Spannende Unterhaltung in 24 Kapiteln. Für Kinder von 8 bis 12 Jahren!
Gitta Edelmann, geboren 1961 in Offenburg, war vor ihrer Zeit als Autorin Fremdsprachenassistentin, Übersetzerin und Lehrerin. Hauptsächlich veröffentlicht sie Spannendes und Lustiges für Kinder und leitet Seminare für kreatives Schreiben. Sie lebt seit 1992 mit ihrer Familie in Bonn.
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ISBN 978-3-86506-667-1
www.brendow-verlag.de
Die Detektive aus der Kirchgasse
Die vier Freunde Ben, Jana, Olga und Philipp sind entsetzt, als die Tür zum Gemeindehaus aufgebrochen und die Piccolotrompete aus dem Chorraum entwendet wird. Ausgerechnet jetzt, wenige Tage vor Heiligabend: Olga hat seit Monaten für ihr Solo zu Weihnachten geübt. Doch so leicht geben die vier nicht auf. Entschlossen machen sie sich daran, den Täter zu finden.
Gitta Edelmann
Die Jagd nach der gestohlenen Trompete
Gitta Edelmann
Die
Detektive aus der
Kirchgasse
Die
Spur der Trompete
Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln
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Gitta Edelmann Die Detektive aus der Kirchgasse
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Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-86506-667-1 © 2014 by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers Titelgrafik: Dietmar Reichert, Dormagen Satz: Brendow Web & Print, Moers Druck und Bindung: CPI – Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany www.brendow-verlag.de
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Prolog Pst! Jetzt ganz unauffällig die Straße entlang. Hoffentlich begegnet mir niemand, den ich kenne. Wäre zu blöd, am Ende erinnert der sich, mich gesehen zu haben. Gut, dass heute Sonntag ist, und dunkel ist es auch schon. Da sind die Straßen fast leer. Vielleicht läuft noch was Besonderes im Fernsehen, und alle hängen vor der Glotze? Da vorne geht die Dicke mit dem Minihund. Soll ich die Kapuze überziehen und an ihr vorbei? Nee, ich nehm lieber den anderen Weg, hintenrum durch die Kirchgasse. So. Da bin ich. Ach, Mist, da ist wer. Nichts wie weg! Okay, die Bahn ist endlich frei, niemand zu sehen. Jetzt los! Die Wand ist klasse! Die Beleuchtung könnte besser sein, aber andererseits … dann würde man mich vielleicht von der Straße aus entdecken. Ist schon gut so, wie es ist. Soll ja keiner mitkriegen, was ich hier mache. Wo ist das Schwarz? Da. So, liebe Leute – jetzt zeig ich euch mal, was ich von eurem Weihnachtsgeträller halte! Groß und deutlich! All dieses 5
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GedĂśns von Liebe und Frieden und Engelscharen. Denkt denn keiner von euch mal daran, dass nicht jeder ein glĂźckliches Weihnachtsfest mit Familie, Christbaum und Geschenken hat? Weihnachten ist doof! Hm, ich glaub, das Orange macht sich gut. Nun noch ein bisschen Blau. Und morgen wissen es alle!
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1. Kapitel Beim ersten Glockenschlag der Kirchturmuhr geht die Tür des Hauses Nr. 9 in der Kirchgasse auf. „Beeil dich, Jana!“, ruft Ben zurück ins Haus und rückt seinen Schulranzen zurecht. „Olga und Philipp warten auch schon!“ Jana ist Bens jüngere Schwester und irgendwie ist sie immer die Letzte. Olga und Philipp, die Zwillinge aus dem Erdgeschoss, die auch in Janas Klasse sind, grinsen. Es ist lustig, wenn sie morgens alle zusammen in die Schule gehen. Oft liegt das an Jana. Gestern, zum Beispiel, wäre sie beinahe in ihren wuscheligen, roten Hausschuhen losgegangen. Aber das hat heute geklappt – als sie endlich auftaucht, hat sie warme Winterstiefel angezogen. Es ist ziemlich kalt, als die Vier losmarschieren. Der Himmel ist grau bewölkt. „Meint ihr, in diesem Jahr schneit es zu Weihnachten?“, fragt Olga. „Bestimmt“, behauptet Jana, die Olgas beste Freundin ist, und zieht ihre Mütze über ihre langen, blonden Haare. 7
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Ben zuckt mit den Schultern. Er ist schon elf und damit der Älteste. Da vorne hinter dem Gemeindezentrum neben der Kirche muss er abbiegen, weil er nicht mehr mit den anderen in die Grundschule geht. „Nee, ich glaub’s nicht!“, ruft Philipp plötzlich entsetzt und bleibt stehen. „Was ist?“, fragt Ben. „Da!“ Philipp streckt seinen Arm in Richtung Gemeindezentrum. Jana, Olga und Ben bleibt der Mund offen stehen. Es ist wirklich nicht zu glauben! Auf die große weiße Wand, die erst im Sommer frisch gestrichen worden ist, hat jemand Graffiti gesprayt. In Schwarz, Orange und einem gräulichen Blau prangt dort der Schriftzug: Weinnachten is doof! „Mmh, ziemlich unsauber“, kommentiert Ben. „Ein echter Künstler war das nicht!“ „Und dazu noch grottenfalsch!“, sagt Jana, die in ihrer Klasse die beste in Rechtschreibung ist. „Gleich zwei Fehler in drei Wörtern!“ „Jana wird bestimmt mal Lehrerin“, kommentiert Philipp grinsend. „Das war dann wahrscheinlich ein Erstklässler“, vermutet Olga, die lieber nicht verrät, dass sie nur einen Fehler sieht. Statt is müsste da ist stehen. „Muss der Sprayer wohl weinen, wenn er an Weihnachten denkt?“, fragt Ben. Ach so, nun fällt es auch Olga auf. Weinnachten. 8
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„Oder er muss Wein trinken“, witzelt Philipp. „Ist aber blöd, die Wand so zu verschmieren“, sagt Jana. „Wenn er wenigstens was Schönes gemalt hätte! Blumen oder so!“ „Jetzt im Winter? Du spinnst!“ Ben schüttelt den Kopf. Jana schneidet eine Grimasse. „Gerade jetzt im Winter. Da ist die Welt oft so grau!“, verteidigt sie sich. *** Selbst beim Mittagessen haben Olga und Philipp kein neues Thema. Heute essen sie bei Oma, weil Mama länger arbeiten muss. Das ist kein Aufwand, denn Oma wohnt im selben Haus direkt über ihnen. Auch Hannes, ihr kleiner Bruder, ist aus dem Kindergarten zurück und lauscht mit großen Augen, als sie von der beschmierten Wand erzählen. „Ich will das sehen!“, drängelt er. „Ich will auch was auf die Wand malen!“ „Na, da hört sich doch alles auf“, sagt Oma. „Kann man doch auf Papier malen, muss man doch nicht Wände nehmen!“ Sie schüttelt den Kopf. „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“, fügt sie hinzu. „Wer kann das gewesen sein?“, überlegt Philipp laut. „Ich schau mir die Wand nachher noch mal aus der 9
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Nähe an“, sagt Olga. „Wir haben ja Posaunenchorprobe. Ich geh einfach ein bisschen früher hin. Vielleicht finde ich Spuren.“ „Gute Idee“, sagt Philipp. „Da komm ich mit!“ „Olga ist ein Detektiv!“, sagt Hannes stolz. Olga lacht und schüttelt ihre dunklen Locken. „Noch lieber bin ich Trompeterin. Heute darf ich bei dem einen Stück wieder die Piccolotrompete spielen, weißt du, die ganz kleine, hohe. Das ist zwar schwierig, aber Herr Werner meint, ich kann damit sogar am Heiligen Abend beim Turmblasen mitmachen, so gut kann ich das schon. Ich darf sie ab heute auch mit nach Hause nehmen zum Üben.“ Sie lächelt stolz. „Sollen wir Ben und Jana fragen, ob sie mitkommen?“, schlägt Philipp vor. „Acht Augen sehen mehr als zwei.“ „Ja, klar! Ich geh schnell rauf und sag ihnen Bescheid“, ruft Olga, und dann ist sie auch schon weg. *** Eine halbe Stunde früher als sonst geht Olga mit ihrem Trompetenkoffer zur Kirche. Philipp, Jana und Ben begleiten sie. „Ich bring nur schnell meine Trompete in die Kirche, dann können wir rübergehen zum Gemeindezentrum“, sagt Olga und drückt die Klinke zum Sakristei-Eingang hinunter. Doch die Tür ist abgeschlossen. 10
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„Oh, Herr Werner ist wohl noch nicht da“, sagt Olga. Herr Werner ist der Leiter des Posaunenchors und schließt sonst immer rechtzeitig vor der Probe auf. „Dann lass uns erst noch mal zu der Kritzelei gehen“, schlägt Ben vor. Auf dem Weg dorthin kommen sie an einer Seitentür des Gemeindezentrums vorbei. „Wartet mal, vielleicht ist Herr Werner im Keller“, sagt Olga und bleibt stehen. „Da werden ja unsere Noten und Notenständer aufbewahrt. Und ein paar von den Instrumenten.“ „Die Tuba!“, sagt Philipp und nickt. „Ich weiß. Die ist so groß, dass man die nicht immer rumschleppen kann.“ „Und meine Piccolotrompete.“ Olga lächelt. Die Tür ist nicht abgeschlossen, Herr Werner muss also schon da sein. Olga zieht sie auf und ruft: „Hallo, Herr Werner, kann ich Ihnen noch was helfen?“ Seltsam, es ist alles dunkel. „Herr Werner?“, ruft sie noch einmal. Ben hat den Lichtschalter gefunden, es wird hell, und Olga geht ein paar Stufen die Treppe hinunter, bis sie unten in den Raum hineinsehen kann. „Da ist niemand“, sagt sie. „Boah, cool, sind das alles eure Noten?“, fragt Jana, die ihr gefolgt ist, und zeigt auf ein großes Regal. Olga antwortet nicht. Sie starrt auf die offene Geldkassette auf dem Boden und auf die N otenblätter, die im Raum verstreut sind. Ihr Herz klopft schneller. 11
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„Hier stimmt was nicht“, sagt sie. „Ich glaube, hier hat jemand eingebrochen!“ „Nichts anfassen!“, ruft Ben sofort. „Bist du sicher?“, fragt Philipp. „Ganz sicher. In der Kasse ist nichts mehr, und ...“ Sie schluckt, denn sie sieht noch etwas viel Schlimmeres: Der kleine Kasten für die Piccolotrompete steht offen. Er ist leer. *** Im Laufschritt eilen die Kinder zu Küster Busch. Als sie mit ihm zurückkommen, will Herr Werner gerade durch die Tür zum Keller gehen. „Halt, Moment!“, ruft Herr Busch. „Die Kinder sagen, da wurde eingebrochen. Ich habe schon die Polizei gerufen.“ „Was?“ Herr Werner dreht sich um. „Ich habe mich schon gewundert, warum die Tür nicht abgeschlossen ist.“ Mit fachkundigem Blick betrachtet der Küster das Schloss aus der Nähe. „Aufgebrochen“, sagt er. „Wir warten jetzt besser auf die Polizei.“ „Habt ihr gesehen, was fehlt?“, fragt Herr Werner. Olga nickt. „Auf jeden Fall das Geld aus der Kasse und ...“ Sie stockt, atmet tief ein und sagt: „und die Piccolotrompete.“ 12
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Während sie warten, trudeln die ersten Mitglieder des Posaunenchors zur Probe ein. „Habt ihr gesehen, dass an der Wand ...“, ruft Steffen, als er um die Ecke kommt. „Ups, was ist denn hier los?“ „Ein Einbruch“, erklärt Herr Werner, dann wendet er sich Herrn Bergmann zu, der immer wieder den Kopf schüttelt. Schließlich treffen zwei Polizisten ein und nehmen dann die Tür und den Türrahmen unter die Lupe. „Ihr geht jetzt besser nach Hause“, sagt Herr Busch zu den Kindern. „Aber ich habe noch Probe!“ Olga deutet auf die Trompetentasche auf ihrem Rücken. „Das soll Herr Werner entscheiden“, sagt Herr Busch. „Auf jeden Fall geht ihr anderen jetzt. Die Polizei braucht keine Schaulustigen.“ Ben, Jana und Philipp nicken und werfen Olga einen auffordernden Blick zu, als sie gehen. Sie soll ihnen nachher alles erzählen. Steffen beugt sich zu Olga hinunter. „Das ist genau wie im Fernsehen“, flüstert er aufgeregt. „Nachher sperren sie noch alles mit einem rot-weißen Band ab.“ Olga nickt. Sie hat das noch nie im Fernsehen gesehen, aber Steffen ist ja schon dreizehn, wenn er das sagt, wird es wohl stimmen. Herr Werner kommt zu ihnen herüber. „Ihr geht am besten auch nach Hause. Mit der Probe wird das heute nichts mehr.“ 13
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„Wie viel war denn in der Kasse?“, fragt Steffen. „Nicht so sehr viel“, antwortet Herr Werner. „Etwas über dreihundert Euro.“ „Hm, besonders reich ist der Dieb davon echt nicht geworden“, meint Steffen. „Und die Trompete?“, fragt Olga. „Was ist mit der Piccolotrompete?“ „Weg“, sagt Herr Werner und hebt die Schultern. Er sieht ziemlich hilflos aus. „Und mein Solo?“, fragt Olga. „Keine Ahnung“, sagt Herr Werner. „Ich bin mir im Moment auch gar nicht sicher, wie das mit der Versicherung ist.“ Er sieht sich um. Ein paar der Erwachsenen aus dem Posaunenchor stehen ein Stück weiter und unterhalten sich aufgeregt. Herr Werner geht zu ihnen hinüber, um sie zu informieren. „Ich hau dann mal ab“, sagt Steffen und greift nach seinem Posaunenkoffer. Olga stöhnt. „Warum ausgerechnet die Piccolotrompete?!“ „Na, kannst du dir vorstellen, dass hier einer mit der großen Tuba auf dem Rücken rausschleicht?“, fragt Steffen. Olga schüttelt den Kopf. Klar, so ein kleines Instrument ist viel handlicher. Das kann man sogar unter einer Jacke verstecken. „Tschüss dann!“, ruft Steffen und eilt davon. 14
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Olga geht hinüber zu Herrn Werner und den anderen. Die diskutieren natürlich heftig über den Einbruch. „Aber am schlimmsten finde ich ja die Schmiererei“, sagt der alte Herr Bergmann gerade. „Hat die denn was mit dem Einbruch zu tun?“, fragt Olga. Herr Werner hebt die Schultern. „Keine Ahnung“, sagt er. „Ja glaubt ihr etwa, in einer Nacht passieren am selben Ort gleich zwei Verbrechen?“ Herr Bergmann schüttelt den Kopf. „Der Unhold hat sich das Geld und die Trompete geschnappt und dann hier sein Autogramm hinterlassen!“, sagt er überzeugt. Weinnachten is doof. Ob Herr Bergmann recht hat?
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Die vier Freunde Ben, Jana, Olga und Philipp sind entsetzt, als die Tür zum Gemeindehaus aufgebrochen und die Piccolotrompete aus dem Chorraum entwendet wird. Ausgerechnet jetzt, wenige Tage vor Heiligabend: Olga hat seit Monaten für ihr Solo zu Weihnachten geübt. Doch so leicht geben die vier nicht auf. Entschlossen machen sie sich daran, den Täter zu finden.
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Die Jagd nach der gestohlenen Trompete
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