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Peter Hahne
n e b Le
trotz
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Š 2013 mediaKern GmbH, 46485 Wesel
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Vorwort Eine traurige Nachricht, ein schmerzlicher Verlust – in Sekunden kann unser Leben aus dem Gleichgewicht geraten. Nichts ist mehr so, wie es war. Das Leben verspricht nicht nur Höhen- und Sonnenwege. Dunkle Täler bleiben uns nicht erspart: Trauer und Tränen, Verzweiflung und Enttäuschung, Angst und Sorge. Wir brauchen Trost, keine Vertröstung. Ermutigung, keine leeren Worte. Hoffnung, keine Illusion. In der Talsohle des Lebens zählt nur das Echte. Leben ohne Leid gibt es nicht. Deshalb lautet die entscheidende Frage: Werde ich mit dem Leid fertig – oder macht das Leid mich fertig? Dazu wollen die folgenden Seiten Impulse geben und Mut machen. In Zeiten der Trauer ist es gut, nicht allein zu sein. Es gibt Menschen, die in diesen schweren Tagen besonders an Sie denken. Und eins gilt felsenfest: die Zusage Gottes, uns zu trösten, »wie einen seine Mutter tröstet« (Jesaja 66,13). Gott hält bei mir aus, auch wenn es nicht mehr zum Aushalten ist. Darum ist Leben trotz Trauer möglich. Nicht die Zeit heilt alle Wunden, sondern die tröstliche Gewissheit: Niemand kann tiefer fallen als in Gottes Hand.
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in Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Psalm 23
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Gott sieht mich, auch wenn ich nur noch Sorgen sehe. Ich glaube fest daran, dass meine dunkle Welt wieder hell werden kann. Denn Gott vergisst mich nicht. Peter Hahne
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ls ich noch ein junger Pastor war, passierte im Ruhrgebiet mal eine schöne Geschichte: Da war eine große Versammlung, in der ein gelehrter Mann zwei Stunden lang nachwies, dass es gar keinen Gott gibt. Er hatte seine ganze Gelehrsamkeit auf den Tisch gelegt. Der Saal war voll mit Menschen. Darüber war’s voll mit Tabaksqualm. Und an Beifall wurde nicht gespart: »Hurra! Es gibt keinen Gott! Wir können tun, was wir wollen!« Als der Redner nach zwei Stunden fertig war, stand der Leiter der Versammlung auf und sagte: »Jetzt ist Diskussion. Wer etwas sagen will, möge sich melden!« Natürlich hatte keiner den Mut dazu. Jeder dachte: »So einem gelehrten Mann kann man jetzt nicht widersprechen.« Sicher waren viele da, die ihm nicht zustimmten, aber wer hat schon den Mut, nach vorne aufs Podium zu gehen, wenn da tausend Menschen sitzen und Beifall brüllen! Doch! Eine Stimme meldet sich! Im Hintergrund macht sich eine alte Oma bemerkbar, so eine richtige ostpreußische Großmutter mit schwarzem Häubchen, von denen es im Ruhrgebiet viele gibt. Auf ihre Meldung hin fragt der Vorsit9
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zende: »Oma, Sie wollen etwas sagen?« – »Ja«, antwortet die Oma, »ich wollte etwas sagen!« – »Nun, dann
müssen Sie aber nach vorne kommen!« – »Ja«, sagt die Oma, »keine Angst!« Eine tapfere Frau! So um das Jahr 1925 herum ist das passiert. Die Oma marschiert also nach vorne aufs Podium, stellt sich ans Rednerpult und fängt an: »Herr Redner, jetzt haben Sie zwei Stunden lang von Ihrem Unglauben gesprochen. Lassen Sie mich jetzt 5 Minuten von meinem Glauben sprechen. Ich möchte Ihnen sagen, was mein Herr, mein himmlischer Vater, für mich getan hat. Sehen Sie: Als ich 10
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eine junge Frau war, da verunglückte mein Mann auf der Zeche und sie brachten ihn mir tot ins Haus. Da stand ich nun mit meinen drei kleinen Kindern. Damals waren die sozialen Einrichtungen sehr mäßig. Ich hätte verzweifeln können, wie ich an der Leiche meines Mannes stand. Und sehen Sie: Da fing’s an, dass mein Gott mich getröstet hat, wie kein Mensch mich trösten konnte. Was die Menschen mir sagten, das ging zum einen Ohr herein und zum andern wieder hinaus. Aber er, der lebendige Gott, hat mich getröstet! Und dann habe ich ihm gesagt: ›Herr, jetzt musst du für meine Kinder Vater sein!‹ (Es war ergreifend, wie die alte Frau erzählte!) Ich habe abends oft nicht gewusst, wo ich das Geld hernehmen sollte, um die Kinder am nächsten Tag satt machen zu können. Und da habe ich’s wieder meinem Heiland gesagt: ›Herr, du weißt doch, dass ich so elend dran bin. Hilf du mir!‹« Und dann wendet sich die alte Frau zu dem Redner und sagt: »Er hat mich nie im Stich gelassen, nie! Es ging durch große Dunkelheiten, aber er hat mich nie im Stich gelassen. Und Gott hat noch mehr getan: Er hat seinen 11
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Sohn gesandt, den Herrn Jesus Christus. Der ist für mich gestorben und auferstanden und hat mich mit seinem Blut reingewaschen von allen Sünden! Ja«, fuhr sie fort, »jetzt bin ich eine alte Frau. Ich werde bald sterben. Und sehen Sie: Er hat mir auch eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens gegeben. Wenn ich hier
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die Augen schließe, dann wache ich im Himmel auf, weil ich Jesus gehöre. Das alles hat er für mich getan! Und jetzt frage ich Sie, Herr Redner: Was hat Ihr Unglaube für Sie getan?« Da steht der Redner auf, klopft der alten Oma auf die Schulter und sagt: »Ach, so einer alten Frau wollen wir den Glauben ja gar nicht nehmen. Für alte Leute ist der ja ganz gut.« Da hätte man die alte Oma aber mal sehen sollen! Energisch wischt sie das weg und erklärt: »Nee, nee! So können Sie mir nicht kommen! Ich habe eine Frage gestellt, Herr Redner, und die sollen Sie mir beantworten! Was mein Herr für mich getan hat, das habe ich Ihnen gesagt. Und nun sagen Sie mir: Was hat Ihr Unglaube für Sie getan?« – Große Verlegenheit! Die Oma war eine kluge Frau … Pfarrer Wilhelm Busch (1897–1966)
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Wir werden nicht aufs Jenseits vertröstet, sondern aus dem Jenseits getröstet. Echter Trost heißt: Gegenwart Gottes im Leid. Wer sich auf Gott verlässt, ist nie verlassen. Sein Lebenslicht vertreibt die Todesschatten. Peter Hahne
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