns zu erholen; aber in meinem Geist erwartete ich eigentlich einen wesentlich wichtigeren Grund, weshalb wir in dieses grossartige Land gekommen waren. Als wir auf dem Flughafen in Charlotte, North Carolina, darauf warteten, an Bord unseres Flugzeugs in die Schweiz gehen zu können, trafen wir auf eine Gruppe junger Leute, die auf dem Weg zu einem Missionseinsatz waren. Sie zogen ihre Gitarren hervor und begannen, mitten auf dem Flughafen Jesus voller Freude zu loben und zu preisen. Wir verbrachten eine wunderbare Zeit mit ihnen, als sich auch noch einige aus der Anbetungsgruppe von MorningStar dem Lobpreis anschlossen. Der reine Jubel darüber, die Güte Gottes zu verkünden und zu feiern, erfüllte die ganze Halle! Noch ehe viel Zeit vergangen war, konnte man die berauschende Gegenwart des Herrn spüren, die selbst an einem derart öffentlichen Durchgangsort jeden Winkel 14
erfüllte. Der Lobpreis veränderte die gesamte Atmosphäre; und ich sah auf den Gesichtern der Menschen eine Verwunderung und ein Erstaunen, während sie dieser Truppe von jungen Menschen zuhörten, die mit brennenden Herzen von ihrem Jesus sangen, ohne sich im geringsten dafür zu schämen. Durch diesen kindlichen Lobpreis wurde die Macht der Finsternis einfach zurückgedrängt. Ich sah meine Frau an, und sie weinte. Ich fragte sie, was sie spürte. Sie antwortete: «Es ist einfach unglaublich. Ich kann die Gegenwart Gottes hier so stark fühlen.» Dann sagte sie etwas sehr Seltsames von ungeheurem Tiefgang, das bereits einen Hinweis darauf enthielt, was wir in der Schweiz erleben sollten. Sie sagte: «Aslan ist unterwegs.» Aslan ist ein grosser Löwe aus dem Klassiker «The Lion, the Witch and the Wardrobe» (deutscher Titel: «Der König von Narnia») von C.S.Lewis: ein Symbol für Jesus. In dieser faszinierenden Geschichte von C.S. Lewis gibt es eine böse Hexe, die das ganze Land verflucht und unter ihre Herrschaft gebracht hatte. Es war in einem niemals endenden Winter eingefroren. Seit dem letzten Frühling waren bereits viele Jahre vergangen – seit man Blumen oder Obst gesehen oder auch nur einen Vogel hatte zwitschern hören. Aber dann begann eine langsame Veränderung; und am Horizont dieses grauen und trostlosen Landes erschien ein kleiner Hoffnungsschimmer, als sich das Gerücht verbreitete: «Aslan ist wieder unterwegs!» Aslan war der einzige, der die Macht hatte, die Hexe zu besiegen und das Land von ihrem bedrückenden Fluch zu befreien. Der Herr begann, durch diesen Vorfall zu uns zu reden. Er sagte, er wolle in der Schweiz «unterwegs» sein. Der geistliche Winter dort stehe kurz vor seinem Ende! Die ersten Tage unseres Schweizer Abenteuers waren eine grossartige Zeit der Erfrischung und Inspiration, da wir auch an einer Konferenz der Stiftung Schleife und MorningStar teilnahmen. Der Herr bewegte sich mit Macht; aber persönlich begann ich, mir allmählich Sorgen zu machen, da ich nicht das Mass an Offenbarung empfing, das ich eigentlich erwartet hatte. 15