Exodus
BrĂźcke zur Vollendung
Benjamin Berger
Exodus BrĂźcke zur Vollendung Benjamin Berger
Farbstiftzeichnung von Benjamin Berger, Jerusalem
Erläuterungen des Autors zum Titelbild Auf dem Bild sind zwei Klippen zu sehen, eine auf der linken und eine auf der rechten Seite. Diese beiden Klippen sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Der zugehörige Text ist in zwei Teile geteilt. Die eine Hälfte gehört zur linken und die andere zur rechten Klippe. Der Text stammt aus Micha 2, Vers 13: «Herauf zieht der Durchbrecher vor ihnen her; sie brechen durch und durchschreiten das Tor und gehen durch es hinaus; und ihr König schreitet vor ihnen her, und der HERR an ihrer Spitze.» Zwischen den beiden Klippen ergießt sich ein Wasserfall. Er wird aus drei Quellen gespeist, die ein Kreuz bilden. Das Kreuz besteht aus Strömen lebendiges Wasser, das Jesus den Gläubigen verheißen hat am letzten Tag des Laubhüttenfestes. Nur solche, die dieses lebendige Wasser trinken, werden ihren Durst vollkommen stillen können. Auf der linken Seite stehen zwei Bäume, die eine große Fülle von Früchten tragen. Die Früchte auf den zwei Bäumen symbolisieren die Früchte an den Bäumen des Lebens, von denen wir in der Offenbarung lesen. Dort, wo sich die drei Quellen vereinen und zum Wasserfall werden, ist ein Davidstern mit dem Namen «Jeschua» zu sehen. Auf der Brücke stehen viele Menschen, die einen Übergang von der rechten zur linken Seite machen. Das Bild drückt die Botschaft dieses Buchs aus, nämlich die Botschaft vom letzten Exodus. Bei jedem Exodus gibt es ein Herauskommen und ein Hineinkommen. Unser Leben fängt mit einem Exodus an, nämlich am Tag unserer Geburt. Die Geburt geschieht, wenn wir durch einen Geburtskanal aus dem Mutterleib heraus- und in diese Welt hineinkommen, was meistens mit vielen Schmerzen verbunden ist. Jeder von uns musste diesen Exodus erleben. So vollziehen wir den Übergang von einer
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Wirklichkeit in eine ganz andere. Nachdem wir in dieser Welt angekommen sind, bekommen wir unseren Namen. Wenn wir zu Jesus kommen, geschieht noch einmal ein Exodus, eine Geburt, die wir die «Neu-» oder «Wiedergeburt» nennen. Sie ist noch einmal ein gewaltiger Übergang. Schließlich sterben wir und erfahren dabei den Übergang aus dieser Welt hinaus und in Gottes Wirklichkeit hinein. Ganz zuletzt geschieht an uns der Exodus aus dem Grab, aus dem Tod herauf und in die Auferstehung hinein. Das Prinzip des Exodus wiederholt sich mehrere Male in der Bibel. Die Botschaft dieses Bildes hat zu tun mit dem großen Exodus, der vor uns steht. Schon seit vielen Jahren gibt es Versuche, eine Einheit unter den Christen zu schaffen. Doch wir erleben immer wieder neu, dass wir darin nur ganz begrenzte Fortschritte machen, über die wir nicht hinauskommen. Dafür gibt es viele Gründe. Die Einheit ist uns ganz wichtig. In erster Linie, weil Jesus dafür gebetet hat, dass der Vater uns eins macht, so wie Jesus eins ist mit dem Vater. Die Einheit fängt mit Gott an. Er ist der Eine, auch wenn die Gottheit aus drei Personen besteht. Das ist die göttliche Einheit, in die auch wir hineinkommen sollen. Jede Exodus-Geschichte geschieht, weil Gott den zentralen Platz darin hat, ob es um die Geschichte Noahs, die Geschichte Abrahams, die Geschichte Josefs oder um die Geschichte der Kinder Israels geht. Die Kinder Israels kamen nur aus Ägypten heraus, weil Gott ganz gewaltig eingegriffen hat. Ohne sein Eingreifen wäre dies niemals geschehen, denn Gott hat gewaltige Gerichte über Ägypten gebracht, bis der Pharao die Kinder Israels schließlich freigelassen hat. Auf gleiche Weise, nämlich durch das gewaltige Eingreifen Gottes, wird die Vollendung der Brautgemeinde geschehen, der Gemeinde, die aus «bräutlichen» Seelen besteht. Nur Jesus allein kann die vielen verschiedenen Gläubigen aus der großen Zahl der Kirchen und 6
Gemeinden sammeln und hineinführen in diese echte, letzte und gewaltige Einheit, für die er gebetet hat. Nur er alleine kann die Brücke bauen über die die Brautgemeinde den gewaltigen Übergang machen wird. Die letzte Ausgießung des Heiligen Geistes wird erst geschehen, wenn der heilige Überrest aus Israel aus dem geistlichen Tod auferstanden ist. Dies wird eine ganz gewaltige Auswirkung haben auf die Brautgemeinde Jesu. Die Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte zumeist ganz vergessen, dass Jeschua der König der Juden ist. Der Davidstern ist der Stern, der zum Sohn Davids gehört. Wenn die Brautgemeinde beim Hochzeitsmahl des Lammes am Tisch des Herrn sitzen und die gute Speise seines Leibes und seines Blutes genießen wird, wird sie sich auch an den Früchten von den Bäumen des Lebens erfreuen. Der Durchbrecher ist Jeschua, die Schafe sind wir, und er führt uns heraus. Er, unser König, geht voran. Benjamin Berger
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Zum Buch An zwei Veranstaltungen im Jahr 2014 sprach der bekannte Bibellehrer Benjamin Berger an zwei Seminaren über das Thema «Exodus», ergänzt durch eine Botschaft über das «Schofar». Die Textfassung mit einigen Ergänzungen des Autors für die Buchausgabe und die Einfügung des Kapitels über das Flüchtlingsschiff «Exodus» besorgte Doris Held. Der ursprüngliche Vortragsstil und die Sprache des von Haus aus nicht Deutsch sprechenden Referenten wurden nach Möglichkeit beibehalten. Bibelzitate entstammen, wenn nichts anderes vermerkt, aus der Rev. Elberfelder Bibel.
Impressum © Benjamin Berger © Echad-Verlag GmbH, Postfach, CH-3125 Toffen Tel. +41 (0)31 819 49 35 www.echad.ch, info@echad.ch 1. Auflage: 2015 ISBN 978-3-905518-17-7 Autor: Benjamin Berger Textfassung: Doris Held Umschlag & Layout: Matthieu Jordi, www.mj-design.ch Druck: CPI books GmbH, www.cpibooks.de Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotografischen oder elektronischen Erfassung sowie der Übersetzung bleiben vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis Vorwort 11
Exodus in der Vergangenheit 1. Exodus, ein Instrument in Gottes Hand zum Heil für die Seinen 2. Der umgekehrte Exodus Adams und Evas aus dem Paradies in die gefallene Welt 3. Der Exodus Noahs und seiner Familie mit den Tieren der damaligen Welt 4. Der Exodus Abrahams aus Ur in Chaldäa und der Exodus seines Enkels Jakob 5. Lots Exodus aus Sodom zu seiner Errettung 6. Der große Exodus aus Ägypten mit dem Ziel des verheißenen Landes 7. Der Exodus aus Babylon in die Heimat Israel 8. Der große Exodus durch Jesus am Kreuz und die Geburt der Gemeinde 9. Der Exodus der Juden aus der Zerstreuung in das heutige Israel 10. Das Flüchtlingsschiff «Exodus» und der Kampf um die Rückkehr in die Heimat
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Exodus in der Zukunft 11. Der verheißene innere Exodus Israels 12. Der Exodus der Gemeinde und ihr Weg in die Einheit 13. Der letzte große Exodus
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Der Weckruf Gottes 14. Das Schofar
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Vorwort Wenn im alten Israel an den Hohen Feiertagen das Schofar erschallte, ging es den Menschen durch Mark und Bein. Sie wussten: «Jetzt spricht Gott zu mir, ich muss hören!» Gott hatte in entscheidenden Stunden ihrer Geschichte durch das Schofar zu ihnen gesprochen. Und er spricht immer noch dadurch. Das ist tief in ihr Bewusstsein eingeprägt und erfüllt sie mit Gottesfurcht. Die Botschaft dieses Buches wirkt wie der Schall des Schofars. Der Autor erscheint wie ein Mann, der mit einem Fernrohr weit zurück in die Geschichte sieht und längst Ver gangenes in die Gegenwart holt. Gibt es etwas, das uns verbindet mit Noah, mit Lot, mit dem Exodus aus Ägypten und mit der Rückkehr Israels aus Babylon in die alte Heimat? Wir wissen, dass Gott den Menschen nach seinem Bild erschaffen hat, damit er in erster Linie Gemeinschaft mit Gott pflegt und unter seiner Leitung als König über die Erde herrscht. Wir herrschen über die Erde, das ist wahr, aber eine lebendige Gemeinschaft mit Gott pflegen nur noch wenige Menschen in der westlichen Welt. Aber das Wort Gottes sagt zum Beispiel in Psalm 33, dass Gott von seinem festen Thron auf alle sieht, die auf Erden wohnen. Diese Wahrheit galt schon zur Zeit Noahs und gilt immer noch, jeden Tag unseres Lebens. Wir sind jedoch ganz in Anspruch genommen von unseren eigenen Plänen. Gott spricht weiter: «Wer ruft die Geschlech ter von Anfang her? Ich bin’s, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe» (Jesaja 41, 4). Gott hat Zeiten und
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Zeitpunkte festgelegt, und wenn die Zeit erfüllt ist, geschehen bedeutende Ereignisse, die sowohl Gericht als auch Rettung umfassen. Wer wird das Gericht erleben und wer die Rettung? Gott will uns nicht unvorbereitet lassen. Er ist langmütig und wartet auf uns. Er hat uns sein Wort gegeben. Er lässt das Schofar erschallen. Die alten biblischen Tatsachenberichte führen uns vor Augen, was einzelnen Menschen und ganzen Völkern geschieht, wenn die Zeit erfüllt ist. Wollen wir hören und uns unterbrechen lassen in unseren wichtigen Geschäften? Es gab immer einzelne Menschen und Gruppen, die bereit waren, und die Gott durch den Exodus retten konnte. Die Mehrheit war nicht bereit. Für diesen Rettungsweg müssen wir ausgerüstet werden, dass wir ihn in Liebe und Vertrauen auf Gottes Treue, unter Leitung des Heiligen Geistes und mit dem Wort Gottes im Herzen gehen können. Die Botschaft dieses Buchs will uns aufwecken und bereit machen, unserem Gott unsere Pläne unterzuordnen und ihn zu bitten: «Bitte mach mich imstande, dass ich an Deiner Rettung teilhabe, die Du für mich vorgesehen hast.» Das ist ein sehr großes Vorhaben, das uns viel kostet, den Chefsessel im eigenen Leben an den Herrn abzugeben und uns selbst unterzuordnen. Aber Jesus hat versprochen, dass wir genau dadurch das wirkliche Leben gewinnen. Benjamin Berger versteht es, den Stimmen aus alten Zeiten noch einmal Autorität zu verleihen. Er holt mit seinem Fernrohr auch Zukünftiges, das noch im Himmel verborgen ist, in die Gegenwart und gleichzeitig stellt er uns ein wunderbares Ziel vor Augen. Jesus hielt seinen Zeitgenossen vor: «Über das Aussehen des Himmels könnt ihr urteilen, könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?»
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Einer der nächsten Schofarstöße könnte der Anfang der Trübsalszeit sein. Können wir dann seine vertraute Stimme hören, wie er uns tröstet? «Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein!» Doris Held
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Exodus in der Vergangenheit 1. Exodus, ein Instrument in Gottes Hand zum Heil für die Seinen Hören wir zu Beginn auf zwei Texte aus der Heiligen Schrift. Habakuk 2, 1–4: Auf meinen Posten will ich treten und auf den Wall mich stellen und will spähen, um zu sehen, was er mit mir reden wird und was für eine Antwort ich auf meine Klage erhalte. – Und der HERR er widerte mir und sprach: Schreib die Vision auf, und zwar deutlich auf die Tafeln, damit man es geläufig lesen kann. Denn die Vision gilt erst für die festgesetzte Zeit, und sie strebt auf das Ende hin und lügt nicht. Wenn sie sich verzögert, warte darauf; denn kommen wird sie, sie wird nicht ausbleiben. Siehe, die verdiente Strafe für den, der nicht aufrichtig ist! Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. Psalm 114 Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem Volk, das un verständlich redete, da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Herr schaftsbereich. Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück. Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie Lämmer. Was war mit dir, Meer, dass du flohst? Mit dir, Jordan, dass du dich zurückwandtest? Mit euch, Berge, dass ihr hüpftet wie Widder? Mit euch, Hügel, dass ihr hüpftet wie Lämmer? Erbebe vor dem Herrn, Erde, vor dem Gott Jakobs, der den Felsen verwandelte in einen Wasserteich, den Kieselfelsen in einen Wasserquell! 15
Vor einigen Jahren besuchten mich Geschwister aus Italien und brachten mir ein Poster mit, auf dem das Foto einer Bildtafel vom Titusbogen in Rom zu sehen war. Es handelte sich um die bekannte Darstellung des Triumphs von Rom über Judäa im Jahr 70. Darauf sind gefangene Juden zu sehen, die als Sklaven die Beutestücke aus dem Jerusalemer Tempel, unter anderen die Menorah, von Jerusalem nach Rom trugen. Das war das große Zeichen der Verbannung, des Exils. Auf diesem geschenkten Poster war das Negativ umgekehrt worden, sodass die Prozession nun von Rom nach Jerusalem ging. Darunter stand die Bildbeschreibung: «Wir bringen die Menorah von Rom nach Jerusalem zurück.» Wir erinnern uns, dass die Römer die Letzten waren, die Jerusalem völlig besiegt und den zweiten Tempel gänzlich vernichtet haben: «An einem Passahfest zog Titus mit seinen Scharen vor Jerusalem und begann die Belagerung, die fünf Monate dauerte. In der Stadt brach die Hungersnot aus in entsetzlichster Weise. Wer aus der Stadt deshalb flüchten wollte, wurde von Römern ergriffen und vor der Stadt weithin sichtbar gekreuzigt. Mehrere hundert Kreuze standen so vor der Stadt. Wegen des Passahfestes war die Stadt voller Menschen. In der Stadt hatten während der Belagerung mehr als eine Million Menschen ihr Leben eingebüßt. Wer in die Hände der Römer kam und nicht niedergestoßen wurde, wurde in die Sklaverei verkauft. So wanderten viele Tausende in Ägyptens Bergwerke und Steinbrüche, andere Tausende kauften die Sklavenhändler um Spottpreise und füllten alle Sklavenmärkte mit jüdischen Sklaven. Tausende hatten die Sieger unter sich verteilt und ihren Freunden geschenkt; die schönsten und kräftigsten Jünglinge und Männer waren zuvor schon für die Tierkämpfe, Gladiatorenspiele und für des Imperators und Cäsars Triumphzug ausgelesen worden. In allen 16
Städten, die Titus durchzog bei seiner Rückkehr nach Rom, wurden großartige Siegesfeste gefeiert, wobei jüdische Jünglinge zu Hunderten gegeneinander und gegen wilde Tiere bis zum Tode kämpfen mussten. Seinem Triumphwagen zu Rom aber zogen 700 schöne, gefesselte Jünglinge voraus, mit ihnen die beiden letzten, tapfersten Parteiführer, die lebend den Römern in die Hände gefallen waren. Dann folgten die kostbarsten der vielen erbeuteten Tempelgefäße und Schätze, der große goldene siebenarmige Leuchter, die Menorah, der goldene Tisch und die kostbaren heiligen Gesetzesrollen …»1 Rom ist das Zeichen des Exils für das jüdische Volk. Dieses geschenkte Poster hatte eine andere Botschaft, zwar wieder vom Exodus, jetzt jedoch dem aus der Zerstreuung zurück in die Heimat nach Jerusalem in Israel. Der Leuchter, die Menorah, ist ein ganz wichtiges Symbol, das eigentliche Symbol Israels, noch viel mehr als der Davidstern. Das Staatswappen von Israel, der Leuchter mit je einem Olivenzweig an beiden Seiten, kommt aus Sacharja Kapitel 4. Deshalb wollen wir kurz die Menorah betrachten. Die Menorah spendete im Tempel, im Heiligtum, das Licht. In der Stiftshütte gab es eine Menorah, im salomonischen Tempel standen mehrere Menorah, weil der Raum des Heiligtums größer war, sodass man mehrere Lichtquellen brauchte. Die Menorah ist auch ein Symbol für die sieben Geister Gottes. Es gibt einen Heiligen Geist, der sieben verschiedene Aspekte hat. Jesaja schreibt von diesen sieben Geistern Gottes (Jes. 11, 2). Als Johannes, der Seher, im Buch der Offenbarung in Kapitel 4 aufgefordert wurde, durch die offene Türe in den Himmel Zitiert aus der Wuppertaler Studienbibel, Band «Matthäus, Markus, Lukas», Seite 319
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hinaufzusteigen, sah er den Thron Gottes, vor dem sieben Fackeln mit Feuer brannten, die die sieben Geister Gottes sind. Somit hat die Menorah auch mit der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes zu tun. Deshalb ist sie ein ganz wichtiges Symbol, besonders wenn wir daran denken, dass die Menorah nach Zion zurückkommt. In unserer Gemeinde in Jerusalem haben wir schon seit Bestehen der Gemeinde, also seit 27 Jahren, immer eine Menorah auf dem Tisch, die ihr Licht durch Olivenöl gibt. Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Herrlichkeit Gottes nach Jerusalem zurückkommt. Das ist auch eine gewaltige Verheißung. Wenn wir über den Exodus nachdenken, erinnern wir uns normalerweise an den großen Exodus, bei dem das Volk Israel aus Ägypten befreit wurde und unter der Führung von Mose und Aaron auszog, durch die Wüste wanderte und schließlich nach vierzig Jahren heimkam ins Land Israel. Das ist der zentrale Exodus im Alten Testament. Als ich Anfang 2014 in einer Gemeinde in Deutschland diente, wusste ich am Abend zuvor noch nicht, über welches Thema ich am nächsten Tag sprechen sollte. Es machte mir ein wenig Not, aber ich vertraute Gott, dass er mir das Richtige gibt. Als ich am nächsten Morgen früh aufgestanden war, bekam ich das Wort «Exodus». Ich hatte noch nie einen ganzen Vortrag über dieses Thema gehalten. Aber ich habe verstanden, dass dies in der Schrift ein ganz bedeutsames Thema ist. Darüber hinaus glaube ich, dass wir auch in unserer Zeit, bis unser Herr wiederkommt, noch viel erleben werden, was mit dem Exodus zu tun hat. Selbst wenn uns vieles noch verborgen ist, was Gott uns noch nicht offenbart hat, denke ich, dass dies in der Endzeit für uns ein Schlüsselwort sein wird. Es ist wichtig für uns zu wissen, dass es vom Anfang bis zum Ende der Bibel mehrere Exodus-Erfahrungen gibt, und dass der Exodus – das Herauskommen und das Hineinkommen – die Art 18
und Weise ist, wie Gott seinen Plan ausführt. Ich will über dieses Thema sprechen, weil wir die Wege Gottes, wie Gott mit uns Menschen umgeht, verstehen wollen. Aus diesem Grund werden wir eine Reihe von Exodus-Ereignissen in der Bibel betrachten, damit wir ein Stück weit begreifen, was der Herr noch vorhat. Zuerst wollen wir einige Schriftstellen zur Bedeutung des Exodus betrachten. 2. Mose 15, 1–6 und 16–17 Damals sangen Mose und die Söhne Israel dem HERRN dieses Lied. Sie sagten: Singen will ich dem HERRN, denn hoch erhaben ist er; Pferd und Wagen warf er ins Meer. Meine Stärke und mein Loblied ist Jah, denn er ist mir zur Rettung geworden. Er ist mein Gott, und ich will ihn preisen, der Gott meines Vaters, und ich will ihn erhe ben. Der HERR ist ein Kriegsheld, Jahwe sein Name. Die Wagen des Pharao und seine Streitmacht warf er ins Meer, die Auslese seiner Wagenkämpfer versank im Schilfmeer. Die Fluten bedeckten sie, sie fuhren in die Tiefen wie ein Stein. Deine Rechte, HERR, ist herrlich in Kraft; deine Rechte, HERR, zerschmettert den Feind. Es überfiel sie Schrecken und Furcht; vor der Größe deines Arms wurden sie stumm wie ein Stein, während hindurchzog dein Volk, HERR, während hindurchzog das Volk, das du erworben. Du wirst sie bringen und pflanzen auf den Berg deines Erbteils, die Stätte, die du, HERR, zu deiner Wohnung gemacht hast, das Heiligtum, Herr, das deine Hände bereitet haben. Der HERR ist König auf immer und ewig! Psalm 77, 16–21 Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Söhne Jakobs und Josefs. Dich sahen die Wasser, Gott, dich sahen die Wasser: Sie 19
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