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Benny Hinn

Kathryn Kuhlmann Ihr geistliches Erbe und ihr Einfluss auf mein Leben


Kathryn Kuhlmann Ihr geistliches Erbe und ihr Einfluss auf mein Leben Benny Hinn © Christus für Europa William Carey Verlag gehört zu Christus für Europa e.V. ISBN 978-3-944108-06-3 1. Auflage Dezember 2013 Originaltitel: Kathryn Kuhlman – Her spiritual legacy and its impact on my life Published in Nashville, Tennessee by Thomas Nelson © Copyright 1999 Benny Hinn Copyright © der Bilder im Buch sowie des Titelbildes: Kathryn Kuhlman Foundation Bibelstellen der deutschen Version wurden in aller Regel der Elberfelder Übersetzung entnommen. Übersetzung: Markus Rapp Cover: Albrecht Fietz, Image Design Druck: CPI books, www.cpibooks.de Christus für Europa e.V. Berliner Straße 1 16356 Werneuchen 033398-918771 Kontakt: info@christusfuereuropa.de www.christusfuereuropa.de www.isddbibelschule.de http://cfeshop.rakuten-shop.de


Inhaltsverzeichnis Vorwort von Oral Roberts Vorwort von Rex Humbard Kapitel 1

1.000 Tode sterben

Kapitel 2

Wunder in der Main Street

Kapitel 3

Kannst du nicht still sein?

Kapitel 4

Das tiefste Tal

Kapitel 5

Aus der Wüste heraus

Kapitel 6

Ich glaube! Ich glaube wirklich!

Kapitel 7

Ohne IHN bin ich aufgeschmissen

Kapitel 8

Die geheime Kraft

Kapitel 9

„Sie will nach Hause gehen!“

Kapitel 10

Unbegrenzte Salbung

Kapitel 11

Allelujah! Allelujah!

Kapitel 12

Ja Herr, ich werde es tun!

Kathryn Kuhlman Foundation & Informationen


Widmung Dieses Buch widme ich den Menschen, deren Leben durch den Heiligen Geist und durch den Dienst von Kathryn Kuhlman berĂźhrt wurde, sowie ihren Kindern und Enkelkindern.


Vorwort von Oral Roberts

I

ch hörte zum ersten Mal in den 60-er Jahren von Kathryn Kuhlman, als wir in Kalifornien waren, um Fernsehsendungen in den NBC Studios in Burbank zu produzieren. Unser Direktor, Dick Ross, erzählte mir von ihr, und am folgenden Sonntag nahm ich an einem der Gottesdienste von Frau Kuhlman in Los Angeles teil. In dieser Versammlung kam der Geist Gottes über mich, als ich sah, wie der Herr erstaunliche Wunder der Heilung durch sie wirkte. Ich weinte vor Freude und wusste, dass Gott diese kostbare Dienerin berufen hatte – die unvergleichlich war in meiner Generation. Sie diente durch das Wort der Erkenntnis in stärkerem Maße, als ich es je gesehen hatte. Sofort sah ich die Gaben des Heiligen Geistes in einem ganz neuen Licht und wusste in meinem Herzen, dass Gott diese Gaben in Seinem Volk auf der ganzen Welt freisetzen wird. Ich glaube, dass es ein Signal war, das Gott sandte: „Ich bin der Ich – hier und heute, wie vor Urzeiten. Hört auf mich. Lasst euren Glauben zu mir aufsteigen und erlebt die Wunder meiner Gnade.“ Und ich glaube es heute mehr als je zuvor. Ich spüre, dass Gott das Wort der Erkenntnis durch Kathryn Kuhlman stärker in das Bewusstsein des Leibes Christi brachte, denn es wird heute mehr und mehr gebraucht. Der Dienst von Kathryn in der Oral Roberts Universität rührte unsere ganze Leiterschaft und unsere Studenten zu Tränen und zeigte uns allen, dass Gott uns persönlich heimsucht. Wir waren danach nie wieder dieselben. Wir sind Gott sehr dankbar für sie und für ihr Leben. Evelyn und ich waren sehr gesegnet, Kathryn Kuhlman persönlich zu kennen und schätzten sie als einen lieben Freund. Sie 5


war eine wirkliche Gefährtin im Dienst der Zeichen und Wunder und wir liebten sie sehr. Als die letzten Stunden ihres Lebens im Hillcrest Krankenhaus in Tulsa gekommen waren, bat sie uns nicht dafür zu beten, dass sie geheilt wird, sondern dass sie befreit wird, zu ihrem himmlischen Vater zu gehen. Ich war nicht beleidigt, sondern tief bewegt, als sie mit ihrem Finger nach oben zeigte und sagte: „Ich will nachhause gehen“. Wir ehrten ihr Verlangen. Als mein Freund und Chirurg, Dr. Bill Loughridge, aus dem Operationssaal kam, sagte er mir: „Wir hatten eine perfekte Operation, aber sie will wirklich nachhause gehen. Es liegt jetzt an ihr.“ Ich konnte die starke Gegenwart Gottes in dem Krankenhaus spüren, aber auch eine Traurigkeit, weil wir wollten, dass sie noch bleibt. Kathryn‘s Dienst beeinflusste mich persönlich sehr positiv, weil sie in der Gegenwart Gottes lebte, etwas, was ich selbst erfahren habe. Es war so, als ob zwei Diener Gottes eine höhere Verbindung miteinander hatten, durch Gottes Wunder wirkende Kraft. Sie berührte auch unseren Sohn Richard, indem sie ihn sehr ermutigte, auf seinem Weg in den Heilungsdienst. Die Manifestation des Wortes der Erkenntnis durch seinen Dienst, kann auf den Einfluss ihres Lebens zurückgeführt werden. Dafür danken wir Gott. In den Gottesdiensten von Kathryn Kuhlman, die ich besuchen durfte, erlebte ich die Wunder wirkende Kraft Gottes. Ich sah Menschen, die völlig verkrüppelt waren, auf ihre Füße springen und buchstäblich durch den Saal laufen. Obwohl seither viele Jahre vergangen sind, schätze ich bis heute ihr Leben, ihren Dienst und ihr Erbe. Unter denen, die eine besondere Berufung in den Wunder/Heilungsdienst haben, hat niemand einen herausragenderen Platz in meinem Herzen als sie. Noch heute höre ich ihre Gebete in meinen Ohren und in meinem Geist. „Heiliger Geist, lass mich niemals meinem Herrn ungehorsam sein.“ 6


Es gab niemanden wie sie, dennoch sehe ich die Kraft Gottes, die auf Kathryn Kuhlman war, heute auch auf andere kommen. Ihr besonderer Sohn im Herrn, Benny Hinn, der vom selben Heiligen Geist eingenommen wurde, führt heute ihr Erbe weiter. Wenn ich meinen lieben Freund Benny sehe, dann bedeutet das für mich, Kathryn in vielerlei Weise wieder zu sehen. Er wurde vom Herrn gesalbt, um große Menschenmengen durch die Kraft des Heiligen Geistes zu bewegen, auf eine einmalige Weise in unserer Generation. Ich fühle mich doppelt geehrt, diese beiden Diener Gottes gekannt und geliebt zu haben. Ich sehe heute Benny Hinn als den führenden Heilungs-Evangelisten der Welt. Und, dank sei Gott, sein Dienst ist noch lange nicht abgeschlossen. Oral Roberts

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Vorwort von Rex Humbard

W

eihnachten 1953 war eine sehr schwierige Zeit für mich, meine Frau Maude Aimee, und unsere zwei kleinen Kinder. Wir waren mitten in mühsamer Vorbereitung des Baus unseres Gemeinde Gebäudes in Akron, Ohio, und es waren schwierige Zeiten. Eines Morgens, einen Tag vor Weihnachten, schauten wir aus unserem Fenster und sahen einen langen schwarzen Wagen in unsere Einfahrt fahren. Als die Tür sich öffnete, stieg eine große, hübsche und liebenswürdige Frau aus, die Arme voller Geschenke für unsere Kinder und die Familie. Diese wundervolle Person war keine andere als Kathryn Kuhlman. Wir hatten sie weniger als ein Jahr gekannt; aber von diesem Zeitpunkt an, bis zu ihrem Heimgehen zum Herrn, war sie eine unserer liebsten Freunde und teilte viele unserer Triumphe und Leidenszeiten mit uns, während wir das Evangelium von Jesus Christus predigten. Einige Monate davor, führten wir im Sommer 1952 als Familie eine stadtweite Evangelisation in unserem 6.000 Sitzplätze Zelt in Akron, Ohio durch. Nach unserem ersten Gottesdienst am Samstagabend, warteten zwei Frauen darauf, mich zu sehen. Ich erkannte eine von ihnen als eine langjährige Freundin, Myrtle Parrott, die wir zum ersten Mal 1939 in Dallas, Texas getroffen hatten. Sie stellte mich ihrer Schwester Kathryn Kuhlman vor und sagte: „Ich bin sicher, Sie haben von ihrem Dienst gehört.“ Aber im Gegenteil, ich hatte nie zuvor von Frau Kuhlman gehört. Als wir redeten, sagte Kathryn, dass sie gerne unser Zelt für Gottesdienste am Sonntagmorgen benutzen würde. Ich sagte ihr, dass ich noch nie in einer ihrer Versammlungen gewesen sei, und dass ich gerne nach Youngstown kommen würde, wo sie diente, um einen ihrer Gottesdienste zu erleben. Am nächsten Sonntagmorgen kam im ich Stambaugh Auditorium in Youngstown, Ohio früh morgens an, und das Gebäude 8


war bereits zum Überfließen mit Menschen gefüllt. Als Frau Kuhlman auf die Bühne kam, kam die Gegenwart des Heiligen Geistes an den Ort herab wie eine schwere Wolke. Sie diente für mehr als 3 Stunden, predigte, sang und hielt einen HeilungsGottesdienst – und schließlich am wichtigsten für mich – machte sie einen Altarruf für diejenigen, die Jesus als ihren persönlichen Retter annehmen wollten. Als sie diesen einfachen Aufruf für Bekehrung machte, wurde der ganze vordere Bereich des Saales mit Menschen gefüllt, die ihr Bekenntnis des Glaubens ablegen wollten. In diesem einen Gottesdienst gaben über 1.000 Menschen ihre Herzen dem Herrn. Mit Freuden teilte ich Frau Kuhlman mit, dass sie gerne unser Zelt nutzen könne, und dass ich ihr auf jegliche Weise helfen würde, den Dienst zu tun, zu dem Gott sie berufen hatte. Sofort gab Kathryn der Menge bekannt: „Ich werde am nächsten Sonntagmorgen um 11:00 Uhr im Humbard Erweckungszeit sein.“ Wir hatten keine Vorstellung davon, was uns am nächsten Sonntag erwarten würde. Um 4:30 Uhr am Sonntagmorgen kam die Polizei zu unserem Haus und teilte uns mit, dass das Zelt bereits voll sei, und dass ich sofort kommen und dabei helfen müsse, die Menschenmengen zu kontrollieren. Bereits um 7:30 Uhr morgens begann Kathryn Kuhlman ihren Gottesdienst, der mehr als 6 Stunden dauerte. Unzählige Leben wurden verändert, Körper wurden geheilt, Seelen wurden gerettet und von dieser Zeit an, würde der Dienst, der in Akron begonnen hatte, nie wieder dieselbe sein. Am nächsten Morgen, berichtete die Zeitung von Akron, das Akron Beaton Journal, dass über 18.000 Menschen an der Versammlung teilgenommen hatten. Jeder Sitzplatz war besetzt, tausende standen im Zelt, und Scharen von Menschen standen weiträumig um das Zelt herum, indem sie versuchten, an diesem mächtigen Werk des Herrn teilzuhaben. Dies war die größte Bewegung des Geistes Gottes, die ich bis dahin je gesehen hatte! 9


Kathryn kam für viele weitere Sonntage nach Akron zurück, und diente auf ihre besondere Weise durch die Predigt des Evangeliums Jesu Christi. Viele Jahre später hatte ich erneut das Vorrecht gemeinsam mit Kathryn Kuhlman im Anaheim Convention Center in Südkalifornien zu dienen. Viele tausende Menschen nahmen daran teil, und obwohl ihre Gesundheit bereits schwach geworden war, und sie bald unseren Herrn von Angesicht sehen würde, führte sie den Gottesdienst genauso durch, wie viele Jahre zuvor im Evangeliumszelt in Akron. Wieder fiel der wunderbare Geist des Herrn auf das Convention Center und unzählige Leben wurden für immer verändert. In meinen mehr als 66 Jahren des Vollzeitdienstes, haben vier große geistliche Leiter einen besonderen Einfluss auf mein Leben gehabt. Dr. Billy Graham, den ich seit mehr als 50 Jahren kenne. Dr. Oral Roberts, der 1949 das Gebet des Glaubens für die Heilung unseres ältesten Sohnes, Rex Junior betete, der an Tuberkulose litt und geheilt wurde. Kathryn Kuhlman, wahrscheinlich der beste Freund, den meine Frau Maude und ich jemals hatten, berührte unser Leben auf wunderbare und persönliche Weise. Benny Hinn, mit dem ich das Vorrecht hatte, in seinen Evangelisationen in den ganzen USA und in Kanada zusammen zu dienen. Pastor Benny empfing viel von seiner Inspiration und geistlichen Grundlage durch die Teilnahme an Versammlungen von Kathryn Kuhlman. Wenn ich heute auf der Bühne von Benny Hinn‘s Evangelisationen sitze, dann kann ich denselben Geist spüren, den ich vor vielen Jahren während der Gottesdienste von Frau Kuhlman spürte. Heilungen geschehen im ganzen Saal und viele geben ihr Zeugnis von Wunderheilungen, die sie in einer Benny Hinn Versammlung erlebt haben.

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Am allerwichtigsten; ich sehe die wunderbar gesalbten Altaraufrufe zur Errettung, wie ich sie 1952 sah, als ich zum ersten Mal die Gottesdienste von Kathryn erlebte, im Stambaugh Auditorium in Youngstown, Ohio. Das Werk Gottes, das vor vielen Jahren begonnen hat, wird heute durch den Dienst von Pastor Benny Hinn fortgesetzt. Unser Gebet ist, dass die kommenden Tage zu den besten Zeiten werden, die Benny Hinn je erlebt hat, wegen seiner Treue zu Gottes Werk und zu den Prinzipien, die er zu Füßen einer der größten Diener Gottes gelernt hat, Kathryn Kuhlman. Rex Humbard

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Kapitel 1

1.000 Tode sterben

I

ch versuchte zu schlucken, aber meine Kehle war trocken. Ein übler Knoten war in meinem Bauch und meine Beine fühlten sich taub an, fast gelähmt. Nie zuvor, in meinen 24 Jahren, hatte ich solche Furcht verspürt. Schließlich fasste ich meinen Mut zusammen, und zog den schweren Vorhang der Pittsburgh Carnegie Musikhalle für einen schnellen Blick zurück. Der Saal war mit Menschen gefüllt, die gekommen waren – einige aus großer Entfernung – um an einem Gedenk-Gottesdienst zu Ehren von Kathryn Kuhlman teilzunehmen. Es war im Jahr 1977, ein Jahr nachdem diese berühmte Frauen- Evangelistin verstorben war. Dies waren ihre Leute, und sie hatten Kathryn von ganzem Herzen geliebt. Außerdem war Pittsburgh die Heimat ihres Dienstes für fast drei Jahrzehnte gewesen. Sie war zu einer Institution in dieser Stahl Metropole geworden, geehrt von den Stadtvätern und geliebt von tausenden Menschen jeder Ebene der Gesellschaft. „Warum ich?“, fragte ich mich, immer noch von Furcht erstarrt. Niemand wusste, wer ich war. Warum wurde ich eingeladen, bei dieser einmaligen und besonderen Veranstaltung zu dienen? Nur drei Jahre zuvor hatte ich meine erste Predigt gehalten. Ich war ein Neuling. Und jetzt dies! Früher an dem Tag, war ich gebeten worden, in das Carlton Haus zu kommen, in dem die Büros der Kathryn Kuhlman Foun13


dation (Stiftung) waren. Nach einigen Höflichkeiten, rief mich Maggie Hartner beiseite, die Kathryns engste Freundin und Mitarbeiterin gewesen war, und gab mir einen gut gemeinten Rat. Auf ruhige Weise sagte sie zu mir: „Gehe jetzt nicht und bete die ganze Zeit, und werde so mit dir selbst und deinen Nöten beschäftigt, dass Gott dich heute Abend nicht gebrauchen kann.“ Und sie fügte hinzu: „Gehe und lege dich ein wenig hin und mache ein Nickerchen.“ Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte. Sie forderte mich auf nicht zu beten? Ich dachte mir: „Das ist wohl der ungewöhnlichste Rat, der mir jemals gegeben wurde!“ Ich verließ das Gebäude und sagte mir. „Sie weiß nicht wovon sie redet. Ein Nickerchen machen, wenn ich beten sollte? Auf keinen Fall! Ich werde beten, ob es ihr gefällt oder nicht!“ Und, da ich Maggie‘s Sicht nicht verstehen konnte, tat ich genau das. Sobald ich in meinem Hotelzimmer zurück war, fing ich an voller Eifer für den Gottesdienst am Abend zu beten. Oh, wie ich betete. Für fünf Stunden bombardierte ich den Himmel mit Gebet. Und dann war ich bereit, hinzugehen und es für Jesus zu tun! Schritt halten, Schritt halten Eine Stunde vor dem Gottesdienst kam Jimmie McDonald in meinem Hotel an. Dieser hervorragende Sänger hatte auf der Plattform mit Frau Kuhlman in den letzten 15 Jahren ihres Dienstes gedient. Als wir zum Carnegie Saal fuhren, ging er mit mir das Programm durch, das für den Abend geplant war –was der Chor singen würde, und was er für seinen eigenen Musikteil vorbereitet hatte. Eine Besonderheit des Gedenk-Gottesdienstes an dem Abend würde das Zeigen einer Filmaufnahme von Kathryn Kuhlman‘s Wunder-Gottesdienst sein, den sie im Mai 1975 in Las Vegas gehalten hatte. Es war der einzig professionell aufgenommene 14


Film, den Frau Kuhlmann je erlaubt hatte, von einer ihrer Gottesdienste zu drehen. Wir kamen im Carnegie Saal an und Jimmie verschwand für einen Moment, um sich um die letzten Details zu kümmern. Während ich auf seine Rückkehr wartete, nahm ich mir einen Moment Zeit, um meine Umgebung zu untersuchen. Der Carnegie Saal war ein wunderschönes Gebäude mit herrlichen Balkons und entzückender Verzierung. Hinter dem Vorhang konnte ich die Musik von Kathryn Kuhlman‘s Chor hören. Es war so aufregend hier zu sein, und ich fühlte mich sehr geehrt, ein Teil davon zu sein, da kaum jemand wusste, wer ich überhaupt war. Während der Chor noch probte, kam Jimmie zurück, um mir einige letzte Anweisungen zu geben. „Nun Benny, nachdem der Film gezeigt wurde, werde ich die Anwesenden in dem Chorus leiten, Jesus, Jesus, da ist etwas an diesem Namen. Das wird dein Zeichen sein hereinzukommen.“ Ich nickte zustimmend. Jimmie verschwand wieder durch die Vorhänge und kurz danach begann der Gottesdienst. Während der Film gezeigt wurde, ging ich im dunklen Bereich hinter der Bühne hin und her, beinahe überwältigt vor Angst. Plötzlich erinnerte ich mich, wie Kathryn Kuhlman von ihren eigenen Kämpfen vor einem Wunder-Gottesdienst berichtet hatte. Meine Erinnerung kam zurück. Ich konnte fast ihre Stimme hören, wie sie sagte: „Es gibt vier Stufen, die zur Bühne führen, wonach sich die Türen öffnen, auf die Bühne des Carnegie Saals in Pittsburgh. Da ist ein schwarzer Griff an der Tür. Ich bin diese vier Stufen viele Male empor gestiegen, und habe meine Hand auf diesen schwarzen Türgriff gelegt, und Kathryn Kuhlman ist 1.000 Tode an diesem Ort gestorben.“ Warum würde sie so eine Aussage machen? Um es mit ihren Worten zu sagen: 15


„Weil ich wusste, wenn ich diese Tür öffne, dann würden dort draußen in dem Saal Menschen sitzen, die hunderte von Meilen angereist waren. Dies waren Menschen, die große Opfer gebracht hatten, um zu diesem Wunder-Gottesdienst zu kommen. Da draußen sind Leute, die diese Versammlung als ihre letzte Hoffnung ansehen. Die Ärzte konnten nichts mehr für sie tun. Und sie sind gekommen, weil sie sich sagten, ‚Wir werden zu einem dieser Wunder-Gottesdienste gehen und werden glauben, dass Gott unsere Gebete erhört.‘“ Ich konnte Frau Kuhlman weiter sagen hören: „Ich wusste genau, dass da draußen ein Vater und Ehemann im Saal saß, der von seiner Arbeit frei genommen hatte. Er war mit seiner Frau und mit seinem kleinen Kind gekommen. Sie hatten alles versucht. Vielleicht zehrte Krebs den Körper seines Kindes auf. Und dieses Kind war kostbarer für seine Eltern, als alles auf der Welt.“ Dann sagte sie: „Ich wusste, als ich auf der obersten Treppenstufe stand, dass ich keine Kraft in mir hatte, um zu heilen, selbst wenn mein Leben davon abhängen würde. Oh, diese Hilflosigkeit bei alledem – diese völlige Hilflosigkeit. Und die völlige Abhängigkeit von der Kraft des Heiligen Geistes. Ich starb nicht nur einmal, nicht zweimal, nicht ein dutzend Mal. Ich starb immer und immer wieder.“ Jetzt war ich an der Reihe. „Wo warst du?“ Als der Film beendet war, fing Jimmie McDonald an das Lied zu leiten, wie es geplant war. Das bedeutete, dass die Zeit für mich gekommen war, auf die Bühne zu gehen. Noch einmal schaute ich auf die Menschenmenge von der Treppe hinter der Bühne, und ich war voller Furcht. Zum zweiten Mal hörte ich die Menge singen Jesus, Jesus, da ist etwas an diesem Namen. Dann zum dritten Mal. Schließlich kündigte Jimmie an – mehr für mich als für die Anwesenden – „Wir werden jetzt noch einmal singen, und dann wird Benny Hinn herauskommen.“ 16


Da die meisten Leute mich nicht kannten, stellte Jimmie mich mit einer schmeichelnden Einführung vor und sagte schließlich: „Lasst uns nun einen großen Pittsburgh Applaus für Benny Hinn geben!“ Ich spürte die Anspannung jedes Muskels, als ich auf die Bühne schritt. Ich ging langsam auf Jimmie zu. Er flüsterte „Wo warst du?“, und verschwand hinter dem Vorhang. Ich war so nervös, dass ich nicht sprechen konnte, also entschied ich, die Anwesenden nochmals in dem Chorus zu leiten. Mir war jedoch nicht bewusst, dass die Musiker die Tonlage verändert hatten, und ein anderes Lied angestimmt hatten. Als ich anfing die Versammlung in dem bekannten Lied von Jesus, Jesus, da ist etwas an diesem Namen, zu leiten, da wurde mir schmerzhaft bewusst, dass die Tonlage viel zu hoch war. Es war ein Desaster. Niemand konnte mit mir singen und ich kämpfte mit mir selbst, und war zutiefst beschämt. Im Inneren bettelte ich: „Bitte, lass diesen Gottesdienst enden. Ich muss hier raus und will nach Hause gehen.“ Nach ungefähr 30 Minuten, die für mich wie eine Ewigkeit schienen, warf ich schließlich meine Arme in die Luft und rief laut: „Ich kann es nicht! Herr, ich kann es nicht!“ In dem Moment, hörte ich eine Stimme tief in meinem Inneren, die sagte: „Ich bin froh, dass du es nicht kannst. Jetzt tue ich es.“ Sofort war alle Einschüchterung und Furcht verschwunden. Mein Körper entspannte sich. Ich fing an, Worte zu sprechen, die ich nicht vorbereitet hatte und die Kraft Gottes berührte Menschen im ganzen Saal. Es war ein bewegender und unvergesslicher Abend. Nach dem Gottesdienst teilte Maggie mir etwas mit, woran ich mich immer erinnern werde: „Kathryn sagte immer: Es sind nicht deine Gebete, es ist nicht deine Fähigkeit, es ist deine Unterordnung. Benny, lerne einfach, dich unterzuordnen.“ Erschöpft und durch die Erfahrung dieses Abends ermüdet, antwortete ich Maggie: „Ich glaube nicht, dass ich weiß, wie ich das tun soll.“ 17


Maggie Hartner sagte: „Nun, du hattest heute Abend deine erste Erfahrung damit.“ Die nächsten drei Jahre hielt ich mehrere Male im Jahr Wunder-Gottesdienste in der Carnegie Musikhalle und in der Soldaten & Segler Gedenkhalle, die von der Kathryn Kuhlman Foundation gesponsert wurden. Das Zittern hörte nicht auf In den letzten Jahren habe ich immer wieder etwas davon erzählt, wie Gott Frau Kuhlman gebraucht hat, um mein Leben auf dramatische Weise zu beeinflussen und zu transformieren. Ihr Einfluss war größer als die meisten sich vorstellen können. Ich kam in derselben Stadt an einem Freitag, den 21. Dezember 1973, in einem Charterbus aus Toronto an, um an einem ihrer Wunder-Gottesdienste in der First Presbyterian Church teilzunehmen. Ich war gerade 21 Jahre alt, und war zwei Jahre zuvor Christ geworden, und meine geistliche Reise hatte bereits einige unerwartete Wendungen genommen. Nachdem ich in einem griechisch-orthodoxen Haus in Jaffa, in Israel aufgewachsen war, und von Nonnen einer katholischen Schule erzogen worden war, wanderte unsere Familie nach Toronto aus, als ich 15 Jahre alt war. Vier Jahre später, nachdem ich in eine Gebetsgruppe von Studenten eingeladen wurde, bat ich Christus mein persönlicher Retter zu werden. Von dem Moment an war ich wie ein geistlicher Schwamm – ich sog alles in mich auf, was ich konnte. Die Gemeinde, die ich in Toronto besuchte, wurde von fast 3.000 charismatischen jungen Menschen besucht. In ihren begeisterten Lobpreiszeiten erhoben sie ihre Hände, sangen im Geist und beteten in neuen Zungen. Während ich mit Begeisterung ihre Versammlungen besuchte, und mich auf jedes Treffen mit großer Erwartung 18


freute, suchte ich verzweifelt nach mehr von Gott. Mein Herz schien zu schreien: „Herr, ist das alles, was es gibt?“ Eines Tages führte Gott einen Geist-erfüllten, freien Methodisten Prediger über meinen Weg. Sein Name war Jim Poynter. „Benny“, sagte er, „hast du je von dem Dienst von Kathryn Kuhlman gehört?“ „Oh, ist das die Frau, die im Fernsehen auftritt und diese langen weißen Kleidern trägt?“, antwortete ich. Ich erinnerte mich, dass ich ihr Programm ein oder zweimal gesehen hatte, war aber von ihrem dramatischen Stil nicht besonders angezogen. „Ich denke du solltest einmal zu einem ihrer Gottesdienste kommen und ihren Dienst persönlich erleben“, sagte Jim. Er erzählte mir von dem Bus, den er gemietet hatte, und lud mich ein, in seiner Gruppe mitzukommen. Ich stimmte zu. Da wir durch einen Schneesturm fuhren, kamen wir in unserem Hotel in Pittsburgh spät nachts an. „Benny, wir müssen um 06:00 Uhr morgens in der Kirche sein, wenn wir einen guten Platz kriegen wollen“, sagte Jim. Nach nur vier Stunden Schlaf, kamen wir am frühen Morgen vor der Kirche an, als es noch völlig dunkel war. Mehrere hundert Menschen waren bereits da und warteten darauf, dass sich zwei Stunden später die Türen öffnen würden. „Ist das immer so?“, fragte ich einige Leute. „Jede Woche“, antwortete eine Frau. Der Morgen war bitterkalt, aber ich war gut vorbereitet mit mehreren Lagen Kleidung, plus Handschuhen, Stiefeln und einer Mütze. Plötzlich fing jedoch mein Körper an zu vibrieren, als ob mich jemand schüttelte. „Das kann nicht das Wetter sein“, dachte ich, da ich mich warm fühlte unter meiner Kleidung. Ich knüpfte meinen Mantel noch enger zu und wartete an dem kalten Morgen. Aber je länger ich dort stand, umso unkontrollierbarer wurde das Zittern. Ich konnte es in meinen Beinen, Armen und sogar in meinem Mund spüren. „Was geschieht da mit mir?“, fragte ich mich. 19


„Benny, wenn sich diese Türen öffnen, dann laufe so schnell du kannst, um vordere Plätze zu kriegen“, wies Jim mich an. „Wenn du nicht schnell bist, dann laufen alle an dir vorbei.“ Ungefähr eine Minute später öffneten die Ordner die Türen, und ich rannte zur vordersten Reihe der Kirche, als wäre ich in einem 100-Meter Lauf – nur um gesagt zu kriegen, dass die erste Reihe bereits reserviert sei. Die zweite Reihe war auch schon gefüllt, aber Jim und ich fanden sehr gute Plätze in der dritten Reihe. Ich zog meinen dicken Mantel aus und versuchte mich zu entspannen. Es war mir überhaupt nicht kalt, und trotzdem hörte das Zittern in meinem Körper nicht auf. Schließlich machte ich mir Sorgen. Dieses ungewöhnliche Gefühl schien jedoch mehr als nur rein körperlich zu sein. Etwas geschah in mir innerlich, und es war mir zu peinlich, Jim davon zu erzählen. Wie kann ich es erklären? Die Musik fing an zu spielen und plötzlich kam die FrauenEvangelistin mit ihren leuchtend roten Haaren und in einem langen weißen Kleid auf die Bühne. Zu sagen, dass die Atmosphäre aufgeladen war, beschreibt nicht einmal annähernd, was ich an diesem Morgen empfand. Die ganze Menge fing an zu singen „Wie groß bist du“, und von der ersten Strophe an liefen mir Tränen die Wangen herunter. Meine Hände waren hoch in der Luft erhoben, und ich hatte das Gefühl, in der Herrlichkeit gebadet zu werden. Nie zuvor hatte ich so etwas in meinem christlichen Leben erlebt. Dann, als das Lied endete, hörte auch das Zittern in meinem Körper auf. Ich stand still da, und betete weiter den Herrn an. In dieser heiligen Atmosphäre spürte ich, wie ein sanfter Windzug zu wehen anfing. Ich öffnete meine Augen und schaute um mich, um zu sehen, wo der Windzug herkam. Ich blickte nach oben, aber da waren keine Fenster geöffnet. Trotzdem spürte ich die20


sen ungewöhnlichen Wind, wie er sich an einem Arm hinauf und am anderen Arm wieder herabbewegte – wieder und wieder, wie eine Welle. Dies geschah für mehrere Minuten, und dann spürte ich etwas, als ob mein ganzer Körper in eine warme, wohltuende Decke eingewickelt wurde. Es war unglaublich. Ich dachte: „Wie kann ich das nur jemand erklären?“ Als Frau Kuhlman zu dienen anfing, war ich im Geist verloren. Ich flüsterte: „Lieber Jesus, bitte habe Erbarmen mit mir.“ Ich sagte es immer wieder, und während ich dieses Gebet flüsterte, war es, als ob ein Flutlicht auf meine Fehler, Schwächen und Sünden gerichtet war. Dann hörte ich die sanfte Stimme des Herrn sagen: „Mein Erbarmen ist überfließend auf dir!“ Zum ersten Mal in meinem Leben war ich in einer Zwiesprache mit Gott. Er redete mit mir und zeigte mir Sein Erbarmen und Seine Liebe. Nichts in meinem Leben, das ich bisher erlebt hatte, konnte mit diesem herrlichen Moment verglichen werden. Am Abend davor, während unserer Reise nach Pittsburgh, hatte Jim mir von den Wundern erzählt, die in Frau Kuhlman‘s Gottesdiensten geschahen. „Sie hat keine Heilungsreihe“, erklärte er. „Und sie legt den Menschen auch nicht persönlich die Hände auf. Wenn die Salbung des Heiligen Geistes kommt, werden die Leute auf wundervolle Weise geheilt und kommen dann einfach nach vorne, um ihr Zeugnis zu geben.“ Jim hatte versucht, mich darauf vorzubereiten, aber ich hatte nie zuvor solch eine Demonstration von Gottes Wunder-wirkender Kraft erlebt. Taube Leute konnten plötzlich wieder hören. Eine Frau stand aus ihrem Rollstuhl auf und fing an zu laufen. Es gab viele Zeugnisse von Menschen, die von Tumoren, Augenleiden, Arthritis und anderen Krankheiten geheilt wurden. An einem Punkt des Gottesdienstes sah ich Frau Kuhlman, wie sie ihr Gesicht in ihren Händen verbarg und schluchzte. Die Musik hörte auf. Niemand bewegte sich für mehrere Minuten. Es war absolute Stille. Dann, in einem Moment, warf sie ihren Kopf nach 21


hinten und richtete ihren langen Finger nach vorne und sprach mit einer Kühnheit und Autorität die jeder Beschreibung spottet: „Biiitteee“, flehte sie. „Bitte, betrübt nicht den Heiligen Geist!“ Immer noch schluchzend, sagte sie: „Versteht ihr nicht? Er ist alles, was ich habe!“ Und sie fuhr fort: „Bitte! Verletzt Ihn nicht. Er ist alles, was ich habe. Verletzt nicht den Einen, den ich liebe!“ Sie holte tief Atem und richtete ihren Finger über die Kanzel. Es schien, als würde sie direkt auf mich zeigen, als sie sagte: „Er ist realer als alles andere in der Welt! Er ist realer für mich als ihr es seid!“ In dem Moment wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass der Heilige Geist kein „es“ ist. Er ist eine Person, und von nun an verlangte ich mehr als alles in der Welt danach, Ihn kennenzulernen. Den ganzen Weg zurück nach Toronto wiederholte mein Geist immer wieder die Szene, wo Frau Kuhlman sich über die Kanzel gebeugt und gesagt hatte: „Er ist realer für mich als ihr es seid!“ Es bewirkte ein Verlangen in mir, Ihn auch kennenzulernen. Er ist eine Person! In der Nacht konnte ich, in meinem Schlafzimmer in unserem Haus, nicht schlafen. Meine Gedanken gingen immer wieder zu dem zurück, was ich erlebt hatte – die Wunder und die Worte, die von dieser außergewöhnlichen Dienerin Gottes gesprochen worden waren. Plötzlich spürte ich, wie mich etwas aus meinem Bett heraus auf den Boden zog. Ich fiel auf meine Knie, und die ersten Worte, die aus meinem Mund kamen, waren „Heiliger Geist“. Es war völlig neu für mich, zum Heiligen Geist als zu einer Person zu sprechen. Ich hatte zum Vater und zu Seinem Sohn gesprochen, aber bisher hatte ich nie erkannt, dass der Heilige Geist eine reale und lebendige Person ist. Ohne zu wissen, was geschehen würde, fing ich an laut zu sprechen. „Heiliger Geist. Kathryn sagt, dass du ihr Freund 22


bist. Ich denke nicht, dass ich dich kenne. Vor dem heutigen Tag dachte ich, ich würde dich kennen. Aber durch die Versammlung erkannte ich, dass es nicht so ist. Kann ich dir begegnen? Kann ich dir wirklich begegnen?“ Ich hatte keine Vorstellung, was ich erwarten sollte. Würde Er antworten? Wenn ja, wie? Zuerst war da völlige Stille. Nichts geschah. Dann, einige Minuten später, als ich auf dem Boden in meinem Zimmer mit geschlossenen Augen saß, fing ich plötzlich wieder am ganzen Körper zu zittern und zu vibrieren an – genau wie es in der Kirche in Pittsburgh geschehen war, als ich gewartet hatte, dass der Gottesdienst beginnen würde. Ich zitterte durch die Kraft des Heiligen Geistes. Er war da, gegenwärtig in meinem Zimmer. Ich konnte Ihn spüren. Nach einer der friedlichsten Nächte wachte ich auf und sagte etwas, was mir nun wie die natürlichste Sache der Welt schien: „Guten Morgen, Heiliger Geist!“ Von diesem Morgen an war Er mein Lehrer, mein Ratgeber, mein Tröster und mein engster Freund. „Habt ihr auf mich gewartet?“ Mein Leben fing an, sich dramatisch zu verändern. Tag für Tag, Nacht für Nacht war ich in Gottes Wort vertieft. Ich öffnete meine Bibel und der Heilige Geist ließ buchstäblich meine Augen auf eine bestimmte Stelle der Schrift fallen, und dann auf eine weitere. Er erweiterte mein Verständnis und bewirkte, dass das Wort Gottes für mich lebendig wurde. Neben meinem Bett stand ein kleines Radio, und jeden Abend schaltete ich WWVA an, eine 50.000 Watt-Radiostation aus Wheeling in West Virginia. Das kraftvolle Signal reichte nicht nur bis nach Kanada, sondern in die gesamte Osthälfte der USA und sogar bis nach Europa. 23


Ich wusste, dass ich die richtige Frequenz hatte, wenn ich Kathryn Kuhlman‘s Stimme mit ihrer vertrauten Begrüßung hörte: „Hallo ihr! Und habt ihr auf mich gewartet?” In ihrem betonenden Stil, war es eher „Halloooooo! Und habt ihr auf mich gewaaaaaartet?“ Dann fügte sie gewöhnlich hinzu: „Das ist so nett von euch. Ich wusste einfach, dass ihr da sein würdet.“ Abend für Abend nährte sie meine Seele, und kehrte immer wieder zu dem Thema zurück, das ihren Dienst zu bestimmen schien. Sie nannte Ihn „die größte Kraft in der Welt – der Heilige Geist“. Frau Kuhlman lachte oft selbst über ihren Stil, den sie „als Missouri Kornbrot“ beschrieb, weil er so bodenständig war. Ihre Worte waren sehr einfach und klar, aber auch sehr tiefgründig, und sie berührten mich stets in meinem Innersten. Ich kann immer noch ihre Stimme in meinem Zimmer kommen hören: „Du fragst vielleicht: Wie kann ich mit dem Heiligen Geist gefüllt werden? Ich will dir die Antwort in wenigen Worten geben. Gib dich selbst und alles was du hast Jesus hin. Du fragst dich vielleicht: Ist das wirklich so einfach? Ja, es ist so einfach.“ Ohne jeden Zweifel waren die zwei größten Faktoren für mein anfängliches geistliches Wachstum der Heilige Geist und Kathryn Kuhlman, in dieser Reihenfolge. Ich nahm jede Gelegenheit wahr, um an ihren Freitagmorgen Versammlung teilzunehmen. Wenn ein Charterbus aus Kanada zu einem ihrer Gottesdienste nach Ottawa, Cleveland oder Buffalo fuhr, dann tat ich mein Bestes, mitzufahren. Nicht lange nach meiner Begegnung mit dem Heiligen Geist, war ich zurück in der presbyterianischen Kirche in Pittsburgh und hörte aufmerksam zu, wie Kathryn von dem Preis erzählte, den sie für die Kraft des Heiligen Geistes bezahlt hatte. Ihre Botschaft handelte von der Notwendigkeit des Todes des Selbst. Ich kann sie immer noch sehen, wie sie auf die Zuhörer schaute und sagte: „Jeder von euch Pastoren kann das haben, was ich habe, wenn ihr nur den Preis bezahlt.“ 24


Sie zitierte aus Jesaja 52, wo Gott sagte: „Wache auf! Wache auf! Bewaffnet euch mit Stärke, oh Zion.“ Sie erklärte, dass die Worte „wache auf, wache auf!“ bedeuten „bete, bete!“. Genau wie der Herr Jesus uns ermahnt hat, dass wir wachen und beten sollen (Matthäus 26:41). Mit den Jahren hat diese Botschaft noch mehr an Bedeutung für mich zugenommen. Die persönlichen Kosten, von denen Kathryn Kuhlman sprach, hatten mit Gebet zu tun – und ich traf die Entscheidung in dieser Versammlung von ihr, dass ich diesen Preis bezahlen würde. Es ist der Schlüssel, um Gottes Kraft zu erleben und freizusetzen. Der Herr erlaubte jeder Botschaft, jedem Wunder-Gottesdienst und jeder Radiosendung, zu Samen in meinem Leben zu werden. Sie wurden in mein Leben gesät. Dann wuchsen sie und blühten auf. Er gebrauchte Kathryn, um mich für den Dienst vorzubereiten. „Ich werde da sein!“ Gegen Ende November 1975 erhielt ich einen Anruf von Maudie Phillips, der kanadischen Repräsentantin der Kathryn Kuhlman Foundation. „Benny, ich weiß, dass du Kathryn schon seit langer Zeit treffen wolltest. Jetzt habe ich alles dafür arrangiert. Ich habe ihr auch von deinem Dienst erzählt. Kannst du nächsten Freitagmorgen in Pittsburgh sein? Sie wird sich dann direkt nach dem Gottesdienst mit dir treffen.“ „Natürlich. Ich werde da sein!“, antwortete ich voller Begeisterung. Die Vorstellung, dass ich endlich die Gelegenheit haben würde, Frau Kuhlman zu treffen war aufregend für mich. Ich wollte ihr meine Dankbarkeit für die herausragende Rolle ausdrücken, die sie in meinem Leben gespielt hatte. Ich kam am frühen Morgen vor der presbyterianischen Kirche an. Wie gewöhnlich war schon eine lange Schlange von hunderten Menschen da, die darauf warteten, dass sich die Türen öffne25


ten. Einige Minuten später kam ein Mitarbeiter zu mir und sagte: „Ich weiß, dass du hier bist, um dich mit Frau Kuhlman nach dem Gottesdienst zu treffen. Aber sie wird heute leider nicht hier sein. Sie ist krank und wurde ins Krankenhaus gebracht.“ Niemand konnte erinnern, dass so etwas je zuvor geschehen war. Kathryn sagte niemals einen Gottesdienst ab. Einige Minuten später erhielt die wartende Menge dieselbe Nachricht. Die Nachricht löste eine große Besorgnis aus. Alle waren erstaunt. Leise flüsternd sagten die Leute einander: „Ich frage mich wie ernst es wirklich ist? Meint ihr, dass sie uns mehr sagen werden?“ Es gab keinen Grund mehr für mich, weiter dort zu bleiben. Ich verließ Pittsburgh und flog nach Kanada zurück. Es sollte wohl so sein Nur zwei Monate später ging diese unvergessliche Frau heim, um bei ihrem Herrn zu sein. Viele Male wurde ich gefragt: „Benny, erzähle mir von Frau Kuhlman. Wie war sie?“ Sie sind dann völlig überrascht, wenn ich ihnen sage: „Ich hatte nie die Gelegenheit, Kathryn Kuhlman persönlich zu treffen.“ Wenn ich heute zurückblicke auf meine Reise nach Pittsburgh, dann glaube ich, dass das was an dem Tag geschah, in Gottes Vorsehung war. Kürzlich sagte ich meinen Mitarbeitern: „Hätte ich Kathryn persönlich getroffen, dann wäre es möglich, dass ich für immer geglaubt hätte, dass sie habe mir ihre Salbung gegeben hat, oder dass Gott sie gebraucht hat, um die Salbung auf mich zu übertragen. Nein, der Herr wollte, dass ich genau wusste, dass die Salbung von Ihm kommt, und nicht von irgendeiner Person. Gott gebraucht Seine Diener, um uns zu beeinflussen, auf Seinen Wegen zu gehen – und sogar, um uns in eine Atmo26


sphäre zu führen, wo Wunder geschehen. Der Herr gab mir keine besondere Kraft oder Gabe durch Kathryn Kuhlman. Stattdessen gebrauchte Er sie, damit ich die Salbung finde. Wie Sie in den nächsten Seiten lesen werden, gebraucht Gott ganz gewiss Menschen, aber Er allein ist Ihre einzige Quelle. Warum teile ich Ihnen diese bemerkenswerte Geschichte von Kathryn Kuhlman mit? Weil diese Geschichte zeigt, was geschehen kann, wenn eine gewöhnliche Person sich ganz dem Heiligen Geist unterordnet. Zu ihrer Lebenszeit sagte sie, dass sie 1.000 Tode gestorben war, wodurch es aber zu einem großen Triumph kam. Ihr Gott erwies sich dadurch als sehr lebendig!

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