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Bibellesehilfe 2015

Lichtstrahlen

BORN-VERLAG 1


Lichtstrahlen auch zum Mitnehmen Auch in diesem Jahr wird es wieder die Lichtstrahlen als App für iOs, Android und Windows geben mit Tageslese, Wochen- und Monatssprüchen, Bibelstellenliste, Notizfunktion und Verlinkung zu bibelserver.com.

Wer die Psalmen mal nach einer neueren Übersetzung lesen möchte – es gibt die BasisBibel Psalmen. Bestellnr. 182.0041 Euro (D) 9,90 | CHF 14,90 | Euro (A) 10,20

© 2014 BORN-VERLAG, Kassel

www.bornverlag.de

Printed in Germany – all rights reserved Herausgeber: Deutscher Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) e.V. Schriftleitung: Johannes Wegner Redaktion: Renate Lauszus Umschlag: Mediadesign Adelheid Beilharz, München Satz: be · Dieter Betz Design-Kommunikation, Friolzheim Druck: CPI books, Leck

Verwendung von Jahreslosung, Monatssprüchen und Bibelleseplan mit

freundlicher Genehmigung von Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen, Reichensteiner Weg 24, 14195 Berlin, www.oeab.de

Bibeltexte Verwendung mit freundlicher Genehmigung Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Fassung in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart

© Bildnachweise: Umschlag: ilbusca/istockphoto.com; Seite 103: Laetitia Bouaziz/Fotolia; Seite 121: Angela/Fotolia; Seite 143: meisterleise/fotolia; Seite 159: Marcus Lorenz/Fotolia; Seite 187: picamaniac/Fotolia

ISBN 978-3-87092-556-7 Bestell-Nr.: 182.099 www.bornverlag.de 2


Vertraue!

Wie das mit den Lichtstrahlen gelingen kann? Täglich ist etwas Platz unter der Auslegung für neu oder wieder entdeckte Gedanken, um sie festzuhalten und die Lichtstrahlen zu einem persönlichen Jahrbuch zu machen. Genauso können eigene Gebetsanliegen auf den vorderen Seiten ihren Platz finden. Und da Gott nicht nur durch Worte, sondern auch durch Musik zu uns redet, ist am Sonntag ein Lied für die Woche aus "Feiert Jesus! 4" (FJ!4) vorgeschlagen. Mit den Grundsatzartikeln und den Praxisimpulsen auf den Themenseiten lassen uns Autorinnen und Autoren an ihrer Beziehung zu Gott teilhaben. Zum Wochenbeginn teilen uns Leser mit, wie Gott in ihrem Alltag für andere Menschen sichtbar wird.

Wenn du einem Menschen deine Freundschaft schenkst, dann öffnest du dich ihm, und wenn er das auch tut, entsteht gegenseitiges Vertrauen. Viel intensiver ist das in einer Partnerschaft. Beide öffnen sich und geben dem anderen Einblick – auch in Unaufgeräumtes und Ungeliebtes. Und der liebende Blick des anderen hat heilende Kraft. So vertrauen zu können, ist eines der schönsten Geschenke. Wie arm dagegen sind Menschen, die sich darauf nicht mehr einlassen. Meist sind sie sehr scharfsinnig und richtend. Sie haben unentwegt recht. Wer keine festen Beziehungen mehr pflegt, vagabundiert wie ein heimatloser Hund durch die Nachrichtenportale, Facebook oder andere Seiten und verhungert unaufhörlich. Ich erhebe mich nicht über Menschen, die nicht mehr vertrauen wollen. Wie oft mag schon eine Planierraupe über ihre Seele gerollt sein? Was müssen sie an Enttäuschungen schon weggesteckt haben, dass sie diese große Kraft des Vertrauens nicht mehr einsetzen? Corrie ten Boom, die als NS-Opfer viel Scheußliches und Gemeines verarbeiten musste, hielt daran fest. Über ihre Liebe und ihr Vertrauen schrieb sie sinngemäß: „Christsein bedeutet für mich, mich den durchbohrten Händen Jesu anzuvertrauen. Wenn Gott seine Menschen so sehr liebt, dass er sich von ihnen sogar kreuzigen ließ, ohne zurückzuschlagen, dann kann ich mich ihm anvertrauen!“ Die tägliche Bibellese ist eine erneute Vertrauensübung. Du liest die Bibel als einen Liebesbrief an dich. Du fängst wieder an, Gott im Gebet zu suchen, vertraust auf seine Worte, deine frühere Zeugniskraft kehrt zurück, kurz gesagt: die erste Liebe brennt wieder. Für diese Erneuerungsbewegung beten wir. Freundliche Grüße im Namen der Autoren und des Redaktionsteams der Lichtstrahlen

Hannes Wegner 3


JahreslosunG 2015

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

Rรถmer 15,7

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Auslegung Jahreslosung Was für eine Jahreslosung! Kein wohlmeinender Zuspruch oder eine Verheißung, die uns runter geht wie Öl und uns durch das neue Jahr trägt. Nein, eine ganz klare Aufforderung, bei der wir schon ahnen, dass ihre Erfüllung nicht ganz einfach sein wird. Der Vers der Jahreslosung markiert quasi ein Fazit aus einer Abhandlung, die Paulus in den vorangegangenen eineinhalb Kapiteln entfaltet hat. Es geht um Menschen in der Gemeinde, die ein engeres oder weiteres Gewissen haben und sich daher unterscheiden in ihrer Art und Weise, den Glauben zu leben. Die „Starken“ mit dem weiteren Gewissen sollen so leben, dass die „Schwachen“ mit dem engen Gewissen sich nicht an der Lebensart der Starken stören. Umgekehrt sollen die Schwachen die Starken nicht verachten und ihnen den Glauben absprechen. Dabei geht es nicht um einen plumpen Aufruf zu gegenseitiger Toleranz. Nein, es geht um ein zentrales Element des Lebens in der Gemeinde. Paulus schreibt deutlich, dass keiner von uns für sich selbst lebt, sondern dass wir für Christus leben und dass auch Jesus nicht für sich selbst gelebt hat (Röm 15,3 f.). So sollen auch wir in einer Art und Weise leben, die unserem Nächsten guttut. Wir sollen ihm nicht nur nicht schaden, sondern ihn fördern. Unsere Art, den Glauben zu leben, ist nicht perfekt und nicht nur die einzig mögliche. Trotzdem hat Christus uns angenommen – so sollen wir uns nun auch gegenseitig annehmen. Dann lenkt der Vers unseren Blick von uns weg: Indem ich meine Mitchristen in der Gemeinde annehme, gebe ich Gott die Ehre. Dieser Zusammenhang zeigt, dass es um etwas viel Tieferes geht als nur um Toleranz. Zur Abrundung der Betrachtung erscheint mir aber Folgendes auch wichtig: Es geht in diesem Text bei der Gestaltung des Glaubenslebens um Gewissensfragen, zu denen das Neue Testament keine klare Wegweisung enthält. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir diesen Text nicht wahllos auf alle theologischen Fragen anwenden können. Das würde zu einer Beliebigkeit führen. Hier sind dann die fundierte Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes und das Ringen um eine Antwort gefragt. Aber welche Chance liegt für unsere Kreise darin, dass wir von uns wegsehen und freiwillig – aus Liebe zum anderen und zu Jesus – von unserer Meinung abrücken?! Lasst uns Gott doch in diesem Jahr auch mal auf diese Weise loben! Hartmut Kämpfer, 1. Vorsitzender des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus (EC)“ e.V., E-Mail: hkaempfer@gmx.de

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eine Einführung

1. Mose

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Die Genesis ist das „Buch der Anfänge“. Sie beschäftigt sich mit den Grundfragen der Geschichte Gottes mit den Menschen und bezeugt Gott als den Allmächtigen, der alles in seiner Hand hält, der die ganze Welt geschaffen hat und sich doch jedem Einzelnen zuwendet. Die Urgeschichte (1. Mose 1 – 11) sagt Grundlegendes über den Menschen und sein Verhältnis zu Gott. Die Welt und die Menschen sind von Gott gewollt! Erkenntnisse über die Natur werden hier aus der unmittelbaren Beobachtung gewonnen, so wie das damals in der Wissenschaft üblich war. Zugleich sind sie jedoch dichterisch gestaltet und vom Geist Gottes durchdrungen. Damit gilt ihre Botschaft auch für unsere Zeit, selbst wenn sie unserer Form der Naturerkenntnis nicht immer entspricht. Der Sündenfall zerstört zwar das „sehr gut“ der Anfangsordnung, unterbricht jedoch nicht Gottes Wirken in dieser Welt. Die weiteren Erzählungen stehen unter dem doppelten Vorzeichen von Segen und Sünde: Die Vermehrung der Menschen zeigt das Wirken des Segens, die immer wieder auftretende Sünde bestätigt jedoch auch die Kluft zwischen Mensch und Gott. Die „Vätergeschichten“ (1. Mose 12 – 50) sind Familiengeschichten. Zwar stehen die „Erzväter“ im Vordergrund, zugleich wird aber alles in allem für eine patriarchale Gesellschaft Würde und Wert der Frau sehr hochgehalten. Sie erzählen eine Geschichte in drei Generationen: Abraham, Isaak, Jakob (vgl. 2. Mose 3,6 u.ö.: der Gott Abrahams, Isaaks,

Jakobs). Die eigentlichen Hauptfiguren sind allerdings eher Abraham, Jakob und Josef (= 4. Generation). Isaak erscheint vor allem als Sohn Abrahams und Vater Jakobs. Innerhalb der Erzählungen gibt es durchgehende Motive: Verheißung von Land und Nachkommen, Gefährdung durch Hungersnot, Preisgabe der Ahnfrau, Unfruchtbarkeit, Streit unter Brüdern usw. Der Segen geht nicht automatisch auf den Erstgeborenen über, sondern ist freie Gabe Gottes (Isaak statt Ismael, Jakob statt Esau, Juda und Josef statt Ruben, Ephraim statt Manasse). Die Abraham-, Isaak- und Jakoberzählungen schildern eher einzelne Episoden, die Josefsgeschichte ist dagegen eine abgeschlossene Erzählung (1. Mose 50,20). Sie will belehren, was für ein gelingendes Leben zu beachten ist. Gottes Eingreifen wird – im Unterschied zu den Abrahamerzählungen – hier sehr zurückhaltend beschrieben. In der Vätergeschichte zeigt sich der Gott, der die Welt geschaffen hat, als ein ganz persönlicher Gott. Er wendet sich einzelnen Menschen zu, begleitet sie auf ihren Wegen und lässt sich selbst von ihren Irrwegen nicht aus dem Konzept bringen. Die Väter, ihre Familien und ihre Geschichte mit Gott können deshalb für uns in mancherlei Hinsicht als Beispiel dienen (vgl. Röm 4), selbst wenn wir einige ihrer Entscheidungen besser nicht kopieren. Prof. Dr. Christoph Rösel, Prorektor der Evangelischen Hochschule TABOR, Marburg E-Mail: christoph.roesel@eh-tabor.de


Monatsspruch Januar:

So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. 1. Mose 8,22

KW 1 bearbeitet von Klaus Göttler, Dozent an der Evangelistenschule Johanneum, 42281 Wuppertal, E-Mail: goettler@johanneum.net

Psalm 8

Was für eine Aussicht auf ein neues Jahr! Es kann wohl kaum eine bessere Rückenstärkung geben als die, die in Psalm 8 besungen und bestaunt wird. David staunt über die Herrlichkeit Gottes. Er besingt mit offenem Mund die Schönheit der Schöpfung. Und als er auf den Menschen zu sprechen kommt, hätte er angesichts dieser gewaltigen Aussagen eigentlich ganz kleinlaut werden müssen: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“ Ein Nichts! Ein Staubkorn im Universum! Ein Blatt, das verweht! Doch David schlägt einen anderen Ton an: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott!“ Es gibt keinen Grund sich selbst kleinzureden. Der Glaube an Gott macht nicht klein, sondern er stärkt unser Rückgrat. Mit stolz geschwellter Brust können wir in das neue Jahr gehen und uns jeden Tag vor Augen malen, mit wem wir gemeinsam unterwegs sind: Mit dem Herrn der Welt! Mit dem Schöpfer des Universums! Es gibt allerdings auch keine Möglichkeit, sich aus der Verantwortung zu reden. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Das verleiht uns eine einzigartige Würde und stellt uns gleichzeitig in eine besondere Verantwortung für die Welt. Auch im Jahr 2015. Packen wir’s an!

Lied: FJ!4 Nr. 108 | Neujahr | Donnerstag

Packen wir’s an!

1

Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17

Das merke ich mir:

Januar

21


2 Freitag

Zwischen Himmel und Erde

1. Mose 1,1-13

„Im Anfang schuf Gott!“ Es gibt wohl wenige Aussagen, die in unserer heutigen Zeit so heiß umstritten sind wie diese. Es gehört zu den Grundbekenntnissen der Bibel: Am Anfang steht Gott. Er ist der Ursprung allen Lebens. Gott hat sich nicht hineingeschlichen, um dann die Weltherrschaft zu übernehmen. Er war da. Vor aller Zeit. Und der Kolosserbrief fügt hinzu: Jesus war dabei. „In ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist“ (Kol 1,16). Zuerst beginnt Gott damit, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Leben zu ermöglichen: Licht, Finsternis, Tag, Nacht, Wasser, Land, Himmel, Erde, Nahrung. Ohne diese Voraussetzungen wäre Leben nicht möglich. In den Naturwissenschaften forschen wir dem nach und kommen zu erstaunlichen Beobachtungen. Doch mit diesen ersten Versen der Bibel ist auch angedeutet, dass unser Leben sich in Spannungen vollzieht. Licht ist nur erkennbar, wo es auch Finsternis gibt. Wasser lernen wir schätzen, wo wir wieder festes Land unter den Füßen haben. Und die Dankbarkeit über unsere Nahrung lernen wir besonders dann, wenn wir auch den Mangel kennen. Unser Leben vollzieht sich in Spannungen. Unser Leben vollzieht sich zwischen Himmel und Erde. Das ist ohne Gott nicht zu denken.

Samstag

3

Das merke ich mir:

Spot an, die Welt beginnt!

Gott schaltet das Licht für die Bühne der Weltgeschichte an. Er platziert die Scheinwerfer und kreiert die Bühne. Nun ist es Zeit für den Auftritt der Hauptdarsteller. Es kommt Leben in die Bude. Es wimmelt nur so vor Vielfalt. Und das Ganze mündet in einen wunderbaren Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Gott setzt den Startschuss für sein großes Bühnenstück, aber er nimmt die Darsteller mit hinein in die Entstehung des Stückes. Sie sind mit ihrer ganzen Kreativität gefragt. Die Schöpfung ist nicht einfach abgeschlossen. In der Theologie spricht man von der „creatio continua“, der fortdauernden Schöpfung. Dadurch sind dem Menschen und der Natur Möglichkeiten eröffnet, deren Auswirkungen wir heute vor Augen haben und die — losgelöst von Gott — zum Albtraum werden können. Deshalb steht am Anfang der Bibel dieses großartige Bekenntnis zum Schöpfer. Die Welt ist kein Experimentierlabor für Menschen, die sich selbst an Gottes Stelle setzen. Sie ist vielmehr ein gottgegebener Lebensraum, den wir erforschen und gestalten können. Dabei spielt die Verantwortung vor Gott eine wesentliche Rolle. Wir bleiben im Blickkontakt mit Gott, damit die Schöpfung das bleibt, was sie ursprünglich ist: Ein kostbares Geschenk Gottes. Das merke ich mir:

22

1. Mose 1,14-25

Januar


Gott wird in meinem Alltag für andere Menschen sichtbar, indem er mir jeden Tag neue Kraft und Begeisterung gibt, offen und selbstbewusst mit Jesus zu leben. Benjamin Motzkus, Weißenhorn EC-Landesverband: Südwestdeutscher EC-Verband

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes 1,14b

Psalm 33

Was für ein Lied! Wer es getextet hat, wissen wir nicht. Aber es schließt sich fantastisch an den Psalm 32 an, das Lied von Buße und Vergebung. Da kann man nur sagen: Freut euch! Und nehmt eure besten Instrumente, um ihm ein neues Lied zu singen und zu spielen (V.3). Das gilt bis heute: Der Herr hat es uns zugesagt, dass er uns vergeben will. Alles andere ist zweitrangig, auch wenn es uns noch so gefangen nehmen will (V.4). Der uns dafür sein Wort gibt, ist der Schöpfer der Welt. Er hat die Schöpfung aus dem Nichts „gehaucht“ oder gesprochen. Im Urtext sind beide Wörter gleich. Und was er einmal in der Schöpfung getan hat, hat er wiederholt, als er Jesus durch die Jungfrau Maria ins Leben und dann aus dem Tod rief (V.6-9). Gott ist der Herr der Geschichte, auch der Heilsgeschichte mitten in der Weltgeschichte. Er ist der Herr seines Volkes. Auch im so genannten Dritten Reich. Er ist der Herr bei aller Verfolgung und Unterdrückung (V.12). Wer will gegen solch einen Herrn anstehen (V.16 f.)? Er hat uns im Auge und passt auf uns auf (V.18). Deshalb kann man sich ihm nur anvertrauen (V.21) und beten: „Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen“ (V.22).

Lied: FJ!4 Nr. 121 | Sonntag

Was für ein Gott!

4

KW 2 bearbeitet von Bernd Bierbaum, Pastor, 28327 Bremen E-Mail: b.m.bierbaum@t-online.de

Das merke ich mir:

Januar

23


5 Montag

Hammerhart!

1. Mose 1,26-2,4a

Hier werden Pflöcke eingeschlagen. Die Erde wird sich nicht selbst überlassen. Nein, Gott wagt sich an den Menschen (V.26 f.). Und er wusste doch genau, was ihm das bringen würde: Aufruhr, Not, Ungehorsam, Mord und Totschlag, Krieg. Trotzdem! Er will auf uns nicht verzichten. Er will nicht ohne uns sein. Was muss er uns lieb haben! Ich erinnere mich an eine Konfirmandin, die heulend bei mir vor der Tür stand. Ich holte sie herein und dann brach es aus ihr heraus: „Meine Mutter hat eben gesagt, ich bin gar nicht gewollt. Ich bin nur ein Betriebsunfall.“ Gut, dass wir die Bibel haben. Die haben wir gelesen. Auch diesen Vers. Sie hat verstanden. Gott wollte sie. Sie war geplant. Egal, was die Eltern dachten. Fröhlich ging sie nach Haus und hatte ihrer Mutter was zu erzählen. Noch ist alles sehr gut (V.31). Die Dreieinigkeit — „lasset uns“ (V.26) hat gute Arbeit gemacht. Mensch und Tier vertragen sich. „Fressen und gefressen werden“ gilt noch nicht. Das kommt alles erst durch den Sündenfall. Jetzt ist alles gut. Jetzt ist das Schöpfungswerk abgeschlossen. Jetzt ruht Gott. Jetzt ist der Mensch dran, nach Gottes Willen zu leben.

Epiphanias | Dienstag

6

Das merke ich mir:

Was für ein Fest!

Unser Briefträger war verzweifelt. Zum zigsten Mal hatte er Post auszuteilen, deren Namen er kaum entziffern konnte. „Epaniagemeinde“ — das war noch die leichtere Übung. Und ich als Pastor dieser Gemeinde dachte mir, dass unsere Altvorderen ein Herz für unsere modernen Heiden hätten haben sollen. Dabei ist „Epiphanias“ ein schönes Fest. Theologisch vollkommen richtig. Richtiger geht es nicht mehr. 6. Januar: Die Heiligen Drei Könige. Übersetzt heißt es: „Das Licht erscheint.“ Und es strahlt bis in die fernsten Gegenden. Mission ist angesagt. Die alte Kirche feierte dieses Fest bereits. Und ihr Psalm, der Psalm dieses Tages, war der Psalm 72. Salomo schließt die Liedersammlung seines Vaters David mit diesem Psalm ab. Aber er muss feststellen, er ist nicht wie der König, den der Psalm besingt. Er braucht selbst einen größeren König. Einen Messias. Die Verse 6, 9, 11, 13 f., 15 — die meinen einen König, der kommt, um sein Volk zu erlösen: Jesus Christus. Der ist inzwischen gekommen. Ihn beten die Weisen aus dem Morgenland an. Den sollen wir in aller Welt bekannt machen. Was für ein großartiger Name, was für ein großartiges Fest! Das merke ich mir:

24

Psalm 72

Januar


Jetzt geht es richtig los. Bis jetzt wurde berichtet, wie die Erde gemacht wurde, jetzt wird ein Spot auf den Menschen gerichtet. Nach dem Blick auf das Ganze gehen wir jetzt ins Detail. Zum Wichtigsten, dem Menschen. Bis jetzt hieß Gott „Elohim“, Schöpfergott. Jetzt ist er „Jahwe“ oder „Jahwe Elohim“. Luther übersetzt immer mit „der Herr“(V.4b). Gott greift in die Erde, formt den Menschen und bläst ihm seinen Geist in seine Nase (V.7). Das heißt: 1. Der Mensch ist irdisch, aus Erde. 2. Der Mensch atmet Gottes Geist, Geist von seinem Geist. Er ist radikal vom Tierreich unterschieden. Durch seine Geistbegabung ist er angelegt auf Gemeinschaft mit Gott. Im Paradies war das kein Problem. Aber später ... 3. Gott setzt den Menschen ein, den Garten, das Paradies, zu bebauen und zu bewahren (V.15). War der erste Mensch ein Gärtner? Hatte er keine Langeweile? Es war das Paradies und wo Gott ist, gibt es keine Langeweile. Einen ganz „kleinen“ Auftrag gibt er dem Menschen (V.16 f.). Das Wissen um Gut und Böse soll der Mensch in der Gemeinschaft mit Gott herausfinden und nicht auf dem Weg des Ungehorsams. Das ist tödlich.

7

1. Mose 2,4b-17

Mittwoch

Das Paradies

1. Mose 2,18-25

Allein geht man ein. Der Mensch braucht eine Gehilfin, eine, die zu ihm passt. Gott kennt unsere Bedürfnisse (V.18). Aber erst einmal muss der Mensch den Tieren einen Namen geben. Gott überlässt dem Menschen seinen Herrschaftsauftrag (Kap.1,26) und bindet sich an ihn! Was für eine Verantwortung bis heute! Eine spannende Situation folgt der nächsten. Wie erschafft er für den Menschen die Frau (V.21.22)? Der Mensch schläft. Er bekommt vom Schöpfungsvorgang seiner Frau nichts mit. Er merkt auch nicht, dass sie aus seiner Seite genommen ist (Rippe, V.22), damit sie ihm zur Seite stehen kann. Gehilfin! Aber als Gott sie ihm bringt, ist er hellwach und erkennt sie, als wär’s ein Stück von ihm. „Männin“ nennt sie der Mann (V.23b). Luther übersetzt „isch“ und „ischscha“ so. Sie ist von gleicher Art wie der Mann. Sie ist keine Sklavin! Von wegen Hierarchie, der Mann oben, die Frau unten! Partnerschaft ist angesagt. Die Ehe wird eingesetzt (V.24). Gott hat uns aus dem Paradies ein großes Geschenk mitgegeben: die Ehe und den wöchentlichen Feiertag. „Ein Fleisch“ sein dürfen wir jetzt. Sexualität, aber nicht nur. Mann und Frau werden einander „Gehilfen zur Freude“.

Donnerstag

Mann und Männin

8

Das merke ich mir:

Das merke ich mir:

Januar

25


9 Freitag

Die Katastrophe

1. Mose 3,1-13

Der Mensch ist Herr über die Schöpfung (Kap. 2,15). Aber nun fängt die Schlange an zu diskutieren. Der erste Schritt des Ungehorsams für den Menschen. Kann die Schlange reden? Sie kann sich verständlich machen. Wie, weiß ich nicht. Aber die Bibel identifiziert die Schlange mit dem Satan, dem Versucher (Offb 12,9; 20,2). Gestaltwandel des Bösen! Wenn der Satan als Engel des Lichts erscheinen kann, dann schon lange als Schlange. Sie sät Misstrauen. „Sollte Gott gesagt haben?“ Die Ursünde. Alle weiteren Sünden in der Geschichte der Menschheit stammen aus dieser dämonischen Rebellion. Was für ein Dynamit im Misstrauen steckt, macht sich wohl kaum einer klar. Die schönen Zeiten des Paradieses sind vorbei. Die Gemeinschaft mit Gott ist zerstört. Die Bitte um Vergebung wäre angesagt gewesen. Stattdessen kommt man sich wie auf einem Verschiebebahnhof vor. Die Schuld wird verschoben. „Ich bin�s doch nicht gewesen. Die Frau, die du mir gabst ...“ (V.12). Gott ist selbst schuld. Und die Frau: „Die Schlange betrog mich“ (V.13). Wir kennen dieses Spiel. Erbärmlich. Wenn wir bloß ehrlich sein könnten!

Samstag

10

Das merke ich mir:

Die Konsequenz *

Die Schuld ist an allem schuld! Im Paradies gab es kein Zahnweh, Krebs, Liebeskummer oder Tod. Aber nun rechnet Gott ab. Zuerst ist die Schlange dran (V.14). Sie hatte die Schuld in die Welt gebracht. Aber mitten im Strafurteil leuchtet Evangelium auf (V.15). Die Gemeinde von Jesus weiß um den einen, „vom Weib Geborenen“ (Gal 4,4). Jesus starb auf Golgatha am Biss der Schlange und hat dort gleichzeitig den Kampf um uns Menschen gewonnen. Nach der Schlange ist die Frau an der Reihe. Schwangerschaft, Kinder kriegen — das wird alles schwierig und tut weh (V.16). Der dritte Gerichtsspruch trifft den Mann (V.17). Vom Acker ist er genommen. Aber nun wird ihm dieses Lebenselixier Kummer bereiten. Von Eva stammen alle ab (V.20). In diesem Namen steckt Leben. Denn auch in unserer Todeswelt soll sich Leben entfalten. Gott sorgt für seine verlorenen Leute. Er zieht sie an. Aber das Paradies müssen Adam und Eva verlassen. Vor dem Paradies wachen Engel (V.24) bis zu dem Tag, als Jesus geboren wird (Lk 2). Von nun an hat jeder wieder Zutritt zu Gott. „Der Cherub steht nicht mehr dafür“ (Lied EG 27,6). Das merke ich mir:

26

1. Mose 3,14-24

Januar


Gott wird in meinem Alltag für andere Menschen sichtbar durch meine Dankbarkeit für die vielen kleinen Wunder, die ich mit ihm erleben darf. Lukas Rösel, Bocholt EC-Landesverband: Rheinisch-Westfälischer EC-Verband

Wochenspruch: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Römer 8,14 KW 3 bearbeitet von Dr. Helmuth Egelkraut, Professor für Biblische Theologie und Mission, 71554 Weissach im Tal, E-Mail: dhegelkraut@gmx.net

Wer regiert, trägt hohe Verantwortung und ist vielfältigen Versuchungen ausgesetzt. In dieser Regierungserklärung geht es nicht um große Programme, sondern der König verpflichtet sich, Gottes Willen zur Richtschnur seines Handelns zu machen. Dabei geht es nicht um tagespolitische Entscheidungen, sondern um die alles bestimmende Grundhaltung. Am Anfang steht die rechte Grundlage: Gottes Gnade trägt sein Leben. Gottes Recht weist ihm den Weg. Gottes Lob ist seine Freude. Dann schaut er auf sich selbst: Nur wenn Gott mit ihm ist, kann er seinen Beruf recht ausführen. Deshalb kann er nicht in das Böse einwilligen. Man kann nicht das Böse wollen und auf Gottes Hilfe hoffen. Doch wer die Falschheit hasst und aus seinem Leben verbannt, kann ihr auch im Bereich seiner Verantwortung entgegentreten. Schließlich soll in seiner Umgebung niemand mit Betrug, Falschheit und Gottlosigkeit paktieren. Falsche Ratgeber und unaufrichtige Freunde sind unser Untergang. Das sind nicht nur gute Vorsätze, sondern Verpflichtungen, die er vor Gott bekräftigt. Das ist eine starke Hilfe. Dabei gehören Gnade und Recht zusammen. Das Recht zeigt den rechten Weg. In Jesu Gnade finden wir Vergebung für unsere Sünde. Das bewahrt vor Leichtsinn wie vor Verzweiflung.

11

Psalm 101

Lied: FJ!4 Nr. 79 | Sonntag

Hier spricht ein König

Das merke ich mir:

Januar

27


12 Montag

Herrsche über sie!

1. Mose 4,1-16

Trotz Sünde und Fluch bleibt Gottes Segen über den Menschen: Die Liebe zwischen Mann und Frau bleibt. Aus ihrer geschlechtlichen Gemeinschaft werden Kinder geboren, Zeichen der Gnade Gottes. In ihrem Beruf als Bauer und Hirte üben sie Gottes Auftrag aus, über die Schöpfung zu herrschen. Sogar Gott haben sie nicht vergessen und bringen ihm Opfer von der Frucht ihrer Arbeit. Doch die Sünde bleibt! Gerade beim Opfer, im Gottesdienst, wird sie lebendig und greift nach Kain. Nicht gegen den Feind, gegen den Bruder wendet er sich. Warum Gott Abel gnädig ist und Kain nicht, ist nicht gesagt. Doch statt um Gnade zu bitten, gibt Kain dem Neid Raum. Der Neid gebiert Zorn, der Zorn List, die List den Mord, der Mord die Lüge. Mord, Brudermord, das ist nicht wiedergutzumachen. Doch Gott lässt Kain nicht allein. Erst warnt er ihn vor der Sünde. Nach dem Mord an dem Bruder sucht er ihn. Kain weist jede Hilfe Gottes von sich. Erst als ihn die Strafe trifft, klagt er: „Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte.“ Kain hat recht: Niemand kann die Strafe für seine Sünde selbst tragen. Darum wurde Jesus Mensch und trug unsere Strafe. Nun gilt uns Gottes Wort: Herrsche über sie, damit sie dich nicht beherrscht.

Dienstag

13

Das merke ich mir:

Rache ohne Grenzen

Die Geschichte geht weiter. Weil wir in urgeschichtlicher Zeit sind, lässt sie sich nicht in unsere Jahreszählung einordnen. Von Adam über Kain bis Lamech sind es sieben Generationen. Sieben steht für das Ganze! Und die drei Söhne Lamechs bilden das Ende und wirken wie ein Schlusspunkt. Diese Linie des Mörders Kain steht für den Anfang der Zivilisation: Gründung der ersten Stadt. Das setzt schon viele Menschen voraus. Anfang der Viehzucht, Beginn der Kunst, Grundlage des Handwerks. Das wird in den Mythen der Völker alles den Göttern zugeschrieben. Die Bibel sagt: Menschenwerk und nicht göttlich! Gott lässt auch dem gottfernen Menschen viel gelingen. Der zivilisatorische Aufstieg ist nur ein dünnes Furnier über den ethischen Abstieg: die erste Vielehe und die unbegrenzte Rache. Das erste Gedicht der Bibel verherrlicht die unbegrenzte Rache: siebenundsiebzigmal! Auch das ist menschlich und sündig. Wenn es Hilfe geben soll, dann nur von Gott. Das Alte Testament begrenzt die Rache: Auge um Auge, nicht mehr (2. Mose 21,24). Jesus stellt gegen die unbegrenzte Rache die unbegrenzte Vergebung: Wem alles vergeben ist, für den gibt es nur eines: Unbegrenzt vergeben — siebzigmal siebenmal (Mt 18,22). Nur so lässt sich Unrecht überwinden. Das merke ich mir:

28

1. Mose 4,17-24

Januar


Rasant breitet sich die Sünde aus. Sie umfasst alle Menschen und durchdringt das Herz, das Zentrum menschlichen Denkens, Wollens, Urteilens, Fühlens. Alles böse, d. h. gegen Gott. Das Ergebnis: totales Verderben: Rücksichtslosigkeit, Gewalttätigkeit, Rechtlosigkeit; alles immer böse (V.5c.12). Das ist die Unbegreiflichkeit der Sünde: Der Mensch macht sich und die Welt kaputt. Es folgt ein Blick in Gottes Herz: Kummer, Betrübnis und Enttäuschung. Gott ist nicht fern und gefühllos. Wo er strafen muss, greift es ihm ans Herz, wie Jesus, der über Jerusalem weint (Lk 13,34 f.). Aber würde Gott Sünde nicht richten, wäre es noch schlimmer. Am Ende stünde das totale Verderben. Der gleiche Gott, der richtet, öffnet den Weg zum Leben: „Noah fand Gnade vor Gott.“ Nicht Noah, Gott schafft Rettung. Gnade ist Gottes unverdientes, freies Erbarmen. Wenn Noah gerecht, fromm war und mit Gott lebte (V.9b), war das nicht Sünd- oder Fehlerlosigkeit. Gerecht ist, wer sich so verhält, wie es seiner Stellung entspricht. Gott ist gerecht, indem er sein Wort hält. Der Mensch ist gerecht, wenn er Gott glaubt, seine Gemeinschaft und Rettung sucht. Dass Noah tat, was Gott gebot (V.22), obwohl es widersinnig schien, zeigt, dass er Gott vertraute.

14

1. Mose 6,5-22

Mittwoch

Alles verderbt *

1. Mose 7,11-24

Die genauen Zahlen überraschen. Die Arche ist ein unvorstellbar großes Hausboot. Das genügt für alle. Die Zahlen unterstreichen die Gewissheit des Geschehens. Es ist kein polytheistischer Mythos. Über allem steht der eine Gott. Er wollte diese Flut. Er hat für einen Rest die Rettung bereit. Er hat alles in der Hand. Nie ist er von den Elementen bedroht, wie im babylonischen Mythos. Auch im Gericht bleibt Gott Herr. Rettung gibt es nur an einem Ort: in der Arche. Viermal wird betont: Sie gingen hinein, in Vers 15 zweimal. Gott gebot es nur Noah; die Tiere folgten. Im babylonischen Gilgameschepos heißt es: „Ich trat hinein ins Schiff und verschloss mein Tor.“ Der Mensch ist der Held. In Vers 16b heißt es: „Und der Herr schloss hinter ihm zu.“ Gott neigt sich herab und in fürsorglicher Liebe sorgt er dafür, dass die in der Arche bewahrt werden. Doch wer draußen ist, bleibt draußen und im Gericht. So gibt es ein Drinnen und ein Draußen. Sich überbietende Worte schildern das Aufbrechen der Wasser von unten und oben. Die kosmische Ordnung bricht zusammen. Anschließend ein Bild des umfassenden Gerichts: „Alles, was Odem hatte, starb“ (V.22). Es geht nicht um Schadenfreude, sondern um Ehrfurcht vor Gottes Majestät im Gericht.

Donnerstag

Rettung nur an einem Ort

15

Das merke ich mir:

Das merke ich mir:

Januar

29


16 Freitag

Gott vergisst nicht

1. Mose 8,1-12

Eine Familie bleibt übrig. Gott vergisst sie nicht. Sie wurden von Gott zur Rettung im Gericht eingeschlossen. Nun müssen sie auf die wieder erstandene Erde herausgehen, um Gottes Auftrag zu erfüllen. Doch das Ende des über die Erde ergehenden Gerichts setzt Gott: Gottes Gedenken ist nicht nur ein mentaler Akt, sondern Gottes souveräne Entscheidung, dem Gericht ein Ende zu setzen und neues Leben zu gewähren. Seine Gnade und Treue vollendet das Werk der Rettung. Sechs Zeichen des Abschlusses der Errettung werden genannt: a) Der Wind bzw. „Geist Gottes“ weht über der Flut und schafft neues Leben. b) Die Chaosmächte des Wassers werden verschlossen. c) Die Arche findet einen Ruheplatz; das hebräische Wort „nach“ hat die gleiche Wurzel wie „Noah“, Ruhegeber, Tröster (1. Mose 6,29). d) Land taucht auf; die Erde ist noch da. e) Der Rabe kehrt nicht zurück, sondern er fliegt nahe der Arche hin und her, ernährt sich von Aas. f) Die Taube bringt ein frisches Ölbaumblatt. Neues Leben regt sich. Aus dem Wassergraben ersteht die Erde zum zweiten Mal. Zweimal wird betont: Noah wartete (V.10.12). Es war ein schmerzliches Warten. Solches Warten auf das Ende des Gerichtes kann man nur im Wissen darum ertragen, dass Gott zu seinem Wort steht.

Samstag

17

Das merke ich mir:

Solange die Erde steht ...

Ein ganzes Jahr währte die Flut. 1. Mose 8,14 nennt 10 Tage mehr als ein Jahr (Kap. 7,11). Sie sind der Unterschied zwischen Mondjahr (354 Tage) und Sonnenjahr. Doch nicht eigenmächtig verlassen sie die Arche. Gott schloss die Tür. Jetzt gibt er den Befehl herauszugehen und gibt die von den Chaosmächten befreite Erde neu für Mensch und Tier frei. Erneuert wird der Schöpfungsauftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch.“ Noch sind die neue Erde und der neue Himmel nicht da. Das bisherige Leben geht weiter. Säen und Ernten, die damit verbundene Arbeit, der dazu nötige Jahreszeitenwechsel (V.22). Das ist ein tröstender Zuspruch. Er gilt jedes Mal neu, wenn Katastrophen über diese Erde gehen. Gott garantiert die biologische Basis, Nahrung und alles, was für das Leben auf Erden nötig ist, nicht, weil der Mensch gut wäre, sondern obwohl der Mensch bis ins Innerste böse bleibt. So steht diese ganze sündige Welt ständig unter der Erhaltungsgnade Gottes, ob Menschen es wissen oder nicht. Doch für die, die Gott kennen, steht am Anfang der Dank. Gott braucht ihn nicht, aber wir, weil wir so mit Gott verbunden bleiben und immer neu erkennen, dass wir aus seiner Gnade allein leben. Danken ist die Weise, wie wir unser Leben in Gott gründen. Das merke ich mir:

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1. Mose 8,13-22

Januar


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