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DR. DAVID YONGGI CHO

GEISTLICHE LEITERSCHAFT FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert Dr. David Yonggi Cho

Copyright © 2002, Dr. David Yonggi Cho Copyright © 2015, der deutschen Ausgabe, William Carey Verlag ISBN 978-3-944108-71-1 $XÀDJH $XJXVW Orginaltitel: Spiritual Leadership for the New Millenium Bibelstellen der deutschen Version wurden in aller Regel der Elberfelder Übersetzung entnommen. Übersetzung: Christiane Reichert, Markus Rapp Cover: Albrecht Fietz, Image Design Coverbild: © Dr. David Yonngi Cho Satz & Layout: Riccardo Meusel, www.buchlayout.net Druck: CPI books GmbH Christus für Europa e.V. Berliner Straße 1 16356 Werneuchen 033398-918771 Kontakt: info@christusfuereuropa.de www.christusfuereuropa.de www.wcvshop.de


Inhaltsverzeichnis Vorwort

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1.

Glauben

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2.

Der Heilige Geist

17

3.

Göttliche Heilung

35

4.

Das Evangelium

41

5.

Der geistliche Bereich

45

6.

Die Botschaft Gottes predigen

59

7.

Unsere geistige Haltung und Gottes Werk

71

8.

Probleme und Widrigkeiten überwinden

77

9.

Gehorsam

81

10.

Das kreative Leben

85

11.

Diszipliniertes Selbst-Training

99

12.

Geistliche Leiterschaft

111

13.

Der Wille Gottes

131

14.

Der demütige Diener

141

15.

Geduld und Ausdauer

145

16.

Hingabe

149

17.

Ruhe und Erholung

153

18.

Drei Dinge für Ihren Dienst

159

19.

Die Bedeutung klarer Ziele

165

20.

Liebe und Segen

169


Vorwort „Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, und beide bleiben zusammen erhalten.“ (Matthäus 9,17) Das 21. Jahrhundert, von dem viele prophezeit haben, dass es gewaltige Veränderungen über die Menschheit bringen wird, ist angebrochen. Damit das Reich Gottes weiterhin auch im 21. Jahrhundert expandieren kann, müssen die Gemeinden gemäß Gottes Willen transformiert werden. Die heutigen Veränderungen in der Welt geschehen mit atemberaubender Geschwindigkeit. Wenn die Kirche statisch und unbeweglich bleibt, dann wird sie den Nöten der Welt nicht gewachsen sein, und wird auch nicht wahrhaft das Salz und das Licht für diese neue Generation sein können. Diejenigen, die die führende Rolle in dem Veränderungsprozess der Gemeinde spielen, sind die Pastoren und Diener Gottes. Nur Veränderungen in den Dienern Gottes können zu Veränderungen in den Gemeinden führen. Eine echte Transformation beginnt mit der Veränderung unserer Gedanken. In Römer 12,2 sagt der Apostel Paulus: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Denkens, damit ihr zu prüfen vermögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Nur wenn die Diener Gottes den Einfluss durch den Geist der Welt in dieser Generation verschmähen, und durch die Erneuerung ihres Denkens transformiert werden, werden sie in der Lage sein, den Willen Gottes zu unterscheiden – was Er für gut und wohlgefällig ansieht. Wenn die Diener Gottes auf gottgefällige Weise transformiert werden, dann werden auch die Christen, die von ihnen beeinflusst werden, selbst durch einen Prozess der Transformation gehen und lernen, siegreich und erfolgreich im 21. Jahrhundert zu leben. Christus hat uns gesagt, dass wir neuen Wein in neue Weinschläuche schütten müssen. Damit wir in der Lage sind, die neue Botschaft Gottes zu hören, die Er einer neuen Generation in einem neuen Jahrtausend 5


DR. DAVID YONGGI CHO geben will, müssen wir zuerst unsere alten Denkweisen und Sichtweisen zerbrechen und überwinden, und von Gott transformiert werden. In den letzten 40 Jahren meines Dienstes habe ich täglich meine Ohren auf das Hören der Stimme Gottes ausgerichtet, durch eine intime und enge Beziehung mit dem Heiligen Geist. Ich habe ständig danach getrachtet, mich selbst gemäß dem Willen Gottes zu transformieren. Das Ringen um solch eine Transformation ist keine leichte Sache. Es kann sich jedoch niemand leisten, nicht transformiert zu werden, in dem er unverändert und statisch in dieser sich ständig verändernden Welt bleibt. Das 21. Jahrhundert erfordert von uns mehr Veränderungen als jemals zuvor. Ich habe dieses Buch zusammengestellt, um Männern und Frauen Gottes dabei zu helfen, fähige Leiter zu werden, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sind. Dieses Buch ist an alle Diener Gottes und geistlichen Leiter gerichtet. Ich bete, dass der Heilige Geist denen dabei hilft, die dieses Buch lesen, fähige Leiter in diesem neuen Jahrhundert zu werden.

Juni 2002 Yoido Full Gospel Gemeinde Dr. David Yonggi Cho

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Kapitel 1

Glauben Der Glauben Gottes

F

ür das jüdische Volk begann die Gebetszeit nachmittags um 15:00 Uhr. Wenn es Zeit zum Gebet war, unterbrachen alle Juden ihre Arbeit und machten sich auf den Weg zum Tempel. In Apostelgeschichte Kapitel 3, als Petrus und Johannes zum Gebet in den Tempel gingen, trugen ein paar Leute einen gelähmten Mann auf einer Bahre und legten ihn am Eingang des Tempels nieder. Als der Gelähmte Petrus und Johannes sah, begann der Gelähmte nach ihnen zu rufen. Petrus sagte zu ihm: „Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir.“ Darauf befahl er ihm: „Im Namen Jesus Christus von Nazareth, gehe umher!“ (Apg. 3,6). Als Petrus diese Worte gesprochen hatte, ergriff er die rechte Hand des Mannes und stellte ihn auf seine Füße. Durch ein Wunder Gottes erhielt dieser Mann wieder die Kontrolle über seine Füße und Beine. Danach hüpfte er umher und lobte Gott. Es gibt eine Sache, die wir in diesem Bericht der Bibel besonders beachten müssen. Wir sollten nicht so einfältig sein und denken, dass wir nur einem verkrüppelten Mann befehlen müssen, „Im Namen Jesus von Nazareth, stehe auf und gehe umher“, und das dies ausreichen wird, um ein Wunder zu bewirken, so dass der verkrüppelte Mann wieder laufen kann. Ein koreanischer Pastor, mit Namen Ik-doo Kim, ging einmal auf einen Marktplatz und sah auf der Straße einen verkrüppelten Mann umhergehen. Pastor Kim brachte den Mann in eine Nebenstraße. Er schaute sich darauf in alle Richtungen um, um sicherzugehen, dass ihn niemand beobachten würde, und rief dann: „Silber und Gold habe ich 7


DR. DAVID YONGGI CHO nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesus Christus von Nazareth, gehe umher.“ Als Nächstes ergriff er die rechte Hand des verkrüppelten Mannes und versuchte, ihn auf seine Füße zu stellen. Der verkrüppelte Mann war jedoch mit dem Pastor in die Nebenstraße gegangen, weil er eine großzügige Geldspende erwartete. Nachdem sich der Pastor so verrückt und absurd aufgeführt hatte, schubste der Mann den Pastor zur Seite, hob Steine vom Boden auf, bewarf ihn damit, während er ihn die ganze Zeit beschimpfte. Der Pastor wurde kreidebleich, trat die Flucht an und betete: „Beine, lasst mich jetzt nicht im Stich.“ Nach diesem Ereignis fragte er sich: „Petrus konnte dies tun, warum klappte es bei mir nicht?“ Petrus sagte zu der Menge: „Durch den Glauben an den Namen Jesus wurde der Mann, den ihr kennt und seht, geheilt. Es ist der Name Jesus und der Glaube, der durch ihn wirkt. Dieser hat ihm diese vollkommene Heilung gegeben, wie ihr alle sehen könnt“ (Apg. 3,16). Petrus hatte etwas Besonderes, denn er hatte echten Glauben, der durch Jesus kommt. Jesus sagte Seinen Jüngern: „Habt Glauben an Gott. Ich sage euch die Wahrheit, wenn jemand zu diesem Berg spricht: ‚Geh, wirf dich ins Meer‘ und zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschehen wird, so wird es für ihn getan werden“ (Markus 11,22-23). Diese Worte, habt Glauben an Gott, bedeuten im Griechischen wörtlich, habt den Glauben Gottes. Einen Berg ins Meer zu werfen kann nicht durch menschlichen Glauben geschehen, also durch einen Glauben, der vom Menschen kommt. Dies kann nur durch göttlichen Glauben geschehen. Dies ist ein Glauben, den Gott in das menschliche Herz legt. Der verkrüppelte Mann konnte nicht durch den Glauben von Petrus aufstehen, sondern durch den Glauben, den Jesus in das Herz von Petrus gab. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Glauben, der seinen Ursprung im Menschen selbst hat, und einem Glauben, der von Gott kommt. Wenn eine Person glaubt und bestimmte Dinge erwartet, dann wird das Ergebnis, gemäß der Stärke seines Glaubens unterschiedlich sein. Wenn sich jedoch der Glauben manifestiert, der von Gott gegeben wird, dann werden die Wunder Gottes auf jeden Fall geschehen. Weil der 8


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert von Gott kommende Glaube eine schöpferische, dynamische Kraft hat, wird das Wunder erfolgen. Aus diesem Grund sollten wir den menschlichen Glauben nicht mit dem Glauben verwechseln, der von Gott kommt. Wenn wir im Gebet unseren eigenen Glauben mit dem Glauben, der von Gott kommt, verwechseln, dann werden wir keine Wunder erleben. Wenn wir jedoch mit dem Glauben Gottes, der von Gott gegeben wird, für die Kranken beten, werden Wunder geschehen. Genauso ist es, wenn ich für die Kranken bete. Mein Gebet für die Kranken heilt nicht unbedingt alle, für die ich bete. Die letztendliche Heilung untersteht der Autorität und der Entscheidung Gottes. Manchmal will Gott nicht, dass eine bestimmte Person zu einem bestimmten Zeitpunkt geheilt wird. Zu dieser Zeit will Gott vielleicht, dass die Familie durch diese Person zu Christus kommt, Buße tut und Errettung empfängt. Wenn Gott gemäß Seinem Willen die Kranken heilen will, dann verkünde ich: „Diese und jene Krankheit heilt der Herr gerade jetzt.“ In der Bibel steht: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet, durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“(Epheser 2,8). Unsere Errettung, die uns durch Glauben gegeben wurde, kommt nicht aus uns selbst, sondern sie ist eine Gabe Gottes, die von Gott kommt. Wenn wir einen Ungläubigen mit der biblischen Botschaft bombardieren, führt das diese Person nicht zwangsläufig zu Christus. Stattdessen ist es viel effektiver, wenn wir unser Zeugnis von Jesus mit dem Gebet begleiten, dass der Heilige Geist mit Seiner Kraft wirkt und dem Ungläubigen das Geheimnis des Glaubens offenbart. Gott gibt jedem Gläubigen ein Maß des Glaubens. Die Kraft, die Gottes schöpferische Kraft ist, kommt nicht von uns oder von unserem Glauben. Wenn wir mit unserem begrenzten Glauben auf Gott warten, dann kann der Glaube Gottes auf uns kommen, der uns die Grundlage gibt, Gottes Wunder geschehen zu sehen. Gott verleiht nicht jedem Menschen solch einen machtvollen Glauben, und Er tut dies aus einem guten Grund. Ich kenne einen amerikanischen Pastor, Dr. Price, der berühmt ist für die vielen göttlichen Heilungen, die durch seinen Dienst geschehen. Während er in einem Gottesdienst für die Kranken betete, brachte eine 9


DR. DAVID YONGGI CHO Frau ihre Tochter zu ihm, die wie eine niedliche kleine Puppe aussah. Ihre Beine waren sehr schwach und sie konnte kaum laufen. Als der Pastor betete und seine Hände auf das Mädchen legte, spürte er, wie ihn sein Glaube plötzlich verließ. Weil er sich unwohl dabei fühlte, nahm er seine Hände von ihren Beinen weg. Dann spürte er, wie er wieder mit Glauben erfüllt wurde. Er betete darauf erneut für das Mädchen und legte seine Hände auf ihren Kopf. Aber wieder verließ ihn sein Glauben. Er fragte die Mutter: „Schwester, wann immer ich meine Hände auf Ihre Tochter lege, verlässt mich mein Glaube. Gehen sie regelmäßig in die Gemeinde?“ Als er diese Frage gestellt hatte, wurde das Gesicht dieser Frau ganz blass und sie sagte: „Ich habe vor langer Zeit aufgehört, in eine Gemeinde zu gehen und gehe stattdessen zu den Schamanen.“ Wenn Gott Dr. Price Seine vollkommene Heilungskraft verliehen hätte, dann hätte er das Mädchen an diesem Tag geheilt und die Mutter wäre weiter zu den Schamanen gegangen. Wenn dieses Wunder geschehen wäre, dann wäre diese Frau nie eine hingegebene Christin geworden. Als Dr. Price spürte, wie sein Glaube ihn verließ, während er dem Mädchen seine Hände auflegte, da entdeckte er, dass die Mutter des Mädchens zu den Schamanen ging, und so konnte er diesen Fehler der Mutter korrigieren. Als Dr. Price sie ermahnte, Buße von dieser Sünde zu tun, da fing die Mutter an zu weinen und sie bekannte ihre Sünden. Danach konnte Dr. Price seine Hände auf die Tochter der Frau legen und sofort floss göttliche Heilung durch den Körper des Mädchens. Es ist eine gute Sache, dass Gott uns nicht alles sofort gewährt, was wir wollen. Er gewährt uns nur das, was wirklich gut für uns ist. Was sollten wir daher tun, um den Glauben Gottes zu empfangen?

1. Wir müssen umkehren und Buße tun. Wir müssen Buße tun, von all unserem Ungehorsam, unserer Rebellion und unserer Unfähigkeit, nach Seinem Wort zu leben. Viele bemühen sich, Gottes Segen zu empfangen und sind gleichzeitig blind für ihre Sünden. Es ist allerdings völlig unmöglich, auf diese Weise den Segen Gottes zu erhalten. Wir müssen zuerst Buße tun und unser Denken und unsere Haltung verändern. 10


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert

2. Wir müssen unser Leben Gott geben. Unsere Haltung muss sein: „Vater, es geschehe gemäß deinem Willen, nicht gemäß meinem Willen.“ Wenn wir diese Haltung haben, dann fragt Gott uns: „Bist du auch bereit, für andere Menschen um Heilung zu beten, wenn Ich dich nicht sofort heile?“ Mit anderen Worten: Es gibt einen Glauben, der nur dann glaubt, wenn Gott uns Segnungen gibt, der aber schnell zusammenbricht, wenn Er uns diese Segnungen nicht sofort gibt. Aber der Glaube, der Gott gefällt, ist bei dem zu finden, der mit ganzem Herzen Gott gehorsam ist, und der sagt, „wenn es nur der Wille Gottes ist, dann ist es mir egal, ob ich wohlhabend bin oder nicht, ob ich lebe oder sterbe.“ Wenn wir solch eine Haltung des Gehorsams Gott gegenüber haben, dann können wir den Glauben Gottes empfangen.

3. Wir müssen Geduld haben. Um Gottes Segnungen empfangen zu können, die unseren Körper und unsere Umgebung positiv beeinflussen, müssen wir zuerst unser geistliches Problem lösen. Um den Glauben Gottes empfangen zu können, müssen wir zuerst Buße von unseren Sünden tun. Zweitens geben wir unser Leben Gott rückhaltlos hin. Drittens, müssen wir auf Gott warten, bis Er uns Seinen Glauben gibt. Zum Beispiel muss ein kranker Mann, der göttliche Heilung empfangen möchte, zuerst seine Sünden bekennen und Buße davon tun. Danach muss er sein Leben Christus unterordnen und schließlich muss er auf Gottes Wunder warten. Ein gutes Beispiel ist die Frau mit dem Blutfluss, die sich mit ihrem Glauben aufmachte, indem sie bekannte, dass sie geheilt werden würde, wenn sie nur den Saum von Jesu Gewand berührt. Weil sie sich im Glauben aufmachte, fügte Gott Seinen Glauben hinzu, so dass Seine Kraft in ihren Körper floss und ihr eine vollständige Heilung schenkte. Wenn der Glaube Gottes in unser Herz kommt, dann werden wir durch Gottes Wunder geheilt. Wenn wir geduldig auf den Herrn im Gebet warten, dann wird Er nicht nur unsere Krankheiten heilen, sondern wir werden auch materiell gesegnet und Lösungen für unsere anderen Probleme empfangen. 11


DR. DAVID YONGGI CHO Geduldiges Warten auf Gott in der Stille ist absolut notwendig. Wenn wir einfach nur herumlaufen und behaupten, den Willen Gottes zu tun, ohne aber den Glauben Gottes empfangen zu haben, dann werden wir keine Frucht bringen, ganz gleich wie hart wir arbeiten. Wenn wir jedoch geduldig auf Gott warten, nachdem wir gebetet haben, um den Glauben Gottes zu empfangen, um dann das zu tun, was Gott uns gezeigt hat, dann wird dies viel Frucht hervorbringen. Darum ist es mein Gebet, dass Sie als geistlicher Leiter unbedingt den Glauben Gottes empfangen, um das Werk des Herrn auszufĂźhren.

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Das Maß des Glaubens Um Jesus Christus bekennen zu können, sollten Pastoren mit Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft und aus allen sozialen Schichten Kontakt haben. Dann können wir mit ihnen reden und ihnen unseren Rat geben. Dies birgt allerdings die Gefahr, dass der Pastor denkt, dass er nicht nur die Bibel sehr gut kennen sollte, sondern auch in allen anderen Bereichen des Lebens Bescheid wissen sollte. Wenn ein Pastor jedoch zu viel Zeit damit verbringt, sich über Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaftsfragen zu informieren, dann kann er sein Bibelstudium vernachlässigen, was aber seine Priorität sein sollte. Wenn ein Diener Gottes in diese Falle gerät, dann wird er in allen anderen Bereichen uneffektiv. Diener Gottes sind besondere Menschen, die von Gott auserwählt wurden, um das Evangelium zu verkündigen. Die erste Priorität eines jeden Dieners Gottes muss das Wort Gottes sein und der völlige Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist. Wenn der Pastor in seinem Dienst nicht der Stimme des Heiligen Geistes folgt, sondern humanistischen Ideen, dann kann er nur versagen. Deshalb sollte ein Pastor vor allen Dingen ein Experte der Lehre des Wortes und des Predigens des Evangeliums sein, anstatt in weltlichem Wissen. Wenn Gott seine Diener erwählt, dann ist es nicht Sein Ziel sie zu Alleswissern zu machen. Wenn Gott eine Person in Seinen Dienst beruft, dann will Er, dass sie Ihm gemäß dem Maß ihres Glaubens dient. Darum sollte ein Diener Gottes weise sein und Gott gemäß seinem Maß des Glaubens gehorchen. Der Apostel Paulus sagt in Römer 12,3: „Ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei, wie Gott jedem das Maß des Glaubens zugeteilt hat.“ Schon vor der Erschaffung dieser Welt hat Gott uns zu Seinen Dienern erwählt und unseren Weg in Christus vorbereitet (Epheser 1,4-5; Jeremia 1,5). Aus diesem Grund wäre es ein großer Fehler, wenn ein Diener Gottes einfach seinen eigenen Weg wählt, und dabei den Zweck verfehlt, für den Gott ihn berufen hat. Wenn ein Diener Gottes Seine Berufung treu erfüllt, dann wird Gott ihn anerkennen und segnen. 13


DR. DAVID YONGGI CHO Als ich vierzig Jahre alt wurde, hatte ich die Idee, dass ich neben meinem geistlichen Dienst mein früheres Studium wieder aufnehmen und eines Tages ein Professor werden sollte. Als ich betete, hörte ich Gott sagen: „Jetzt bist du über vierzig Jahre alt. Ich möchte, dass du den Rest deines Lebens Pastor bist. Ich will nicht, dass du Professor wirst. Du bist ein Pastor. Deshalb widme dich voll und ganz nur deinem Dienst. Studiere eifrig die Bibel, damit du dich gut um die Herde kümmern kannst, die Ich dir anvertraut habe. Dies ist deine Pflicht.“ Seitdem ich diese Worte von Gott gehört habe, habe ich mich noch mehr dem Studium des Wortes Gottes und der Fürsorge für die Gemeinde hingegeben. Dies hatte zur Folge, dass Gott mich sehr gesegnet hat. Eine habgierige Person wird sein Leben leicht damit verschwenden, der trügerischen Gier nach Geld und Besitz nachzujagen. Es gibt ein Maß des Glaubens, das Gott jedem gegeben hat. Viele Leute jedoch, die von Gier getrieben werden, laufen hierhin und dorthin, um alles zu kriegen, nur um am Ende nichts vorweisen zu können und ein leeres Leben zu haben. Deshalb sollte jeder ernsthaft über die Frage nachdenken: „Wozu hat Gott mich berufen?“ Sie sollten sich von ganzem Herzen entscheiden, nur das zu tun, wozu Gott Sie berufen hat. Wenn Gott Sie als Lehrer berufen hat, sollten Sie von ganzem Herzen lehren. Wenn Gott Sie als Pastor berufen hat, dann sollten Sie alles in Ihrer Kraft Stehende tun, um das Wort Gottes gut predigen zu können, sich um die Schafe zu kümmern und die Gemeinde zu schützen, und den Leib Christi gemäß Gottes Absichten zu leiten. Wenn Gott Sie als Evangelist berufen hat, dann sollten sie voller Hingabe dafür leben, das Evangelium zu predigen und zu verbreiten. Wenn Sie jedoch über das Maß des Glaubens hinausgehen, das Gott Ihnen gegeben hat und Sie den Dienst anderer nachahmen, dann werden Sie nicht nur in Ihrem Dienst versagen, sondern auch in Ihrem Leben. Daher sollten wir gemäß dem Maß des Glaubens, das Gott uns gegeben hat, unser Bestes tun, um Gottes Ruf auf unserem Leben zu erfüllen. Vor Jahren reiste ich nach Amerika. Als ich dort war, war vorübergehend mein Urteilsvermögen getrübt, so dass ich Dinge falsch beurteilte 14


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert und beinahe das Maß meines Glaubens überschritten hätte. Während ich das Evangelium in diesem großen Land predigte, erschien mir plötzlich mein Heimatland Korea viel zu klein für mich zu sein. Einige Leute versuchten mich davon zu überzeugen, in den U.S.A. zu bleiben, und von dort Gottes Wort in der ganzen Welt zu predigen. Darauf begann ich Gott in der Stille und im Gebet zu suchen. Während ich betete, sprach Gott zu mir: „Gehe nach Korea zurück. Ich habe dich als Pastor in Korea berufen, nicht in Amerika.“ Da es mir jedoch schwer fiel, meine Zuneigung zu Amerika so schnell zu überwinden, war ich beharrlich und sagte: „Oh Gott, wenn ich hier in diesem großen Land dienen könnte, dann kann ich einen viel größeren Dienst für dich tun. Von hier aus kann ich dich viel mehr verherrlichen.“ Aber Gott antwortete mir sehr klar: „Gehe nach Korea zurück.“ Damals verstand ich sehr klar, dass Gott nicht unbedingt will, dass wir große Dinge für Ihn tun. Er will, dass wir das Werk tun, wozu Er uns beauftragt hat, und zwar an dem Ort, den Er dafür gewählt hat. Darum sollte es für uns in keiner Weise erstrebenswert sein, ein großartiges Werk zu tun, wenn das bedeutet, dass wir die von Gott zugewiesene Position für uns verlassen. Seit diesem Tag habe ich nichts mehr getan, wenn Gott nicht Seine Zustimmung dafür gegeben hat. Da wir von Gott berufen sind, ist es das Wichtigste, das wir Gott gehorchen, wenn Er uns einen Befehl erteilt. Gott hat nicht unbedingt die größte Freude daran, wenn wir große Dinge für Ihn tun. Obwohl wir vielleicht meinen, dass eine Sache ein großartiges Werk ist, kann es in den Augen Gottes jedoch völlig unbedeutend sein. Umgekehrt kann eine Sache, die wir als unbedeutend ansehen, in den Augen Gottes von größter Wichtigkeit sein. Daher will Gott einfach durch uns arbeiten, und dass wir mit Freuden und bereitwillig an dem Ort dienen, den Er für uns gewählt hat. Ich habe einmal über einen bekannten Pastor folgende Geschichte gehört. Bevor er seinen Dienst begann, sagte Gott ihm eines Tages im Gebet: „Gehe zu einem Berg in Kanada, den Ich dir zeigen werde. Steige auf diesen Berg und predige dort.“ Er war sehr erstaunt, denn es war ein einsamer, unbewohnter Berg und auf dem Berg konnte ihn niemand hören. Dennoch konnte er gegenüber diesem klaren Wort von 15


DR. DAVID YONGGI CHO Gott nicht ungehorsam sein, und so ging er widerstrebend zu diesem Berg und predigte seine Botschaft. Wenig später begann er seinen Dienst als Pastor und vergaß diesen Vorfall völlig. Eines Tages kam ein Mann auf ihn zu und begrüßte ihn. Der Pastor schaute ihn an, erkannte ihn aber nicht. Nachdem der Mann ihm seine Geschichte erzählt hatte, erinnerte sich der Pastor an die Predigt, die er auf dem Berg gehalten hatte und verstand nun, weshalb Gott ihn dorthin gesandt hatte. Der Mann erzählte dem Pastor, dass er an jenem Tag auf diesen Berg gegangen sei, um dort Selbstmord zu begehen. Aus dem Nichts hörte er, wie jemand predigte. Er versteckte sich hinter den Bäumen und hörte der Predigt zu. Später tat der Mann Buße und bekehrte sich. Dieser Mann wurde selbst Pastor, und da er sehr musikalisch war, schrieb er später viele Lieder für Christus. Diese Geschichte zeigt sehr deutlich, dass Gott tatsächlich auf geheimnisvolle Weise handelt, die wir zunächst noch gar nicht erfassen können. Wer konnte auf die Idee kommen, dass genau zu diesem Zeitpunkt auf diesem Berg ein Mann stehen würde, der dieser Predigt zuhören würde. Gott hatte einen Mann auf den Berg geschickt, um das Leben eines anderen zu retten. Ein Mann, den Gott berufen hat, Sein Diener zu sein, der sollte das Werk tun, das Gott am Herzen liegt, selbst wenn er manche Aufgabe nicht gerne tut. Wenn ein Diener Gottes beschlossen hat, den Willen des Herrn zu tun und Ihm sein ganzes Leben geweiht hat, dann sollte er nicht auf menschliche oder berechnende Weise denken. Darum bete ich, dass Sie ein Leben führen, das Gott wohlgefällig ist, indem Sie gemäß dem Maß des Glaubens leben, das Gott Ihnen gegeben hat. Möge Jesus Sie am Ende loben und Ihnen sagen: „Gut gemacht! Du guter und treuer Diener!“

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Kapitel 2

Der Heilige Geist Erfüllung mit dem Heiligen Geist

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esus sagte in Johannes 3,6: „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“ Darum können die Werke des Fleisches nicht in geistliche Werke verwandelt werden, egal wie sehr wir uns anstrengen. Sie können das Reich des Himmels nicht mit den Werken des Fleisches erben.

Wenn der Pastor sein eigenes Werk ausführt, erkennt Gott nur das geistliche Werk der Predigt und des Lobpreises an, das vom Heiligen Geist erfüllt ist und von Ihm geleitet wurde. Auch wenn die aufopfernden Dienste des Pastors zu einigen Ergebnissen führen mögen, erkennt Gott dies nicht an, wenn es nicht aus dem Geist erwachsen ist. All unser eigenes fleischliches Tun wird am Ende zu Staub zerfallen. Darum ist es viel wichtiger, dass wir beten und uns im Wort Gottes und in der Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist stärken, während wir geduldig auf Gott warten, bis wir Gottes Anweisung und Befehl erhalten. In Lukas 4,14-15 lesen wir: „Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von Ihm ging aus durch die ganze Umgegend. Und Er lehrte in ihren Synagogen, von allen geehrt.“ Als Jesus geboren wurde, wurde Er vom Heiligen Geist geboren. Als Er in der Wüste vom Teufel versucht wurde, wurde Er die ganze Zeit vom Heiligen Geist geleitet. Als Er Seinen Dienst begann, tat Er dies nicht alleine, sondern mit der Hilfe des Heiligen Geistes. Er war ständig vom Heiligen Geist geleitet. Christus wartete 30 Jahre, bevor Er Seinen Dienst begann. Als Christus in die Synagoge von Nazareth ging, um aus der Schrift vorzulesen, da las Er einen Abschnitt, der den Heiligen Geist betraf: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil Er mich gesalbt hat, Armen die 17


DR. DAVID YONGGI CHO gute Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hin zu senden“ (Jesaja 61,1-2; Lukas 4,18). Selbst Jesus Christus, der diese Welt erschaffen hat und der die Autorität über alle Dinge dieser Welt hat, machte sich für Seinen Dienst völlig von der Kraft des Heiligen Geistes abhängig. Kurz vor Seiner Himmelfahrt sagte Jesus zu Seinen Jüngern: „Verlasst Jerusalem nicht, sondern wartet auf die Gabe, die mein Vater euch verheißen hat, über die Ich mit euch gesprochen habe. Denn Johannes hat euch mit Wasser getauft, in wenigen Tagen jedoch werdet ihr mit dem Heiligen Geist getauft werden“ (Apg. 1,4-5). Wenn wir den Heiligen Geist ignorieren, über den Christus so viel gesprochen hat, und von dem Er selbst völlig abhängig war, dann begehen wir einen großen Fehler. Wenn wir für Gott arbeiten und das Evangelium verkündigen wollen, dann müssen wir zuvor Gott vertrauen und auf die Erfüllung mit dem Heiligen Geist warten, damit wir Seine Salbung empfangen. Wenn wir jedoch einfach losgehen und Gottes Botschaft verkündigen, ohne irgendeine Vorbereitung des Wartens auf Gott, um den Heiligen Geist zu empfangen, dann werden nur bedeutungslose Worte aus unserem Mund kommen. Gott sagte in Jeremia 23,29: „Ist mein Wort nicht brennend wie Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“ Worte, die mit der Fülle des Heiligen Geistes aus unserem Mund kommen, haben die Kraft, die Herzen aus Stein in Stücke zu brechen. Darum ist es zwingend notwendig, dass die Diener Gottes, die in Seinem Namen wirken, den Heiligen Geist empfangen und sich von Ihm leiten lassen.

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Die Beziehung zwischen den Gaben Gottes und dem Heiligen Geist Im Römer 8,32 lesen wir: „Er, der Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern Ihn für uns alle hingegeben hat, wie wird Er uns mit Ihm nicht auch alles schenken?“ Gott gibt uns viele Dinge und Er will uns noch viel mehr geben. Aber von allen Gaben ist der Heilige Geist die kostbarste Gabe, denn wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben, dann empfangen wir alle anderen Gnadengaben und Segnungen durch Ihn. Wir wollen uns daher die Beziehung zwischen den Gaben Gottes und dem Heiligen Geist genauer ansehen. 1. Die Errettung ist die Gabe Gottes, wodurch wir den Heiligen Geist empfangen, der das ewige Leben von Christus in unseren Herzen repräsentiert. In 1. Korinther 12,3 heißt es: „Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus! und niemand sagen kann: Herr Jesus! außer im Heiligen Geist.“ Ewiges Leben bedeutet, dass wir das ewige Leben von Christus empfangen und fortan durch Christus leben. Mit anderen Worten bedeutet dies: Wenn der Heilige Geist mit dem ewigen Leben Christi in uns wohnt, dann haben wir dieses ewige Leben. Darum bedeutet Errettung, dass der Heilige Geist, der Geist Christi, kommt und Wohnung in uns nimmt. Wir können daher Errettung nicht vom Werk des Heiligen Geistes trennen, weil sie sind ein und dasselbe sind. 2. Die göttliche Errettung ist die Gottes Gabe und beinhaltet auch die Heilung unserer Krankheiten durch den Heiligen Geist und das Auferstehungs-Leben Christi. Wenn also der Heilige Geist, der Geist Christi, in uns hineinkommt, dann können wir göttliche Heilung erfahren. Aus diesem Grund können wir geheilt werden, wenn der Heilige Geist in uns hineinkommt. Wir können diese Heilung aber auch verlieren und wieder krank werden, wenn wir Christus nicht nachfolgen und wieder in Sünde leben, weil sich der Heilige Geist von uns zurückzieht. 19


DR. DAVID YONGGI CHO 3. Gerechtigkeit ist die Gabe Gottes und bedeutet, dass wir uns dem Heiligen Geist unterordnen, was der Geist der Gerechtigkeit ist. Eines der größten Probleme von vielen Dienern Gottes ist, dass ihr Leben nicht ihren Glauben reflektiert. Das ist so, als ob man jemanden vor anderen lächerlich macht, und ihm dann versichert, dass man ihn zutiefst schätzt und achtet. Heutzutage sehen viele Diener Gottes den Heiligen Geist als ein Etwas an, das weder einen Willen noch Gedanken hat. Das ist ein großer Fehler. Der Heilige Geist hat einen Willen und Gedanken. Es ist die Gerechtigkeit des Heiligen Geistes, die uns gerecht macht. Darum sollte ein Pastor sich vor Gott und Menschen immer geistlich und demütig verhalten. Wenn ein Pastor nicht die richtige Haltung der Demut und der Ehrfurcht vor dem Heiligen Geist hat, dann behandelt er den Heiligen Geist, als ob Er eine Sache wäre. Der Heilige Geist ist der lebendige Gott, der jedem von uns verschiedene Gaben zuteilt und der durch uns wirkt. Einige Pastoren denken, dass sie selbst die Gaben des Heiligen Geistes an andere weitergeben. Auch das ist ein großer Fehler. Solche Pastoren werden schließlich von Gott fallen gelassen und sie werden in ihren Diensten versagen. Diener Gottes sind Menschen, die die hohe Verantwortung haben, das Evangelium zu predigen und für göttliche Heilung zu beten. Sie müssen sich dem Heiligen Geist völlig unterordnen, damit der Heilige Geist selbst durch sie wirken kann. Wir müssen erinnern, dass eine Person, die weder an Jesus glaubt und nicht bereit ist, Buße zu tun, sondern nur göttliche Heilung empfangen will, vom Heiligen Geist keine Hilfe erhalten wird. Um von Gott geheilt zu werden, müssen Sie ein Christus-zentriertes Leben führen. Dann wird der Heilige Geist, der Geist des Lebens, kommen und Sie erfüllen und Ihre Krankheit heilen. Unser Empfangen der Segnungen Gottes geschieht nicht ohne Beziehung zum Heiligen Geist. Wenn der Heilige Geist, der Geist des Segens, in Ihnen wirken kann, dann werden Sie bei allem gesegnet sein, was Sie tun, bei Ihrem Eingang und bei Ihrem Ausgang. Wenn der Heilige Geist nicht wirken kann, dann wird es weder Errettung, noch Heilung, noch Segnungen geben können. Nur wenn der Heilige Geist die Kont20


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert rolle in unseren Familien und bei all unserer Arbeit übernimmt, werden die Segnungen und Wunder geschehen. Wenn ich auf meinem Dienst zurückblicke, dann gab es Zeiten, wo ich bestimmte Dinge tat, ohne wirklich zu verstehen, warum ich sie getan habe. Manchmal stand ich auf der Kanzel und machte mir mehr Gedanken über meinen Erfolg als Pastor, als über meine Liebe für die Gemeinde. Heute aber verstehe ich, dass es im Vergleich viel wichtiger ist, jede einzelne Seele zu retten und zu Gott zu bringen, als mein Erfolg als Pastor. Auch habe ich in der Vergangenheit öfters dem Heiligen Geist nicht mit Furcht und Zittern gehorcht, sondern habe stattdessen den Heiligen Geist wie eine Sache, ohne irgendwelche Gedanken gesehen, den ich wie ein Objekt besitze. Darum hat Gott mich auf der einen Seite oft schwer gezüchtigt, während Er mich auf der anderen Seite auch gesegnet hat, weil ich die pfingstliche Botschaft des Evangeliums predigte. Heute gibt es viele Diener Gottes, die ihr Theologie Studium wie am Fließband absolviert haben, und die ihren Dienst wie eine Karriere betrachten. Viele von ihnen verleugnen die Kraft des Heiligen Geistes und geben Ihm keinen Raum für Sein Wirken. Als Folge davon sieht das Leben dieser Pastoren in der Gemeinde äußerlich anders aus, als ihr Leben zu Hause. Pastoren, die solch ein heuchlerisches Leben führen, erscheinen vor den Menschen äußerlich fröhlich und lebendig zu sein, sind jedoch in ihrem Inneren geistlich tot. Deshalb müssen Pastoren dem Heiligen Geist immer Raum geben und Ihn willkommen heißen und ein heiliges Leben führen. Wenn ein Diener Gottes Witze über Gott macht und zu Hause auf weltliche Weise redet, dann wird Gott ihn nicht salben, wenn er zur Kanzel geht und Gott anruft. Darum sollte ein Pastor während der Woche ein heiliges Leben führen und auf seine Worte und sein Verhalten achten, selbst im Gespräch mit seinen engsten Freunden. Diener Gottes sind Jünger Christi, die der Gier und dem Verlangen nach weltlichen Dingen abgesagt haben und gestorben sind. Christus sagte: „Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach“ 21


DR. DAVID YONGGI CHO (Lukas 9,23). In Matthäus 10,38 lesen wir: „Wer nicht täglich sein Kreuz aufnimmt, ist meiner nicht wert.“ Desweiteren wurden die Diener Gottes von der Welt zurückgewiesen. Es gibt einen Grund, warum ich meine früheren weltlichen Freunde aufgehört habe zu treffen. Wann immer wir uns treffen, drehen sich die Gespräche nur um Dinge dieser Welt, die leer und vergänglich sind. Selbst mit unseren Eltern oder Kindern oder Verwandten ist es schwierig, sich zu unterhalten, wenn sie keine gläubigen Christen sind. Diejenigen von uns, die Christen sind, wurden von dieser Welt zurückgewiesen. Wir haben unsere Freunde, unsere Familien und unsere Verwandten verloren. Wenn wir viel Gemeinschaft mit ihnen haben, Witze machen und mit ihnen nur über die Dinge dieser Welt sprechen, werden wir den Heiligen Geist vertreiben. Wir, die wir von Gott berufen sind, an Seinen Werken teilzuhaben, müssen ein Leben gemäß Seinem Willen führen. Es muss für uns eine große Ehre sein, für Gott zu arbeiten und wir sollten eine große Freude und Erfüllung darin finden, den Willen Gottes zu tun. Wir wurden berufen, Gottes Diener zu sein und sollten daher unser Bestes in unserem Dienst geben. Und da wir der Welt den Rücken zugewandt haben, sollten wir uns ganz abwenden und nicht mehr zurückschauen. Lauwarm zu sein ist nicht die Weise, wie man Gott dienen kann. Gott sagte zu der Gemeinde in Laodicea, die lauwarm war: „Darum, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde Ich dich ausspeien aus meinem Munde“ (Offenbarung 3,16). Es ist eine große Tragödie für einen Diener Gottes, der von Gott berufen wurde, wenn er versagt und von Gott verschmäht wird. Wenn wir als Diener Gottes Christus annehmen, Ihm dienen, und vom Heiligen Geist beherrscht und geleitet werden, indem wir das Werk tun, das dem dreieinigen Gott gefällt, dann wird das Wasser des Lebens wie Strom aus uns fließen. Ein Pastor kam einmal zu mir und bat mich, für ihn zu beten. Er sagte zu mir: „Ich habe in meinem Dienst versagt, weil ich keine Gabe habe zu sprechen.“ Als ich das hörte, spürte ich, wie der Heilige Geist betrübt wurde. 22


Geistliche Leiterschaft für das 21. Jahrhundert Es ist ein großer Fehler, wenn Sie meinen, dass Sie nur dann ein erfolgreicher Pastor sein können, wenn Sie sehr redegewandt sind. Menschen kommen nicht deshalb in die Gemeinde, weil sie rhetorisch ausgefeilte Predigten eines Pastors hören wollen. Menschen kommen zur Gemeinde, weil sie das Brot des Lebens empfangen wollen, das aus dem Wort Gottes kommt. Dieses Brot des Lebens kommt durch den Heiligen Geist, nicht durch die Redegewandtheit des Pastors. Ich ermahne jeden Diener Gottes dringend, sich ganz Gott hinzugeben und sich als Werkzeug dem Heiligen Geist zur Verfügung zu stellen, das Er gebrauchen kann. Ich bete, dass die Kraft des Heiligen Geistes aus Ihnen fließt, wenn Sie verlorene Seelen treffen und ihnen helfen. Das ist der Dienst der Diener Gottes. Ganz gleich, wie groß oder klein unser Dienst sein mag, wir müssen dem Heiligen Geist erlauben, auf machtvolle Weise durch uns zu wirken. Jeder von uns sollte ein Kanal des Heiligen Geistes sein. Wir müssen alle unsere Kraft dafür einsetzen, die hunderte und tausenden von Seelen zu retten und ihnen zu dienen, die Gott uns anvertraut hat. Wenn wir das tun, dann wird Gott uns mit den Worten loben: „Gut gemacht, du guter und treuer Diener! Du warst über Weniges treu, über Vieles werde Ich dich setzen; gehe hinein in die Freude deines Herrn“ (Matthäus 25,23).

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Die Autorität und Botschaft des Heiligen Geistes Die erste grundlegende Aufgabe eines Dieners Gottes ist es, sich um die Gemeinde zu kümmern und Christus zu dienen, wie es die Leviten taten, die im Tempel Gottes dem Herrn dienten. Der Grund, warum Diener Gottes das Evangelium predigen, ist, um Gott zu dienen. Der Grund, warum Diener Gottes sich abmühen und in Fürbitte wegen der Verlorenen zu Gott rufen, ist, weil es für sie ganz normal geworden ist, seitdem sie die Gedanken und das Herz Gottes für die Verlorenen verstanden haben. Ohne die Gedanken Gottes über verlorene Seelen zu verstehen, ist es nicht leicht für uns, ihnen Zeugnis zu geben. Die erste Methode, in unserem Glaubensleben und in unserem Dienst siegreich zu sein, ist, unser Bestes im Dienst für Gott zu tun. Um Gott dienen zu können, müssen wir uns vor Ihm niederwerfen und beten, und wenn wir dann Seine Stimme hören, dann müssen wir Ihm vollkommen gehorchen. Historisch betrachtet, wenn wir uns die Lebensgeschichte aller großen Diener Gottes anschauen, dann können wir feststellen, dass sie tatsächlich große Diener Gottes waren. Ich kenne einen Pastor aus Amerika, der viele Menschen zum Herrn geführt hat. Wann immer er spürte, dass die Kraft des Heiligen Geistes bei ihm nachließ, ging er in einen leeren Raum und betete dort mehrere Tage mit Fasten. Wenn er dies tat, erfüllte Gott ihn wieder mit der Kraft des Heiligen Geistes. Nachdem er wieder neu mit der Kraft des Heiligen Geist gefüllt war, predigte er das Evangelium weiter. Ein Diener Gottes muss lernen, sich vor Gott im Gebet zu beugen und geduldig zu warten. Während er über dem Wort Gottes meditiert und betet, muss ein Diener Gottes auf den Heiligen Geist warten, bis dieser wie der Morgentau zu ihm herabkommt. Wenn dies geschieht, dann wird seine Predigt wie Gold scheinen. Dann wird das Predigen keine schwierige Aufgabe mehr sein. Es wird leicht werden und sein Dienst wird sehr erfolgreich sein. 25


DR. DAVID YONGGI CHO Heute gibt es jedoch viele Diener Gottes, die sich nicht vor Gott im Gebet niederbeugen, sondern die sich eilig ihrem Geschäft widmen und die Wichtigkeit des Gebets dabei vergessen. Wenn sie bei dieser Eile und Nachlässigkeit verharren, dann wird der Heilige Geist sich von ihnen zurückziehen, und ihr Predigen wird eine große Last für sie werden. Ganz gleich wie sehr sie in der Bibel forschen, sie können die Botschaft Gottes nicht finden, von der Gott will, dass sie sie predigen, und egal, wie sehr sie ihre Stimme auf der Kanzel erheben, wird ihrer Predigt die Kraft Gottes fehlen, um tiefe Veränderungen in Menschen zu bewirken. Darum ist die wichtigste Voraussetzung für den Dienst eines Pastors, die Kraft des Heiligen Geistes zu empfangen, bevor er die Kanzel betritt und Gottes Botschaft predigt. Jesus sagte zu Seinen Jüngern: „Siehe, Ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!“ (Lukas 24,49) Vor einiger Zeit kam Pastor Samuel Edestaf aus Schweden in unsere Gemeinde und predigte eine Botschaft aus Johannes 3,16. Als ich erfuhr, dass er aus Johannes 3,16 predigen würde, war ich ein wenig enttäuscht, weil dies ein Vers ist, den selbst die Kindergartenkinder bei uns schon auswendig aufsagen können. Es gibt in meiner Gemeinde vielleicht eine Handvoll Leute, die diesen Vers nicht auswendig kennen. Als Pastor Edestaf jedoch darüber predigte, konnte ich die starke Kraft Gottes auf seiner Botschaft spüren. Die Kraft Gottes stand hinter seinem Dienst. Pastor Edestaf sagte während der Predigt, „weil meine Gemeinde in Schweden eifrig für diesen Dienst betet, spüre ich heute die starke Gegenwart des Heiligen Geistes.“ Das ist absolut richtig. Es ist ein großer Unterschied, ob die Predigt eines Pastors vom Heiligen Geist inspiriert wird oder ob sie nur das Ergebnis seines Wissens und seiner Erfahrung ist. Predigten, die vom Heiligen Geist gesalbt sind, scheinen wie poliertes Gold, und die Menschen werden von ihnen bewegt. Diese Predigten bleiben lange Zeit in ihrem Gedächtnis. Predigten, die nicht vom Heiligen Geist gesalbt sind, fehlt die Gnade Gottes. Sie sind langweilig und anstrengend zu hören.

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