Skip to main content

308819

Page 1

Jeschua von Nazareth, der Kรถnig der Juden Benjamin Berger


Jeschua von Nazareth,

der Kรถnig der Juden

Benjamin Berger


Erläuterungen des Autors zum Titelbild Auf dem Titelbild sehen wir etwas, was den zerrissenen Vorhang im Tempel und auch den zerrissenen Schleier über den Augen des Volkes Israel symbolisiert. In der Mitte erkennen wir den gekreuzigten Messias in seinem Leiden, aber auch in seiner Liebe, seiner Vergebung und seiner Barmherzigkeit. Auf beiden Seiten des zerrissenen Vorhangs steht die Schilderung von Jesaja, Kapitel 53. Sie ist die deutlichste Aussage der Bibel über das Leiden des Messias und die durch ihn, den leidenden Gottesknecht, geschaffene vollkommene Erlösung sowie seine gewaltige Auferstehung. Das Bild sagt auch aus, dass hier das Geheimnis der Schrift offenbart ist in der Person von Jeschua von Nazareth, dem wahren König der Juden, der in Jeremia, Kapitel 23 «Jahwe, unsere Gerechtigkeit» genannt wird. Die Jesajarolle ist die einzige vollständige Buchrolle, die man unter den vielen Rollen bei Qumran in der Nähe des Toten Meers gefunden hat. Diese Rolle ist auch der Mittelpunkt des Israel-Museums in Jerusalem, wo ein Architekt ein besonderes Gebäude für dieses gewaltige prophetische Buch entworfen hat. Tausende von Menschen aus Israel und auch viele Tausende aus aller Welt besichtigen dort die Jesajarolle. Man ist voller Bewunderung, wenn man diesen Schatz betrachtet, aber für Israel ist der wirkliche Schatz immer noch hinter dem Schleier verborgen. Auch die meisten Christen, die das Schild über dem Haupt Jesu am Kreuz lesen, auf dem geschrieben steht: «Jesus von Nazareth, der König der Juden», verstehen nicht, was dort steht. Sie haben ebenfalls einen Schleier vor ihren Augen. Sehr bald aber wird Gott diesen Schleier zerreißen, so wie er den Vorhang im Tempel zerrissen hat, als Jesus mit lauter Stimme ausrief: «Es ist vollbracht!» Er spricht und es geschieht! Benjamin Berger 4

5


Zum Buch An zwei Veranstaltungen im Jahr 2014 sprach der bekannte Bibellehrer Benjamin Berger an zwei Seminaren über das Thema «Exodus», ergänzt durch eine Botschaft über das «Schofar». Die Textfassung mit einigen Ergänzungen des Autors für die Buchausgabe und die Einfügung des Kapitels über das Flüchtlingsschiff «Exodus» besorgte Doris Held. Der ursprüngliche Vortragsstil und die Sprache des von Haus aus nicht Deutsch sprechenden Referenten wurden nach Möglichkeit beibehalten. Bibelzitate entstammen, wenn nichts anderes vermerkt, aus der Rev. Elberfelder Bibel.

Inhaltsverzeichnis Vorwort

9

01 Der Mann am Kreuz ist Jude – der König selbst

13

02 «Es tritt hervor ein Stern aus Jakob«

17

03 Der Schöpfer, der menschgewordene Gott, der Retter, der König

25

04 Gottes Königsherrschaft oder die Herrschaft des Menschen 29 05 Juda berufen zum königlichen Stamm 06 Josef und seine Brüder

51

79 105

Impressum

07 Laubhüttenfest, das Fest der Vollendung

© Echad-Verlag GmbH, Postfach, CH-3125 Toffen Tel. +41 (0)31 819 49 35 www.echad.ch, info@echad.ch

08 Jesu Verklärung auf dem Berg

Transkription: Doris Held, Ravensburg Lektorat: Max Zürcher, Köniz

09 Braut und Bräutigam auf dem Weg in eine innige Beziehung

155

1. Auflage: 2016 ISBN 978-3-905518-19-8

10 Der beste Wein wird aufbewahrt bis zum Ende

177

145

Autor: Benjamin Berger Textfassung: Doris Held Umschlag & Layout: Matthieu Jordi, www.mj-design.ch Druck: CPI books GmbH, www.cpibooks.de Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotografischen oder elektronischen Erfassung sowie der Übersetzung bleiben vorbehalten. 7


Vorwort Wenn es ein Thema gibt, das Bibliotheken mit einer Fülle von faszinierenden Büchern ausstatten könnte, ist es gewiss das Thema dieses Buchs, denn das Wort Gottes sagt: «… es ist alles durch ihn und zu ihm hin geschaffen. Er ist vor allem und alles besteht in ihm.» Welcher Lebensbereich wäre dann nicht in seiner Hand? Umso mutiger und anziehender ist es, dass der messianische Jude Benjamin Berger, vertraut mit dem Wort seines Gottes und mit ihm selbst, sich dieses Themas in einem handlichen Buch angenommen hat. Er hat die verschiedenen Aspekte vor dem Hinter­grund der großen Herausforderungen unserer Tage ausgewählt. Er ruft Zeugen aus biblischen Zeiten, die unter Gottes Königsherrschaft standen, um uns in der fort­geschrittenen Endzeit zu berichten, auf was wir achten und worüber wir nachdenken sollen. Dagegen gibt es noch zeitgenössische Zeugen unter uns, die miterlebten, wie im letzten Jahrhundert in Europa und Fernost humanistische Herrscher im Zeitgeist ihrer Generation aufstanden und – sobald fest im Sattel – teuflische Züge offenbarten. Der profunde Bibellehrer und erfahrene Menschenkenner spricht das Wort neu in die Herzen der Leser, das in Gefahr ist, durch Alltag und Sog der Medien immer ver­schwommener und kraftloser zu werden, obwohl es doch das Leben ist. Mose, der überragende Gottesmann, schrieb in seinem Vermächtnis über das Wort Gottes: «Es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben.» Doch auch der Humanismus meldet sich zu Wort. Wirkt er nicht überzeugend, siegreich, tolerant, realitätsbewusst, human? Die Konfrontation von Gottes Königsherrschaft und der Herrschaft des Menschen wird deutlich vor Augen geführt. 8

9


Der König Jesus Christus, der selbst das Leben ist, weshalb er auch einen Mann, der schon vier Tage im Grab lag, wieder zum Leben erweckte, hat einen Weg geschaffen, auf dem jeder, der kommt, das Leben empfängt, das mehr ist als nur Existenz. Ist dieser König realitätsbewusst? Er verbindet die unsichtbare göttliche Welt durch den biblischen Glauben der Seinigen mit der sichtbaren Realität, was jenseits jeder menschlichen Macht liegt. Der Autor beschreibt Beispiele von Menschen, die sich der göttlichen Leitung aus der unsichtbaren Welt anvertraut und auf dieser sichtbaren Welt Unglaubliches hervorgebracht haben. Man staunt, welche Möglichkeiten Gott für einen einzigen Menschen hat, der ihm gehorsam ist. Dieser Herr, der alle Gewalt im Himmel und auf Erden hat, schafft keine einsamen Helden. Er beugt sich herab zu dem, der sich ihm anvertraut, lässt sich auf einen Dialog mit ihm ein, ist nicht Tyrann, sondern vertrauter Freund, teilt Geheimnisse mit ihm und ist sein guter Hirte. Auch die Großen in seinem Reich sind keine unfehlbaren Meister, sondern Menschen mit Schwächen und Fehlern, aber ihr Herr vergibt, stellt wieder her und geht den Weg weiter mit ihnen bis zum Ziel. Welcher Mensch könnte sich rühmen, eine prophetische Ankündigung von mehr als tausend Jahren vor seiner Geburt hätte seine Ankunft vorhergesagt, also etwa: «Es tritt hervor ein Stern z. B. aus dem Schweizer oder deutschen oder französischen Land?» Diese prophetische Ankündigung gab es jedoch im Blick auf die Geburt Jesu Christi: «Es tritt hervor ein Stern aus Jakob.» Und es blieb nicht dabei, sondern die Erfüllung erfolgte etwa 1200 Jahre später. Nein, er hat die Prophetie auch nach einem Jahrtausend nicht vergessen. Er ist eben Gott. Der Stern ging auf im Morgenland und Gelehrte ihrer Zeit im fürstlichen Rang, die als kluge Ratgeber des Königs in allen wichtigen Staatsgeschäften herangezogen wurden, folgten diesem Stern. Sie waren Heiden ohne eine Beziehung zu den Juden, aber dieser Stern 10

war solch ein außerordentliches Zeichen, dass sie dennoch den beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich nahmen, um diesem neugeborenen König der Juden in Bethlehem in Israel zu huldigen. Weitere Ankündigungen über seine Geburt und sein Leben, die allesamt erfüllt wurden, sind unaufdringlich und einfach eingebettet in den Schriften des Alten Testaments. Wer sie sucht, findet sie und wird gestärkt, wer sie nicht sehen will, darf auch wegschauen. Das ist die Größe dieses Königs. Besonders berührend und einfühlsam zitiert der Autor die Worte der Liebe dieses mächtigen Königs zu seiner Braut. Zum Beispiel: «Wie eine Lilie unter Dornen, so ist meine Freundin un­ ter den Töchtern.» «Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den Söhnen. In seinem Schatten zu sitzen, gelüstet es mich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß.»  … «Ganz herrlich ist die Königstochter drinnen, von Goldge­ webe ihr Gewand; in bunt gewebten Kleidern wird sie zum König geführt; Jungfrauen ihr Gefolge, ihre Gefährtinnen, sie werden zu dir hineingebracht. Sie werden geführt unter Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs.» Man könnte meinen, wir lesen ein romantisches Gedicht über fantasievolle Träume. Aber nein, selbst diese Sprache der Liebe ist Wahrheit, weil jener König nicht nur selbst das Leben, sondern auch die Wahrheit ist. Seine herzlich geliebte Braut wird durch die Hochzeit seine Königin. Jede und jeder ist eingeladen, zu dieser Braut zu gehören. Der Bräutigam selbst verhilft ihr zu Schönheit und Adel, denn er ist ihr Schöpfer und Retter. Die Hochzeit des Königs wird stattfinden und der ganze Himmel jubelt mit. Dann sehen wir ihn, die Majestät des Königs, der über die ganze Erde regiert. Und alle Knie werden sich beugen vor ihm. Doris Held 11


01 Der Mann am Kreuz ist Jude – der König selbst Wir haben es beim Thema «Jesus von Nazareth, der König der Juden» mit einem ganz gewaltigen Geheimnis zu tun. Ich fange mit zwei Erlebnissen an, die ich gehabt habe. Vor ca. zwei Jahren besuchte ich die Marienschwestern in Darmstadt in Deutschland. Die Schwestern erzählten mir, dass sie von einer jüdischen Frau, die den Holocaust überlebt hat, einen sogenannten Judenstern geschenkt bekommen haben. Wie wir alle wissen, mussten die Juden im Dritten Reich als Zwangskennzeichen diesen Judenstern tragen, der aus zwei übereinanderliegenden schwarz umrandeten gelben Dreiecken bestand, die einen handtellergroßen Davidstern bildeten. Darin befand sich die schwarze Aufschrift «Jude», deren geschwungene Buchstaben die hebräische Schrift verhöhnen sollten.1 Die Schwestern haben jenen Judenstern, der ein tatsächlich getragenes Exemplar war, eingerahmt und an das fast mannsgroße Kruzifix in der Mutterhauskapelle geheftet. Da ich damals gerade in Darmstadt war, wurde ich Zeuge dieses Vorgangs. Damit wollten sie zum Ausdruck bringen, dass Jesus der König der Juden ist und sich auch ganz mit den damaligen Leiden der Juden identifiziert. Es hat mich zutiefst bewegt – nicht etwa, weil ich mich vorher nicht mit diesem Thema beschäftigt hätte – nein im Gegenteil, ich hatte mich mehrmals damit befasst. Am folgenden Sonntag kam unerwartet eine Gruppe von Juden aus den Vereinigten Staaten zu Besuch. Wie und warum sie kamen, weiß 1

12

Definition von «Judenstern» Wikipedia entnommen 13


ich nicht. Sie haben auch die Mutterhauskapelle aufgesucht und den Judenstern auf dem Kreuz gesehen. Als sie wieder herauskamen, habe ich ihre Verwunderung miterlebt. Sie sprachen darüber, dass sie noch nie so etwas gesehen oder erlebt hätten. Sie waren zutiefst berührt, haben aber nicht erklärt, was genau sie so tief angesprochen hat. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dieses Zeichen höchster Grausamkeit auf dem Kreuz sie so betroffen gemacht hat. Sicher haben auch sie gespürt, dass Jesus ein Jude ist und er sich mit seinem Volk und dessen Leiden ganz tief identifiziert. Das zweite Erlebnis folgte nach mehreren Monaten, als mich die Marienschwestern nach Kanaan, ihrem Zuhause, einluden. Sie wollten ein Schild machen, wie es auf allen katholischen Kruzifixen zu sehen ist, nämlich mit dem Wort INRI (lateinisch: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum) – «Jesus von Nazareth, König der Juden». Sie wollten das Schild deutsch und hebräisch beschriften. Sie haben mich gefragt, wie ich darüber denke und dies sehe. Ich dachte: «Das ist gut.» Da ich auch schon Fragen bekommen habe, wie die hebräischen Worte über Jesu Haupt am Kreuz gelautet haben, möchte ich darauf antworten. Im Allgemeinen glaubt man, dass der Text war: «‫»םידוהיה ךלמו ירצונה עושי‬. In deutschen Buchstaben ist das: «Jeschua Hanozri wemelech Hajehudim». Wenn man die Anfangsbuchstaben zusammensetzt, bekommt man das Wort «JHWH», den heiligen Namen Gottes, Jahwe, den man in Israel aus Ehrfurcht nur ganz selten ausspricht. Dass dieser heilige Name auf dem Kreuz stand, war wahrscheinlich auch der große Skandal, weshalb die Hohenpriester zu Pilatus sagten: «Schreib nicht ‹der König der Juden›, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.» Pilatus blieb jedoch bei seiner Aufschrift. Zurück zu den Erlebnissen bei den Marienschwestern: Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir drei Gottesdienste 14

mit diesem Thema. Beim ersten Mal sollte ich den Schwestern eine Botschaft über dieses Thema und seine Bedeutung bringen und auch ausführen, was damit in der christlichen Geschichte geschehen ist. Des Weiteren wurde ich gebeten, am nächsten Sonntagsgottesdienst noch einmal eine Botschaft mit diesem Thema zu predigen, wenn – wie üblich – neben den Schwestern auch Besucher von außen anwesend wären. Auch dieser Bitte bin ich nachgekommen. Und schließlich hatten wir einen Abend, an dem einer der Brüder eine Leiter an das Kruzifix stellte, die Sprossen hochstieg und das Schild am Kreuz befestigte. Den Schwestern war es sehr wichtig geworden, sichtbar zu machen, dass Jesus der König der Juden ist – nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute. Wir wissen, dass diese Tatsache ganz verloren gegangen ist, obwohl das INRI – manchmal sogar in Hebräisch – über Jesu Haupt an so vielen Kruzifixen zu sehen ist. So ist die Gewissheit gereift, dass Gott diese verloren gegangene Erkenntnis in unserer Zeit auch wiederherstellen will. Etwas ganz Einfaches, könnte man meinen, aber es ist von größter Bedeutung und etwas ganz Tiefes. Deshalb glaube ich, dass das Thema jetzt sehr aktuell ist. Es gibt Zeiten, zu denen ein Thema sehr aktuell wird und Gott etwas sagen will, auch wenn die Menschen nicht zuhören wollen. Wir hören und sehen, dass wir wieder in einer Zeit leben, in der der Antisemitismus so ganz heftig zunimmt und auch viele Kirchen sich irgendwie immer weiter entfernen von der Wahrheit und Wirklichkeit unseres Herrn Jeschua HaMaschiach, Jesus Christus.

15


Informationen und BĂźcher auf

www.echad.ch

198


200


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
308819 by Fontis-Shop - Issuu