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Einheit 1: Vater unser im Himmel „Vater unser im Himmel! Dein Name werde geheiligt.“ Matthäus 6,9b
Trialog Nele, Sara und Benny treffen sich in der großen Pause auf dem Schulhof. Nele: Hallo Leute! Na, wie läuft’s so? Sara und Benny: Gut, und bei dir? Nele: Naja, mein Vater kam gestern ins Krankenhaus und meine Mutter ist erst mal den ganzen Tag bei ihm. Sara: (total erfreut) Ist ja klasse, dann hast du ja sturmfreie Bude! Benny: Sag mal, spinnst du, das ist doch voll krass! (zu Nele) Was Schlimmes? Nele: Man weiß es nicht so genau. Ich mach mir echt voll die Sorgen. Wie gut, dass unser Vater im Himmel Bescheid weiß, das gibt mir echt viel. Sara: Oh Mann, hör mir auf mit diesem frommen Gesülze. Und sei bloß ruhig mit diesem Vater-Getue. Wenn dieser alte bärtige Mann da oben im Himmel mein Vater sein soll, dann möchte ich nichts, aber absolut gar nichts mit ihm zu tun haben! (zündet sich eine Zigarette an) Wenn ihr wüsstet, was bei mir Zuhause mit meinem Alten abgeht, dann ... (ihre Stimme stockt, sie kämpft mit den Tränen). Ach egal, mich versteht ja eh niemand! Benny: (nimmt Sara in den Arm) Mensch Sara, bei dir ging’s gestern Abend wohl wieder voll ab. Kann sich denn dein Vater nicht einmal zurückhalten? Du tust mir echt Leid, können wir dir irgendwie helfen? Sara: Ne, ist schon gut (putzt sich die Nase). Benny: (blickt in den Himmel) Weißt du, vielleicht kann der da oben ja doch etwas tun, vielleicht ist ja was dran - an diesem „Vater im Himmel“?!
Message I: Vater unser im Himmel Input Was war los bei Sara? Wir wissen es nicht genau. Aber eins ist völlig klar: Das Verhältnis zu ihrem Vater ist absolut miserabel. Vielleicht übt ihr Vater heftigen Druck auf sie aus, vielleicht wurde sie noch nie in ihrem Leben gelobt, vielleicht wird sie sogar geschlagen oder Schlimmeres. Leider trauriger Alltag in vielen unserer kaputten Familien. Und dann fängt Nele auch noch an von einem Vater im Himmel zu sprechen. Jemand, der Bescheid weiß, die Situation kennt, anscheinend bei ihr ist. In der Aussage von Nele schimmert etwas von Trost und Zuversicht hindurch. 11
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Wie geht es dir mit dieser Aussage „Vater unser im Himmel“? Eckt sie bei dir an oder verdeutlicht sie dir ein paar von Gottes wunderbaren Eigenschaften? Oft projizieren wir ja das in Gott hinein, was wir in unserem Umfeld erleben. Dabei ist Gott in den meisten Fällen ganz anders, lässt sich gar nicht in unser Bild der Dinge hineinstopfen. Was dabei herauskommt, ist dann vielleicht wie ein Schrottklumpen, der hinten bei einer Auto-Schrottpresse sichtbar wird: quadratisch, praktisch, gut, aber vom Original (Auto) ist nichts mehr zu erkennen, geschweige denn noch etwas davon brauchbar. Und so verbiegen wir Gott oft auf unsere Erfahrungen hin. Doch ist Gott wirklich so, wie du deinen wirklichen Vater erlebt hast? Ist dein Vater jemand, der dir alles und jedes verbietet, dann wird Gott für dich auch der alte Miesepeter im Himmel sein, der dir so gar nichts gönnt. Ist dein Vater jemand, der bei jeder Kleinigkeit ausflippt, dich vielleicht sogar schlägt, dann wird Gott für dich jemand Brutales sein, der Schuld hat an all dem Leid bei dir und dem Elend hier auf der Welt. Hast du einen Vater, der wenig Interesse für dich zeigt, den du immer nur kurz siehst, damit er dir sagen kann, „er müsse noch mal ins Büro“, dann wird Gott jemand für dich sein, der weit, weit weg ist und eh kein Interesse an dem hat, was du denkst und fühlst. Aber Gott ist nicht so. Gott ist meist anders, als wir denken - viel besser! Deshalb: „Vater im Himmel“. Nicht, weil er so unendlich fern von uns sein will, sich von uns distanzieren möchte, sondern weil er so anders ist als unsere irdischen Väter. Selbst wenn wir die absolut genialsten Väter dieser Welt hätten, könnten wir Gott nicht mit ihnen vergleichen. Wir können und dürfen Gott einfach nicht vermenschlichen. Doch wie ist dieser Gott? Zum einen ist er jemand, der uns trösten möchte. Paulus, ein genialer Verkündiger in der Bibel, hat einmal in einem Brief an die Gemeinde in Korinth Folgendes geschrieben: Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei (2. Korinther 1,3-4a). Gott will uns in jeder Not trösten und in allen Schwierigkeiten ermutigen. Damals sprach Paulus zu Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt, gefoltert, eingesperrt, manche sogar getötet wurden. Glücklicherweise ist das heute nicht mehr so. Dennoch kommt es nicht selten vor, dass du ziemlich angemacht wirst, sobald du klar dazu stehst, dass du Christ bist, in die Kirche gehst, dich für den Glauben interessierst. Gott, der Vater voller Barmherzigkeit (so Paulus) ermutigt dich dranzubleiben und steht dir bei. Wie ein Vater, der voller Stolz am 3-Meter-Brett steht und sagt: „Du schaffst das!“ und sich nicht umdreht und dich allein springen lässt. 12
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Zum anderen hat Gott uns absolut gewollt. Wir sind nicht per Zufall in diese Welt „hineingefallen“. Das macht auch einen guten Vater aus: dass er verantwortungsvoll mit seiner Familienplanung umgeht. Übrigens gibt es echt viele Kids und Jugendliche, die wahnsinnig darunter leiden, dass sie eigentlich nicht gewollt und ein so genannter „Unfall“ waren. Wie schrecklich! Bei Gott ist das auf gar keinen Fall so: Du hast mich geschaffen - meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen (Psalm 139,13-15). Gott hat uns geschaffen, er hat uns gemacht. Niemand würde etwas schaffen, was er nicht haben möchte. Und wenn jemand etwas schaffen würde, was ihm nicht gefällt, dann würde er es doch wohl wieder einstampfen, oder? Also, die Tatsache, dass du diesen Text liest, zeigt, dass du absolut gewollt und geliebt bist! Die coolste Sache ist wohl, dass im Vaterunser ein Wort für Gott den Vater gebraucht wird, das unserem „Papa“ oder „Vati“ entspricht. Paulus benutzt auch dieses Wort. So in einem Brief, den er an die Gemeinde in Rom geschrieben hat: Denn ihr habt nicht einen Geist erhalten, der euch versklavt, so dass ihr ängstlich sein müsst; nein, er macht euch zu Gottes Kindern. Deshalb dürft ihr furchtlos und ohne Angst zu Gott kommen und ihn euern Vater (oder Papa) nennen (Römer 8,15). Und an die Galater hat er geschrieben: Weil ihr nun seine Kinder seid, schenkte euch Gott seinen heiligen Geist, denselben Geist, den auch der Sohn hat. Deshalb dürft ihr jetzt im Gebet zu Gott sagen: „Lieber Vater (oder „lieber Papa“)!“ (Galater 4,6). Wir sehen also, dass es Gott um eine enge Beziehung zu uns Menschen geht. Er will unser Vater sein und auch so genannt werden. Nicht um des „Titels“, der Anrede willen, sondern um der Beziehung willen, weil eine Anrede immer auch Ausdruck einer inneren Haltung ist.
Auf den Punkt gebracht Gott ist nicht vergleichbar mit unserem leiblichen Vater. Deshalb „Vater im Himmel“. Gott ist ... ... ein Vater, der zu dir steht, dich tröstet, unterstützt und ermutigt! ... ein Vater, der dich absolut gewollt und gemacht hat und dich liebt! ... ein Vater, der eine enge, persönliche Beziehung zu dir will!
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Noch Fragen? 1. Lies dir das Gleichnis vom verlorenen Sohn durch (Lukas 15,11-32)! Wie reagiert der Vater, als sein Sohn stinkend und verdreckt nach Hause kommt? Was könnte das für dich bedeuten? Was empfindest du, wenn du das Bild siehst, das diese Szene der „Heimkehr“ aufgreift? 2. Lies dir Psalm 62, 9 durch! Was liegt dir auf dem Herzen? Schütte es vor Gott, deinem Vater aus, indem du ihm einen Brief schreibst!
Das will ich persönlich mitnehmen Gott ist ein absolut genialer Vater, so wie ich mir meinen Vater immer gewünscht habe! Er hat mich gewollt, steht zu mir und will mit mir in Beziehung leben.
PERSÖNLICH Das will ich persönlich aus dieser Einheit mitnehmen:
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Message II: Geheiligt werde dein Name Input „Oh Mann, der Teenkreis hat etwas länger gedauert und ich bin zu spät zum Hauskreis gekommen. Zum ersten Mal sind wir bei Svenja. Svenja ist 21 und Studentin und wohnt in einem Wohnblock mit Hunderten von anderen Leuten und das wird mir zum Verhängnis. Hilflos stehe ich vor den Namensschildern. Ich kenne zwar ihren Vornamen, aber wie war noch mal ihr Nachname …?“ Unser Name gibt uns Identifikation. Hinter jedem Namen steht eine Person, eine Lebensgeschichte. Wir sind keine anonymen Nummern. Bei Gott ist das auch so. Oder vielleicht doch nicht? Eigentlich komisch, Gott hat ja gar keinen ganz bestimmten Namen wie Gertrude Müller oder Frau Schäfer aus unserer Nachbarschaft. Wenn man es genau nimmt, gibt es für Gott sogar eine Menge Bezeichnungen: El, Elohim, Jahwe, Zebaoth und noch viele mehr. Wie soll ich da seinen Namen heiligen? Welchen Namen soll ich überhaupt heiligen? Das Besondere an diesen Namen ist, dass sie nicht von Menschen „vergeben“ wurden. Kein Mensch hat sich für Gott je einen Namen ausgedacht, sondern Gott selbst hat uns Menschen seine Namen gezeigt. Dieser einzigartige, einmalige Gott tritt sozusagen aus der Anonymität heraus und gibt sich durch seinen Namen uns Menschen zu erkennen. So, als würde Svenja aus ihrer Wohnung heraustreten, die Tür öffnen und sagen: „Hallo, hier bin ich, ich heiße Svenja Kaiser.“ Und eben darum geht es bei dieser „Heiligung“: „... nicht um die Heiligung einer bestimmten Namens-Bezeichnung für Gott …“, sondern „… um die Heiligung von Gott selbst“! Gott gibt sich uns Menschen zu erkennen und wird durch seinen Namen zum persönlichen Gegenüber. Dort, wo ich mich zu erkennen gebe, mache ich mich auch verletzbar. In der Anonymität kann ich mich gut verstecken. Auch Gott macht sich „verletzbar“, indem er sich uns zeigt, etwas von sich preisgibt. Zwar können wir dadurch Gott keinen Schaden zufügen, aber wir können sehr wohl seinen Namen in den Dreck ziehen. Die Einzigartigkeit und Herrlichkeit Gottes jedoch verlangt, dass wir ihn ehren. Dabei meint „seinen Namen heiligen“ nicht, dass wir beim Beten besonders fromme und gesalbte Worte für Gott finden und uns gegenseitig übertreffen mit tollen und Gott-betörenden Worten, sondern dass wir Gott Raum in unserem Leben geben, so dass seine Liebe durch uns bei anderen sichtbar wird. Aber was bedeutet dieses „heiligen“? Vielleicht hilft uns ein alttestamentliches Beispiel weiter. Damals gab es Geräte, die für den gottesdienstlichen Gebrauch genutzt wurden. Das waren eigentlich ganz normale, alltägliche Gegenstände wie Schüsseln, Messer, Töpfe, usw. Das Besonde15
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Weiterweg: praktische Tipps zum Dranbleiben Bibelverse - Gott, der Vater 2. Samuel 7,14 Psalm 68,6 Jesaja 63,16 Matthäus 6,32 Matthäus 7,7-11 Johannes 10,29.30 u.a. Begleitung Zweier-/Dreierschaft zum Thema: Gottes Name heiligen Ich suche mir 1-2 Personen, die sich mit mir zusammen vornehmen, einen Monat lang Gottes Namen zu heiligen. 1. Woche: Zusammen überlegen, wo Gottes Wirklichkeit in meinem Leben sichtbar wird und wo es Punkte gibt, wo ich so lebe, als gäbe es Gott überhaupt nicht. 2. Woche: In dieser Woche nehme ich mir vor, meinen Mund aufzumachen, wenn andere über Gott lästern oder schlecht über Gott reden. 3. Woche: Ich mische mich ein bei heiklen Themen und beziehe klar Position für biblische Werte und Normen (Abtreibung, Notlügen, Geschwindigkeitsübertretungen usw.) 4. Woche: Ich werde aktiv und nehme mir vor in dieser Woche zwei Menschen von Jesus zu erzählen!
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