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in großer Schrift

SCM R.Brockhaus, Witten Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg


Elberfelder Bibel in großer Schrift 6. Gesamtauflage 2022 (Textstand 32) Die Arbeit an der Elberfelder Bibel wird von einer ständigen Kommission begleitet, die Verbesserungen vornimmt. Das Ergebnis wird jeweils als nummerierte Textstandsangabe im Impressum nachgewiesen.

© 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen Internet: www.scm-brockhaus.de; E-Mail: info@scm-brockhaus.de Umschlaggestaltung: Stephan Schulze, Stuttgart Titelbild Hardcover: iStock; IakovKalinin Titelbild Kunstleder: Stephan Schulze, Stuttgart Satz: τ-leχιs, Heidelberg Druck: C. H. Beck, Nördlingen Gedruckt in Deutschland

SCM R.Brockhaus, Witten Hardcover Kunstleder

ISBN 978-3-417-02008-3 ISBN 978-3-417-02009-0

Bestell-Nr. 227.002.008 Bestell-Nr. 227.002.009

Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg Hardcover Kunstleder

ISBN 978-3-86353-279-6 ISBN 978-3-86353-278-9

Bestell-Nr. 271.279 Bestell-Nr. 271.278


Vorwort zur Elberfelder Bibel 2020 Seit 150 Jahren wird die Elberfelder Bibel von vielen Leserinnen und Lesern hoch geschätzt. 1870 wurde die Übersetzung auch des Alten Testaments fertiggestellt, ein Jahr später erschien dann die Gesamtausgabe der Elberfelder Bibel. Die ersten Arbeiten am Neuen Testament hatten bereits 1851 angefangen. Von Beginn an waren Treue zum Grundtext und Genauigkeit Qualitätsmerkmale, die sich im Laufe der Jahre und durch mehrere Revisionen hindurch noch verstärkt haben. Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums übergeben wir die Elberfelder Bibel mit einem neuen, zweifarbigen Druckbild der Öffentlichkeit und der bibellesenden Gemeinde. Am Bibeltext hat sich in dieser Ausgabe nichts grundlegend geändert – außer den Berichtigungen, die von der ständigen Bibelkommission laufend vorgenommen werden. Sie spiegeln sich in den jeweiligen Textständen wider. Der Textstand (TS) der hier vorliegenden Auflage ist im Impressum auf der gegenüberliegenden Seite mit einer Nummer nachgewiesen. Je höher die Nummer, desto aktueller der Text. Die Arbeit der Bibelkommission zielt nicht auf eine Modernisierung der Übersetzung. Vielmehr werden zum einen Ausdrücke, die mittlerweile nicht mehr zum üblichen Sprachgebrauch gehören, behutsam durch andere ersetzt. Es soll vermieden werden, dass der Bibeltext durch bestimmte Ausdrucksweisen für eine nachwachsende Generation nicht nur fremdartig, sondern auch unnötig unverständlich klingt. So verwendet die Elberfelder Bibel z. B. seit einigen Jahren nicht mehr das Wort »Gottseligkeit«, sondern stattdessen »Gottesfurcht«. Zum anderen ergeben sich im Laufe der Zeit neue Erkenntnisse im Blick auf sprachwissenschaftliche und kulturhistorische Gegebenheiten. Gelegentlich wird auch im zeitlichen Abstand festgestellt, dass sich die einmal gewählte Übersetzung noch präzisieren lässt. Grundlage der Verbesserungsarbeit sind nach wie vor die Prinzipien der Übersetzungsarbeiten von 1974/1985 bzw. 1992. Daher sind auch die Vorworte zu diesen vorausgegangenen Ausgaben im Folgenden abgedruckt. Ein besonderes Merkmal der Übersetzung ist die sogenannte »gemäßigte Konkordanz«. »Konkordanz« bedeutet in diesem Zusammenhang: Bestimmte Wörter des hebrä­ischen und griechischen Grundtextes sollen möglichst mit jeweils demselben deutschen Wort wiedergegeben werden. Auf diese Weise ist im deutschen Text weitgehend erkennbar, wo sich biblische Autoren etwa einer wiederholt gleichbleibenden Ausdrucksweise bedienen oder wo sie den Ausdruck variieren. Die Bestimmung »gemäßigt« hält fest, dass das Prinzip der Konkordanz nicht mechanisch durchgeführt wurde. Dies ist sprachwissenschaftlich auch gar nicht möglich, denn die Bedeutungsbreiten vieler hebrä­ischer und griechischer Wörter stimmen weder untereinander (hebräisch / griechisch) noch mit denen entsprechender deutscher Wörter überein. Doch wo immer es ohne Sinnverzerrung möglich ist, folgt die Elberfelder Bibel


Vorwort zur Elberfelder Bibel 2020 VI dem Grundsatz der gemäßigten Konkordanz und ist so an bemerkenswert vielen Stellen in der Lage, die feinen Nuancen und Schattierungen der biblischen Texte im Deutschen abzubilden. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist Joh 21,15-23 mit der Unterscheidung der Wörter »lieben« und »lieb haben«. Die Grundtexte, die von der Elberfelder Bibel übersetzt werden, sind die jeweils besten erreichbaren wissenschaftlichen Textfassungen. Für das Alte Testament ist das dazu Wissenswerte im Vorwort zur Revision von 1974/1985 ausgeführt. Dem Neuen Testament liegt der aktuelle Text des Novum Testamentum Graece von Nestle-Aland zugrunde, wobei die Herausgeber nicht jeder einzelnen textkritischen Entscheidung gefolgt sind, sondern sich in Einzelfällen die Freiheit zu eigenen Bewertungen von Grundtextvarianten erhalten haben. Insbesondere sind die Änderungen in der Textfassung von der 27. zur 28. Auflage des Nestle-Aland-Textes sorgfältig untersucht, aber aus wohlabgewogenen Gründen nicht in jedem Fall in den Bibeltext übernommen worden. Gleichwohl kann man sagen, dass mit dem Nestle-Aland-Text die in der internationalen Bibelwissenschaft anerkannte wissenschaftliche Textfassung Grundlage der Elberfelder Bibel ist. Von der Arbeit der Bibelkommission zu unterscheiden sind die größeren Revisionen, die bereits erwähnt wurden. Die jüngste von ihnen geschah 2006. Hier wurde der Text auf die – damals – neue Rechtschreibung und das Druckbild auf zweispaltigen Satz umgestellt. Im Gegensatz zur Zurückhaltung in früheren Zeiten wird der Begriff »Elberfelder Bibel« seitdem mit Überzeugung herausgestellt. Dahinter steht die Einsicht, dass in der Vielfalt deutscher Bibelübersetzungen die besondere Qualität und das Übersetzungskonzept der Elberfelder Bibel erkennbar und benennbar sein sollte. So wurde der gute Name »Elberfelder Bibel« bewusst als Markenzeichen verstanden. Die weiterhin breite Aufnahme dieser Bibel bei Lesern und Gemeinden scheint dieser Entscheidung recht zu geben. Seit 2006 werden die meisten Ausgaben der Elberfelder Bibel zudem in Zusammenarbeit zweier Verlage herausgegeben, von SCM R.Brockhaus und der Christlichen Verlagsgesellschaft, Dillenburg. Es waren die gemeinsamen historischen Wurzeln sowie die gemeinsame Grundausrichtung im Bibelverständnis und in der Bibelverbreitung, die beide Verlage veranlasst haben, intensiver zu kooperieren. Die Bibelkommission wird daher von beiden Verlagen gemeinsam verantwortet und – sofern im Einzelfall nicht anders bezeichnet – auch die einzelnen Bibelausgaben. Dabei ist zu vermerken, dass das Urheberrecht für die Verwertung der Texte, das Copyright, bei SCM R.Brockhaus verbleibt. Eine wichtige Ergänzung der Übersetzung sind die Fußnoten. Sie enthalten an bestimmten Stellen andere Übersetzungsmöglichkeiten, Hinweise auf andere Lesarten in wichtigen Bibelhandschriften oder die Angabe einer wörtlichen Übersetzung, die aber aufgrund von sprachlichen Härten nicht in den Haupttext der Übersetzung aufgenommen wurde. Auf diese Weise werden einzelne Übersetzungsentscheidungen nachvollziehbar gemacht und sachkundige Leser können sich an den betreffenden Stellen ein eigenes Urteil bilden.


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Vorwort zur Revision von 1974/1985

Eine weitere Besonderheit der Elberfelder Bibel soll nicht unerwähnt bleiben. Neben der Texttreue der Übersetzung zeichnet sich diese Bibel auch durch die Beigabe von über 26 000 biblischen Verweisstellen aus. Sie finden sich in den mittleren Spalten und wollen die unendlich reichen innerbiblischen Bezüge nachvollziehbar machen. Die reformatorische Erkenntnis, dass die Schrift ihre eigene Auslegerin ist (so Martin Luther), dass man also Bibel mit Bibel auslegen solle, kann durch die Verweisstellen ganz unmittelbar angewandt werden. Wer die geringe Mühe des Nachschlagens nicht scheut, findet mithilfe der Stellenangaben schon eine Art Bibelkommentar in der Bibel vor. Dabei geben die Verweise meist sachliche oder theologische Sinnzusammenhänge an. Wo eine Schriftstelle aus dem Alten Testament im Neuen direkt zitiert wird (oder wo sich eine unverkennbare Anspielung findet), sind die betreffenden Angaben jeweils markiert (schwarzer statt farbiger Druck). Wir wünschen uns, dass die Elberfelder Bibel auch nach 150 Jahren allen ihren Leserinnen und Lesern zum Segen wird und dass sie weiterhin wichtige Impulse für das geistliche Leben der Christen im deutschsprachigen Raum liefern kann. August 2020 SCM R.Brockhaus, Witten Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg

Vorwort zur Revision von 1974/1985 Mehr als hundert Jahre lang hat sich die Elberfelder Übersetzung durch ihre Worttreue und Genauigkeit viele Freunde erworben. Allmählich aber mehrten sich im Benutzerkreis die Stimmen, die eine Überarbeitung für notwendig hielten, weil komplizierte Satzkonstruktionen und zum Teil auch veraltete Ausdrücke dem Leser das Verständnis zunehmend erschwerten. Noch zahlreicher und schwerwiegender waren die Hinweise darauf, dass die Elberfelder Übersetzung endlich vom heute vorliegenden zuverlässigen griechischen bzw. hebräischen Grundtext ausgehen müsse und nicht von dem Grundtext, wie er um 1850 bekannt war. Im Jahre 1960 begann daher eine Kommission mit der Überarbeitung. Die Grundsätze der Revisionsarbeit waren: 1.  Die möglichst genaue Wiedergabe des Grundtextes. Der oft gerühmte Vorzug der Elberfelder Übersetzung, eine der genauesten und zuverlässigsten deutschen Bibelübersetzungen zu sein, sollte voll erhalten bleiben. Der Grundsatz der Worttreue stand daher über dem der sprachlichen Eleganz. Mit diesem Anliegen steht die revidierte Elberfelder Übersetzung ganz in Übereinstimmung mit den ursprünglichen Übersetzern von 1855.


Vorwort zur Revision von 1974/1985 VIII 2.  Die Bemühung um gutes, verständliches Deutsch. Wörter wie Eidam, Farren oder Weib, die in der heutigen Umgangssprache verschwunden sind oder ihre Bedeutung verändert haben, wurden ersetzt. Lange, schwierige, aus Partizipien und Nebensätzen zusammengesetzte Satzkonstruktionen, die im Deutschen oft eine Kompliziertheit haben, die der griechische Text gar nicht in dem Ausmaß besitzt, wurden möglichst aufgelöst. Unnötige sprachliche Härten wurden beseitigt. 3.  Die Benutzung des besten griechischen bzw. hebräischen Textes. Als die Übersetzer der Elberfelder Bibel vor etwa 130 Jahren an die Arbeit gingen, lagen sowohl der griechische Text des Neuen Testaments als auch der hebräische Text des Alten Testaments, nach heutigen Maßstäben gemessen, nur in relativ späten und zum Teil nachträglich veränderten Abschriften vor. Hier hat die gelehrte Arbeit am Text sowie die Entdeckung älterer und besserer Handschriften inzwischen zu beachtlichen Ergebnissen geführt, sodass uns heute der Grundtext der Bibel in erheblich zuverlässigeren Textausgaben zur Verfügung steht. Bei der Revisionsarbeit an der Elberfelder Bibel wurden diese Textausgaben zugrunde gelegt. Bei der Überarbeitung der alten Übersetzung stellten sich zwei besondere Probleme, die auch die ursprünglichen Übersetzer schon sehr beschäftigt haben, was aus dem Vorwort ihrer Übersetzung hervorgeht: die Übersetzung des Namens »Jehova« im Alten Testament und des Wortes »Ekklesia« im Neuen Testament. Bei »Jehova« fiel die Entscheidung nicht ganz so schwer. Die Isra­eliten haben nie »Jehova« gesagt, sondern wahrscheinlich »Jahwe«. Später ­wagte man nicht mehr, den heiligen Gottes­namen auszusprechen und sagte stattdessen »Adonaj« (= Herr). Damit man nun beim Vorlesen aus der Bibel daran erinnert wurde, »Adonaj« zu lesen und nicht versehentlich »Jahwe«, setzten die Juden in ihren Bibelhandschriften zu den Konsonanten des Namens »Jahwe« (JHWH) die Vokale des Wortes »Adonaj« (ĕōā, wobei das Zeichen ĕ anstelle von ă steht), sodass Nichteingeweihte daraus »Jehovah« lesen mussten. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass »­ Jehova« kein Name ist und man ihn deshalb auch in unserer Sprache nicht so schreiben und aussprechen sollte. Bei der Revision wurde daher »Jehova« durch »Herr« ersetzt, und zwar mit Großschreibung aller Buchstaben, damit der Leser erkennen kann, dass an dieser Stelle im Grundtext die Buchstaben JHWH stehen. Dass die Entscheidung für »Herr« und nicht für »Jahwe« getroffen wurde, hat vor allem zwei Gründe: 1.  Dass der Gottesname JHWH »Jahwe« ausgesprochen wurde, ist zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher. Nach anderen Wissenschaftlern lautete die Aussprache »Jahwo«. Eine nur indirekt erschlossene Namensform, mag auch sonst vieles für sie sprechen, reicht aber zur Wiedergabe des Namens Gottes nicht aus. 2.  Schon in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta (LXX), gab man JHWH mit »Kyrios« (= Herr) wieder. Und auch


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Vorwort zur Revision von 1974/1985

im Neuen Testament steht dort, wo Schriftstellen aus dem Alten Testament zitiert werden, »Herr« anstelle von JHWH. Von der Regel, den Gottesnamen mit »Herr« wiederzugeben, wurde nur in einigen Ausnahmefällen abgewichen, z. B. 2Mo 3,15. Die Kurzform des Gottesnamens, »Jah«, wurde dagegen immer stehen gelassen, damit der Leser mit Sicherheit erkennen kann, wo JHWH und wo Jah im Grundtext steht. Bei der Übersetzung des griechischen Wortes »Ekklesia« fiel die Entscheidung schwerer, da das Wort »Versammlung« die Tatsache, dass die Gemeinde die von Jesus Christus zusammengerufene Schar ist, gut zum Ausdruck bringt. Vor allem zwei Gründe haben dazu geführt, dass die Entscheidung dann doch für das Wort »Gemeinde« getroffen wurde. 1.  Die Gemeinde ist keine vorübergehend versammelte Gruppe, wie etwa eine Betriebsversammlung, sondern eine Gemeinschaft, der Leib Christi, dessen Glieder dauerhaft zusammengehören. Dieser biblische Tatbestand wird durch das Wort »Gemeinde« besser ausgedrückt. 2.  Schon die alten Übersetzer der Elberfelder Bibel hatten befürchtet, dass das Wort »Versammlung« im Laufe der Zeit eine denominationelle Spezialbedeutung bekommen könnte, was dann auch eintraf. In einem Zeitschriftenartikel heißt es: »Hätten die Übersetzer ahnen können, zu welch falschen Auslegungen und Unterstellungen die Wahl jenes Ausdrucks im Laufe der Jahre führen würde, möchten sie vielleicht trotz ihrer Bedenken die Übersetzung ›Gemeinde‹ gelassen haben …« (Rudolf Brockhaus im »Botschafter« 1911). Besondere Probleme stellten sich im Alten Testament. Der gültige hebrä­ ische Text (der sog. Masoretische Text) ist durch die lange Zeit der Überlieferung, in der immer eine Handschrift von der anderen abgeschrieben wurde, an mehreren Stellen so entstellt, dass der ursprüngliche Sinn nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden kann. Der naheliegenden Versuchung, den heb­räischen Text hier einfach durch sogenannte Konjekturen (= Vermutungen) zu verändern, wie es viele andere Übersetzungen getan haben, ohne dass der Leser dies nachprüfen kann, haben wir widerstanden. Für die revidierte Elberfelder Übersetzung des Alten Testaments gelten hier zwei Grundregeln: 1.  Es wird der gültige hebräische Text übersetzt, der sogenannte Masoretische Text. 2.  Die Abweichungen vom Masoretischen Text werden so gering wie möglich gehalten. Um den Ansprüchen nachzukommen, die heute an eine Arbeitsbibel gestellt werden, wird die Elberfelder Bibel mit einem übersichtlicheren Druckbild und mit Abschnittsüberschriften herausgegeben, was sicher von vielen Benutzern begrüßt werden wird. Auch wurde die deutsche Schreibweise der biblischen Eigennamen der heute meistens gebrauchten Schreibweise angepasst. Obwohl wir uns bemüht haben, die Arbeit der Revision so gewissenhaft und sorgsam wie irgend möglich durchzuführen, sind wir uns bewusst,


Vorwort zur Revision von 1974/1985 X dass das Ergebnis verbesserungsbedürftig bleibt. Hinweise auf notwendige Korrekturen sind uns daher willkommen. Sie werden ernsthaft geprüft und gegebenenfalls bei einem Nachdruck berücksichtigt. Die für die Revision Verantwortlichen möchten ihre Arbeit mit denselben Worten vorlegen wie die Übersetzer der ersten ganzen Elberfelder Bibel (1871): »Indem wir die Frucht unserer Arbeit hiermit der Öffentlichkeit übergeben, mit der Zuversicht, dass diese Übersetzung des von Gott eingegebenen Wortes für seine geliebten Kinder von Nutzen sein werde, befehlen wir sie dem Segen des Herrn in dem Bewusstsein, dass wir sie vor seinen Augen unternommen und, in Anerkennung unserer Schwachheit, unserer Abhängigkeit und Verantwortlichkeit unter Gebet ausgeführt haben. Diese Zuversicht sowie das Vertrauen auf die Gnade Gottes haben uns oft, wenn wir unsere vielseitige Unfähigkeit fühlten, bei dem so wichtigen Werk ermuntert. Möge unser treuer Herr seinen Segen ruhen lassen auf dem Leser, auf dem Werke und auf den Arbeitern um seines Namens willen!« August 1974 (NT) / Mai 1985 (AT)

Vorwort zur 4. bearbeiteten Auflage 1992 Für diese Auflage wurde der Text durchgesehen und, wo nötig, korrigiert bzw. ergänzt. Dabei wurde zur Überarbeitung des neutestamentlichen Textes die 26. Auflage des Novum Testamentum Graece, hg. von E. Nestle und K. Aland, herangezogen. An einigen Stellen, wo die ältesten und besten griechischen Handschriften eindeutig für eine andere als die bisherige Lesart sprachen, sind wir ihnen gefolgt. An anderen Stellen, wo gute Gründe für die Beibehaltung der bisherigen Lesart sprachen, haben wir nur in einer Fußnote auf die jeweils abweichende Lesart hingewiesen. Die Anmerkungen zum Neuen Testament sind verbessert und ergänzt worden. Dabei wurde darauf geachtet, dass der Leser die Information zu einer Stelle möglichst unten auf derselben Seite findet. Verweisungen auf andere Anmerkungen, die eine Suche erforderlich machen, sind verringert worden. Aus Platzgründen ließen sie sich allerdings nicht ganz vermeiden. Januar 1992


Verzeichnis der Bücher des Alten Testaments In ( ) stehen die in dieser Bibel benutzten Abkürzungen

Das erste Buch Mose/Genesis (1Mo) 1 Das zweite Buch Mose/Exodus (2Mo) 89 Das dritte Buch Mose/Levitikus (3Mo) 166 Das vierte Buch Mose/Numeri (4Mo) 220 Das fünfte Buch Mose/ Deuteronomium (5Mo) 293 Das Buch Josua (Jos) 360 Das Buch der Richter (Ri) 402 Das Buch Rut (Rt) 446 Das erste Buch Samuel (1Sam) 452 Das zweite Buch Samuel (2Sam) 508 Das erste Buch der Könige (1Kö) 558 Das zweite Buch der Könige (2Kö) 615 Das erste Buch der Chronik (1Chr) 670 Das zweite Buch der Chronik (2Chr) 720 Das Buch Esra (Esr) 781 Das Buch Nehemia (Neh) 798 Das Buch Ester (Est) 823 Das Buch Hiob (Hi) 837 Die Psalmen (Ps) 882

Die Sprüche (Spr) 1015 Der Prediger (Pred) 1057 Das Lied der Lieder/Das Hohe Lied (Hl) 1071 Der Prophet Jesaja (Jes) 1078 Der Prophet Jeremia (Jer) 1164 Die Klagelieder (Kla) 1263 Der Prophet Hesekiel/Ezechiel (Hes) 1272 Der Prophet Daniel (Dan) 1361 Der Prophet Hosea (Hos) 1388 Der Prophet Joel (Joe) 1401 Der Prophet Amos (Am) 1406 Der Prophet Obadja (Ob) 1417 Der Prophet Jona (Jon) 1419 Der Prophet Micha (Mi) 1423 Der Prophet Nahum (Nah) 1431 Der Prophet Habakuk (Hab) 1434 Der Prophet Zefanja (Zef) 1438 Der Prophet Haggai (Hag) 1442 Der Prophet Sacharja (Sach) 1445 Der Prophet Maleachi (Mal) 1460

Verzeichnis der Bücher des Neuen Testaments In ( ) stehen die in dieser Bibel benutzten Abkürzungen

Das Evangelium nach Matthäus (Mt) 1467 Das Evangelium nach Markus (Mk) 1528 Das Evangelium nach Lukas (Lk) 1567 Das Evangelium nach Johannes (Joh) 1631 Die Apostelgeschichte (Apg) 1676 Der Brief an die Römer (Röm) 1735 Der erste Brief an die Korinther (1Kor) 1758 Der zweite Brief an die Korinther (2Kor) 1781 Der Brief an die Galater (Gal) 1796 Der Brief an die Epheser (Eph) 1804 Der Brief an die Philipper (Phil) 1812 Der Brief an die Kolosser (Kol) 1818 Der erste Brief an die Thessalonicher (1Thes) 1823

Der zweite Brief an die Thessalonicher (2Thes) 1828 Der erste Brief an Timotheus (1Tim) 1831 Der zweite Brief an Timotheus (2Tim) 1838 Der Brief an Titus (Tit) 1843 Der Brief an Philemon (Phim) 1846 Der Brief an die Hebräer (Hebr) 1848 Der Brief des Jakobus (Jak) 1865 Der erste Brief des Petrus (1Petr) 1871 Der zweite Brief des Petrus (2Petr) 1878 Der erste Brief des Johannes (1Jo) 1883 Der zweite Brief des Johannes (2Jo) 1889 Der dritte Brief des Johannes (3Jo) 1890 Der Brief des Judas (Jud) 1891 Die Offenbarung (Offb) 1893

Anhang Schriftstellen aus späteren Bibelhandschriften 1921 Lexikalischer Anhang 1923 Bibellesepläne 1951

Allgemeine Abkürzungen und Begriffe 1959 Maße, Gewichte und Geld 1960 Ortsregister zu den Landkarten 1962 Landkarten 1967


Erster Teil

Das Alte Testament


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1. Mose 1

Das erste Buch Mose (Genesis) Die Schöpfung: Siebentagewerk Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. * Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tie- 2 fe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. * Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. * Und 3/4 Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. * Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis 5 nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. * Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten im Wasser, und 6 es sei eine Scheidung zwischen dem Wasser und dem Wasser! * Und Gott machte die Wölbung und schied das Wasser, das un- 7 terhalb der Wölbung, von dem Wasser, das oberhalb der Wölbung war. Und es geschah so. * Und Gott nannte die Wölbung Himmel. 8 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag. * Und Gott sprach: Es soll sich das Wasser unterhalb des Him- 9 mels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so. * Und Gott nannte das Trockene Erde, und 10 die Ansammlung des Wassers nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war. * Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervor- 11 sprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. * Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, 12 das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. * Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: 13 ein dritter Tag. * Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels 14 werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie werden dienen als Zeichen und 〈zur Bestimmung von〉 Zeiten und Tagen und Jahren; * und sie werden als Lichter an der Wölbung des 15 Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. * Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht 16 zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. * Und Gott setzte sie an die Wöl- 17 bung des Himmels, über die Erde zu leuchten * und zu herrschen 18 über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. * Und es 19 wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.

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1. Mose 1.2 2 20 * Und Gott sprach: Es soll das Wasser vom Gewimmel lebender

Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der 21 Wölbung des Himmels! * Und Gott schuf die großen Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel, nach ihrer 22 Art. Und Gott sah, dass es gut war. * Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde! 23 * Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag. 24 * Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und 〈wilde〉 Tiere der Erde 25 nach ihrer Art! Und es geschah so. * Und Gott machte die 〈wilden〉 Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. 26 * Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde 27 kriechen! * Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild 28 Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. * Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie 〈euch〉 untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des 29 Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! * Und Gott sprach: Siehe, 〈hiermit〉 gebe ich euch alles Samen tragende Kraut, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem Samen tragende Baumfrucht ist: es soll euch zur 30 Nahrung dienen; * aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, 〈habe ich〉 alles grüne Kraut zur Speise 〈gege31 ben〉. Und es geschah so. * Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag. So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet. 2 * Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er ge3 macht hatte. * Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen 4 hatte, indem er es machte. * Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden.

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1. Mose 2

Der Mensch im Garten Eden An dem Tag, als der Herr, Gott, Erde und Himmel machte * – 5 noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, 〈und〉 noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn der Herr, Gott, hatte es 〈noch〉 nicht auf die Erde regnen lassen, und 〈noch〉 gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen; * ein Dunst 6 aber stieg von der Erde auf und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens –, * da bildete der Herr, Gott, den Menschen 〈aus〉 7 Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele. * Und der Herr, Gott, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, 8 und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. * Und 9 der Herr, Gott, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. * Und ein Strom geht von Eden aus, 10 den Garten zu bewässern; und von dort aus teilt er sich und wird zu vier Armen. * Der Name des ersten ist Pischon; der fließt um 11 das ganze Land Hawila, wo das Gold ist; * und das Gold dieses 12 Landes ist gut; dort 〈gibt es〉 Bedolach-Harz und den SchohamStein. * Und der Name des zweiten Flusses ist Gihon; der fließt 13 um das ganze Land Kusch. * Und der Name des dritten Flusses 14 ist Hiddekel; der fließt gegenüber von Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphrat. * Und der Herr, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den 15 Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. * Und der 16 Herr, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; * aber vom Baum der Erkenntnis des 17 Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! * Und der Herr, Gott, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch 18 allein ist; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. * Und 19 der Herr, Gott, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so, wie der Mensch sie, die lebenden Wesen, nennen würde, 〈so〉 sollte ihr Name sein. * Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den Vögeln des 20 Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber für Adam fand er keine Hilfe, ihm entsprechend. * Da ließ der Herr, Gott, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fal- 21 len, sodass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und


1. Mose 2.3 4 22 verschloss ihre Stelle mit Fleisch; * und der Herr, Gott, baute die

Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, 23 und er brachte sie zum Menschen. * Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genom24 men. * Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch 25 werden. * Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht. Der Sündenfall und dessen Folgen

3 Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die der

Herr, Gott, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht 2 essen? * Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der 3 Bäume des Gartens essen wir; * aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens 〈steht〉, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht 4 sterbt! * Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr 5 sterben! * Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erken6 nend Gutes und Böses. * Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Nahrung und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. 7 * Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. 8 * Und sie hörten die Stimme des Herrn, Gottes, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht des Herrn, Gottes, mitten zwi9 schen den Bäumen des Gartens. * Und der Herr, Gott, rief den 10 Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? * Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt 11 bin, und ich versteckte mich. * Und er sprach: Wer hat dir erzählt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von 12 dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? * Da sagte der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie 13 gab mir von dem Baum, und ich aß. * Und der Herr, Gott, sprach zur Frau: Was hast du da getan! Und die Frau sagte: Die Schlange 14 hat mich getäuscht, da aß ich. * Und der Herr, Gott, sprach zur


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1. Mose 3.4

Schlange: Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens! * Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und 15 der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. * Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die 16 Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen! * Und zu Adam sprach er: Weil du auf 17 die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden deinetwegen verflucht: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; * und Dornen und Disteln wird 18 er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! * Im Schweiße deines Angesichts wirst du 〈dein〉 Brot essen, bis du 19 zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren! * Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde 20 die Mutter aller Lebenden. * Und der Herr, Gott, machte Adam und seiner Frau Leibröcke 21 aus Fell und bekleidete sie. * Und der Herr, Gott, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie 22 einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstreckt und auch 〈noch〉 von dem Baum des Lebens nimmt und isst und ewig lebt! * Und der Herr, Gott, 23 schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, den Erdboden zu bebauen, von dem er genommen war. * Und er trieb den Menschen 24 aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. Kain und Abel Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit dem Herrn. * Und sie gebar noch einmal, 〈und zwar〉 2 seinen Bruder, den Abel. Und Abel wurde ein Schafhirt, Kain aber wurde ein Ackerbauer. * Und es geschah nach einiger Zeit, da 3 brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. * Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner 4 Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf

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1. Mose 4 6 5 seine Opfergabe; * aber auf Kain und auf seine Opfergabe blick-

te er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte 6 sich. * Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und 7 warum hat sich dein Gesicht gesenkt? * Ist es nicht 〈so〉, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen. 8 * Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder 9 Abel und erschlug ihn. * Und der Herr sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Und er sagte: Ich weiß nicht. Bin ich meines 10 Bruders Hüter? * Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das 11 Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her. * Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand 12 zu empfangen! * Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig sollst du sein 13 auf der Erde! * Da sagte Kain zu dem Herrn: Zu groß ist meine 14 Strafe, als dass ich sie tragen könnte. * Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: Jeder, der mich findet, 15 wird mich erschlagen. * Der Herr aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt – siebenfach soll er gerächt werden! Und der Herr machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder er16 schlug, der ihn finden würde. * So ging Kain weg vom Angesicht des Herrn und wohnte im Land Nod, östlich von Eden. Nachkommenschaft Kains – Sets Geburt und Nachkomme

17 * Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und ge-

bar Henoch. Und er wurde der Erbauer einer Stadt und benannte 18 die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henoch. * Dem Henoch aber wurde Irad geboren; und Irad zeugte Mehujaël, und Mehujaël 19 zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech. * Lamech aber nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada und 20 der Name der andern Zilla. * Und Ada gebar Jabal; dieser wurde 21 der Vater derer, die in Zelten und unter Herden wohnen. * Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater all derer, 22 die mit der Zither und der Flöte umgehen. * Und Zilla, auch sie gebar〈, und zwar〉 den Tubal-Kain, den Vater all derer, die Kupfer und Eisen schmieden. Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.


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