Vorwort Sie könnten ein bisschen Ermutigung ganz gut brauchen? Sie suchen nach einer witzigen Geschichte? Sie fragen sich, was im Leben der anderen so passiert? In unserem Büro wissen alle, dass es dafür nur einen Ort gibt: in der Nähe der Kaffeemaschine in unserem Pausenraum. Den ganzen Tag über trifft man an dieser „Tankstelle“ Sekretärinnen, Praktikanten aus der Jugendarbeit und Hausmeister. Wir alle versammeln uns dort, um viel mehr als den nötigen Koffeinschub zu empfangen ... uns dürstet nach einer Tasse guter Gemeinschaft. Ich bete, dass dieses kleine Buch Ihnen zu einigen ergiebigen Momenten der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, verhilft. Nehmen Sie sich einen Stuhl. Stellen Sie all diese Geräte ab, die piepen und Ihre Aufmerksamkeit einfordern. Trinken Sie noch einen Schluck und bleiben Sie einfach ein Weilchen sitzen.
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KAPITEL EINS
Gott ist auf Ihrer Seite. Ihre Eltern mögen Sie vergessen, Ihre Lehrer mögen Sie vernachlässigt haben und Ihre Geschwister schämen sich vielleicht für Sie; aber in Reichweite Ihrer Gebete ist der Schöpfer der Meere: Gott! Gott ist auf Ihrer Seite. Nicht „vielleicht“, nicht „war“ oder „ist einmal gewesen“ und auch nicht „würde sein“, sondern „Gott ist!“. Er ist auf Ihrer Seite. Heute. Genau in diesem Moment. Sie müssen sich nicht in einer langen Reihe anstellen oder morgen noch einmal wiederkommen. Er ist auf Ihrer Seite. Er könnte Ihnen nie näher sein als gerade jetzt. Er hält nicht mehr zu Ihnen, wenn Sie brav sind, und nicht weniger, wenn Sie sich danebenbenehmen. Er ist auf Ihrer Seite. Kann Ihnen irgendjemand Ihre Bestimmung nehmen oder Ihren Wert mindern? Nein, denn Gott ist auf Ihrer Seite. Gott liebt Sie, einfach nur deswegen, weil er das so beschlossen hat. Er liebt Sie, wenn Sie gar nicht lie-
benswert sind.Er liebt Sie, wenn niemand sonst Sie liebt. Andere mögen Sie verlassen, sich von Ihnen trennen oder Ihnen aus dem Weg gehen, aber Gott liebt Sie. Immer. Egal, was kommt.
ICH WERDE DEN NIEMAND RUFEN UND IHN ZU EINEM JEMAND MACHEN. ICH WERDE DEN UNGELIEBTEN RUFEN UND IHN ZUM GELIEBTEN MACHEN. NACH RÖMER 9,25
Sie sind Gottes Freundlichkeit wert. John Steinbeck stellt uns in seinem Buch Sweet Thursday eine Dame namens Madam Fauna vor. Sie ist Besitzerin eines Bordells und hat eine Prostituierte namens Suzy besonders ins Herz geschlossen. 7
GOTT IST AUF IHRER SEITE
Madam Fauna arrangiert für Suzy eine richtige Verabredung mit einem Mann, der kein Kunde ist. Sie kauft Suzy ein hübsches Kleid und hilft ihr, sich für den Abend hübsch zu machen. Als Suzy in der Tür steht, um zu gehen, dreht sie sich, von der Freundlichkeit der Älteren berührt, noch einmal um und fragt: „Sie haben so viel für mich getan. Kann ich auch etwas für Sie tun?“ „Ja“, gibt Madam Fauna zurück „Du kannst sagen: ‚Ich bin Suzy und ich bin ein Niemand.‘“ Das spricht Suzy ihr nach. 8
Als Nächstes fordert Madam Fauna: „Und jetzt: ‚Ich bin Suzy und ich bin eine attraktive junge Frau, ein nettes Ding.‘“ Und das versucht Suzy auch. „Ich bin Suzy und ich bin eine attraktive ...“ Sie hält inne und Tränen laufen über ihre Wangen. Würde Gott nicht wollen, dass Sie diese Worte auch sprechen? In seinem Denken sind Sie ein nettes Ding. Seien Sie nett zu sich selbst. Gott findet, dass Sie seine Freundlichkeit wert sind. Und er ist ein guter Beurteiler des Charakters ...
GOTT LIEBT SIE, GANZ PERSÖNLICH. MIT ALLER MACHT. LEIDENSCHAFTLICH. ANDERE HABEN VIEL VERSPROCHEN – UND SIND GESCHEITERT. ABER GOTT HAT VIEL VERSPROCHEN – UND ES GEHALTEN. ER LIEBT SIE MIT EINER NIE ENDENDEN LIEBE. GOTT IM INNERSTEN In der Oberstufe teilten mein Bruder und ich uns einen Pick-up. Die Klapperkiste war ungefähr so prachtvoll wie die von Forrest Gump: drei Gänge, Lenkradschaltung, mit Plastikfolie überzogene Bänke, keine Klimaanlage. Ganz zu schweigen vom Motor. Da 10
hatte unser Rasenmäher ja mehr Power! Wenn man das Auto – bergrunter und bei Rückenwind – auf Höchstgeschwindigkeit brachte, schaffte es gerade mal 80 Stundenkilometer. Bis heute bin ich überzeugt, dass mein Vater, ein gelernter Mechaniker, das langsamste Auto, das er finden konnte, für uns gekauft hatte. Als wir uns darüber beschwerten, was für ein armseliges Gefährt er uns da angeschleppt hatte, lächelte er nur und sagte: „Dann repariert’s.“ Wir taten unser Bestes! Wir saugten die Teppiche, sprühten Textilspray auf die Sitze, klebten einen Peace-Aufkleber auf das Heckfenster und hängten ein paar nette Kleinigkeiten an den Rückspiegel. Wir nahmen die Radkappen ab und sprühten die Ränder mit schwarzer Farbe an. Das Auto sah nun besser aus, es roch besser – aber es fuhr immer noch genauso langsam. Es war immer noch eine Klapperkiste – zwar sauber, aber immer noch eine Klapperkiste. Denken Sie nicht mal eine Mikrosekunde, dass Gott ebenso mit Ihnen
verfährt! Ihm ist es nicht genug, das Äußere zu waschen. Er bringt Kraft ins Innenleben. Besser noch – er bringt sich selbst ins Innenleben.
DU HAST MICH ZUSAMMENGEWOBEN IM LEIB MEINER MUTTER. NACH PSALM 139,13
Denken Sie einmal über diese Worte nach. Sie wurden zusammengewoben. Sie sind kein Unfall. Sie sind kein Massenartikel und wurden auch nicht an einem Fließband zusammengesetzt. Sie wurden sorgfältig geplant, mit besonderen Gaben ausgestattet und vom Meister aller Künstler liebevoll auf diese Erde gesetzt. In einer Gesellschaft, die für zweite Geigen nur wenig übrig hat, sind das gute Neuigkeiten. In einer Kultur, in der sich der Spalt zu einer guten Gelegenheit oft nur ganz kurz öffnet, bevor die Tür wieder donnernd ins Schloss fällt, ist das eine regelrechte Offenba-
rung. In einem System, das den Wert eines Menschen an seinem Gehalt oder der Länge seiner Beine misst ... kann ich Ihnen eins versichern: Das ist ein Grund zur Freude!
DENN ICH WEISS WOHL, WAS ICH FÜR GEDANKEN ÜBER EUCH HABE, SPRICHT DER HERR: GEDANKEN DES FRIEDENS UND NICHT DES LEIDES, DASS ICH EUCH GEBE ZUKUNFT UND HOFFNUNG. JEREMIA 29,11
Jesus Christus war Ihr Platz im Himmel wichtiger als sein eigener. Deswegen gab er den seinen auf, damit Sie Ihren einnehmen können.
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KAPITEL ZWEI
Gottes Wunder sind so erstaunlich, weil sie so normal, nicht weil sie so überwältigend oder atemberaubend sind. Anstatt den Erdball gelegentlich mit Demonstrationen seiner Göttlichkeit zu erschüttern, hat er beschlossen, seine Macht tagtäglich zur Schau zu stellen. Wellen brechen sich am Strand. Das Licht bricht sich in unendlich schöne Farben. Geburt, Sterben, Leben. Wir sind umgeben von Wundern. Gott lässt Hinweise auf ihn wie ein Feuerwerk um uns herum explodieren, und jeder einzelne Funke ruft: „Es gibt Gott! Es gibt Gott!“
DAS NÄCHSTE MAL, WENN SIE EINEN SÄUGLING LACHEN HÖREN ODER EINE MEERESWELLE SEHEN, MERKEN SIE AUF. HALTEN SIE INNE UND HÖREN SIE GUT HIN, WENN SEINE MAJESTÄT GANZ SANFT UND LEISE FLÜSTERT: HIER BIN ICH.“ “
Gott wünscht sich so sehr, dass Sie seine Musik hören. Er hält einen Rhythmus bereit, der Ihr Herz schneller schlagen lässt, und Texte, die Sie zu Tränen rühren. Sie möchten zu den Sternen reisen? Er kann Sie dort hinbringen. Sie möchten in Frieden schlafen? Seine Musik kann Ihre Seele zur Ruhe bringen. Und so beginnt er Ihre CD-Sammlung auszumisten. Ein Freund wendet sich ab. Am Arbeitsplatz läuft alles schief. Der Ehepartner versteht Sie überhaupt nicht. Die Gemeinde ist furchtbar langweilig. Eine Alternative nach der anderen nimmt er Ihnen, bis Ihnen nur noch Gott bleibt. So was würde er tatsächlich tun? Oh ja. „Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er“ (Hebräer 12,6). Wenn er jede andere Stimme zum Verstummen bringen muss, wird er das tun. Denn er möchte, dass Sie seine Musik hören. 13
Er wünscht sich, dass Sie erkennen, was David erkannte. Sodass auch Sie sagen können: „Du bist an meiner Seite.“ „Ja, Herr, Du bist im Himmel, ja, Du beherrschst das Universum. Ja, Du sitzt in den Sternen und hast Dein Heim in der Tiefe. Aber Du bist auch an meiner Seite. Der Herr ist bei mir.“
WÜRDEN SIE GERNE EINMAL ANDERS SINGEN? Je mehr wir uns mit Christus beschäftigen, desto mehr werden wir wie er. Ich habe dieses Prinzip am eigenen Leib erfahren, als ein Opernsänger unsere Gemeinde besuchte. Wir wussten nicht, dass er als Sänger ausgebildet war. Weder an seinem Cordmantel noch an den braunen Schuhen war das zu erkennen. Er trug keinen Frack, keinen Kummerbund und auch keine Fliege. Sein Aussehen ließ niemanden auch nur eine Augenbraue heben. Seine Stimme dagegen schon. Ich muss es ja wissen. Er saß in der Reihe hinter 14
mir. Sein Vibrato ließ Gebisse wackeln und die Deckenbalken schwanken. Er versuchte ja, nicht zu sehr aufzufallen. Aber wie soll sich eine Tuba in einem Raum voller Piccoloflöten verstecken? Einen Moment lang war ich so verwirrt, dass meine Stimme versagte. Aber nach einer Strophe wurde ich mitgerissen. Seine Lautstärke machte mir Mut, selbst auch lauter zu singen. Habe ich besser gesungen? Keine Ahnung – nicht einmal ich selbst konnte mich hören. Mein Geträller ging einfach in seinem Können unter. Aber habe ich mich mehr angestrengt? Zweifellos. Seine Stärke brachte das Beste zum Vorschein, das ich zu bieten hatte. Ob Ihre Welt wohl auch ein bisschen Musik gebrauchen könnte? Falls ja, lassen Sie den Bariton des Himmels loslegen. Er mag so gewöhnlich aussehen wie der Typ von nebenan, aber warten Sie nur, bis Sie sehen, was er alles kann! Und wer weiß? Ein paar Lieder von ihm lassen Sie vielleicht auch anders singen. Für immer.
LIEBE, FREUDE, FRIEDE, GEDULD, FREUNDLICHKEIT, GÜTE, TREUE, SANFTMUT UND SELBSTBEHERRSCHUNG: DIESEN ALLEN SOLL DIESER TAG GEWIDMET SEIN. WENN ICH ES SCHAFFE, WILL ICH IHM DANKEN. WENN ICH VERSAGE, WILL ICH SEINE GNADE IN ANSPRUCH NEHMEN. UND DANN, WENN DER TAG ZU ENDE IST, LEGE ICH MEINEN KOPF AUFS KISSEN UND RUHE AUS. Augenblicke der Ewigkeit. Sie kennen sie. Wir alle kennen sie – ob wir an einem warmen Sommerabend mit dem Enkelkind in der Hollywoodschaukel sitzen oder die Schönheit unseres Liebsten im Schein einer Kerze aufs Neue entdecken. Ob wir uns bei unserem Ehepartner einhaken und gemeinsam durch die bunten Blätter des Herbsttages schreiten oder lauschen, wie die Sechsjäh-
rige beim Abendgebet für alles dankt – vom Goldfisch bis zur Großmama. Dass wir uns solcher Augenblicke bewusst werden, ist wichtig, denn sie erinnern uns daran, wie viel Gutes das Leben bereithält. Unser König sitzt auf dem Thron, und das Leben ist lebenswert. Solche Augenblicke der Ewigkeit erinnern uns daran, dass die Liebe immer noch unser größter Besitz ist – und dass wir die Zukunft nicht zu fürchten brauchen. Haben Sie wieder einmal den Eindruck, dass Sie in einem besonderen Augenblick einen Hauch von Ewigkeit schmecken, dann genießen Sie ihn in vollen Zügen.
GOTT FÜLLT IHRE WELT BIS ZUM RAND MIT BLUMEN. ER LIEFERT JEDEN TAG GANZ PERSÖNLICH EINEN STRAUSS BEI IHNEN AB. ÖFFNEN SIE DIE TÜR! UND NEHMEN SIE SIE AN! 15
ES GIBT KEINEN ORT, AN DEM WIR GOTT NICHT BEGEGNEN KÖNNEN.
DIE VORSPEISEN DES HIMMELS In einer knappen Stunde stehe ich in Denalyns Küche und schnuppere den Duft all der Leckereien, die sie zum Abendessen bereitet hat. Wie ein Labrador, der der Fährte eines Rehs folgt. Wenn sie gerade nicht hinschaut, stibitze ich mir einen kleinen Happen. Nur einen kleinen Bissen Truthahn, ein Löffelchen Chili, ein Eckchen Brot ... kleine Häppchen vor dem Essen wecken Appetit auf mehr. Mit den Kostproben aus der Küche des Himmels ist es ebenso. Es gibt Augenblicke, vielleicht viel zu wenige, in denen die Zeit verfliegt und Freude sich Bahn bricht, wenn der Himmel uns einen seiner Appetithappen serviert. I hr Neugeborenes hat aufgehört zu schreien und schläft friedlich in Ihren Armen. Im bernsteinfarbenen Licht des mitternächtlichen Mondes fahren Sie sanft mit dem Finger über die winzigen Augenlider und
fragen sich: Ist dieses Geschenk Gottes wirklich mir anvertraut? Es ist eine Probe aus dem Weinkeller Gottes. S ie haben über der Arbeit, die Sie lieben und für die Sie geschaffen wurden, Zeit und Stunde vergessen. Als Sie nun zurücktreten von der Leinwand oder dem frisch geharkten Garten oder dem fertig reparierten Automotor, breitet sich ein Gefühl tiefer Befriedigung in Ihnen aus wie ein Schluck kalten Wassers, und der Engel fragt: „Darf’s noch ein Aperitif sein?“ D ie Worte des alten Chorals drücken aus, was Sie sagen wollten und doch nicht konnten, und einen kleinen Augenblick lang, einen herrlichen Augenblick lang, gibt es keine Kriege, keine Wunden und keine Steuernachforderungen. Nur Sie, Gott und die leise Gewissheit, dass alles in Ordnung ist.
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