Mit Vorschulkindern die Bibel entdecken – Band 3 Schwerpunkt Johannes
ein mitarbeiterhandbuch
Impressum Christiane Volkmann (Hg.) Mit Vorschulkindern die Bibel entdecken – Band 3 Ein Mitarbeiterhandbuch Schwerpunkt: Johannes Bestell-Nr. 271 083 ISBN 978-3-86353-083-9 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Bestell-Nr. 170117 ISBN 978-3-85810-417-5 Verlag Mitternachtsruf, www.mnr.ch Bibelstellen werden nach der folgenden Übersetzung zitiert: ELB: Revidierte Elberfelder Bibel ©1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten NeÜ: bibel.heute, © 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg 1. Auflage © 2017 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de Satz: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Illustrationen: Ruth Berger, Katrin Dörksen, Dina Erbach, Cornelia Gerhardt, Lisa Hofmann, Joy Katzmarzik, Dina Kelle, Saskia Klingelhöfer, Katrin Linnemeier, Susanne Malessa, Eberhard Platte, Micha Platte, © Shutterstock.com/daisybee (S. 12) Umschlaggestaltung: CV Dillenburg Umschlagillustration: Dina Kelle, Bad Münder Überarbeitung der Lektionen: Traudel Armbrust, Sarah Ebertshäuser, Daniela Eckhardt, Danijela Markmann, Ruth Nickel, Melanie Pernau, Silke Rahn, Rahel Schaaf, Stefan Schmied Druck: GGP Media GmbH, Pößneck Printed in Germany
BAND
3
Mit die Bibel entdecken ein
m it a
r b e it
erhandbuch
schwerpunkt johannes
Inhalt Anleitung
. . . . . . . . . . . . 6
Lekt. Bibeltext Inhalt Lernvers V 53 Joh 2,1-12 Hochzeit zu Kana Joh 20,31 . . . . . 8 V 54 Joh 2,13-22 Tempelreinigung 1Kor 14,33 . . . . 14 V 55 Joh 4,1-30.39-42 Frau am Jakobsbrunnen Joh 6,69 . . . . . . 21 V 56 Joh 4,43-54 Heilung des Sohnes eines Joh 20,29 . . . . . 28 königlichen Beamten V 57 Joh 5,1-16 Kranker am Teich Betesda Ps 40,2 . . . . . . . 35 V 58 Joh 6,1-15 Speisung der Fünftausend Joh 6,35 . . . . . . 43 V 59 Joh 20,11-29 Erscheinung des Auferstandenen Joh 20,20 . . . . . 49 V 60 Joh 10,1-30 Der gute Hirte Joh 10,11 . . . . . 57 V 61 Joh 11,1-46 Auferweckung des Lazarus Joh 11,25 . . . . . 65 V 62 Apg 9,1-25 Bekehrung des Saulus Joh 14,6 . . . . . 73 V 63 Apg 14,8-22 Paulus und Barnabas in Lystra Apg 14,15 . . . . 80 (1. Missionsreise) V 64 Apg 16,16-40 Kerkermeister (2. Missionsreise) Röm 10,13 . . . 86 V 65 Apg 27 Reise nach Rom 1Tim 2,4 . . . . . 93 V 66 2Mo 1,7-2,10 Moses Geburt Ps 27,14 . . . . . 100 V 67 2Mo 2,11-22 Moses Mord, Flucht und Heirat Jak 1,20 . . . . . 108 V 68 2Mo 2,23-4,20 Moses Berufung, Auftrag Jes 41,10 . . . . 114 und Rückkehr V 69 2Mo 6,28 - 10,29 Mose vor Pharao, 1.-9. Plage Spr 28,14 . . . . 120 V 70 2Mo 11,1 - 12,33 10. Plage, Passah 1Petr 1,18.19 . . 129 V 71 2Mo 12,34-41; 13,17 - 15,1 Auszug aus Ägypten, Loblied 2Mo 14,13 . . . 137 V 72 Rt 1 - 4 (Auszüge) Rut Ps 31,15 . . . . . 143 V 73 Jon 1 - 4 (Auszüge) Jona Spr 28,13 . . . . 151 V 74 2Mo 17,8-16 Kampf gegen Amalek Ps 107,6 . . . . . 159 V 75 2Mo 20,1-17 Die Gebote 2Mo 20,2.3 . . . 167 V 76 2Mo 32,1-32 Goldenes Kalb Jos 23,11 . . . . 175 V 77 4Mo 21,4-9 Eherne Schlange Joh 3,14 . . . . . 182 V 78 Joh 9,1-41 Heilung eines Blindgeborenen Joh 12,46 . . . . 188 Anhang Das Sprachverständnis der Vorschulkinder Anspiel zu Erntedank Fingerspiele Spiele Bühnenkiste Einladung für den Erntedankgottesdienst (Bastelarbeit) Früchtegirlande (Bastelarbeit)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
196 198 200 201 203 206 207
Tabelle aller Lektionen nach der Chronologie der biblischen Bücher . . . . . . . . . . . 208 Materialempfehlungen
5
. . . . . . . . . . . 211
Anleitung Anleitung für Mitarbeiter Das Programm „Mit Kindern die Bibel entdecken“
Das vorliegende Buch gehört zu diesem Gesamtprogramm und ist eine überarbeitete Neuauflage des bisherigen Bandes 3 „Mit Vorschulkindern die Bibel entdecken“. Das Programm umfasst insgesamt vier Bände. Der Buchreihe liegt ein vierjähriger Textplan zugrunde, der jährlich aktualisiert wird, da er sich an den beweglichen Festen (Ostern und Weihnachten) orientiert. Der Textplan kann von folgender Internetseite heruntergeladen werden: www.zeit-fuer-kids.de Da Jesus Christus das Zentrum der biblischen Botschaft ist, wird jedes Jahr neben den alttestamentlichen Texten auch das Leben Jesu aus der Sicht eines der vier Evangelisten behandelt.
Anliegen
Jedes Buch enthält 26 Lektionen nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ (die Bücher für die Schulkinder enthalten 52 Lektionen). Die Vorschulgruppe beschäftigt sich in zwei Kinderstunden nacheinander intensiv mit einer Geschichte. Die „Kleinen“ werden nicht überfordert, sondern lernen die Geschichte durch die Wiederholungs- und Vertiefungsmöglichkeit besser kennen und behalten sie leichter.
Aufbau der Lektionen 1. Zum Textverständnis
Die Textanalyse ist ausschließlich für die Mitarbeiter und deren Vorbereitung gedacht, damit sie die Zusammenhänge, Hintergründe und Bedeutung der Geschichte kennen.
2. Ziele
Es sind immer mehrere Ziele formuliert, damit die Mitarbeiter auswählen können, was für ihre Gruppe am hilfreichsten ist.
3. Vorschläge zur Durchführung
Hier finden sich Vorüberlegungen zur Situation des Kindes, Einstiegs- und Darbietungsmöglichkeiten sowie Ideen zur Festigung. Unter dem Punkt „Durchführung“ wird in der Regel aufgezeigt, in welchen Schritten und mit welchen Schwerpunkten die Geschichte erzählt werden kann. Es wurde bewusst auf ausformulierte Erzählvorschläge verzichtet, da jeder Mitarbeiter die Geschichte individuell für „seine“ Kinder vorbereiten sollte.
4. Vorschlag zum Bibelverslernen
Jeder Lektion ist ein Bibelvers vorangestellt, der den Kerngedanken der Lektion unterstützt. Er ist nach der Elberfelder Übersetzung zitiert. Zum besseren Verständnis wird in einigen Fällen der Vers zusätzlich nach der NeÜ bibel.heute zitiert (NeÜ). Unter Punkt 4 gibt es Anregungen, wie man den Vers mit den Kindern einüben kann. Es empfiehlt sich, den Vers in der ersten Stunde schon einzuführen und in der zweiten Stunde zu festigen.
6
Anleitung In der Zeitschrift „Kinder Entdeckerheft“ sind die Lernverse ebenfalls abgedruckt, sodass sie zu Hause mit Unterstützung der Eltern gelernt werden können.
Illustrationen/Bildmaterial
Für jede Lektion gibt es Illustrationen zur Geschichte, für den Einstieg und die Festigung. Die Vorlagen werden im Text erwähnt und sind als Miniatur am Rand abgebildet. Alle Vorlagen befinden sich auf der beigefügten CD. Für jede Lektion gibt es einen Ordner mit der entsprechenden Lektionsnummer. Die Vorlagen sind in der Regel als JPG-Dateien im A4-Format angelegt und können ausgedruckt oder weiterverarbeitet werden. Auch wenn Vorschulkinder Beständigkeit lieben, sollte immer wieder die Darbietungsmethode gewechselt werden. Nach wie vor mögen die Kleinen Bilder an einer Flanelltafel. Etliche Bilder eignen sich gut für diese Methode: auf festeres Papier (Kopierkarton mit 160 g) ausdrucken, ggf. anmalen, ausschneiden und mit Haftpapier oder Klettpunkten hinterkleben. Auf der Homepage www.zeit-fuer-kids.de befinden sich im Downloadbereich „Bildmaterial“ zu vielen biblischen Geschichten farbige Bilder, die kostenlos heruntergeladen werden dürfen. Diese Bilder sind nach den Lektionsnummern der Bücher für die Schulkinder aufgelistet. Kostenlose Bilder finden sich auch unter www.freebibleimages.org, die zu Lehrzwecken verwendet werden dürfen.
Lieder
Singen mit Kindern ist wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Aus rechtlichen Gründen ist es jedoch meist nicht möglich, Lieder mit Text und Noten abzudrucken. Deshalb sollte in vorhandenen Liederbüchern nach geeigneten Liedern gesucht werden. Teilweise finden sich auch hilfreiche Hinweise im Internet.
Anhang
Im Anhang befinden sich diverse Vorschläge, die ergänzend in den Kinderstunden verwendet werden können. Außerdem gibt es eine Gesamtübersicht über alle 104 Lektionen. Sie ist in der Chronologie der biblischen Bücher geordnet und vermittelt einen guten Überblick, falls man eine Ausarbeitung zu einem bestimmten Bibeltext sucht.
Noch ein Hinweis
Wir haben in dem Buch aus praktischen Erwägungen auf eine doppelte Anredeform verzichtet. Wenn vom „Mitarbeiter“ die Rede ist, sind selbstverständlich immer Frauen und Männer gemeint, denn wir verstehen uns alle als Mitarbeiter Gottes.
7
Lektion V 53 Johannes 2,1-12
Hochzeit zu Kana LERNVERS Glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes. Johannes 20,31
Für die erste Stunde 1. Zum Textverständnis 1.1 Zusammenhang/Inhalt
Nach der Berufung der ersten Jünger berichtet Johannes vom ersten Zeichen, das der Herr Jesus tat. Dieser Bericht gehört zum Sondergut des Johannes. Jesus Christus als Sohn Gottes und seine Wundertaten gehören bei Johannes zusammen, weil damit die Herrlichkeit Gottes gezeigt und der Glaube an den Sohn Gottes geweckt werden soll. Der Text lässt sich so gliedern: a) Notsituation: Es gibt keinen Wein mehr. b) Der Herr Jesus erfährt davon: Marias Bitte und die Reaktion des Herrn. c) Der Auftrag: Die Diener gehorchen und füllen die Krüge mit Wasser. d) Das Wunder: Durch den Befehl des Herrn Jesus verwandelt sich das Wasser in Wein. e) Das Ergebnis: Seine Jünger glauben an ihn, d. h., ihr Glaube erfährt eine Stärkung
1.2 Personen
▪▪ Mutter Jesu: Maria; wahrscheinlich zu Beginn des öffentlichen Auftretens ihres Sohnes schon Witwe, ansonsten wäre Josef bestimmt genannt worden. ▪▪ Jesus Christus: wird zu dieser Zeit als Rabbi (jüdischer Lehrer) angesehen. ▪▪ Jünger Jesu: die Schüler des Rabbi ▪▪ Diener ▪▪ Speisemeister (auch Festordner): meist ein Freund des Bräutigams, der den Wein mit Wasser mischt, würzt und ausschenkt. ▪▪ Bräutigam ▪▪ ungenannt: Braut, Gäste
1.3 Orte/Gegend
Kana in Galiläa ist wahrscheinlich das heutige Chirbet-Kana, 13 km nördlich von Nazareth.
8
Lektion V 53 1.4 Zeit
▪▪ Beginn des Wirkens Jesu ▪▪ „Am dritten Tag“ zählt vermutlich nach der Zeitangabe in Joh 1,43, also ist der siebte Tag seit den in Vers 19 geschilderten Ereignissen gemeint.
1.5 Begriffserklärungen ▪▪
▪▪
▪▪
▪▪ ▪▪
▪▪
V. 1: Hochzeit = galt schon im AT als ein Höhepunkt des Lebens. Sie dauerte bis zu sieben Tagen. Am Abend des ersten Festtages holte der Bräutigam die Braut ins Hochzeitshaus, geleitet von Brautjungfern (Mt 25). Wer konnte, schloss sich dem Hochzeitszug mit Musik, Tanz und Gesang an. Ein Freund des Bräutigams hatte die Leitung des Festes, war wahrscheinlich auch Speisemeister und Festordner. Hochzeitsgäste konnten während der Festwoche kommen und gehen, ohne gegen die gute Sitte zu verstoßen. Nur die für die Organisation Verantwortlichen mussten bleiben, solange die Hochzeit dauerte. Dass Jesus Christus samt seinen Jüngern eingeladen war, zeigt etwas von der weitherzigen Gastlichkeit des Morgenlandes. Denkbar ist auch, dass ein Verwandtschaftsverhältnis der Brautleute zu ihm oder seinen Jüngern bestand. Galiläa war ein Weinland. Trunkenheit war aber sehr selten, ein Fest war kein Gelage – zumal Hochzeiten einen sehr religiösen Charakter hatten. V. 3: Wein = eine Gabe göttlichen Segens (vgl. 1Mo 14,18), ein Zeichen messianischer Heilszeit (Joel 2,19; 1Mo 49,11). Wenn Maria sagt: „Sie haben keinen Wein“, will sie Jesus wohl dazu bewegen, sich als Messias zu beglaubigen. V. 4: „Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?“ = Die Schroffheit der Antwort erklärt sich aus dem Umstand, dass Maria versucht, Jesus in eine bestimmte Richtung zu drängen. V. 4: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ = von dieser Stunde ist im Johannesevangelium mehrmals die Rede; hier ist wohl die Deutung vorrangig: Als Sohn seines himmlischen Vaters, der in totaler Abhängigkeit von ihm lebt, wartet er auf den richtigen Zeitpunkt des Handelns. V. 6: steinerne Wasserkrüge = etwa einen Meter hohe, in die Erde eingelassene Krüge, die jeweils 80 bis 120 Liter fassten. Die jüdischen Reinigungsvorschriften (gegenüber dem AT noch verfeinert) verlangten viele rituelle Waschungen (Joh 13,4-5; Lk 7,44); auch das Geschirr musste nach genauen Vorschriften gewaschen werden.
2. Ziele
▪▪ Der Herr Jesus ist der Sohn Gottes. Er kann alles. ▪▪ Der Herr Jesus sieht, wenn wir uns in einer Notlage befinden. Er hilft uns heraus, wenn wir voll Vertrauen zu ihm kommen. ▪▪ Der Herr Jesus freut sich mit dem Hochzeitspaar, das ihn zu ihrem großen Fest eingeladen hat und teilhaben lässt. Er möchte auch uns Freude schenken, wenn wir tun, was er sagt.
9
Lektion V 53 3. Vorschläge zur Durchführung 3.1 Vorüberlegungen zur Situation des Kindes
Eine Hochzeitsfeier ist für Kinder ein tolles, besonders einprägsames Fest, wenn sie zu den Gästen gehören. Viele Dinge sind wichtig: die Braut und ihr Kleid, der Anzug des Bräutigams, die eigene festliche Kleidung, Blumen, schöne Dekoration, besonderes Essen. Die Kinder können sich sicher vorstellen, wie es wäre, wenn an so einem besonderen Tag etwas passieren würde, das die Hochzeitsfreude verderben könnte. Von daher können sie mit dem Brautpaar der Geschichte mitempfinden. Und sie „erleben“ mit, wie gut es ist, dass der Herr Jesus auf der Hochzeit in Kana dabei ist und aus der Notlagen heraushilft. Nur Gott kann solche Wunder tun. Deshalb dürfen die Kinder wie die Jünger glauben, dass der Herr Jesus Gottes Sohn ist.
3.2 Einstiegsmöglichkeiten (1) 3.2.1 Wir schmücken die Raummitte mit einem Tuch/einer Decke, Blumen, etwas zu essen und zu trinken und setzen uns mit den Kindern um das Tuch. Wir erzählen den Kindern von einer Hochzeitseinladung. Dann fordert der Mitarbeiter sie auf, über ihre „Hochzeitserlebnisse“ zu berichten. Das Gespräch nach ausreichendem Erfahrungsaustausch stoppen und zur Geschichte überleiten. 3.2.2 Wir zeigen den Kindern Fotos von einer Hochzeit: Brautpaar, Festtafel usw. und sprechen darüber, was alles zu einer Hochzeit gehört.
3.3 Durchführung (1)
Wir erzählen die Geschichte mithilfe der Bilder (V 53-01 bis 06.jpg)
1. Schritt: Hochzeit in Kana In den Dörfern rings um Kana ist alles in Bewegung. In Kana wird Hochzeit gefeiert. Alle sind eingeladen, die Nachbarn, die Freunde, die Verwandten, das ganze Dorf. Alle wollen sich mitfreuen. In Israel findet die Hochzeitsfeier nicht nur an einem Tag statt – sie dauert eine ganze Woche lang. Es ist ein großes Fest. Auch der Herr Jesus ist zusammen mit seiner Mutter und seinen Jüngern eingeladen. (Man nimmt an, dass die Brautleute an Gott glaubten, ihn ehrten und achteten.) 2. Schritt: Peinliche Situation Maria bemerkt zuerst, dass es nichts mehr zu trinken gibt. Sie beobachtet, wie die Diener aufgeregt hin- und herlaufen, miteinander tuscheln und zu den Weinkrügen schauen. Maria weiß, was los ist: Es gibt keinen Wein mehr, und das Fest ist noch lange nicht zu Ende. Welch peinliche Situation. Würden die Gäste das bemerken, würden sie sich über den Bräutigam lustig machen und überall erzählen, dass er ein schlechter Gastgeber ist. Maria hat nur einen Gedanken: „Gut, dass Jesus da ist. Er wird sicher helfen können!“ Aber der Herr Jesus will jetzt noch nicht helfen. Er schickt Maria fort. (Der Herr Jesus will damit sagen, dass er bis jetzt noch keine Anweisung von seinem himmlischen Vater bekommen hat, hier einzugreifen.)
10
Lektion V 53 3. Schritt: Marias Rat Maria geht zu den Dienern und zeigt auf Jesus: „Was er euch sagt, das tut!“ Maria weiß: Jesus hat die Sache in die Hand genommen. 4. Schritt: Jesu Anweisung Bald kommt der Herr Jesus und befiehlt den Dienern, die Wasserkrüge bis oben zu füllen und dann dem Speisemeister etwas von dem Wasser zu bringen. Das alles scheint nicht einleuchtend zu sein. Doch die Diener gehorchen und schleppen etwa 600 Liter Wasser herbei (das wären heute 60 Putzeimer voll). 5. Schritt: Bestätigung des Wunders Der Speisemeister probiert, ist erstaunt und verwundert. Er lässt den Bräutigam rufen, aber der kann auch nicht erklären, wo der sehr gute Wein herkommt. Der Herr Jesus hat ein Wunder getan. Wenn man auf den Herrn Jesus hört, wird man nicht enttäuscht. 6. Schritt: Jesus ist der Sohn Gottes Die Jünger freuen sich, dass ihr Meister so große Dinge tun kann. Sie erkennen: Er ist Gottes Sohn. Von ganzem Herzen wollen sie an ihn glauben
3.4 Zur Festigung (1) 3.4.1 Wir bringen einige Instrumente (Rasseln, Triangel, Schellenband ...) oder schöne Instrumentalmusik mit und machen im Kreis einen einfachen „Festtanz“. 3.4.2 Wir basteln eine Lutscherblume Material: runde Lutscher, Bleistift, Schere, Lineal, Nadel und Faden, grünes Tonpapier, farbiges Krepppapier, Kleber So wird‘s gemacht: Der Lutschergröße entsprechend wird ein farbiger Krepppapierstreifen zugeschnitten und mit Heftstichen gerüscht. Durch das Zusammenziehen der Fadenenden erhält der Papierstreifen die Rundung, um auf den Lutscherrand geklebt zu werden. Fadenenden verknoten und abschneiden. Wer möchte, kann aus Tonpapier Blätter herstellen, „Herzliche Einladung“ darauf schreiben und an den Stil kleben. 3.4.3 Jedes Kind verziert sich seine „Hochzeitstorte“. Dazu bekommen die Kinder einen Muffin oder eine Waffel, den/die sie mit Glasur oder Sahne, Streuseln, bunten Perlen usw. verzieren. Danach gibt es ein „Festessen“. 3.4.4 Wir gestalten das Hochzeitsbild (V 53-07.jpg), indem wir es bunt anmalen, der Braut einen Schleier aus Spitze und dem Bräutigam einen Hut und eine Fliege aus Tonkarton basteln.
11
Lektion V 53 Für die zweite Stunde 3.2 Einstiegsmöglichkeiten (2) 3.2.1 Spiel „Platz suchen“ Jedes Kind erhält am Eingang ein Blümchen (V 53-08.jpg). Das gleiche Blümchen steht oder liegt auf seinem Platz in einem Väschen, einer Papierröhre oder Serviette. Die Kinder müssen nun schauen, wo ihr Platz ist. Alternative: Jedes Kind zieht die Hälfte eines Bildchens, die andere Hälfte liegt auf seinem Platz. 3.2.2 Wir lassen die Kinder sechs Krüge/Kannen suchen, die wir vorher im Raum versteckt haben. Danach stellen wir sie auf und erinnern damit an die Geschichte. (Diese Krüge können später auch für das Spiel 3.4.1 genutzt werden).
3.3 Durchführung (2)
Wir spielen die Geschichte: Zwei Kinder werden gebeten, sich festlich anzuziehen. Mädchen: weißes Kleid, eine alte Gardine als Schleier, Junge: dunkle Jacke, wenn vorhanden ein Zylinder und eine Fliege. Die übrigen Kinder sind die Gäste. Alle nehmen an der Festtafel Platz. Nun gibt es etwas zu trinken. Jedes Kind erhält einen Becher Traubensaft, den es austrinken soll. Wir singen das Lied: „Dies ist der Tag“. Nach dem Lied zeigt der Mitarbeiter die leere (oder fast leere) Flasche und erklärt bedauernd, dass es nichts mehr zu trinken gibt. Dann fragt er die Kinder: An was erinnert euch das? Wann ist das schon mal so ähnlich gewesen? Gemeinsam mit den Kindern wiederholen wir die Geschichte in „großen“ Schritten. Wir festigen somit auch noch einmal den Zielgedanken.
3.4 Zur Festigung (2) 3.4.1 Spiel: Wir bringen sechs Krüge/Kannen mit. Ziel ist es, die Krüge mit Wasser zu füllen. Dafür müssen die Kinder gemeinsam sechs Fragen zur Geschichte beantworten. Nach jeder richtigen Antwort kann ein Krug am Wasserhahn oder an einer Wasserschüssel aufgefüllt werden. Hierbei können wir den Gedanken nochmal vertiefen, wie gut es war, dass die Diener taten, was der Herr Jesus ihnen sagte. Mögliche Fragen: 1. Wer war zum Hochzeitsfest in Kana eingeladen? (Jesus und seine Jünger) 2. Wer war noch anwesend? (Die Mutter Jesu) 3. Was war den Dienern ausgegangen? (Der Wein) 4. Was sagte die Mutter von Jesus zu den Dienern? (Was er [Jesus] euch sagt, das tut) 5. Wofür waren die Krüge da? (Zur Reinigung, um sich mit dem Wasser die Hände zu waschen ...) 6. Was befahl Jesus den Dienern? (Sie sollten die Krüge mit Wasser füllen) 7. Was wurde aus dem Wasser in den Krügen? (Es wurde in guten Wein verwandelt) 8. Wie schmeckte dieser Wein? (Besser als der erste Wein)
12
Lektion V 53 3.4.2 Wir gestalten die Hochzeit zu Kana. Gemeinsam mit den Kindern überlegen wir, welche Personen auf der Hochzeit waren. Die Kinder entscheiden, welche Personen sie malen wollen. Die fertig gemalten Personen ausschneiden lassen und gemeinsam zu einer großen Hochzeitsgesellschaft zusammenfügen (auf einen weißen A2-Karton).
4. Vorschlag zum Bibelverslernen
Mithilfe der beschrifteten Krüge (V 53-09.jpg) den Bibelspruch lernen und anschließend auf das gemeinsam gestaltete Bild kleben.
13
Lektion V 54 53 Johannes 2,13-22
Tempelreinigung LERNVERS Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. 1. Korinther 14,33
Für die erste Stunde 1. Zum Textverständis 1.1 Zusammenhang/Inhalt
Nach der Hochzeit zu Kana geht der Herr Jesus nach Jerusalem, da dort bald das Passahfest stattfinden wird. Im Tempel findet er Ochsen-, Schaf- und Taubenverkäufer sowie Geldwechsler vor. Der Herr Jesus wird zornig. Mit einer Geißel aus Stricken treibt er die Geschäftemacher und ihre Tiere aus dem Tempel hinaus – die Tische wirft er um und die Münzen der Wechsler schüttet er aus. Schließlich weist der Herr Jesus die Taubenverkäufer darauf hin, dass sie durch ihr Tun die Ehre seines Vaters missachten. Sie haben sein Haus zu einem Platz der Geschäftemacherei und des weltlichen Gewinns gemacht. Die Juden geben sich damit nicht zufrieden. Sie fordern von dem Herrn Jesus einen Beweis, ein Zeichen seiner Vollmacht. Die Antwort des Herrn auf diese Forderung wird von seinen Feinden völlig missverstanden und von seinen Jüngern erst nach seiner Auferstehung erfasst.
1.2 Personen ▪▪ ▪▪ ▪▪ ▪▪ ▪▪
der Herr Jesus die Juden die Ochsen-, Schaf- und Taubenverkäufer die Wechsler die Jünger Jesu
1.3 Orte/Gegend
In Jerusalem im Tempelbezirk/Vorhof
1.4 Zeit
Am Anfang der Wirkungszeit des Herrn Jesus (28 n. Chr.), vor dem Passah. Dies war die erste Tempelreinigung (vgl. Mt 21,12-17; Mk 11,15-19; Lk 19,45-48). Wahrscheinlich gab es zwei Tempelreinigungen, denn die Berichte unterscheiden sich voneinander.
14
Lektion V 53 54 Johannes schrieb seine Darstellung als Ergänzung zu den anderen Berichten. Die erste Reinigung überrumpelte die Menschen völlig; die zweite, etwa drei Jahre später, war einer der unmittelbaren Gründe für den Tod Jesu.
1.5 Begriffserklärungen
▪▪ V. 13: Passah = Das Wort ist abgeleitet von einem Zeitwort mit dem Sinn: etwas unberührt lassen. Als der Herr in Ägypten alle Erstgeburt tötete, hat er die Israeliten „übersprungen“, also verschont (2Mo 12). Als ständige Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten wurde deshalb im Gesetz die jährliche Wiederholung des Passahfestes angeordnet. ▪▪ V. 13: hinauf nach Jerusalem = Die Stadt liegt etwa 800 m hoch. ▪▪ V. 14: Tempel = Heiligtum des Herrn, Haus Gottes. Der erste Tempel wurde von Salomo erbaut und löste damit die Stiftshütte ab. Dieser wurde im Jahr 586 v. Chr. durch die Chaldäer zerstört. Nach der Gefangenschaft wurde der Wiederaufbau unter Serubbabel begonnen. Der neue Bau war aber kein gleichwertiger Ersatz für den prachtvollen Tempel Salomos. Später kam es unter den wechselnden Herrschern in Israel zu Entweihungen und Plünderungen. 165 v. Chr. ließ Judas Makkabäus den Tempel wiederherstellen und neu weihen. Dieses Tempelweihfest wurde seitdem jährlich begangen und wird im Johannesevangelium erwähnt. Herodes d. Gr. (König in Juda 37 v. Chr. – 4 v. Chr.) begann einen völligen Umbau und Neubau des Tempels, um die Juden für sich zu gewinnen. Die Arbeiten begannen vermutlich 20 v. Chr. Der eigentliche Tempel war nach 1 – 2 Jahren fertig, die Errichtung und Ausschmückung der Außenhöfe dagegen dauerte noch viele Jahre. Insgesamt wurde 46 Jahre an dem Tempelkomplex gebaut. Der Tempelbezirk hatte eine Gesamtfl äche von 144 000 m². Das entspricht etwa 19 Fußballfeldern. Auf dieser Fläche sollen bis zu 400 000 Pilger Platz gefunden haben. Im Zentrum des Platzes lag das Tempelhaus mit Heiligem und Allerheiligstem, die Wohnstätte Gottes. Davor befanden sich der Vorhof der Priester, der Vorhof der Israeliten und der Vorhof der Frauen. Im Vorhof der Heiden fand der Handel statt. Der nur für Juden zugängliche „innere Bezirk“ des Tempels war durch eine niedrige Mauer vom Vorhof der Heiden getrennt. Zum Tempel kamen die Juden, um zu beten und zu opfern. Das entsprach den Anweisungen Gottes. In 5Mo 12,11 fordert er sein Volk auf: „Die Stätte, die der HERR, eurer Gott, erwählen wird, seinen Namen dort wohnen zu lassen, dahin sollt ihr alles bringen, was ich euch gebiete: eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, euren Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und all das Auserlesene eurer Gelübde, die ihr dem HERRN geloben werdet.“ ▪▪ V. 14: Ochsen-, Schaf- und Taubenverkäufer = Wer nach dem Gesetz sein Opfer darbringen wollte, brauchte dazu das vorgeschriebene Tier: • Ochse (Rind, Stier): Dieser gehörte zu den „reinen“ Tieren und wurde für verschiedenste Opfer verwendet, z. B. als Brandopfer, Heils- und Friedensopfer. • Schaf: war für jede Art von Opfern verwendbar (3Mo 12,6-8; 14,10; 4Mo 15,3). • Tauben: Sündopfer der armen Leute (3Mo 5,7), als Reinigungsopfer des Armen nach der Heilung vom Aussatz (3Mo 14,22), als Reinigungsopfer einer Mutter nach der Geburt (3Mo 12,6.8; Lk 2,24).
15
Lektion V 54 53 Da viele Juden zum Passahfest eine lange Reise zurücklegen mussten, konnten sie ihre Tiere nicht mitnehmen, sondern kauften sie vor Ort. Aus dieser Notwendigkeit heraus war ein blühender Handel entstanden. Die Priesterschaft griff dagegen nicht ein, denn die Händler mussten für ihre Stände Gebühren an den Tempel abführen. Selbst der Talmud klagt über „die Kaufhalle der Söhne Hannas“ (Priesterfamilie). ▪▪ V. 15: Geißel = hier aus Stricken, nicht wie bei den Römern mit Bleikugeln oder Knochen bestückt. ▪▪ V. 15: Wechsler = Sie betrieben sogenannte „Wechselstuben”, da die von volljährigen, männlichen Israeliten zu zahlende Tempelsteuer in der alten israelitischen Währung entrichtet werden musste (Mt 17,24). Wer aus dem Ausland kam, war nicht im Besitz dieser Währung. Diese Umstände hatten sich geschäftstüchtige Händler zunutze gemacht. Beim Umtausch erhoben sie ein entsprechendes Aufgeld, das ein viertel Denar betragen haben soll (1 Denar = Tageslohn). ▪▪ V. 17: Eifer = Aus dem Handeln des Herrn Jesus wird eine „heilige Eifersucht“ für Gott deutlich. Er war erregt, weil es ihm um die Ehre seines Vaters ging. Die Menschen hatten Gottes Heiligkeit missachtet. An die Stelle von Anbetung waren Betrug, Feilschen und Gewinnoptimierung getreten. ▪▪ V. 17: „Seine Jünger gedachten daran“ = Als die Jünger sahen, was geschah, erinnerten sie sich an Psalm 69,9, in dem vorausgesagt wurde, dass, wenn der Messias käme, er regelrecht vom Eifer für Gott „verzehrt“ würde. ▪▪ V. 18: die Juden = Gemeint sind die Priester, die die Tempelaufsicht hatten. ▪▪ V. 19: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“ = Die Symbolik dieser Aussage haben die Zuhörer nicht verstanden. Später wird diese Aussage in der Anklage vor dem Hohen Rat von gekauften Zeugen verfälscht zitiert (Mt 26,61). Jesus hat nicht gesagt, er könne oder er wolle „diesen Tempel“ niederreißen, sondern er deutet an, dass es seine Gegner tun („brecht diesen Tempel ab“). Und indem es seine Gegner tun, werden sie das Zeichen bekommen, nach dem sie fragen: nämlich in Gestalt seiner Auferstehung. ▪▪ V. 21: „von dem Tempel seines Leibes“ = erstmalig bringt der Herr Jesus den Tempel mit seinem Leib in Verbindung. Beides sind „Orte“ der Gegenwart des heiligen Gottes.
2. Ziele ▪▪ ▪▪
Die Pflege der Beziehung zu Gott ist das Wichtigste! Gottesdienste, besondere Orte und Gewohnheiten können uns dabei helfen, niemals zu vergessen, wer Gott ist und dass er uns liebt.
16
Lektion V 53 54 3. Vorschläge zur Durchführung 3.1. Vorüberlegungen zur Situation des Kindes
Jesus geht in den Tempel, den irdischen Wohnort seines himmlischen Vaters, weil er eine enge Beziehung zu seinem Vater hat. Vorschulkinder erleben erste Freundschaften. Diese Erfahrungen (ich bin für jemanden wichtig, ich fühle mich bei dem Freund wohl und möchte dem anderen nah sein, ich kann Freude und Leid teilen …) können wir aufgreifen, damit die Kinder ihre Verbindung mit Gott auch als Freundschaft sehen können. Dieser Zugang wird ihnen helfen, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen. Leben und Beziehung brauchen Pflege, einen Rahmen und Rhythmus. Besondere Orte und Gewohnheiten können uns helfen, unsere Beziehung zu Gott zu pflegen, aber sie sollen uns nicht von ihm ablenken.
3.2 Einstiegsmöglichkeiten (1) 3.2.1 Der Mitarbeiter benutzt eine Handpuppe, und diese fragt die Kinder: „Ich möchte so gerne einen Freund haben. Jemanden, mit dem ich reden kann, der mit mir spielt und der Zeit für mich hat. Wisst ihr, wo man einen Freund kaufen kann?“ Ein Gespräch mit den Kindern führen, was Freunde sind und wie man welche bekommt. Dann zur Geschichte überleiten: Jesus hat jemanden, mit dem er über alles reden kann – seinen Vater im Himmel. 3.2.2 Wir legen nacheinander Gegenstände, die später zur Veranschaulichung dienen, in die Mitte und benennen sie: Ochsen, Schafe, Tauben, Frau, Mann, Kind (Playmobil o. Ä.) Geld, Bauklötze … Dann decken wir ein Tuch darüber und nehmen ein Teil weg. Das Tuch wird weggenommen und die Kinder raten, was fehlt. Mehrmals wiederholen und dann zur Geschichte überleiten.
3.3 Durchführung (1)
Wir schlagen vor, die Geschichte in der ersten Stunde mit Gegenständen zu erzählen (grünes oder braunes Tuch für die Landschaft, Bild vom Tempel (V 54-01.jpg) oder Modell (Möckmühler Bastelbogen), Bauklötze, Ochsen, Schafe, Tauben, Menschen. In der zweiten Stunde kann die Geschichte mit Bildern wiederholt und vertieft werden. 1. Schritt: Der Tempel – das Haus Gottes (Wir beginnen die Geschichte, indem wir vom Tempel erzählen. Dafür legen wir ein grünes oder braunes Tuch in die Mitte und stellen ein Bild vom Tempel (V 54-01.jpg) oder ein Modell des Tempels darauf. Alternativ stellen wir den Tempel aus Bauklötzen dar.) Der Tempel ist das Haus von Gott. Jesus ist besonders gerne hier. Wisst ihr, warum? Gott ist sein Vater. Er hat ihn lieb. Hier nimmt er sich viel Zeit, um mit ihm zu reden. So wie ihr gerne mit eurem Freund redet und mit ihm zusammen seid. Stellt euch vor: Im Tempel wird es etwas Besonderes geben. – Es wird ein Fest für Gott gefeiert! Es kommen viele verschiedene Leute. Sie wollen singen und Gott Opfer bringen. (Je nach Alter der Kinder Opfer kurz erklären: um sich bei Gott für etwas zu bedanken und oder um Vergebung für Sünden zu bitten.)
17
Lektion V 54 53 2. Schritt: Im Tempel Gottes geht es drunter und drüber Als der Herr Jesus in den Vorhof des Tempels kommt, sieht er großes Gedränge: Überall sind Tiere. Ochsen stampfen mit ihren Hufen, Schafe blöken, Tauben flattern in kleinen Käfigen. Die Menschen, die zum Tempel kommen, um zu opfern und zu beten, werden von den Verkäufern angesprochen. Sie rufen: „Kauft! Kauft Tiere für das Opfer!“ Sogar die Geldwechsler sind da. (Nacheinander die Tiere und Verkäufer zum Tempel stellen.) Alle sind beschäftigt mit Kaufen und Verkaufen. Viele Besucher brauchen zwar ein Opfertier, aber die Händler verlangen viel zu hohe Preise. Was für ein Haus ist der Tempel? Ist er dafür da, dass Menschen Geld verdienen, wenn andere zu Gott wollen? (Die Kinder nochmal wiederholen lassen, was der Tempel für ein besonderes Haus ist.) 3. Schritt: Der Herr Jesus greift ein und stellt die Ehre Gottes wieder her Das Haus Gottes ist für die Gottesdienste da (Lieder singen, beten, von Gott hören) und nicht, um zu verkaufen und zu kaufen. Mit dem, was viele Leute hier tun, beleidigen sie Gott. Sie denken nicht an ihn, sondern nur an das Geld. Der Herr Jesus nimmt ein paar Stricke, flicht sie zu einer Peitsche zusammen und ruft: „Gott hat gesagt, der Tempel soll ein Ort sein, an dem die Menschen mit Gott reden können. Was habt ihr daraus gemacht?“ Mit erhobener Hand weist er die Verkäufer zum Tor. Keiner wagt es, sich ihm zu widersetzen. Die Tiere werden eilig hinausgetrieben, den Geldwechslern stößt er die Tische mit ihrem Geld um, den Taubenverkäufern gebietet er: „Fort mit euch! Macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!“ (Die Figuren wegnehmen!) 4. Schritt: Der Herr Jesus kennt die Gedanken und deckt sie auf Der Herr Jesus weiß, dass die Händler nicht im Tempel sind, weil sie Gott lieb haben, sondern weil sie viel Geld verdienen wollten. Das sind keine echten Freunde von Gott. Echte Freunde wollen miteinander reden und gemeinsam Zeit verbringen. Wie können wir Gott zeigen, dass wir ihn lieb haben? (Wir reden mit ihm und sagen ihm alles, was uns beschäftig, wir singen Lieder für ihn.) Der Mitarbeiter fragt die Kinder, welches Lied zusammen gesungen werden soll.
3.4 Zur Festigung (1) 3.4.1 Wir singen mit den Kindern ein Lied. Dabei zündet der Mitarbeiter in der Mitte eine Kerze an (ggf. zur Sicherheit vorher Wassereimer bereitstellen). Nach dem Lied die Kinder einladen, ruhig zu werden. Gemeinsam überlegen, was wir im Gebet Gott sagen wollen. Die Kinder ermutigen, mit Gott zu sprechen. 3.4.2 Wir erklären den Lernvers und lernen ihn gemeinsam (siehe 4.). 3.4.3 Spiel: Wir reisen nach Jerusalem Die wenigsten Besucher der großen Feste wohnten in Jerusalem. Sie reisten aus dem ganzen Land und sogar aus anderen Ländern an. Damals waren die Leute mit einem Esel, einem Schiff oder zu Fuß unterwegs. Die Kinder stehen frei im Raum und wir sagen: „Wir reiten auf einem Esel.“ Die Kinder gehen nun im Raum umher und bewegen sich während es Gehens auf und ab, als würden sie auf einem Esel reiten. „Wir gehen auf einer geraden Straße.“ Die Kinder laufen normal. „Wir laufen einen Berg hoch.“ Die Kinder stapfen mit langsamen, schweren
18
Lektion V 53 54 Schritten. „Wir fahren auf einem Segelschiff.“ Sie blasen die Backen auf und pusten wie der Wind, beim Gehen schwanken sie von links nach rechts …
Für die zweite Stunde 3.2 Einstiegsmöglichkeiten (2) 3.2.1 Tiergeräusche raten Im Internet kann man Tiergeräusche runterladen, die spielen wir den Kindern vor und lassen sie raten, welche Tiere das sind. Dann leiten wir zur Geschichte über: „Wisst ihr noch, wo Tiere zu hören waren, obwohl es dort eigentlich ruhig sein sollte?“ 3.2.2 Rollenspiel: Tiere verkaufen An verschiedenen Stellen im Gruppenraum bauen wir „Verkaufsstände“ auf, indem wir Spieltiere (Playmobil o. Ä.) und Spielgeld auslegen. Wir beginnen, die Tiere zum Verkauf anzubieten, und fragen, wer Verkäufer und wer Käufer sein möchte. Es entwickelt sich ein kurzes Rollenspiel. Dabei darf es auch laut und chaotisch zugehen.
3.3 Durchführung (2) 3.3.1 In der zweiten Stunde kann die Geschichte mit Bildern wiederholt und vertieft werden (V 54-02-12.jpg). Für den Einsatz der Figurenvorlagen eignet sich auch die „Bühnenkiste“ (siehe Anhang). Dazu wird die Geschichte in den gleichen vier Schritten erzählt wie bei Durchführung 1. Dabei kann man die Kinder mit einbeziehen, indem zwischendurch Fragen gestellt werden: ▪▪ Warum geht Jesus zum Tempel? ▪▪ Was wurde auf dem Tempelplatz verkauft? ▪▪ Was tat Jesus mit den Verkäufern? ▪▪ Warum war Jesus so ärgerlich? ▪▪ … 3.3.2 Der Mitarbeiter fertigt mithilfe des Möckmühler Bastelbogens ein Modell des Tempels zur Zeit Jesu an. Anhand dieses Tempels kann die Geschichte wiederholt werden (u. U. können zusätzlich Halmafiguren benutzt werden). 3.3.3 Wenn der Einstieg mit dem Rollenspiel gemacht wurde (siehe 3.2.2), kann dies weitergeführt werden, indem der Mitarbeiter die Rolle des Erzählers übernimmt und die Kinder die Geschichte spielen. Dabei kann besonders der Schwerpunkt auf „vorher laut und chaotisch“ und hinterher „leise und geordnet“ gelegt werden. Bibelvers (siehe 4.) anschließen.
19
Rechtzeitig bestellen
Lektion V 54 53 3.4 Zur Festigung (2) 3.4.1 Die „Ruhe-Zeit“ unter 3.4.1 (1. Stunde) wiederholen. Mit den Kindern überlegen, wo sie zu Hause solche Zeiten und Orte finden. 3.4.2 Wir gehen gern in die Gemeinde, denn wir haben den Herrn Jesus lieb. Dort singen wir schöne Lieder von Gott, wir beten zu ihm und hören Geschichten aus der Bibel. Die Vorlage vom Gemeindehaus (V 54-13.jpg) auf Kopierkarton (160 g) und die Bilder vom Gottesdienst (V 54-14.jpg) auf weißes Papier ausdrucken. Die Kinder malen die Bilder bunt. Anschließend werden sie ausgeschnitten. Der Mitarbeiter sollte mit einem Bastelmesser die Fenster und die Gemeindetür entlang den gestrichelten Linien einschneiden, sodass sie geöffnet werden können. Das Bild von der Familie wird hinter die Tür, das Bild der Kinder hinter die Fenster geklebt.
4. Vorschlag zum Bibelverslernen
Wir verteilen uns im Raum und sprechen den Vers gemeinsam, dann lernen wir ihn mit Gestik: Gott ist nicht = wir verneinen mit dem Kopf ein Gott der Unordnung = wir finden uns im Kreis zusammen und fassen uns an den Händen sondern des Friedens = wir legen die Arme über die Schultern des linken und rechten Nachbarn
20