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Gerhard KĂźttner Prophetie in den Gleichnissen


Gerhard Küttner

Prophetie in den Gleichnissen Verlorener Sohn Hochzeit zu Kana Schatz im Acker Kostbare Perle

Verlag Dr. R.-F. Edel  Lüdenscheid


ÓVerlag Dr. R.-F. Edel × Lüdenscheid ISBN 3–87598–158–8 Herstellung: Schönbach-Druck GmbH, Erzhausen

Printed in Germany 2002


Inhaltsverzeichnis

Seite

Vorwort

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Verlorener Sohn Die prophetische Perspektive dieses Gleichnisses

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Die Gemeinde hat eine himmlische Berufung

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Blick auf Pfingsten!

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Milch – feste Speise

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Berufen zur Sohnschaft, berufen Söhne zu sein

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Der jüngere Sohn – die Gemeinde

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Die siehen Sendschreiben – auch eine prophetische Schau

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Er fing an zu darben

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Die Kirche und das Bürgertum

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Der Hirte der Schafe sein soll, der hütet die Säue

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‘Er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern’

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‘Da schlug er in sich’

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Der Vater – das Vaterhaus – das Sohnesleben – Sohn

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‘Ich werde mich aufmachem’

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Das Opfer Jesu wiegt alles, aber auch alles auf

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‘Bringt herzu das beste Kleid’

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An dir war gar nichts zu gebrauchen

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Das ist das beste Kleid: Er Selber

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Der Ring – das ist der neue Liebesbund Gottes

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Die Schuhe – Symbol der letzten Sendung

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Ein Fest wird das sein

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‘Sie fingen an fröhlich zu sein’

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Der ältere Sohn

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‘Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen’

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Wollen wir oder wollen wir nicht?

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Er hat ein Ziel mit uns

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Wie geht das mit dem älteren Sohn weiter?

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Es dreht sich alles um die Söhne

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Die Hochzeit zu Kana Das erste Wunder Jesu, eine prophetische Handlung

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Das erste Wunder geschieht auf einer Hochzeit

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Fachsprache der Propheten

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‘Wein’

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Es fehlt an Wein

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Die Mutter – Bild der Gemeinde

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Das ist Pfingsten – nicht eine Überhöhung der Charismen, Nein, das Leben Jesu, Er Selber

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Die Krüge füllen

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Die Heiligung im Glauben nehmen

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Das ist Pfingsten!

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Sechs Krüge bis obenhin!

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Aber auch die Qualität: das Beste!

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‘Schöpft, bringt’s dem Festordner!’

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Maleachi 3, 13-20 Der Tag des Herr ist ein Tag der Freude

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Der Tag des Herrn und die Gemeinde

90

Der Tag des Herrn und Israel

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Der Tag des Herrn und die Völker

93

Der Tag des Herr ist wie ein Ofen

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‘Aber die Gottesfürchtigen trösten sich untereinander’

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Als erstes ist Trost, dass wir einander auf Gott weisen

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Als zweites ist dann Trost, dass wir einander immer wieder zurufen: „Freuet euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!”

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Die schönste Zusage ist, dass Er spricht: „Sie sollen an dem Tag, den Ich machen will, Mein Eigentum sein, und Ich will Mich ihrer erbarmen, wie sich ein Mann seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.”

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Und das letzte, das als Trost aufgezeigt ist: dass wir das Ende bedenken

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‘Der Schatz im Acker’ ‘Die kostbare Perle’ Das erste Stadium, das Stadium der Aussaat

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Das zweite Stadium, das Stadium des Scheinchristentums

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Das dritte Stadium ist das Stadium der großen Ausbreitung

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Das vierte Stadium ist das Stadium der totalen Verderbnis

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Den Schatz im Acker deutet der Geist auf das Volk Israel

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Und das andere: Die kostbare Perle

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Vorwort Pfr. Gerhard Küttner war für viele Christen aus den verschiedensten Lagern und Konfessionen in der ehemaligen DDR ein geistlicher Vater und Seelsorger. Auch ich bin ihm oft begegnet, um mit ihm in die Stille vor Gott zu gehen. Jeder für Gott wache Christ musste merken, dass hier eine ganz besondere Sendung Jesu für das Reich Gottes gegenwärtig war. Auch beim Lesen dieses Büchleins war mir wieder diese besondere Gegenwart Gottes nahe, und ich empfehle sehr, diese Schrift mit Gebet zu lesen, damit Gott das Herz ansprechen kann. Man merkt, dass eine prophetische Botschaft für unsere Zeit in diesen Ansprachen liegt. Obwohl es keine Vortragsfolge ist, sondern es sich um Ansprachen handelt, die unabhängig voneinander sind, ist ein geistlicher Zusammenhang zu spüren. Diese Tonband-Nachschriften wurden vom Verlag behutsam überarbeitet, so dass sich das gesprochene Wort gut lesen lässt. Lüdenscheid im September 2002 Reiner-Friedemann Edel

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Verlorener Sohn „Du führst aus der Enge ins Weite. Und darum gib uns jetzt weite Herzen und einen weiten Blick, weg von uns selber, von dem, was uns beschäftigt, was wir meinen, dass das so nötig sei, oder auch, was uns verzagt macht. Und gib, dass wir jetzt durch den Geist etwas ins Herz fassen können von diesen Liebesabsichten Gottes, die so unbegreiflich sind, mit der Gemeinde Jesu in aller Welt und mit jedem Einzelnen, mit diesem Leib Christi im Himmel und auf Erden unter dem einen Haupt Jesus. Gib Gnade zum Reden und zum Hören. Amen.” Ich möchte einen Abschnitt lesen. So vertraut er allen ist, lese ich ihn dennoch ganz. Das Schönste der Gleichnisse Jesu, möchte ich fast sagen, der verlorene Sohn. Dass ich es gleich vorausschicke: Ich will das alles ganz stehen lassen, was uns in Verbindung mit diesem Gleichnis Jesu wichtig geworden ist, ob wir es nun nennen mögen: Das Gleichnis ‘vom verlorenen Sohn’ oder ‘von den verlorenen Söhnen’ oder auch das Gleichnis ‘vom geretteten Sohn’ und schließlich, das ist ja das Eigentliche, das Gleichnis ‘von der ganz großen unbegreiflichen Liebe Gottes’, die Er also auch am Einzelnen erweist, an dem Verlorenen, der nach Hause kommt. Das bleibt ganz stehen. Trotzdem liegt es mir am Herzen, einmal eine ganz andere Perspektive aufzuzeigen, ich will so sagen: 11


Die prophetische Perspektive dieses Gleichnisses Jesus ist König und Priester und Prophet. Wir würden sicher viel sagen mögen von Seinem königlichen Walten und wie Er Herrlichkeit offenbart, Seine Machttaten. Wir würden vielleicht viel mehr sagen mögen von Seinem priesterlichen Walten. Und der Priester ist zugleich das Lamm, das Sich zur Schlachtbank begibt, dem Vater hingeopfert, uns zugute, an unserer Statt. Da verstehen wir uns sicher sehr schnell. Aber hier ist es der Prophet, nicht ein Prophet, der Prophet (5. Mose 18, 15). Mir scheint, das kommt sehr zu kurz bei uns. Matth. 24 – sollte das alles sein? Darum liegt’s mir am Herzen, einmal etwas von einer solchen prophetischen Perspektive zu zeigen. Ich meine ja, und ich stehe da nicht allein, dass alle die Jesusgleichnisse prophetische Reden sind, also nicht bloß schöne Geschichten, die die Botschaft anschaulich werden lassen, dass jeder das verstehen kann, auch Dümmste. Im Gegenteil! Die Gleichnisse sind Verhüllung, dass sie, ob sie’s schon hören, es am Ende doch nicht gehört haben. Aber den Jüngern sagt Er (Matth. 13, 11): Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu verstehen – die Gleichnisse als Prophetie, und so nun auch einmal dieses Gleichnis in seiner prophetischen Perspektive. Ich lese das Gleichnis (Luk. 15, 11–32): „Und Er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der Jüngere unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir 12


gehört. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog ferne über Land. Und dort brachte er sein Gut um mit Prassen. Als er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land. Und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger desselben Landes. Der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben. Und ich verderbe im Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Mache mich zu einem deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater. Und es jammerte ihn, er lief und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu Ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Kleid hervor und tut’s ihm an, und gebt ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das Kalb, das wir gemästet haben und schlachtet’s. Lasset uns essen und fröhlich sein, denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war 13


verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Singen und den Reigen und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen; und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater hinaus und bat ihn. Er aber antwortete und sprach: Vater, siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Dirnen verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein, denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden.” Zwei Söhne, der jüngere und der ältere, der ältere und der jüngere. Die Sprache der Propheten ist immer wieder Bildersprache. Das letzte Buch unserer Bibel, dieses prophetische Zeugnis des Jüngers Johannes, ist ein Bilderbuch von A bis Z. Es wird auch ganz kurz angerissen, wie man die Bilder nehmen und deuten soll. Gleich am Anfang, wo es um die sieben Sterne in der Hand des erhöhten Herrn geht und um die sieben 14


goldenen Leuchter (Off. 1, 20): „Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden. Und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden” – ganz schlichtes Übertragen. Jedes Bild hat seine ganz bestimmte Bedeutung. Man könnte ein prophetisches Wörterbuch anlegen. Gleichnisse sind auch solche Bildreden: Zwei Söhne, die beiden Heilsfaktoren, um die es geht. Der ältere Sohn: Israel, das alte Bundesvolk. Und der jüngere: die Gemeinde, der neue Bund – grundverschieden. Dass wir es nur in Kürze sagen: Israel mit seiner irdischen Berufung. Noch hat es diese Berufung vor sich im Letzten und Tiefsten, da Erziehungswege Gottes mit ihm zu Ende gehen, der neue Äon anbricht. Irdische Berufung, das heißt, da wird es um dieses ganz irdische Jerusalem gehen, nicht um das himmlische. Da wird es um Israel gehen, dieses Land, dieses Volk im Nahen Osten. Da wird es um die Bedeutung Jerusalems für die ganze Welt gehen im kommenden Äon. Jerusalem, der Nabel der Erde, von dem aus alles Leben ernährt wird, die Völker, die da kommen und Anbetung lernen. Oder wiederum die Missionare Israels, die hingehen – eine ganz irdische Berufung. Die Gemeinde hat eine himmlische Berufung Das ist von vorn herein schon darum klar, weil sie der Leib Christi ist. Das ist die Gemeinde – der Organismus unter dem einen Haupt Jesus. Er ist es, der Sich der Gemeinde bedient, der Sich der Gliedmaßen bedient – Hände, Füße. Er ist es, der 15


Sich der Organe bedient. Und der ganze Leib ist ein Organismus, ein in Ihm gefügter Organismus – von oben her, vom Haupt her zusammengehalten durch den Geist, eingefügt, eingegliedert und zusammengeordnet durch den Geist. Welch ein Geheimnis! Das ist eines der Geheimnisse: der Leib Christi. Und das Ungeheuerlichste, was es überhaupt da zu sagen gibt ist, dass Er Selber, der Sohn Gottes, Sich jeder Zelle dieses Leibes bedient. Wir gehören dazu, sind mit eingeleibt, mit eingegliedert. Jetzt ist Er es, der da sagt: „Ich bedarf dein!” Er braucht uns, will Sich unser bedienen, das große Werk zu tun – Sein Werk! Der, dem Gott alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben hat, bedient Sich dieser armen Kerle, diese Gewalt nun auszuüben. Dafür seid ihr da. Er hat nur sehr viel Arbeit, uns dafür zu bereiten, dass Er uns nehmen kann und dass Er uns gebrauchen kann, dass Er alles ist in allen und durch alle. Das sind die Wege der Bereitung. Die Gemeinde hat eine himmlische Berufung. Wir wissen das Ziel, dass die Gemeinde, wenn sie fertig ist, das volle Maß hat – sowohl was die Zahl, als auch was die Potenz betrifft – die göttliche Potenz, dass sie dann hinaufversammelt wird, die ‘e)pisunagwgh/’, ‘episynagohgä’, die ‘Hinaufversammlung’ der Gemeinde; hinauf geht es da immer, hinauf. Und das ist Hochzeit. Von dort wird Er mit Seiner Gemeinde kommen auf den Wolken des Himmels in Herrlichkeit. Und Jesus ist zugleich der König der Juden, das gehört auch wieder mit dazu, dass Er handeln wird 16


als der König. Er wird handeln durch die, die Sein Leib sind. Er wird hinfort immer alles tun in Ewigkeit durch Seinen Leib und nichts außer Seinem Leib. Immer – alles! Und dann kommt die Stunde Israels, da es seine Sendung empfängt, eben da der Herr wiedergekommen ist in Herrlichkeit auf der Wolke mit Seiner Gemeinde. Nun ist Israel dran mit seiner ganz irdischen Sendung hinein in diese Welt, die neue Welt, noch nicht die verklärte, aber in die des kommenden Äons. Soviel zum rechten Verständnis vorausgeschickt. Nun Vers 12, da heißt es: Und der Jüngere unter ihnen – also die Symbolgestalt für die Gemeinde Jesu – sprach zu dem Vater: „Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte” – nicht ihm, sondern ihnen – „das Gut.” Also jeder hat sein Teil. Das ist eine ganz schlichte Feststellung. Jeder empfängt sein Teil. Ich wurde wieder so erinnert an 1. Kor. 1, 9, wo es heißt: „Denn Gott ist treu” – ‘pisto/j’, ‘pistos’ – „durch welchen wir berufen sind” – hier redet der Mann der Gemeinde – „zur Gemeinschaft Seines Sohnes Jesus Christus.” Durch welchen wir berufen sind zur Gemeinschaft Seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. Gott ist treu. Was hat Gott vor? Wir sind berufen, – ‘ei)j koinwni/an’, ‘eis koinohnian’, ‘zur Gemeinschaft’, dieses Wort!, teilzuhaben am Sohn, am Leben des Sohnes. Jetzt sagen wir es einmal so: Unsere Berufung ist das Leben der Sohnschaft. Aber da hören wir 17


nun gleich wieder: Gott ist treu! Es ist so unmöglich. Wir könnten niemals das Leben des Sohnes leben, als allein so, dass Er Selber es in uns und durch uns lebt. Gott ist treu. Es wird immer um die Sohnschaft gehen. Berufen zur Gemeinschaft des Sohnes, um damit teilzuhaben an dem Leben des Sohnes Gottes, Jesus Christus, an dem Handeln des Sohnes Gottes – Er Selber, der es durch Seine Gemeinde ausrichtet. Dazu sind wir berufen. Und das ist die eigentliche Berufung, die Sohnschaft! Es will sichtbar werden und muss sichtbar werden der Sohn an der Gemeinde: So ist Jesus. Aber nicht in der Imitatio, sondern in der Bereitung für Ihn, dass Er es ausrichte. Die nichts sind und nichts haben, derer bedient Er Sich, und hier handelt Er Selber, der Sohn durch alle, die berufen sind zur Gemeinschaft des Leibes Christi. Blick auf Pfingsten! Wenn ich es mal so sagen soll: Die Hundertzwanzig sind ja da ganz wichtig, und die hat Jesus in den drei Jahren besonders bereitet zur Jüngerschaft. Von den Hundertzwanzig sind zwölf Apostel. Aber man dürfte wohl sagen: Sie alle sind Söhne, dazu bereitet, dass das Leben des Sohnes Gottes an ihnen und durch sie offenbar wird. Das heißt für mich Pfingsten! Das Leben des Sohnes in diesen armen Fischern vom See Genezareth, in den Zöllnern und was für Leute es waren. Und Er sendet sie, und sie gehen, und es wird sichtbar der Sohn.

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Der Lahme am Schönen Tor des Tempels. Petrus sagt: Das sind wir doch nicht, die es getan haben, sondern der Jesus von Nazareth, immer wieder: der Jesus von Nazareth. Pfingsten heißt für mich also nicht: Die Gnadengaben sind endlich wirksam. Die waren schon vorher wirksam. Ich wollte es immer wieder sagen, bis es einmal hineinrutscht. Sie waren auch vorher wirksam. Er gab ihnen Vollmacht über die Dämonen, über die Kranken, und auch, dass sie Tote auferwecken sollen usw. Er gab ihnen! Schon in dieser ersten Sendung, in diesem Praktikum, da gab Er ihnen das alles. Pfingsten – nicht Gnadengaben in einer Neuauflage, in einer verbesserten Auflage mit Goldschnitt, oder nicht so, dass es erst eben eine Taschenlampenbatterie war, eine kleine Glühbirne, und nun eine 100-Watt-Birne oder 500-Watt-Birne, noch ein bisschen mehr, noch ein bisschen intensiver. Das alles ist es nicht, sondern Leben Jesu! Und das ist Herrlichkeit! Das ist nicht nur die Vollmacht, Taten zu tun. Das ist die Vollmacht der Liebe Christi. Das ist Sein Leben. Man kann ja ein Charismatiker sein ohne das Leben Jesu und als Charismatiker den anderen Charismatiker bekriegen. Aber hier wird Leben Jesu offenbar. Das Leben Jesu geht weiter. Das heißt für mich Pfingsten. Schließlich auch in Paulus (Kol. 1, 16): „Da es Gott wohlgefiel, dass Er den Sohn in mir offenbarte …” Also auch Paulus und die vielen anderen, die dazugekommen sind. Das ist immer 19


ein Wachstumsprozess. Die Jünger, drei Jahre sind sie in der Schule des Meisters gewesen, bis sie so bereitet waren: zu nichts gemacht in sich selber, dass Er alles sein konnte! Was sind das immer neu für Bereitungswege und Prozesse für Ihn, den Sohn – wachstümliche Entfaltung. Das Ziel ist klar. In Epheser 4, 11–15 klingt es auch wieder so auf, wo es heißt: „Er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche zu Propheten und Evangelisten und Hirten und Lehrern, dass die Heiligen zugerichtet (eigentlich ‘eingerenkt’) werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi auferbaut werden, bis dass wir alle (Ziel, zielwärts denken) hinankommen zur Einheit des Glaubens und zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses in der Fülle Christi.” Das sind ja doch immerhin Worte! Das sind Brocken, die wir nicht mit einer Handbewegung auf die Seite schieben können. Hier wird zielwärts verkündigt, zielwärts gepredigt: Was hat Gott denn eigentlich vor mit den Leuten, die da zum Glauben kommen, die sich bekehren? Das neue Leben hat begonnen mit der Wiedergeburt. Wohin geht denn die Reise? ‘…bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen.’ Den Sohn Gottes erkennen, das heißt, Leben des Sohnes Gottes empfangen, um es geben zu können und leben zu können, und es wächst zum Vollmaß der Reife, zum vollen Maß des Wuchses in der Fülle Christi. Es tut so gut, zu hören, was das Ziel ist. 20


Im Römerbrief sagt es dann Paulus mal so ganz schlicht (8, 29): „Welche Er zuvor ersehen hat, die hat Er auch verordnet (nicht weniger, als:), dass sie gleich sein sollten dem Ebenbild Seines Sohnes, auf dass derselbe der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.” Jetzt sehen wir Ihn umgeben von den vielen Seiner Brüder. Es sind Ihm alle so zum Verwechseln ähnlich. Er ist der Erstgeborene unter vielen Brüdern, der Älteste von den Vielen. Und einer ist wie der andere. Das ist Sohnschaft. Doch nicht so, dass diese nun alle Söhne sind, von Ihm losgelöst, sondern wir können es nur immer wieder so sagen: Der Sohn, der in den Vielen Sein Leben entfaltet hat und offenbar gemacht hat. Es geht um das Offenbarwerden des Lebens Jesu in der Gemeinde. Dass es da immer wieder bei den Wachstumsprozessen stecken geblieben ist, das sagt uns die Schrift. In Korinth gab es die Steckengebliebenen, denen Paulus sagen muss (1. Kor. 3, 1–3 allen ja bekannt): „Ich konnte nicht mit euch reden als mit geistlichen Menschen”, Menschen, die vom Geist bewegt sind, „sondern als mit fleischlichen”. Aber damit schüttet er nicht das Kind mit dem Bade aus, wie das so viele tun. Er fährt nämlich fort: „Wie mit jungen Kindern in Christus.” So junge Kinder seid ihr, immer noch junge Kinder in Christus, eurer Natur nach so fleischlich. Das Fleisch beherrscht euer Leben. Da wird nicht Jesus sichtbar, sondern euer Fleisch wird sichtbar. Dabei sind das Charismatiker von Format. Man freut sich über die wunderbaren charismatischen 21


Gottesdienste und wie das überläuft, nicht bloß plätschert, nein überläuft, charismatische Gemeinde! Und er sagt: ‘Ihr seid junge Kinder in Christus. Ich habe euch seinerzeit, da ich bei euch war, Milch zu trinken gegeben, nicht feste Speise.’ Aha, es gibt also einen Unterschied, was man verkündigt. Milch – feste Speise Da haben wir wieder die Ökonomen Gottes. Paulus also wusste, wem man Milch zu geben hat, und er wusste auch, wer feste Speise kriegt. Er wusste auch, was für ein Unterschied zwischen Milch und fester Speise ist; und er sagt: Ich habe euch immer bloß Milch geben können und nicht feste Speise, denn die konntet ihr noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr sie noch nicht vertragen. Steckengebliebene! Lest Hebräer 5, 11–14, da ist wieder so ein Zeugnis: „Ihr solltet längst Meister sein und andere lehren und bedürft wieder, dass man mit euch die ersten Anfänge betreibt” – das ABC lernt. Ich sage es jetzt mit meinen Worten. Steckengebliebene – immer wieder und noch und noch. Aber das ändert nichts an der Tatsache: Berufen zur Sohnschaft, berufen, Söhne zu sein Der Sohn in Seiner Gemeinde, der Sohn handelt durch Seine Gemeinde. Wann denn? Jetzt und hier! Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer renken ein, damit dieses Leben Jesu sich Bahn breche. Das Einrenken scheint dabei eine wichtige Funktion zu sein, uns recht zueinander zu 22


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