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60 Dinge, die GOTT über SEX sagt Lester Sumrall


60 Dinge, die GOTT über

SEX sagt

Lester Sumrall

Gilgal Publishing Ajoke Harewood


Originaltitel: 60 Things GOD said about Sex Erschienen bei Whitaker House, 30 Hunt Valley Circle, New Kensington, PA 15068 © 1981 Lester Sumrall Evangelical Association (LeSEA) ISBN: 0-88368-770-4

Deutsche Ausgabe: © 2005, Gilgal Publishing, Ajoke Harewood, CH-5728 Gontenschwil/AG ISBN: 3-9522446-7-8 Die Bibelzitate wurden der Schlachter Übersetzung entnommen – Version 2000. © Genfer Bibelgesellschaft, CH-1211 Genf 3 Übersetzung: Ajoke Harewood Korrektur: Lotti Hirt, Maritta Wernli Satz: Nicole Wiederkehr, CH-5734 Reinach Druck: Druckerei Altherr, CH-5057 Reitnau Printed in Switzerland


Inhaltsverzeichnis

Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 1. Der sexuelle Trieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 2. Weshalb schützt Gott die Sexualität so sehr? . . . . . . . . . . 25 3. Sex in der Ehe (Wo sonst?) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 4. Missbilligte Ehen (X-Rated Marriages) . . . . . . . . . . . . . . 51 5. Sex und Ehescheidung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 6. Zwanzig Gesetze gegen Inzest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 7. Sexuelle Perversion birgt einen Fluch . . . . . . . . . . . . . . . 83 8. Die Irreführungen der Sexualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 9. Wie Jesus mit sexuellen Gesetzesübertretern umging . . . . 99 10. Sexualität und geistige Realität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 11. Sexualität und die letzten Tage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 Meine Herausforderung an dich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 Über den Autor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128


Einführung Unsere moderne Welt wird von Gesprächen über die Sexualität überflutet. Die Unterhaltungsmedien, kommerzielle Werbungen, sogar unsere Schulbücher sind von diesem Thema bis an den Rand gefüllt. Nahezu überall, wo man hinkommt, hört man raue Stimmen, die über Sex schwatzen. Es scheint das beliebteste Gesprächsthema zu sein. Die meisten Unterhaltungen darüber sind kalt und sachlich, sogar objektiv, weil die Leute über die einfache Ausübung der Sexualität fasziniert sind. Einige können es kaum erwarten, ihre Erfahrungen über sexuelle Techniken auszutauschen. Andere lieben es, Witze mit einer sexuellen Überbetonung zu erzählen – Witze, die sexuelle Wünsche aufkommen lassen oder die aufzeigen, dass der Zuhörer eine perverse sexuelle Ansicht vertritt. Und eine beträchtliche Anzahl der «Sex-Gespräche», die um uns herum stattfinden, sind nichts anderes, als eine Reihe feiner Anspielungen zur Sexualität; eine zeitlich wohl berechnete Pause, ein Wink oder eine verstohlene Geste. Die meisten Leute, die gerne über Sex reden, spotten über die Geheimhaltung der Puritaner oder der Viktorianer; aber ironischerweise sind sie selber, betreffend der Sexualität, genauso geheimtuerisch! Sie können die Sexualität nur hintergründig und zweideutig diskutieren, weil sie selbst nicht wirklich wissen (oder nicht ausdrücken können) was ihnen Sex bedeutet. Sie haben die wirkliche Bedeutung der Sexualität nicht begriffen. Sie sind wie heranwachsende Jugendliche, die kichern und erröten, wenn sie über die Wahrheiten des Lebens nachdenken. Es ist eine Tatsache, dass selbst viele Christen noch immer in diesem Stadium sind. 7


Und so ist die Sexualität der meist diskutierteste, aber am wenigsten verstandene Aspekt des menschlichen Lebens geworden. Ich denke, es ist fair zu sagen, dass wir am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts im dunklen Zeitalter der Sexualität leben. Wir hören viel mehr über Sex, als unsere Eltern oder Grosseltern jemals gehört haben, verstehen aber weitaus weniger davon. Weshalb? Weil wir die raison d’être der Sexualität vergessen haben, den eigentlichen Grund ihrer Existenz. Versuche dir vorzustellen, ein Bewohner des Dschungels zu sein, der einen Cadillac findet, welcher aufgrund einer Fernsehwerbung mit einem Flugtransport in den Amazonas geflogen wurde. Du würdest dich von früh morgens bis spät in die Nacht hinein mit deinen Freunden darüber unterhalten. Du würdest die glänzende Oberfläche des Wagens berühren und in das feudale Innere spähen. Eine merkwürdige Zuneigung würde sich in dir entwickeln; ein Gemisch von Neugier und Angst. Aber du hättest keine Ahnung, wieso es da steht. Du wüsstest genauso wenig über Cadillacs wie zuvor – sogar noch weniger, weil du dir in der Zwischenzeit seltsame, falsche Vorstellungen angeeignet hättest! Und genauso verhält es sich mit der Sexualität. Der durchschnittliche Mensch redet über Sex, betrachtet Sex, denkt über Sex nach und träumt von Sex, ignoriert aber dabei den eigentlichen Grund, den Gott für die Sexualität hat völlig. Und so ergibt sich ein ganz neues Sternbild von «Helfer»-Berufen, die versuchen, den Knoten von Amerikas verwirrter, sexueller Moral zu lösen. Familienanwälte waten durch einen Sumpf hitziger Gefechte von Scheidungsfällen, wovon sich viele direkt auf das sexuelle Problem beziehen. Die Wartesäle der Psychiater sind voll von Leuten, die unter sexuellen Problemen leiden. Sozialarbeiter offerieren Geburtenkontrollgeräte und freie Abtreibungen für Mädchen im Teenageralter und ihre Telefone läuten vierundzwanzig Stunden am Tag. All dieses Leiden, diese Verwirrungen und das unwissende Geschwätz über die Sexualität, brechen mir das Herz. Ich höre mich selbst sagen: «HERR, hilf mir, den Leuten die Wahrheit über 8


die Sexualität klar zu machen. Lass mich ihnen zeigen, was Dein Wort darüber aussagt. Öffne ihre Augen, damit sie die Freude und Erfüllung der Sexualität erkennen, so wie Du sie ursprünglich geplant hast.» Es ist notwendig, dass unser Land hört, was Gott über die Sexualität sagt. ER hat keineswegs Seinen moralischen Standpunkt geändert, um sich einer liederlichen Generation anzupassen. ER hat seinen Plan, damit Männer und Frauen sexuelles Glück in ihrer Ehe finden, nicht geändert. Gott hat uns als sexuelle Geschöpfe erschaffen und wir sollten das Muster verstehen, welches ER für unsere sexuelle Beziehung geplant hat. Gott sagt: «Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis» (Hosea 4:6). Sex ist ein perfektes Beispiel der Wahrheit in dieser Aussage; wir müssen dringend Gottes Absicht für diesen Bereich unseres Lebens herausfinden. Gottes Wort beinhaltet eine beachtliche Fülle von Informationen über die Sexualität. Nahezu jedes Buch in der Bibel erwähnt die Sexualität, entweder direkt oder indirekt. Auf den nachfolgenden Seiten werden wir uns sechzig Schlüsselversen zuwenden, in denen es um die Sexualität oder um sexverwandte Bräuche geht. Diese Studie ist keineswegs erschöpfend und ich möchte dich ermutigen, im Wort Gottes weiter zu forschen, um noch viel besser zu verstehen, was Gott über Sexualität sagt. Ich hoffe aber, dass du durch die Erkenntnisse in diesem Buch aufgeklärt und herausgefordert wirst, so wie auch ich neue Einsichten erfahren durfte, während ich dies vorbereitete. Ich glaube, dass sie dir dazu verhelfen, ein glücklicheres und bedeutungsvolleres Leben zu führen.

Lester Sumrall

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Kapitel 1

Der sexuelle Trieb Die Sexualität sollte ausgeübt werden, aber am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt, gemäß Gottes Planung. In diesem Plan ist der sexuelle Instinkt eine gute Sache, eine kraftvolle Lebensquelle und Einheit zwischen zwei Wesen. Außerhalb von Gottes Plänen wird er sehr schnell die Ursache einer Trennung, die Quelle von Grausamkeit, Perversion und Tod. — Walter Trobisch 1

Die Bibel ist ein Buch über Sex. Sie ist ein Buch über Gottes Schöpfung der Menschheit und Seine fortwährende Beziehung mit uns, in dem jeder Aspekt unseres Lebens berührt wird. Sie ist ein Buch über Geburt, Wachstum, Reife und Tod; ein Buch über Liebe, Hass, Verzweiflung und Hoffnung; ein Buch über Hunger, Schmerz, Vergnügen und Ekstase – und ein Buch über Sexualität. Die Bibel spricht ehrlich über den menschlichen Sextrieb. Tatsache ist, dass sie viel offener und ehrlicher darüber spricht, als unzählige der so genannten Sexhandbücher, die in den vergangenen Jahren erschienen sind. Lies dir als Beispiel die Schriftstelle in Richter 14:1–2 durch. Diese Stelle beschreibt, wie der junge Israeli Simson Timnat, ein Gebiet der Philister, besucht. Beachte, was geschah, als Simson nach Hause zurückkehrte. Sobald er seine Mutter und seinen Vater antraf, sagte er: «Ich habe in Timnat eine Frau gesehen von den Töchtern der Philister; nehmt sie mir doch zur Frau!» (Vers 2). Hört sich dies nicht bekannt an? Ein junger Mann sieht eine attraktive junge Frau und aufgrund seines ersten Impulses sagt er: «Ich will sie!» 11


Dies erinnert mich an eine uralte Geschichte von einem alten Einsiedler und seinem Sohn, die hoch oben in den Bergen lebten, weit weg von irgendwelchen anderen Menschen. Nebst seinem Vater hatte der Sohn nie zuvor einen anderen Menschen zu Gesicht bekommen. Endlich entschied sich der alte Einsiedler, seinen Sohn an seinem Geburtstag in die Stadt zu nehmen, um seine erste Erfahrung in der Zivilisation machen zu können. Als sie so durch die Strassen gingen, begegneten ihnen einige hübsche Mädchen und der Sohn sagte: «Wer in aller Welt sind diese?» Der alte Einsiedler fand sich überrumpelt. «Eh, uh … Das ist nichts, Sohn», sagte er. «Nur ein paar Gänse.» Der Junge schien diese Beschreibung zu akzeptieren und so gingen sie weiter. Die beiden verbrachten den ganzen Tag in der Stadt und besuchten die verschiedensten Geschäfte. Einige der Orte, die sie besuchten, waren der Mietstall, das Sägewerk und das Grobschmiedgeschäft. Zu guter Letzt entschieden sie sich, nach Hause zurück zu kehren. Bevor sie sich auf den Heimweg machten, sagte der alte Einsiedler: «Sohn, ich würde dir gerne ein Geburtstagsgeschenk überreichen. Hast du irgendetwas gesehen, das du gern haben möchtest?» «Aber sicher!» sagte der Junge. «Ich will ein paar Gänse!» Ganz egal, wer du bist und woher du kommst, etwas in dir zieht dich zum anderen Geschlecht. Gott hat dich so erschaffen. Seine ganze Schöpfung ist eine Wechselbeziehung. Alle Seine Geschöpfe haben Lebensgefährten, welche genau auf sie abgestimmt sind. Schau dir mal das Pflanzenreich an. Jeder Bauer wird dir erzählen, dass Pflanzen männliche und weibliche Organe haben müssen, um sich fortpflanzen zu können. Wenn die Polle den Staubfaden nicht berührt und der Same den Keim nicht erreicht, kann sich eine Pflanze nicht fortpflanzen und somit gäbe es im folgenden Jahr keine Ernte. Oder betrachte das Reich der Tiere. Für jedes Männchen existiert ein Weibchen und umgekehrt. Wenn du in der Wildnis einen Pfau 12


entdeckst, ist die Pfauhenne ganz gewiss nicht weit entfernt. Wenn du einen Löwen findest, wird auch die Löwin in der Nähe sein. Die zwei Geschlechter leben zusammen, behüten einander und bringen neues Leben in die Welt. Dieses Muster hat Gott entwickelt als ER die Erde erschaffen hat. Dasselbe trifft für die Menschheit zu. Gott hat uns als Männer und Frauen erschaffen und SEINE Absicht war, dass wir aufeinander anziehend wirken. Gott hat jede Person mit körperlicher Kraft ausgestattet – Psychologen nennen dies «Antriebe» – die es Ihm oder Ihr ermöglichen, zu existieren und zu wachsen. Einer dieser Antriebe ist die Selbsterhaltung, das Bedürfnis, sich selbst zu beschützen, Essen zu finden und Schutz vor schlechtem Wetter zu suchen. Ein anderer ist der Drang nach Religion, eine Art und Weise, das Bewusstsein im geistlichen Bereich zu befriedigen. Zusätzlich existiert ein intensiver Antrieb, vielleicht sogar der am häufigsten falsch verstandene, nämlich das menschliche Verlangen nach Sex. Es ist der Drang, sich nach einem Menschen des anderen Geschlechts umzusehen, sich zu verbinden, das körperliche Sexvergnügen zu genießen und Nachkommenschaft zu erzeugen. Viele Christen glauben, dass der Sextrieb bösartig ist und versuchen ihn deshalb zu unterdrücken oder zu ignorieren. Einige glauben sogar, dass der Sexualverkehr Ursprung der Sünde war. Diese Auffassung verlangt besondere Beachtung, weil sie das Verhalten der Christen in Sachen Sex für Jahrhunderte beeinflusst hat. St. Augustine, einer der großen Theologen der frühzeitigen Kirche, vertrat die Meinung, dass Sex Sünde ist. Augustine glaubte, dass die Sünde von Adam und Eva gegen Gott (siehe 1. Mose 3) symbolischer Herkunft ist und dass die «verbotene Frucht» eigentlich den Sex darstellt. Er dachte, dass Eva deshalb unter Schmerzen schwanger wurde und Kinder zur Welt brachte (1. Mose 3:16), weil Sex Sünde ist, und jede Art der sexuellen Aktivität Schmerzen verursacht. Gemäß Augustine sollte die Menschheit schon für das 13


bloße Nachdenken über Sex Gott um Vergebung bitten und wenn immer möglich, sich davon enthalten. Tatsache ist, dass Augustine erklärte, dass Männer und Frauen, die vor Gott gerecht sein wollten, im Zölibat leben müssten (also ohne sexuellen Kontakt); seine Anhänger glaubten, dass die Leiter in kirchlichen Klostern leben sollten, ohne sich sogar mit dem anderen Geschlecht zu unterhalten. Augustine war ein begeisterter Theologe und seine Ideen wurden stark respektiert. Seine Einstellung über Sexualität wurde zur kirchlichen Standardlehre und die Nachwirkungen dieser Lehre erleben wir noch heute. In seinem Buch über die sexuelle Moral im Westen sagt C.W. Lloyd: Das Schreiben von Augustine über Liebe und sexuelle Praxis haben im Westen möglicherweise mehr Einfluss genommen, als jene von vielen anderen. Mit Klarheit wird das angeborene Böse in der Leidenschaft der Sexualität, ja sogar in der Ehe, dargelegt. Diese Lehren … entwickelten den theologischen Aufbau von Schuld- und Schamgefühlen über einen biologischen Antrieb. Das Durchführen der Lehre über sexuelle Schuldgefühle war jedoch schwierig. Der Kampf, einem Geistlichen das Zölibat aufzuerlegen … führte bis weit ins Mittelalter nur zu mäßigem Erfolg.2 Mit anderen Worten, es war für Christen nicht einfach, Augustines Einstellung zur Sexualität zu akzeptieren. Sie waren nicht sicher, ob Gott verlangte, dass sie im Zölibat leben sollten. Die Kirche musste dafür kämpfen, dass ihre Leiter dieser Regelung Gehorsam leisteten. Tatsache ist, dass das sexuelle Verbot eine der ersten Lehren war, von denen sich Martin Luther und die anderen bekannten Reformatoren losrissen. (Luther selbst verließ ein Kloster, um eine Nonne zu heiraten.) Entweder Augustine lag falsch, Luther lag falsch oder beide waren furchtbar verwirrt, was die Sexualität betraf. War Sex die ursprüngliche Sünde? Ist der Sextrieb etwas Böses? Beachte, was Gott sagt: 14


1. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan … Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1:27–28, 31)

Dieser Abschnitt zeigt, dass die Erschaffung der Menschen in Gottes Augen sehr speziell war. Gott benutzte Seine Hände, um den Menschen zu erschaffen (1. Mose 2:7), was auch aufzeigt, wie wichtig und wertvoll wir für Gott sind. Alles andere erschuf er durch Seinen Befehl: ER sprach die Sterne in Existenz; ER sprach die Sonne, den Mond und die Erde in Existenz; ER sprach die Pflanzen und Tiere ins Dasein. Aber ER erschuf den Menschen mit Seinen eigenen Händen, bildete ihn aus Staub von der Erde. ER blies den Odem des Lebens in die Nase des Menschen. ER erschuf einen wunderschönen Garten, wo der Mensch leben konnte (1. Mose 2:8). Offensichtlich war Gott mit der Person, die ER erschaffen hatte, zufrieden. ER nahm sich vor, einen Menschen nach Seinem Ebenbild zu gestalten und die Resultate befriedigten Ihn; und ER fand, dass es «sehr gut» war. Was sagt uns die Bibel sonst noch über die Person, die Gott «nach Seinem eigenen Ebenbild» erschuf? Wir dürfen daraus lernen, dass ER zwei Menschen geschaffen hat – Menschen ungleichen Geschlechts. Und kurz nachdem ER den ersten Mann und die erste Frau erschaffen hatte, sagte ER ihnen: «Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde.» Gott befahl dem Mann und der Frau eine sexuelle Beziehung miteinander zu pflegen und Kinder in diese Welt zu bringen. Keinen Geschlechtsverkehr zu haben, wäre für sie Sünde gewesen. Sie wären gegenüber einem direkten Befehl Gottes ungehorsam gewesen, hätten sie nicht durch Sex Kinder gezeugt. Keine andere Kreatur in diesem Universum kann einen anderen Menschen schaffen. Engel können es nicht und Tiere können es nicht. Kein Geschöpf irgendwelcher Art kann es – außer dem 15


Mann und der Frau. Gott gab uns diesen speziellen Unterschied. Wir sind die einzigen Lebewesen, die ein anderes Geschöpf mit einer unsterblichen Seele in diese Welt bringen können. Wir sind Gottes Partner in der geistigen Schöpfung. Ist dies nicht Ehrfurcht gebietend? Dem Menschen eine sexuelle Natur, einen Sextrieb, zu geben, ist eine Absicht Gottes, die uns beeindrucken sollte. Vergiss niemals: Der Sextrieb ist von Gott gegeben. Du selbst hast diesen Geschlechtstrieb nicht erschaffen. Er wurde nicht durch das Fernsehen, Filme oder schmutzige Zeitschriften erschaffen. Gott hat ihn entstehen lassen! Und Gott erschuf ihn als «sehr gut»!

Den Geschlechtstrieb kontrollieren Obwohl der Sextrieb gut ist, muss er unter Kontrolle gehalten werden. Dies gilt für alle biologischen oder psychologischen Triebe, die Gott uns gegeben hat. Stell dir einmal vor, was geschehen würde, wenn du deinen Appetit nicht kontrollieren könntest. Du würdest wahllos und ununterbrochen essen. Ich habe gehört, dass im Scherz gesagt wird, einige Leute «essen alles das nicht zuerst sie isst»; nun, wenn du deinen Appetit nicht unter Kontrolle hast, kann dies wirklich zutreffen. Du würdest immer wieder deinen Teller bis zum Rand auffüllen und zuletzt sogar versuchen, den Teller selbst zu essen. Du wärst esssüchtig. Obwohl Hunger ein gesunder Trieb ist – ein Trieb, den wir befriedigen müssen, um zu überleben – kann er uns, wenn wir ihn außer Kontrolle geraten lassen, vernichten. Dasselbe gilt für den Sextrieb. Fleischlich gesinnte Menschen, würden dem Sextrieb am liebsten freien Lauf lassen, wie wir das bereits in der heutigen Gesellschaft erkennen können. Fast jede Stadt hat Gebiete mit Massagesalons, Piep Shows und Bordells, die von Menschen besucht werden, die sich hemmungslos oder außer Kontrolle sexuell befriedigen. Wenn möglich würden sie ihrem Sextrieb tagtäglich, vierundzwanzig Stunden lang, freien Lauf lassen. Ein britischer Schreiber bemerkte abschließend mit Wehmut: 16


Es wäre viel einfacher, wenn wir, wie unsere Affen-Verwandten, biologisch ganz einfach viel unordentlicher wären. Dann könnten wir unsere sexuelle Aktivität mit denselben Mitteln ausweiten und intensivieren, wie wir das mit unseren Körper-Reinigungs-Gewohnheiten tun. Genauso, wie wir harmlos Stunden im Badezimmer verbringen, Masseure, Schönheitssalons, Coiffeure, türkische Bäder, Hallenbäder, Saunas oder orientalische Badehäuser besuchen, könnten wir langen, erotischen Eskapaden mit jedermann zu irgendeiner Zeit ohne die geringsten Nachwirkungen nachgehen.3 Gottes Wort verflucht diese Denkensart. Ein unkontrollierter Trieb des Körpers wird ihn zerstören. Am Anfang mag diese Nachsicht Vergnügen bereiten; am Ende jedoch wird sie dich zerstören. Wir werden dieses Thema der Verworrenheit – dem Geschlechtstrieb unkontrolliert nachzugeben – in einem späteren Kapitel etwas genauer betrachten. Lass uns jetzt anschauen, weshalb der Sextrieb kontrolliert werden sollte und wie er kontrolliert werden kann. Wir haben bereits gesehen, dass Gott sagt, dass Sex eine sehr schöne und gesunde Sache ist. Er plante von Anfang an, dass wir einen Geschlechtstrieb haben. Aber Er sagt uns auch, dass der Geschlechtstrieb so angewandt werden muss, wie er es bestimmt hat: 2. Wenn jemand ein Mädchen, eine Jungfrau, antrifft, die noch nicht verlobt ist, und sie ergreift und bei ihr liegt und sie ertappt werden, so soll der Mann, der bei dem Mädchen gelegen hat, dem Vater des Mädchens 50 (Schekel) Silber geben, und er soll sie zur Frau haben, weil er sie geschwächt hat. (5. Mose 22:28,29)

Gott befasst sich hier mit dem Geschlechtsverkehr zwischen zwei unverheirateten Menschen, die gegenseitig übereinstimmen, eine sexuelle Beziehung einzugehen. Heutzutage hören wir manche 17


Leute sagen, «Volljährige» sollten frei sein, sich in beliebige sexuelle Aktivitäten einzulassen, auch wenn sie nicht verheiratet sind; aber Gott sagt dazu nein. Weshalb? Weil diese Art der sexuellen Beziehung die Frau «schwächt». (Die revidierte Standard Version übersetzt das Wort mit «schändet»; genauso korrekt wäre, dass die Frau «gedemütigt» wird). Ihre Würde ist vernichtet; ihr Selbstwert wird wertlos durch den Geschlechtsverkehr mit einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist und der sich weigert, sie zur Ehefrau zu nehmen. Ein solcher Mann behandelt sie wie ein weiterer Bissen für seinen sexuellen Appetit. Er liebt sie nicht; er liebt das Vergnügen, das er von ihr empfängt. Gott sagt, dass dies nicht dem entspricht, was er von einem Mann und einer Frau erwartet, wie sie mit ihrem Sextrieb umgehen sollen. Dwight Hervey Small, ein Pastor und Seelsorger, der während vieler Jahre am Wheaton College gelehrt hat, bringt mehr Licht in diese Angelegenheit: Geschlechtsverkehr ist eine Handlung, die Einfluss auf die ganze Persönlichkeit hat. Es ist ein intimes Zusammentreffen zwischen einem Mann und einer Frau in der Tiefe ihres Wesens, welches in jedem etwas Dauerhaftes bewirkt; zum Guten oder zum Schlechten. Daher kann es nicht einfach als sinnlichen Genuss betrachtet werden, dessen Auswirkungen während der Ausübung vergehen. 4 Gottes ursprüngliche Absicht war, dass Sex eine Art persönliche Begegnung ist. Eine Art gegenseitiger Beeinflussung, die nur in der Ehe richtig ist. «Aber», mag manch einer denken, «wer weiß denn schon, was ‹richtig› ist? Weshalb soll denn der Geschlechtsverkehr in der Ehe am einzig ‹richtigen› Ort sein?» Gott hat den Geschlechtsverkehr für die Ehe erschaffen; jeder andere Gebrauch verdirbt die ursprüngliche Absicht. Du kannst einen Tischlerhammer benutzen, um das Eis von deinem Gehweg zu kratzen, aber er ist nicht das geeignete Werkzeug dafür. Der Hammer wurde nicht für das 18


Abkratzen von Eis hergestellt und indem er dafür gebraucht wird, wird er ruiniert, ehe er zum richtigen Gebrauch verwendet werden konnte. Dasselbe gilt für den Geschlechtsverkehr: Es gibt eine richtige und viele unanständige Handhabungen von Geschlechtsverkehr. Gott sagt, dass wir den Sextrieb kontrollieren und ihn korrekt anwenden sollen. Zu realisieren, dass es nur eine korrekte Art für die Ausübung der Sexualität gibt, ist der erste Schritt, den Sextrieb zu kontrollieren. Wenn du weißt, wie Gott möchte, dass du mit der Sexualität, die Er dir gegeben hat, umgehst, ist das Ziel bestimmt. Die Richtschnur ist gesetzt. Dann weißt du, dass alles, was den richtigen Einsatz deiner sexuellen Kraft untergräbt oder hindert, nicht getan werden sollte. Kurzum, alles, was dir hilft, deine sexuelle Kraft korrekt zu erfüllen oder zu bereichern, sollte getan werden. Wie jeder andere menschliche Trieb kann der Sextrieb durch neue Erfahrungen und Geschick geschult und erweitert werden. Du kannst neue Techniken lernen, die deine sexuelle Beziehung erfreulicher und lohnender gestalten. Indem du dies tust, ehrst du den Schöpfer, der dir diese wunderbare Fähigkeit gab, die wir «Sex» nennen.

Der Sextrieb und die vollständige Person Wie Reverend Small bemerkte, schließen sexuelle Beziehungen die ganze Persönlichkeit mit ein. Wir müssen die vollumfängliche Natur des Geschlechtstriebs verstehen und auch, wie er auf die anderen Komponenten der Persönlichkeit einwirkt. Wir müssen die geistigen wie auch die körperlichen Auswirkungen des Geschlechtstriebs erkennen, sonst sind wir unfähig, den Geschlechtstrieb bis zur äußersten Möglichkeit zu kontrollieren und zu nutzen. Wir können sagen, dass der Sextrieb in drei Welten oder in drei verschiedenen Ebenen der menschlichen Persönlichkeit funktioniert. In meinem Buch Ecstasy (Ekstase) erkläre ich, wie jede Person 19


dreidimensional ist: Jede Person hat einen Körper, eine Seele und einen Geist.5 Diese drei Bestandteile ergeben den vollständigen Menschen.

Sex und der Körper Selbstverständlich wissen wir, dass Sex den Körper mit einschließt, den physischen Teil unseres Wesens. Eine sexuelle Beziehung ist die intimste körperliche Bindung, die zwischen zwei Menschen existieren kann. Durch sie beschreiben ein Mann und eine Frau ihre Liebe und Anerkennung füreinander mit Hilfe ihres Körpers. Alle fünf körperlichen Sinne sind dabei involviert: – Sehen; die körperlichen Reize des Geliebten sehen. – Hören; des Partners Worte der Zärtlichkeit und des Verlangens hören. – Riechen; das Parfüm oder den persönlichen Duft des Partners riechen. – Schmecken; jeden süßen Kuss schmecken. – Fühlen; durch die Hände des Geliebten die Liebkosungen fühlen. Eine sexuelle Begegnung ist möglicherweise die wohl bemerkenswerteste Erfahrung, über die sich eine Person auf dieser Erde erfreuen kann, weil sie jeden Aspekt des Körpers mit einbezieht. Howard und Charlotte Clinebell, ein Ehepaar-Team der christlichen Eheberater, beschreiben die körperliche Freude, die viele Eheleute gefunden haben, sehr gut: Sexuelle Intimität ist mehr als das Zusammenbringen der sexuellen Organe, mehr als die gegenseitige sinnliche Erregung beider Partner, sogar mehr als die beidseitige Erfüllung im Orgasmus. Sie ist die Erfahrung der gegenseitigen Anteilnahme und das Aufgeben seiner selbst in der Verbundenheit zweier Personen; und wird in dem biblischen Satz, «sie werden ein Fleisch sein», ausgedrückt.6 Sie nimmt Bezug auf eine der direktesten Aussagen, die Gottes Wort jemals über Sex gemacht hat und steht unmittelbar nach der 20


Bibelstelle, wo Gott die Frau erschaffen hat, um als «Helfer» für den Mann da zu sein. 3. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. (1. Mose 2:24)

Mit anderen Worten, die körperliche Bindung zwischen einem Mann und einer Frau durch den Geschlechtsverkehr ist sogar stärker, als die körperliche Bindung von einem Kind zu seinen Eltern. Das Band der sexuellen Intimität nimmt einen höheren Stellenwert ein, als die Zuneigung, die du zum Vater oder zur Mutter hast. In Gottes Augen sind ein Mann und eine Frau, die eine sexuelle Verbindung eingehen, «ein Fleisch» geworden – sie sind eine physische Person. Und wenn es um das Ehren deiner Eltern oder das Ehren deines Ehepartners geht, ist Gott sehr deutlich. Er sagt nämlich, dass dein Ehepartner zuerst kommt. Unzählige Ehen brechen auseinander, weil einer oder beide Partner dies nicht realisieren! Sie sind nicht gewillt, der Mutter oder dem Vater den richtigen Platz zuzuweisen; hinter dem Ehemann oder der Ehefrau. Aber Gottes Wort sagt, dass die Person, welche heiratet, ihre oder seine Eltern verlassen und das Haus an einem anderen Ort aufbauen soll. Ein Haus ist nicht groß genug für zwei Männer und nicht groß genug für zwei Frauen. Wenn du mit jemandem Geschlechtsverkehr haben möchtest, dann solltest du heiraten; und falls du vorhast, zu heiraten, solltest du deine Eltern verlassen und einen eigenen Ort finden. Dies ist der einzige Weg, auf dem du körperliche Intimität haben kannst.

Sex und die Seele Der Geschlechtstrieb schließt auch die Seele mit ein. Deine Seele setzt sich aus dem Verstand, den Gefühlen und dem Willen zusammen; alle drei werden durch den Sextrieb beeinflusst. 21


Der Verstand wägt alle Entscheidungen ab. Er betrachtet die Tatsachen, misst die Pros und Kontras ab und bewertet deine Gefühle. Einige bewusste Entscheidungen werden über deine sexuellen Wünsche getroffen; aber Sex beeinflusst viele deiner täglichen Entscheidungen, ob du dies realisierst oder nicht. Dein Verstand benimmt sich wie ein Schiedsrichter inmitten deines Willens, deiner Emotionen, deiner Meinung und manchen anderen Einflüssen, die sich gegenseitig konkurrenzieren – einschließlich des Sextriebes. Die Gefühle sind ganz deutlich vom Sextrieb beeinflusst. Sexuelle Motive können eine Person dazu bewegen, von einem Gefühl ins andere zu schwanken. Vielleicht hast du gesehen, wie sich die Stimmung deines(r) Gatten(in) von Freude in Enttäuschung umschlug oder sogar in Wut, weil ein Problem in der Sexualität aufgetreten ist. Es kann ganz leicht geschehen und du magst den Grund zum plötzlichen Stimmungswechsel nicht erkennen. In so einer Situation ist ein ernsthaftes Gespräch mit dem(r) Gatten(in) dringend notwendig, um zu lernen, was hinter seinen oder ihren Gefühlen steckt. Der Wille wird vom Sextrieb ebenfalls stark beeinflusst. Der Wille ist dein Selbststeuerungs-System. Er bestimmt, was du tun willst, ganz egal, ob der Verstand dir objektiv mitteilt, was du zu tun hast, oder womit dich die Emotionen zu beeinflussen versuchen. Der Geschlechtstrieb kann deinen Willen davon überzeugen, nach sexueller Befriedigung zu verlangen. Diese drei Komponenten – der Verstand, die Gefühle und der Wille – umfassen die Seele, das Wesen deiner Natur, das dir deine einzigartige Identität gibt. Deine Seele kann Gott geweiht oder aber nicht wiedergeboren und somit sündig sein. Welche Art auch immer, der Sextrieb beeinflusst deine Seele und deine Seele gibt die Richtung an, wie du deinen Geschlechtstrieb einsetzen wirst.

Sex und der Geist Du bist auch ein Geist. Gott erschuf deinen Körper und deine Seele; aber der Atem Gottes, das ewige Wesen in dir, ist dein Geist. 22


Der Geist ist das göttliche Element, das deine Seele an Gottes Willen für dein Leben erinnert. Deine Seele wird für die Entscheidungen, die sie trifft, zur Verantwortung gezogen, weil die Bibel uns sagt: «Die Seele, die sündigt, soll sterben!» (Hesekiel 18:4). Der Geist aber stirbt nicht; er kehrt zu Gott zurück. (Siehe Prediger 12:7). Ist der Geist in der Sexualität involviert? Ja! Die Ekstase deines Geistes, das Bewusstsein deines Glaubens in Gott und alle anderen Aspekte deines Geistes, sind im Geschlechtsverkehr mit einbezogen. Dein Geist kann den Sextrieb dazu einsetzen, Gott zu ehren – wenn deine Seele es erlaubt.

Eine ernsthafte Angelegenheit Wie wir gesehen haben, berührt der Sextrieb jeden Bestandteil einer Person. Der Sextrieb muss aus diesem Grund mit Sorgfalt und Respekt behandelt werden. Wenn er missbraucht oder es ihm erlaubt wird, seinen eigenen Weg zu gehen, kann er dich komplett zerstören. Er kann nicht nur deinen Körper schwächen, er kann deine Seele verderben und deinen Geist entfremden. Die Handhabung unseres Sextriebs ist eine ernsthafte Angelegenheit. Ich fürchte, dass unsere Generation mit dem Geschlechtstrieb herumgespielt hat, als wäre er ein Spielzeug. Männer und Frauen haben vorgegeben, dass er nur Grundinstinkt sei, durch den man sich freimütig befriedigen solle, wie die Tiere sich befriedigen. Das ist ein Trugschluss. Die menschliche Seele ist unsterblich und alles, was die Seele beeinflusst, sollte ernst genommen werden. Gott hat uns in Seinem Wort einige äußerst direkte und ausdrückliche Befehle in Bezug auf den Geschlechtsverkehr gegeben. Wenn wir Seine Befehle halten, werden wir uns an einem glücklichen Leben auf dieser Erde erfreuen; wir werden wunderschöne Kinder und Großkinder haben; wir werden Generationen unserer Nachkommenschaft zusehen, wie sie die Bühne der menschlichen Dramen kreuzen. Wenn wir ignorieren, was uns Gott über den 23


Sextrieb sagt, begeben wir uns selbst unter Sein Urteil. Er sagt uns, was die Strafen sein werden und wir müssen den Preis, der durch Ungehorsam entsteht, bezahlen. Gottes geistige Gesetze sind genauso unveränderlich wie Seine physischen Gesetze. Du magst von einer Klippe herunter springen und sagen: «Schau doch! Ich widersetze mich dem Gesetz der Schwerkraft!» Du wirst trotzdem hinabstürzen. Dasselbe wird geschehen, wenn du dich Gottes geistlichen Gesetzen widersetzt. Deine Meinung über Sex ist nicht maßgebend. Auch nicht die Meinung eines billigen Romans oder einer Zeitschrift. Nur Gottes Gesetze sind maßgebend. Du kannst dich entweder Seinem Gesetz anpassen und dich am Sex so erfreuen, wie Er es geplant hat, oder du kannst Seinem Gesetz widerstehen und dir dadurch selbst Leid zufügen. Der Sextrieb ist nicht schmutzig. Die Sexualität ist auch keine Sünde. Sie ist ein wertvolles Geschenk Gottes, das zu Seiner Herrlichkeit und zu unserer Freude ausgeübt werden kann. Wir müssen sie respektieren und kontrollieren und so den betreffenden Gesetzen Gottes gehorchen.

Notizen 1. Walter Trobisch, I Loved a Girl (Ich liebte ein Mädchen) – New York: Harper and Row, 1965, p.3. 2. C.W. Lloyd, Human Reproduction and Sexual Behavior (Reproduktion des Menschen und sexuelle Gewohnheit) – Philadelphia: Lea and Febiger 1964. 3. Desmond Morris, The Human Zoo (Der menschliche Zoo) – New York: McGraw-Hill, 1969, p. 121. 4. Dwight Hervey Small, Design for Christian Marriage (Entwurf für die christliche Ehe) – Old Tappan, N.J.: Spire, 1971, pp.92-93. 5. Lester Sumrall, Ecstasy (Ekstase) – Nashville: Thomas Nelson, 1980, pp.21–31. 6. Howard J. Clinebell and Charlotte H. Clinebell, The Intimate Marriage (Die intime Ehe) – New York: Harper and Row, 1970, p. 29.

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Kapitel 2

Weshalb schützt Gott die Sexualität so sehr? Ein Christ ist jemand, der warten kann. … warten auf die totale Vereinigung. Dadurch, dass du nicht wartest, wirst du gar nichts erreichen und vieles verlieren. Ich werde das, was du verlieren wirst, in drei Worten zum Ausdruck bringen: Frieden, Freude und Schönheit. — Walter Trobisch1

Gott allein hat das Recht, über alles eine letzte Aussage zu machen. Gott allein ist die letzte Autorität, der Einzige, der am Ende Seinen Willen durchführen kann, weil Er das erste Wort sprach. Er erschuf diese Welt und alles was in ihr ist. Er erschuf dich und mich. Er ist der Schöpfer von unserem Leben, also ist Er der Einzige, der sagen kann, wie wir zu leben haben. Was die Bibel über Sexualität sagt, hat aus diesem Grund eine Art Endgültigkeit, einen Ton der absoluten Autorität. Wenn du weißt, dass Gott die endgültige Autorität über die Sexualität hat, wirst du auch nicht über Seine Anweisungen bestürzt sein. Du wirst wissen, dass Er dir die Wahrheit über Sex erzählt. Du wirst realisieren, dass du den Geschlechtsverkehr, wie beabsichtigt, in seiner Ganzheit genießen kannst, wenn du Seine Regeln befolgst. Selbstverständlich führt die menschliche Logik über Sexualität zu anderen Schlussfolgerungen. Die Logik würde zum Beispiel vorschlagen, dass eine ledige Person sich an sexuellen Beziehungen beteiligen sollte, weil sie, genauso wie eine verheiratete Person, eine 25


sexuelle Natur besitzt. Gottes Wort sagt nein. Die Logik würde sagen, dass es den Menschen erlaubt sein sollte, körperlichen und sexuellen Kontakt mit dem gleichen Geschlecht zu haben, wenn sie daran gefallen finden. Gottes Wort sagt nein. Die Logik würde behaupten, dass, wenn sich eine Person am Geschlechtsverkehr mit ihrem verheirateten Partner erfreuen kann, sie dies genauso – vielleicht sogar mehr – mit jemand anderem tun könnte. Und wiederum sagt Gottes Wort nein. Wir können feststellen, dass Gott sehr oft unsere eigene Argumentation in Sachen Sex verwirft. Wenn Er das tut, toleriert Er meistens viel weniger, als wir. Seine Regeln sind viel strenger, als wir sie machen. Sein Schutz ist viel größer, als wir dazu neigen. Weshalb nimmt Gott die Sexualität so in Schutz? Weshalb behütet Er den Sex mit solcher Genauigkeit und Fürsorge?

Einschränkungen der Gesellschaft Sogar primitive Gesellschaften, die noch nie das Evangelium von Jesus Christus gehört haben, machen verschiedenste Einschränkungen für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs. Tatsache ist, dass alle bekannten Gesellschaften in irgendeiner Weise geregelten Sex haben, entweder durch vorgeschriebene Gesetze oder durch ungeschriebene Gewohnheiten und Tabus. Dies zeigt, dass wir Menschen tief in unserem Innern wissen, dass Sex eine sehr wichtige und ernsthafte Angelegenheit ist. Einmal nahm ich an einer Hochzeit im Dschungel von Paraguay teil. Der Junge trug nur einen String um seine Hüften, das Mädchen ein Hüftband und ein einfaches Band um ihre Brüste. Doch trotz der primitiven Einfachheit dieses Anlasses, standen sie in ehrfurchtsvoller Feierlichkeit vor einem Lagerfeuer und versprachen einander den Ehebund. Ihre Familien und Freunde waren Zeugen dieses Ereignisses. Nachdem sie sich das Gelübde zur Ehe gegeben hatten, tanzten der Junge und das Mädchen um das Lagerfeuer 26


herum, während ihre Freunde lachten und sich amüsierten. Danach ging das Paar einen Dschungelweg entlang, der zu einer einfachen Hütte führte, die der Junge zuvor für die Hochzeitsnacht vorbereitet hatte. Es war eine ganz einfache Hochzeit – ohne die Formalitäten, die wir in Amerika kennen. Trotz der formlosen Art waren einige Bräuche jedoch absolut. Die Dorfbewohner erlaubten es dem Jungen nicht, ein Mädchen zu berühren, außer jenem, welches er zu heiraten plante. Diese strikte Anordnung beschützte die Jungfräulichkeit der Mädchen und es herrschte Ordnung. In moslemischen Ländern muss jede ledige Frau einen Schleier tragen, um ihre Schönheit vor den Männern zu verbergen, die sie in ihrem Dorf antreffen könnte. Die Freude an den Reizen einer Frau ist ein Vorrecht, das alleine für den Ehemann reserviert ist. Im uralten China wählten die Eltern eines Jungen die Ehefrau aus, während er noch ein Kind war. Doch es war den jungen Leuten bis zu ihrem Hochzeitstag nicht gestattet, einander zu sehen. Weshalb? Um ihre sexuelle Reinheit zu bewahren. Anthropologen haben in bekannten, uralten und modernen Gesellschaften ähnliche Gesetze und Bräuche gefunden. Viele dieser Gemeinschaften hatten niemals von Gott gehört und gewiss nicht die Bibel gelesen; doch wussten sie instinktiv, dass sie ihre Würde im sexuellen Bereich bewahren mussten. Sie waren sich bewusst, dass die Sexualität beschützt und richtig eingesetzt werden sollte – in der Ehe.

Gottes schützende Regeln Nun siehst du, Gott übertreibt Seine Fürsorge bezüglich der Sexualität nicht. Er will, dass wir glücklich sind. Er hat Seine Regeln über Sex festgesetzt, um den Geschlechtsverkehr für den eigentlichen Gebrauch, in der Intimität der Ehe, zu reservieren. Sogar die primitiven Stammesmenschen wissen, dass Sex verharmlost und 27


herabgesetzt werden kann. In ihrer eigenen Art versuchen sie, ihre jungen Leute vor schmerzhaften Konsequenzen des vulgären Sex zu beschützen. Weshalb also sollte Gott, der die Sexualität geschaffen hat und mehr über sie weiß als irgendjemand anderes, sie nicht auch entsprechend stark beschützen? Gottes klare Regeln über Sex zeigen, wie groß Seine Fürsorge ist, damit die Sexualität für ihre richtige Anwendung bewahrt wird. In den folgenden Kapiteln werden wir eine tiefere Studie über Gottes Bestimmung für den Sex in der Ehe machen. Lass uns nun aber Gottes Gesetz gegen Ehebruch betrachten. Dieses schützende Gesetz zeigt, weshalb Er um unser Sexleben so besorgt ist. 4. Du sollst nicht ehebrechen!

(2. Mose 20:14)

Das ist alles. Ganz einfach, direkt und auf den Punkt gebracht. Es ist ebenfalls sehr beschützend. Gott wusste, dass sexuelle Treue so wichtig ist, dass Er ihr sogar eines Seiner zehn Gebote widmete. Er setzte die sexuelle Untreue neben Mord und Diebstahl, als ernsthaftes Verbrechen, so dass Er einfach sagte: «Du sollst nicht.» Er gab für Seinen Befehl keine Begründung, weil der Grund offensichtlich war. Wie ein Bauer es ausdrücken würde: «Jeder, der ein bisschen Verstand hat, weiß das.» Jeder, der auch nur die leiseste Ahnung hat, was Sex ist und wie tief und intim eine sexuelle Beziehung ist, sollte wissen, dass Ehebruch ein Verbrechen ist. Um herauszufinden, weshalb Gott in diesem Gebiet so beschützend ist, lasst uns den Grund dieses Gebotes anschauen. Als Erstes, Ehebruch ist ein Verbrechen, weil es eine sexuelle Beziehung zerstört. Wir haben vorher bereits angedeutet, dass eine solche Beziehung eines der schönsten und bedeutungsvollsten Bündnisse ist, die zwei Menschen haben können. Es ist eine Beziehung der vollen gegenseitigen Hingabe. Der Mann und die Frau geben sich einander von ganzem Herzen und halten nichts zurück. Nichts wird für einen anderen Menschen «aufbewahrt». Ihr gegenseitiges, totales Miteinander erforscht jedes Gebiet der Intimität. 28


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