Inhaltsverzeichnis Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ��� 7 11. Zurück zur Freude . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ��� 9 12. Die Kraft des Evangeliums . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 13 13. Allein aus Gnade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 17 14. Alles aus Glauben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 22 15. Der Grund, auf dem ich baue . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 27 16. Von der Gottesfurcht zur Gottesliebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 30 17. Die Verheißung eines neuen Herzens . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 36 18. Eine doppelte Verdammnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 38 19. Die Beschneidung des Herzens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 44 10. Persönlicher Lebensbankrott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 50 11. Der Sünde gestorben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 53 12. Eine neue Schöpfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 60 13. Christus, meine Gerechtigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 64 14. Christus, meine Heiligung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 70 15. Die Vergebung der Sünden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 81 16. Dem Gesetz gestorben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 88 17. Erlöst vom eitlen Wandel der Väter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . � 92 18. Der Welt und ihren Elementen gestorben . . . . . . . . . . . . . . . � 98 19. Christus, meine Weisheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 20. Befreit von den eigenen Werken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 21. Bewahrt vor dem Zorngericht Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 22. Gnade und Gemeindezucht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 23. Offenbarungsgnade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 24. Der gute Kampf des Glaubens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 25. Berufen zum Lobpreis seiner Gnade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 26. Das Angebot des Heils für dich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
1. Kapitel
Zurück zur Freude Die Aufforderung, sich als Christ zu freuen, begegnet uns in der Bibel immer wieder. Für viele von uns ist es aber häufig eine Anforderung, der man nur sehr schwer entsprechen kann. So viele Dinge in unserem Leben wollen die Freude rauben. So vieles will uns bedrücken und niederwerfen. Äußere Umstände wie Krankheit, Niederlagen, Unfälle, Arbeitslosigkeit, Tod oder andere „Schicksalsschläge“ wirken wie Gift auf unsere Seele und greifen die Freude an. Natürlich wissen wir als Christen, dass wir allen Grund zur Freude haben, weil Gott uns liebt und uns durch Jesus Christus erlöst hat. In der Regel ist es aber so, dass unsere Freude doch sehr kurzlebig ist und von dem bestimmt wird, was uns gerade von außen widerfährt. Geht es uns gut, dann kann der Grad der Freude sehr hoch sein. Oft aber sind wir angefochten und geht es uns schlecht. Der Grad der Freude ist in solchen Zeiten recht niedrig. Freude scheint bei den meisten also von äußeren Indikatoren abhängig zu sein. Das Leben eines Christen, der seinen Grad der Freude von äußeren Umständen abhängig macht, ist häufig recht instabil. Er wird in einem Augenblick in seelische Höhen geschleudert und versinkt kurz darauf in Abgründen der Verzweiflung. Es stellt sich doch die Frage, ob Jesus so ein Leben gemeint hat, wenn er im hohenpriesterlichen Gebet sagt: „Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben.“ (Joh. 17,13) Völlige Freude, wir können auch übersetzen „überfließende Freude“, ist uns verheißen, wenn wir in Jesus sind und bleiben. Das
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Die Gnade genießen
Wort „völlig“ steht in einer grammatikalischen Form, die beschreibt, dass ein Vorgang in der Vergangenheit abgeschlossen wurde, die Auswirkungen aber noch in der Zukunft anhalten. Das zeigt uns, dass diese überfließende Freude nicht abnimmt, sondern bis in die Gegenwart und Zukunft unseres Lebens in ihrer überschäumenden Begeisterung vorhanden ist. Das Wort „haben“ steht dabei in der Gegenwartsform und meint eine andauernde oder sich wiederholende Handlung. Das, was du also ein für alle Mal in Jesus bekommen hast, muss immer wieder im Glauben ergriffen werden, damit es nicht nur ein latenter Besitz ist, sondern seine lebendige Wirkung in dir entfaltet. Freude ist etwas Lebensnotwendiges. Schon der Kirchenvater Augustinus sagte: „Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“ Wir brauchen Freude. Freude gibt Kraft, und Freude gibt Lebensmut. Freude, die unabhängig von Lebensumständen ist, lässt uns auch die Tiefen unseres Lebens gefahrlos überstehen. Wo bekomme ich solch eine Freude her? Gibt es einen Grund zu beständiger Freude, der eben nicht in mir oder in meinen Lebensumständen begründet liegt? Wer sich die Frage stellt, woraus Freude resultiert, der kommt recht schnell zu Antworten. Freude kommt, wenn es mir rundum gut geht und ich zufrieden bin. Sie stellt sich ein, wenn ich mich sicher und beschützt weiß. Freude ist da, wenn ich mir keine Sorgen machen muss, wenn sozusagen alles rund läuft. Freude erfüllt mich, wenn mein Lebensschiff mit Familie, Finanzen, Freunden, Gemeinde und persönlicher Ausgeglichenheit in einem sicheren Hafen liegt. Schöne äußere Momente, die wir uns in der Gnade Gottes gönnen, helfen dabei, immer wieder Freude zu erleben. Wir brauchen solche Momente, an denen sich unsere Seele erfreut. Das sind Höhepunkte im Alltag. Das alttestamentliche Buch Prediger spricht recht häufig darüber (vgl. Pred. 2,24-25; 3,12-13; 5,18-19). Wir brauchen die Zeiten, wo es nicht um unsere Leistung, Verantwortung, Arbeit und unseren Dienst geht, wo wir nicht ständig gefordert sind, sondern einfach nur das Leben, das Gott uns gibt, genießen. Das können Kleinigkeiten sein, wie ein leckerer Saft, ein gutes Buch oder ein schöner Spaziergang. Es kann ein schöner Film sein, ein gutes Glas Wein oder ein gemütliches, entspannendes Zusammensein mit Menschen, die du liebst und wo du sein kannst wie du bist. Die Freude, die daraus resultiert, ist zwar momentan und vergänglich, aber trotzdem sind solche Momente Nahrung für die Seele, die wir uns
Zurück zur Freude
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hier und da einmal gönnen sollten. Wir können also mit Fug und Recht behaupten: Freude stellt sich ein, wenn mir etwas Gutes, Schönes widerfährt. Als Gläubige ist uns aber eine beständige, überschäumende Freude verheißen. Die Bibel berichtet von einer Freude, die nicht von diesen beglückenden Momentaufnahmen abhängig ist. Es muss also eine Quelle der Freude geben, die nie versiegt und mir auch in der trostlosesten Umgebung meines Lebens zur Verfügung steht. Gott spricht im Alten Testament von solch einer Quelle: „Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.“ (Jer. 2,13) Er selbst ist diese lebendige Quelle, und im Neuen Testament spricht Jesus von sich selbst, wenn er sagt: „Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.“ (Joh. 4,14) Er redet hier von der Voraussetzung, die er selber in uns schafft, die uns zu bleibender Frische, Erquickung und Freude führt. Hier ist nichts Temporäres, nichts Vergängliches gemeint, sondern Jesus spricht von einem unvergänglichen, ewigen Wert. Wenn Freude aus dem resultiert, was uns an Gutem widerfährt, dann sollten wir einmal darüber nachdenken, was uns in Jesus an Gutem geworden ist und was er für uns getan hat. Für uns Christen ist das Evangelium der Quell aller Freude. Wenn ich erkenne, begreife und ergreife, wer Gott ist und was er in Jesus für mich getan hat, dann kommt Freude auf. Wer zu begreifen beginnt, was Erlösung wirklich ist, für den gibt es darauf nur eine Reaktion – Freude –, eine Freude, die bleibt! Wir sollen also eine beständige, bleibende Freude in uns haben, die uns stärkt, ermutigt und mit bleibender Hoffnung erfüllt. Dazu ist es immer wieder nötig, sich zu vergegenwärtigen, was Jesus für uns getan hat. David betete in Psalm 51,14: „Lass mir wiederkehren (Gib wieder) die Freude (Wonne) deines Heils, […]!“ Die Bruns-Übersetzung gibt diesen Vers wieder mit: „Erfreue mich wieder mit deinem Heil!“ Uns Christen ist hier etwas Entscheidendes verlorengegangen, was wir als Quell der Freude wiederentdecken müssen. Einige haben die Freude am Heil vielleicht nie gehabt, andere haben sie sich in den Jahren ihres Christseins und des Dienstes für Gott stehlen
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Die Gnade genießen
lassen. Dieses kostbare Gut der Ursprungsfreude müssen wir immer wieder im Glauben ergreifen und in uns wachrufen. Nur wer beständig aus dieser Quelle trinkt, den wird nie mehr dürsten.