isse über Gottes Welt neue
Genau wie die Erzählungen Jesu stellen die Geschichten unsere Wertmaßstäbe auf den Kopf, regen zum Um- und Querdenken an und fordern uns heraus, Gottes neue Welt schon jetzt zu wagen!
Frank Bonkowski ist verheiratet mit Loretta und hat drei Kinder. In Bad Segeberg ist er als Pastor, Referent und Buchautor tätig.
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ISBN 978-3-86506-622-0
www.brendow-verlag.de
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FRANK BONKOWSKI
55 Geschichten von Frank Bonkowski über die neue Welt, die Gott gerade aufziehen will, und von der schon Jesus ständig geredet hat. Ob dreibeinige Männer, ungewöhnliche Gefängnisse oder Kaninchen auf der Flucht – kreative Gleichnisse treffen auf moderne Nacherzählungen biblischer und anderer Vorlagen.
Selig sind die Loser
Kreative Gleichn
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ss i n h c i e l G Kreative
FRANK BONKOWSKI
Selig sind die Loser!
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Selig sind die Loser! Kreative Gleichnisse
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
ISBN 978-3-86506-622-0 © 2014 by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers Titelmotiv: shutterstock Satz: Brendow Web & Print, Moers Druck und Verarbeitung: CPI – Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany www.brendow-verlag.de
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Vorwort „All you need is love“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Inhalt
Inhalt
Kapitel 1 Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben ... Darum geht es: Ist eine Liebesbeziehung mit dem Unsichtbaren überhaupt möglich? Und macht seine scheinbare Abwesenheit die Liebe zu ihm schwerer oder leichter? . . . . . . . . . . . . 15 1. Der Zimmermann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2. Fladenbrot mit Hähnchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. Mose, Jesus und der Einbrecher . . . . . . . . . . . . . . . . 4. Samstagsjünger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5. Die Weihnachtskarte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6. Der Tiger und der Fuchs ohne Beine . . . . . . . . . . . . 7. Die Blinden und der Elefant . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8. Als Jesus Steine in Brot verwandelte . . . . . . . . . . . . 9. Als Jesus seine Jünger zum Eselklauen animierte . . 10. Alexander . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11. Das große Rennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12. Beten und Rauchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13. Zweifel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14. Der Schafstall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15. „Ich wünsche mir Mary“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16. Der Gemüsehändler und der Stein . . . . . . . . . . . . . .
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Kapitel 2 ... und liebe deinen Nächsten ... Darum geht es: Wann hast du das letzte Mal jemandem beim Weinen geholfen? Oder beim Lachen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 17. Das Geschenk des Schusters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 18. Die Umkehr der verlorenen Söhne . . . . . . . . . . . . . . 60 19. Die Party . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 20. Abschied vom Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 21. Wie ein dreibeiniger Mann wertvoller wurde als eine bärtige Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 22. Die zerstrittenen Brüder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 23. Bitte den Heiligen nicht füttern . . . . . . . . . . . . . . . . 72 24. „Ich musste das machen, er mag mich nicht!“ . . . . 74 25. „Ich will ihm wehtun!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 26. Der Junge und das Echo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 27. Der Hahn und die Mägde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 28. Der Besuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 29. Die Rede . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 30. Gute Nachricht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 31. Die Sextherapeutin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 32. Ein Rabbi und ein Priester fahren in eine Kreuzung … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 33. Mutter Theresa, Albert Schweitzer und du! . . . . . . 92 34. Der Fahrstuhl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
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Darum geht es: „War das gemein von meiner Frau, als sie gesagt hat, dass sie mich im Urlaub netter findet als sonst?“ Liebe ich mich genug, um daran zu arbeiten, die Person zu werden, die ich gerne sein möchte? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
Inhalt
Kapitel 3 … wie dich selbst!
35. Keramik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99 36. Kaninchen auf der Flucht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 37. Als der Löwe herausgefordert wurde . . . . . . . . . . 103 38. Was würdest du tun, um eine tote Ente zu bekommen? . . . . . . . . . . . . . 105 39. Der Geizkragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 40. Einstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 41. Der Mann, der fünf Guinness trank . . . . . . . . . . . . 111 42. Heu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 43. Der verwirrende Einbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 44. Der Esel auf Probe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 45. Drei Häuser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 46. Das ungewöhnliche Gefängnis . . . . . . . . . . . . . . . . 120 47. Unschuldig im Gefängnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 48. Die Oma mit dem Revolver . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124 49. Die Kette . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 50. Das Lamm und der Wolf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 51. Der Baum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 52. Zwei Wölfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 53. Rechts einordnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
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Kapitel 4 Zu guter Letzt … 54. Hoffnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 55. „Hoffentlich bemerken sie ihren Fehler bald!“ . . . 137 Einige Worte zum Titel: „Selig sind die Loser“ – wieso eigentlich? . . . . . . . . 141
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Vorwort
VORWORT „ALL YOU NEED IS LOVE“
Luzifer und ein paar seiner besten Dämonen treffen sich zu einer Besprechung im tiefsten Büro der Hölle. Thema ist wie immer die Frage, wie man die Menschheit davon abhalten kann, sich wieder Gott zuzuwenden. Es werden Ideen gesucht, um dieser Gefahr für die Sache des Bösen vorzubeugen. Da schlägt ein Dämon vor, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie besser und wichtiger seien als die anderen. „Egoismus ist das Schlüsselwort! Wenn jede dieser jämmerlichen Gestalten sich als König der Welt sehen würde, dem alle anderen zu dienen haben, dann werden sie sich gegenseitig zerfleischen und einen Gott über sich niemals akzeptieren.“ Zustimmendes Gemurmel allenthalben. Doch mit einem grimmigen Gesichtsausdruck gebietet der Fürst der Finsternis den Unterteufeln Ruhe. „Das machen wir doch schon seit Jahrhunderten so. Trotzdem reicht das auf Dauer einfach nicht aus. Unser Widersacher hat diese fürchterlich emotionale Sehnsucht in die Herzen der Menschen gepflanzt, unbedingt …“, bei diesen Worten verzieht er angewidert das Gesicht, „… andere zu lieben. Trotz allem Egoismus geht diese Saat viel zu häufig auf. Wir brauchen eine bessere Strategie.“ So wird die Idee verworfen, und die Diskussion, wie man die Beziehung zwischen Gott und seinen Menschen ein für alle Mal zerstören kann, tobt weiter … 9 Bonkowski - Seelig sind die Loser.indd 9
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Wir lieben nicht immer sehr gut, aber der Wunsch, es zu tun, ist stark in uns. Eigentlich wollen wir in echtem Frieden miteinander und mit dem Vater im Himmel leben. Die Hebräer im Alten Testament haben verstanden, dass ein Leben in Harmonie – bei ihnen hieß es „Shalom“ – mit Gott beginnt. Wenn sie ihre Geschichte erzählten, begannen sie immer mit der Erinnerung daran, dass Gott sie so sehr liebt, dass er sie aus der Sklaverei Ägyptens befreit und ins Gelobte Land geführt hat. Um diese Liebesbeziehung mit ihrem Retter niemals zu vergessen, standen, eingeritzt in den Türpfosten, an jedem jüdischen Haus die Worte: „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (5. Mose 6,4 und 5) Und dann kam Jesus und setzte noch einen drauf: Ein Gesetzeslehrer wollte Jesus auf die Probe stellen. „Meister“, fragte er, „was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?“ Jesus entgegnete: „Was steht im Gesetz? Was liest du dort?“ Er antwortete: „ ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand!’ Und: ‚Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!’“ – „Du hast richtig geantwortet“, sagte Jesus. „Tu das, und du wirst leben.“ (Lukas 10, 25-28) Jesus macht den Kreis derjenigen, die wir lieben sollen, ganz weit. Wir sollen nicht „nur“ Gott lieben, sondern auch den Nächsten und sogar uns selbst.
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Und dann kam das, was bei Jesus in solchen Situationen immer kam: eine Geschichte. Eine Geschichte, die bei den Zuhörern Interesse weckte, die sie aufrüttelte, selbst wenn es nicht immer leicht war, sie zu verstehen. Die ein Bild in ihnen entstehen ließ, mit dem sie sich beschäftigen mussten, weil es im Kopf blieb: „Da war einmal ein Mann, der auf einer schlecht einsehbaren schmalen Bergstraße ausgeraubt und halb tot mitten auf dem Weg liegengelassen wurde. Einige gute und gottesfürchtige Menschen, die ihn wegen ihrer religiösen Überzeugung nicht anfassen durften, mussten regelrecht über ihn drübersteigen, um den verletzten Mann nicht zu berühren. Sie hatten vielleicht ein schlechtes Gewissen, denn natürlich wäre es richtig gewesen, zu helfen, aber das wäre auch sehr teuer, gefährlich und unbequem gewesen. Und vor allem hätten sie mit der Berührung, nach ihrem Dienst im Tempel, gegen ein Gesetz Gottes verstoßen. Also verstießen sie lieber gegen das unbequeme Gesetz der Nächstenliebe. Irgendwann kam ein Samariter vorbei, so eine Art Terrorist der Al Qaida. Einer der meistgehassten Menschen damals. Und ausgerechnet der kümmert sich liebevoll um den Verletzten, pflegt ihn, bringt ihn in Sicherheit und bezahlt auch noch seinen Krankenhausaufenthalt. Noch Fragen, wie Nächstenliebe aussieht?“
Vorwort
1
„Sind Terroristen bessere Christen als wir? Was willst du uns damit sagen, Jesus?“ So war das eigentlich immer, wenn Jesus erzählte. Man kann die Reaktionen der Zuhörer beinahe hören: „Interessant! Faszinierend! Aber jetzt noch mal zum Mitschreiben: Was ist denn jetzt das Reich Gottes? Ein Senfkorn? Ein weggelaufenes Schaf? Ein ungerechter Boss? Eine Feier 11 Bonkowski - Seelig sind die Loser.indd 11
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mit Betrunkenen und falsch Angezogenen? Ich komm nicht mit! Kann das mal einer erklären?“ Und trotzdem, oder gerade deswegen, heißt es: „Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; aber wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.“ (Markus 4,34) Warum Gleichnisse, die keiner versteht? Klar, das ist frustrierend! Aber: Sie machen etwas mit meiner Gefühlswelt! Und schnell etwas als „gelernt“ abhaken – das lassen sie nicht zu. Sie sollen unter die Haut gehen, unsere Gefühlswelt durcheinanderbringen, zum Nachdenken und Diskutieren anregen und uns verändern! Hier ein paar gute Fragen, die dir beim Verstehen helfen: Mit welcher Person in der Geschichte identifiziere ich mich sofort? Welche Gefühle löst die Geschichte bei mir aus? Worüber ärgere oder freue ich mich? Was ist herausfordernd oder frustrierend? Jemand hat mal gesagt, dass wir nicht die Bibel lesen, sondern die Bibel uns. Das trifft besonders auf die Gleichnisse zu! Wenn sie also Gefühle in dir auslösen, ist es weise, genau hinzuhören und weiterzufragen: Warum bewegt mich die Geschichte? Gleichnisse erinnern uns oft an eigene Erlebnisse. Auch darauf lohnt es sich zu achten: Wo habe ich so etwas selbst schon einmal erlebt?
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Ein paar Worte noch zum Aufbau: In diesem Buch möchte ich Geschichten erzählen, die zum Nachdenken anregen über die Frage, die uns eigentlich allen unter den Nägeln brennt: Wie funktionieren Beziehungen? Wie liebt man Gott, den Nächsten und sich selbst? Laut Jesus gibt es nichts Wichtigeres. Und laut den Beatles auch nicht.
Vorwort
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KAPITEL 1 DU SOLLST DEN HERRN, DEINEN GOTT, LIEBEN …
Kapitel
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Wie ist das mit dieser Liebesbeziehung zwischen Gott und uns Menschen? Ich habe vor etlichen Jahren mal ein richtig cooles Auto geschenkt bekommen. Einen braunen Chevrolet Stationwagon. Einen Siebensitzer, komplett mit Ledersofas, davon zwei nach hinten ausgerichtet, Automatik, A-Track (so eine Mischung aus Tonband und Kassettenrekorder) und noch einiges mehr an Ausstattung. Ich war damals Jugendpastor, und die Jugendlichen liebten dieses Auto. Es war unglaublich bequem. Kassetten für die A-Tracks bekam man zu der Zeit nur noch auf Flohmärkten, und es gab sie nur mit alter Musik: Beach Boys, Jimmy Hendrix … alles Musiker, zu denen es richtig Spaß macht, über den Highway zu fahren. Dieses alte Auto gab einem das Gefühl, als Kapitän eines Bootes über die Straßen zu schippern. Auf unseren Jugendreisen wollte jeder mit mir mitfahren. Aber so schön es auch war, irgendwann haben wir diesen Klassiker dann doch in die Ecke gestellt. Das Ungetüm war einfach veraltet. Es verbrauchte über 20 Liter auf 100 Kilometer, und in der Stadt war es schwierig, damit einen Parkplatz zu bekommen. So schön und beliebt unser Dodge einmal gewesen war, er war einfach nicht mehr zeitgemäß, „out of date“ eben. Es wäre verrückt gewesen, aus sentimentalen Gründen an diesem Gefährt festzuhalten. Ist Gott zu lieben nicht auch ein bisschen so, als würde ich an einem alten Auto festhalten? „Out of date“? Viel15 Bonkowski - Seelig sind die Loser.indd 15
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leicht gab es mal eine Zeit, da warst du Feuer und Flamme, aber irgendwie bringt dir dein Glaube in letzter Zeit nicht mehr viel, und das Feuer steht kurz vorm Erlöschen. Ist Gott auf der Strecke geblieben, so wie mein gutes altes Auto? Die folgenden Geschichten und Gleichnisse werden sich mit genau solchen Fragen beschäftigen. „Wie steht es um meine Einstellung zu Gott?“ – „Wie sehe ich ihn?“ – „Zeigt er seine Liebe zu den Menschen auch heute noch?“ – „Lohnt es sich, ihn zu lieben? Und wenn ja, wie macht man das?“
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1. Der Zimmermann
Kapitel
1
Vor gar nicht allzu langer Zeit lebte einmal ein hart arbeitender Zimmermann. Eines Tages bekam er von seinem Boss die Aufgabe, ihm ein wunderschönes Haus zu bauen. Der Zimmermann sollte für alles verantwortlich sein: Ausstattung, Materialbestellung und Leitung der Baucrew. „Spare bitte nicht wegen ein paar Euro am Material. Ich möchte wirklich gute Qualität haben, und du sollst nur die besten Handwerker einstellen.“ Gesagt, getan! Voller Elan machte sich der Zimmermann ans Werk und bestellte die ersten Materialien. Doch nach und nach schlich sich bei ihm ein dunkler Gedanke ein, der ihn nicht mehr loslassen wollte: „Ich schufte seit Jahren so hart für diesen Mann. Er zahlt mir nur einen Hungerlohn, und nun baue ich ihm auch noch ein Traumhaus, das ich mir selbst niemals leisten könnte. Irgendwie ist das nicht fair!“ Während diese Gedanken in seinem Kopf kreisten, formte sich eine gemeine Idee, wie er sich an seinem Chef rächen könnte. Immer mehr gutes Material wurde durch schlechtes ersetzt, das Fundament wurde unachtsam gegossen und nur verrostete Rohre für die Leitungen benutzt. Bei allem, was der Boss nicht sofort merken würde, wurde geschummelt, und das gesparte Geld steckte der Zimmermann in die eigene Tasche. Es war nicht so, dass das Haus schlecht aussah, aber lange würde der geizige Boss daran sicher keine Freude haben. Es kam der Tag der Einweihung. Wie zu einem solchen Anlass angebracht, hielt der Chef eine kleine Rede: „Zunächst einmal möchte ich meinem guten Zimmermann danken, der viel mehr für mich ist als nur ein Angestellter. 17 Bonkowski - Seelig sind die Loser.indd 17
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Seit vielen Jahren schon ist er meine rechte Hand. Zum Dank dafür habe ich nun eine Überraschung für euch alle, und besonders für dich, lieber Zimmermann!“ Er zwinkerte dem Zimmermann dabei freundlich zu. „Dieses Haus, das du ja selbst entworfen und gebaut hast, soll zum Dank für die vielen treuen Jahre dir gehören.“
KOMMENTAR Jesus hat einmal ein ähnliches Gleichnis erzählt: von einem Mann, der sein Talent vergraben hat, weil er seinem Boss nicht traute (nachzulesen in Matthäus 25, 14-30). Vielleicht würde Jesus es so ausdrücken: „Selig ist der Mensch, der auch dann noch Gutes tut, wenn er gerade nicht an einen guten, gütigen, fairen Gott glauben kann. Denn damit macht er nicht nur Gott eine Freude, sondern baut sich selbst eine bessere Welt.“
Zum Nachdenken
Fühlst du dich von Gott auch manchmal schlecht behandelt? Wie reagierst du, wenn solche Gefühle kommen?
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Genau wie die Erzählungen Jesu stellen die Geschichten unsere Wertmaßstäbe auf den Kopf, regen zum Um- und Querdenken an und fordern uns heraus, Gottes neue Welt schon jetzt zu wagen!
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FRANK BONKOWSKI
55 Geschichten von Frank Bonkowski über die neue Welt, die Gott gerade aufziehen will, und von der schon Jesus ständig geredet hat. Ob dreibeinige Männer, ungewöhnliche Gefängnisse oder Kaninchen auf der Flucht – kreative Gleichnisse treffen auf moderne Nacherzählungen biblischer und anderer Vorlagen.
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