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Das haben Sibille und Ansgar sich auch anders vorgestellt: Anstatt dass die Adventszeit gemütlich und ohne Stress beginnt, bekommen sie und ihre Eltern sozusagen unerwarteten Besuch – ihre Oma wird ab jetzt bei ihnen wohnen. Die gute Frau ist leider im Denken etwas langsam; klar, dass sie die ganze Familie gehörig aufmischt. Zum Glück haben die Geschwister in ihren Adventskalendern jeden Tag eine coole Überraschung. Und auch Oma sorgt dafür, dass die Vorweihnachtszeit überhaupt nicht langweilig wird. Fortsetzungsgeschichten für Kinder im Grundschulalter.

Inken Weiand · »Ich will die Maria spielen!«

Inken Weiand

»Ich will die

Maria

spielen!«

mediaKern Nr. 5.122.614

Kindergeschichten für jeden Adventstag


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Inken Weiand · »Ich will die Maria spielen!«


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Inken Weiand

»Ich will die Maria spielen!« Kindergeschichten für jeden Adventstag


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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-8429-2614-1 Bestell-Nr. 5.122.614 © 2013 mediaKern GmbH, 46485 Wesel Umschlagbild: © andreapetrlik/Fotolia Umschlaggestaltung, Layout, Satz: Ch. Karádi Lektorat: Dr. Ulrich Parlow Gesamtherstellung: Drukarnia Dimograf, Bielsko-Biała, Polen Printed in the EU 2013 www.media-kern.de


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Inhalt (Eine volle Buchseite entspricht einer knappen Minute Vorlesedauer. Die Vorlesedauer der meisten Geschichten beträgt etwa drei Minuten.) 30. November

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1. Dezember

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2. Dezember

17

3. Dezember

21

4. Dezember

24

5. Dezember

28

6. Dezember

30

7. Dezember

34

8. Dezember

39

9. Dezember

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10. Dezember

46

11. Dezember

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12. Dezember

52

13. Dezember

54

14. Dezember

59 5


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15. Dezember

63

16. Dezember

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17. Dezember

69

18. Dezember

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19. Dezember

75

20. Dezember

79

21. Dezember

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22. Dezember

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23. Dezember

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24. Dezember

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30. November Die Adventszeit beginnt mit einer Krisensitzung. Gerade haben sich Sibille, Ansgar und die Eltern über das Frühstück hergemacht und Ansgar beginnt eine lange Schilderung über eine Deutschstunde letztens, da klingelt das Telefon. Mutti verdreht die Augen, legt ihr Marmeladenbrötchen wieder auf den Teller und nimmt das Gespräch entgegen. Ansgar will weiter berichten, aber Vati winkt ab und legt den Finger auf die Lippen. Mutti sieht ganz verstört aus. Sie lauscht immer nur in den Hörer und sagt: »Hm«, und: »Um Himmels willen!«, und: »Ja.« Erst als sie das Gespräch beendet hat, kehrt sie wieder an den Frühstückstisch zurück. Aber ihr Brötchen lässt sie liegen. Sie sieht in die Runde. »So geht es nicht weiter. Wir müssen Oma nehmen.« »Was ist denn jetzt schon wieder mit ihr los?« Die Kinder sind es gewohnt, dass es Aufregung um Oma gibt. »Die Polizei hat sie aufgegriffen.« »Was?« »Sie lief orientierungslos durch die Straßen. Im Nachthemd«, berichtet Mutti. »Jetzt ist sie bei Tante Ella. Die ist früher von der Arbeit nach Hause gegan7


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gen. Das hat natürlich Ärger mit dem Chef gegeben; gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, braucht der jeden Verkäufer. Nun war es ja ein Notfall. Aber Tante Ella muss am Montag wieder arbeiten gehen. Wir müssen Oma am Sonntag holen.« Eigentlich ist dies keine große Überraschung für die Familie. Schon längst haben sie sich darauf geeinigt, das Gästezimmer umzuräumen und für Oma frei zu machen. »Oma hat für mich gesorgt, als ich klein war und sie brauchte«, sagt Mutti, »da will ich sie auch versorgen, wenn sie alt ist und mich braucht.« »Ausgerechnet jetzt! Wir haben doch jetzt Advent!«, stöhnt Ansgar. »Wieso kann Tante Ella sie denn nicht nehmen? Oder Onkel Gerd und Tante Bille?« »Wir haben das schon besprochen«, sagt der Vater ärgerlich. »Tante Ella ist berufstätig und Tante Bille und Oma verstehen sich nicht gut. Das wird jetzt auch nicht besser, wenn Oma nicht mehr so richtig kann.« Er nickt der Mutter zu. »Ruf bitte Ella zurück und kündige uns für morgen nach dem Gottesdienst an. Und es wäre lieb, wenn sie noch Omas Sachen für die ersten Tage zusammenpacken könnte. Um den Rest kümmern wir uns dann.« Während die Mutter noch einmal bei Tante Ella anruft, beißt Ansgar unlustig in sein Brötchen. »Kein bisschen Advent«, murmelt er frustriert vor sich hin. »Noch 8


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nicht einmal einen Adventskalender gibt es in diesem Jahr.« Er krault mit den Füßen Dackel Heinrich, der auf dem Boden unter seinem Stuhl liegt. »Du hast es besser. Du bekommst wenigstens einen Adventskauknochen.« Sibille grinst. »Bekommen Maria und Josef denn Adventsknabberkolben?« Maria und Josef sind zwei Papageien, sogenannte Unzertrennliche, die in einer großen Voliere in Sibilles Zimmer leben. Und unzertrennlich sind sie ja wirklich, wenn man sieht, wie sie immer miteinander schmusen und nebeneinander auf den Stangen hocken. Die Mutter kommt vom Telefon zurück und beginnt wieder zu essen. »Alles klar?« Mutti nickt und beißt in ihr Brötchen. Sie sieht etwas missmutig aus. Vielleicht findet sie auch, dass sie keinen richtigen Advent hat. Ansgar versucht es mit einem Witz: »Möchtest du einen Adventskauknochen?« Die Mutter springt schon wieder auf. »Da habe ich doch glatt vergessen, eure Adventskalender aufzuhängen!« Sie läuft hinaus und kommt mit zwei interessanten Gebilden zurück. Eines sieht aus wie ein großes Hundefensterbild mit einem Knochen im Maul. Das andere sieht aus wie ein Papageienfensterbild mit einem Briefumschlag im Schnabel. 9


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»Hui!«, macht Sibille. »Sieht cool aus! Und wo ist jetzt der Adventskalender?« Die Mutter guckt ein bisschen beleidigt. »Seht es euch doch einmal genauer an!« Und tatsächlich kann man den Briefumschlag öffnen und auch der Hundeknochen enthält ein Fach, in dem ein kleiner Zettel steckt. »Gutschein für einmal Plätzchenbacken«, steht darauf. Sibille springt auf. »Los geht’s! Wir backen Plätzchen!«

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1. Dezember Heute morgen herrscht hektische Betriebsamkeit. Sicher, zuerst wird gemütlich gefrühstückt. »Wer weiß, wann wir das wieder können«, seufzt Vati. »Ach, mach dich nicht verrückt«, meint die Mutter. Aber überzeugend klingt das nicht. Trotzdem ist es gemütlich. Die Kerzen am Adventskranz brennen, die Familie singt ein Adventslied, der Vater betet. Es gibt Brötchen und Honigkuchen. Alle lassen es sich schmecken. Aber gleich danach beginnt Mutti wieder zu räumen, bezieht das Bett für die Großmutter, putzt das Fenster im ehemaligen Gästezimmer, stellt eine Blume auf den Tisch. Ansgar dreht eine Runde mit Heinrich. »Dass Heinrich bloß nicht nachts ins Gästezimmer läuft«, mahnt die Mutter. »Tut er nicht«, brummt Ansgar. »Und dass Josef und Maria nicht in Omas Zimmer fliegen!«, ergänzt sie. »Tun sie auch nicht«, erklärt Sibille. »Ich passe immer auf, wenn die beiden Freiflug haben. Ich will doch nicht, dass ihnen etwas passiert!« »Gut.« Mutti sieht sich noch einmal um. »Dann können wir jetzt in die Kirche.« Weil der Kindergottesdienst vor dem Erwachsenen11


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