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Andachten

2019


Inhalt

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Liebe Leserinnen und Leser! 4. Frieden INNEN

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Vorwort

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Verschiedenes zur Jahreslosung Andacht zur Jahreslosung Ps 34,15 (L) 4 Bildbetrachtung: „Neuanfang“ 6 Lied zur Jahreslosung 8 Gedanken zum Jahreslosungslied 10 Impuls zur Jahreslosung 12 1. Andachten Monatssprüche Januar Gen 9,13 (L) Februar Röm 8,18 (L) März 1. Sam 7,3 (E) April Matth 28,20 (L) Mai 2. Sam 7,22 (L) Juni Spr 16,42 (L) Juli Jak 1,19 (L) August Matth 10,7 (L) September Matth 16,26 (L) Oktober Tob 4,8 (E) November Hiob 19,25 (L) Dezember Jes 50,10 (E)

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2. Frieden OBEN

» Einleitende Worte Immer ganz vorne ZuFRIEDENheit Er wohnt bei uns Ein fettes Erbe Ein Kind in unserem Arm

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3. Frieden UNTEN

» Einleitende Worte Ehre und Frieden „Ohne Frieden haben wir keine Zukunft!“ Tischgemeinschaft Hoffnung und Ohnmacht Ubuntu – Nächstenliebe als Gottesdienst Der Strich zwischen den Zahlen Erlebbar und sichtbar

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» Einleitende Worte Sie umhüllt mich Halte die Sehnsucht wach! Setze deinen Namen ein! Frieden im Herz Kein Schlaf Aber trotzdem bin ich da Der entscheidende Unterschied

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5. Frieden AUSSEN

» Einleitende Worte Unsere Füße – Freudenboten! Versöhnung leben Mit allen Menschen Er sieht das Gute Ein Band, das hält An seinem Beispiel leben Fortnite – kein Friede nirgendwo

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6. Friedenslieder

» Einleitende Worte Er ist der Friedefürst und der allmächtge Gott Diese Stadt Still Wie ein Fest nach langer Trauer Danke Peacemaker Herr, wir bitten: komm und segne uns

Der offene Rucksack Die Friedliche Revolution in der DDR „Sono tutti fratelli“ (Henry Dunant) Friedensfunken Erzbischof Bartolomeu Valeriu Anania Glaube an Frieden – kindisch? Krieg oder Frieden? Impressum, Zeichenerklärung Autorinnen und Autoren

Frieden – ein großes Wort! Viele reden vom Frieden, aber die Weltgeschichte ist wahrlich keine Friedensgeschichte. „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Die Jahreslosung 2019 nennt die Dinge beim Namen: Dass Frieden gesucht werden muss. Dass es unseres ganzen Einsatzes bedarf, um Frieden zu schaffen. Frieden ist immer auch Geschenk! Dass Menschen nach einem Streit aufeinander zugehen, dass verschlossene Herzen sich füreinander öffnen, hat etwas von einem Wunder. Ein Wunder, das eigentlich nur Gott bewirken kann. In Jesus Christus kommt Gott in eine friedlose Welt. Und damit überwindet er Gräben, die Menschen von ihm und voneinander trennen. Damit auch wir Gräben überwinden und Frieden ausbreiten. Frieden braucht Friedensbotschafterinnen und -botschafter. Unsere Worte und unser Tun sollen dazu helfen, dass Menschen berührt werden vom Frieden. Die Andachten und Impulse zum Thema „Frieden“ wollen ermutigen, Frieden zu suchen, über Frieden nachzudenken. Sie wollen dazu beitragen, dass wir fröhlich und unerschrocken Frieden hineintragen in die unterschiedlichen Situationen unseres Lebens und unserer Welt.

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Ganz herzlich danke ich allen Autorinnen und Autoren und allen, die zum Gelingen dieses Andachtsheftes beigetragen haben. Insbesondere danke ich Hanns Wolfsberger für das Zusammenstellen der Beiträge. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich inspirierende und berührende Entdeckungen!

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7. Friedensbringer

» Einleitende Worte

Vorwort

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Pfarrer Cornelius Kuttler Leiter des EJW

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Texte, Lieder und weitere Materialien zur Jahreslosung 2019 können für nichtkommerzielle Zwecke heruntergeladen werden unter: www.jahreslosung.net

Unser Tipp

Weitere Impulse zu den Monatssprüchen gibt es auf www.99seconds.info: Jeden Monat eine 99 Sekunden-Andacht zum jeweiligen Monatsspruch! Eine Aktion von EJW und CVJM.

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Andacht zur Jahreslosung 2019 Sonntagnachmittag, 16.32 Uhr. Die Jagd beginnt ohne Vorwarnung. Plötzlich schießt der kleine Vogel kreuz und quer durch unseren Garten, fliegt wilde Kurven, bremst ab, weicht einem Strauch aus, umrundet ihn und wechselte wieder die Richtung. Ich sehe von meinem Buch auf. Diesen Vogel kenne ich. Das ist der Spatz, der mit seiner Großfamilie unter unserem Dach wohnt. Er hat sich unter irgendeinem Dachziegel ein Nest eingerichtet und zieht dort seine Brut auf; was offensichtlich nur möglich ist, wenn man morgens schon kurz nach Sonnenaufgang einen ohrenbetäubenden Lärm veranstaltet und allen anderen Hausbewohnern den Schlaf raubt. Und jetzt scheint sein Spatzenhirn den letzten Rest an Verstand verloren zu haben – so wie er nun in wilden Kurven durch den Garten fliegt. Suche Frieden An Weiterlesen ist nicht mehr zu denken. und jage ihm nach! Also beginne ich genauer hin zu sehen. Was (Psalm 34,15 L) zunächst wirkt wie sinnlose Flugeinlagen mit abrupten Richtungswechseln, scheint einen Grund zu haben. Und tatsächlich: Der kleine Spatz jagt einer dicken Hummel nach, die einen Haken nach dem anderen fliegt, um dem lästigen Verfolger zu entkommen. Meine Sympathien sind auf Anhieb verteilt. Innerlich beginne ich die Hummel anzufeuern und für jedes gelungene Manöver zu feiern. Aber der hartnäckige Spatz gibt nicht auf. Er scheint unermüdlich. Und langsam, ganz langsam beginne ich ihn für diese Ausdauer sogar zu bewundern. Steht David eine solche Hartnäckigkeit und Ausdauer vor Augen, wenn er im Psalm 34 davon spricht, dass man dem Frieden nachjagen soll? Gut möglich. Zumal „Frieden“ auf dieser Welt mindestens so schwer zu fangen ist, wie eine Hummel auf der Flucht. Und zudem eine so große Sache zu sein scheint, dass man meint, sie überhaupt gar nicht fassen zu können. Erinnerungen purzeln mir durch die Gedanken ... Situationen, Augenblicke, in denen plötzlich der Streit zwischen uns saß. Momente auf Freizeiten, in der Familie und in Gremien, in denen „Frieden“ weit weg und wie eine weltfremde Vorstellung erschien. Aber dann ist da auch noch diese Geschichte:

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Abbau eines Zeltlagers. Die Müdigkeit hing uns in den Knochen und machte uns reizbar. Ich weiß schon gar nicht mehr, was das Fass letztendlich zum Überlaufen gebracht und den Zoff ausgelöst hatte, der nun wie Blei über dem ganzen Team lag. Aber ich weiß noch, wie ein älterer Mitarbeiter, mit dem ich kurz zuvor in Streit geraten war, zu mir kommt, mich ansieht und in aller Ruhe sagt. „Pass auf: Wenn wir zwei jetzt nicht wieder aufeinander zugehen, dann wird das hier nichts mehr. Also, was können wir tun, damit wieder Frieden einkehrt?“ Das habe ich ihm nie vergessen. Es wurde mir zu einer Lektion für mein ganzes Leben. Frieden muss man wollen. Und meistens muss man etwas dafür tun, damit er sich ausbreiten kann. Weil er sonst nicht zustande kommt. Es braucht einen ersten Schritt – auch wenn der vielleicht der schwerste ist. So einen ersten schweren Schritt hatte Jesus mit der Kreuzigung hinter sich gebracht. Als er dann nach der Auferstehung vor seinen Jüngern steht, sagt er (Johannes 20,19 L): „Friede sei mit euch.“ – So, als würde er diesen Frieden aus einer anderen Welt mitbringen – wie ein Geschenk. Und tatsächlich. Der auferstandene Jesus bringt einen Frieden in die Welt, den keiner von uns machen kann. Der nicht einfach entsteht, indem wir aufhören zu streiten. Jesus redet von einem Frieden, der umfassender ist, als alles, was wir an Frieden kennen. Der die Seele ruhig werden lässt. Ein Frieden, den nur Gott schenken kann. Es gibt also mindestens zwei Sorten Frieden auf dieser Erde. Dem einen musst du nachjagen, weil du ihn dir und anderen nur erkämpfen kannst. Den anderen kannst du dir nur von Jesus schenken lassen – weil er unverfügbar ist – nicht von dieser Welt. Während mir das durch den Kopf geht, habe ich die Hummel ganz aus den Augen verloren. Dem kleinen Spatz scheint es genauso zu gehen. Er sitzt auf einem Ast, dreht den Kopf und guckt in alle Richtungen. Da sehe ich die Hummel wieder hinter einem Strauch hervorkommen. Sofort stößt sich der Spatz von seinem Beobachtungsposten ab. Die Jagd geht weiter und „Frieden“ scheint weit entfernt – wie so oft. Bis einer anfängt. Und den ersten Schritt macht. Dieter Braun

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Bildbetrachtung zur Jahreslosung 2019 „Neuanfang” Ein Bild voller Gegensätze: Die Taube mit dem Ölzweig, die sich in den hellen Horizont aufschwingt – und das in dunklen Farben gehaltene Dornendickicht des Untergrunds. Ein Bild wie das Leben. Weil beides zum Leben gehört: Sehnsucht nach Frieden und die Wirklichkeit von zerbrochenem Frieden. Gerade da gilt es: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Frieden – ein Menschheitstraum Nach Frieden sehnen wir uns. Dass wir gegenwärtig die längste Friedensperiode der deutschen Geschichte erleben, ist keine Selbstverständlichkeit. Ich denke an Berichte der Kriegsgeneration, die alle denselben Grundton tragen: Hoffentlich nie mehr Krieg! Zugleich erleiden an vielen Orten unserer Welt unzählige Menschen die Schrecken von Krieg und Terror. Frieden wird ausgelöscht durch Hass, politische oder religiöse Ideologien, durch die Gier nach Macht und Geld! Die dunklen Farben in der Graphik von Dorothee Krämer deuten an, welche Finsternis Menschen ergreift, wenn Frieden fehlt. Zerbrochener Frieden ist wie Dornengestrüpp, das Wunden reißt. Frieden – ein Traum für das eigene Leben Nach Frieden sehnen wir uns. Dass in der Familie Frieden herrscht, dass Kolleginnen und Kollegen freundlich und offen miteinander umgehen, dass der Neuanfang nach einem Streit möglich ist, dass ein Gespräch nach langem Schweigen gewagt wird. Wir sehnen uns nach Frieden und sind doch gezeichnet von der Erfahrung der Dornen. Jedes Leben trägt seine Wunden. Weil der Traum vom Frieden zerbrechlich ist. Aus Freunden werden Gegner, aus Geschwistern Rivalen, aus Partnern Kontrahenten. Wie schwer ist es dann, einen Neuanfang zu wagen! Die hellen und dunklen Farben der Graphik zur Jahreslosung malen diese unterschiedlichen Schattierungen des Lebens vor Augen: Dass die Sehnsucht nach Frieden zerbrechlich ist.

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Frieden ist immer ein Geschenk Die Taube schwingt sich auf, den grünen Ölzweig im Schnabel. Es ist, als ob das helle Licht sie heraus trägt aus dem dunklen Dornendickicht. Die Geschichte von Noah klingt an: Noah und seine Familie haben in der Arche die Flut überlebt. Eine Taube fliegt aus, kehrt zurück mit dem frischen Ölzweig: Ein Neuanfang ist möglich! Das Symbol der Taube erinnert daran, wie die Evangelien die Taufe von Jesus beschreiben. Jesus wird getauft, der Heilige Geist kommt zu ihm – als ob eine Taube aus dem Himmel zu ihm fliegt. Gott fängt neu an mit der Welt – in Jesus kommt er selber hinein in die Friedlosigkeit. Bis in den Tod hinein geht er, um Frieden zu suchen. Die Dornen unseres Lebens werden zur Krone dieses Friedenskönigs. Die Taube ist das Zeichen des Friedens schlechthin. Beim ersten Weltfriedenskongress 1949 wurde das Bild einer Taube, gezeichnet von Pablo Picasso, als Friedenssymbol verwendet. In der Friedensbewegung ist die Taube zum Ausdruck der Friedenssehnsucht geworden. Wenn die Bibel vom Frieden spricht, dann ist deutlich: Frieden kann nur Gott schenken. Weil wir Menschen gefangen sind in uns selber, im Dornendickicht des Strebens nach dem eigenen Glück – auch auf Kosten anderer. Frieden beginnt immer im eigenen Herzen. Und Herzen verändern kann nur Gott. Jesus verkörpert diesen Frieden: Er hat Menschen hinein genommen in den Frieden: Ausgestoßene holt er aus dem Dornengestrüpp der Einsamkeit, Sündern spricht er Vergebung zu. Mutlosen sagt er: „Friede sei mit dir!“ (Lukas 24,36 L) Frieden muss gesucht werden Frieden geschieht nicht von allein. Er muss gesucht werden: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Frieden zu suchen, heißt: Nicht zu warten, dass der andere mit dem Frieden beginnt, sondern selbst den ersten Schritt zu gehen. Das ist alles andere als leicht. Wenn die Dornen eines Streits Wunden gerissen haben, braucht es Zeit und Kraft, aufeinander zuzugehen. Nicht aufzurechnen, sondern zu vergeben. Der helle Horizont auf dem Bild zur Jahreslosung steht dafür, dass es Hoffnung gibt. Hoffnung auf Frieden. Weil Jesus uns seinen Frieden zuspricht. Machen wir uns auf, Frieden zu suchen!

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Wo möchte ich dem Frieden nachjagen? Welches Zeichen des Friedens kann ich einem Menschen geben: Vielleicht braucht es einen Brief, einen Telefonanruf, …

Wo sehne ich mich nach Frieden? Welche Gedanken weckt das Bild in mir? Cornelius Kuttler

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Dezember „Zapfenduster ond Krabbanacht“ – so würde wohl ein Schwabe ausdrücken, was hier gemeint ist. Kein Licht, kein Hoffnungszeichen mehr. Mancher denkt da vielleicht an seine letzte Prüfung. Zapfenduster war es da im Oberstübchen plötzlich. Aber das ist ja noch harmlos. Es gibt Schlimmeres. Die Israeliten damals, die hatten zum Beispiel ihre komplette Heimat verloren. So wie manche heute in unserer Nachbarschaft. Sie können von Nacht und Verzweiflung sehr real berichten. Sicher, manche von uns kennen solche Situationen auch. Und manchen von uns steht so etwas vermutlich noch bevor. Was dann? Einfach blind glauben? Ja und Nein. Ja, denn hier steht nicht: vertraut auf Gott und wartet, bis es wieder hell wird. Wir sollen mitten im Dunkeln weiterleben, weitergehen. So wie es in Psalm 23 heißt: Auch wenn ich durchs finstre Tal gehe, durch das Todesschatten-Tal, die Klopfzeichen deines Hirtenstabes, ihnen folge ich, Wer im Dunkel lebt sie trösten mich. Ich laufe dir dann einfach blind hinterher. und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott. (Jesaja 50,10 E)

Und Nein, es ist kein blinder AllgemeinGlaube. Vertraut auf den Namen des Herrn, heißt es. Und der Name hat es in sich. So wie heute eine Marke verdichtete Kommunikation darstellt und manche bei einem angebissenen Apfel Glücksgefühle entwickeln, oder sich bei einem schlichten Haken schon richtig sportlich fühlen, so steckt auch im Namen Gottes geballte Botschaft. Alle Erfahrungen, die sein Volk mit ihm gemacht hat, sind im Namen gespeichert: Der Immanuel, der Gott mit uns; der wahre Hirte; der Löwe von Juda. Unser Retter. Mitten in der Nacht weitergehen, seinen Namen anrufen, ihm vertrauen, komme, was wolle. „Auch im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“ (Psalm 23,4) ΩΩ El Shaddai (FJ1 12) Reinhold Krebs

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2. Frieden oben Himmlischer Frieden – nicht Vertröstung, sondern Gegenwart? Wie sieht er aus? Wo kommt er her? Wohin will er mit uns? Menschen der Bibel malen Hoffnungsbilder, verheißen Zukunft, wecken unsere Sehnsucht. Ein Frieden anderer Qualität. Mit einem göttlichen Ursprung. Von ewiger Dimension.

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2.

Frieden Oben

Immer ganz vorne

ZuFRIEDENheit

Nordische Kombination. Nach dem Skispringen ging es früher im Massenstart auf die Langlaufloipe. Erst nach dem Zieleinlauf wurde errechnet, wer die Kombination gewonnen hatte. In den 1980er Jahren entwickelte der Norweger Gunder Gundersen den nach ihm benannten Startmodus, in dem die Athleten entsprechend ihrem Ergebnis beim Springen im Langlauf starten. Diese Umstellung des Wettkampfs auf ein „Jagdrennen“ führte zu einer besseren Zielorientierung.

„Gelassenheit im Wolfgebiet.“ So lautet ein Artikel der Südwestpresse, der mir am Frühstücktisch begegnet. Ein Schäfer, der bei einem Wolfangriff 44 Schafe verloren hat, kommt darin zu Wort: „Ich habe nichts gegen den Wolf, wir werden mit ihm leben müssen.“

Nach der Gundersen-Methode ist der Führende immer der Vorderste auf der Loipe. Die Sportler müssen nicht mehr das Ergebnis vom Vortag gedanklich einkalkulieren, sondern können ihren Blick konzentriert nach vorne richten. Paulus beschreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi unseren Lebenslauf mit einem sportlichen Bild. Er sieht sich auf einer Kampfbahn. Er möchte das Rennen gewinnen und den Siegespreis erhalten. Er möchte Jesus immer besser erkennen, von ihm lernen, ihn nicht aus den Augen verlieren. Für ihn sind weder vergangene Erfolge noch erlitteEins aber sage ich: ne Niederlagen wichtig, er konzentriert sich Ich vergesse, auf sein Ziel, seine himmlische Berufung. was dahinten ist, Paulus beschreibt ein fortschrittliches Christund strecke mich aus sein. Jesus Christus ist seit Ostern Sieger. nach dem, Er läuft als Nummer 1 voran. Ihm nachfolwas da vorne ist. gen, an ihm möglichst nahe dranbleiben (Philipper 3,13 L) und sich an ihm orientieren, das lebt Paulus mit großer Überzeugung und Leidenschaft. Christen sind zwischen Vergangenheit und Verheißung unterwegs zum Ziel. Christsein ist ein lebenslanger Prozess: Im Aufsehen auf Jesus gehen wir nach vorne. Unser Lebensstil wird seinem immer ähnlicher und unsere geistliche Entwicklung schreitet voran. Beim Jagdrennen kann der Führende überholt werden. Nur einer wird Sieger. Paulus ist tief überzeugt: Wo Jesus ist, ist immer vorne. Wer mit Jesus bis zum Schluss durchhält, wird mit ihm Sieger. Und trotzdem bleibt es bis zum Ziel spannend.

Dass Schaf und Wolf beisammen weiden, ist erst einmal unmöglich. Der Wolf ist seiner Natur folgend der Jäger und das Schaf das chancenlose Opfer. Die Prophetie ist eine Utopie, fernab der Realität. Unsere Wirklichkeit ist hart und grausam – es gibt diese beiden Pole, die sich unversöhnlich gegenüberstehen, Aggression und Ergebenheit, Ausbeutende und Ausgebeutete, Gut und Böse, Leben und Tod. Als endzeitliches Wolf und Lamm Bild kann dieses versöhnte Friedensszenasollen beieinander rio des Jesaja natürlich immer unsere Hoffnung bleiben, aber im hier und jetzt ändert weiden; der Löwe sich dann nichts – Schaf bleibt Schaf und wird Stroh fressen Wolf bleibt Wolf. wie das Rind, aber die Schlange Ich bin aber sicher, dass diese Jesaja-Vision muss Erde fressen. schon heute Friedens-Früchte tragen kann. Nämlich dann, wenn wir uns dieser SpanMan wird weder nung in uns selbst bewusst werden, als AgBosheit noch gression und Ergebenheit, als polare Kräfte, Schaden tun auf die sowohl Gutes als auch Böses vollbrinmeinem ganzen gen können. Diesen Extremen, Schaf und Wolf einen gemeinsamen, versöhnten Leheiligen Berge, bensraum in uns zu gewähren, ist die große spricht der HERR. Aufgabe. Beide Kräfte für sich allein haben (Jesaja 65,25 L) verheerende Folgen. Dann ist kein Friede, auch nicht in uns. Im Licht des Glaubens und im Licht der Liebe ist die Versöhnung dieser Pole möglich, sodass beide Kräfte Gutes bewirken und Schaf und Wolf schon heute friedsam miteinander weiden. Der Pfarrer Elmar Gruber hat diese Gedanken zusammengefasst: „Lass Schaf und Wolf zusammen in dir wohnen.“ Dieser wichtige Schritt zur ZuFRIEDENHEIT ermöglicht auch den Einsatz für den weltlichen Frieden. Und nicht zuletzt können wir schon heute wie der Schäfer „Gelassenheit im Wolfsgebiet“ leben.

ΩΩ Jesu, geh voran (EG 391) ΩΩ Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens (LB 152) Andreas Lämmle Micha Schradi

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