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C. PETER WAGNER

APOSTEL UND PROPHETEN DIE GRUNDLAGE DER GEMEINDE


Apostel und Propheten Die Grundlage der Gemeinde C. Peter Wagner © Christus für Europa ISBN 978-3-944108-40-7 1. Auflage Mai 2014 Originaltitel: Apostles and Prophets Im Amerikanischen erschienen bei: Regal Books Copyright © 2000 C. Peter Wagner Bibelstellen der deutschen Version wurden in aller Regel der Elberfelder Übersetzung entnommen. Übersetzung: Markus Rapp Cover: Albrecht Fietz, Image Design Satz & Layout: Riccardo Meusel, www.buchlayout.net Titelabbildung: © Gina Sanders, Fotolia Druck: Booksfactory, www.booksfactory.de Christus für Europa e.V. Berliner Straße 1 16356 Werneuchen 033398-918771 Kontakt: info@christusfuereuropa.de www.christusfuereuropa.de www.isddbibelschule.de http://cfeshop.rakuten-shop.de


Inhaltsverzeichnis Kapitel 1: Die Grundlage der Gemeinde

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Jesus wollte von Seinen Jüngern als der Eckstein der Gemeinde gesehen werden, aber Sein Plan für die Grundlage der Gemeinde sind Apostel und Propheten.

Kapitel 2: Was Apostel haben

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Zwei wichtige Eigenschaften unterscheiden Apostel von anderen Mitgliedern des Leibes Christi: Die Autorität von Aposteln und die Einflussbereiche apostolischer Autorität.

Kapitel 3: Wie Apostel dienen

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Alle Apostel haben dieselbe Gabe des Apostels, dennoch ist es hilfreich, vier Dienste von Aposteln zu unterscheiden.

Kapitel 4: Was Apostel brauchen

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Apostel brauchen fünf Dinge: 1) positive Beziehungen zu Propheten; 2) persönliche Fürbitter, 3) Anerkennung und Bestätigung, 4) offene Kommunikation, 5) Rechenschaft im Dienst.

Kapitel 5: Apostel und Propheten sind wichtig

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Propheten begannen in den 80-er Jahren auf breiterer Basis anerkannt zu werden, die Apostel jedoch erst in den 90-er Jahren. Diese Reihenfolge war notwendig, da die Propheten zuerst den Vorhang für Gottes Offenbarung lüften mussten, damit Schlüsselleiter erkennen konnten, dass es etwas ist, was der Geist den Gemeinden sagt, als die Apostel auftauchten.

Kapitel 6: Verknüpfen von Aposteln mit Propheten Apostel können einige Dinge sehr gut alleine tun. Propheten können einige Dinge sehr gut alleine tun. Sind sie jedoch miteinander verbunden, dann können sie gemeinsam die Welt verändern!

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Kapitel 7: Apostel und Propheten im wahren Leben

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In diesem Kapitel befasse ich mich mit guten Dingen, die in der Neuen Apostolischen Reformation geschehen, und einigen nicht so guten Dingen, die hoffentlich bald korrigiert werden, während die Bewegung heranreift.

Kapitel 8: Apostolische Ordnung in der prophetischen Bewegung Propheten können viel besser zu dem werden, was sie gemäß Gottes Plan sein sollten, wenn sie zustimmen, sich langfristig mit Aposteln zu verbinden.

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Kapitel 1

Die Grundlage der Gemeinde

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as ist die Grundlage der Gemeinde? Ein sehr bekanntes und weit verbreitetes Kirchenlied, das in fast allen Kirchen gesungen wird, ist „Das eine Fundament der Kirche ist Jesus Christus, ihr Herr.“ Es ist leicht zu verstehen, warum der Autor dieses Liedes bestätigt, dass Jesus die Grundlage der Gemeinde ist. Schließlich ist es ja auch Seine Gemeinde. Er hat sie gegründet. Jesus sagte: „Ich werde meine Gemeinde bauen!“ In den Augen vieler Christen würde der Vorschlag, dass Jesus Christus vielleicht nicht die Grundlage der Gemeinde ist, gleich als Irrlehre oder Gotteslästerung abgewiesen werden. Daher will ich ganz klar bestätigen, dass Jesus gewiss und unleugbar die Grundlage der Gemeinde ist. Wenn wir mit dieser theologischen Wahrheit übereingestimmt haben, dann müssen wir uns jedoch von dieser Position zur praktischen Anwendung in unserer heutigen Welt zuwenden. Jesus hat nicht nur die Gemeinde gegründet, sondern Er hat in sie auch eine Dynamik für fortwährende Expansion und Entwicklung eingebaut. Später gab Er uns dann die Offenbarung, dass Er von Seinen Nachfolgern vielmehr als der Eckstein der Gemeinde gesehen werden will, die Er durch die Jahrhunderte hindurch bauen würde, dass jedoch Sein Bauplan für die Grundlage der Gemeinde im Dienst der Apostel und Propheten bestehen soll.

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Eine Grundlage von Aposteln und Propheten Diese Wahrheit über die Grundlage der Gemeinde wurde durch den Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser offenbart: „Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist“ (Epheser 2,20). Wir mögen uns fragen, warum Jesus diese strategische Bauweise für Seine Gemeinde geplant und vorgesehen hat. Ich glaube, dass ein naheliegender Grund darin besteht, dass Er wusste, dass Er nicht persönlich bei uns sein würde, um direkt Seine Gemeinde hier auf der Erde zu bauen. Als Jesus Seine Apostel auf Seinen Weggang vorbereitete, da versicherte Er ihnen, dass Sein Weggang in Wirklichkeit für sie nützlich sein würde. Als Petrus zum ersten Mal diese Neuigkeit hörte, da wurde er so ärgerlich, dass er den Meister deswegen zur Rede stellte. Er muss ziemlich intensiv aufgetreten sein, denn Jesus antwortete ihm: „Weiche hinter mich, Satan!“ (Matthäus 16,23). Zu einem späteren Zeitpunkt, sagte Jesus zu Seinen Jüngern: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden“ (Johannes 16,7). Der „Helfer“ ist natürlich der Heilige Geist. Dies war sehr bedeutungsvoll. Im Wesentlichen sagte Jesus Seinen Jüngern, dass die unmittelbare Gegenwart der dritten Person der Dreieinigkeit für sie wichtiger sein würde, als die unmittelbare Gegenwart der zweiten Person der Dreieinigkeit, wenn es um den Bau Seiner Gemeinde geht. Aber wo ist der Ort der unmittelbaren Gegenwart des Heiligen Geistes? In jedem Gläubigen, der mit dem Heiligen Geist erfüllt worden ist! Während Jesus allwissend und allgegenwärtig ist, und immer das Haupt der Gemeinde sein wird, baut Er jetzt Seine Gemeinde – und hat es bereits die letzten 2.000 Jahre getan – durch Männer und Frauen, die vom Heiligen Geist dafür bevollmächtigt wurden. 6


Apostel und Propheten

Apostel und Propheten sind Gaben von Jesus Um sicherzugehen, dass Seine Gemeinde mit der richtigen Grundlage ausgestattet sein würde, gab Jesus der Gemeinde Gaben, als Er von der Erde zum Himmel auffuhr. In Epheser 4,8+11 erfahren wir: „Darum heißt es: Er ist in die Höhe hinaufgestiegen, und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben. Und Er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer.“ Als ich Theologie studierte, da wurde ich in meinem Theologischen Seminar gelehrt, dass die Apostel und Propheten nur von Christus gegeben wurden, um die Kirche im ersten Jahrhundert zu gründen. Nach dieser Zeit wurden sie nicht länger gebraucht. Meine Professoren gingen von der Annahme aus, dass nachdem das Neue Testament geschrieben und von der Kirche als Kanon akzeptiert worden war, die grundlegende Rolle von Aposteln und Propheten abgeschlossen war. Darum, so lehrten sie, sollten alle biblischen Hinweise auf Apostel und Propheten ausschließlich als ein historischer Bericht verstanden werden, anstatt als eine gegenwärtige Realität für unsere Generation. Tatsächlich haben die meisten protestantischen Kirchen und Freikirchen, bis vor kurzem, dieselben Annahmen geteilt. Die meisten sind mit dem Amt des Pastors sehr vertraut, und haben daher kein Problem, jemand „Pastor so-und-so“ zu nennen. Auch mit Lehrern bestehen keine Probleme. Wie viele andere, werde ich manchmal mit „Doktor“ oder „Professor“ Wagner angesprochen, was anerkennt, dass ich ein professioneller Gelehrter und Dozent bin. Wir sprechen auch häufig von „Evangelist“ Billy Graham oder „Evangelist“ Luis Palau. Aber ein Individuum als „Apostel so-und-so“ oder als „Prophet so-und-so“ anzusprechen, wird von vielen christlichen Leitern im besten Falle als sehr unpassend, und im schlimmsten Fall als Irrlehre angesehen. 7


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Das ist seltsam, da unter denen, die diese theologische Position vertreten, viele sind, die bekennen, eine hohe Wertschätzung für die Genauigkeit der Inspiration und der Autorität der Bibel zu haben. Aber es erscheint überhaupt nicht logisch, eine exegetische Trennlinie zwischen Aposteln und Propheten auf der einen Seite, und Evangelisten, Pastoren und Lehrern auf der anderen Seite zu ziehen. Es scheint doch so, dass solch eine Auslegung nur eine 60-prozentige Genauigkeit der Bibel reflektiert, anstatt einer 100-prozentigen Genauigkeit. Desweiteren übergeht die Aussage, dass Apostel und Propheten nur für ein Jahrhundert gebraucht wurden, völlig den Rest des Satzes, der mit Epheser 4,11 nur beginnt. Die weiteren Worte geben einen genauen zeitlichen Rahmen wider, für die notwendige Ausübung dieser Gaben und Ämter: „Bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi“ (Epheser 4,13). Nur wenige, wenn überhaupt ein christlicher Leiter, den ich kenne, würde behaupten, dass der Leib Christi bereits dieses Stadium von Vollkommenheit erreicht hat, das hier beschrieben wird. Und wenn das nicht der Fall ist, dann folgt daraus, dass immer noch eine Notwendigkeit für Apostel und Propheten in der Gemeinde Jesu Christi besteht! Diese Sichtweise hilft uns zu verstehen, warum Gott uns sagt, dass die Grundlage der Gemeinde „Apostel und Propheten sind, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist“ (Epheser 2,20). Zuerst Apostel Nicht nur bilden Apostel und Propheten gemeinsam die Grundlage der Gemeinde, sondern es ist auch biblisch, sie in dieser Reihenfolge aufzuführen: Zuerst Apostel und zweitens Propheten. Diese Ordnung finden wir in einem der wichtigen Kapitel über Geistesgaben beschrieben, in 1. Korinther 12,28: „Und 8


Apostel und Propheten

die einen hat Gott in der Gemeinde gesetzt erstens zu Aposteln, zweitens andere zu Propheten.“ Meines Wissens ist das die einzige Stelle in der Bibel, wo Geistesgaben in einer besonderen Reihenfolge aufgezählt werden. Wenn wir diese Stelle in Verbindung mit den anderen Schriftstellen sehen, die uns sagen, dass Apostel und Propheten die Grundlage der Gemeinde sind, dann macht das absolut Sinn. Welche anderen Gaben könnten schließlich vor den grundlegenden Gaben kommen? Dies erscheint für mich heute so einfach und klar, dass ich über die Tatsache staunen muss, dass wir für viele Generationen unsere Gemeinden in der umgekehrten Reihenfolge geleitet und aufgebaut haben, als ob Pastoren, Lehrer und Evangelisten die Grundlage wären. Ich sage „wir“, weil ich selbst bis vor kurzem diese Sichtweise mit allen anderen geteilt habe. Die Kirche Christi hat tatsächlich über Jahrhunderte auf diese Weise gedient, und hat dennoch viele erstaunliche Dinge für das Reich Gottes bewirkt. Aber ich denke, man könnte vergleichsweise auch ein Auto von Los Angeles nach San Franzisco im Rückwärtsgang fahren. Es wäre durchaus möglich, und man würde sicher mit viel Mühe die Distanz zurücklegen, aber niemand tut so etwas. Ein Auto, das solch eine Entfernung im Rückwärtsgang zurücklegt, fährt offensichtlich nicht auf die Weise, wie es konstruiert wurde zu fahren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts glaube ich, dass es viel besser ist, wenn wir die Gemeinde Christi umschalten auf den Vorwärtsgang, um endlich die volle Geschwindigkeit zu erreichen, die Gott von Anfang an geplant hat! Bedenken Sie das einmal. Wenn es Gott möglich war, durch eine Gemeinde, die Seine Ordnung umgekehrt gelebt hat, praktisch die ganze Welt zu evangelisieren, stellen wir uns nur einmal vor, was für Durchbrüche und Fortschritte auf uns warten, wenn wir die Dinge endlich in die richtige Ordnung bringen!

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Lehrer und Verwalter Der Satz geht in 1. Korinther 12,28 weiter mit „drittens Lehrer, dann Wunder-Kräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen (Verwalter, Administratoren), Arten von Sprachen.“ Schauen wir uns einmal die Lehrer an, die an dritter Stelle kommen, und die Leiter oder Verwalter, die später aufgeführt werden ohne eine bestimmte Nummerierung. Wenn wir uns die heutige Realität der Gemeinden und Kirchen ansehen, dann werden wir selbst nach einer oberflächlichen Analyse zugeben müssen, dass die meisten Gemeinden von Lehrern und Verwaltern geleitet werden. Die Struktur der weltweiten Christenheit besteht heute aus hauptsächlich Denominationen (was sich in den letzten fast 25 Jahren – 1990 bis 2014 – rapide ändert durch die apostolischen Netzwerke der Neuen Apostolischen Reformation), und die meisten Denominationen werden von Managern und Verwaltern geleitet – wovon viele sicher sehr gute Verwalter sind. Somit treffen Tag für Tag und Jahr für Jahr Verwalter die Entscheidungen, die das Leben und den Dienst der Gemeinden in ihrem Einflussbereich bestimmen. Es ist grundsätzlich nichts Schlechtes an Verwaltern. Die Bibel lehrt, dass sie notwendig sind, damit Gemeinden auf effektive Weise dienen können. Aber Verwalter können ihren Dienst nur gemäß Gottes Plan tun, wenn sie unter der Leitung von Aposteln und Propheten arbeiten. Man kann beobachten, dass viele christliche Organisationen in der ersten Generation ihrer Leiter aufblühen und wunderbare Früchte hervorbringen, dann aber ihre anfängliche Dynamik verlieren, nachdem der Gründer verstorben ist. Ein Grund dafür ist, dass der Gründer sehr wahrscheinlich ein Apostel war, der apostolische Leiterschaft in der Organisation ausübte, ganz gleich, ob der Begriff „Apostel“ je verwandt wurde. Wenn jedoch der Apostel die Organisation verlässt, dann wird er in den meisten Fällen 10


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durch einen oder mehrere Verwalter ersetzt. Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen einem Apostel und einem Verwalter. Während einige wenige Leiter die Fähigkeit haben, die Kluft zur Zukunft zu überbrücken, schafft die Mehrzahl dies jedoch nicht. Auf der überregionalen Ebene werden Gemeindeverbände und Kirchen meistens von Verwaltern geleitet, und auf der lokalen Ebene werden Ortgemeinden von Lehrern geleitet. Seit der Zeit, wo die Predigt zum zentralen Punkt des Gottesdienstes geworden ist, erwartet man vom Pastor, dass er ein Lehrer ist. Einige Pastoren verbringen pro Woche bis zu 20 Stunden oder mehr damit, ihre nächste Predigt vorzubereiten. Manche Leiter betonen das Element der Lehrpredigt so stark, dass sie noch einen Schritt weitergehen. Sie sagen, da in Epheser 4,11 die Rede ist von „Pastoren und Lehrern“, sollte man dies nicht als zwei getrennte Ämter ansehen, sondern sollte als ein Pastor-Lehrer Amt. Ich stimme dieser Schlussfolgerung nicht zu. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass unsere Gemeinden zum größten Teil von Lehrern geleitet werden. Dies führt in der Realität zu Problemen, weil die meisten Gemeinden ihre Pastoren-Lehrer nicht als Leiter sehen, sondern als Angestellte. Der Forscher George Barna stimmt dem zu, indem er schreibt: „Solange die Gemeinde darauf besteht, von Lehrern geleitet zu werden, wird sie sich abmühen. Die Vision, die Energie und der Einfluss der Gemeinde wird jedoch erneuert, wenn begabte und berufene Leiter identifiziert, entwickelt, freigesetzt und unterstützt werden.“ Neue apostolische Gemeinden haben in der Regel Pastoren, die vor allem Leiter sind, die jedoch auch gut lehren können. Dies ist ein sehr wichtiger Unterschied in der Betonung. Kein Wunder, dass viele Christen heutzutage Probleme mit der Vorstellung haben, dass Apostel und Propheten die Grundlage der Gemeinde sind. Sie haben ihr Leben lang gedacht, dass die Grundlage der Gemeinde Verwalter und Lehrer sein sollten! 11


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Gott sei Dank geschehen heute weltweit wichtige Veränderungen in zunehmender Geschwindigkeit. Wenn ich mir die Trends ansehe, kann ich klar beobachten, dass diese Veränderungen sich zu einer sehr wichtigen Zeit ereignen – auf dem Weg der Gemeinde in das dritte Jahrtausend! Das Sprungbrett ins 21. Jahrhundert Eine der Privilegien unserer Generation ist es, dass wir den Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, und damit auch den Übergang vom zweiten zum dritten Jahrtausend nach Christus erleben konnten. Außergewöhnliche Dinge sind geschehen, seit wir diese Linie überschritten haben. Ich glaube, dass Gott die Gemeinde für diesen Übergang vorbereitet hat, indem Er in den 90-er Jahren die Apostel weltweit in ihre Positionen gebracht hat. Um eine bildliche Analogie zu verwenden, sehe ich, wie die Apostel einen Sprung von einem Sprungbrett gemacht haben, um die Gemeinde Christi in dieses neue Jahrhundert zu geleiten. Das Sprungbrett wurde bereits entwickelt, bevor das 20. Jahrhundert begann. Wenn wir uns die Geschichte ansehen, dann können wir die Hauptelemente dessen identifizieren, was ich das Sprungbrett nenne. 16. Jahrhundert: Reformierte Theologie Der Sprung der apostolischen Bewegung in das 21. Jahrhundert braucht keine grundlegenden Veränderungen in der Theologie. Es gibt eine weitverbreitete Übereinstimmung, was die theologischen Grundsätze betrifft. Diese Inhalte und Lehren wurden während der Reformation des 16. Jahrhunderts durch Martin Luther, John Calvin und andere entwickelt. Die reformierte Theologie umfasst drei wichtige theologische Überzeugungen, die von den meisten Leitern als unverzichtbar angesehen werden:

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Die Autorität der Schrift. In allen Fragen des christlichen Glaubens und Lebens ist die Bibel die höchste und letzte Autorität. Nur wenige Leiter von evangelikalen, lebendigen Gemeinden würden dies in Frage stellen. Die Teile des Leibes Christi, die die göttliche Inspiration der Bibel in Frage stellen, sind größtenteils so schwach geworden, dass sie ihre Rolle als Wegbereiter für unser neues Jahrhundert bereits verloren haben. Rechtfertigung durch Glauben. Im Deutschland Martin Luthers, des 16. Jahrhunderts, lehrte die katholische Kirche, dass Menschen nur in den Himmel kommen können, wenn sie gute Werke tun und die Sakramente der Kirche empfangen. Wenn sie es sich leisten konnten, dann kauften viele Leute zusätzlich Ablassbriefe von der Kirche, um ihre Zeit im Fegefeuer zu verkürzen und für den Erlass ihrer Sünden zu zahlen. Wenn man Christen zu der Zeit nach ihrem Seelenheil fragte, konnten sie nie mit Sicherheit wissen, ob sie es in den Himmel schaffen, weil sie nie sicher sein konnten, dass sie genug dafür getan hatten. Die Reformatoren erkannten jedoch klar, dass das Blut, das Jesus am Kreuz vergossen hat, alles ist, was für die Sühnung und Vergebung der Sünden nötig ist, und dass Glaube an Jesus Christus als persönlichen Retter das einzige Erfordernis für ewiges Leben ist. Als Bibel-gläubige Christen stimmen wir dem heute alle zu. Die Priesterschaft aller Gläubigen. Wenn wir neu geboren und Teil der Familie Gottes werden, dann wird Gott zu unserem Vater. Jesus lehrte uns zu beten: „Unser Vater im Himmel …“. Vor der Zeit der Reformation wurden Christen jedoch gelehrt, dass sie nicht würdig sind, direkt zu Gott zu kommen, sondern dass sie sich Ihm nur durch einen autorisierten Priester oder durch Maria oder durch Heilige nahen konnten. Seit über vier Jahrhunderten nach der Reformation haben wahre Gläubige nicht mehr daran gezweifelt, dass sie direkt und aus eigener Initiative zu Gott kommen können, und dass auch Gott selbst große Freude daran hat. 13


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18. Jahrhundert: Heiligkeit gemäß John Wesley Im 18. Jahrhundert wurde John Wesley von Gott gebraucht, um eine sehr wichtige neue Betonung in den Leib Christi zu bringen. Er stellte nicht die drei eben erwähnten grundlegenden Lehren in Frage, aber er hinterfragte einige andere theologische Schlussfolgerungen der Reformatoren. Ein Teil der frischen Brise, die Wesley in das Christentum brachte, war seine Sicht, dass Christen wirklich heilig sein und ein heiliges Leben führen können, genau wie Gott heilig ist. Die reformierte Theologie lehrte, dass Christen ständig danach streben sollten, immer heiliger zu werden, dass jedoch kein Christ in diesem Leben zu Heiligkeit gelangen könne, weil nur Gott heilig ist. Ich bin mir dessen bewusst, dass viele Kirchen bis heute an der reformatorischen Lehre von der Heiligung festhalten, was ein Grund ist, warum ich nicht auf einer bestimmte Sichtweise von Heiligkeit als unverzichtbar beharre, wie es bei den drei obigen theologischen Überzeugungen der Fall ist. Dennoch glaube ich, dass Heiligkeit ein Teil der Grundlage ist, von dem Apostel uns in das 21. Jahrhundert leiten. Ich bin überzeugt davon, dass die Gemeinden an der Front, was Gott in diesem neuen Jahrhundert tut, Gemeinden sein werden, die eine solide Lehre und Praxis der Heiligkeit haben. Ich gehe darauf tiefer in meinem Buch Radical Holiness for Radical Living ein, das ich all denen sehr empfehle, die als Pioniere in der Kirche Christi wirken wollen. 19. Jahrhundert: Die moderne Missionsbewegung Überraschender Weise waren die Gemeinden des 16., 17. und 18. Jahrhunderts keine stark missionarischen Gemeinden. Viele Historiker der Weltmission datieren den Anfang der modernen Missionsbewegung auf den Dienst von William Carey in Indien, beginnend 1790. Seither ist die weltweite Ausbreitung der christlichen Bewegung bemerkenswert gewesen. Es hat seither keine Verringerung des brennenden Verlangens von Gläubi14


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gen gegeben, den Missionsbefehl Christi zu erfüllen, und jede Volksgruppe der Welt zu Seinen Jüngern zu machen. Heute können wir uns glücklich schätzen, dass wir zu der ersten Generation von Christen gehören, die Licht am Ende des MissionsbefehlTunnels sehen können. Die apostolisch orientierten Gemeinden, die den Leib Christi ins 21. Jahrhundert vorwärtsführen werden, haben ein starkes missionarisches Bestreben in ihrer geistlichen DNA. Eine offensive missionarische Sichtweise ist ein wichtiger Bestandteil des Sprungbrettes, von dem uns die Apostel heute in die Zukunft führen. Die Hauptschritte während des 20. Jahrhunderts Somit können wir festhalten, dass die Hauptelemente des Sprungbrettes für die neue apostolische Reformation schon vorbereitet waren, bevor das 21. Jahrhundert begann. Während dem letzten Jahrhundert, folgten einige Schritte, die uns voranführten zum Ende des Sprungbrettes, wo dann Apostel anerkannt und ermutigt wurden, und was uns daher bereit machte für das 21. Jahrhundert. Schauen wir uns diese Meilenstein-Bewegungen des 20. Jahrhunderts an. Das erste Jahrzehnt nach 1900: Die Pfingstbewegung Aus meiner Sicht war es sehr prophetisch, dass Gott beschloss, Seinen Heiligen Geist auf eine Gruppe von Anbetern in Topeka, Kansas auszugießen, und zwar genau am Silvesterabend 1899 vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die moderne Pfingstbewegung wurde an dem Abend geboren, und sie empfing wenige Jahre später nur noch einen größeren Funken in der berühmten Azusa Street Erweckung. Dieser erste Schritt nach vorne auf dem Sprungbrett in das 20. Jahrhundert, und vorbereitend für das 21. Jahrhundert, brachte insbesondere die dritte Person der Trinität, den Heiligen Geist, von relativer Vergessenheit in den Hauptstrom des kirchlichen Lebens zurück. 15


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Die Reformatoren des 16. Jahrhunderts hatten Gott als einen Vater vorgestellt, dem wir uns alle direkt nahen können, ohne die Vermittlung eines Priesters. John Wesley und die Methodisten hatten die Aufmerksamkeit auf den Sohn gerichtet, indem sie unsere Not für mehr Christus-Ähnlichkeit in unserem Alltagsleben betonten. Die Pfingstler entdeckten die direkte Gegenwart und Verfügbarkeit des Heiligen Geistes im Leben und Dienst aller Gläubigen. Als dieses vollständigere Verständnis der praktischen Zusammenhänge der Trinität wiederhergestellt war, konnte Gott den Leib Christi auf ganz neue Ebenen führen. Die Fortschritte stellten sich jedoch nicht sofort ein. Es folgten negative Reaktionen von Teilen der traditionellen Christen, insbesondere gegen das Phänomen der Zungenrede, und sorgten für eine Reihe ernsthafter Spaltungen, die teilweise bis zum Ende des 20. Jahrhunderts andauerten. In den letzten Jahren jedoch, ist das Wirken des Heiligen Geistes durch kraftvolle Dienste, durch Heilungen, Befreiung, Prophetie, Wunder, übernatürliche Erfahrungen in großer Breite in der evangelikalen Welt akzeptiert wurden (und sogar in der katholischen Kirche), ungeachtet der theologischen Ausrichtung. Die Lehre vom Aufhören (doctrine of secessionism) solcher geistlichen Phänomene nach dem 1. und 2. Jahrhundert hat eine schnell abnehmende Zahl von Fürsprechern. Selbst diejenigen, die nicht regelmäßig die Gegenwart des Heiligen Geistes praktizieren und erleben, leugnen nur noch selten den Wert und die Wichtigkeit des Heiligen Geistes für das Reich Gottes. Die 50-er Jahre: Evangelisation Wegen der bedauernswerten Opposition gegen die Pfingstbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts, geschah es erst um das Jahr 1950, dass Gott den zweiten Schritt auf dem Sprungbrett freisetzte, der uns bereitmachte, in das 21. Jahrhundert einzutauchen. Zu dem Zeitpunkt begann eine starke Bewegung der offensiven Evangelisation, die seither nur stetig zugenommen hat. 16


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Auch im pfingstlichen Teil des Leibes Christi schlug Evangelisation starke Wurzeln durch das Aufkommen der sogenannten Heilungsevangelisten, repräsentiert durch Diener Gottes wie Oral Roberts, T.L. Osborn und Gordon Lindsay. Billy Graham war der einflussreichste Evangelist des evangelikalen Teils des Leibes Christi. Seit den 50-er Jahren hat sich die Liste der GroßEvangelisten sehr erweitert. Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Zahl der Werke für Weltmission, die in Amerika und in anderen Ländern gegründet wurden sehr stark zu. Viele wurden von früheren Soldaten gegründet, die Zeit in fremden Ländern verbracht hatten, und die eine starke Berufung empfangen hatten, in diese Länder mit dem Evangelium zurückzukehren. Heute, wo auch die Gemeinden der dritten Welt, tausende Missionare aussenden, ist die evangelistische Armee für unser neues Jahrhundert zu einer stärkeren Basis als je zuvor angewachsen. Die 60-er Jahre: Erbarmen mit den Armen Während der 60-er Jahre fing der Geist Gottes an, sehr stark zu den Gemeinden über unsere Verantwortung zu sprechen, den Armen und Bedürftigen effektiver zu dienen. Christliche soziale Verantwortung, die bereits in einigen Teilen des Leibes Christi gelebt wurde, fing an auf breiter Basis Fuß zu fassen. Zu einigen Störungen und Problemen kam es, als einige versuchten, die unbiblische Befreiungs-Theologie zu verbreiten. Heute ist es jedoch so, dass Gemeinden aller Kirchen und Freikirchen mehr als je zuvor hungrige Menschen speisen, sich um Obdachlose kümmern und für soziale Gerechtigkeit eintreten. Es war sehr wichtig, dass dieser Schritt erfolgte, um uns für das vorzubereiten, was Gott mit Seinem Volk im 21. Jahrhundert zu tun beabsichtigt.

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Die 70-er Jahre: Eine große Gebetsbewegung Die große weltweite Gebetsbewegung, die uns in das 21. Jahrhundert getragen hat, hat ihre Anfänge in den 70-er Jahren. Nur wenige der kraftvollen Gebetsdienste, mit denen wir heute so vertraut sind, haben ihre Wurzeln in Bewegungen, die älter als die 70-er Jahre sind. • In den 70-er Jahren geschah das Pflanzen der Gebetssamen • In den 80-er Jahren geschah das Aufkeimen des Gebets • In den 90-er Jahren geschah das Aufblühen des Gebets • Heute erleben wir die Erntezeit der Früchte des Gebets Ein guter Teil meiner persönlichen Mitarbeit an dem Sprungbrett ins 21. Jahrhundert hatte mit diesem Bereich des Gebets zu tun. Während der 90-er Jahre koordinierte ich den weltweiten Gebets-Track der AD2000 Bewegung und das Internationale Geistliche Kampf Netzwerk, schrieb die aus sechs Büchern bestehende Gebets-Kämpfer-Reihe, und meine Frau Doris und ich, schlossen uns Ted Haggard bei der Gründung des World Prayer Centers (Welt-Gebets-Zentrum) in Colorado Springs an. Die Vision für dieses Zentrum war die Mobilisierung von weltweitem Gebet, indem ein Knotenpunkt oder eine „Vermittlungs-Zentrale“ geschaffen wurde, mit der sich Fürbitter weltweit vernetzen konnten, um Informationen über Nöte und Gebetsanliegen für strategisches Gebet zu sammeln und zu verbreiten. Genau wie mein Dienst in den 90-er Jahren stark auf Gebet ausgerichtet war, richtete sich der Fokus der Gemeinde Jesu weltweit auf Gebet. Der Leib Christi ist heute in einem größeren Maß für Gebet ausgestattet und zugerüstet, als je zuvor in der Geschichte. Eine der wichtigsten Entwicklungen in Verbindung mit der Gebetsbewegung ist die Entstehung des Amtes des Fürbitters. Erst in den 80-er Jahren begannen wir zu erkennen, dass bestimmte 18


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Individuen eine besondere Geistesgabe der Fürbitte haben. Fürbitter waren stets aktiv, wann immer wachsende und lebensspendende Gemeinden entstanden, aber ihr spezialisierter Dienst war größtenteils verborgen und daher sehr begrenzt. Dies ist nicht länger der Fall. Heute ist es nicht mehr ungewöhnlich in eine Gemeinde zu kommen, wo einem bestimmte Mitglieder als „einer unserer Fürbitter“ vorgestellt werden, oder als „Leiter unseres Gebetsdienstes“, oder sogar als „unser Pastor für Gebet“. Einige werden darauf hinweisen, dass „Fürbitter“ kein Amt ist, das in Epheser 4,11 aufgelistet wird, zusammen mit Aposteln, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrern. Ich glaube, dass der Grund dafür ist, dass Fürbitter keine Regierungs-Gabe ist, sondern eher eine katalytische Gabe. Während die Bibel nicht spezifisch die Gabe und das Amt des Fürbitters beschreibt, habe ich dennoch in meinem Buch Prayer Shield (Gebets-Schild) dargelegt, dass es eine rechtmäßige Geistesgabe ist. Einige Gemeinden weisen ihre Fürbitter durch Namensschilder aus, damit diejenigen, die besondere Gebetsanliegen haben, erkennen an wen sie sich für Gebet wenden können. Fürbitter sind eines der drei wichtigen Ämter, zusammen mit Aposteln und Propheten, die jetzt weltweit anerkannt werden, und die uns trainieren, Gott effektiver im 21. Jahrhundert zu dienen. Die 80-er Jahre: Das Amt des Propheten Vor etwa einer Generation begannen einige Teile des Leibes Christi das Amt des Propheten in ihrer Mitte anzuerkennen. Aber größtenteils waren diese Teile vom Hauptstrom des Leibes Christi isoliert. Es war erst in den 80-er Jahren, dass Propheten von einem größeren Spektrum der Kirchen anerkannt wurden. Von den drei Schlüssel-Ämtern der Propheten, Apostel und Fürbitter, war es für traditionelle Christen am schwierigsten, den Dienst der Propheten zu bejahen, mehr als bei den beiden anderen Ämtern. Eine starke Haltung der Skepsis herrschte bei vie19


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len Leitern vor, die glaubten, dass nachdem Gott einmal zu uns durch die Bibel gesprochen hat, keine weitere Offenbarung mehr nötig sei. Die Vorstellung, dass Gott uns auch heute noch neue wichtige Dinge offenbart und uns darüber lehrt, entweder durch Propheten oder auf vielfältige andere Weisen, wurde von einigen sogar als Irrlehre angesehen. Die bedeutsame Rolle von Propheten, als Grundlage für den Leib Christi für unser neues Jahrhundert, ist eines der wichtigen Themen dieses Buches. Die 90-er Jahre: Das Amt des Apostels Mit der Anerkennung des Amtes des Apostels in den 90-er Jahren, war die vollständige Regierung der Gemeinde zum ersten Mal wiederhergestellt, seit dem ersten Jahrhundert nach Christus. Ich bin mir bewusst, dass einige diese Aussage in Frage stellen werden. Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach nie eine Zeit in der Geschichte der Kirche gegeben hat, wo die Kirche ohne Apostel gewesen ist. Ich stimme dem zu. Das ist der Grund, warum ich den Begriff „die Anerkennung“ des „Amtes“ von Aposteln verwende, nicht das Vorhandensein von „apostolischer Funktion“ oder Dienst. Diese Feinheiten werden in späteren Kapiteln klarer werden. Andere werden mit Recht darauf hinweisen, dass in bestimmten Teilen der Kirche das Amt des Apostels während der gesamten letzten 2.000 Jahre anerkannt war. Die römisch katholische Kirche, die anglikanische oder episkopale Kirche und viele andere Denominationen haben den Begriff „apostolisch“ sogar in ihren Namen integriert, um nur einige Beispiele zu nennen. Dennoch, wie dies auch für die prophetischen Bewegungen zutrifft, war die Betonung dieser apostolischen Bewegungen nie im Hauptstrom der lebenspendenden Gemeinden (wie ich sie nenne) angekommen, die heute an den Frontlinien der Ausbreitung des Christentums sind. Dies begann erst Anfang der 90-er Jahre. 20


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Die Produktion von durchdachten und informativen Büchern, trug zur schnellen Verbreitung einer Annahme von Aposteln und von wahrem apostolischem Dienst am Anfang dieses Jahrhunderts bei. Viele weitere Bücher werden darüber noch geschrieben werden, aber derzeit empfehle ich vier Bücher über Apostel und den apostolischen Dienst besonders: • Apostles and the Emerging Apostolic Movement von David Cannistraci. Zur gegenwärtigen Zeit ist dies das beste, allgemeine Textbuch über die wesentlichen Konzepte zum biblischen und praktischen Verständnis, was Apostel sind und was sie tun. • Apostles, Prophets and the Coming Moves of God von Bill Hamon. Bill Hamon von Christian International ist länger mit der Entwicklung apostolischer Dienste beschäftigt, als die meisten anderen evangelikalen Leiter. Mehr als jedes andere Buch, bietet dieses Buch einen geschichtlichen Hintergrund für das, was heute in der Bewegung geschieht. Es ist sehr informativ. • Moving in the Apostolic von John Eckhardt. John Eckhardt ist ein Apostel der Innenstadt von Chicago. Er ist überzeugter als die meisten anderen, tatsächlich in einer apostolischen Salbung zu dienen. Sein Buch ist das motivierendste von den vier. Wenn Sie es lesen, werden Sie Apostel lieben! • End Time Warriors von John Kelly und Paul Costa. Viele würden zustimmen, dass John Kelly heute der wortgewandteste Sprecher für die Grundlagen des apostolischen Dienstes ist. Sein Buch wird Ihr Verständnis eines modernen Apostels auf eine neue Ebene bringen.

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Der Sprung in ein neues Jahrhundert Was ich die Neue Apostolische Reformation nenne, schien sich Ende der 90-er Jahre mit einer ganz eigenen Dynamik durchzusetzen. Für mehrere Jahre habe ich diese Bewegung wie folgt definiert: „Die Neue Apostolische Reformation ist ein außergewöhnliches Werk Gottes gegen Ende des 20. Jahrhunderts, das auf bedeutsame Weise das Aussehen und die Gestalt der protestantischen Christenheit weltweit verändert. Für beinahe 500 Jahre haben christliche Gemeinden hauptsächlich innerhalb der Strukturen traditioneller Denominationen und Kirchen verschiedenster Prägung existiert. Besonders seit den 90-er Jahren, allerdings mit Wurzeln die fast ein Jahrhundert zurückreichen, sind neue Formen und Gestaltungsweisen des Dienstes aufgetaucht, in Bereichen wie Regierung der Ortsgemeinden, Beziehungen zwischen Kirchen, Finanzstrategien, Evangelisation, Mission, Gebet, Auswahl und Training von Leitern, die Rolle von übernatürlicher Kraft, Anbetung und anderen wichtigen Aspekten des Gemeindelebens. Einige dieser Veränderungen sehen wir heute in den Denominationen selbst, aber größtenteils nehmen sie die Form von locker strukturierten apostolischen Netzwerken an. In fast jeder Region der Welt machen diese neuen apostolischen Gemeinden das am schnellsten wachsende Segment der Christenheit aus.“ Mit einem Wort gesagt, erleben wir heute eindeutig die radikalste Veränderung der Weise wie Gemeinde gelebt wird, seit der protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass diese Veränderung von radikalerer Natur ist, als die der damaligen Reformation. Die Veränderung zur Zeit der Reformation war hauptsächlich theologischer Natur, die nur von minimalen Veränderungen im Leben der Gemein22


Apostel und Propheten

den begleitet war. Die Neue Apostolische Reformation ist jedoch hauptsächlich eine Veränderung des gemeindlichen Lebens, mit minimalen Veränderungen oder Anpassungen in der Theologie. Das ist der Grund, warum ich sagte, dass es eine Veränderung ist, wie „Gemeinde gelebt“ wird. Ebenso wie wir die Anfänge von nützlicher Literatur über die Gabe und das Amt des Apostels haben, gibt es zunehmen gute Quellen für die Neue Apostolische Reformation. Es gibt drei Bücher darüber, die ich hier empfehlen will: • Reinventing American Protestantism von Donald E. Miller. Der Religions-Soziologe Donald Miller hat eine umfangreiche Studie über drei Bewegungen verfasst, die zu den Pionieren der Neuen Apostolischen Reformation in Amerika gehören: Die Vineyard Bewegung, Calvary Chapel und die Hope Chapel. Dies ist kein langweiliges Buch über Soziologie, sondern eine sehr informative Beschreibung und Analyse dieser dynamischen Prototypen. Es gibt kein anderes Buch, dem dieses Buch wirklich vergleichbar wäre. • The New Apostolic Churches, herausgegeben von C. Peter Wagner. Als ich mit meiner Forschung über die Neue Apostolische Reformation begann, da hatte ich das Vorrecht, persönliche Beziehungen mit mehreren der führenden apostolischen Leiter der Bewegung zu bauen. In diesem Buch habe ich ein Kapitel zur Einführung geschrieben, und lasse dann 18 Apostel in der ersten Person ihre eigene Bewegung in je einem Kapitel vorstellen. Ich nenne dies den „Katalog“ der Neuen Apostolischen Reformation. • Churchquake! von C. Peter Wagner. Dies ist mein 71.000 Worte Textbuch über die Neue Apostolische Reforma23


C. PETER WAGNER

tion. Wenn sie den Eindruck haben, dass Sie nur die Zeit haben, eines von den sieben Büchern zu lesen, die ich in diesem Kapitel empfohlen habe, dann empfehle ich dieses Buch zur Gewinnung des Gesamtbildes. Bereit vorwärtszugehen Die Neue Apostolische Reformation hätte nicht ohne das beschriebene Springbrett in Existenz kommen können – oder ohne die verschiedenen Zwischenschritte auf dem Springbrett – während dem vorherigen 20. Jahrhundert. Ein Hauptgrund dafür ist, dass die Grundlage der Gemeinde vorhanden sein musste, bevor Gott damit beginnen konnte, all das zu tun, was Er in unserem 21. Jahrhundert tun will. Zur Wiederholung: Die Grundlage der Gemeinde sind die Apostel und Propheten, mit Jesus Christus als dem Eckstein. Wir wollen uns jetzt anschauen, was dies für uns und für unsere Gemeinden bedeutet.

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Kapitel 2

Was Apostel haben

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as unterscheidet Apostel von anderen Mitgliedern des Leibes Christi? Diese Frage wird meistens gestellt, wenn ich ein Gespräch über die Neue Apostolische Reformation führe. In der Regel ist die Motivation hinter dieser Frage nicht Opposition gegenüber der Vorstellung, dass es Apostel in der heutigen Gemeinde gibt, sondern eher aufrichtiges Interesse an Information. Tatsächlich hat es viel weniger Kritik an diesem Thema gegeben, als ich anfangs gedacht habe. Das heißt nicht, dass keine Auseinandersetzung oder Diskussion darüber erfolgt. Sehr viel anregender Austausch findet darüber mündlich und schriftlich statt, wie es bei der Einführung einer neuen Sache zu erwarten ist. Eisen schärft Eisen. Aber die meisten Diskussionen sind nicht feindseliger Natur, obgleich einige Leute leider versucht haben, dieser Bewegung falsche Lehre zu unterstellen. Jedoch größtenteils reflektiert der Dialog ein allseits vorhandenes Verlangen, klar zu hören, was der Geist zu den Gemeinden sagt. Ich glaube, dass es zwei wichtige Eigenschaften gibt, die Apostel von anderen Mitgliedern im Leib Christi unterscheiden: Die Autorität von Aposteln und die Einflussbereiche apostolischer Autorität. Schauen wir uns beide näher an.

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C. PETER WAGNER

Apostel haben außergewöhnliche Autorität In meinem Buch Churchquake! sage ich: „Von allen radikalen Veränderungen in der Neuen Apostolischen Reformation erachte ich eine als die radikalste Veränderung von allen. Sie ist so wichtig, dass ich diese Worte sehr genau formuliere: Das Maß an geistlicher Autorität, das Individuen vom Heiligen Geist anvertraut wird.“ Die zwei Schlüsselworte in dieser Aussage sind „Autorität“ und „Individuen“. Bis vor kurzem lag Schwerpunkt von Autorität in unseren Gemeinden in Gruppen, nicht in Individuen. Das Vertrauen wurde vor allem in Sitzungen, Kirchenräte, Komitees, Ausschüsse, Versammlungen, Vorstände, Synoden und ähnliches gesetzt. Nur überaus selten wurde das Vertrauen für wichtige Entscheidungen an Individuen delegiert, wie Pastoren oder Apostel. Dies ändert sich jedoch ganz grundlegend in der Neuen Apostolischen Reformation. Viele Informationen über Apostel finden wir im 1. und 2. Korintherbrief. Unter den Gläubigen in Korinth hatten bestimmte Leute beschlossen, die apostolische Leiterschaft von Paulus in ihrer Gemeinde in Frage zu stellen. Aus diesem Grund, als Paulus seine Briefe an diese Gemeinde schreibt, öffnet er sein Herz über viele Dinge, von denen wir vielleicht nie etwas erfahren hätten, wäre er nicht so ärgerlich gewesen. Ich werde einiges aus seinen Briefen an die Korinther in diesem Kapitel zitieren. Zum Beispiel erachtet Paulus es als notwendig, seine apostolische Autorität zu unterstreichen, indem er schreibt: „Denn wenn ich mich auch etwas mehr über unsere Vollmacht (Autorität) rühme, die uns der Herr zu eurer Erbauung und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so werde ich nicht beschämt werden“ 26


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