Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Fundamente
Was Arbeit mit Kindern braucht Kindern eine Heimat geben Das Fundament Die Räume Das Dach
Teil 2: Praxis spezial
Wie Arbeit mit Kindern funktioniert Stellenwert von Kindern in der Gemeinde Werte und Visionen in der Arbeit mit Kindern Wer bin ich? Die Rolle des Mitarbeiters in der Arbeit mit Kindern Die Gruppe Arbeit mit kleinen Gruppen Disziplin in der Gruppe - (wie) geht das? Rechtsfragen in der Arbeit mit Kindern Programmplanung in der Kinder- und Jungschararbeit Vom Bibeltext zur Gruppenstunde Die Arbeit mit Vorschulkindern Familienarbeit Freizeiten planen und durchführen Evangelistische Aktionen für Kinder Beten mit Kindern Bibellesen mit Kindern Die Alltagsrelevanz der biblischen Geschichten Seelsorge an Kindern Scheidungs- und Trennungskinder Sexualität und Kinder Entwicklungspsychologie
Teil 3: Konzepte
für die Arbeit mit Kindern entwickeln und umsetzen Vorhandene Konzepte Analyse
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Planung von konkreten Schritten Veränderungsprozesse Die Begleitung der Veränderungsprozesse im Gebet Die Mitarbeiter
Teil 4: Bausteine und Methoden
für die Praxis Spielepädagogik Basteln mit Kindern Musik und Singen mit Kindern Rätselhafte Elemente in der Arbeit mit Kindern Sport in der Kinder- und Jungschararbeit Filme in der Kinder- und Jungschararbeit Theater spielen mit Kindern Erzählen kann man lernen
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Kindern eine Heimat geben Vorüberlegungen Das Wort Heimat definiert eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Dabei geht es in erster Linie aber nicht um eine geografische Eingrenzung der Bezugsräume, sondern die Beziehung ist situationsbedingt verschiebbar (vgl. Wikipedia, Artikel: Heimat). Heimat beschreibt also die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst. Wenn man Menschen fragt, was sie unter „Heimat“ verstehen, spiegelt sich diese Definition auch in ihren Antworten wider: „Heimat ist mein Dorf.“ „Heimat ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin.“ Diese Antworten verorten Heimat an einem festen geografischen Ort und wenn diese Menschen aus ihrem Ort wegziehen, dann werden sie auch nach Jahren noch sagen: „Ich fahre in meine Heimat“, auch wenn sie geografisch an einem anderen Ort ihren Wohn- und Lebensmittelpunkt haben. Es werden aber auch ganz andere Antworten gegeben: „Heimat ist dort, wo meine Freunde sind.“ „Heimat ist dort, wo jemand auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme.“ Bei diesen Antworten wird klar, dass Heimat nicht an einen festen geografischen Punkt gebunden ist, sondern ganz stark an Personen und Ereignisse. Wenn wir uns in der Arbeit mit Kindern Gedanken darüber machen, wo und wie wir Kindern eine Heimat geben, dann müssen wir uns dieser Definition von Heimat stellen. Es gibt die Möglichkeit, dass Kinder sich in einem Gemeindehaus bzw. einer Gemeinde wie zu Hause fühlen. Das ist gut so und damit geben wir Kindern Identifikationsmöglichkeiten. Sie kommen gern in die Räume, fühlen sich dort wohl und angenommen. Das ist eine gute Voraussetzung, um Beziehungen mit den Kindern aufzubauen; aber sie ist nicht unbedingt tragfähig, denn es geht ganz schnell, dass sich etwas im Lebensumfeld der Kinder ändert oder dass sich die Räume der Gemeinde ändern - und ganz schnell ist das Kind nicht mehr da und sehnt sich nach seiner Heimat zurück. Ähnliches passiert, wenn der Begriff Heimat ganz stark an Mitarbeitern festgemacht wird. Kinder sagen oft: „Ich gehe so gern in die Jungschar, weil der Mitarbeiter XY dort ist.“ So wichtig es auch ist, dass Kinder und Mitarbeiter eine gute Beziehung zueinander haben, so problematisch ist es, wenn sich die ganze Beziehung auf einen Mitarbeiter fixiert. Wenn Heimatgeben sich also auf die Gesamtheit der Lebensumstände bezieht, dann kann Heimat nicht nur der Gemeinderaum oder ein Mitarbeiter sein, die schnell wechseln können. Heimat geben bedeutet mehr: das Kind als Ganzes im Blick zu haben, seine Wünsche und Träume, seine Stärken und Schwächen, seine Gefühle und Taten. Kindern eine Heimat geben heißt, dass das oberste Ziel der Arbeit mit Kindern ist, dass wir ihnen helfen, Heimat bei Jesus Christus zu finden.
Ich möchte die ersten grundlegenden Gedanken zu diesem Thema am Bild des Hauses verdeutlichen. Das Haus ist für viele ganz stark mit Heimat verbunden. In meinem Zuhause, in meinem Haus oder in meiner Wohnung darf ich sein, wie ich bin. Dort fühle ich mich wohl und mein Zuhause darf ich gestalten. Das Zuhause oder Haus besteht aus den Äußerlichkeiten wie Möbel, Lieblingskuschelplatz und praktischer Kücheneinrichtung. Und es besteht aus den Menschen, mit denen ich zusammenlebe. Das Haus eignet sich deshalb sehr gut als Übertragung für das Thema „Kindern eine Heimat geben“. Wie sollte dieses Haus aussehen, in dem wir Kindern eine Heimat geben?
Arbeit mit kleinen Gruppen Es gibt viele Kinder- und Jungschargruppen, die sehr klein sind. In diesen Orten und Gruppen stellen sich immer wieder folgende Fragen: Wie soll es weitergehen? Lohnt sich der Aufwand für die paar Kinder? usw. In diesem Kapitel wollen wir uns mit den Chancen und Herausforderungen der kleinen Gruppen beschäftigen, ohne Patentrezepte oder eine Checkliste zum Abarbeiten vorzustellen, in der steht, dass ein Kindergruppe erst ab vier Personen lohnt oder Ähnliches.
Warum denken wir besonders über kleine Gruppen nach? Kleine Gruppen kommen im Gemeindealltag häufiger vor, als wir das vermuten. Das wird nur nicht so wahrgenommen, da wir Berichte und Beispiele oft von großen Gruppen hören. Die Mitarbeiter in den kleinen Gruppen bekommen dann leicht Minderwertigkeitsgefühle und denken: „Es geht nur bei uns nicht so richtig vorwärts.“ „Wir sind doch nur so wenige und das, was die vielen Mitarbeiter mit den vielen Kindern machen können, das funktioniert doch bei uns gar nicht.“ Ich wünsche mir, dass die Mitarbeiter der kleinen Gruppen genauso ihre Nöte, Sorgen, Probleme und Lösungsansätze verkünden, wie es die Verantwortlichen der großen Gruppen tun, denn genau diese Probleme haben viele andere Mitarbeiter in den Gruppen auch.
Der Auftrag
Über aller Arbeit steht der Missionsbefehl von Jesus Christus: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“ (Mt 28,19). Dieser Auftrag gilt für die Kinder bei uns im Ort. Deshalb heißt die Frage nicht in erster Linie, wie viele Kinder wir mit unseren Angeboten für Kinder erreichen. Die Hauptfrage ist: Wie erreichen wir Kinder bzw. erreichen wir überhaupt Kinder? Es kann auch sein, dass in einem kleinen Dorf nur noch zwei Kinder wohnen, die überhaupt das Jungscharalter von 8 bis 12 Jahren haben und in eine Jungscharstunde kommen könnten. Dann muss man natürlich überlegen, wie man diese Kinder mit den Kindern von anderen Dörfern vernetzen kann. Die Frage, die uns bei aller Arbeit leiten sollte, ist die Frage, wie wir Kinder mit der Frohen Botschaft von Jesus Christus erreichen.
Die Kräfte
Dass der Auftrag von Jesus aus der Bibel besteht, wird wohl kaum jemand in Frage stellen. Die Frage, über die man sich sehr intensiv streiten kann, ist die Frage 62
nach der Umsetzung und den Ressourcen. Welche Mitarbeiter und welche Kinder haben wir zur Verfügung? Da ist zum einen die Frage nach den Kindern, die oben schon angesprochen wurde. Wenn über längere Zeit weniger als vier Kinder in eine Gruppenstunde kommen, dann besteht Handlungsbedarf. Das heißt nicht, dass dann die Gruppe geschlossen werden muss, aber die Mitarbeiter und die Gemeindeleitung sollten sich intensiv über die Weitergestaltung der Arbeit Gedanken machen. Hierbei sollten verschiedene Alternativen aufgezeigt werden, denn viel zu schnell wird einfach beschlossen: Es sind zu wenige = es lohnt sich nicht mehr. Wir hören einfach mit der Arbeit auf. Das kann eine von mehreren Möglichkeiten sein, es gibt aber durchaus auch Gründe, mit zwei oder drei Kindern eine Arbeit zu gestalten. Die Frage der Kräfte ist aber auch eine Mitarbeiterfrage. Wenn über längere Zeit nur ein oder zwei Mitarbeiter in einer Gruppe mitarbeiten, dann sollte man sich genauso fragen, ob das der Arbeit und der Gruppe angemessen ist. Auch hier gibt es wieder nicht das Patentrezept, denn es gibt genügend Beispiele, wo ein einzelner Mitarbeiter über Jahre hindurch eine gute Gruppe geführt hat. Auf die Dauer sollte es aber das Ziel der Arbeit auch bei kleinen Gruppen sein, dass es ein Team von Mitarbeitern gibt.
Die Motivation
Es ist egal, ob wir große oder kleine Gruppen vor uns haben, eine entscheidende Frage ist die Frage nach der Motivation. Arbeit mit Kindern kann nur gelingen, wenn motivierte Mitarbeiter mitarbeiten. Dabei geht es nicht um die Zahl. Es gibt große Gruppen mit 20 Mitarbeitern, wo jeder Mitarbeiter nur aller vier Wochen mit einer Einheit im Kindergottesdienst dran ist und diese Mitarbeiter stöhnen immer wieder unter der Belastung. Es gibt im Gegensatz dazu den Mitarbeiter, auf dessen Schultern die gesamte Arbeit lastet und der voll motiviert bei der Sache ist. Deswegen sollte sich immer wieder die Frage nach der Motivation gestellt werden. Mögliche Sätze, die auf die Frage nach der Motivation geantwortet werden, sind z.B.: „Es gab bei uns im Ort schon immer eine Jungschararbeit.“ Oder: „Es gibt doch noch die zwei Kinder hier, da können wir die Arbeit doch nicht sterben lassen.“ Das ist oft eine rückwärtige Motivation, die sich auf das Vergangene bezieht. Motivation für die Arbeit mit Kindern sollte aber nach Das Ziel für eine kleine Gruppe vorn gerichtet sein: Wie können wir sollte darin bestehen, eine die Arbeit mit Kindern ganz neu begeeignete Struktur für diese leben, damit Kinder mit der Frohen kleine Gruppe zu finden. Botschaft von Jesus Christus erreicht werden?
Das Ziel
Das Ziel für alle Arbeit mit kleinen Gruppen kann nicht die große Zahl sein. Natürlich kann man sich auch als Ziel setzen, im nächsten Jahr 63
wieder regelmäßig sechs anstatt vier Kinder in der Kindergruppe zu erreichen. Das Ziel für eine kleine Gruppe sollte aber eher darin bestehen, eine geeignete Struktur für diese kleine Gruppe zu finden. Da kann es natürlich möglich sein, dass ganz stark in die Vergrößerung der Gruppe investiert wird, es kann aber auch eine Lösung sein, sich mit einer anderen Gruppe zu vernetzen. Kleine Gruppen sollen nicht vorschnell aufgegeben werden, denn es besteht auch für diese wenigen Kinder ein missionarischer Auftrag und außerdem sind kleine Gruppen große Segenszellen vor Ort.
Wie geht es weiter mit kleinen Gruppen? Eine kleine Gruppe sollte sich in regelmäßigen Abständen folgende Fragen stellen: - Gibt es einsatzbereite Mitarbeiter vor Ort? - Gibt es Kinder vor Ort? - Gibt es andere geistliche Angebote für Kinder im Ort? - Gibt es andere Angebote für Kinder im Ort (Vereine usw.)? - Gibt es einen verantwortlichen Leiter für die Kindergruppe? - Sind ansprechende Räumlichkeiten vorhanden? - Gibt es eine Gemeinde, die die Arbeit mit Kinder unterstützt (finanziell, im Gebet usw.)? - Kann die Gruppe selbstständig durchgeführt werden (oder braucht man immer Hilfe von außen, z.B. durch einen hauptamtlichen Kinderreferenten)? Diese Fragen sind keine Checkliste, sondern eine Hilfestellung. Die Fragen sollen auch nicht einzeln, sondern immer im Zusammenhang beantwortet werden. Am besten ist es, wenn man sich mit dem vorhandenen Mitarbeiterkreis oder wenigstens mit einem zweiten Mitarbeiter zusammensetzt und über diese Fragen spricht. Wenn der Kindermitarbeiter ein Einzelkämpfer ist, dann sollte er sich trotzdem noch eine andere Person dazuholen, mit der er diese Fragen bespricht. Die Fragen werden mit Ja, Nein oder vielleicht beantwortet. Natürlich kann es sein, dass die Meinung über die Antworten auseinandergeht, aber grundsätzlich sind diese Fragen eine Hilfestellung für die Arbeit. Nachdem diese Fragen grundsätzlich beantwortet wurden, sollte sich die folgende Frage anschließen: Was sollen wir tun? In diesem Schritt geht es noch nicht um konkrete Schritte, sondern um grundsätzliche Überlegungen. Wenn zum Beispiel die Frage nach den geeigneten Räumlichkeiten mit „Nein“ beantwortet wird, es aber trotzdem Kinder und Mitarbeiter gibt, die motiviert dabei sind – auch wenn es nur wenige sind -, dann gibt es sicherlich ganz andere Möglichkeiten kindgerechte Räume zu gestalten, als wenn nur ein unmotivierter Mitarbeiter da ist und die Gemeinde die Arbeit mit Kindern in der Praxis sehr skeptisch beobachtet. 64
Erst in einem zweiten Schritt sollte man sich den konkreten Fragen zuwenden. Diese konkreten Arbeitsbereiche können dann sein: - Mitarbeitermotivation - Suche und Gestaltung nach geeigneten Räumlichkeiten - Einbeziehung der Gesamtgemeinde in die Arbeit - usw.
Konkrete Modelle für kleine Gruppen Folgende Modelle sollen eine Hilfestellung für kleine Gruppen sein, ihre Arbeit neu zu gestalten und verschiedene Möglichkeiten und Modelle auszuprobieren.
Missionarische Stunden
Diese Ausrichtung bezieht sich besonders auf Kreise, die in die Geh-Struktur investieren wollen. Das heißt wir bieten keine regelmäßige Gruppenstunde mehr in den eigenen Gemeinderäumen an, sondern gehen dahin, wo die Kinder sind. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Wege, die auch von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind. Es kann zum Beispiel sein, dass man die ganz normale Kinderstunde auf dem Spielplatz durchführt oder an einem anderen Treffpunkt der Kinder, evtl. am Sportplatz. Man kann aber auch Kontakte mit der Schule knüpfen und dort eine Jungschar-AG durchführen. Der Vorteil dieser missionarischen Stunden besteht darin, dass man ganz nah an den Kindern dran ist, wenn man sich in ihr Lebensumfeld begibt. Der Nachteil besteht darin, dass man oft von anderen Gegebenheiten (Schule, Wetter usw.) abhängig ist, die man nicht selbst beeinflussen kann. Für diese Form der Arbeit braucht man im Normalfall auch mehrere Mitarbeiter. Wenn man also eine solche Form wählt, sollte man sich rechtzeitig nach geeigneten Mitarbeitern umsehen und im Vorfeld der Durchführung viel Zeit und Kraft in die Mitarbeitersuche, -begleitung und -motivation legen.
Kinderevents
Solche Kinderevents finden nicht jede Woche statt, sondern in größeren Abständen, z.B. einmal im Monat. Dazu kann auch ein anderer Zeitrahmen gewählt werden, z.B. nicht die übliche Stunde, sondern ein ganzer Vormittag. In dieses Programm können dann zudem viel mehr ganzheitliche Elemente eingebaut werden, für die man im normalen Programm gar keine Zeit mehr hätte, z.B. Geländespiele, ausführliche Spiel- und Bastelstraße usw. Auch diese Form hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil besteht vor allem darin, dass man ein sehr attraktives Programm für die Kinder gestalten kann, das ansprechend und einladend ist. Im Normalfall braucht man aber auch hierfür viele Mitarbeiter. Außerdem finden diese Veranstaltungen in größeren Abständen statt, sodass es schwerer ist, die Kinder zu begleiten und Beziehungen zu ihnen aufzubauen.
Zusammenlegen von kleinen Gruppen
Wenn es mehrere kleine Gruppen gibt, kann man diese Gruppen zusammenlegen. Das kann innerhalb einer Gemeinde geschehen. Es gibt Gemeindestrukturen, bei 65
denen fünf und mehr Kindergruppen nebeneinander existieren, angefangen vom Kleinkindkreis über Kinderstunde, Jungen- und Mädchen-Jungschar bis zum Vorteenagerkreis und daneben noch der Kindergottesdienst am Sonntag. Manchmal werden diese Gruppen noch von denselben Mitarbeitern betreut und zum Teil besuchen die Kinder auch mehrere Gruppen. Das muss alles noch nichts Negatives sein, aber oft ist es so, dass sich Mitarbeiter in den vielen Gruppen verzetteln, genervt dastehen und mit ihrer Kraft am Ende sind. Da kann man sich überlegen, verschiedene Gruppen zusammenzulegen und damit Kräfte zu bündeln. Man kann aber auch die Gruppen aus verschiedenen Gemeinden oder Orten, die nahe beieinanderliegen, zusammenlegen. Da sollte man dann einen Fahrdienst organisieren und sich auch im Vorfeld Gedanken machen, wie das in der Praxis gut funktionieren kann. Fragen, die bei diesem Modell besprochen werden müssen, sind z.B.: Findet die Veranstaltung regelmäßig an einem Ort statt oder wechselt man? Welche Mitarbeiter übernehmen welche Aufgaben? usw.
Nachbarschaftshilfe
Hier erfolgt keine Zusammenlegung wie bei dem vorhergehenden Modell, sondern eine Unterstützung durch eine Gemeinde aus der Nachbarschaft. Das kann wieder gemeindeübergreifend erfolgen oder aus einem nahegelegenen Ort. Diese Nachbarschaftshilfe kann zum Beispiel auf der Mitarbeiterebene geschehen, das heißt, dass Mitarbeiter einer größeren Gemeinde eine kleinere Gemeinde unterstützen und die Patenschaft für eine Kindergruppe übernehmen und immer mit zwei Mitarbeitern in der Nachbar-Jungschar helfen. Es kann aber auch sein, dass sie in regelmäßigen Abständen mit ihrer eigenen Kindergruppe die kleine Jungschar besuchen und so durch die größere Zahl eine höhere Motivation für die Kinder schaffen.
Zusammenfassung Arbeit mit kleinen Gruppen ist in der Praxis ein wichtiges Thema, dem wir uns stellen müssen. Dabei gibt es keine Patentrezepte, sondern es muss immer vor Ort geschaut werden, welche Möglichkeiten es gibt. - Es kann sein, dass man eine Arbeit beenden muss, auch wenn das sehr schmerzlich ist. - Es kann sein, dass man regelmäßig mit zwei Kindern arbeiten kann und aus diesen Stunden eine intensive Beziehung wächst, von der alle einen Gewinn haben. - Es kann sein, dass wir neue Modelle ausprobieren und unsere Strukturen den Gegebenheiten anpassen müssen. Es ist wichtig, dass man die Situation annimmt und ein Ja zu ihr findet, egal wie sie aussieht. Fest steht auf alle Fälle, dass der Missionsbefehl auch für die Kinder gilt und dass Gott den Einsatz für die Kinder segnet, auch den Einsatz für wenige Kinder. Autor: Thomas Kretzschmar Referent für Kinder- und Jungschararbeit im Deutschen EC-Verband 66
Mitarbeiterimpuls In der Mitte liegen kleine Dinge: ein Samenkorn, ein Wassertropfen, ein kleiner Kieselstein, ein Bild von einem Kind. Frage: Was haben diese Dinge gemeinsam? Sie sind klein und können trotzdem groß werden: aus dem Samenkorn wächst eine Pflanze; wenn der Stein ins Rollen kommt, kann er eine Lawine auslösen usw. Was ist nun mit unserer kleinen Gruppe? Haben wir die Hoffnung, dass wir damit etwas Großes voranbringen? Es erfolgt eine kurze Analyse der eigenen kleinen Gruppe. Danach erfolgt ein Gespräch über folgende Fragen: - Gibt es einsatzbereite Mitarbeiter vor Ort? - Gibt es Kinder vor Ort? - Gibt es andere geistliche Angebote für Kinder im Ort? - Gibt es andere Angebote für Kinder im Ort (Vereine usw.)? - Gibt es einen verantwortlichen Leiter für die Kindergruppe? - Sind ansprechende Räumlichkeiten vorhanden? - Gibt es eine Gemeinde, die die Arbeit mit Kinder unterstützt (finanziell, im Gebet usw.)? - Kann die Gruppe selbstständig durchgeführt werden (oder braucht man immer Hilfe von außen, z.B. durch einen hauptamtlichen Kinderreferenten)? Im Anschluss werden die Modelle vorgestellt und für die eigene Situation bewertet.
Modell
Probleme für unsere Gruppe
Chancen für unsere Gruppe
Was wollen wir konkret tun?
Missionarische Stunden Kinderevents Zusammenlegen von kleinen Gruppen Nachbarschaftshilfe
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Teil 3
Konzepte
fĂźr die Arbeit mit Kindern entwickeln und umsetzen
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Analyse Eine Analyse ist eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet werden (vgl. Wikipedia, Artikel: Analyse). Diese Definition macht deutlich, worum es bei einer Analyse geht. Es geht um die Feststellung, was wirklich passiert. Diese Feststellung allein reicht aber nicht aus, sondern sie muss am Ende gebündelt und nutzbar gemacht werden. Durch eine Analyse werden Informationen und Fakten erhoben, die am Ende in kreative Ideen umgesetzt werden. Eine Analyse hilft auch, Zusammenhänge wertneutral zu betrachten. Eine Analyse des Umfeldes der Gemeinde und der Arbeit mit Kindern zeigt Wege auf, die wir gehen können.
1. Schritt: Analyse der Gemeinde Bei der Analyse der Gemeinde werden die Angebote, die Möglichkeiten und die Grenzen analysiert. Die vorhandenen Angebote sollen daraufhin durchleuchtet werden, wie missionarische Arbeit mit Kindern in der Gemeinde geschehen kann. Dabei sollte man sich nicht schon im Vorfeld der Analyse auf Ergebnisse festlegen, z.B.: „Wir bleiben auf alle Fälle mit unserem Angebot im Gemeindehaus.“ Ein Fragebogen kann an möglichst viele Mitglieder der Gemeinde verteilt werden. Dadurch erhält man einen kleinen Überblick über das Geschehen der Gemeinde. Durch die beiden ersten Fragen erfährt man etwas über die Probleme und Freuden, die in der Gesamtgemeinde ganz oben stehen. Im zweiten Teil erhält man einen statistischen Wert, wie die Arbeit mit Kindern von der Gesamtgemeinde wahrgenommen wird. Dieser Wert ist natürlich nicht überzubewerten, da viele der Fragebogenausfüller sich nicht aktiv an der Arbeit mit Kindern beteiligen. Trotzdem gibt das Ergebnis einen Trend an, mit dem man gut weiterarbeiten kann. Ein Fragebogen für die Gemeinde und ihre Arbeit mit Kindern kann folgendermaßen aussehen:
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Fragebogen zur Analyse der Gemeinde Frage 1 Was findest du besonders gut an unserer Gemeinde?
Frage 2 Welche beiden Probleme müssten deiner Meinung nach in der nächs ten Zeit gelöst werden?
Wie schätzt du die Arbeit mit Kindern in unserer Gemeinde ein? Verteile dazu Schulnoten von 1-6: 1 = Alles okay 2 = Fast super. Es läuft zufriedenstellend 3 = Es geht, aber es könnte besser sein 4 = Es schwankt, einmal so, einmal so 5 = Alles andere als gut, Veränderung ist dringend nötig 6 = Wirklich schlecht, so darf es nicht weitergehen 1 Die Inhalte der Kinderstunde Die Inhalte der Jungschar Die Inhalte des Kindergottesdienstes Die Situation der Mitarbeiter Die Schulung der Mitarbeiter Die Gestaltung der Räume für Kinder Die Chance, dass gemeindefremde Kinder zu den Veranstaltungen kommen Das Umfeld des Gemeindehauses
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