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Nikolaus (ca. 280 - 326/365)

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Nikolaus Zielgedanke Vergesst nicht Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn: Arm ist, wer nicht teilen kann.

Das Leben von Bischof Nikolaus von Myra Um das Jahr 350 nach Christus war ein Mann mit dem Namen Nikolaus Bischof in Myra. Heute heißt der Ort Demre und liegt in der Türkei. In diesem Ort sieht man heute noch Reste einer alten Kirche, der Nikolauskirche.

Biografischer Überblick Nach verschiedenen Überlieferungen wurde Nikolaus etwa um 280/286 in Patra geboren. Die Stadt liegt ca. 60 km von der späteren Bischofsstadt Myra entfernt. Mit 19 Jahren wurde er von seinem Onkel, der ebenfalls Nikolaus hieß, zum Priester geweiht und als Abt im Kloster Sion nahe seiner Heimatstadt eingesetzt. Er war ein Sohn reicher Eltern. Als sie an Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an die Armen. Eine andere Überlieferung berichtet, dass er nach dem Tod eines Onkels ins Heilige Land pilgerte und danach zum Bischof gewählt wurde. Nikolaus wird als temperamentvoller Streiter beschrieben. Von ihm wird aber auch berichtet, dass er als diplomatischer Vermittler auftrat, dem es wichtig war, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. 310 musste auch er unter der Christenverfolgung leiden und wurde gefangen genommen und gefoltert. Nicht eindeutig belegt ist, dass Nikolaus an einem 6. Dezember verstarb. Es herrscht auch Uneinigkeit über das Jahr, in dem er verstarb (zwischen 326 und 365). Die Gebeine wurden 1087 von Kaufleuten gestohlen und nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie heute in der schönen und großen Nikolausbasilika. Viele tausend Menschen kommen jedes Jahr, um das Grab zu besuchen. Bis heute fordert die türkische Nikolaus-Stiftung die Reliquien des Heiligen zurück. In der katholischen Kirche ist Nikolaus einer der bekanntesten Heiligen.

Schwerpunkte und Höhepunkte Es gibt unterschiedliche Geschichten und Legenden um die Person des Nikolaus. Bekannt wurde er vor allem als „Freund der Kinder“, „Patron der Gefangenen“ und als „Helfer in der Not“. 8


Unter anderem sind folgende Legenden übermittelt:

Ausstattung der drei Jungfrauen Nikolaus rettet drei Jungfrauen vor der Prostitution durch Goldklumpen, die er nachts durch das Zimmerfenster wirft. Auf manchen bildlichen Darstellungen sind die Goldklumpen durch Äpfel ersetzt.

Stillung des Seesturms In Seenot geratene Schiffsleute riefen in ihrer gefährlichen Lage laut den Namen des Heiligen Nikolaus. Daraufhin kam ein Mann in ihr Boot, der die Navigation übernahm. Er setzte die Segel und brachte den Sturm zur Ruhe. Als die Not vorbei war, war auch der Mann verschwunden. Die Seeleute gingen daraufhin in die Kirche von Myra, um sich für ihre Rettung zu bedanken. Dabei erkannten sie in Bischof Nikolaus den Helfer in ihrer Not.

Kornvermehrung Nikolaus überredete während der Hungersnot Seeleute, die mit einem voll beladenen Schiff an Myra vorbeikamen, etwas für die hungernde Bevölkerung abzuladen. Nach längerer Verhandlung taten sie es und erlebten beim Abliefern im Zielhafen, dass trotz Abgabe nichts fehlte.

Hinweise zur Zeitgeschichte Nikolaus gehört zu den bekanntesten katholischen Heiligen. In der orthodoxen Kirche wird er seit dem 6. Jahrhundert verehrt. Im deutschsprachigen Gebiet kam Nikolaus und seine Verehrung erst im 10. Jahrhundert auf, vermutlich durch die byzantinische Frau von Otto dem Zweiten. Als Weihnachtsmann wird er seit dem 20. Jahrhundert verehrt, ausgehend von den USA. Der Vorabend des 6. Dezember war der Bescherungstag der Kinder durch ihren Schutzpatron. Im Zuge der Reformation wurde dieses Fest auf den 24./25. Dezember verlegt. Man verehrte nun nicht mehr den Bischoff, sondern Jesus selbst, den Heiligen Christ, später das Christkind. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu einer weiteren Vermischung. Durch europäische Auswanderer kam der Sinterklaas nach USA und wurde dort zum Santa Claus, 1821 zum ersten Mal in einem Gedicht erwähnt und 1863 zum ersten Mal von einem deutschen Auswanderer in Farbe gezeichnet. Eine Getränkefirma aus Amerika (Coca Cola) hat zur weltweiten Verbreitung des Weihnachtsmannes erheblich beigetragen. Die Figur des Nikolaus wird in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich interpretiert: In den Niederlanden dampft Mitte November „Sinterklaas“ auf einem Schiff aus Spanien ein und bringt Geschenke für den „Paketabend“ am 9


5. Dezember. Seine ‚Ankunft‘ wird live im Fernsehen übertragen und hat so hohe Einschaltquoten wie ein Fußball-Länderspiel. In Skandinavien kommt der Geschenke-Bringer mit einem Rentierschlitten durch die Luft geflogen. Der Festtag des Heiligen Nikolaus, der 6. Dezember, ist ein ganz normaler Werktag. Nur in Luxemburg haben die Kinder bis 12 Jahre schulfrei. In Spanien und Finnland liegen auf dem Tag staatliche Besonderheiten, deshalb ist dort der 6. Dezember ein gesetzlicher Feiertag. Nikolaus ist besonders der Schutzpatron der Seefahrer. Kirchen, die sich Nikolaikirche oder St. Nikolai nennen, sind meist von Seefahrern erbaut worden.

Brauchtum Der 6. Dezember gilt als Tag der Kinder. Manche Bräuche lassen sich durch die Perikopenordnung der Kirche erklären. (Perikopenordnung ist die Festlegung, an welchem Sonntag welcher Bibeltext im Gottesdienst als Schriftlesung und Predigttext verwendet wird.) So wurde am 6. Dezember Matthäus 25,14-23 gelesen, das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Das Befragen von Nikolaus, ob die Kinder auch fromm und brav gewesen sind, geht auf dieses Gleichnis zurück, in dem der Herr nach seiner Rückkehr Rechenschaft von seinen Knechten fordert. Das Befüllen der Schuhe bei Nacht durch den Nikolaus geht auf die Legende von den beschenkten Mädchen zurück. In mittelalterlichen Klosterschulen war es Brauch, dass die Kinder sich einen Kinderbischof wählten, der dann das Verhalten der Erwachsenen tadeln durfte. Außerdem gibt es bis heute in vielen Gegenden den Brauch des Geschenkesammelns: Kinder verkleiden sich als Nikolaus und ziehen von Haus zu Haus. Es muss erraten werden, wer sich unter der Nikolaus-Maske verbirgt. Die Kinder bekommen etwas Geld oder Süßigkeiten geschenkt.

Aussehen Im Gegensatz zum Weihnachtsmann wird der Heilige Nikolaus traditionell im Gewand eines katholischen Bischofs dargestellt. Als Farben sind rot und weiß dominant. Er trägt einen langen Mantel, die Bischofsmütze und den Stab.

Stundenentwurf Einstiegsideen Es werden Spiele durchgeführt, bei denen die Mitspieler Dinge von sich abgeben müssen, also nur Gegenstände, die sie bei sich haben oder die ihnen gehören. 10


Wer gibt was? Die Hälfte der Mitspieler schließt die Augen. Die anderen Spieler legen einen Gegenstand von sich in die Mitte. Nun müssen die anderen erraten, was von welchem Mitspieler ist.

Was ist verschwunden? Alle sitzen im Kreis. Jeder soll einen Gegenstand von sich abgeben und in die Mitte legen. Dann machen alle bis auf einen die Augen zu. Derjenige, der seine Augen geöffnet hat, gibt einen Gegenstand dem Mitarbeiter. Nun öffnen alle wieder die Augen und müssen erraten, von welchem Mitspieler der Gegenstand fehlt. Das Spiel wird mehrere Male wiederholt. Alle „verschwundenen“ Gegenstände werden am Ende in die Mitte gelegt.

Gegenstände tauschen Jeder aus der Gruppe muss einen Gegenstand von sich abgeben. Alle abgegebenen Dinge werden in eine Reihe hintereinander gelegt. Alle machen die Augen zu und der Mitarbeiter vertauscht zwei Dinge miteinander. Wer findet als Erster heraus, was vertauscht wurde? Die Gegenstände werden in der Mitte liegen gelassen. Am Schluss der Spielrunden werden die Gegenstände den Kindern wieder zurückgegeben. Dabei sollte jedes Kind sagen, wie es sich anfühlt, wenn man etwas von seinen persönlichen Dingen abgeben muss.

Darstellung des Lebens von Nikolaus Ein Kalenderblatt vom 6. Dezember, ein Stiefel und ein roter Mantel werden in die Mitte gelegt. Was verbindet ihr damit? Die Antwort lautet sicherlich: Nikolaus bzw. Nikolaustag. Warum gibt es aber überhaupt den Nikolaustag? Ein Mitarbeiter tritt im „weltlichen“ Nikolauskostüm auf (roter Mantel) und hat eine Colaflasche dabei. Er erzählt: Vor vielen Jahren gab es vor Weihnachten eine Werbung mit einem Mann, der so ähnlich aussah wie ich. Er warb für Cola. Vielen hat der Cola-Geschenkebringer gefallen und damit wurde der 100 Jahre zuvor in Amerika erfundene Weihnachtsmann überall bekannt. Aber lange bevor Cola auf diese Werbeidee kam, lebte Nikolaus wirklich und von ihm will ich euch erzählen.

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Kindheit und Jugend von Nikolaus Es wird von dem jungen Nikolaus erzählt, der reiche Eltern hatte und fromm aufgewachsen ist. Er kannte viele Geschichten aus der Bibel und lernte viel über die katholische Kirche. Er sollte später Priester werden wie sein Onkel. Nikolaus reiste auch nach Israel, um das Land kennenzulernen, in dem Jesus lebte. Seine Eltern starben und er erbte ihren Besitz. Nun war er ein reicher, junger Priester.

Gesprächsrunde Was ist Reichtum? Ist man nur reich, wenn man viel Geld besitzt? Reichtum kann in anderen Ländern etwas ganz anderes bedeuten als in Mitteleuropa: In manchen Ländern gilt derjenige als reich, der eine Schule besuchen kann, oder der ist reich, der ein Paar Schuhe besitzt oder regelmäßig eine warme Mahlzeit am Tag bekommt. Reichtum kann einsam machen. Man traut keinem mehr, weil man sich fragt: „Meint er mich oder meint er mein Geld?“ Manche Reichen brauchen einen besonderen Personenschutz, werden also immer bewacht. Bischof Nikolaus kannte vermutlich das, was über Reichtum in der Bibel steht. Damit wir auch etwas darüber erfahren, schauen wir in der Bibel nach:

Spiel: Bibel hoch Alle Mitspieler haben die gleiche Bibelausgabe in der Hand. Die Bibel ist zugeschlagen und wird hochgehalten. Der Spielleiter nennt eine Bibelstelle und alle Teilnehmer wiederholen sie. Anschließend wird die Bibel um die Wette aufgeschlagen. Wer den richtigen Bibelvers zuerst vorliest, erhält einen Punkt. Passende Texte: Psalm 62,11: Verlasst euch nicht auf Gewalt, erwartet keinen Gewinn vom Raub! Sprüche 11,28: Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, der fällt wie ein Blatt im Herbst. Sprüche 22,1: Ein guter Ruf ist besser als großer Reichtum. Prediger (Kohelet) 5,9: Wer am Geld hängt, bekommt nie genug davon. Markus 10,25: Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes neue Welt. Jakobus 5,2: Euer Reichtum verfault. Offenbarung 18,17: Innerhalb einer einzigen Stunde hat er seinen ganzen Reichtum verloren! Hebräer 13,16a: Vergesst nicht, Gutes zu tun und euch gegenseitig zu helfen. 12


Nikolaus hat seinen Reichtum mit anderen geteilt und Gutes getan. Er hat es oft heimlich getan und wollte dabei unerkannt bleiben.

Die Geschichte von der Ausstattung der drei Jungfrauen Ein armer Mann wollte seine drei Töchter zu Prostituierten machen. Er hatte kein Geld, um sie zu verheiraten und konnte sie auch nicht weiter versorgen. Nikolaus erfuhr von den armen Mädchen und warf in drei Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Zimmerfenster der Schwestern. In der dritten Nacht konnte der Vater den Gold-Werfer entdecken. Der Vater bedankte sich für die Hilfe, denn nun war genug Geld da, um die Töchter zu verheiraten. Allen Menschen, denen er begegnete, erzählte er, wie Nikolaus ihnen geholfen hatte. Bischof Nikolaus konnte von dem, was er hatte, etwas abgeben. Aber er hat auch anderen Mut gemacht zu teilen.

Die Geschichte der Kornvermehrung Während einer großen Hungersnot lag ein mit Getreide beladenes Schiff im Hafen vor Anker. Das Getreide war für den Kaiser in Byzanz bestimmt. Nikolaus bat die Seeleute, einen Teil des Kornes zu verkaufen, um den Hunger in Myra zu stillen. Die Seeleute wollten nichts verkaufen, denn das Korn war genau abgewogen und musste vollständig beim Kaiser abgeliefert werden. Bischof Nikolaus versprach den Seeleuten, dass ihnen nichts passieren wird. Sie ließen sich also dazu überreden. Als sie später in der Hauptstadt ankamen, stellten sie verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommenen Menge nicht verändert hatte. Das in Myra ausgeladene Korn reichte dort volle zwei Jahre und konnte sogar noch zur Aussaat verwendet werden. Wer teilt, hat nicht automatisch weniger. Er kann sich freuen, dass anderen geholfen wird, er sieht die Freude der anderen und wird von Gott reich beschenkt.

Was vermehrt sich durch Teilen? Viele Grünpflanzen bilden Setzlinge. Man kann jedem Kind einen solchen Setzling in einem Blumentopf schenken, damit es sich daran erinnert, dass durch Teilen etwas vermehrt wird. Aus diesen kleinen Pflanzen wachsen nach einiger Zeit auch neue Setzlinge. Beim Brotbacken wird etwas vom alten Sauerteig genommen und daraus entsteht dann wieder ein neuer Teig. Wir überlegen, wie man sein Geld so für etwas einsetzen kann, dass dadurch sehr viel Gutes entsteht. 13


Übertragung in das Leben der Kinder Aktion Ein Gruppenmitglied wird gebeten, zwei anderen etwas „Konkretes“ zu geben. Es muss eine Sache sein, die keiner selbst dabei hat und die auch nicht im Raum zu finden und zu holen ist, z. B. einen Flummi, eine Banane, einen Schuhlöffel oder einen Nikolaus aus Schokolade. Diese Aufgabe kann nicht erfüllt werden. Dadurch wird deutlich, dass man nichts weitergeben kann, was man selbst nicht hat. Dann bekommt der Aufgeforderte vom Mitarbeiter einige Dinge geschenkt. Nun kann er etwas weitergeben und hat für sich selbst auch noch etwas. Wir alle haben von Gott etwas geschenkt bekommen, damit können wir Gutes tun: - Einer hat tolle Ideen. - Einer kann gut singen oder basteln. - Einer kann gut erzählen oder zuhören. - Einer kann gut ...

Wir starten gemeinsam eine „Nikolaus-Aktion“ 1. Gesprächsrunde Wo erleben wir, dass Menschen Hilfe brauchen? Wo gibt es Personen oder Einrichtungen im eigenen Ort, die Hilfe benötigen? In welches Haus könnten wir „heimlich“ etwas bringen? Wo gibt es in der Welt Personen oder Gegenden, die unsere Hilfe benötigen?

2. Ein Projekt überlegen Jetzt überlegen wir gemeinsam, was unternommen werden kann. Beispiele: - Mitarbeit bei der Tafel des Ortes - Ein Patenkind in einem anderen Land unterstützen (z. B. www.ec-sma.de) - Hilfe für ein Land, in dem gerade eine Naturkatastrophe geschehen ist - Ein Weihnachtspaket für ein Kind in einem anderen Land packen

3. Konkrete Schritte gehen Das Projekt muss umgesetzt werden. Dazu werden Kinder als „Bischöfe“ für einzelne Teilgebiete eingesetzt, das heißt, sie sind verantwortlich für einen kleinen Teilbereich. Dabei werden sie natürlich von den Mitarbeitern unterstützt. Gemeinsam überlegen wir: Wer hat den „Hut“ bzw. die „Bischofsmütze“ für was auf? 14


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