Steffi Baltes
Frieden Suche
und jage ihm nach!
Liebe Leserin , lieber Leser !
Die Jahreslosung für das Jahr 2019 ist dem 34. Psalm entnommen. Dieser Psalm ist ein Lied des großen Königs David, in dem er seine Erfahrungen mit dem Leben und mit Gott weitergibt: »Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!« (Vers 15) David nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Denn er hat selbst erlebt: Nur wenn der Mensch sich bewusst von dem abkehrt, was ihn von Gott trennt, und dem zuwendet, wozu er von Gott berufen ist, kann das Leben gelingen. »Wer ist’s, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte?« (Vers 13), fragt David und gibt seinen Hörern und Mitbetern die Antwort: »Suche Frieden und jage ihm nach!« Auf den folgenden Seiten wollen wir einigen Gedanken nachgehen, wie wir in unserem alltäglichen Leben Gottes Frieden, Gottes »Schalom«, in uns Raum geben und auch weitertragen können, damit unser Leben unter dem Segen Gottes bleibt und gelingt.
Gesegnete und friedvolle Lesemomente wünscht Ihnen
Ihre Steffi Baltes
Die Quelle unseres Friedens » Denn
es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.« Kolosser 1,19-20
Wenn wir unsere Welt betrachten, erschrecken wir manchmal über ihre Friedlosigkeit. Auch in unserem persönlichen Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in Freundschaften und sogar in unserer Familie geht es nicht immer friedliebend zu. Woher aber können wir die Kraft nehmen, dem Streit, dem Ärger, der Entzweiung um uns herum etwas entgegenzusetzen? Was ist unsere Friedensquelle, aus der wir schöpfen können? Als Christen glauben wir: Vollkommener, tiefer Friede ist erst durch Jesus möglich geworden, den Christus, den Erlöser. In ihm kommt Gott selbst hinein in unsere friedlose, zerrissene, zerstrittene Welt – sei es unsere innere oder äußere. Zu Jesus, dem Friedensmittler, dem Fürst des Friedens, dürfen wir uns ausstrecken und ihn um Befriedung unserer Seele bitten. Sein tiefer Friede wird in uns zur Quelle werden, die uns erfüllt und übersprudelt – hinein in unsere Beziehungen und Freundschaften und letztlich auch in unsere Welt.
» Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.« Jesaja 9,5
Sich Frieden wünschen » Friede
sei mit dir und deinem Hause und mit allem, was du hast!« 1. Samuel 25,6
Zu diesem wundervollen Friedensgruß ermutigt David seine Gefolgsleute. Noch heute grüßt man sich im Orient mit den Worten »Friede sei mit dir« oder »Friede sei mit euch«, wenn man in ein Geschäft oder ein Privathaus kommt oder sich auf der Straße trifft. Im jüdischen Umfeld wünscht man sich »Schalom Aleichem« und in arabischer Umgebung „Salam Aleikum“. Eine schöne Geste, denn dieser Gruß ist vielschichtiger und geht tiefer als nur »Hallo, schön, dich zu sehen!« Mit »Shalom« oder »Salam« wünsche ich meinem Gegenüber das Wohl des Leibes und der Seele, Unversehrtheit, Heil und Ruhe – einen umfassenden Frieden, dessen Geber allein Gott ist. Wir haben uns dieses wundervolle Segenswort immerhin noch im Gottesdienst erhalten, wenn wir uns zum Beispiel beim Friedensgruß vor dem Abendmahl gegenseitig wünschen: »Der Friede des Herrn sei mit dir – und auch mit dir.« Vielleicht können wir diese Worte wieder mehr in unseren Alltag integrieren, indem wir sie wie ein Gebet für unsere Freunde und Nachbarn sprechen und ihnen den Frieden Gottes wünschen. Auf dieses Gebet, diesen Wunsch wird Gott uns antworten und auch unser Herz mit seinem Frieden füllen.
» Jesus trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!« Johannes 20,19
Friede darf wachsen »Die
Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue …« Galater 5,22
Friede ist nicht selbstverständlich. Er ist in unserer Welt und in unserem menschlichen Miteinander nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Ja, so stellt es Paulus hier unmissverständlich klar – Friede ist etwas Übernatürliches! Ein Geschenk aus der himmlischen Welt. Eine Gabe unseres Schöpfers. Er hat den Keimling des Friedens schon in uns hineingepflanzt, doch wir dürfen und müssen zu seinem Wachstum beitragen. Indem wir Gott den Herrn unseres Lebens, unserer Gedanken, Worte und Taten sein lassen, kann dieser Keimling wachsen. Indem wir Gottes Geist einladen, unser ganzes Sein, unseren ganzen Menschen zu durchdringen, wird die Saat des Friedens in uns gewässert, bis sie schließlich aufgeht und Frucht bringt. Friede darf und muss wachsen. Laden wir Gott ein, der Gärtner unseres Herzensgartens zu sein, damit Güte, Geduld, Liebe, Freundlichkeit und der Wille zum Frieden in uns gedeihen und heranreifen, sodass auch andere von diesen Früchten kosten können.
» Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.« Johannes 15,16