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Kapitel 4

Trainieren Sie Ihr Theaterteam Auch wenn es eine tolle Sache ist, erfahrene Schauspieler im Team zu haben, liebe ich es, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die wenig oder gar keine Schauspielerfahrung haben. Denn viele der so genannten ausgebildeten Schauspieler verfügen über schlechte Spielgewohnheiten, die sich nur sehr schwer ausmerzen lassen. Unerfahrenen Leuten hingegen stehen ihre schlechten Angewohnheiten nicht im Wege. Sie sind in der Regel auch sehr begeisterungsfähig und wollen wissen, wie man richtig Theater spielt. Schulung ist somit ein immens wichtiger Part, wenn nicht sogar einer der Schwerpunkte, wenn es darum geht, Theater in der Gemeinde einzusetzen. Und das beinhaltet nicht nur das Training „on the job“, das sich natürlicherweise ergibt, wenn man regelmäßig Theater spielt. Sicher, auch das ist wichtig. Ich empfehle aber noch etwas anderes, sehr Schulung ist ein Wichtiges, und das ist eine permanenimmens wichtiger te, fortlaufende Theaterklasse, in der Part, wenn nicht man nicht nur punktuell (bei einzelsogar einer der nen Seminaren usw.) das Schauspielen Schwerpunkte, gezeigt bekommt. Hier lernt man das wenn es darum Spielen beim Tun („learning by dogeht, Theater in ing“), und der beste Weg, es zu „tun“, der Gemeinde ist in einer Klassensituation unter der einzusetzen. Anleitung eines Lehrers, der etwas vom Theaterspielen versteht. Professionelle Schauspieler sind immer im Training – Stimmbildung, Bewegungstraining, Improvisationstechnik. All das ist Teil des Berufs. Deshalb muss die Gemeinde, wenn es ihr ernst damit ist, Theater auf hohem, professionellem Niveau anzubieten, die Schulungsmöglichkeiten der Schauspieler ebenso ernst nehmen. 59


Als ich vor zwölf Jahren zu Willow Creek kam, bestand meine größte Sorge darin, ob sich die freiwilligen Mitarbeiter in der gemeindlichen Theatergruppe tatsächlich auch für ein wöchentliches Treffen verpflichten lassen würden, bei dem es hauptsächlich darum ging, sich schulen zu lassen (siehe Kapitel 5, ein Drittel der Zeit war für die Gemeinschaftspflege vorgesehen). Die Resonanz war jedoch immer recht positiv. Interessiert sich jemand für eine Mitarbeit im Theaterteam, weisen wir ihn immer auf unsere Dienstagabendschulung von 19:00 bis 20:30 Uhr hin und sagen dem Betreffenden, dass dieser Termin für das ganze Team bindend ist. In den zwölf Jahren meines Dienstes, in denen ich bestimmt mit Hunderten von Leuten ins Gespräch gekommen bin, sind mir nur eine Hand voll Leute begegnet, die kein Interesse hatten, sich so bindend festzulegen. Fast immer sind die Interessierten Feuer und Flamme für die Idee, sich regelmäßig zu treffen, um an ihren Theaterfertigkeiten zu arbeiten und Gemeinschaft zu pflegen. Das hat mich ehrlich gesagt immer überrascht. Es hat mir aber nicht zuletzt gezeigt, wie wichtig es ist, „die Messlatte hoch zu hängen“ und mich nicht zu scheuen, auf ein verbindliches Engagement hinzuwirken. Die Menschen stellen sich darauf ein. In der Anfangsphase einer Theaterarbeit kann es aber auch sein, dass es nicht möglich oder wünschenswert ist, wöchentliche Schulungen anzubieten. Ich empfehle jedoch wärmstens, dass Sie an Die Verantirgendeinem Punkt anfangen – und sei wortung, die es, dass Sie nur einmal im Monat oder Schauspielgruppe alle sechs Wochen einmal an einem bei der Stange Samstagvormittag einen Workshop und für die anbieten. Gelingt es Ihnen, diese SchuSchulung motilung zu einer angenehmen Erfahrung viert zu halten, zu machen, bei der man wirklich etwas liegt eindeutig lernt, werden die Schauspieler sich beim Leiter. schließlich nach weiteren Schulungen erkundigen. Wenn die Mitwirkenden erst einmal eine solche Lernverpflichtung eingegangen sind, ist es die Aufgabe des Leiters, sicherzustellen, dass das Schulungsan60


gebot den zeitlichen Einsatz und das Engagement wert ist. Aber gerade an diesem Punkt scheitert es oftmals. Die Schulungen, die wir anbieten, wirken häufig zusammengestückelt und sind von zweifelhaftem Nutzen. Wenn das der Fall ist, nimmt auch das Interesse und die Anwesenheit der Schulungsteilnehmer ab. Die Verantwortung, die Schauspielgruppe bei der Stange und für die Schulung motiviert zu halten, liegt somit eindeutig beim Leiter.

Ein Schwerpunkt der Schulung Der erste Schritt bei der Schulung Ihres Theaterteams besteht darin, den Fokus bzw. Schwerpunkt festzulegen. Der Fokus gibt dabei etwas Konkretes vor, um den sich die Aktivitäten der Schulung drehen und durch den sie gebündelt werden. Es geht somit nicht nur um eine reine Abfolge von Schauspielübungen. Bei der Festlegung eines solchen Schwerpunktthemas muss man wissen, wo die einzelnen Teammitglieder stehen, welche Fertigkeiten sie haben und in welchen Bereichen sie noch wachsen müssen. Ein einzelner Schwerpunkt kann für einige Monate oder sogar für ein ganzes Jahr lang Priorität haben. Konzentriert man sich auf einen bestimmten Bereich, schafft das zudem die Ausgangsbasis zur Bewertung der Entwicklung des Teams. Für unsere Arbeit standen in jüngster Zeit folgende Bereiche ganz oben auf der Prioritätenliste: 쑲 „sein“ nicht „spielen“, Handlungen darstellen, die echt sind, 쑲 Improvisationen, 쑲 Verkörperung: Flexibilität entwickeln und an der körperlichen Interpretation einer Rolle arbeiten (den Körper der Rolle anziehen), 쑲 Emotionen authentisch zum Ausdruck bringen; wie bleibe ich im „Moment“; das heißt, wie zeige ich Gefühle, die der Situation entsprechen, 1. ohne sie zu überzeichnen, 2. ohne mit den Gefühlen der Handlung vorzugreifen, 쑲 Charakterentwicklung: aus unserer Wohlfühlzone herauskommen, 61


쑲 Ausschnitte spielen mit dem Fokus auf die Charakterdarstellung bzw. Charakterisierung (gute Ausschnitte aus säkularen Theaterstücken bieten Material für die Charakterarbeit). Habe ich erst einmal den Schwerpunkt festgelegt, wähle ich die Methode, durch die ich dieses Ziel erreichen will, z. B. Improvisationen, Theaterspiele und Übungen, Ausschnitte von Stücken spielen usw. Ich versuche, in jede Ausbildungseinheit mit mehr als nur dem notwendigen Material hineinzugehen. Manchmal funktioniert eine Übung nicht oder sie scheint nicht anzukommen. Dann muss ich mit etwas anderem weitermachen. Ein Leiter muss in der Lage sein zu erkennen, in welchem Maße sich das Team in eine bestimmte Übung einbringt, um dann entsprechend zu reagieren. Eine Schulungseinheit sollte im Tempo eines guten Skriptes verlaufen. Sie muss sich fortbewegen. Sie muss interessant sein. Ich bemühe mich darum, dass jeder die meiste Zeit über in Aktion ist und nicht ein Großteil des Teams die anderen nur passiv beobachtet. Dazu teile ich oft das ganze Team in kleinere Gruppen auf, die sich überall im Raum verteilen, wobei jede Gruppe zeitgleich an derselben Sache arbeitet. Am Ende einer jeden Übungsstunde treffen wir uns dann, um zu sehen, was die einzelnen Teams erarbeitet und entwickelt haben. Vielfach gibt es aber gar keine beobachteten „Aufführungen“ im Plenum. Zweifelsohne besteht die größte Herausforderung darin, Schulungseinheiten zu gestalten, die dem ganzen Team nutzen. Das ist besonders schwierig, wenn die Einzelnen unterschiedliche Erfahrungshorizonte vorweisen – angefangen bei dem Schauspielanfänger, der noch nie in einem Stück mitgespielt hat, bis hin zu dem alten Hasen, dem erfahrenen Schauspieler mit langjähriger Bühnenerfahrung. Das ist eine große Aufgabe und Herausforderung. Sicher können einige Schauspielübungen und Improvisationen allen Darstellern von Nutzen sein, egal, wie viel Erfahrung sie mitbringen oder nicht mitbringen. Dennoch muss der Leiter der Theatergruppe auch den alten Hasen im Team weitere Herausforderungen bieten und ihnen die nächsten Schritte aufzeigen. Den fortgeschrit62


tenen Schauspielern kann beispielsweise die Gelegenheit gegeben werden, die Proben zu leiten und andere Darsteller zu trainieren oder selbst einmal ein Stück zu inszenieren. Dadurch werden diese Akteure nicht nur einen Schritt weitergebracht und können ihre Begabung ausbauen, auch der Gemeinde wird ein Dienst erwiesen und der expandierenden Theaterarbeit mit dem wachsenden Bedarf an kompetenten Mitarbeitern Rechnung getragen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass unter diesen wertvollen „altgedienten“ Mitarbeitern Ihres Teams Langeweile aufkommt und diese das Interesse an der Arbeit verlieren. Die nachfolgende Zusammenstellung von Übungskomponenten soll Ihnen als eine Art „Speisekarte“ dienen, aus der Sie die passenden Übungen für Ihr Team auswählen können. Einige der dargestellten Aktivitäten sind Erfolg versprechender als andere. Sollte Ihr Team mit einer bestimmten Übung nicht zurechtkommen, gehen Sie einfach zu einer anderen über. Aber Vorsicht! Sie sollten nicht vorschnell zu einer anderen Übung wechseln! Insbesondere Schauspieler, die neu im Team sind, brauchen in behutsamer Weise Ermutigung und Unterstützung, um sich den Aktivitäten der Probenspiele anzuschließen. Je Eine Schulungsmehr sie aber ihren Wohlfühlbereich einheit sollte im erweitern, desto mehr wird auch ihre Tempo eines Begeisterung wachsen. Manuskripte guten Skriptes und Textbücher sind eine weitere gute verlaufen. Sie Fundgrube für Übungen, die Sie bei muss sich fortIhren Proben einsetzen können. Hierzu bewegen. finden Sie im Anhang „Weitere Materialien“ entsprechende Quellen und Einstiegshilfen.

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Warm-up-Übungen Zip-Zap-Zop Bei diesem Spiel geht es darum, diese Laute in einer bestimmten Abfolge mit hoher Dynamik und Schnelligkeit auszustoßen und an andere Darsteller, die in einem Kreis stehen, weiterzugeben. Der Spieler hat dabei die Arme vor sich ausgestreckt. Er lässt eine Handfläche über die andere gleiten (eine Art Klatschen) und „wirft“ einem anderen Mitspieler mit seinen Fingerspitzen ein „Zip“, ein „Zap“ oder ein „Zop“ zu. Der angesprochene Spieler reagiert und gibt den nächsten Laut in Folge zügig an jemand anderen im Kreis weiter. Wird z. B. jemandem ein „Zap“ zugeworfen, gibt dieser ein „Zop“ weiter. Das Spiel lebt von der Dynamik und der schnellen Bewegungsabfolge. Sie können den Spaßfaktor erhöhen, indem Sie daraus ein Ausscheidungsspiel machen. Gibt jemand einen Laut, der nicht an der Reihe ist, weiter oder verspricht er sich, scheidet er aus und muss den Kreis verlassen. Schließlich bleiben nur noch zwei Leute in der „Endausscheidung“ übrig. Bei einer großen Anzahl von Teilnehmern sollte man die Gruppe in mehrere Kleingruppen von nicht mehr als acht Mitspielern aufteilen. Der Sieger einer Gruppe kann dann im Entscheidungsspiel gegen den Gewinner der anderen Gruppe antreten. „Heys“ zurufen Bei diesem Spiel geht es darum, sich in großer Runde oder mit zwei sich in Reihe gegenüberstehenden Mannschaften von Spielern ein „Hey“ „zuzuwerfen“. Dabei artikuliert jeder diesen Laut zur gleichen Zeit. Die Spieler setzen zunächst den einen Arm in einer Art Wurfbewegung ein, wie wenn sie den Laut aus ihrem Mund herauswerfen wollten. Dann ist der andere Arm an der Reihe. Jetzt wird der Laut ausgestoßen, wobei zuerst das eine Bein, dann das andere ihn „wegkickt“. Danach wird ein Arm zusammen mit einem Bein eingesetzt usw. Es

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wird mit der Stimmlage experimentiert. Die Artikulationszonen werden gewechselt. Zuerst werden tiefere Töne gesprochen, dann höhere „Heys“. Mit dieser einfachen Übung werden Stimme und Körper gelockert. Strecken, gähnen, schütteln Strecken und Gähnen sind die natürliche Art und Weise, wie der Körper entspannt und sich seiner überschüssigen Spannung entledigt. Machen Sie mit dem Arm mehrere weite Dehnübungen über dem Kopf, die in ein Gähnen übergehen. Beziehen Sie den ganzen Körper in diese Streckspannung mit ein. Ihr ganzer Einsatz ist gefragt! Auch die Vokalisierung kann ein Element dieser Übung sein. Artikulieren Sie ein „Aah“! Der Körper kann einige Schüttelbewegungen ausführen, als ob die Spannung von ihm abgeschüttelt würde. Beginnen Sie bei den Handgelenken, dann schütteln Sie die Unterarme aus, die Schultern, Beine und so fort! „Ah“ – „rr“ – „ii“12 Diese Übung stellt ein gutes Warm-up für Ihre Stimme dar. Die Tonlage des „Ah“ ist tief. Und der Laut kommt aus der Brust heraus. Das ganz hinten räsonierende (amerikanische; wie mit einer Kartoffel im Mund gesprochene) „rr“ wird eher in der normalen Tonlage gesprochen und das lang gezogene „ii“ in einer hohen Tonlage. Neigen Sie den Kopf im Stehen leicht nach hinten, richten Sie Ihren mentalen Fokus auf den Brustkorb, und lösen Sie dann die Spannung mit einem tiefen „aa“Laut. Während Sie den Kopf so nach oben in eine aufrechte Position bewegen, wechseln Sie den Laut und die Tonhöhe zu einem „rr“ und konzentrieren Sie sich auf den Mundbereich. Jetzt kippen Sie den Kopf leicht nach vorne und lösen die Spannung mit einem „ii“-Vokal in einer höheren Stimmlage. Der Konzentrationspunkt sollte auf dem Nasen- und Stirnbereich liegen, so als käme der Ton aus diesem Gesichtsfeld. Las-

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sen Sie die Töne ineinander fließen! Ein Laut sollte Ton auf Ton und Tonlage auf Tonlage nahtlos in den anderen übergehen. Wiederholen Sie diese Übungsabfolge einige Zeit lang. Lockerung der Wirbelsäule Bei dieser guten Stimm- und körperlichen Lockerungsübung wird der Rumpf Schritt für Schritt nach vorne gebeugt. Stellen Sie sich aufrecht hin. Die Hände sind über dem Kopf ausgestreckt. Lösen Sie die Spannung, indem Sie die verschiedenen Körperteile der Reihe nach einzeln beugen. Lassen Sie zuerst nur die Handgelenke fallen, dann die Unterarme, dann lassen Sie die Arme komplett zusammen mit den Schultern nach unten sinken. Nun bewegen Sie auch den Kopf nach vorne, den Brustkorb, bis Sie sich schließlich über die Taille beugen und den Kopf bis zum Boden fallen lassen. Bei jeder Lockerungsbewegung sollte man sich bewusst darauf konzentrieren, die Spannung in der betreffenden Körperregion zu lösen. Bei jeder Lockerung der Muskeln artikulieren Sie ein „Aaah“. Wenn Sie damit fertig sind, richten Sie sich wieder auf (Arme ausgestreckt über dem Kopf). Während des Aufrichtens artikulieren Sie ein „Aaah“ in einer aufsteigenden Tonleiter (von tief zu hoch). Wiederholen Sie diese Übung ein paar Mal. Anmerkung Bei allen Übungen, die eine Vokalisierung beinhalten, sollten Sie auf eine gute, vom Zwerchfell gestützte Atmung achten! Sonst wird die Stimme gepresst und „rutscht nach oben, in den Hals“, was den Klang eng und weniger tragfähig macht, statt schön und offen.

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Angreifer/Verteidiger Diese körperliche Lockerungsübung kommt immer sehr gut an. Sie macht viel Spaß und bringt das Blut so richtig in Wallung. Bei diesem Warm-up steht die ganze Gruppe. Jeder Spieler greift sich eine Person heraus, die sein „Angreifer“, und eine, die sein „Verteidiger“ ist. Auf wen die Wahl gefallen ist, wird jedoch den anderen Mitspielern nicht verraten. Wenn der Gruppenleiter das Startsignal gibt und „Los!“ sagt, setzen sich alle in Bewegung. Jeder Darsteller versucht, sich dabei so im Raum zu bewegen, dass sich der Verteidiger immer zwischen ihm und dem Angreifer befindet. Je größer der Raum, umso besser, denn die Bewegungen können dabei sehr hektisch werden. Nach einer kurzen Weile ruft der Leiter dann „Stop!“ und bittet jeden Mitspieler, sich im Geiste einen anderen Angreifer sowie einen anderen Verteidiger auszuwählen. Das Spiel wird nun wiederholt. Es wird so lange fortgesetzt, wie die Gruppe daran Interesse und Gefallen hat. Maschine Dieses Spiel eignet sich besonders für eine Gruppe von kleiner oder mittlerer Größe. Ein Teilnehmer beginnt mit einer groben, rhythmischen, maschineartigen Bewegung und gibt dazu passende Geräusche von sich. Ein Teilnehmer nach dem anderen schließt sich diesem Spieler an, indem er eigene rhythmische Bewegungen und eigene Lautäußerungen mit der der Gruppe „verlinkt“. Zusammen bilden die Spieler dann eine große Maschine, die sich im selben Rhythmus bewegt. Zusammengedrückter Schwamm Bei dieser Entspannungsübung liegen die Teilnehmer der Gruppe flach auf dem Boden. Der Leiter zählt bis zehn und die einzelnen Personen ziehen sich zu einem möglichst engen Päckchen zusammen. Dieser Zustand wird für ein paar Sekunden beibehalten. Und dann – während der Leiter wiederum bis

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zehn zählt – lösen alle die Spannung wieder und gehen in ihre Ausgangsposition zurück. Wiederholen Sie diese Übung! Lassen Sie die Gruppe jedes Mal einige Sekunden lang im entspannten Zustand ruhen! Diese Übung kann so abgewandelt werden, dass einzelne Körperteile wie z. B. Arme, Beine, Rumpf angespannt und wieder gelöst werden. Anspannen, schlenkern, entspannen Auch bei dieser Übung liegen die Teammitglieder auf dem Boden. Der Spielleiter gibt das Kommando: „Eure Zehen anspannen!“ Die Gruppenmitglieder versuchen nun, ihre Zehen anzuspannen und sie danach auszuschütteln/zu schlenkern und wieder zu entspannen. Der Spielleiter gibt noch weitere Körperteile vor: Füße, Knöchel, Waden, Knie, Oberschenkel, Pobacken, unterer Rücken, Bauch, Brustkorb, Finger, Handgelenke, Unterarme, Oberarme, oberer Rücken, Schultern, Hals, Kiefer, Zunge, Wangen, Nase, Stirn, Schädel. Die Übung wird wiederholt: „Eure _____ anspannen!“, „Eure _____ schlenkern!“ und „Eure _____ entspannen!“ Es müssen nicht jedes Mal alle Körperteile genannt werden. Schweben Diese spannungslösende Übung, von der es mehrere Varianten gibt, steht und fällt mit dem Vorstellungsvermögen des Einzelnen, inwieweit er sich in einen Zustand der Entspannung versetzen kann. Da, wie gesagt, jeder bei dieser Übung ganz auf seine eigene Vorstellungskraft und Fantasie angewiesen ist, muss man sich entsprechend genügend Zeit nehmen. Einigen Teilnehmern wird das besser gelingen als anderen. Ermutigen Sie darum Ihr Team! Auch wenn die Übungen vielleicht etwas „weit hergeholt“ erscheinen, ist es doch sehr wichtig, den „Fantasie-Muskel“ häufig und auf unterschiedliche Art und Weise zu trainieren. Dieser ist nämlich eines der Hauptwerkzeuge des Schauspielers.

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Übungsvarianten 1. Die Gruppenmitglieder liegen auf dem Boden. Der Spielleiter lenkt die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf verschiedene Gelenke: Knöchel, Knie, Becken, Schultern, Ellbogen. Der Grundgedanke dabei ist, dass sich die Spieler vorstellen, dass sich das betreffende Gelenk mit Heliumgas füllt und die entsprechende Körperpartie dadurch eine gewisse „Leichtigkeit“ bekommt. Wenn genügend Gelenke damit gefüllt sind, fängt der Körper schließlich an zu schweben. 2. Die Teilnehmer liegen mit ausgestreckten Armen und leicht auseinander liegenden Beinen auf dem Boden. In ihrer Fantasie stellen sie sich vor, dass ihre Hände und ihre Füße gegen eine Wand stoßen. Sobald sie spüren, dass sie mit diesen Wänden fest verbunden sind, weicht der Boden langsam zurück und sie schweben ohne eigene Anstrengung umher – völlig getragen durch die Wände und ein „Luftkissen“. 3. Die Gruppe macht es sich auf dem Boden bequem. Alle liegen auf dem Rücken. Der Leiter beflügelt ihre Fantasie, und sie stellen sich vor, dass sich unter ihnen eine große, weiße, flauschige Wolke befindet, auf der sie schweben und von der sie getragen werden. Die Wolke schenkt ihnen ein großartiges Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. In ihrer Vorstellungswelt schweben die Teilnehmer frei in der Luft umher.

Übungen zur Konzentration und Vorstellungskraft Einen Gegenstand weitergeben Alle Gruppenmitglieder sitzen mit überkreuzten Beinen im Kreis auf dem Boden. Ein einfacher Gegenstand (z. B. ein Ball) wird in der Runde von einem zum anderen weitergegeben. Der Spieler, der mit der Übung beginnt, nennt einen Buchstaben des Alphabetes. Während der Gegenstand im Spielkreis wei-

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tergereicht wird, muss jeder einen anderen Gegenstand nennen, der mit diesem Buchstaben anfängt. Der Gegenstand selbst muss dabei zügig in der Runde weitergegeben werden. Das Spiel ist nicht so einfach, wie es klingt. Eine Abwandlung des Spieles könnte darin bestehen, dass ein Spieler, während der Ball die Runde macht, eine bestimmte Anzahl Gegenstände genannt haben muss, die mit dem vorgegebenen Buchstaben anfangen, bevor der Ball zu ihm zurückkommt. Die Anzahl der zu benennenden Gegenstände richtet sich danach, wie realistisch und doch herausfordernd diese angesichts der Größe der bestehenden Gruppe und des erforderlichen Zeitaufwandes beim Herumreichen ist. Der Spieler, der gerade an der Reihe war, gibt nun einen anderen Buchstaben vor und der nächste Spieler im Kreis kommt zum Zug. Gegenstände beschreiben Der Spielleiter stellt eine Reihe interessanter Gegenstände zur Verfügung wie z. B. einen Regenschirm, eine Schildmütze, einen geschmacklosen Seidenblumenstrauß, eine Fliegenklatsche usw. Jeder Spieler greift sich eines dieser Objekte heraus, betrachtet es eingehend und beschreibt es dann so detailgetreu wie nur möglich. Auf einen Gegenstand bezogene Geschichten erfinden Anstatt den Gegenstand zu beschreiben, werden die Spieler aufgefordert, eine erfundene Geschichte zu erzählen, in der derjenige, der die Geschichte erzählt, und der Gegenstand vorkommen. Gehen Sie es langsam an! Die Mitspielenden sollten sich möglichst nicht in eine unwirkliche Situation hineinmanövrieren. Ermutigen Sie sie stattdessen, an das zu glauben, was sie da von sich geben.

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Gruppengeschichte Die Gruppe sitzt im Kreis. Ein Spieler fängt an, eine fiktive Geschichte zu erzählen. An einer bestimmten Stelle greift der Spielleiter ein und sagt: „Der Nächste!“ Und die Geschichte wird vom nächstfolgenden Spieler in der Runde fortgesetzt. Die Geschichte wird auf diese Weise von den einzelnen Teilnehmern im Kreis weitererzählt. Der letzte Mitspieler bringt die Geschichte zu einem Ende. Diese Übung erhöht die Konzentration und die Fähigkeit zum Zuhören, denn sie zwingt die Beteiligten dazu, logisch auf dem aufzubauen, was zuvor erzählt wurde. Spieglein, Spieglein … Zu dieser Spiegelübung gibt es unzählige Variationen. Das Team wird in Zweiergruppen aufgeteilt. Die Paare stehen sich gegenüber und sehen sich an. Ein Teilnehmer – das Spiegelbild – versucht, die Haltung und die Mimik seines gegenüberstehenden Partners nachzuahmen bzw. zu reflektieren. Die Partner wechseln sich in der Rolle des Spiegelbildes ab. Der Spielleiter kann auch Haltungen vorschlagen, die nachgeahmt werden können wie: eingebildet, verlegen, ängstlich. Oder er schlägt verschiedene Rollen vor, die übernommen werden sollen: Model, Profi-Ringkämpfer, verlorenes Kind, Clown, Bauer, Evangelist, Rockstar, Politiker, Gebrauchtwagenverkäufer, Moderator einer Spiel-Show, Cowboy usw. Diese einfache Übung erfüllt mehrere Zwecke. Zum einen fördert sie Konzentration und Beobachtungsgabe sowie auch das körperliche Ausdrucksvermögen. Sie hilft ebenfalls dabei, die eigene Befangenheit und die eigenen Hemmungen in den Griff zu bekommen; beides stellt sich manchmal ein, wenn man entweder eine andere Person genau beobachtet oder selbst genau beobachtet wird.

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Zeitung Diese Übung fördert die eigene Vorstellungskraft. Die Gruppe wird dabei in Reihen zu vier oder fünf Spielern aufgeteilt. Am Ende jeder Reihe wird ein Stapel von Zeitungen deponiert. Der erste Spieler nimmt sich von dem Zeitungspapier und verwendet es als Gegenstand, z. B. als Regenschirm, Fernglas, Umhang. Ist diese Aufgabe erfüllt, wird das Zeitungspapier an den Nächstfolgenden in der Reihe weitergereicht. Dieser muss es wieder als etwas anderes einsetzen. Wenn der Letzte an der Reihe war, geht der erste Spieler an das Ende der Reihe und der zweite Spieler fängt erneut mit der Übung an.

Bewegungsübungen 1. Körperlicher Ausdruck (Gefühle in Handlungen darstellen) Fordern Sie die Gruppe auf, sich frei im Raum zu bewegen. Dabei soll die Art und Weise, wie sich die Einzelnen bewegen, jedoch eine der folgenden Gemütszustände widerspiegeln: Zuversicht, Schüchternheit, Wut, Erregung, Depression, Verlegenheit, Verärgerung, Gewalttätigkeit, Verwirrtheit, Aufgeblasenheit, Wichtigtuerei, Besorgnis, Sorglosigkeit, Ängstlichkeit, Unbekümmertheit usw. Fahren Sie nun mit verschiedenen weniger konkreten Eigenschaften weiter wie: verschlagen, ausgeglichen, rund, trocken, schwer, empfindlich, lässig, antiseptisch, mitteilsam, ätzend, feucht, elastisch, scharfkantig, unpassend, stakkato (abgehackt), eckig, durchdringend. Lassen Sie die Mitglieder der Gruppe in einer überzeichnenden Haltung erstarren, nachdem sie eine Zeit lang verschiedene Bewegungen ausprobiert haben. Nun soll der jeweilige Begriff, den die Teilnehmer dargestellt haben, körperliche Gestalt annehmen: Während der Leiter bis drei zählt, probieren die Teilnehmer verschiedene Körperhaltungen und Bewegungen aus. Wenn er ruft: „Erstarrt!“, hören alle auf, sich zu bewegen, und stehen still. Fordern Sie dann die Gruppe dazu auf,

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