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Claudia Althaus

Bello mischt die Gemeinde auf


Claudia Althaus

Bello

mischt die

Gemeinde auf Tiergestützte Aktivitäten für Kinderarbeit, Seniorenarbeit und mehr


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-86506-843-9 © 2016 by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers Titelfoto: fotolia ricardoferrando Illustrationen: „Die Körpersprache des Hundes“ Siegfried Lokau Sämtliche Fotos: Fotograf Olaf Ihlow Quellenangaben: Der Besuchshund im Altenheim, Seite 40: mit freundlicher Genehmigung von Ingo Weber, veröffentlicht auf www.hundefreunde-wk.de/ besuchshund/eine-kleine-geschichte. KiTa-Besuch in der Schönstraße, Seite 37: mit freundlicher Genehmigung der Initiative „Helfer auf vier Pfoten“, veröffentlicht auf „www. helfer-auf-vier-pfoten.de, verfasst von Marion Koneczny. „Die Körpersprache des Hundes“, Seite 81-85 mit freundlicher Genehmigung des Verbands für das Deutsche Hundewesen, www.vdh.de Satz: Brendow Verlag, Moers Druck und Bindung: Brendow Web & Print, Moers Printed in Germany www.brendow-verlag.de


INHALT Was das Buch will – Vorwort ................................................ 9 Teil 1 Wissen rund um tiergestützte Interaktion .............. 13 Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation..... 14 Menschen und Tiere – von früher bis heute....................... 23

1. Die Biophilie-Hypothese............................................... 24

2. Das Konzept der Du-Evidenz ....................................... 26

3. Ableitungen aus der Bindungstheorie........................... 29

4. S piegelneuronen – ein Konzept aus der Neuroethologie .................................................................... 30

Formen der tiergestützten Arbeit....................................... 32

Tiergestützte Aktivität ...................................................... 33

Tiergestützte Förderung................................................... 34

Tiergestützte Pädagogik................................................... 34

Tiergestützte Therapie...................................................... 34

Tiergestützte Aktivität, die Variante für engagierte Tierbesitzer in Gemeinde, Beruf und Freizeit..................... 36

Der Tierbesuchsdienst...................................................... 37

Die Kooperationspartner.................................................. 44

Die passive tiergestützte Aktivität..................................... 44

Das A und O in der Arbeit mit Tieren – Rahmenbedingungen und Voraussetzungen ..................... 46

Bedingungen für das Wohlergehen des Hundes............... 46

Voraussetzungen beim Hund ........................................... 47

Aufmerksamkeit und Orientierung ................................... 49

Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit.................................... 49

Kommandosicherheit, Regelsicherheit, Kontrolle.............. 51


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Voraussetzungen beim Tierhalter ..................................... 51

Hygienische Voraussetzungen.......................................... 53

Erlebnisbericht eines Begleiters, Co-Trainers und Arbeitskollegen – Monty ..................................................... 55 Teil 2 Der Hund und seine Ausbildung ............................. 67 Der Hund – Geschichte, Verbreitung, Wesen ..................... 68

Die Geschichte des Hundes.............................................. 68

Das Wesen des Hundes.................................................... 70

Die Ausbildung des Hundes ................................................ 71

Wie Hunde lernen............................................................ 71

Umsetzung in die Praxis: Der Hund lernt den Rollator kennen......................................................... 73

Der Neugierige................................................................ 74

Der Stürmische................................................................ 74

Der Ängstliche................................................................. 77

Die Körpersprache des Hundes........................................... 80

Normales Erscheinungsbild.............................................. 81

Erwartungshaltung........................................................... 81

Imponier- und Drohverhalten........................................... 82

Angsthaltung................................................................... 83

Die unsichere Drohung und die offensive Aggression....... 83

Spielhaltung .................................................................... 84

Unterwürfigkeit und Demut............................................. 85

Der Hund im Stress ............................................................... 86 Grundgehorsam.................................................................... 87 Spezifische Ausbildung eines Hundes für die tiergestützte Aktivität ............................................................ 88


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Teil 3 Praktische Arbeitshilfen ........................................ 105 Werkzeugkasten für die praktische Arbeit mit Hunden in der tiergestützten Aktivität........................................... 106

Planung einer tiergestützten Aktivität ............................ 107

Ideen für unterschiedliche Einsatzbereiche .................... 109

Der Hund in der Gemeinde ........................................... 109

Der Hund im Kindergarten oder in der Schule ............... 112

Altenbesuche in der Gemeinde, im Seniorenkreis oder in der Frauenhilfe oder im Alten- oder Pflegeheim ......... 112

Spiele und Aktionen für die tiergestützte Aktivität .......... 113

Spiele und Aktionen ohne Hund .................................... 113

Spiele und Aktionen mit Hund....................................... 116

Werkzeugkasten Recht – „gut informiert sein“ rund um den Hund..................................................................... 120

Das Grundgesetz (GG)................................................... 120

Tierschutzgesetz (TierschG)............................................ 121

Straßenverkehrsordnung (STVO).................................... 122

Bundeswaldgesetz (BWaldG).......................................... 123

Zivilrecht (BGB).............................................................. 123

Strafgesetzbuch............................................................. 124 Versicherungen rund um den Hund und die Arbeit mit Hunden .............................................. 126 Literaturempfehlungen .................................................... 127 Und zum Schluss ............................................................... 128


Was das Buch will – Vorwort

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Was das Buch will – Vorwort „Der Mensch scheint instinktiv den Kontakt zu einem Lebewesen zu suchen, welches allein durch sein Dasein auf ihn beruhigend, versöhnlich wirkt!“ C. Otterstedt

Tiere sind in der heutigen Zeit fester Bestandteil im Leben vieler Menschen. Sie dienen als Nutztiere, sind Weggefährte oder Familienmitglied. Tiere leben mit, zwischen und für uns. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Tieren finden. In diesem Buch möchte ich Ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie Tiere, insbesondere Hunde, verstärkt für sich selbst, in Ihrem Arbeitsfeld oder in Ihrer Gemeinde nutzen können. Die Begegnung mit einem Tier kann unglaublich viel auslösen. Ich denke da beispielsweise an kleine und spontane


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Bello mischt die Gemeinde auf

Begegnungen beim Spazierengehen. Den Hund zu beobachten, eine kleine Streicheleinheit oder auch eine kurze Spielsequenz, zaubern auch unbekannten Personen ein Lächeln auf die Lippen. Über solche Begegnungen, mit meinem Hund Monty als Eisbrecher, sind viele tolle Gespräche entstanden. Insgesamt arbeite und lebe ich schon seit 20 Jahren mit Hunden. Ich habe beobachtet, welche Wirkung eine Begegnung mit dem Hund auf unterschiedliche Menschen haben kann. Ich habe ängstliche Menschen erlebt, die sich vorsichtig herantasteten. Andere Menschen genießen es einfach, einen Hund zu beobachten, und wieder andere tanken bei einer kurzen Streicheleinheit sichtbar auf. Wenn ich Besuche in Schulen, in einer Jungschar, im Seniorenkreis oder im Altenheim gemacht habe, so waren die Reaktionen durchweg positiv. Neben den zufälligen Begegnungen auf der Straße habe ich also auch bei diesen Besuchen viele schöne Episoden erlebt. Als Hundetrainer bekam ich darüber hinaus auch von Kursteilnehmern sehr viele Geschichten erzählt, in denen der Hund die Hauptrolle in einer Komödie oder einer ermutigenden Szene spielte. Aufgrund all dieser Erfahrungen wuchs meine Begeisterung für die bewusste Arbeit mit dem Hund – und anderen Tieren – in unterschiedlichen Gruppen und Kreisen. Mit diesem Buch möchte ich Sie auf diesen Weg mitnehmen, Ihnen die Hintergründe der tiergestützten Aktivität zeigen, Ihnen Hintergrundwissen über Hunde und Ihre Kommunikation mit Menschen mitgeben, Ihnen konkrete Übungen mit an die Hand geben und anhand von Beispielen die Chancen und Grenzen verdeutlichen. Aber vor allem möchte ich Ihnen Mut machen, mit Ihrem Tier gemeinsam zu arbeiten und sich gemeinsam für andere Menschen


Was das Buch will – Vorwort

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einzusetzen. Denn Tiere sind Türöffner, Tröster, Begleiter, Muntermacher und Mutmacher. Sie nehmen jeden Menschen ohne Vorurteile so an, wie er ist – und das kommt an! Und nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen und Umsetzen.


Teil 1 Wissen rund um tiergestĂźtzte Interaktion


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Wissen rund um tiergestützte Interaktion

Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation

Tiere sind nicht in der Lage, mithilfe von Wörtern mit uns zu reden, trotzdem findet zwischen Menschen und Tieren Kommunikation statt. Wenn Menschen und Tiere Informationen austauschen, so liegt der Schwerpunkt auf der nonverbalen Kommunikation, d. h. auf Zeichen und Signwalen. Tiere entnehmen der Stimme und Körpersprache des Menschen Informationen. Sie beantworten diese Informationen mit eigenen, angelernten nonverbalen Ausdrucksweisen. So lernt ein Hund, sich als Reaktion auf das Kommando „Sitz!“ auch tatsächlich hinzusetzen. Die Kommunikation zwischen Lebewesen, bei denen es nicht möglich ist, auf der Inhaltsebene zu kommunizieren, findet lediglich auf der Beziehungsebene statt. Hunde, Pferde und Katzen haben gelernt, menschliche Zeichen und Signale wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Dies kommt der menschlichen Sehnsucht nach dem „Bruder-Tier“ entgegen, dies birgt aber auch die Gefahr einer übersteigerten Vermenschlichung der Tiere. Die sensiblen und unmittelbaren Reaktionen des Tieres ermutigen den Menschen, sich auf das Tier einzulassen, sich ihm zuzuwenden und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Es gibt eine weitere Unterteilung der Kommunikation in digital und analog. Unter digitaler Kommunikation versteht man die Weitergabe von konkreten Informationen in Form von Sprache. Unter analoger Kommunikation wird die Kommunikation mit Gesten, Mimik, Körperhaltung und Stimmmodulation verstanden. Während digitale


Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation

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Lea hat Sergeant das Kommando „Sitz“ gegeben. Das Hörzeichen lautete „Sit“, das Sichtzeichen ist ein erhobener Zeigefinger.


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Wissen rund um tiergestützte Interaktion

Kommunikation nur stattfinden kann, wenn alle Beteiligten dieselbe Sprache sprechen beziehungsweise gelernt haben, ist die analoge Kommunikation überall und mit jedem Lebewesen möglich. Bei der analogen Kommunikation werden vielfältige, nonverbale Ausdrucksmittel wie Gestik, Mimik, Körperhaltung und/oder Bewegung, Stimmmodulation, Berührung, Geruch und Geschmack gebraucht. Sie wird verstanden zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, zwischen Mutter und Säugling und zwischen Mensch und Tier. Vor der Entwicklung der Sprache kommunizierten auch die Menschen auf diese Art und Weise. Analoge Kommunikation geschieht meist unbewusst und ist damit authentischer und ehrlicher als digitale Kommunikation, in der man auch Ironie und Lüge kennt. Tiere reagieren auf die nonverbalen Anteile der Kommunikation. Da sie selbst nur über analoge Kommunikationsmöglichkeiten verfügen, kann man davon ausgehen, dass sie in der Regel aufrichtig und ehrlich mit dem Menschen umgehen. Mit den analogen Signalmöglichkeiten definieren sie ihre Beziehung zu anderen Tieren. So zeigt ein Hund beispielsweise die Zähne, wenn ihm etwas nicht passt, oder signalisiert mit seiner Rute Freude, Aufmerksamkeit oder Aufregung. Menschen, die wenig oder keine Erfahrung mit Tieren gemacht haben, werden bei der ersten Kontaktaufnahme vermutlich erst einmal versuchen, mit dem Tier digital zu kommunizieren. Das Tier wird dennoch darauf reagieren, da es von Menschen die unbewusst eingesetzten analogen Signale wahrnimmt. Somit hat die Kontaktaufnahme begonnen. Im weiteren Verlauf der Interaktion wird der Mensch unbewusst immer häufiger analoge Signale einsetzen und in seinem Verhalten die tierischen Verhaltenswei-


Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation

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sen nachahmen. Der Mensch wird durch die Reaktion der Tiere auf seine analoge Sprache ermutigt, erfolgreich eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Wer eine Hundeschule besucht, hat vom Trainer bestimmt schon einmal folgende Anweisung gehört: „Viel loben, hohe Stimme, sprich wie mit einem Baby, ‚Feiiiiiiiinnnnn hast du das gemacht‘.“ Der Mensch macht sich zum Clown, damit der Hund sich freut und eine Bestätigung für seine erbrachte Leistung erlangt; der Mensch spricht eine Sprache, die der Hund versteht.

Digitale Kommunikation

Analoge Kommunikation

Worte Buchstaben Sätze

Mimik Gestik Ton/Stimmmodulation

Vielen Menschen fällt die Kontaktaufnahme und die Kommunikation mit Tieren leichter als mit Menschen, da Tiere keine Bewertungen vornehmen, keine Vorurteile haben, keine Bedingungen stellen und mit ihrer analogen Art stets echt, ehrlich und situationsbezogen kommunizieren. Vor allem für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl und auch für Menschen mit Behinderung kann diese Erfahrung sehr heilsam sein. In der Gegenwart eines Tieres kann der Mensch so sein, wie er ist. „Für das Erkennen der wahren Persönlichkeit und inneren Größe eines Individuums haben die Pferde im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte ein unfehlbares Gespür entwickelt. Dieser feine


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Wissen rund um tiergestützte Interaktion

Sinn für Schein und Sein ist eine Gabe der Pferde, die sie für uns Menschen zu einem meisterhaften Partner in der Lebensschule macht.“ Schwaiger Manche Tierarten, vor allem Pferde und Hunde, besitzen in hohem Maße die Fähigkeit, die nonverbal-analogen Signale ihres Interaktionspartners äußerst sensibel wahrzunehmen und mit ihrem eigenen Verhalten entsprechend darauf zu reagieren. „Worte können lügen, unsere Körpersprache jedoch nicht: Als Form des Selbstausdrucks spiegelt sie unsere Gefühle und unser Innenleben wider. Gedanken, Haltung, Gestik, Mimik, Atmung, Blickkontakt, Bewegungen im Raum, Distanz und Nähe: All diese Elemente zusammen machen den Gesamteindruck einer Person aus.“ Truckenbrodt/Flieger Und genau darauf reagieren Tiere instinktiv bzw. intuitiv. Tiere nehmen die menschlichen Stimmungen und die innere Befindlichkeit wahr. Will eine Person beispielsweise, dass ihr ein Hund ohne Leine folgt, so wird sie dies nur schaffen, wenn das Tier sie zum einen als klare, authentische und selbstsichere Führungsperson respektiert und wenn zum anderen ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis existiert. Hat die Person auch nur den geringsten Zweifel daran, dass das Tier ihr folgen wird, oder bestehen Unstimmigkeiten zwischen innerer Haltung und gezeigtem Verhalten, so wird das Tier dies wahrnehmen und aufgrund der dadurch entstehenden Unsicherheit nicht folgen. Dies kann auch passieren, wenn das Auftreten der Person für Außenstehende möglicherweise durchaus überzeugend und selbstsicher erscheint.


Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation

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Diese Fähigkeit der Tiere ist gerade für die Arbeit im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und des Persönlichkeitstrainings sehr hilfreich. Diese sofortige Bestätigung ist im Rahmen der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit hilfreich und ermutigend. Tiere geben allen Beteiligten die Möglichkeit, sich selbst ehrlicher wahrzunehmen und das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Weil ein Tier nicht fähig ist, in Kategorien zu denken, sind Reaktionen auf das menschliche Verhalten immer frei von Vorurteilen und Bewertungen. Der Mensch akzeptiert die Konfrontation mit den eigenen Unzulänglichkeiten und Fehlern durch ein Tier eher als durch einen Mitmenschen. In der Interaktion mit diesem würde sich dieselbe Person möglicherweise sofort persönlich angegriffen fühlen und eine Verteidigungs-, Abwehroder Rechtfertigungshaltung einnehmen. Ebenso wie Tiere uns schonungslos mit unseren Ängsten, Schwächen und Sorgen konfrontieren, spiegeln sie uns jede positive Veränderung unserer inneren Einstellung. Ein Hund, der einer Person mit mangelndem Selbstvertrauen nicht gefolgt ist, wird dies tun, wenn die Person nicht mehr an sich zweifelt und dies durch Klarheit, Stimmigkeit und Entschlossenheit zum Ausdruck bringt. Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Tier finden, wie oben beschrieben, vorwiegend in analoger Form statt. Dabei sind Empathie, Selbstkongruenz und Vertrauen wesentliche Voraussetzungen, um eine gute und bereichernde Beziehung zu einem Tier entwickeln zu können. Tiergestützte Interaktionen haben unter anderem das Ziel, Menschen beim Aufbau, der Erweiterung und der Festigung dieser Fähigkeiten zu helfen und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität beizutragen.


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Wissen rund um tiergestützte Interaktion

Johanna und Lola genießen die gemeinsame Zeit. Sowohl Johanna als auch Lola sind sichtlich entspannt.


Mensch und Tier auf Du und Du – die Kommunikation

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Das Leben mit Tieren basiert immer auf der MenschTier-Beziehung. Alle Tiere erzeugen beim Menschen Wirkungen in unterschiedlich ausgeprägter Form. Da der Mensch auf das Tier beispielsweise mit Angst, Ekel, Freude, Neugier oder Fürsorge reagieren kann, beinhaltet die tiergestützte Interaktion die Chance, mit allen Tieren Einfluss auf den Menschen zu nehmen. Dabei muss es nicht zwangsläufig zu einem engen Kontakt zwischen Mensch und Tier kommen, um einen Effekt oder eine Wirkung zu erzeugen. Gefährliche oder aggressive Tiere können beispielsweise durch eine sichere Abgrenzung beobachtet werden. Außerdem sind Illustrationen, Fotos oder Filmaufnahmen ebenso geeignet, um zum Beispiel einem gewalttätigen, aggressiven Kind/Jugendlichen sein Verhalten zu spiegeln und dadurch Denk- und Reflexionsprozesse anzuregen. Andere Beispiele findet man in freier Natur wie Feld, Wald und Wiese, hier gibt es viel zu erkunden. Die Arbeitsorganisation von Ameisen kann reflektorisch beobachtet werden, um damit eine Verbindung zur eigenen Arbeitsstruktur herzustellen. Kinder im Heim und alte Menschen in Pflege- oder Seniorenheimen können sich vielleicht mit einem Tier im Käfig identifizieren und sich somit von einem solchen verstanden fühlen. Menschen, die Körperkontakt oder enge Beziehungen zu anderen Menschen als unangenehm und vielleicht auch beängstigend empfinden, fühlen sich häufig zu Tieren hingezogen und genießen die Wärme und Nähe des Tieres.


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Wissen rund um tiergestützte Interaktion

Wichtig! Im Umgang mit Tieren müssen unbedingt bestimmte Grundsätze beachtet werden: Die Bedürfnisse und Eigenarten des Tieres und des Menschen müssen berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden. Der Umgang mit dem Tier sollte erwünscht und vom Tier akzeptiert werden. Weder Mensch noch Tier sollten zu einer Interaktion gezwungen werden.

Nachgefragt … W ie kommunizieren Sie mit Tieren, welche Kommunikationsmittel nutzen Sie? W elche Reaktionen werden bei Ihnen in Bezug auf unterschiedliche Tierarten ausgelöst?  F alls zutreffend: Wie reagiert Ihr Hund auf Sie in unterschiedlichen Gemütszuständen?


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