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Christl Gelhausen, geboren 1941, studierte auf Lehramt mit Schwerpunkt Psychologie und Englisch. Sie ist seit 1965 verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und drei Enkeltöchter. Sie ist heute als christliche Lebensberaterin, Supervisorin für Seelsorger(innen) und als Referentin u. a. bei Frühstückstreffen für Frauen tätig. Seit einigen Jahren lebt sie wieder in ihrer Heimatstadt Hamburg.

mediaKern Nr. 5.121.605

Christl Gelhausen Christl Gelhausen · Angst – wie gehe ich damit um?

Angstfrei leben ist eine Illusion. Angst gehört zu unserem Leben. Die Frage ist nur: Wie gehen wir damit um? Die Autorin hat selbst die verschiedensten Ängste durchlebt und begegnet in ihren Seelsorgegesprächen immer wieder unbewussten Ängsten ihrer Ratsuchenden. Mit diesem Buch möchte sie Mut machen, sich seinen Ängsten zu stellen. Sie beschreibt die besonderen Angstauslöser unserer Zeit und zeigt Gegenkräfte auf, die helfen können, mit den unvermeidbaren Ängsten gelassener umzugehen.

Angst Wie gehe ich damit um?


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Christl Gelhausen

Angst Wie gehe ich damit um?


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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-8429-1605-0 Bestell-Nr. 5.121.605 © 2013 mediaKern GmbH, 46485 Wesel Umschlagbilder: © Fotolia (Spirale: yvart; Foto: pholidito) Umschlaggestaltung, Layout, Satz: Ch. Karádi Lektorat: Dr. Ulrich Parlow Gesamtherstellung: Drukarnia Dimograf, Bielsko-Biała, Polen Printed in the EU 2013 www.media-kern.de


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Inhalt Vorwort

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Mensch sein heißt Angst haben!

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Was ist eigentlich Angst?

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Verschiedene Arten von Angst

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Angst – ein Phänomen unserer Zeit?

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Was sagt die Bibel über die Entstehung der Angst?

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Was hat die Psychologie über die Ängste erforscht?

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Ein neuer Umgang mit Ängsten

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Schritte aus der Macht der Ängste

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Verschiedene Verhaltensmöglichkeiten in Angstsituationen

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Schlussgedanken

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Vorwort Es gibt bereits viele Bücher über Angst und Angstbewältigung. Warum dann noch ein weiteres? Angstfrei leben ist eine Illusion. Angst gehört zu unserem Leben. Die Frage ist nur: Wie gehen wir damit um? Ich habe selbst die verschiedensten Ängste durchlebt. In meinen Gesprächen begegne ich bei meinen Ratsuchenden immer wieder sowohl offensichtlichen als auch vielen unbewussten Ängsten. Mit diesem Buch möchte ich Mut machen, Ängste zu entlarven und sich ihnen zu stellen. Und ich zeige Wege auf, wie man von der beherrschenden Macht seiner Ängste befreit werden kann. Außerdem beschreibe ich einige besondere Angstauslöser unserer Zeit und weise auf Gegenkräfte hin, die helfen können, mit den unvermeidbaren Ängsten gelassener umzugehen. Hamburg, Mai 2013 Christl Gelhausen

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Mensch sein heißt Angst haben! Das Thema »Angst« gehört zu den wunden Punkten unseres Lebens. Jeder von uns kennt die Erfahrung ganz unterschiedlicher Ängste. Die verschiedensten Fachrichtungen befassen sich damit: Medizin, Psychologie, Philosophie, Theologie. Sogar die Werbung will uns mit unseren Ängsten manipulieren. Ein Versicherungsagent versucht es so: »Wenn Sie nachts ruhig schlafen wollen, müssen Sie meine Versicherung abschließen!« Gedanken der Angst begleiten uns auf unserem ganzen Lebensweg: – Angst, Fehler zu machen – Angst vor der Zukunft – Angst um das Wohl unserer Kinder – Angst vor Entscheidungen – Angst vor Krankheiten – Angst vor Ablehnung Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Dennoch geben wir uns gern der Illusion eines angstfreien Lebens hin. Wir kennen die verbreitete Auffassung: »Nur wer schwach ist, hat Angst. Wer stark ist, hat 6


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keine Angst.« Aber damit steht der, der unter Ängsten leidet, immer im Abseits – er versucht, seine Angst zu verbergen. Dieses Verbergen kann sehr unterschiedlich aussehen: Nach einem meiner Vorträge über Angst saß ich mit einem Ehepaar im Gespräch zusammen. Der Mann bemerkte, dass er die Ausführungen interessant gefunden habe, selbst aber keinerlei Ängste kenne. Seine Ehefrau schaute mich mit sorgenvollem, ernstem Gesicht an. Sie erzählte, wie ihr Mann ihr im Auto manchmal spontan ins Lenkrad greife, wenn ihre Fahrweise ihm nicht gefalle. Sie hatten schon einige Beinahe-Unfälle deswegen gehabt. Er wusste nicht, dass er unter unkontrollierten, unbewussten Ängsten litt! Der Mensch ist mit der Fähigkeit zu unterschiedlichsten Gefühlen geschaffen. So gehört die Angst zu unserem Leben wie Freude, Zorn oder Traurigkeit.

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Was ist eigentlich Angst? Der Psychiater und Neurologe Michiaki Horie beschreibt die Angst als ein beklemmendes Gefühl, das unser Denken beherrschen könne und dem wir uns ausgeliefert fühlten, wie wenn es kein Entrinnen gäbe. Der Psychoanalytiker Fritz Riemann geht in seiner Definition der Angst auf ihre Ursachen ein. Er meint, dass unsere Angst unsere Abhängigkeiten jeglicher Art und den Gedanken an Sterblichkeit widerspiegele. Der Psychotherapeut Reinhold Ruthe weiß aus seiner Erfahrung, dass die Angst ein Schlüssel für die Probleme des Menschen in den verschiedensten Bereichen sei: Ehe, Erziehung, Alter, Arbeit, Konflikte jeder Art. Die Angst – ein Gefühl der Enge (beide Wörter sind sprachgeschichtlich verwandt!) – zeigt sich in Gedanken, im Verhalten und im körperlichen Bereich. Uns sind die körperlichen Symptome vertraut, von Kindesbeinen an kennen wir sie: Schwitzen, Zittern, Unruhe, Erblassen, Gänsehaut, erhöhten Puls usw. Der Adrenalinspiegel steigt! Viele Redewendungen beziehen sich auf diese Symptome: – »Mir blieb die Spucke weg.« – »Das Lachen verging uns.« 8


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– »Das Herz schlägt ihr bis zum Hals.« – »Es verschlägt mir die Sprache.« Letzteres habe ich selbst einmal erlebt. Ich hatte mich gründlich auf mein Lieblingsfach Psychologie vorbereitet. Aber kurz vor dem Hauptexamen überfielen mich Versagensängste. Ich wurde ins Prüfungszimmer gerufen und mein Professor fragte routinemäßig nach meinen Personalien. Ich versuchte zu antworten, bekam jedoch keinen Ton heraus. Ich war verzweifelt. Der Professor wandte sich seinem Kollegen zu und begann mit ihm ein belangloses Gespräch – bis ich mich wieder gefangen hatte. Seine Ruhe und das Nichtbeachten meiner Not hatten mir geholfen. Viele schämen sich ihrer Ängste und versuchen, sie zu überspielen oder zu verdrängen. Dieses Verhalten bewirkt allerdings, dass man seiner Angst ausgeliefert ist – man wird von ihr beherrscht. Manche Menschen kennen die Angst vor dem Fahrstuhlfahren. Sie behaupten dann lieber, dass sie gerade ihren Körper trainieren, und laufen in den siebten Stock zu Fuß. Ein Besuch in der zwölften Etage wird da zum echten Problem! Ängste können solche Auswirkungen haben, dass sie uns lähmen und uns jegliche Lebensfreude rauben. Darum geht es im nächsten Kapitel.

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